Warum der Newsfeed von Facebook nicht zugunsten von Medien reguliert werden kann

Facebook-Logo

Vor einem Jahr war ich in einem Workshop einer Landesanstalt für Medien. In diesem Workshop wurde unter anderem diskutiert, was die zukünftige Rolle einer Landesmedienanstalt in Zeiten von Facebook und Snapchat sein kann. Wie können beispielsweise öffentlich-rechtliche Medien gefördert und eine Medienvielfalt sichergestellt werden?

Es ist einfach, auf den Newsfeed von Facebook zu schauen, die Bedeutung dessen für die Verbreitung von Medieninhalten zu erkennen und zu dem (voreiligen) Schluß zu kommen, dass hier regulierend ein ausgeglichenes Ergebnis sichergestellt werden muss.

Ich warf während der Diskussion eine Frage in den Raum, die niemand beantworten konnte. Das an sich ist nicht problematisch. Wir befinden uns hier in jeder Hinsicht auf Neuland. Bedenklich finde ich, dass ich diese Frage seit Jahren in diesbezüglichen Debatten von niemandem gestellt, geschweige denn beantwortet sehe.

Man muss den Facebook-Algorithmus als eine Antwort auf ein Nullsummenspiel verstehen: Wir alle haben begrenzte Zeit pro Tag, die wir für Medien aufwenden. Ob diese Zeit 30 Minuten oder 3 Stunden beträgt, spielt keine Rolle. Facebook, wie jeder Anbieter von Unterhaltung davor und danach, will die Facebook zukommende Zeit bestmöglich nutzen. Die wenigsten können alle Facebook-Updates (oder Tweets in der Timeline zum Beispiel) lesen. Facebook will seinen Nutzern das (im Rahmen der Erlösströme) bestmögliche Ergebnis liefern.

Das heißt, wir haben eine begrenzte Zeit, in der Facebook die „bestmögliche“ Zusammenstellung des Newsfeeds reinpackt.

Das heißt im Umkehrschluss auch, dass jeder Art von Updates, die höher priorisiert werden, eine Gruppe von Updates gegenüberstehen muss, die herabgestuft werden, die nach unten und außer Sichtweite rutschen.

Meine Frage an die Vertreter der Landesanstalt für Medien lautete: „Wollen Sie eine Regulierung, die Inhalte öffentlich-rechtlicher Medien höher einstuft auf Kosten von, sagen wir, Urlaubsfotos von Freunden?“

Dass beides in einen Topf zusammenfällt und gegeneinander abgewogen werden muss, ist nicht optimal, aber das ist die heutige Realität mit Facebook.

Es gibt keine klare Antwort auf diese Frage (auch deshalb verschiebt Facebook regelmäßig die Einstufungen), aber man muss sie mitdenken vor den aktuellen Änderungen im Facebook-Newsfeed.

heise:

Facebook hat am Algorithmus geschraubt, der für die Auswahl und die Anordnung von Postings in den Timelines seiner Nutzer zuständig ist. Das soll den Einträgen von Freunden und Familienmitgliedern wieder mehr Gewicht geben, kündigte Lars Backstrom, Engineering Director bei Facebook, am gestrigen Mittwoch an.(…)

An erster Stelle stehen Familie und Freunde. Erst danach soll die Timeline den Nutzer informieren und unterhalten. Die Änderungen können also zur Folge haben, dass Inhalte von Medienunternehmen weniger sichtbar werden.

TechCrunch:

The company is publishing a formal “News Feed Values” document that details how it decides what shows up in your feed — a common question amongst users.

Those core values are that friends and family come first, that the feed should inform and entertain, that Facebook is a platform for all ideas, that authentic communication beats spam, that you have the controls to hide or highlight what you want, and that Facebook will keep iterating to improve the experience.

Facebook is also making a feed ranking change today that literally puts its primary value that “Friends and family come first” into practice. The News Feed will now show posts from friends higher up in the feed than posts from Pages like news outlets. Pages should expect a decline in reach and referral traffic, especially if they rely on clicks directly to their posts rather than re-shares by their followers.

Facebooks Ziel ist, wenig überraschend, seine Nutzer glücklich zu machen. (Nur wenn diese auf Facebook sind, können sie Werbung auf Facebook sehen.) Ob diese Nutzer Partyfotos von Freunden oder Medieninhalte ansehen, ist Facebook selbst relativ gleich. (Abgesehen von der Tatsache, dass Facebook nicht wirklich die Frontpage des Internets sondern ein Social Network sein will. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.)

Hauptsache, die Nutzer sind auf Facebook und kommen gern zurück.

TechCrunch:

But in reality, Facebook’s goal first and foremost is to create a feed that keeps people satisfied — both quantitatively in terms of the volume of their engagement measured in clicks and time spent, but also qualitatively according to surveys it’s constantly serving to a sample of users.

Man kann Facebook schwerlich diese Umgewichtung zugunsten von Kommunikation unter Freunden und Familie vorwerfen.

Man kann diese Gewichtung zugleich auch nicht regulatorisch umwerfen und den Facebook-Nutzern ihre Freunde auf Facebook „vorenthalten“.

Gleichzeitig wirft diese Entwicklung auch die Frage auf, welche Auswirkungen das auf eine Öffentlichkeit hat, in der Medien und Publikum zunehmend über Facebook zusammenfinden.

Niemand hat gesagt, dass Medienwandel einfach wäre.

Was #Brexit für den Technologiesektor bedeutet

51,9% zu 48,1%, so knapp haben die Briten für den Austritt aus der EU abgestimmt. Der Perlentaucher fasst die ersten Reaktionen zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU zusammen:

Ein gespaltenes Land spaltet Europa. Es ist eine soziale Spaltung, schreibt der Guardian: Es sind traditionelle Labour-Wähler, die den Ausschlag für das Brexit-Votum gaben. Und es sind die älteren Wähler, die den Ausschlag gaben, sagt der Telegraph-Redakteur Ben Riley-Smith: Denn die Jungen wählten zu 75 Prozent Remain. Und es könnte zu weiteren Spaltungen kommen, etwa zu einem nordirischen Referendum für ein Vereinigtes Irland. Und doch ist das Votum für Brexit auch Ausdruck eine weltweiten Symptomatik, schreibt Daniel Vernet in Salte.fr – denn in allen Ländern gibt es jene, die sich als „Ausgeschlossene der Globalisierung“ fühlen.

Was bedeutet der Brexit für den Technologiesektor?

Neben indirekten Auswirkungen -die allgemeinen wirtschaftlichen Folgen treffen auch den Technologiesektor– gibt es auch direkte Auswirkungen.

Man kann es zunächst mit diesen zwei Punkten zusammenfassen:

  • Mehr und härtere Regulierung in Brüssel gegenüber US-Technologieunternehmen (Und als Kollateralschäden damit auch gleichzeitig gegenüber europäischen Technologieunternehmen)
  • Die europäischen Headquarter von US-Unternehmen werden London zugunsten eines EU-Landes verlassen. (Höchstwahrscheinlich sehr gut für Berlin)

Das Wall Street Journal vor dem Brexit über die möglichen Folgen (paywall):

At issue is a delicate political balance in the EU over tech policy between countries, including the U.K. and Nordic and Baltic countries, that favor lighter regulation and others, led by France and Germany, that argue the rise of big global technology firms necessitates new rules to help level the playing field.

While most big U.S. tech firms have declined to comment on the vote, some executives acknowledge privately that if the U.K. were to remove or lighten some EU restrictions on, for instance, the use of personal data or corporate tax rules, it might help their U.K. operations. But they say any change like that would depend on follow-through from U.K. policy makers. Any benefit could also be outweighed by an increase in the regulatory burden in the larger remaining portion of the EU, without what they describe as London’s moderating influence.

Der Industrieanalyst Ben Thompson in seinem gestrigen Daily Update (paywall):

More broadly, I have been increasingly worried about a tech backlash; in the United States that is tempered both by the widespread popularity of tech companies and their products and services, as well as by the fact said companies are such key economic drivers. The challenge in Europe is that this latter constraint is removed: there is no golden goose to kill (although many UK-based European headquarters will likely move to another EU country should Brexit happen). That leaves consumer sentiment as tech companies’ best bulwark, and I think it’s fair to say that should the UK step back from the European Union the likelihood of even more aggressive action against the likes of Google would increase.

Die in Technologiefragen moderaten Stimmen aus dem UK werden in Brüssel künftig fehlen. Eine weitere Front, die die Zukunft von Europa sehr ungewiss macht.

Wie das Internet TV, Handel & andere Branchen gleichzeitig branchenübergreifend verändert

Walmart & P&G

Seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit dem Umstand, dass der vom Internet verursachte Wandel branchenübergreifend ist, und damit direkt ein tiefgreifender Systemwandel ist.

Das bedeutet unter anderem, dass man immer seltener die Veränderungen in einer Branche losgelöst vom Rest betrachten kann. Denn wenn sich zeitgleich mehrere Branchen verändern, wird natürlich auch außerhalb der betrachtenden Branche das was früher eine Konstante war auf einmal eine Variable. Alles in Bewegung.

Das macht jede Analyse komplexer. Aber hey, von nichts kommt nichts.

In diesem Sinne. Ben Thompson schreibt auf Stratechery darüber, dass TV-Werbung vor einem Problem steht, und zwar nicht nur, weil der Konsum zu On-Demand-Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Instant Video, Youtube, Hulu etc. wandert (und TV zum Second Screen degradiert wird), sondern auch weil die Hauptwerbekunden selbst durch das Internet einer neuen (für sie schwierigen) Konkurrenzsituation ausgesetzt sind:

Those twenty years have seen the emergence of digital advertising generally, and, over the last five years, mobile advertising: while this emergence is likely responsible for the halt in growth for TV, the real victims have been radio, magazines, and especially newspapers, which have shrunk from a nearly 40% advertising share to about 10%.

Still, digital and mobile’s 33% share of advertising falls well short of the amount of attention attracted. Digital accounted for 47% of time spent with media in 2015, up from 32% in 2011, while TV has fallen from 41% in 2011 to 35% in 2015. (…)

Note, though, that many of the companies on this [list of top TV advertisers] are threatened by the Internet:

CPG companies are threatened on two fronts: on the high end the combination of e-commerce plus highly-targeted and highly-measurable Facebook advertising have given rise to an increasing number of boutique CPG brands that deliver superior products to very targeted groups. On the low end, meanwhile, e-commerce not only reduces the shelf-space advantage but Amazon in particular is moving into private label in a big way.
Relatedly, big box retailers that offer little advantages beyond availability and low prices are being outdone by Amazon on both counts. In the very long run it is hard to see why they will continue to exist.
The automobile companies, meanwhile, are facing three separate challenges: electrification, transportation-as-a-service (i.e. Uber), and self-driving cars. The latter two in particular (and also the first to an extent) point to a world where cars are pure commodities bought by fleets, rendering advertising unnecessary.

the inescapable reality is that TV advertisers are 20th century companies: built for mass markets, not niches, for brick-and-mortar retailers, not e-commerce. These companies were built on TV, and TV was built on their advertisements, and while they are propping each other up for now, the decline of one will hasten the decline of the other.

Ich habe über diesen Umstand auf Early Moves in Bezug auf Unternehmen wie Procter & Gamble und Handelsriesen wie Walmart geschrieben:

It may not look like this now, but sooner rather than later this is going to become a vicious cycle: Struggling (old-school) brands need struggling TV networks to create brand affinity so their products get bought at struggling retailers.
>
> This is an industry-crossing chain that grew up in the industrial 20th century. The chain’s links are getting weaker every day. Because some or all of their attributes are not best in class in an online world anymore. The aspect easily overlooked here is this: This concerns **all** links of the chain.
>
> Online retailers, then, building platforms and [other ways for keeping options open](https://earlymoves.com/2015/11/17/from-aws-iot-button-to-launchpad-amazon-is-increasing-its-options/) for whatever future partner companies may need from them, will in the long term be in a far better shape than others.
>
> Maybe it is not going to be like a house of cards coming down. We can debate the shape the decline will take. Undebatable however is that the decline is coming. And with it, an immense opportunity for new players.

 

Wird diese Interdependenz, die zwischen manchen Branchen besonders stark ist, angegriffen, könnte das zu einer starken Beschleunigung des Umbruches führen, weil es lebenserhaltende Strategien enorm erschwert.

Gleichzeitig sind die Potenziale für neue Player, neue Symbiosen und Ökosysteme, enorm. Es wird immer deutlicher, wie wenig im Kern unverändert den Umbruch überstehen kann. (Die Ausnahmen werden immer rarer und damit immer weniger zu Vorbildern für andere.)

Das Beste: Mai 2016 auf neunetz.com

Mai 2016 im neunetz-Universum:

Artikel auf neunetz.com

Neue Podcastepisoden auf neunetz.fm

Artikel auf Early Moves

Neue Episoden von Exchanges, dem Podcast von Exciting Commerce

Artikel auf newnetland.com

Verfassungsgericht erlaubt Sampling

Leonhard Dobusch spricht auf netzpolitik.org von einer ‚Zeitenwende im Urheberrecht‘:

Mit seinem heutigen Urteil hat sich das deutsche Bundesverfassungsgericht überraschend deutlich für ein Recht auf Sampling ausgesprochen und damit der bislang praktisch bedeutungslosen „freien Benutzung“ des § 24 UrhG neues Leben eingehaucht. Denn wenn Sampling im Musikbereich in bestimmten Grenzen möglich ist, warum sollte eine freie Benutzung dann nicht auch in anderen Bereichen, in denen ein neues Werk unter Verwendung bestehender Werke entsteht, möglich sein? Zwar werden dadurch nicht automatisch auch andere Formen digitaler Netzkultur wie beispielsweise Meme legalisiert, aber die Bedeutung der Entscheidung ist dennoch kaum zu unterschätzen. Sie markiert eine Wende weg von allzu restriktiver Auslegung eines überbordenden Urheberrechts hin zu einem alltagstauglicheren Schutzniveau. Bleibt die Frage, ob auch der Gesetzgeber diese Wende nachvollzieht oder unter dem zu erwartenden Lobbydruck der Musikindustrie einknickt. 

Wird Tesla Batteriezulieferer Nr. 1 für die Elektroautobranche werden?

Batterien und die Batterieleistung allgemein sind der Flaschenhals der Elektroautos.

Golem.de über die Giga Factory von Tesla:

Jährlich sollen dort später Rundzellen mit 35 GWh Gesamtkapazität gebaut werden. Durch die Massenproduktion sollen die Kosten sinken, was Tesla als Voraussetzung ansieht, seine Elektroautos für ein Massenpublikum bezahlbar zu machen. Die Fabriknutzfläche wird auf einen Quadratkilometer geschätzt. Die zweistöckige Fabrik soll das größte Produktionsgebäude der Welt werden. Das zweitgrößte ist mit deutlichem Abstand die Fabrik von Boeing im US-Bundesstaat Washington, die 400.000 Quadratmeter Fläche aufweist.

Tesla entschloss sich nach eigenen Angaben zum Bau der Fabrik, als klar wurde, dass die benötigten Akkus für die geplante jährliche Stückzahl von 500.000 Fahrzeugen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts den gesamten aktuellen Jahresbedarf an Lithium-Ionen-Akkus weltweit verschlingen würde.

Tesla, das, im Industrievergleich, lächerlich kleine Stückzahlen seiner Autos produziert und ausliefert, wird wohl eher als Batterieunternehmen Geschichte schreiben.

Entscheidend wird, wie sich die Zulieferersituation konkret entwickeln wird, wenn neben Tesla auch chinesische Marken und Apple im großen Stil mit Elektroautos auf den Markt kommen werden.

Alle Neueinsteiger auf allen Ebenen, von Google über Uber hin zu Apple und [heute noch unbekannte Chinesische Marken] werden alle ausnahmslos auf Elektroantrieb setzen, weil das die Komplexität und damit die Stückkosten (und damit die Markteintrittsbarrieren) gegenüber dem Verbrennungsmotor senkt; und nebenbei gut für die Umwelt ist.

(Letzteres ist auf Unternehmensebene wichtig für zumindest Apple, das gerade dabei ist, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in das eigene Branding fest einzubauen. Wie man das bewertet, ist irrelevant. Entscheidend ist, dass ein Verbrennungsmotor schlicht nicht (mehr) zu Apple, der Marke, passen wird, wenn das Apple-Auto vorgestellt werden wird.)

Die Krise der vernetzten Öffentlichkeit in Deutschland

Frank Westpahl sucht für Rivva einen neuen Sponsor. In einem Kommentar zum Blogpost, in dem er die Suche nach einem Sponsor verkündet, schreibt er über die deutsche Bloglandschaft:

Auch haben die Medien die Blogs nicht verdrängt, nur kommt aus dem Blogkosmos z. T. einfach dramatisch weniger als damals und werden lesenswerte Sachen zudem nicht mehr nach Gebühr wahrgenommen und geteilt.

Ich habe mich neulich mit jemand über deutsche Blogs unterhalten. Neben wenigen rühmlichen Ausnahmen, wie Exciting Commerce, das jetzt im 12. Jahr die Onlinehandelsbranche mit prägt (und wo ich angestellt bin), ist es noch ruhiger geworden im deutschen Netz als es das bereits vor 5 Jahren war.

‚Ruhiger‘ natürlich relativ: Wir können über die Bedeutung von öffentlichen Facebook-Gruppen und -Pages sprechen, über gezielten Like-Bait der Massenmedien, über die zunehmende unfreiwillige Abschottung der Twitternutzer, die den Bedeutungsverlust ihrer bevorzugten Plattform in Deutschland noch nicht realisiert haben, oder über das vollständige Fehlen von Leuchtturmprojekten,1 die andere neue Projekte mit nach oben ziehen können, oder über die Abstinenz von Vernetzung stärkenden Strukturen wie Reddit.2

Man kann zu allem diskutieren und Ausnahmen erwähnen3, aber am Ende des Tages bleibt das Fazit das gleiche. Man sieht sehr deutlich an Rivva, welches Vernetzung von Diskurs analysiert, also aufzeigt, was publikationsübergreifend, also wirklich öffentlich, diskutiert wird, dass der vernetzte Diskurs in Deutschland maximal bruchstückhaft existiert. Er ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Gesund ist das für die deutsche Öffentlichkeit nicht.

Klassische Massenmedien haben von Haus aus signifikante strukturelle Probleme, die bekannt sind. Diese Probleme verstärken sich weiter mit den wachsenden Herausforderungen4 auf der Geschäftsseite, ebenfalls etwas, das vor allem in Deutschland bekannt ist. Die öffentlich-rechtlichen Medien orientieren sich zu stark am klassischen Medienmuster und arbeiten online mit zwei hinter dem Rücken verbundenen Händen.

Ich habe nicht die eine Lösung -niemand kann sie haben, weil es eine kulturelle Frage ist-, ich sehe nur das Problem.


  1. Ein Beispiel: In den USA haben Menschen wie John Gruber eigene Blogs aufgebaut, die, allein mit Links und Empfehlungen, andere Einzelpersonenprojekte ermöglichten. (Und nebenbei zeigten, dass a.) „es geht“ und b.) „wie es geht“ (Sponsored Posts, viele Jahre bevor Medienexperten anfingen, über Native Advertisement zu sprechen)) Diesen Vorgang kann man im Großen wie im Kleinen beobachten. In Deutschland haben sich vergleichbare Kandidaten bestenfalls für Kolumnen bei Massenmedien entschieden oder publizieren gar nicht. Das sind alles, hier wie da, legitime persönliche Entscheidungen. Es geht mir hier nur um eine grobe Skizze des Gesamtbilds. 
  2. Reddit und Co. sind erhebliche Durchlauferhitzer auf allen Ebenen und in allen Bereichen, die eine Durchlässigkeit von Beiträgen ermöglichen, welche die Herkunft der Beiträge (wo und von wem veröffentlicht) nicht völlig aus der Gleichung nimmt aber doch in der Bedeutung stark genug herabsenkt, um einen entscheidenden Unterschied zu liefern. Meine ursprüngliche Annahme von 2010, Twitter und Facebook könnten in Deutschland das Vakuum füllen, hat sich nicht in dem Maß bestätigt. Ich vermute hier aber, vor allem mit Facebook, ein Henne-Ei-Problem in Deutschland. 
  3. Man könnte Übermedien lobend erwähnen; sich aber auch darüber wundern, warum ein so junges reines Onlinemedium, das von Medienjournalisten betrieben wird, also nicht expertiger sein könnte, durch die Bank Printüberschriften verwendet. Man könnte ausführlich die kolossal verschenkte Chance der Krautreporter analysieren und aufzeigen, wie man völlig übersehen kann, was Differenzierung (und damit Nutzen/Brand/whatever) in der heutigen Medienwelt schafft und was nicht, wo und wie also Ressourcen einzusetzen sind. Aber wozu? 
  4. „wachsende Herausforderungen“ war euphemistisch: Allein 9 von 10 Presseverlagen werden den Medienwandel nicht überleben. In den anderen Kategorien (Hörfunk & TV) wird die Verteilung nicht signifikant anders aussehen. 

SPONSOR: Hyperkonvergente Lösungen – Cloud Flexibilität unter eigener Kontrolle

Cisco HyperFlex Systems - Bildrecht: Cisco IT-Verantwortliche für die Infrastruktur in Unternehmen stehen heute im direkten Wettbewerb mit externen Dienstleistern. Fachabteilungen wollen neue Produkte und Projekte möglichst schnell und möglichst ohne Widerstand umsetzen. Das setzt die IT zunehmend unter Druck. Als interner Dienstleister kommen immer wieder neue Anforderungen aus den Fachabteilungen auf die IT zu.

Konkurrenz von außen für die IT

Strenge IT-Richtlinien, längerfristige Projektpläne und eingeschränkte Skalierbarkeit der Systeme sorgen oft nur für Unverständnis bei den Kollegen aus der Produktentwicklung. Das führt dazu, dass interne Projekte plötzlich mit externen Anbietern umgesetzt werden sollen. Die IT sieht sich dann in Konkurrenz zu externen Cloudanbietern und soll ähnlich flexibel handeln können, um nicht als Projektbremse zu gelten.

Hyperkonvergente Systeme können zukünftig erheblich dazu beitragen, dass die IT wesentlich schneller und flexibler Anforderungen aus Fachabteilungen umsetzen kann. In hyperkonvergenten Lösungen sind Netzwerk, Server und Speicher in einem System integriert. Storage wird mit Ciscos „HyperFlex“- Plattform (HX) software-basiert verwaltet und fügt sich nahtlos in die existierende Umgebung ein. Der Hauptvorteil: Die Lösung bietet eine cloud-ähnliche Flexibilität und Skalierbarkeit und ist extrem einfach zu verwalten. Innerhalb weniger Klicks sind neue Knoten hinzugefügt und tragen sofort und automatisch zur Rechenleistung oder Storagekapazität bei, auf die die virtuellen Maschinen zugreifen können.

DC & Cloud Tech Days

Wer sich direkt von den Experten von Cisco über die neue HyperFlex-Plattform informieren möchte, sollte sich für die DC & Cloud Tech Days anmelden, die im Juni an sechs Standorten in ganz Deutschland stattfinden. Auf der zweitägigen Konferenz dreht sich der erste Tag um Data-Center-Infrastruktur. Automatische Provisionierung, Application Centric Infrastructure und Hyperflex zählen zu den Themen des ersten Tages.
Am zweiten Tag geht es ganz um die Cloud. Effizientes Cloud-Management, der Nutzen von Analytics und wie sich interne und externe Services ideal als Hybridlösung nutzen lassen.

Die Teilnahme an den DC & Cloud Tech Days ist kostenlos, die Veranstaltung findet in Hamburg, Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart statt.

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungen in Hamburg und Frankfurt bereits ausgebucht sind.
Wir bitten darum, auf andere Standorte auszuweichen.

Gezielt Storage- oder Compute-Kapazität erweitern

Für das klassische Management von IT-Infrastruktur ist das kurzfristige Erweitern eines Clusters eine große Herausforderung. Bei einem HyperFlex-Cluster ist dies ganz anders: Um neue Knoten zu den bereits bestehenden hinzuzufügen, sind nur zwei Schritte erforderlich: Im UCS Manager wird zuerst das Serviceprofil „HyperFlex-Knoten“ gewählt und dann werden die neuen Knoten im Vcenter einfach zum Cluster hinzugefügt.

Ab sofort befinden sich die zusätzlichen Ressourcen im Pool des Clusters und alle VMs greifen auf die Ressourcen zu. Die Initialisierung dauert dabei maximal 60 Minuten. Ciscos HX-Software und VMware sind auf den HyperFlex-Knoten HX220c und HX240c bereits vorinstalliert. Die Knoten bieten mit Intel® Xeon® Prozessoren maximale Leistung auf 1 oder 2 Höheneinheiten.

Dies funktioniert ebenso einfach, wenn Knoten nicht direkt On Premise, sondern in einer Zweigstelle des Unternehmens aufgestellt werden sollen. Diese können wie jeder lokale Knoten Remote aus der Zentrale eingerichtet werden, sobald sie mit dem Netzwerk verbunden sind.

Wer die Rechenleistung seines Clusters erweitern will, ohne zusätzliche HyperFlex-Knoten anzuschaffen, kann mit UCS Blade Servern gezielt Rechenleistung zum HyperFlex-System beisteuern. Diese werden dank der IOVisor-Bibliothek in VMWare automatisch Teil des Clusters und stellen ihre Rechenleistung im Cluster bereit und können gleichzeitig den Storage der HX-Knoten nutzen.

Maximale Ausfallsicherheit

UCS, das Cisco Unified Computing System, bildet gemeinsam mit dem Filesystem „HX Data Platform“ das Rückgrat des Hyperflex-Clusters. Dieses verwaltet die Datendistribution und -Redundanz automatisch. R/W-Befehle gehen an alle virtuellen Controller im Cluster. Klingt nach viel Overhead durch die Abstimmung der Knoten untereinander, aber da alle Knoten per Fabric Interconnect (10Gb/s) miteinander kommunizieren, geschieht dies mit minimaler Latenz.

Insgesamt sind von jeder Datei im Cluster drei Instanzen vorhanden, das bedeutet in der Praxis, dass mehrere Festplatten oder Knoten ausfallen oder vom Netz gehen könnten, ohne dass Daten verloren gehen. Durch automatische Deduplizierung und Kompression nutzt das Filesystem die vorhandenen Ressourcen sehr effektiv – und dies bei voller Datenredundanz. Ist ein Knoten oder eine Festplatte nicht mehr erreichbar, tritt je nach Auswirkung auf den Cluster der entsprechende Recoveryprozess in Kraft. Wird die defekte Platte ausgetauscht oder der Knoten repariert, balanciert die HX Data Plattform automatisch den gesamten Cluster wieder aus, damit keine Hotspots entstehen..

Das gesamte Management des HyperFlex Clusters erfolgt aus dem VMWare vCenter heraus und bietet damit eine sehr einfache und komfortable Bedienbarkeit. Ein spezieller Storage-Skill ist hierfür nicht notwendig.

Mit Cisco HyperFlex lassen sich damit Cloud-ähnliche Prozesse in der IT abbilden, ohne den Zwang zu verspüren, diese Dienste von einem externen Anbieter beziehen zu müssen.

Damit sind sie mit Cisco HyperFlex bestens für die IT Anforderungen von Morgen gerüstet.

Dieser Sponsored Post entstand in Zusammenarbeit mit Cisco & Intel.

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*Intel, the Intel logo, Xeon, and Xeon Inside are trademarks or registered trademarks of Intel Corporation in the U.S. and/or other countries.


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Startups schaffen in Berlin mehr Arbeitsplätze als Siemens

Das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) hat vor ein paar Tagen eine interessante Studie (PDF) über den aktuellen Stand der jungen Technologieunternehmen in Berlin (vulgo: Startups) veröffentlicht.

Hier ein paar interessante Zahlen aus der Studie:

20121: 270 Startups mit insgesamt 6.700 Mitarbeitern
Dem gegenüber 2015: 620 Startups mit insgesamt 13.200 Mitarbeitern

Alle Startups zusammen liegen im Ranking der ‚größten Arbeitgeber‘ Berlins auf Platz 5; noch vor Siemens, das seinen größten Standort in Berlin hat. Dieser, natürlich unfaire, Vergleich zeigt sehr deutlich die steigende wirtschaftliche Bedeutung der jungen High-Tech-Branche für Berlin.

Nicht vergessen sollte man dabei, dass nach der Startup-Definition der Studienmacher lokale Riesen wie Zalando bereits herausfallen. (Würde man das maximale Alter von Startups von 5 auf 10 Jahre erhöhen, würden sich die Zahlen verdoppeln, so die Studienmacher.)

2015 flossen laut einer Ernst&Young-Studie 2,1 Milliarden Euro Risikokapital nach Berlin. Das waren 1,25 Mia. Euro mehr als im Vorjahr. Europas Nummer Zwei, London, kam 2015 auf 1,8 Milliarden Euro Risikokapital.

Sehr viel von diesem Kapital floss zu einigen wenigen großen Unternehmen: Delivery Hero bekam 586 Mio. €, HelloFresh 185 Mio. € und Foodpanda 193 Mio.

2012 gab es 2 Corporate Accelerators in Berlin. 2015 waren es 10.

Es gibt, und das lassen wir hier einmal unkommentiert stehen, allein 13 Inkubatoren aus öffentlicher Hand in Berlin.

Ich spreche in Hier & Jetzt 5: ‚Wo Berliner Startups heute stehen‘, mit Hergen Wöbken ausführlich über die Studie:

Marcel Weiß spricht mit Hergen Wöbken vom Institut für Strategieentwicklung (IFSE) über die Studie von IFSE zur Entwicklung und dem aktuellen Stand der Technologie-Startups in Berlin.

Hörenswert zum Thema ist auch die jüngste Ausgabe der Exchanges von Jochen Krisch und mir: Exchanges #139: Berlin brummt (mehr denn je)


  1. Das IFSE hat bereits 2012 eine Studie zum Thema gemacht, diese aber anschließend nicht veröffentlicht. Positiv heute daran ist natürlich, dass man jetzt zu vielen Aspekten zwei Datenpunkte hat. 

Das Beste: April 2016 auf neunetz.com

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