„Quartalszahlen beweisen: Hersteller verdienen kein Geld mit Android-Smartphones“

GoogleWatchBlog:

In den letzten Wochen haben alle großen Hersteller ihre Quartalszahlen vorgelegt, die nun von einem Verge-Redakteur zerpflückt und analysiert worden sind. Dabei wurde klar, dass es praktisch nur vier Unternehmen gibt, die mit Smartphones Geld verdienen: Apple mit seinem eigenen Ökosystem, Samsung mit seiner schieren Masse an verfügbaren Geräten und Google indirekt über den Play Store sowie Microsoft über Lizenzzahlungen. Alle anderen fahren Verluste ein, aber halten dennoch aus diversen Gründen daran fest.

Ein seit Jahren allseits bei Branchenexperten bekanntes Android-Dilemma.1

(Google nimmt natürlich indirekt sehr viel mehr über Android ein. Android ist Googles wichtiger mobiler Absatzkanal für Werbung in der Suche und den eigenen Apps.)


  1. Als ich vor einem halben Jahr diesen Umstand in einem Text nebenbei beschrieb, nannte der zuständige Redakteur für Netzthemen eines großen deutschen Mediums meine Aussage mir gegenüber „schräg“. (Unter anderem deshalb erscheinen Texte wie dieser nicht in deutschen Massenmedien. Deutsche Fachredakteure sind nicht auf dem aktuellen Stand der internationalen Fachdebatten.) 

Amazon und die Buchläden

Thomas Lang bei Carpathia über das Medienmeme der 300 bis 400 Buchläden von Amazon:

Symptomatisch ist, dass die zitierten Quellen aus der „alten Welt“ kommen und Amazon auf Bücher reduziert. Bzgl. Buch ist das gedruckte Buch für Amazon lediglich ein Puzzle-Teil in der gesamten Wertschöpfungskette vom Autor über Lektorat/Korrektorat bis hin zu Print (on demand). Der Hebel für Amazon liegt im Longtail, warum also sollte sich Amazon aufhalten mit kostenintensiven Flächen-Formaten die auf Bestseller und Schnelldreher fokussieren, was ja online bereits hervorragend funktioniert.

Amazon denkt in Ökosystemen und strebt die vollständige Kontrolle aller Wertschöpfungs-Komponenten an. Das zeigen auch die jüngsten Entwicklungen im Bezug auf Logistik (LKW-Flotte, Frachtflugzeuge, Hochsee-Schiffahrt). Und vor allem wird die Nähe zum Kunden gesucht, damit noch schneller ausgeliefert werden kann und vor allem auch, dass die richtigen Sortimente im richtigen Moment in die richtigen Regionen verschoben werden. Amazon hat hierzu vor genau 2 Jahren ein entsprechendes Patent für „Anticipatory Shipping“ eingereicht. Hierzu könnten kleine Flächen-Formate hervorragend passen. (..)

Auch Amazon weiss, dass es für Bücher keinen eigentlichen Laden braucht, auch wenn derjenige in Seattle ein Vorzeigebeispiel für einen digitalisierten POS darstellt. Vielmehr können Flächen für Amazon als Showroom-Formate sinnvoll sein. Zum einen, um die eigene Produktpalette von Endgeräten wie Kindle bis hin zu neuen Shopping-Devices wie Amazon Echo, Amazon Dash-Button oder Amazon Pantry nahe beim Kunden zu zeigen. Zum anderen, um Kunden Sortimente zu präsentieren, die eher mit höheren Retouren-Quoten behaftet sind wie Fashion etc.

Man könnte sagen, dass die unsinnigen Kommentare und Analysen bei FAZ, Süddeutsche und anderen, die von der dpa identifizierte „Ironie“, dass das alles überraschend naiv und fehlgeleitet wäre. Aber das wäre falsch.

Es ist nicht überraschend.

Die deutschen Publikumsmedien sind notorisch schlecht darin, Technologieunternehmen einzuordnen. Nichts ist einfacher, als eine Unternehmensstrategie vor Journalisten zu verheimlichen. Technologieunternehmen müssen sich dafür nicht einmal anstrengen. Eine Filiale mit Büchern reicht und alle reden davon, dass der Onlinehandelsriese Amazon einen Buchladen startet. Sickert ein Gerücht über weitere physische „points of sale“ (Ladengeschäfte) durch, gehen alle von Buchläden aus.

Das ist so hanebüchen, dass es schwer fällt zu verstehen, wie die führenden deutschen Wirtschaftsredakteure führende Wirtschaftsredakteure werden konnten.

Würde Amazon Läden eröffnen und sie rosa anstreichen, würde in den deutschen Massenmedien gemutmaßt werden, ob Amazon sich jetzt auf Frauen konzentriere.1

Ich hatte im Dezember letzten Jahres über Amazons mögliche Ladenstrategie anlässlich der Eröffnung des Experiments in Seattle geschrieben und ähnliches festgehalten wie Lang:

Natürlich wird Amazon über kurz oder lang in Berlin einen Flagshipstore errichten. So wie es das Unternehmen in London, Paris, New York und anderen Weltmetropolen tun wird.

Diese kommenden Läden präsentieren zwar Bücher, sind aber in erster Linie dafür da, um die wachsende Zahl an Amazon-Geräten potenziellen Kunden vorführen zu können.

Amazons ‚Buchläden‘ werden Ausstellungsräume für Echo, Fire Tablets und Fire TVs sein. Sie werden näher an Apple Stores als an Thalia sein. (Und sie werden ebenso wie die Apple Stores Thalia um ein Vielfaches überleben.)

Gemessen an der wachsenden strategischen Bedeutung der Devices für Amazon, ist das ein nachvollziehbares Vorgehen.

Update: Re/code:

Amazon will indeed open up more bookstores, but it also plans to eventually unveil other types of retail stores in addition to bookstores, according to two sources familiar with the plans. It’s not yet clear what those stores will sell or how they will be formatted, but the retail team’s mission is to reimagine what shopping in a physical store would be like if you merged the best of physical retail with the best of Amazon.

One source says the team is experimenting with some of the ideas discussed in this retail-store-related patent application that Re/code uncovered last year. One of the experiences discussed in the application would allow customers to pick an item from a shelf and automatically be charged for it upon exiting the store without stopping to pay at a checkout counter or kiosk. (..)

In addition to its college campus stores and the new Seattle bookstore, Amazon currently operates pop-up shops in some California malls and Amazon device vending machines in some airports.


  1. Verlässliche Dinge in der deutschen Medienwelt: Technophobie, latente Fremdenabneigung und Genderklischees. Folgen einer homogenen Redaktionswelt, die von weißen alten Männern dirigiert wird. 

Vernetzte Welt #41: Internet der Dinge in der Reisebranche

Immer Mittwochs erscheint auf neunetz.com eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
Vernetzte Welt kann per Email und per RSS-Feed abonniert werden.

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Vernetzte Welt #40: Sicherheit im Smart Home lässt weiterhin zu wünschen übrig

Immer Mittwochs erscheint auf neunetz.com eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
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Musikindustrie geht massiv gegen Programmierprojekt für Kinder wegen Urheberrechtsverletzungen vor

Weil in einem Lernprojekt des MIT Kinder auch urheberrechtlich geschützte Werke einbinden und mit anderen Kindern teilen können, geht die Musikindustrie mit aller Härte gegen das Projekt vor.

Sebastian Grüner auf Golem.de:

Eine grafische Oberfläche, Farben oder auch Comictiere sollen bei Scratch Kindern und Jugendlichen einen leichten und vor allem spielerischen Einstieg ins Programmieren bieten. Das als Forschungsgruppe am Media Lab des MIT angesiedelte Projekt hat nun offenbar aber mehrere zehntausend Löschaufforderungen aus der Musikindustrie erhalten. (…)

Es sind allein in wenigen Tagen Ende Dezember knapp 40.000 derartige Anträge über Google für Seiten auf der Domain von Scratch eingereicht worden. Das geht aus den Transparenzberichten von Google hervor. Die Anfragen stammen fast ausnahmslos vom Lobbyverband der britischen Musikindustrie (BPI). Damit ist die Scratch-Webseite Torrentfreak zufolge eine der größten Pirateriewebseiten überhaupt.

Leonhard Dobusch auf netzpolitik.org:

Nicht nur ist die Motivation viel höher, wenn die Ergebnisse unkompliziert mit anderen Community-Mitgliedern geteilt werden können. Der wechselseitige Austausch ist auch entscheidend für Inspiration, Remixkreativität und letztlich damit verbundene Lerneffekte. Sharing ist also Teil des didaktischen Konzepts der Plattform. (..)

Jedenfalls trägt die klassische Leitunterscheidung private vs. öffentliche Nutzung von Werken im Internetzeitalter nicht mehr, wo sich viele eigentlich private Nutzungsweisen ganz selbstverständlich in digital-öffentlichen Räumen abspielen – sei es YouTube, Facebook oder eben einer MIT-Programmierplattform. Die traditionellen, auf kommerzielle Urheberrechtsverletzung ausgerichteten Regeln sind unverhältnismäßig, sofern sie auf private bzw. nicht-kommerzielle Nutzungshandlungen im Internet angewandt werden. (Etwas anderes sind Vergütungsansprüche, die an profit-orientierte Plattformbetreiber wie YouTube und Facebook gerichtet werden; aber auch in diesen Fällen gilt, dass es nur einen Vergütungs- und nicht auch einen Verbietungsanspruch geben sollte.)

Auch im europäischen Urheberrecht müsste deshalb die Unterscheidung zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung von Werken wichtiger für deren rechtliche Beurteilung werden. Bis es soweit ist, bitten die Betreiber von Scratch auf ihrer Homepage um Nachsicht, was Abmahnungen betrifft(…)

  1. Die Musikindustrie ist hier vor dem Gesetz im Recht.1

  2. Ist das angemessen?

  3. Soll es so bleiben?


  1. Und das ist, unabhängig von allen dadurch verursachten Kollateralschäden, seit nun bald 20 Jahren das einzige, das die großen Unternehmen der Musikbranche interessiert. Deshalb hat die Branche alle Herausforderungen der Digitalisierung auch so hervorragend meistern können. 

Die deutsche Youtube-Szene & wie die klassischen Medien sie (miss-)verstehen

Marie Meimberg auf Übermedien über die deutsche YouTube-Szene; und ihre klischeedurchzogene Rezeption in den klassischen Massenmedien:

Erik Range, der als Gronkh Deutschlands größten YouTube-Kanal betreibt, wird im April 39 Jahre. Und Kathrin Fricke aka coldmirror, die in der Youtube-Szene selbst für viele andere Youtuber als der wahre Star der deutschen Webvideobranche gilt, 32 Jahre. Das erste Video veröffentlichte Coldmirror am 3. Oktober 2006. (Knapp drei Jahre vor dem ersten Video des Youtube-Comedy-Trios-Y-Titty, deren Kanal lang als Urgestein der Szene galt und nun eingestellt wurde.) Schon damals war sie also über 20. Und sie war 24, als ihre Zusammenarbeit mit den Öffentlich-Rechtlichen begann. Nur dass das damals kein Grund war, für Medien wie „Spiegel Online“ oder die „Welt“ zu berichten, sie bewege sich „weiter auf den medialen Mainstream zu“ – oder „YOUTUBE-STAR bekommt eigene TV-Show“ – wie das jüngst geschah, als bekannt wurde, dass Florian Mundt (LeFloid) mit dem SWR zusammenarbeitet.

Während die ersten Youtuberinnen schon lange ihren Alltag als Mütter dokumentieren oder wir sie bei ihrer Schwangerschaft begleiten können, werden sie selbst noch immer wie Kinder behandelt.

Der Grad der Ignoranz ist leider nicht überraschend.

Vernetzte Welt #39: Amazon ist jetzt auch ein Chiphersteller für vernetzte Geräte

Immer Mittwochs erscheint auf neunetz.com eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
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„digital kompakt“, neue Publikation zur Digitalwirtschaft, startet

digital kompakt

Joël Kaczmarek startet digital kompakt, eine neue Online-Publikation für die Digitalbranche:

Nachdem ich seit dem Verkauf von Gründerszene zunächst ein Buch über die Samwer-Brüder verfasst, eine eigene Deep-Tech-Gründung namens Sessionbird vorangetrieben und mir eine Elternzeit für unseren Sohn genommen habe, zieht es mich mit digital kompakt wieder zurück in die schreibende Zunft.

Was genau ist digital kompakt?
Ich starte dieses Projekt aus voller Passion und möchte insbesondere Führungskräften in der Digitalbranche sowie allen interessierten eine spannende Anlaufstelle bieten. (..)

Digital kompakt verfolgt dabei nicht den Anspruch, möglichst schnell jede Entwicklung abzubilden, sondern vielmehr selektiv aber tiefenanalytisch über die wesentlichen Vorgänge der Branche zu berichten und insbesondere auch zukünftige Trends zu prognostizieren.

Endlich.

Klöckner-CEO: „Keine Industrie ist vor digitaler Disruption gefeit“

Gisbert Rühl, Vorstandschef von Klöckner & Co., im Interview mit Holger Schmidt:

Wie wollen Sie die Digital-Köpfe, die jetzt in Berlin arbeiten, davon überzeugen, in die Klöckner-Zentrale nach Duisburg zu kommen?

RÜHL: Wir haben die Digital-Einheit in Berlin gebaut, weil wir aktuell nur dort die passenden Mitarbeiter finden. Es ist aber nicht vorgesehen diese nach Duisburg zu verlagern.

Gibt es in Deutschland genügend Digital-Manager für die Transformation?

RÜHL: In Berlin haben wir solche Leute. Aber wir müssen auch unsere eigenen Mitarbeiter schulen, zum Beispiel in Design Thinking – einem von unserer Digitalisierungstochter kloeckner.i schon sehr erfolgreich angewendeten Ansatz aus der Startup-Szene, der zur Entwicklung neuer Ideen führt. Mit der Harvard Business School machen wir gerade einen Kurs über „Disruption“. Weiterbildung ist elementarer Teil der Transformation.

WhatsApp, jetzt ohne Nutzungsgebühr, eifert künftig chinesischer Messaging-Plattform WeChat nach

whatsapp

Wenig ist überraschender als die nun verkündete Abschaffung der Nutzungsgebühr für WhatsApp von ca. (nach Land verschieden) knapp einem Euro pro Jahr.

Viele amüsierten sich über den geringen jährlichen Betrag, der nun auch noch abgeschafft wird. Macht das überhaupt einen Unterschied? Ja. Tatsächlich bringt selbst der geringste Betrag noch Reibung mit sich und dürfte der größte Hinderungsgrund für die weitere Verbreitung von WhatsApp gewesen, das aktuell auf 990 Millionen Nutzer kommt.

Die in der Regel 89 Cent pro Jahr halten das Nutzer-Wachstum zurück. Das ist der erste Punkt, der gegen die Nutzungsgebühr spricht. Denn alles was Nutzer von einem Netzwerk fernhält, verringert den Nutzen des Netzwerkes, der bekanntlich steigt, je mehr Menschen in diesem sind. (Der mittlerweile allseits bekannte Netzwerkeffekt.)

Der zweite Punkt liegt in den künftigen Erlösströmen versteckt, die stattdessen erschlossen werden sollen.

dpa hat WhatsApp-CEO Jan Koum interviewt (via heise)), worin Koum ebenfalls wie im offiziellen Blogpost die künftigen Erlösströme anspricht:

Nun wollen Sie aber zum Geldverdienen in der Kommunikation zwischen Firmen und Verbrauchern mitmischen. Das ist auch der Plan für den Messenger. Kommen sie sich dann ins Gehege?

Nicht unbedingt. In diesem Markt könnte die gleiche Logik gelten wie im Verbraucher-Bereich. Uns wurde am Anfang auch gesagt, wer braucht schon WhatsApp, wo es doch die SMS und bereits andere Messaging-Dienste gibt. Aber Nuancen entscheiden, zum Beispiel, dass wir die Telefon-Nummer zur Identifizierung nutzen. Der Facebook Messenger baut auf der Facebook-Plattform auf, wir darauf, wie WhatsApp funktioniert.

Und die Idee ist, dass Unternehmen Geld dafür bezahlen, auf der WhatsApp-Plattform präsent zu sein?

Am Ende ja.

Es ist interessant, dass nun zwei Facebook-Produkte, Messenger und Whatsapp, nicht nur ähnlich vom Ausgangspunkt sind (kostenfreie Messaging-Apps, im Gegensatz zu Koums Aussage integriert Messenger auch die Telefonnummer) sondern auch eine ähnliche Strategie verfolgen werden. Messenger erreicht mittlerweile 800 Millionen User, Whatsapp geht auf eine Milliarde zu. Beide bewegen sich also auch in der gleichen Größenordnung; allerdings nicht in den gleichen Märkten. Whatsapp ist vor allem auch ein Kommunikationskanal in Entwicklungsländern. Hier stellt sich auch die Frage, wie eine App wachsen soll, wenn die Nutzer gar nicht in der Lage sind, für sie zu bezahlen (weil ihnen selbst ein US-Dollar pro Jahr zu viel wäre oder, wichtiger, weil sie gar kein Bankkonto haben, um online etwas bezahlen zu können).

Stattdessen auf die Integration von B2C-Kommunikation zu setzen und mittelfristig Unternehmen dafür bezahlen zu lassen, ist ein sinnvoller, und längst überfälliger, Schritt.

Beide, Messenger wie WhatsApp, orientieren sich damit an der chinesischen Messaging-App WeChat, die längst erfolgreich eine gigantische Plattform geworden ist. WeChat dürfte auch der Augenöffner für Zalando gewesen sein, das sich aktuell zu einer Plattform mit vielen mobilen Apps und anderen Integrationen wandelt.

WeChat in einer Nussschale (Artikel von 2014):

Downloading the app is free, and WeChat has only just begun to experiment with advertising revenue, so where then does its ARPU magic lie? (Especially when one remembers the difficulty of monetizing other universal, utilitarian services like email.) The short answer is that it offers more functionality. Along with its basic communication features, WeChat users in China can access services to hail a taxi, order food delivery, buy movie tickets, play casual games, check in for a flight, send money to friends, access fitness tracker data, book a doctor appointment, get banking statements, pay the water bill, find geo-targeted coupons, recognize music, search for a book at the local library, meet strangers around you, follow celebrity news, read magazine articles, and even donate to charity … all in a single, integrated app.

Hier liegt auch der zweite Punkt, warum dieser längst überfällige Schwenk für WhatsApp nur positives verspricht: Während WhatsApp mit seinem bisherigen Modell maximal um die 89 Cent pro Jahr pro Nutzer einnahm, lag der gleiche Wert 2014 bei WeChat bei 7 US-Dollar.

Zusammengefasst heißt das also: WhatsApp hat bis jetzt auf ein Erlösmodell gesetzt, welches das Nutzerwachstum der App zurückgehalten hat und weit unter dem Erlöspotential lag, das mit Messaging erzielt werden kann. Selbst wenn WhatsApp nicht an die 7 US-Dollar pro User herankommt, die WeChat erreicht, was wahrscheinlich ist dank der besonderen Position von WeChat in einem besonderen Umfeld, wird WhatsApp ohne Probleme mehr als 89 Cent pro User im Schnitt erwirtschaften können.

Wie bereits gesagt: Die Abschaffung der Nutzungsgebühr durch WhatsApp war wenig überraschend und längst überfällig.