Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren ist eine Mogelpackung

Ein voller Erfolg für die europäischen Telekommunikationsanbieter. Die EU gibt die Netzneutralität („fast lanes“) zu Gunsten der Abschaffung der Roaming-Gebühren auf. Gleichzeitig sieht es so aus, als würde diese Abschaffung so entschärft werden, dass de facto Roaming-Gebühren bestehen bleiben.

Das Ergebnis einer harten Lobbyanstrengung.

Europa verliert natürlich hierbei gleich mehrfach. Statt innovations- und fortschrittsfreundlicher zu werden, wird der Kontinent, wenn es dabei bleiben sollte, noch stärker in den Händen der (Telekom-)Riesen liegen, die langfristig die wirtschaftliche Zukunft von Europa als gatekeeper endgültig zugrunderichten könnten.

Bernd Rubel auf mobilegeeks.de:

Wer regelmäßig – z.B. beruflich oder familiär – in der EU die Ländergrenzen überschreitet und dabei mit seinem Heimatvertrag telefoniert, SMS verschickt und surft muss auch weiterhin mit Aufschlägen rechnen. Welche Fristen hier gelten werden, wie viel Zeit man im Ausland verbringen „darf“ und welche Volumen dabei „angemessen“ sind, ist noch völlig unklar. Alles, was diese Zeiten und Volumen übersteigt wird auch nach dem Stichtag im Juni 2017 zu höheren Kosten führen, soviel ist sicher.

Wer jetzt hofft, dass bei den zu definierenden Obergrenzen wenigstens realistische Zeiträume von z.B. mehreren Wochen angesetzt werden, darf sich gerne noch einmal die zwischenzeitlich auf dem Tisch liegende „Roam Like At Home“ Regelung anschauen. Die sah nämlich vor, dass pro Jahr (!) 50 Minuten (!) zum Heimattarif telefoniert und gesurft werden durften. Umgerechnet auf einen einzigen 14-tägigen Urlaub also 3,6 Minuten pro Tag. Das sind die Dimensionen, in denen unsere EU-Politiker, Fachleute und Mobilfunkbetreiber unterwegs sind – lassen wir uns überraschen, ob sich da ab 2017 etwas ändert?

(..)

Die Pressemitteilung der Europäischen Kommission enthält ganz unverblümt den Hinweis, dass man einen „Missbrauch“ der neuen Roaming-Regelungen durch die eigenen Bürger verhindern wolle. Denn die könnten ja auf die naheliegende Idee kommen, sich eine SIM-Karte in einem anderen, wesentlich günstigeren Land zu besorgen – um dann via „Dauer-Roaming“ die hohen Kosten und niedrigen Datenvolumen in der Heimat zu umgehen. Dies könne, so die EU-Kommission, einen „negativen Einfluss auf die Preise und somit auch für die Verbraucher haben“ 

Vernetzte Welt #18: Voice, Voice, Voice

Immer Dienstags erscheint an dieser Stelle eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
Vernetzte Welt** kann per Email und per RSS-Feed abonniert werden.

Top-Thema: Konversationsbasierte User Interfaces in Sprache und Schrift

Matt Webb hat mehr Links zu konversationsbasierten User Interfaces gesammelt. Siehe hierzu die vorherige Ausgabe von ‚Vernetzte Welt‘. Mehr dazu auch in der kommenden Ausgabe von Thingonomics.

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Warum sind konversationsbasierte Interfaces so wichtig? Weil Sprache die in einigen Jahren dominierende Interfaceform für viele Formfaktoren sein wird. Sprache ist konversationsbasiert. Interfaces auf Chat-Basis sind jetzt der erste Schritt in diese Richtung und künftig die ‚Rückwärtskompatibilität‘ für Sprachinterfaces, wenn man so will. (Und/oder der Weg, um mit einem Datensatz und Ansatz alle Nutzungsszenarien abzudecken.)

Ben Bajarin auf Techpinions über Sprache als UI:

Voice as a user-interface layer eliminates the friction for many tasks that are possible by typing on my smart device but, often for such small interactions, voice is much more convenient. To text my wife a short message I could pull out my phone, used Touch ID to log-in, pull up iMessage, click on her contact info, and start typing. Or I could lift my Apple Watch and say “Hey Siri, text Jen I’ll be home in 30 minutes.” If we believe we are on the grand path to eliminate as much friction as possible from the world of technology, we have to believe voice truly is the new UI.

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Amazon Echo bekommt 100-Mio-$-Fonds

Auch Amazon sieht die Bedeutung und versucht, seinen sprachbasierten Home-Assistenten Echo weiter zu pushen. Amazon Echo bekommt neben ständigem Funktionszuwachs nun auch einen Fonds fürs Ökosystem mit 100 Mio. US-Dollar. Exciting Commerce:

Der Alexa Fonds hat bereits in 7 Unternehmen investiert – u.a. in Toymail (“a new category of connected toys”), Orange Chef oder Moijo (“a leading provider of connected car solutions”).

Zugleich hat Amazon den Alexa Voice Service (“Bring voice capabilities to your connected device”) geöffnet und die ASK-Umgebung (“A free SDK that lets you easily add new voice capabilities”) für Entwickler freigegeben (“Amazon Introduces the Alexa Skills Kit—A Free SDK for Developers“).

Smart Home

Fast die Hälfte der Deutschen an Smart Home interessiert

Statista:

Rund 48 Prozent der Deutschen interessieren sich für das Thema Smart-Home. Das geht aus einer im März/April durchgeführten Befragung der Strategieberatung LSPdigital hervor.

Daraus ein geringes Interesse in Deutschland am Smart Home abzuleiten, wie es Statista macht, ist eine irreführende Interpretation dieses Ergebnisses.

Es gibt noch immer keine dominierenden Plattformen, keine wirklich für den Mainstream nützlichen und bezahlbaren Produkte, geschweige denn echte must-have Killerprodukte. Wir sind noch immer in der Betamax-Phase des Smart Homes.

Dass trotzdem so viele Deutsche bereits Interesse an diesem Feld haben, wenn sie danach gefragt werden, ist erstaunlich und ausgesprochen vielversprechend, was den deutschen Absatzmarkt angeht.

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Wer installiert das Smart Home?

Analyst Jan Dawson auf Techpinions über Herausforderungen und Chancen der Installation von Smart-Home-Geräten:

If home automation is going to go mainstream, installation capability will be increasingly critical, albeit expensive. That’s where having an existing workforce of installers who manage other products makes a huge difference and that’s what each of these three companies (and others) are doing. The question then becomes how companies such as Google (outside the very small Fiber footprint), Apple, and others will manage this challenge. Almost all the standalone home automation products on the market today operate on a self-installation model, which necessarily limits their appeal to serious hobbyists and those comfortable with wiring, except for the simplest products. For this market to move to the next level, we need to see a deeper investment in professional installation, and that’s going to be a hard shift for many of the companies currently in the market.

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Vorwerk Thermomix TM5

Begeisterter Erfahrungsbericht über den Thermomix TM5 auf Mobile Geeks:

Wer mit dem Thermomix kocht, wird am Anfang mehr Geld ausgeben. Ihr glaubt ja gar nicht was für Zutaten man so alles im Haus haben muss. Auf der anderen Seite, macht der Thermomix aus Zucker auch Puderzucker. Problem: Ihr braucht Aufbewahrungsdosen, da freut sich dann vermutlich Click&Lock oder Tupperware über die zusätzlichen Käufer.

Hierin ist irgendwo ein Service-Modell versteckt..
(Man höre zum Thermomix auch die Exchanges #78, in der Jochen Krisch und ich ausführlich über die Strategie von Vorwerk diskutiert haben.)

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Telefónicas "Dash Button" bestellt Pizza und Taxi und mehr

Telefónica baut quasi eine programmierbare Alternative zum Amazon Dash Button.

heise:

Das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica will im Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) mitmischen. So soll ein smarter Schalter auf Tastendruck eine definierte Funktion ausführen, etwa eine Pizza bestellen oder ein Taxi rufen. Er gehört zur hauseigenen Entwicklungsplattform Thinking Things Open, mit der sich Anwendungen für den Smartbutton erstellen lassen.

Die Schalter sind mit einer weltweit gültigen SIM-Karte (GlobalSIM) ausgestattet, sodass sie weltweit eingesetzt werden können. Laut Telefónica lässt sich der Smartbuton vollständig unabhängig von Smartphones und Co. nutzen. Unklar ist noch, ob die Stromversorgung über Energy-Harvesting – etwa wie beim Vierfachschalter mit Energy Harvesting für Philips‘ Hue – erfolgt, oder per Batterie.

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Twist vereint smarte Glühbirne und Lautsprecher

Crowdfundinsider über Twist, eine Mischung aus LED-Lampe und Airplay-Lautsprecher:

Twist is an airplay speaker (i.e. no need for connected hubs) that double as LED lamps. A combo lighting and sound system that allows you to manage lighting, depending on the time and the mood, with sound.

Cordless and wireless, Twist is pretty much installation free. Swap out the old incandescent for a Twist LED and you also get a controllable Airplay enabled speaker. Today many speakers depend on either Bluetooth (short range) or WiFi associated with a hardware hub. Twist automatically lets you stream audio via WiFi from any Airplay device like an iPhone or iPad or Mac.

Siehe unter anderem auch Pocket-lint.

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Netatmo Welcome: Webcam mit Gesichtserkennung

Netatmo Welcome, eine Webcam mit Gesichtserkennung ist jetzt in Deutschland für 199€ bei unter anderem Amazon, Gravis oder Media Markt verfügbar.

Caschys Blog:

Die Kamera lernt dabei auf Wunsch die Identifikation jedes Familienmitglieds. Welcome ermöglicht es Anwendern unmittelbar zu wissen, wer sich im Haus befindet. Wenn beispielsweise die Kinder aus der Schule nach Hause kommen, werden die Eltern auf Wunsch mit intelligenten Nachrichten informiert: „Max wurde gesehen“.

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Wearables

Way hilft bei der Hautpflege

Tech in Asia über SparkLabs’ demo day und das dort vorgestellte Startup Way:

Way is a skincare gadget that can read both environmental conditions and the moisture content of a user’s skin, then use that data to make suggestions about applying sunblock or using a specific kind of beauty product. It has raised over US$110,000 on Indiegogo.

Since we last spoke with the Way team, the device itself has shrunk and the companion app has been tweaked. There are currently 243 individual skin types based on Way’s moisture sensor.

Way’s CEO told the audience that Way will analyze more than 120,000 users’ skin condition by the end of the year. The ultimate goal is leveraging that data to make original cosmetics and taking a piece of the US$500 billion global skincare market.

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"Epson stellt AR-Brille für professionellen Einsatz vor"

heise:

Hersteller Epson erweitert seine Moverio-Reihe von Augmented-Reality-Brillen um das robuster gestaltete Modell Moverio Pro BT-2000. Die verfügt über die Funktionen der für Endkonsumenten und Unternehmen gedachten Moverio BT-200, soll sich aber vor allem besser für professionelle Arbeitsumgebungen eignen. Als Beispiele nennt Epson die Verwendung in der Industrie, Logistik oder im Baugewerbe. In der Moverio Pro BT-2000 ist eine Stereokamera mit fünf Megapixel verbaut, die durch einen integrierten Tiefensensor auch Entfernungen bestimmen kann.

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Myle Tap, vernetztes Mikrofon zum Anstecken

Venturebeat:

Myle Tap is, in some ways, the opposite of a smartwatch in that it’s focused almost exclusively on input, specifically, the jotting down of notes, random thoughts, to-dos and short messages that often escape our memory . But the clippable microphone isn’t just a modern-day smartphone connected voice recorder once associated with reminders. The folder organization of those devices have been replaced with a host of app integrations for services such as Evernote and OneNote (which seem like naturals), Box.com, social stalwarts Facebook and Twitter, team app darling Slack and to-do list Wunderlist, which was recently acquired by Microsoft, with more on the way. Because of the intelligent crowd it hands with, Mlle Tap identifies at least 15 different kinds of tasks with which it can help, from adding a to-do to your list to controlling the Internet of Things.

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Analysen & Berichte

IoT und Politik

Politico hat einen ausführlichen Report über das Internet of Things veröffentlicht.
Politico

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Kein deutsches Unternehmen unter den Top 20 IoT-Patenthaltern

Keine guten Aussichten für Deutschland. Forbes listet die Top-20 der Patenthalter im IoT-Bereich auf und kein einziges davon kommt aus Deutschland:

ZTE (China)
LG (Korea)
Samsung (Korea)
Ericsson (Sweden)
IBM (USA)
Sony (Japan)
Intel (USA)
Somfy (France)
Qualcomm (USA)
Huawei (China)
ETRI (Korea)
KT Corporation (Korea)
Nokia (Finland)
Alcatel Lucent (France)
General Electric (USA)
Microsoft (USA)
CATR (China)
Interdigital (USA)
Toshiba (Japan)
Renesas Electronics (Japan)

(IoT wird wie jeder technologische Sektor ein Business-Minenfeld aus Patenten werden.)

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brand eins über Deutschland und "Industrie 4.0"

brand eins legt den Finger in die Wunde:

Woran es wirklich hapert, ist etwas anderes: Die deutsche Arbeits- und Wirtschaftskultur fremdelt massiv mit der Wissensgesellschaft und ihren Möglichkeiten. Das hat sie bereits beim Computer und dem Internet getan. Und nun, wo es um die Veränderung ihrer Kernkompetenz, der Produktion, geht, zeigt sie, dass auch ihr Maschinenbild von gestern ist.
Das hat kulturelle Gründe. Denn der Begriff Industrie steht in Deutschland nicht einfach wie anderswo für eine Produktionsform, sondern ist eine Weltanschauung. Sie ist eine heimliche Staatsreligion, ein Glaubensbekenntnis, auf das immer wieder zurückgegriffen wird, weil sich in ihm die Geschichte der Bundesrepublik spiegelt.
Und natürlich ist der Name Industrie 4.0, den Bundesregierung, BDI, der Technikförderverein Acatech, der Maschinenbauerverband VDMA und andere Branchenvertreter ausgeknobelt haben, alles andere als zufällig gewählt. Industrie 4.0, das soll klick, klack machen in den Köpfen von Bürgern, Unternehmern und Managern. Industrie 4.0 suggeriert eine Art logischen nächsten Schritt in der Industriegesellschaft, ihrem Sozialstaat und dem gängigen Erwerbsmodell: Sicherheit, Kontinuität, keine Brüche. Ja gut, es wird ein bisschen digitalisiert, aber sonst bleibt alles beim Alten – eine Fabrik mit Fließband und Internetanschluss, festen Arbeitszeiten und einer dazugehörigen festen Lebensplanung bis zur Rente. Der Name ist Programm: Industrie 4.0, ein Schritt nach vorn, zwei zurück. Ein getürkter Fortschritt.

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Kinoma veröffentlicht IoT-Prototyping-Geräte

Programmable Web:

Launching at Solid in San Francisco today, Kinoma has released the Kinoma Element, an embedded product prototyping platform, and Kinoma HD, a USB-stick-sized, HDMI output plug that can turn any screen into a rich content streamer. Both products can communicate with data, apps, and content via APIs.

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Kanadischer Hersteller für Mobilfunk-Modems Sierra Wireless wird weltweiter virtueller Mobilfunkanbieter (MVNO)

heise:

Der kanadische Spezialist für Mobilfunk-Modems Sierra Wireless hat diese Woche die Übernahme des virtuellen Mobilfunk-Anbieters (MVNO) MobiquiThings bekanntgegeben. Damit wird Sierra Wireless zum weltweiten Anbieter von Mobilfunk für Unternehmen, die viele Anschlüsse benötigen. Dabei geht es vor allem um Datenverbindungen zwischen Maschinen (M2M). Antrieb für die strategische Erweiterung des Geschäftsfeldes ist das Internet of Things (IoT). Sierra Wireless möchte Modems, Datenübertragung und damit verbundene Dienstleistungen aus einer Hand bieten.

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Wie das Internet der Dinge Feuerwehrleuten helfen kann

Forbes über eine Untersuchung des National Institute of Standards and Technology und der Fire Protection Research Foundation:

Here’s what “smart fire fighting” would look like, according to the paper. “Once the equipment and personnel are on scene,” researchers write, “a temporary wireless network could be set up, deploying a number of different sensor technologies to obtain a comprehensive and accurate assessment of the evolving situation on the fireground.”

Technologies that in everyday life we’re getting used to file under the ‘”Sensors embedded in personal protection equipment, could track the location and health condition of responders; images coming from surveillance cameras could prove invaluable to discover how many people are inside the building and where; information gathered from ventilation systems could help estimate thermal conditions and the risk of flashover.

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"Softwareinfusion"

Hervorragender Auszug aus O’Reillys Textsammlung "Building an Optimized Business" auf O’Reilly Radar von Jeff Sussna:

Digital infusion changes, not just the way we experience things, but also the way we organize, construct, and operate them. If the music player in your car isn’t working, is it Honda’s fault, or Pandora’s? If you can’t watch a video on Friday night, is it Netflix‘ fault, or Comcast’s, or Tivo’s? If you’re a freelancer, do you work for yourself, or your client, or the broker who got you the gig? Is your invoicing data managed by your accounting SaaS provider, or by the PaaS on top of which they run, or by the IaaS on top of which that PaaS runs? If you have a problem with something someone sold you, do you call their their customer support line, or do you just post your question or complaint on Facebook or Twitter?

Infusion breaks down familiar boundaries and structures. No longer can customers assume that Honda will transparently manage all of its vendors in order to deliver a working car, or be able to fix problems with any of its parts. Conversely, Honda can no longer assume it controls the communications channels with its customers.

Sun Country, for example, is a regional airline headquartered in Minneapolis. Those of us who live in Minneapolis know that Minnesota has two seasons: winter and road construction. Sun Country recognizes that road construction can cause driving delays. They post warnings on the home page of their website about construction-related delays on the routes leading to the airport.

Sun Country understands that, even though the roads around the airport are beyond their control, they can still impact the perceived quality of the service experience. If I arrive at the gate late and feeling harried, I’ll have less patience for any mistakes on the part of the ticket agent. I’ll more likely to find fault with the airline, regardless of who’s truly at fault.

Langer, aber sehr lesenswerter Textauszug.

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Konkurrenten werfen Deutscher Telekom vor, Glasfaserausbau gezielt zu behindern

Golem.de:

Deutsche Glasfaser macht der Telekom schwere Vorwürfe: „Die Deutsche Telekom verfolgt genau, wo wir den Ausbau starten und stört dann ganz gezielt“, sagte die Unternehmenssprecherin Golem.de. In Schleswig-Holstein sei den Kunden der Telekom schriftlich mitgeteilt worden, dass sie bei einer Umschaltung ihre Telefonnummern verlören und diese nur behalten könnten, wenn sie einer Vertragsverlängerung über zwei Jahre zustimmten. „Die Telekom geht auch in die Orte, von Tür zu Tür und sagt den Leuten, sie verkaufte Glasfaser, obwohl sie gar kein FTTH bieten“, berichtete Meppelink.

Auch die Stadtwerke Bamberg und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) haben die Telekom wegen ihrer Ausbaupolitik angegriffen. Es gebe das Problem des Doppelausbaus. Der Verband beobachte häufig, „dass die Telekom zunächst kein Interesse an einem Ausbau zeigt und dies damit begründet, dass die Kosten zu hoch seien“. Dann starte eine Kommune ein eigenes Breitbandunternehmen „und plötzlich will die Telekom doch ausbauen“. Die Telekom dementiert dies.

Kein überraschendes Vorgehen der Deutschen Telekom. Es ist in ihrem eigenen Interesse,..

..a.) keinen teuren Netzausbau voranzutreiben, wenn sie bereits Kunden bei langsamen Verbindungen hat (Der Profitzuwachs bei enormen Ausbaukosten rechnet sich vor allem bei ländlichen Gegenden nicht.)

..und b.) nicht zu erlauben, dass weitere Unternehmen oder kommunale Anbieter erfolgreich Kabel neben den Telekom-Kabeln verlegen und der Rest der Industrie so unabhängiger von der Deutschen Telekom wird.

(In diesem Zusammenhang dürfte man sich bei der Deutschen Telekom bereits über die Glasfasernetze der TV-Kabelanbieter ärgern, die zumindest in deutschen Metropolen Internetzugänge mit Geschwindigkeiten anbieten können, die im internationalen Vergleich verglichen werden können ohne sich zu schämen.)

Mediendisruption: Was wenn der eigene Sinn fragiler ist als gedacht?

Konzise Zusammenfassung des Problems des Medienwandels für die bestehenden Medienunternehmen von Markus Spath:

die neuen umstände werden also immer nur als fragen der form und der distribution und der monetarisierbarkeit behandelt, was nicht gestellt wird, ist die frage nach dem eigenen sinn und den neuen umständen selbst. aber der eigene sinn ist vielleicht fragiler, als nicht nur von ihnen angenommen wird.

Oder anders gesagt: Das Hauptproblem des Journalismus auf dem Weg in die eigene Zukunft sind die Presseverlage, die Redaktionen und die Journalisten.1

Man merkt das unter anderem auch daran, dass die progressivsten Journalisten, die sich proaktiver mit der Zukunft ihrer Branche auseinandersetzen als 98 Prozent ihrer Kollegen, in der Regel als größte Gefahr für ihre Arbeitsplätze ausgerechnet die automatische Generierung von Inhalten durch Programme (Algorithmen) sehen.2

Spath weiter:

was wie eine evolution von ‘trends’ im konsum von nachrichten ausschaut – leute lesen sie zuerst auf papier, dann auf dem portal, dann auf facebook, dann auf dem handy – müsste nämlich eher als ganz grundsätzlich neuentwicklung des gesamten ‘dispositivs’ unter grundsätzlich neuen bedingungen bewertet werden, für das alles andere als klar ist, was dort funktionieren kann und wie das funktionieren wird. die welt versucht gwm. gerade herauszufinden, wie sie ausschauen würde, wenn es das web und mobile immer schon gegeben hätte.

man kann aber fast davon ausgehen, dass der ‘journalismus’ wir wir ihn kennen retrospektiv betrachtet eher wie ein historischer zufall ausschauen wird, als wie eine gegebenheit, die nur ein zeitgemäßes gefäß suchen muss. man braucht ja nur die perspektive auf die entwicklung zu wechseln: leute haben zeitungen nur solange gelesen, solange es nichts gab, was leichter und gleichzeit gut genug war (online portale);

In neunetzcast 52 haben wir unter anderem darüber gesprochen wie Angebote wie Reddit, Producthunt oder Crunchbase ehemals journalistisch abgedeckte Aufgaben übernehmen.

Hier liegt die wahre Mediendisruption, deren überlegene Informationsorganisation naturgemäß von den klassischen Medienmachern nicht wahrgenommen3 werden kann.


  1. Das ist freilich keine befriedigende Antwort auf irgendetwas. 
  2. Wenig überraschend disruptionstheoretisch eine erhaltende Innovation. Für die Bedeutung disruptiver Innovationen fehlt die Vorstellungskraft, weil man zu sehr in der bestehenden Branche und also in den bestehenden Prozessen und Strukturen (und damit Wertschöpfungsnetzwerken) steckt. 
  3. „wahrgenommen“ sowohl im Sinne von ‚umsetzen‘ als auch überhaupt erst ‚erkennen‘. 

Mobile übernimmt die Welt

Die komplette aktualisierte „Mobile is eating the world“-Präsentation von a16z-Analyst Benedict Evans ist sehenswert, um ein Gefühl für die Tech-Umbrüche und aktuellen Dimensionen zu bekommen.1

Das wichtigste Slide ist vielleicht dieses hier, um zu sehen, wie jetzt das mobile Internet mit dem Smartphone etwas in jeder Hinsicht vollkommen anderes ist als das Desktop-Internet:

PCs vs. Smartphones

Diese Marktanteile schlagen sich direkt in unterschiedliche Dimensionen der installed bases nieder.

Das Internet ist jetzt in jedermanns Tasche. Ausgestattet mit Minihochleistungsrechnern und Sensoren. (Nicht ‚irgendwann‘, nicht ‚in ein paar Jahren‘, nicht ‚in naher Zukunft‘. Jetzt.)


  1. Entwicklungen, die vor allem in Europa und speziell in Deutschland noch vielerorts unterschätzt werden. 

Aktuelles: Voice Memos, Onlinehandel, Tech verlässt UK

Lesenswerte Analysen und Hintergrundberichte zu aktuellen Entwicklungen:

Die Linktipps gibt es immer Donnerstags. Sie können auf Twitter und auf App.net abonniert werden.

Das Internet kann alles abdecken

Wolfram Schütte schreibt beim Perlentaucher über die Fähigkeit der Zeitung und insbesondere des Feuilletons, der Leserschaft Serendipity zu schenken, also das Entdecken von Dingen, von denen man gar nicht wusste, dass man sie entdecken wollte, es geht ihm konkret um die Zukunft der Literaturkritik, und er macht dabei in seinem Text eine weitverbreitete (irreführende) Kritik an der digitalen Informationsverbreitung:

Wichtig scheint mir der hier beschriebene Wahrnehmungsvorgang, der nicht zielbewusst oder zielgerichtet ist – wie das algorithmische Suchen im Internet -, sondern beiläufig, zufällig, schweifend in ein Finden  übergeht.

Seine Lösung: Eine Digitale Zeitung:

Zeitung, wenn auch als digitales Imitat des einstigen Printprodukts, weil diese Erscheinungsform die beste Möglichkeit für das in Goethes „Gefunden“ beschriebene Wahrnehmungsverfahren bietet: Totale & Großaufnahme im Wechsel.

Zeitung schließlich, um einen wiederkehrenden Ort für das Totum des Literarischen zu annoncieren, das in festzulegenden Abständen (wöchentlich, monatlich, Sonderausgaben?) rundum erneuert erscheint. (..)

Was unterscheidet Fahrenheit 451 [die erdachte, digitale Literaturzeitung, Anm. d. Blo.] von anderen Blogs im Internet? A) dass es alle journalistischen Formen als digitalisierte Zeitung bietet – & die Rezensionen nur eine Form unter anderen ist. B) dass auf ein kontinuierliches Interesse seiner Leser für alle Formen des Literarischen setzt, also nicht bloß auf das punktuelle, zielgerichtete, temporäre Interesse an diesem oder jenem Buch oder Thema. C) dass seine Notwendigkeit für den Leser & die Kontinuität seines (partiellen, aber regelmäßigen) Lebens mit Büchern & deren Lektüre als ein existenzielles Medium begreifbar wird., das ihn anregt, stützt & befördert. D) weil es als „Zentralpark“ für die Präsentation der (weiterhin) vielfältigen Verlagsprogrammes ist. E) Von hieraus wird zu allen anderen literarischen Blogs & Website verlinkt, die sich der Literatur widmen. F) Wer über Fahrenheit ein Buch bestellt, kann es sowohl über eine angegliederte Institution, die nicht Amazon ist, beziehen oder über eine ihm genehme oder nächste Buchhandlung.

Digital lässt sich alles abdecken, was wir klassisch organisiert kennen. Und mehr.

Zeitungen lassen sich eins zu eins ins Internet übersetzen. Dass sie hier als identische Kopie (E-Paper) nicht erfolgreich sind, liegt auch daran, dass diese Gefäße nicht optimal sind.

Das Internet erlaubt eine Vielzahl von Organisationsmöglichkeiten, die es nur digital gibt.

Also, eine hierarchisch organisierte Einheit (Redaktion), die sich selbst als Ansammlung von Experten sieht und Periodika veröffentlicht? Kein Problem.

Es ist aber kein Zufall, dass die erfolgreichen Modelle online in der Generierung ihrer Daseinsberechtigungen netzwerkbasiert und nicht hierarchiebasiert sind.

Ohne auf die Gründe einzugehen, weil das den Rahmen sprengen würde: Bedeutet dieser Weggang von den Hierarchien automatisch algorithmisches Suchen als Entdeckungsweg? Zielbewusst und zielgerichtet?

Nein, natürlich nicht. Was Schütte beschreibt, ist die Suche bei Google und Amazon. Er beschreibt das dominierende Modell des Internets der Nuller Jahre.

Nun haben wir allerdings 2015 und eine bereits sehr viel reichhaltigere digitale Welt.

Wer Twitter benutzt, bekommt keine algorithmischen Ergebnisse seiner Zielsuche. Man bekommt dort chronologisch sortierte Gedankenschnipsel und Verweise von Menschen mit gleichen Interessen. Konsumdatum ist Verbreitungsdatum ist Veröffentlichungsdatum.

Was wir längst konkret sehen können, ist etwas, das man auch in den Nuller Jahren bereits ohne viel Mühe ahnen konnte. Über das Internet lässt sich jede denkbare Form der Vernetzung und Informationsverbreitung abbilden und realisieren.

Algorithmisch und zielgerichtet ist dabei nur eine Spielart. Aber das Internet hört nicht beim Suchschlitz auf:

  • Algorithmisch, von Freunden, nicht zielgerichtet: Facebooks Newsfeed
  • Chronologisch, von Menschen mit gleichen Interessen, nicht zielgerichtet: Twitters Timeline
  • Und speziell auf Bücher bezogen: Chronologisch, von Autoren, Freunden und von Menschen mit gleichen Interessen, nicht zielgerichtet: Goodreads‘ Timeline

Ausschnitt aus meiner Goodreads-Timeline

Das sind alles, wenn man so will, Publikationen neuer Art.1

Nichts davon ist ein Feuilleton, aber jede der genannten Instanzen kann je nach Bekanntenkreis und gewählten Kontakten, also je nach Inputquellen, die ehemaligen Aufgaben der Feuilletons und mehr, sehr, sehr viel mehr, übernehmen.

Der Punkt ist nicht zu sagen, dass eines der Beispiele die beste Lösung für irgendetwas sei. Der Punkt ist das Aufzeigen des Möglichkeitsraums. Dieser wird online bestimmt von Netzwerken. Hierarchien sind eine Untermenge von Netzwerken 2. Und deswegen schränkt ein auf Hierarchie setzendes Vorgehen immer ein, wenn man die Netzwerke nicht mitdenkt.3

Man kann eine Online-Zeitung als Grüpplein herausbringen, das sich Redaktion nennt, und dann glauben, die Zukunft der Literaturkritik mitzugestalten.

Die Wahrscheinlichkeit liegt aber bei nahe 100 Prozent, dass man dabei einem Irrglauben aufsitzt.
Die Hierarchien machen künftig nicht mehr das massenmediale Pangäa aus, sondern sind nur noch kleine Boote auf dem digitalen Urmeer.

Was früher alles war, ist heute bereits nur noch ein Teil eines sehr viel größeren Ganzen. Unwiderruflich.


  1. Streng aus der Welt der Netzwerke und Streams betrachtet sind klassische Zeitungen Streams von einer kleinen Gruppe von Menschen, die nur auf ihre eigenen Gedanken und Argumente verweist. Die Inhalte dieser kleinen Gruppe kann nur ganz oder gar nicht konsumiert werden. Man kann nicht nach Einzelpersonen filtern. Und die Gruppe selbst ändert sich im Vergleich ausgesprochen selten. (Wenn jemand die Organisation verlässt oder neu eingestellt wird.) Man vergleiche das mit den flüssigen Onlineformen. 
  2. Hierarchien sind erstarrte, von oben festgelegte Netzwerke. 
  3. Es ist durchaus denkbar in verschiedenen Kreisen zu denken, wo der innerste Kreis eine Hierarchie ist, die im ständigen Austausch mit festen Netzwerken steht, die über die Softwareebene verknüpft werden.Die Netzwerke werden umso leichtfüßiger, je weiter außen der jeweilige Kreis ist. (Genau genommen muss jedes Medienunterfangen heute so gedacht werden.) 

Vernetzte Welt #17: Fitbit, Reisebranche, Myware statt Spyware

Immer Dienstags erscheint an dieser Stelle eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
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Top-News

Börsengang von Fitbit

Produktportfolio von FitbitWearable-Hersteller Fitbit hat einen erfolgreichen Börsengang hingelegt. Der Aktienpreis sprang zum IPO um 50 Prozent nach oben. Zum eigentlichen Ausgabepreis von 20$/Anteil wurde das Unternehmen mit 4,1 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Zuge der Börsenunterlagen wurde bekannt, dass Fitbit 2014 11 Millionen Geräte verkauft hat und dabei einen Gewinn von 131,8 Mio. $ gemacht hat.

Fitbit ist Marktführer der Wearables

IDC über den Wearables-Markt:

We now see over 40% of the devices priced under $100, and that’s one reason why the top 5 vendors have been able to grow their dominance from two thirds of the market in the first quarter of last year to three quarters this quarter.
(..)

Fitbit started 2015 the same way it ended 2014: as the clear market leader in the worldwide wearable device market. Fitbit’s first quarter shipments were driven by the release of three new devices (the Charge, Charge HR, and the Surge) along with continued demand for its older Flex wristband and One and Zip clip-on models. Separately, these address multiple segments of the market, from casual exerciser to committed athlete, and collectively leverage Fitbit’s behavior change engine to encourage activity.

Insgesamt wurden laut IDC im ersten Quartal 2015 11,4 Millionen Wearables weltweit verkauft. (Wir hatten die Marktzahlen in Bezug auf Xiami bereits in Vernetzte Welt #15 angesprochen.)

Hier die Marktaufteilung anhand der IDC-Zahlen:​

Marktzahlen Wearables IDC~

Smart Home

Nest stellt Nest Cam vor, Nest Protect und Nest App in erneuerten Versionen

Nest stellt mit Nest Cam die erste Frucht aus der Übernahme von Dropcam vor:

Neben dem Nest Thermostat gibt es nun auch eine neue Version des Nest Protect Rauchmelders und ganz neu Nest Cam, eine Kamera, die Euch auch unterwegs anzeigt, wenn zu Hause etwas los ist. Das Ganze wird dann mit der neuen Nest-App gesteuert, die ebenfalls eine Generalüberholung erfahren hat.

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hub:raum (Deutsche Telekom) investiert in M2MGO

Deutsche Startups berichtet, dass hub:raum, der Inkubator der Deutschen Telekom, in M2MGO, eine in Berlin sitzende IoT-Entwicklungsumgebung, investiert hat.

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ELLA Assistant

Tech in Asia über das in Shanghai sitzende ELLA Assistant:

It’s a tiny screen that can be stuck on any surface. There’s also a single button and a programmable LED.

“It can work with the phone, but very importantly it can work without the phone,” he says.

The startup team, which is based in Shanghai, sees it being used for things like telling you that you should take an umbrella, reminding you that you’re running late to an appointment, or for turning off all your smart lights at once. With a single press, it could alert your significant other that you’re leaving the house.

Bei Prä-Kickstarter-Hardware-Startups ist Vorsicht geboten, aber die Vision hinter dem Produkt ist interessant.

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„Ausprobiert: Withings Home“

Testbericht über Withings Home:

Eingebunden in das WLAN-Netz wird die Withings Home Kamera ganz flott, denn sie kann die Einstellungen aus eurem Smartphone übernehmen – passende App installieren, per Bluetooth koppeln und schon ist die Kamera in eurem WLAN.

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Analysen & Berichte

Studie: 86% der Fluggesellschaften glauben, IoT bringt klare Nutzenvorteile, 16% planen größere IoT-Projekte

Tnooz über eine SITA-Studie zum Internet der Dinge:

Research shows 86% of airlines believe I0T will deliver clear benefits in the next three years and more surprising is the 67% who say it is already demonstrating benefits.

The research, part of a wider Airline IT Trends Survey from airline technology specialist SITA, also shows 37% have already devoted budget to development in the area.

That said, only 16% are planning a major project while 41% say they will make some research and development investment.

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Wie IoT die Reisebranche verändern wird

Dazu passend Skift von der SITA-Konferenz über Wege, wie IoT die Reisebranche verändern wird:

At booking, airlines will offer the extra services you need, based on what you’ve needed before, where you’re headed and even who’s traveling with you. The intelligent reservations interface remembers your trip history and makes relevant recommendations.

Imagine finding the nearest shop at your airport that can replace your lost headphones, or walking past your luxury clothing store of choice and receiving a special offer for that one item you’ve searched for and couldn’t find anywhere. You’ll find the nearest café to enjoy a quick lunch that fits your dining preferences, and access reviews from fellow travelers. IoT can even pinpoint where that cinnamon scent is coming from and map out a trail on your device to blissful satisfaction.

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Myware statt Spyware

Sehr interessante Vision von Cory Doctorow, wie ein populäres Internet der Dinge auch aussehen könnte:

A lot of our Internet of Things models proceed from the idea that a human emits a beacon and you gather as much information as you can — often in a very adversarial way — about that human, and then you make predictions about what that human wants, and then you alert them. What if instead you had a device or a device ecosystem that was local to you, that didn’t share your information with anyone else, that gathered information that you gave voluntarily because it was just for your own benefit — myware, not spyware.

Then, as you moved through the world, other things emitted information about themselves. Your device took them in, looked at your very intimate, not-for-sharing preferences, and presented you with options, rather than treating you as an ambulatory wallet to try and game into admitting dollars. If you think about every offer that every business that you pass today might make to you, it adds up to a gig or two. We can handle that in our sleep. Why are we trying to tailor which information comes to you? Why aren’t they all promiscuously broadcasting, then you receive them and filter them at your end using your device that can keep your secrets for you?

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Vernetzte Produktion & Maschinenbau

O’Reilly Radar über „Taking manufacturing to the next level of IoT“, also die Vernetzung der Produktion über Wertschöpfungsebenen hinweg, was also zum Beispiel, wenn nicht nur die Fabrik intern und mit dem Hauptquartier des Unternehmens vernetzt ist, sondern auch ein Datenaustausch mit den Herstellern der Fabrikanlagen selbst stattfindet:

Sounds simple enough, but let’s consider why this new level of connected machines is essential. When you connect these smart machines back to their machine builders and control vendors, those companies can then:

  • Service and maintain the machines remotely and proactively to reduce downtime
  • Use diagnostic data and issue resolution to dramatically reduce Mean Time to Repair (MTTR) and improve Operating Equipment Efficiency (OEE)
  • Speed the process to install, commission, and debug machines for new or refreshed assembly lines
  • Smarter machines provide better control, increased efficiency, less downtime, higher productivity, and more flexible manufacturing, which leads to plant-wide optimization.

Langfristig werden die größten Veränderungen in der direkten Vernetzung der Wertschöpfungsnetzwerke statt ‚nur‘ in der internen Vernetzung der Unternehmen und ihrer Produktionsstätten stattfinden.

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Die autonomen Automobile sind bereits hier

TechCrunch über den aktuellen technischen Stand bei Automobilen, der leicht übersehen wird:

Consider cruise control. What is a control system keeping consistent throttle pressure if not the earliest form of outsourcing to the motorway machine? Now, however, adaptive cruise control sees your car match the speed of other traffic by watching the car in front, keeping a steady relative distance.

Our cars already have eyes. Lane Departure Warning (LDW) technology checks for vehicles drifting across lane dividers. Today, cars like the Jeep Cherokee or Mercedes-Benz S-Class send vibrations or tiny tugs through the steering wheel to alert drivers. Tomorrow, they will simply steer back in the lanes themselves.

But our cars are already taking control. Self-parking technology now comes standard on many vehicles, while Forward Collision Warning (FCW) technology is being developed to not just warn about dangers ahead but brake before they are encountered.

Many people would not recognize these features as part of what is being termed the “driverless car.” But that is exactly my point.

Eine Konsequenz ist unter anderem, dass der Sprung zum vollständig autonomen Auto nicht so groß ist, wie vielleicht vermutet. (Technisch „überschaubar“, geschäftsmodellseitig für die Automobilhersteller umwälzend.)

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SAP Hana erweitert Funktionalitäten

Forbes:

The stylishly named Service Pack 10 for SAP HANA (SPS10) is intended to extend a firm’s central business functionalities out to the edge of the network with a new remote data synchronization feature. In other words, SAP is bidding to connect a firm’s original IP and commercial proposition (basically, what it sells and how it works) to that area of technology management where remote business transactions and events (such as IoT data events) actually occur.

Konzise Zusammenfassung der Kritik an SAP Hana:

SAP has been criticized in the past for a) the comparatively slow uptake of HANA b) the reinvention of its own business model to quite suddenly ‘get’ cloud, developers and big data analytics (it used to ‘just’ be a kind of ERP firm, remember? c) the complexity and prohibitive cost of HANA and d) the interplay that the firm presents with previously acquired software products from the likes of Sybase, Business Objects and others – so it’s not always cake and ice cream for everyone on the HANA team. That being said, the firm’s German efficiency still shines through for many and HANA is now said to be sporting more than 6,400 customers, almost doubling from only one year ago.

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Node.js beliebt im Internet der Dinge

O’Reilly Radar:

Node.js is on the rise for programming hardware. The full Google V8 version helps run Intel’s Edison chip. The IoT community has already embraced Node.js for embedded devices and robotics, with notable examples including Nodebots and Cylon. And now, even smaller devices like Tessel 2 — a development platform for prototyping hardware — are using JavaScript.

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GEs Sensoren erzeugen Very Big Data

Venturebeat über GE Predix:

GE, for its part, has its own platform for managing data from the industrial Internet, called GE Predix, which currently generates about $1 billion in revenue. Gokcen said he expects that business to grow to $4 billion to $5 billion over the next few years.

Interessant auch die Datenmengen, die durch die Sensoren erzeugt und über die dahinterliegenden Plattformen verarbeitet werden müssen:

Ibrahim Gokcen, a technology executive at GE, told me recently how GE jet engines include sensors to monitor temperature, pressure, fuel consumption, and more. The sensors themselves aren’t new, but the quantity of data they’re generating is.

Ten years ago, each sensor would generate about 30KB of data per flight, sampling conditions at takeoff, when the plane reached cruising altitude, and again at landing.

Today, the sensors embedded in a GE jet engine sample conditions continuously and generate 500GB of data — per engine — for each flight.

Ein bisschen bessere Optimierung und Komprimierung könnten helfen.

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Konversationsbasierte Userinterfaces

Zu den noch ungelösten Fragen im Internet der Dinge zählt auch, welche Interfaces sich für welche Aufgaben durchsetzen werden.

Konversationen (in Chat-Apps) mit Bots könnte eine wichtige Interface-Spielart werden.

Matt Webb:

My point, I guess, is that a new medium needs a new grammar and conversational UIs are definitely a new medium.

For one — they’re intrinsically social. If I’m chatting with a bot in iMessage about what movies are on nearby, shouldn’t I be able to turn that into a group chat with my partner? And does the bot conduct two separate conversations, one with each of us, or assume we’re both searching for the same movie?

We’ll need app frameworks to help author these bots, and the frameworks will make assumptions about how conversations work in small groups.

And you know what, we’re still in the PC era, the era of personal computing. We don’t really know how to use computers in small groups, how to use interfaces collaboratively.

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Kalifornien setzt auch Smart Meters ein, um Wasserknappheit Herr zu werden

Wired:

Still, Long Beach doesn’t just use the smart meters to bust people who break the rules. Many people just want to use less water and want more immediate feedback on their usage than monthly water bill can provide. So as part of a pilot program, the Water Department also gave out around 200 smart water meters to residents. Tseng says the city believes they are having an impact.

No, smart water meters won’t solve the drought crisis. But they can help spot cases of extreme waste. For example, Tseng says one Long Beach resident was able to slash her water bill by about 98 percent after discovering a leak beneath the foundation of her home. Yes, those residential savings are small compared to the amount of water used by agricultural systems. But they do add up.

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Alternative Suchmaschine DuckDuckGo wächst in 2 Jahren um 600 Prozent

DuckDuckGo ist in den letzten zwei Jahren um 600 Prozent gewachsen, berichtet Fast Company:

Over the last two years, DuckDuckGo’s daily search queries have grown 600%, CEO Gabriel Weinberg told CNBC recently. The privacy-focused search engine is now on track to hit 10 million daily queries for the first time, a milestone that it could hit as early as next week. This follows two solid years of dramatic, upward growth on DuckDuckGo’s traffic charts.

Mehr als Edward Snowden dürfte die Integration von DuckDuckGo als Suchmaschinen-Option in iOS eine Rolle spielen.

DuckDuckGo ist natürlich immer noch verschwindend klein im Vergleich zu Google und selbst Bing. Aber es ist neben Microsoft Bing (dessen Bildersuche immer noch der Bildersuche von Google überlegen ist) eine veritable Alternative zur Googlesuche. Neben den Bangs, die die Suchmaske mit ihren sitespezifischen Suchen zu einer Art Web-Terminal machen, arbeitet DuckDuckGo auch an communitygestützten intelligenteren Antworten:

Meanwhile, they’ve slowly been improving the underlying framework of how DuckDuckGo fetches and returns results, focusing in large part on the query-specific „instant answers“ that appear prominently above the traditional list of links. These results, which are largely developed and fine-tuned by DuckDuckGo users, have long been a key differentiating factor in the eyes of the company, even as Google has started to emulate the concept. Next on the company’s agenda is a significant update to the tools used by the open source community that contributes Instant Answers and data sources to its search results.

Tatsächlich sind die Suchergebnisse heutzutage bereits sehr viel besser als 2011/12, als ich über einen langen Zeitraum alternative Suchmaschinen zu Google getestet habe. 1

Das ist auch nicht verwunderlich. Je mehr Menschen eine Suchmaschine benutzen, desto besser wird diese, weil sie vom Suchverhalten lernen kann; selbst wenn sie wie DuckDuckGo (und im Gegensatz zu Google) nicht verfolgt, auf welche Suchergebnisse geklickt/getippt wird.

Es hilft auch, dass DuckDuckGo mit Kooperationen arbeiten kann, die einem Google oder Microsoft schwer zu fallen scheinen. Man suche etwa zur Veranschaulichung eine mobile App über DuckDuckGo.

DuckDuckGo allein wäre für immer irrelevant für den Platzhirsch Google geblieben. Aber in Verbund mit einem Apple, dass die Abhängigkeit der iOS-Nutzer von der Google-Suche verringern will und zunehmend mit einer Mischung aus verschiedenen Suchmaschinen arbeitet -Spotlight auf iOS wird langsam eine eigene Suche- könnte DuckDuckGo das fehlende Puzzleteil werden. Denn Apple wird niemals anfangen, das Web zu indizieren. Aber es benötigt einen Webbestandteil.


  1. Ich benutze persönlich seit längerem DuckDuckGo als Default-Suche auf iOS und Mac. Bangs sind auf dem iPhone besonders praktisch. 

Exchanges #100: Digitaler Status Quo

In der Jubiläumsausgabe Nummer 100 des Exchanges-Podcasts sprechen Jochen Krisch und ich über den Status Quo der digitalen Wirtschaft mit Schwerpunkt natürlich auf dem Onlinehandel. Aber wir geben insgesamt, finde ich, einen guten Überblick darüber, wo die Digitalwirtschaft in vielen Bereichen gerade steht.

Exchanges #100: Was treibt den Online-Handel?:

In der Jubiläumsausgabe wagen Jochen Krisch und Marcel Weiß den Blick zurück auf die Themenstränge, die sich durch 100 Ausgaben Exchanges und 10 Jahre Exciting Commerce ziehen, und blicken auf die turbulenten, vielversprechenden Zeiten, die nicht nur dem Online-Handel bevorstehen.

Links zu den Themen und mehr auf Exciting Commerce.