Das Problem mit einigen deutschen Blogs

Da gibt es deutsche Blogs, die so tun als ob sie über etwas als Erste berichten würden. Was natürlich nicht der Fall ist. Unschön, dass soche Blogs auch noch verlinkt werden.

Unschön ebenfalls, dass solche Blogs auch noch Screenshots klauen (siehe unten). Jetzt kann man sagen, beides -Screenshot’ausleihe‘ und Abgeschreibe- halb so wild. Stimmt. Blogs bedienen sich bei anderen Blogs, das ist gang und gäbe. Und Screenshots sind keine wirklich herausragende Leistung, die besonders schützenswert wäre.
Was mir aber stark missfällt, und was ich in letzter Zeit häufiger beobachte, ist die Tatsache, dass manche Blogautoren glauben, sie müssten den Leuten, bei Denen sie sich bedienen, keine Credits geben. Man bedient sich einfach, gibt es als eigene Leistung aus und hofft, dass es niemand merkt. Via-Link anyone?

Leute, so geht das nicht. Man kann nicht von Anderen abschreiben (oder in diesem Fall hier ein paar Details übersetzen und ein wenig umformulieren). Und dann auch noch deren Screenshots klauen. Und dann so tun, als wäre das alles auf dem eigenen Mist gewachsen.

 

Techcrunch Screenshot von Ning:

Deutsche Copycat:

Tags:[tag]cio-weblog[/tag]

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Hallo Marcel,

    ich teile deine Kritik voll und ganz. Hätte ich gewusst, dass die Geschichte woanders vorher stand, hätte ich den Erstling verlinkt. Aber deine Aussage „Unschön, dass soche Blogs auch noch verlinkt werden“, halte ich für schwierig. Es ist mir leider nicht möglich jeden Quelltext zu prüfen. Dann würde ich nämlich gar nicht mehr zum Schreiben kommen.

    Trotzdem Danke fürs Feedback und viele Grüße,
    Blogbote Peter

  • Marcel Weiß

    Ja, da hast Du natürlich recht, das war unglücklich formuliert. Schwierig das. Gerade wegen dem Argument von Dir finde ich, sollte man Leuten die geheimniskrämerig mit ihren Quellen umgehen, offen sagen, dass das nicht in Ordnung ist.
    Im Gegensatz zum CIO-Weblog, das ich vor deinem Eintrag nicht kannte und auch nicht weiter lesen werde, finde ich den Blogboten natürlich nach wie vor toll. :)

  • Danke für die Blumen! ;-) Denke auch, dass man das so halten sollte. Insofern bin ich auch für deinen Hinweis sehr dankbar und werde künftig sicher auch noch sensibler sein. Das CIO-Weblog mag ich eigentlich, hat immer recht interessante Infos. Keine Ahnung ob dergleichen dort öfter vorkommt, ich achte mal drauf.

    Viele Grüße nochmal,
    Peter

  • Tja, das greift leider immer mehr um sich. Sehr viele wollen halt ein Blog machen, aber nur sehr wenige wollen sich auch die Arbeit machen, sich eigene Inhalte zu überlegen. Wobei da schon wieder eine Marktlücke liegt: Wir machen einfach ein Prangerblog, in dem wir derartige Vorgehensweisen anprangern …

  • Marcel Weiß

    Ja, das stimmt. Viele unterschätzen die Arbeit eines Blogs. Und fangen dann an zu tricksen. Ich denke aber, es genügt wenn man solche öffentlich blosstellt und dann ignoriert. Dafür noch permanent Energie aufwenden? Nä.

    Ich halte auch nicht viel von ‚Link+1 Satz‘-Einträgen, anderes Thema zwar und legitim, aber in D auch überpräsent und wenig nützlich. Da mach ich lieber keinen Eintrag und verlink lieber Andere in meinem Linkblog.

  • Liebe Leute,

    jetzt schießt ihr aber ganz schön über das Ziel heraus. TechCrunch hatte, ebenso wie ich, im Wesentlichen eine Reuters-Meldung vom 26.2. als Quelle. Was ja nicht Schlimmes ist, denn dafür sind Nachrichtenagenturen schließlich da. In der Folge haben dann alle möglichen Newssites und Blogs beiderseits des Atlantiks über Ning berichtet. Wenn ich die alle mit Credits versehen sollte, hätte ich viel zu tun. Außerdem habe ich nie den Anspruch gehabt, „als erster“ über einen Produktlaunch zu berichten.

    Wer das CIO-Weblog regelmässig liest, wird dort eine ganze Menge eigene Meinungen und Rechercheergebnisse finden. Und er wird feststellen, dass es dort selbstverständlich Backlinks oder Quellenhinweise gibt, wenn z.B. andere Blogs zitiert und auf deren Inhalte Bezug genommen wird.

    Was den Screenshot angeht, hat Marcel allerdings recht: Ich war zu faul, selbst von der (recht schönen) American Idol-Seite einen Screenshot zu schießen und habe einfach einen kopiert. Normalerweise verwende ich allerdings Pressefotos (die es bei ning dummerweise nicht gibt) oder Bilder aus einer Datenbank (die hätten hier allerdings nicht gepasst) oder mache selbst einen Screenshot. Hätte ich das in diesem Fall getan, hätte das Ergebnis zwar ziemlich gleich ausgesehen. Aber der Plagiatsvorwurf wäre nicht aufgetaucht. Auf jeden Fall habe ich jetzt einen eigenen Screenshot (von einem anderen weniger schönen ning-Netzwerk) in den Text eingebaut. Zufrieden?

  • Marcel Weiß

    Reuters-Meldung: fair enough, das wusste ich nicht.
    Es sah halt so aus als hättest Du dich volle Breitseite bedient ohne die Quelle zu nennen.
    Ich denke, auch die Nutzung eines Screenshots ist in der Regel kein Problem. Da wird kein Blogger dem Anderen den Kopf abreissen. Vorausgesetzt man gibt demjenigen, auf dessen Arbeit man aufbaut auch etwas zurück, sprich Link oder wenigestens Nennung wo man es her hat. Alles Andere sieht halt etwas zweifelhaft aus..
    Btw. die Screenshots auf meiner Seite hier darf man unter diesen Umständen (Namensnennung) explizit benutzen. :)

  • Pingback: Manche Blogger entwickeln ein Problembewußtsein… « meerschweinchenreport.de()

  • Tom

    Nun wird es witzig. Das jemand jemand für ein Screenshot Credit haben will, finde ich witzig. Immerhin handelt es sich ja nicht um eigene geistige Arbeit, sondern eben um eine Kopie der Arbeit anderer! Diesen gebührt dann der Credit.

    1. Rechtlich gesehen handelt sich bei der dem erstellen eines Screensshot um eine Bearbeitung (Formatumwandlung bei der teilw. gar eine neue Dirstributionsform entsteht), die genau genommen ohne wohl in aller Regel ohne das Einholen von Bearbeitungsrechte erfolgt. Ob die Zitatschranke immer genügt wird, wenn das Screenshot dann zu veröffentlichen wird, mal dahin gestellt sein. Ansonsten gar Verbreitungsrechte notwendig.

    2. Witzig erscheint auf diesem Hintergrund auch die Beschäftigung mit der Frage, ob die eigene Arbeit (Screenshot) nun schon ausreicht um eigene Schutzrechte beanspruchen zu können. Denn erstens scheint der Autor sich der paradoxen Argumentation nicht bewußtsein zu sein und zweitens verbleiben selbst in diesem Falle die Urheberrechte des Erstautors (der Webseite, der Software …) bestehen.

  • Es ging in dem Artikel nicht um Leistungen von mir.