Archive for September, 2007

Die besten Seiten um Musikvideos im Internet zu schauen

Vor ein paar Tagen hatten wir uns das laut.des laut.tv angeschaut . Schauen wir doch heute mal, welche Alternativen für Musikvideos es im Netz sonst noch gibt.

MTV war gestern

Eine der Möglichkeiten Musikvideos hintereinander anzuschauen, wie einst in den good ol’ days auf MTViva, ist MOGs MOG.TV. MOG, das ähnlich wie last.fm die gespielte Musik auf dem Rechner protokolliert und dementsprechend den eigenen Präferenzen nach Empfehlungen gibt, pullt die Videos wie die meisten hier vorgestellten Dienste von Youtube. Mit “The Magic Button” kann man die Musikvideos nach der zuvor gehörten und protokollierten Musik filtern. Videos von den Lieblingskünstlern quasi.

Last.tv bietet das Gleiche, nur für last.fm-Nutzer. Eigenen Namen angeben (oder den eines anderen Nutzers..) und anwählen, ob die Freunde und/oder die Nachbarn (=last.fmler mit ähnlichem Geschmack) mit einbezogen werden sollen. Und schon werden Musikvideos der gehörten Musiker abgespielt. Aktuell funktioniert last.tv allerdings leider nicht.

MyStrands.tv ist quasi das last.fm der Musikvideos . Man gibt einen Musiker/Band vor und schon werden deren Videos abgespielt. Ähnliche Musiker werden am rechen Rand empfohlen, ebenso Nutzer die ähnliche Videos angeschaut haben. Man kann auswählen, ob man Videos nur von dem Musiker sehen will oder von ähnlichen Musikern oder auch anderen Musikern. Ist man angemeldet, werden die angehörten Videos abgespeichert und sind jederzeit wieder abrufbar. Favoriten kann man auch gesondert abspeichern.

MyStrands.tv ist mein absoluter Favorit unter den hier vorgestellten Seiten. In der Tat bin ich, je länger ich es nutze, um so mehr davon begeistert. (Auch wenn es nicht immer ganz rund läuft.)

MyStrandstv-2007-09-21

 

Joost: Die künftige InternetTV-Sensation bietet natürlich auch Musikkanäle an. Wie etwa MTV Deutschland (hauptsächlich Liveauftritte) und sehr viel mehr Musikkanäle . Wobei davon allerdings nicht alle in Deutschland erreichbar sind.
Joost befindet sich noch in private Beta. Hier kann sich dank desÖmsche aber jeder immer noch selbst einladen.

myMusik.us: Man gibt den Namen eines Musikers/einer Band ein. Die gefundenen Videos werden der Reihe nach abgespielt. Simple as that.

Fabchannel.com: hat sich Livevideos von Konzerten verschrieben.

jukeboxtube.com : Man gibt Musiker in die Suchmaske ein. Anschließend wird eine Liste an Treffern angezeigt. Mittels Klick fügt man einzelne Videos einer Playlist hinzu. Diese wird nacheinander automatisch abgespielt. Leider kein Umarrangieren der Videos möglich. Ausschließlich Youtube-Videos.

Submarinechannel: Musikchannel mit vielen Videos und einer recht eigenwilligen Navigation

submarinechannel Online Music Videos-2007-09-21

 

 

 

und ein paar fleißige Musikfreaks..

 

haben einige interessante Musikvideosammlungen zusammengestellt:

Stylus Magazine - Top 100 Music Videos of All Time

DoCopenhagen: Top 50 Music Videos Of 2005 (leider nicht mehr alle Videos online verfügbar)

DoCopenhagen: Top 50 Music Videos Of 2006

Pitchfork Feature: 100 Awesome Music Videos

 

Musikvideoblogs

gibt es auch noch. Beispielsweise:

videos.antville.org

nicorola loves music videos

 

Music galore I say!

Google wird Facebook folgen und sich noch weiter öffnen

wowhsa! Jetzt schau ich noch kurz auf Techmeme und dort springt mir ein Techcrunchartikel ins Gesicht, der es in sich hat:

Yesterday a select group of fifteen or so industry luminaries attended a highly confidential meeting at Google’s headquarters in Mountain View to discuss the company’s upcoming plans to address the “Facebook issue.”

[..]

Google’s goal - to fight Facebook by being even more open than the Facebook Platform. If Facebook is 98% open, Google wants to be 100%.
The short version: Google will announce a new set of APIs on November 5 that will allow developers to leverage Google’s social graph data. They’ll start with Orkut and iGoogle (Google’s personalized home page), and expand from there to include Gmail, Google Talk and other Google services over time.

Holy frekkin cow!

Das ging schnell. Noch bevor myspace den angekündigten Schritt in diese Richtung macht, will Google facebook folgen, bah! es überholen!, und seine SocialGraph-Daten von Orkut und später der gesamten Googleproduktpalette per API Drittanbietern zur Verfügung stellen:

In the long run, Google seems to be planning to add a social layer on top of the entire suite of Google services, with Orkut as their initial main source of social graph information and, as I said above, possibly adding third party networks to the back end as well. Social networks would have little choice but to participate to get additional distribution and attention.

Das heißt also, auch wenn man Orkut jetzt nicht benutzt und das auch nicht plant, könnte sich das bald ändern. Googles Social Network könnte innerhalb kurzer Zeit zum Kleber werden, der alle anderen Googledienste und den Mehrnutzen durch die Öffnung zusammenhält, und das alles noch mit Diensten von außerhalb kommunizieren lässt.

Mit Googles Standing und Bekanntheit im Mainstream und einer Öffnung, die tatsächlich noch die von Facebook wie geplant übersteigen würde, könnte Orkut gar zum zugrundeliegenden verbindenden Element zwischen den ganzen kleinen, mittelgroßen und letztlich ganz großen Social Networks werden. Man stelle sich eine Art OpenID/PortableSN-Grundlage unter der Fuchtel von Google vor. Meine Fresse, wenn wir nicht aufpassen, ist das das tatsächliche Ende des Internets, das auch ohne Google noch funktionieren könnte.

Denn das Interessante liegt ja nicht unbedingt nur beim mäßig erfolgreichen Orkut und dessen Einsatzmöglichkeiten mit der Öffnung. Sondern auch in der Möglichkeit, Dienste wie GMail und den GoogleReader Drittanbietern zu öffnen. GMail mit einem Xobni-Plugin, now there we’re up to something.

Nicht nur das: diese Google-Tools als Grundlage, als Infrastruktur für die Dienste, die auf ihnen gebaut werden. Standing on the shoulders of giants usw. etc.

Das wird mindestens das ganze Wochenende die US-Techblogosphäre beherrschen und Techmeme vollständig übernehmen. Big News!

Ladies and Gentlemen, we are now officially on the frikkin highway.

 

UPDATE: Marshall Kirkpatrick fasst die Bedenken auf read/writeweb gut zusammen , was das in Sachen Machtzuwachs für Google mittelfristig für uns alle bedeuten könnte:

Arrington says that Google’s social networking software Orkut is what will lay over the top of all its services. I think what’s needed is a federated ID system like OpenID to tie everything together, not one corporate body that can already claim near omniscience. We need the attitudes of Brad Fitzgerald’s old employer, Six Apart, not the arrogance of Google.

 

(Note to self: Nicht mehr ‘mal kurz auf Techmeme schauen’ wenn man eigentlich ins Bett gehen will)

[tags]Google[/tags]

FAZ verbreitet Halbwahrheiten über Facebook

Als ich die ersten Zeilen dieses äußerst fragwürdigen, heute in der faz erscheinenden Artikels las, wollte ich erst ‘Lügen’ in der Überschrift meines Posts schreiben. Denn im zweiten Absatz steht ein leicht verzweifelt anmutender Versuch einen kleinen Skandal herbeizuschreiben:

Und jetzt kommt es: „Facebook“ gibt seine neununddreißig Millionen Nutzer mit ganzem Profil für Google und andere Suchmaschinen frei.

Das ist natürlich maßlos übertrieben. Und das weiß Kilian Trotier auch. Denn nachdem er den aufgeschreckten FAZ-Abonnenten zum Verschütten des Morgenkaffees gebracht hat, liest dieser mit den Dritten klappernd und voller Sorgen über seine studierenden Enkel und deren Privatsphäre schließlich Folgendes:

Wer bei „Facebook“ Mitglied ist, bekommt dieser Tage eine kurze Mitteilung, die verrät, dass nun die Schleusen für die Suchmaschinen offen sind. Persönlichkeitsrechte beeinträchtige das nicht, heißt es da, schließlich können sich jeder dem Zugriff der Suchmaschinen durch eine Änderung seiner Einstellungen entziehen.

Eine niedliche Abschwächung, die mit dem vorherigen Statement nur noch so halb zusammenpasst. Und auch hier steckt wieder eine (bewusste?) Halbwahrheit drin. So hätte Trotier beim faz(!)-blog ‘Netzökonom’ Folgendes am 5. September (damals, Sie wissen schon, als die anstehende Facebooköffnung in Richtung Google&co News war) nachlesen können:

Nach Angaben von Facebook zeigen die sogenannten Public Search Listings nur den Namen und das Foto des Facebook-Nutzers, aber sonst keine weiteren Angaben. [..]
Suchmaschinen finden die Profile nur, wenn die Nutzer in ihren privaten Einstellungen die Option angeklickt haben, dass das Profil für alle sichtbar sein soll. Profile von Nutzern, die jünger als 18 Jahre sind, werden nicht angezeigt.

Na ei, da schau an. Das klingt aber auf einmal ganz anders, oder?

Herr Trotier sieht hier aber Methode:

Datenschutz erscheint da als Relikt aus vergangenen Zeiten, weshalb die Grundeinstellungen, die man als Nutzer vorfindet, zunächst immer auf vollständige Offenheit getrimmt sind. Wer seinen Bekanntheitsgrad einschränken will, muss die Einstellungen aktiv ändern.

Das ist schlicht falsch. In Facebook ist keineswegs alles per default auf ‘kann jeder sehen’ gestellt. Im Gegensatz zu Studivz und den meisten anderen SocialNetworks kann man in Facebook außerdem nicht nur sehr detailliert festlegen, was man an Informationen für das Network oder Freunde freigibt. Man kann gar für einen Teil seiner Freunde nur ein begrenztes Profil freigeben und so nochmal zwischen Bekannten und engeren Freunden unterscheiden.

Ach, das ist alles so kompliziert und ausdifferenziert, das verwässert das ganze Schwarz/Weiß-Bild, das man zeichnen wollte, gell Herr Trotier?

Okay. Schauen wir uns jetzt mal den vielerorts (zu recht) hochgelobten Newsfeed von Facebook an:

Die Startseite von Facebook zeichnet die Aktivitäten der Mitglieder für alle Freunde der jeweiligen Person minutiös nach. Sekundengenau erfahren wir, wann wer wem was geschrieben hat. Auch Unbeteiligte lesen mit.

Auch Unbeteiligte lesen mit. Das ist sogar die Zwischenüberschrift. Mal davon abgesehen, dass diese Aussage (am Ende gar bewußt?) suggeriert, dass Fremde diese Aktivitäten mitverfolgen könnten. Was falsch ist. Denn nur wen man zu seinen Freunden hinzufügt, dem gibt man damit einen Zugang zu den eigenen per Newsfeed publizierten Aktivitäten.

Also abgesehen davon wird hier außerdem ein weiterers Mal verschwiegen, dass auch die Arten der eigenen Aktivitäten, die auf der Startseite/im Newsfeed wiedergegeben werden, ebenfalls wieder einzeln an- oder abgewählt werden können. Man kann sogar einzelne Vorkommnisse löschen, wenn man das will. Das ist eine ziemlich ausdifferenzierte, weitreichende Kontrolle der Privatsphäre. In letzter Instanz kann man damit den eigenen Newsfeed auch quasi abschalten.

Und ach ja, private Nachrichten -”wann wer wem was geschrieben hat”-, die finden natürlich nie im Newsfeed statt. Und wer auf einer Wall in einem Profil was schreibt, der rechnet auch damit, dass das von Anderen gelesen wird.

In Amerika ist die Entwicklung derart fortgeschritten, dass in Sudentenkreisen nur eine auf Facebook bestätigte Beziehung auch als ernstzunehmende gilt.

(Rechtschreibfehler vom Original übernommen)
Alter Falter. Der Untergang des Abendlandes! Aber ernsthaft: are you kidding me? In welchen Dumpfbackenkreisen erfährt man denn solche hanebüchenen Details?

 

Yeah, Qualitätsjournalismus wie wir ihn lieben.

Und die altbekannte Moral von der Geschicht, wenn’s ums Internet geht, trau den Printmedien nicht.

[tags]facebook, faz[/tags]

laut.de startet Online-Musikvideokanal

laut.de ist eine der größten deutschen Seiten wenn es um Musik geht. Neben Rezensionen aktueller Veröffentlichungen findet man dort auch Biografien und Diskographien von Musikern und Bands. Laut wikipedia:

Mit 11,9 Millionen Seitenabrufen im Monat bei 2,5 Millionen Besuchen (IVW, Oktober 2006) liegt laut.de etwa gleichauf mit dem Internetangebot von mtv.de und bei den Besucherzahlen vor bravo.de und viva.de, bei den Seitenabrufen jedoch deutlich dahinter.

Laut.de ist also eine nicht zu unterschätzende Macht, wenn es im Netz um Musik geht. (Wobei ich, Sorry Jungs und Mädels von laut.de, allen Musikfans mit Englischkenntnissen ans Herz lege, den allmusicguide vorzuziehen wenn es um’s Stöbern in der Musikgeschichte geht.)

Heute hat laut.de mit laut.tv einen Musikvideokanal im Netz gestartet. Die Videos kann man entweder hintereinander (nach dem Zufallsprinzip?) ablaufen lassen oder einzeln anwählen. Eine Suchfunktion gibt es noch nicht.

Was die Quantität der Videos angeht, ist man von sich überzeugt:

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner SonyBMG können derzeit bereits 5.000 Videos eingesehen werden. Mit dabei sind u.a. The Strokes, Kings Of Leon, Xzibit, Travis, System Of A Down und Oasis.

Jede Woche erweitern wir das Archiv um die neuesten Videos, Chart-Breaker und Newcomer inklusive. Auch Rocklegenden wie Bob Dylan, Johnny Cash und Bruce Springsteen kommen nicht zu kurz.

Das Angebot hinterlässt einen zwiespältigen ersten Eindruck: Neben der bereits erwähnten fehlenden Suchfunktion, funktioniert der Fullscreenmodus zumindest bei mir nicht.

Außerdem sehr absurd: ausgerechnet der Klang ist eher, nunja, recht suboptimal. Schade. Frage mich, an welcher Stelle entschieden wurde, dass bei einem Angebot von Musikvideos ein guter Klang keine hohe Priorität hat.

 

laut.tv

SocialNetwork für Serienjunkies mit BitTorrent-Anbindung - Tioti ist wieder da

tioti-logo2

Tioti (”Tape It Of The Internet”) ist wieder da.

Das Social Network für Serienfreunde, das ich Anfang des Jahres ausführlich vorgestellt hatte, ging vor einigen Monaten mehr oder weniger vom Netz um die weitere Entwicklung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also auch ohne die PrivateBeta-Tester, weiterzuführen.

Seit heute wird die PrivateBeta-Phase von Tioti fortgesetzt.

Features

Für genauere Infos empfehle ich mein damaliges Review von Tioti. Neuerungen halten sich, abgesehen von grafischen Anpassungen in Grenzen.

Nach wie vor gibt man seine Lieblingsserien ein. Und erhält darauf aufbauend beispielsweise Empfehlungen für Serien, die einem auch gefallen könnten.

Einzelne Episoden von Serien kann man nun entweder per itunes etwa erwerben (’Premiumdownload’) oder -oft illegal- über BitTorrent runterladen. Links zu Torrentdateien von einzelnen Episoden werden dabei direkt in Tioti angezeigt.

Neu sind nun auch Links zu offiziellen Streamingangeboten von Serien. In den USA haben die großen Networks letztes Jahr begonnen, ihre Serien in hoher Auflösung auch auf ihren Seiten zeitnah zur regulären Ausstrahlung im TV als Stream im Netz zur Verfügung zu stellen. Für Interessierte von außerhalb der USA sind solche Angebote allerdings nicht zugänglich (wäre ja auch zu schön).

Am interessantesten und gleichzeitig gefährlichsten für Tioti ist dabei der Favourites-Feed. Torrentdateien aktueller Episoden von als Favoriten angegebenen Serien werden hier automatisch in einem RSS-Feed eingebunden. So praktisch das automatische Downloaden der Episoden (etwa mit Miro) ist, so selten dürfte das legal sein. Entsprechend steigt mit dem Erfolg das Risiko für Tioti. Der Hinweis auf itunes-Links dürfte da kaum reichen.

Fazit

Nachwievor ist die Idee gleichzeitig genial (ein Social Layer über der effizientesten Art, heutzutage TV zu konsumieren; verbunden mit einer Erleichterung des Gebrauchs) und doomed from the start (wenn tioti erfolgreich wird, sind Urheberrechtsklagen nahezu unvermeidlich). Es bleibt abzuwarten, wie und ob Tioti diesen Spagat meistern wird.

TIOTI-Favorites-2007-09-18
a couchpotatoes favorites

5 Einladungen für tioti habe ich zu vergeben. Das übliche Kommentarprozedere, first come first served.

[tags]tioti, BitTorrent[/tags]

New York Times’ TimesSelect endet heute - zu recht

Vor einem reichlichen Monat hatte ich bereits darüber berichtet, dass die New York Times ihr Paid-Content-Angebot “Times Select” einstellen und die dort enthaltenen Texte, wie etwa die Kolumnen, künftig frei zugänglich machen wird.

Heute ist es nun soweit. Interessante Begründung, mit für Netizens eher offensichtlichen denn überraschenden Erkenntnissen:

What changed, The Times said, was that many more readers started coming to the site from search engines and links on other sites instead of coming directly to NYTimes.com. These indirect readers, unable to get access to articles behind the pay wall and less likely to pay subscription fees than the more loyal direct users, were seen as opportunities for more page views and increased advertising revenue.

“What wasn’t anticipated was the explosion in how much of our traffic would be generated by Google, by Yahoo and some others,” Ms. Schiller said.

Erstaunlich, wenn man einmal im Detail sieht, wie sehr Vertreter der alten Medien das Netz nicht verstanden haben oder hatten. Der New York Times muss man zugute halten, dass sie aus ihren Fehlern gelernt haben und die richtigen Schlüsse gezogen haben.

 

Und in good ol’ “you’ve heard it here first”-style zitiere ich mich selbst:

Mit der Zunahme an partizipativen Medien geht der Erfolg von Bezahlcontent somit zwangsläufig zurück. Denn Erstere entziehen Zweiterem Aufmerksamkeit und damit die Existenzgrundlage, muss ihre stetig zunehmende netzumspannende Diskussion doch ohne ihn stattfinden.

und anschließend Mathew Ingram:

In any case, I think allowing bloggers and other sites to link freely to columnists and other writers at the Times will help increase the discussion around the issues the paper writes about, and that will benefit the Times in the long run.

und Jeff Jarvis:

TimesSelect is dead. It was a cynical act doomed from the start. With it goes any hope of charging for content online. Content is now and forever free.

No one with sufficient experience ever thought that TimesSelect made good business sense. [..]

And TimesSelect cost the paper much more in the internet age: It took the Times columnists out of the conversation and reduced their influence in America and worldwide. Worse, it diluted the paper’s Googlejuice.[..]

Whether or not content wants to be free, it is free.

Ob es einem gefällt oder nicht, eingezäunter Bezahlcontent funktioniert nicht. Und wird es auch nicht mehr.

Seiten mit eingeschlossenem Bezahlcontent sind wie kleine, äußerst triste Inseln, getrennt durch das Bezahlmeer von einem pangäagleichen Kontinent, auf dem eine riesige, nicht endenwollende Freecontentparty stattfindet.

Be part of the discussion or die. That simple.

deutsche TV-Sender über das Internet- Zattoo startet

zattoo-logoZattoo ist heute in Deutschland gestartet.

Mit Zattoo kann man eine ganze Reihe deutscher TV-Sender über einen runterzuladenden Client per Livestream anschauen. Der Stream ist aus technischen Gründen um ein paar Sekunden zur regulären Ausstrahlung, etwa per Kabel, versetzt.

Die Qualität ist nicht herausragend aber annehmbar. Die Auflösung liegt bei 350x 288 Bildpunkten. Zum Vergleich: Höhere Auflösung als bei Youtubevideos aber nicht ausreichend für eine angenehmen Konsum im Vollbildmodus.

Was das Angebot der Kanäle angeht, sagen die Leute von Zattoo selbst:

Ach übrigens, noch kurz was zum Kanalangebot: wir sind immer noch volle Pulle dabei, über die Rechte zu weiteren Kanälen zu verhandeln. Mit einigen schauts schon sehr gut aus, bei anderen sind wir ungefähr bei Halbzeit, und bei anderen wiederum … na ja, da polieren wir immer noch die Schuhe vorm Spiel. Aber: wir bleiben dran. Und garantieren, dass wir immer wieder neue Kanäle aufschalten werden.

 

Wer sich hier registriert, wird in der Regel nach kurzer Zeit einen Registrierungscode erhalten.

Den Client kann man hier runterladen.

Der Zattoo-Client ist für Windows, Mac und Linux erhältlich.

zattoo-ccentral
Zattoo: Wenn Harrison Ford das wüßte.

 

[tags]Zattoo[/tags]

deutsches Facebookblog

Nico Lumma, deutscher Webtausendsassa, hat das -meines Wissens nach erste- deutschsprachige Weblog zum Thema Facebook gestartet.

was Nico plant:

Malte und ich schreiben dort über alles das, was bei Facebook gerade so passiert. Darüberhinaus wollen wir auch ein klein wenig den Erklärbär spielen und einige Aspekte von Facebook vorstellen, die vielleicht nicht sofort jedem auffallen. Da ich mich derzeit auch sehr stark mit der Plattform und den Applikationen beschäftige, stellen wir auch immer mal wieder interessante Apps vor.

Lustigerweise habe ich einen Link zum Blog zum ersten Mal in meinem Facebooknewsfeed gesehen.

neue Fakten zum GoogleReader

Diese Woche wurde ein internes Google-Video geleakt. Einige interessante Informationen zum GoogleReader kamen dabei zutage. Ich zitier einfach mal Googlesystem:

Google Reader has two kinds of feeds:
- feeds that have one subscriber (two thirds from the number of feeds, they’re updated every 3 hours)
- feeds that have more than one subscriber (these feeds are updated every hour)
* Google Reader uses 10 TB for storing all the raw data
* Google Reader crawls 8 million feeds
* Google Reader is the only major feed reader that keeps the entire history for all the feeds. [..]

* 70% of the Google Reader traffic comes from Firefox (a lot of geeky users) [..]

* future features:
- very soon: internationalization, feed recommendations, accepting pings sent to Google Blog Search
- in the near future: simple clustering based on links (posts that link to the same page), adding comments to the shared items
- idea for monetization: adding AdSense ads and sharing the revenue with publishers, assuming they use AdSense

[tags]GoogleReader[/tags]

Blase, que? Eine Replik

Nachdem ich ein weiteres Mal das Ausrufen einer Blase angeprangert hatte, reagierte Andreas Göldi und ging auf meine Argumente gegen das Vorhandensein einer Internet-Blase ein. Leider bin ich nicht eher dazu gekommen, darauf zu antworten. Da ich auch jetzt eher wenig Zeit habe und außerdem fürchte, meine Leser mit dieser Thematik langsam zu nerven (oder, schlimmer noch: zu langweilen), fasse ich mich kurz. Eine Replik:

Andreas Göldi schreibt :

Google ist an der Börse derzeit 44mal seinen Jahresgewinn wert. Yahoo 46mal. eBay 36mal. XING 54mal. Amazon.com 119mal(!). Zum Vergleich: für die Aktien des obszön profitablen Quasi-Monopolist Microsoft wird nur 20mal der Gewinn bezahlt.

Mag sein. Die Zahlen kenne ich im Einzelnen nicht und werde das jetzt auch nicht nachprüfen. Aber auch wenn das sich jetzt wie Bubbletalk anhört -und ich weiß um die Ironie-, wenn vor die Wahl gestellt, würde ich bevorzugen, mein Geld in Google zu investieren statt Microsoft, weil in ersterem mehr Wachstumspotential steckt. Microsofts Geschäftsmodell (Verkauf von Software, namely Win und Office) ist kaputt. Das funktioniert noch heute, und auch noch morgen, aber übermorgen nicht mehr (Was viel schlimmer ist, ist die Tatsache, dass Microsofts Unternehmenskultur im Wesentlichen im Arsch ist. Aber das ist eine andere Geschichte.).

Google ist übrigens ebenfalls ‘obszön profitabel’. Es bleibt allerdings interessant zu beobachten, inwieweit die Bewertungen dieser Unternehmen an der Börse sich entwickeln, besonders XING. Hier stimme ich zu.

Göldi schreibt weiterhin:

Wer sind die Geldgeber dieser VC- und PE-Firmen? Institutionelle Investoren. Und was ist die mit Abstand bedeutendste Art von institutionellen Investoren? Pensionskassen. Und wo haben die Pensionskassen ihr Geld her? Von uns allen. Aus unseren Ersparnissen fürs Alter.

Hmm. Das ist aber schon, wie man so schön im Englischen sagt, ein Stretch. Nun weiß ich nicht im Einzelnen, wie die Gelder von VCs sich zusammensetzen. Meines Wissens nach aber fangen in den USA Pensionskassen gerade erst (wieder?) an, VCs stärker zu nutzen. Und in Deutschland dürfte der Anteil noch wesentlich geringer sein. Zumal deutsche Pensionskassen bei weitem nicht die gesellschaftliche Tragweite haben wie in den USA. Wie es in Österreich und der Schweiz aussieht, weiß ich nicht.

Ein Problem trotzalledem? Sicher, aber keins das so groß ist, wie suggeriert. Wer aber da genaue Zahlen hat, gern her damit.

Matthias sagt in den Kommentaren dazu bei medienkonvergenz.com außerdem was Interessantes:

Bei einer klassischen Börsenblase haben wir als Charakteristikum eine hohe Preistransparenz (hohe Kurswerte kann jeder sehen).

Bei VC ist das anders: In vielen Fällen ist nicht exakt bekannt, wie viel Geld ein einzelnes Startup-Unternehmen bekommt bzw. wie eine VC-Firma ihre Gelder ingesamt verteilt (auch vom Risikograd her gesehen). Hier haben wir also ein sehr hohes Maß an Intransparenz.

Man erfährt in meisten Fällen schon die Höhe auf den einschlägigen englischsprachigen Blogs. Nur die tatsächlichen Beteiligungsbedingungen bleiben oft unklar. Und in der Tat, wo ein VC-Unternehmen seine Gelder herbekommt ist ein interessanter Aspekt, über den ich bis zu diesem Artikel noch gar nicht nachgedacht hatte.

Göldi:

Kaum jemand wird bestreiten, dass die Immobilen- und Kreditmärkte in den USA kürzlich eine Bubble erlebt haben, die gerade am Platzen ist. Und einen viel mehrheitsfähigeren Markt als Immobilien gibt es wohl kaum. Eine Bubble kann nicht nur entstehen, wenn ein kleiner Markt für zu gross gehalten wird.

Stimmt. Ich bestreite auch nicht, dass eine Überhitzung auch im Internetmarkt stattfinden kann, logisch. Ich schrieb damals:

Natürlich kann es auch hier wieder zu einer Blase kommen. So wie in jedem Markt. Ob Immobilien, oder Internet oder weißderfuchs. Überhitzung ist überall möglich. Deswegen ist aber nicht jeder Boom automatisch eine Blase.

In den Zeiten der Dotcom-Blase war das Problem, dass es riesige Investitionen gab und quasi keinen Markt. Oft wird heute suggeriert, es sei immer noch so, dass es im Internet keinen Markt gebe. Und das ist Quatsch.

mspro schreibt bei mir in den Kommentaren zum Beispiel:

1. Es wird herausgefunden werden, dass im Internet kaum* Geld zu verdienen ist.[..]
* Sicher. Geld wird hier und da verdient werden. Aber nur vereinzelt und kurzfristig und eben nicht das große Geld. Abgesehen von Google und Co. Aber als Venture Capitalist brauchst Du das große Geld für den ROI. Also: Blase.

Halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Mittel- bis langfristig wird das Netz die zugrundeliegende Infrastruktur für die Distribution von nahezu allen Medienformen (Text, TV, Radio) liefern. Hier nur von vereinzelten Einnahmemöglichkeiten zu sprechen, ist schlicht Unfug. Da habe ich nicht mal Lust, darüber zu diskutieren. (Wobei ich mspros anderes Argument -”Es werden aus den (oft guten) Ideen offene Standards entstehen, an denen niemand verdient aber alle profitieren.”- durchaus teile. Viele Seiten werden Schwierigkeiten bekommen, wenn sich offene Standards durchsetzen. Aber das wird noch dauern und aufgrund von Ausdifferenzierungen in den Zielgruppen beiweiten nicht jeden Dienst betreffen, aber das ist eine andere Geschichte.)

weiter im Text von Herrn Göldi:

“Die Kosten für Startups sind heute viel geringer.”
Das sind sie zweifelsfrei. Umso schlimmer, denn hohe Einstiegskosten in einen Markt würden wenigstens Barrieren errichten, die den Wert der Firmen in dem Markt tendenziell steigern. In der ersten Internet-Bubble musste man wenigstens noch etwas Kapital haben, um eine richtig grosse Website aufzuziehen. Heute, wo jeder Hobbyprogrammierer mal schnell aus Open-Source-Versatzstücken ein weiteres Social Network zusammennageln kann, sind die Einstiegshürden sehr viel niedriger geworden. Und das müsste eigentlich nach elementaren ökonomischen Gesetzen zu niedrigeren Firmenbewertungen führen. Müsste. Tut es aber kaum.

Wissen Sie, wieviele neue Dienste täglich erscheinen? Kennen Sie Seiten wie das Museum of modern betas? Die meisten Webdienste werden nie Venturekapital erhalten; und werden es auch nicht brauchen. Nur ein Bruchteil erhält Kapital.

Ich denke eher, das die extrem niedrigen Eintrittsbarrieren dazu führen, dass am Markt die ganze Bandbreite der Möglichkeiten an den Start geht. Von Nullcheckern mit Totgeburten bis hin zu den Visionären mit dem nächsten großen Ding.

..schrieb ich in den Kommentaren.

Webdienste brauchen verhältnismäßig wenig Kapital und versprechen viel Potential. Das Risiko für die VCs, viel Geld zu verlieren, ist nicht so hoch wenn in the first place verhältnismäßig nicht viel reingesteckt wird. Ich will das Biotechunternehmen sehen, das mit 5 Millionen $ weit kommt. Ein Webdienst kann mit so einer Summe viel Amazon S3-Webspace und -Traffic bezahlen.

Und was ist es dann?

Wenn es keine Blase ist, was ist es dann?

Matthias hat die aktuelle Situation recht gut als eine ‘Inflation der Webdienste’ umschrieben:

Blasen im wirtschaftlichen Sinn bilden sich im Allgemeinen an Börsen. Und wie hier treffend festgestellt wird, ist von einer Börsenblase weit und breit nichts zu sehen.

Ich finde deshalb auch, dass der Begriff “Blase” unglücklich und falsch verwendet wird. Besser wäre es vielleicht, von einer “Inflation” zu sprechen. Bei einer Inflation verhält es sich so, dass von einem Gut immer mehr auf den Markt kommt und die gesunde Relation von Angebot und Nachfrage aus den Fugen gerät.

und

Eine Inflation muss aber nicht zwangsläufig “platzen” wie eine Blase. Sie kann sich auch über einen längeren Zeitraum hinweg wieder zurückbilden (man denke etwa an den berühmten Schweinezyklus).

(Hervorhebung von mir)

Hunderprozentig passt das auch nicht, aber es trifft die Situation besser als das sprachliche Bild der Blase. Ich will es jetzt erstmal dabei bewenden lassen.

So, doch länger geworden als geplant.

 

Sie sahen eine Replik zu: Beobachtungen zur Medienkonvergenz » Krieg der Definitionen, oder: Was ist eigentlich eine Bubble?

[tags]Blase[/tags]

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