SocialNetwork für Serienjunkies mit BitTorrent-Anbindung – Tioti ist wieder da

tioti-logo2

Tioti (“Tape It Of The Internet”) ist wieder da.

Das Social Network für Serienfreunde, das ich Anfang des Jahres ausführlich vorgestellt hatte, ging vor einigen Monaten mehr oder weniger vom Netz um die weitere Entwicklung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also auch ohne die PrivateBeta-Tester, weiterzuführen.

Seit heute wird die PrivateBeta-Phase von Tioti fortgesetzt.

Features

Für genauere Infos empfehle ich mein damaliges Review von Tioti. Neuerungen halten sich, abgesehen von grafischen Anpassungen in Grenzen.

Nach wie vor gibt man seine Lieblingsserien ein. Und erhält darauf aufbauend beispielsweise Empfehlungen für Serien, die einem auch gefallen könnten.

Einzelne Episoden von Serien kann man nun entweder per itunes etwa erwerben (‘Premiumdownload’) oder -oft illegal- über BitTorrent runterladen. Links zu Torrentdateien von einzelnen Episoden werden dabei direkt in Tioti angezeigt.

Neu sind nun auch Links zu offiziellen Streamingangeboten von Serien. In den USA haben die großen Networks letztes Jahr begonnen, ihre Serien in hoher Auflösung auch auf ihren Seiten zeitnah zur regulären Ausstrahlung im TV als Stream im Netz zur Verfügung zu stellen. Für Interessierte von außerhalb der USA sind solche Angebote allerdings nicht zugänglich (wäre ja auch zu schön).

Am interessantesten und gleichzeitig gefährlichsten für Tioti ist dabei der Favourites-Feed. Torrentdateien aktueller Episoden von als Favoriten angegebenen Serien werden hier automatisch in einem RSS-Feed eingebunden. So praktisch das automatische Downloaden der Episoden (etwa mit Miro) ist, so selten dürfte das legal sein. Entsprechend steigt mit dem Erfolg das Risiko für Tioti. Der Hinweis auf itunes-Links dürfte da kaum reichen.

Fazit

Nachwievor ist die Idee gleichzeitig genial (ein Social Layer über der effizientesten Art, heutzutage TV zu konsumieren; verbunden mit einer Erleichterung des Gebrauchs) und doomed from the start (wenn tioti erfolgreich wird, sind Urheberrechtsklagen nahezu unvermeidlich). Es bleibt abzuwarten, wie und ob Tioti diesen Spagat meistern wird.

TIOTI-Favorites-2007-09-18
a couchpotatoes favorites

5 Einladungen für tioti habe ich zu vergeben. Das übliche Kommentarprozedere, first come first served.

[tags]tioti, BitTorrent[/tags]

New York Times’ TimesSelect endet heute – zu recht

Vor einem reichlichen Monat hatte ich bereits darüber berichtet, dass die New York Times ihr Paid-Content-Angebot “Times Select” einstellen und die dort enthaltenen Texte, wie etwa die Kolumnen, künftig frei zugänglich machen wird.

Heute ist es nun soweit. Interessante Begründung, mit für Netizens eher offensichtlichen denn überraschenden Erkenntnissen:

What changed, The Times said, was that many more readers started coming to the site from search engines and links on other sites instead of coming directly to NYTimes.com. These indirect readers, unable to get access to articles behind the pay wall and less likely to pay subscription fees than the more loyal direct users, were seen as opportunities for more page views and increased advertising revenue.

“What wasn’t anticipated was the explosion in how much of our traffic would be generated by Google, by Yahoo and some others,” Ms. Schiller said.

Erstaunlich, wenn man einmal im Detail sieht, wie sehr Vertreter der alten Medien das Netz nicht verstanden haben oder hatten. Der New York Times muss man zugute halten, dass sie aus ihren Fehlern gelernt haben und die richtigen Schlüsse gezogen haben.

 

Und in good ol’ “you’ve heard it here first”-style zitiere ich mich selbst:

Mit der Zunahme an partizipativen Medien geht der Erfolg von Bezahlcontent somit zwangsläufig zurück. Denn Erstere entziehen Zweiterem Aufmerksamkeit und damit die Existenzgrundlage, muss ihre stetig zunehmende netzumspannende Diskussion doch ohne ihn stattfinden.

und anschließend Mathew Ingram:

In any case, I think allowing bloggers and other sites to link freely to columnists and other writers at the Times will help increase the discussion around the issues the paper writes about, and that will benefit the Times in the long run.

und Jeff Jarvis:

TimesSelect is dead. It was a cynical act doomed from the start. With it goes any hope of charging for content online. Content is now and forever free.

No one with sufficient experience ever thought that TimesSelect made good business sense. [..]

And TimesSelect cost the paper much more in the internet age: It took the Times columnists out of the conversation and reduced their influence in America and worldwide. Worse, it diluted the paper’s Googlejuice.[..]

Whether or not content wants to be free, it is free.

Ob es einem gefällt oder nicht, eingezäunter Bezahlcontent funktioniert nicht. Und wird es auch nicht mehr.

Seiten mit eingeschlossenem Bezahlcontent sind wie kleine, äußerst triste Inseln, getrennt durch das Bezahlmeer von einem pangäagleichen Kontinent, auf dem eine riesige, nicht endenwollende Freecontentparty stattfindet.

Be part of the discussion or die. That simple.