StudiVZ und das damalige Angebot von Facebook

Es war allgemein bekannt, dass Ende 2006 Vertreter von Studivz in den USA waren und mit Facebook über einen Verkauf verhandelten. Bekanntlich wurde daraus nichts und Holtzbrinck übernahm das Studentennetzwerk.

FAZ-Blogger Holger Schmidt hat nun Details des damals anvisierten Deals zwischen Studivz und Facebook auf seinem Blog veröffentlicht. Da er nichts zu seiner Quelle sagt, genießen wir das mal mit Vorsicht. Sollte es stimmen, ist das durchaus interessant:

Holtzbrinck und Springer bieten Geld, Facebook-Chef Mark Zuckerberg dagegen einen 5-Prozent-Anteil an seinem Unternehmen. Damals ist gerade die Yahoo-Offerte für Facebook über eine Milliarde Dollar bekannt geworden, was den 5-Prozent-Anteil mit 50 Millionen Dollar bewertet hätte.

Selbst wenn man annimmt, dass die aktuell für Facebook anvisierten 15 Milliarden $ überzogen sind, hätte man mit 5% an Facebook einen richtig guten Deal gemacht.

Interessant auch:

Auch weil StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani darauf besteht, das gleiche Gehalt wie Zuckerberg zu beziehen, platzt der Deal.

Größenwahn, anyone?

 

» Netzökonom : Wie StudiVZ 750 Millionen Dollar vergeigte

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
Marcel Weiß auf Twitter und auf Facebook abonnieren. (Mehr)

  • Rob

    Auch wenn eine 5%-Beteiligung an Facebook im Nachhinein lukrativer gewesen wäre, haben die StudiVZ-Gründer mit der Übernahme durch Holzbrink einen astronomischen Deal gemacht.

    Bei Darianis angeblicher Forderung, dasselbe Gehalt wie Zuckerberg zu erhalten, schlägt ein Punkt ganz besonders negativ zu Buche: StudiVZ ist Facebook von seiner ganzen Idee wie auch vom Layout zum Verwechseln ähnlich. Sich mit einer „Imitation“ auf dieselbe Stufe stellen zu wollen wie der eigentliche „Innovator“ ist wohl aus privatwirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar. Im Lichte der öffentlichen Debatte über diese offensichtliche „Ähnlichkeit“ wirkt eine solche Forderung eher anmaßend.

  • Das sehe ich auch so. Für eine mehr oder minder gute Kopie das gleiche Gehalt? Also bitte…

    Interessant wäre noch zu wissen, wie hoch denn das Gehalt von Mark Zuckerberg so ist: Mr. Neunetz, please! ;-)

  • Rob: Genau, ‚anmaßend‘ ist da noch ein Euphemismus. Sollte es sich tatsächlich so zugetragen haben, würde das einiges über Darianis Charakter sagen (was man allerdings auch so schon ahnen könnte).

    Matthias: Das ist etwas, das wahrscheinlich nicht mal der Scobleizer weiß. :D