Archive for Januar, 2008

Free und Premium: Entscheidungshilfe für Startups

oder: Über die Entscheidungsfindung zur Differenzierung zwischen kostenlosen Basis- und kostenpflichtigen Premiumfunktionsbündeln für Internetstartups

Martin hat auf zweinull.cc die Webdienste aufgezählt, für die er bezahlt und auch die Gründe dafür aufgezählt (für web.de mail bezahlen? Ernsthaft?). Dabei war auch das deutsche Businessnetzwerk Xing. Ein guter Anlass, um über etwas zu schreiben, das mir schon länger durch den Kopf geht. Denn Xing hat meines Erachtens die Basisaccounts zu weit beschnitten und riskiert damit das eigene Wachstum. Aber fangen wir vorn an.

 

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Neben Finanzierung über Werbung ist das zweithäufigst anzutreffende Geschäftsmodell im Netz eine Aufteilung des Angebots in kostenlose Basisaccounts und kostenpflichtige Premiumaccounts, die mehr Funktionen als erstere bieten.

Diese Aufteilung ist, im Gegensatz zum Verfolgen eines ausschließlich kostenpflichtigen Angebots, sinnvoll, da besonders Seiten, die auf User Generated Content setzen und auch und besonders Social Networks für alle Mitglieder -also auch die zahlenden- immer mehr an Nutzen gewinnen, je größer sie sind (das Verhältnis Nutzenzuwachs zu Communityzuwachs ist allerdings nicht für jede Wachstumsphase gleich, das ist aber wieder eine andere Geschichte). Generell ist es für alle Webdienste sinnvoll, einen irgendwie gearteten kostenlosen Bereich anzubieten, aus Marketinggründen (viral usw.).

 

Entscheidungsfindungshilfe bei der Trennung zwischen Free- und Bezahlbereich

Wenn man als Startup nun evaluiert, welche Funktionen man kostenlos feilbietet und für welche man den Nutzern Geld abknöpfen möchte, gibt es ein paar grundlegende Überlegungen über das eigene Angebot anzustellen, welche Funktionen wieviel Nutzen stiften.

Diese Überlegungen können anhand des Kano-Modells konkretisiert werden. Das Kano-Modell teilt Kundenanforderungen/Funktionen in drei Gruppen ein:

  • Basisanforderungen: werden vom Kunden vorausgesetzt, fallen erst auf, wenn sie fehlen Bsp.: Kühlleistung eines Kühlschranks
  • Leistungsanforderungen: sind Kunden bewusst, schaffen je nach Realisierungsgrad Zufriedenheit oder Unzufriedenheit Bsp.: Design des Kühlschranks
  • Begeisterungsanforderungen: geringer Erfüllungsgrad sorgt nicht für Unzufriedenheit, hoher Erfüllungsgrad steigert aber Kundenzufriedenheit enorm Bsp.: Umweltverträglichkeit des Kühlschranks

(Bsp. nach Uwe Götze, Kostenrechnung und Kostenmanagement)

Wenn man jetzt entscheiden muss, wie man die auf der eigenen Seite angebotenen Funktionen aufteilt, sollte das meiner Meinung nach folgendermassen aussehen:

  • Free- bzw. Basisaccount: Basisfunktionen und so viele Leistungsfunktionen wie möglich (möglichst alle)
  • Bezahl- bzw. Premiumaccount : Begeisterungsfunktionen

Begründung:

Aus den oben bereits angesprochenen Gründen müssen SocialNetworks und ähnliche communitygetriebene Webdienste, um erfolgreich zu sein, so viel wie möglich kostenlos anbieten um so viele Nutzer wie möglich zu akquirieren .

Man kann es zynisch mit Drogen vergleichen (Sie wissen schon, der andere Wirtschafstbereich, der seine Kunden auch User nennt): Kostenlos anfixen, süchtig machen und wenn sie dann nach mehr gieren, ‘abkassieren’.

Man könnte auch sagen, dass der Erfolgsweg ist, die User so glücklich mit dem eigenen Angebot zu machen, dass sie das ganze Paket wollen. Einfach weil es sich richtig anfühlt. Kundenbindung etc. etc.

 

Welche Funktionen auf meiner Seite sind aber nun Basis-, Leistungs- oder Begeisterungsanforderung?

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Jeder sollte seiner Community immer genau zuhören und darauf achten, was sie wünscht usw.

Jedes Webstartup hat im Grunde im eigenen Produkt meist eine permanentes Marktanalysetool, mit dem sich genau herausfinden lässt, was die eigenen Kunden wünschen. Man muss ihnen nur zuhören. Oder sie einfach mal fragen. Andere Unternehmen wären froh für diese Möglichkeit des permanenten direkten(!) Kontaktes zu ihren Kunden.

Im Gegensatz zu anderen Wirtschafstzweigen gibt es in diesem speziellen Fall der Aufteilung der Funktionen außerdem noch ein recht einfachen Lackmustest :

Man stelle sich folgende Frage: Würde die eigene Seite auch eine lebhafte Community anziehen, wenn es nur die Funktionen gäbe, die für die kostenlosen Basisaccounts freigeschaltet sind?

Falls die Antwort darauf ja ist, kann man die weiteren Funktionen je nach Konkurrenzsituation entweder ebenfalls ein stückweit in die Schlacht werfen oder für die Monetarisierung als Premium anbieten.

Falls die Antwort nein lautet, zurück auf Los und keine 4000 Euro einziehen.

 

Beispiel Xing

Kommen wir zurück zu Xing: Ich habe dort lediglich einen kostenlosen Basisaccount. Was ich damit nicht kann und mir soweit auf- und missfiel:

  • Nach anderen suchen
  • anderen als Erster in einer Konversation eine Nachricht schreiben

Während Ersteres noch verkraftbar ist und grenzwertig noch in die Kategorie Leistungsanforderung fallen könnte ist der zweite Punkt untragbar.

Das Nachrichtenschreiben, auch das Beginnen einer Konversation, sind Basisanforderungen an SocialNetworks. Nur wenig stellt so klar eine Basisanforderung in diesem Fall dar.

Was die Auswirkungen dieser Entscheidung von Xing sind: Wenn ich mit jemand Kontakt aufnehmen will, gehe ich auf dessen Profil und schaue nach Möglichkeiten, das außerhalb der Plattform zu machen -Email in der Regel-. Genau: Die Interaktion findet nicht mehr auf der Plattform selbst statt. Beide Parteien haben verloren: Es ist umständlich für mich als Nutzer, weil ich selbst für einen kurzen Satz an ein anderes Mitglied durch Reifen springen muss. Und Xing verliert maßgeblich an Stickyness.

Den 17jährigen, die heute bereits mit SocialNetworks aufgewachsen sind, wird es nur schwer zu vermitteln sein, für das, was sie seit je her (und vor allem auch: überall sonst) kostenlos geboten bekommen, bei Xing zu bezahlen.

Kurzfristig mag diese Entscheidung zu höheren Einnahmen führen, aber langfristig wird es Xing Boden kosten. Denn was nützt es mir, Xing-Premiummitglied zu sein, wenn mich andere Personen aus meiner Branche auf Facebook (bspsweise) oder per Email anschreiben, weil sie es auf Xing nicht können?

Basisanforderungen kostenpflichtig zu machen, führt zu einer Lose-Lose-Situation.

Beispiel für eine Begeisterungsanforderung bei Xing: Die auch nur als Premiummitglied verfügbare Möglichkeit, einzusehen, wer auf meinem Profil war. Ein weiteres Beispiel ist die Einstellung von Angeboten auf dem Marketplace.

Hypemachine Zeitgeist

hypem-z2Bei der hier im neunetz.com-Headquarter heißgeliebten Hypemachine hat man die Topkünstler, -songs und -alben von 2007 zusammengestellt. Hier kann man nachlesen, wie die Listen erstellt wurden.

Die besten Songs kann man alle auch direkt auf der hypemachine anhören. Nett.

hypem-zeitgeist

 

(via Nerdcore)

StudiVZ has lost the plot

gapingvoid-markets

Es folgt eine lange Analyse über die eben bekanntgewordenen Pläne von StudiVZ (neue ÜberVZ-Seite, proprietäre Schnittstelle mit Zugangsbeschränkungen) mit Begründungen, warum es eine Reihe von Fehlentscheidungen ist.

Okay, ganz so schlimm wie in der bildesken Überschrift ist es nicht, aber Hut ab in Richtung StudiVZ für das konsequente Verfolgen der unsinnigsten Netzwerkstrategie seit AOL versuchte, seine Kunden einzuschließen ever:

Wir werden unmittelbar nach dem Übergang auf die neue Softwarearchitektur unsere VZ-Markenfamilie in dem Segment oberhalb von StudiVZ erweitern. Die neue Marke richtet sich an alle Freunde unserer StudiVZ-Nutzer, die nicht mehr studieren oder gar nicht studiert haben.

so StudiVZ-CEO Marcus Riecke im Interview mit Holger Schmidt von der FAZ

Das Geräusch, das Sie eben vernahmen, war mein Kopf, der dezent auf der Tischkante aufschlug. Als Holtzbrinck bei bookya einstieg, wunderte ich mich noch, warum man eine solche Funktion -eine Onlinebücherbörse- nicht bei StudiVZ selbst einbaute, und ich schrieb am Ende halb im Scherz:

Stattdessen erwartet man, dass der Student, der bereits auf Studivz angemeldet ist, sich auch noch bei bookya anmeldet. Der Student, der als Schüler bei schuelervz angemeldet war. Und sich irgendwann nach dem Abschluss dann bei Alumnivz und in ein paar Dekaden bei rentnervz anmeldet? Ich bin dann mal auf facebook.

‘Halb’ im Scherz weil ich ahnte, dass man soetwas Ähnliches tatsächlich plant.

Wie meschugge muss man sein, um mehrere parallele Netzwerke aufbauen zu wollen wenn man alles unter einem Dach machen könnte? Hat man bei StudiVZ/Holtzbrinck Angst vor dem Netzwerkeffekt? Warum beginnt man immer wieder nahe bei Null? Lust an der Herausforderung? Masochismus?

Zumindest plant man diesmal eine Durchlässigkeit zwischen den Seiten. StudiVZ-CEO Riecke:

Es wird eine große Durchlässigkeit zwischen StudiVZ und der neuen Marke geben. Wir wollen den Nutzern keineswegs vorschreiben, ob sie bei StudiVZ bleiben oder zur neuen Marke wechseln. Wir erwarten, dass viele ehemalige Studenten die neue Marke bevorzugen. Auf der neuen Plattform können die Nutzer auch ihre Arbeitgeber-Kontaktdaten sehr viel ausführlicher angeben.

Das Auslandsengagement von StudiVZ ging zum Großteil in die Hose weil es keine Verbindungen der Seiten untereinander gab -im Gegensatz zu wahrlich globalen Seiten wie Myspace und Facebook ein nicht unerheblicher Nachteil. Der so selbstgeschaffene Mehraufwand, wenn man in jedem Land komplett bei Null beginnt, war wohl doch größer als vermutet.

Jetzt macht StudiVZ aber wieder einen ähnlichen Fehler . Die Leute bauen sich ihr Netzwerk in StudiVZ auf und sollen nach Studienabschluss das Gleiche an anderer Stelle nochmal machen. Selbst wenn man soziale Verbindungen und vielleicht andere Daten (archivierte Privatkorrespondenz? Gruppenzugehörigkeiten? Bilder und dort Verlinkte?) übernehmen kann, ist diese Vorgehensweise, gelinde ausgedrückt, abstrus.

Was man stattdessen hätte machen sollen

Das Gleiche, was das andere große dt. Social Network (OpenBC->Xing) gemacht hat: Goodbye zum Namen sagen und die Community auf einen passenderen Namen umziehen. Und dort unter einem Dach das gesamte Netzwerk zusammenführen. Denn Studenten haben auch *gasp* Nichtstudenten als Freunde. Warum an dieser unnützen Trennung festhalten? Oder umgedreht gefragt: Warum nicht gleich richtig machen und eine eigene Seite für jedes Bundesland oder gar jede Universität? Eben, es ist kontraproduktiv.

Die Trennung von SchuelerVZ und den anderen Seiten ist richtig aufgrund des nötigen Jugendschutzes (jetzt mal abgesehen davon ob das und inviteonly für den Schutz ausreichen). Aber alles andere, selbst wenn die
Seiten irgendwann untereinander kommunizieren können sollten, macht es für die Nutzer komplizierter als nötig.

Möchte man den Leuten ermöglichen, sich verschiedenen Personenkreisen unterschiedlich zu präsentieren, kann man das auch über granulare Privacyeinstellungen und verschiedene Versionen von Userprofilen in Verbindung mit Freundeslisten realisieren. Dazu muss man keine zusätzliche Seite aufsetzen.

Vor allem: Welche der beiden Vorgehensweisen kann man seinen Nutzern wohl eher vermitteln? (Und außerdem: Werden Leute die vom StudiVZ ins ÜberVZ ziehen, dann doppelt gezählt? Wäre eine schöne Inflation der VZ-Gesamtzahlen.)

Weitere Punkte des Gesprächs:

  • “gesamte Softwarearchitektur komplett umgeschrieben”
  • Man konzentriert sich jetzt ganz auf das deutsche Geschäft.
  • Keine öffentlichen, indizierbaren Profile.
  • Break Even ist bei StudiVZ 2007 erreicht worden.
  • Mitglieder StudiVZ und SchülerVZ zusammen 7,5 Millionen
  • Umsatz StudiVZ 2007: “einstelliger Millionenbetrag”
  • Ein eigener Newsfeed wird “geprüft”
  • Einen Beitritt zu OpenSocial hält man nun für wahrscheinlich. (Vor wenigen Wochen wurde das noch kategorisch abgelehnt.)

Außerdem:

Eine proprietäre Schnittstelle mit Zugangsbeschränkungen..

StudiVZ-CEO Riecke hierzu und zum eventuellen Einstieg bei OpenSocial:

Es kann durchaus sein, dass wir Applikationen, die wir mit einem externen Entwickler erarbeiten, für uns behalten wollen. Wenn wir eine tolle Idee haben, macht es Sinn, wenn diese Idee in einem anderen Netzwerk nicht funktioniert. Die Applikationen sind ein Weg zur Differenzierung im Wettbewerb. Das Vorgehen hält uns alle Möglichkeiten offen: Wir können Anwendungen komplett allein entwicklen, wir können Anwendungen über die proprietäre Schnittstelle mit einem ausgewählten Entwickler erarbeiten oder wie bieten eine offene Schnittstelle an.

Eher heute hatte ich einen Artikel zu den aktuellen Facebooknews angefangen, den ich jetzt nicht mehr bringen werde (Am besten dem Link folgen, dort steht alles Wichtige). Ich schrub unter Anderem:

Facebook ist der Early Mover, der seinen Vorsprung immer weiter ausbaut.

Der Early Mover auf einem Markt, von dem man im Holtzbrinck/Studivz-Lager noch gar nicht zu wissen scheint, dass er überhaupt existiert.

Das muss ich nun korrigieren: StudiVZ hat diesen Markt mittlerweile gesehen. Ihn aber leider völlig falsch eingeschätzt.

Denn StudiVZ-CEO Riecke weiter:

Dann sollen alle Entwickler mal programmieren und die beste Anwendung soll sich auf der Plattform durchsetzen. Dieser letzte Punkt war der ursprüngliche Facebook-Weg. Das hat zu einer Vielzahl von Applikationen geführt. Wir sind nicht überzeugt, dass die Nutzer sie alle haben wollen.

Riecke liest scheinbar zu viele schlechte deutsche Blogs (schlechte deutsche Blogs? Ein Pleonasmus ?).

..ist der falsche Weg

Ich bringe den Vergleich aus meinem Artikel über die strategische Relevanz von (offenen) Plattformen gern nochmal:

Man muss Facebook, um das Konzept dahinter zu begreifen, mit einem Betriebssystem wie Windows und dessen Programmvielfalt vergleichen. Man kann natürlich argumentieren, dass 95% der Windowsprogramme kein oder kaum ein Windowsnutzer braucht. Stimmt. Ist dann aber die daraus gezogene logische Schlussfolgerung, dass ein Windows die optimale Lösung ist, bei dem Microsoft bestimmt, welche Programme darauf laufen dürfen?

Oder hat der Markt vielleicht für eine bessere Gesamtlösung gesorgt?

Hätte man ein Betriebssystem mit Zugangsbeschränkungen und eins ohne: Welches wäre nützlicher?

DAS ist der Punkt. DAS muss man verstehen als (Big) Player im SocialNetwork-Segment.

Auf bubblegeneration würde man jetzt davon lesen, dass StudiVZ/Holtzbrinck, die bei jeder Weggabelung traumwandlerisch die falsche Entscheidung zu treffen scheinen, schlicht die falsche DNA für diesen Markt mitbringen. Sie scheinen unfähig, das Internet zu verinnerlichen und seine Eigenschaften für sich nutzen zu können. (Lustigerweise das genaue Gegenteil zu Facebook)

Ja, sie haben noch nicht einmal begriffen, was ihre künftige Rolle ist. (Hint: Infrastrukturanbieter)

Mit Müh und Not hat man bei StudiVZ jetzt bekanntgegeben, dahin zu gehen, wo Facebook im Mai letzten Jahres ankam und der Rest der SocialNetwork-Welt im Herbst letzten Jahres entschied, ebenfalls hinzugehen.

Da will man also bei StudiVZ jetzt plötzlich auch hin, aber nur so halb. Irgendwie. Den Kuchen behalten und ihn essen:

StudiVZ setzt auf offenen Protektionismus und will versuchen, so Alleinstellungsmerkmale aufzubauen. Es könnte lustig werden zu beobachten, ob(!) man tatsächlich Entwickler überzeugen kann, die Überapp, statt für Zig Millionen von Facebookern oder per OpenSocial erreichbaren Nutzern, exclusiv für das im Vergleich dazu mickrige VZ-Netzwerk zu bauen. Und dann der nette indische Student von nebenan in Windeseile das Gleiche für Facebook umsetzt- nachdem es 5 andere vor ihm in verschiedenen Varianten für jeden Geschmack umgesetzt haben. Ob man dann als ehemaliger Facebook-Clon versuchen wird, Facebookapp-Entwickler abzumahnen? Oder wie auch immer man in anderen Ländern dann vorgehen müsste.

Selbst wenn man die Vormachtstellung in Deutschland für spezielle regionale Apps exclusiv für StudiVZ ausnützen wöllte, bezweifle ich, dass das klappen würde. StudiVZ kommt dafür etwas spät. Facebook hat eine ausgewachsene Plattform und einen baldigen Deutschlandstart. Ob der Vorsprung der Größe von StudiVZ ausreichen wird eine Gängelung bezüglich Exklusivität zu rechtfertigen? Nun, das wird sich zeigen. Dafür steht aber mal besser eine funktionierende Plattform parat. Etwas, an dem man bei der Vergangenheit von StudiVZ, was die technischen Belange angeht, wohl zweifeln darf. Angesichts der Probleme von OpenSocial scheint das Umsetzen einer Plattform wie F8 nicht so trivial wie man vielleicht vermuten könnte. Eine funktionierende StudiVZ-Applikation, die mehr als ein Widget ist, sehen wir sicher frühestens Ende ‘08 -wenn überhaupt.

Abgesehen davon wird StudiVZ/Holtzbrinck sowieso mit traumwandlerischer Sicherheit genau die Applikation(en) ablehnen, die auf Facebok zu Killerapplikation(en) werden wird..

 

Es fällt immer wieder darauf zurück: Es ist keine taktische sondern eine strategische Entscheidung, die langfristig(!) über Gedeih und Verderb von Plattformen bzw. WebOS -und die sind die nächste Stufe in der Evolution von Social Networks- entscheiden wird: Markt oder Hierarchie. Was hat mehr Potential Nutzen zu stiften und damit Nutzer zu binden und selbst weiter zu wachsen?

Meine Meinung dazu ist hinlänglich bekannt.

 

(pic by gapingvoid )

Deutsches Facebook “in wenigen Wochen”

Robert Scoble hat in Davos mit Facebook-CEO Mark Zuckerberg über Gott Facebook und die Welt gesprochen. Das Wichtigste:

They are within weeks of shipping translated versions of Facebook.

Interessant auch:

They are working on a major overhaul of the application platform. Both to make apps less spammy and also to deliver much more functionality so more apps move beyond the viral, but pretty low feature, styles of apps.

und

I told him that Facebook’s messaging capabilities was both cool but also very limiting. Cool because, unlike my email, there isn’t spam. Limiting because I can’t join more people into a conversation thread after it starts. He told me that Facebook will see major changes in its architecture that would allow outside developers to build new capabilities in major parts of its service, which will help Facebook to see the features that I want to have.

Alles in Allem interessante Einsichten, die mich in meiner Wahrnehmung bezüglich Facebooks Plattform bestätigen: Wir sind immernoch am Anfang.

3 tolle last.fm-Mashups

Da wir eben bei last.fm sind, hier ein paar Dienste, die man als last.fm-Nutzer ruckzuck personalisieren und nutzen kann:

idiomag ist ein Flashmusikmagazin mit Artikeln, Fotos (teilweise von flickr) und Songs. Durch Eingabe des Nutzernamens bei last.fm (oder Pandora, MOG usw.) bekommt man sofort ein auf die eigenen Präferenzen zugeschnittenes Magazin. Das funktioniert erstaunlich gut. Die ersten Artikel, die mir angezeigt wurden, waren meinen Präferenzen entsprechend von Hot Chip und Sigur Ros. Sehr nett. Auch wenn mir ein Flashmagazin in Zeiten der von mir heißgeliebten hypemachine leicht antiquiert vorkommt. Aber das kann auch nur an mir liegen.

idiomag

 

Das hier schon mal vorgestellte last.tv verbindet last.fm und youtube. Einfach once again last.fm-Usernamen angeben, auswählen ob man Freunde und/oder Geschmacksnachbarn mit einbeziehen will, und abgeht die Sauße: Videoclips von den Musikern, die man mag. Weitere Möglichkeiten, Musikclips online zu schauen findet man in diesem Artikel.

 

Mit ExitAhead kann man nach Platten von den Lieblingsmusikern auf Ebay suchen. Sehr nette Idee für Vinylsammler.

Die Anzeige ist schnörkellos und funktionell:

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Noch mehr last.fm-Mashups findet man in der Datenbank von programmableweb, der Anlaufstelle Nr.1 wenn es um Programmierschnittstellen geht.

(übrigens all die genannten Dienste sind weitere Beispiele für die Nützlichkeit von APIs )

last.fm: free on demand Musik (dreimal)

last.fm erlaubt jetzt kostenlosen Direktzugriff auf das Streamen von Tracks und Alben. So ein bisschen.

Ähnlich Imeem werden Songs auf last.fm (alle 4 Majors sind dabei) jetzt ganz ausgespielt und die Musiker/Labels für das Abspielen ihrer Lieder bezahlt- finanziert über Werbung.

Vorher konnte man nur vereinzelte Songs über die Radiostationen ganz anhören. Direkt anwählen konnte man diese nicht (absurde 30sekunden-Previews waren direkt anwählbar).

Erreichbar ist das neue Feature in den USA, UK und Deutschland.

So weit, so gut. Aber jetzt kommt das Verrückte: Diese kompletten Songs kann man genau dreimal anhören. Danach versucht last.fm einem den Aboservice zu verkaufen, mit dem man dann keine Beschränkungen beim Streaming hat. Und wie das getrackt wird, ist allerdings unklar. Via Cookie? Flashcookie? IP-Adressenabgleich? (Aboservices werden btw. auch erst dann auf dem Massenmarkt funktionieren können wenn die Cloud die Wohnzimmer durchdrungen hat, frühestens also in 5 Jahren oder so).

Bin ich der Einzige, der das Knirschen der Verantwortlichen der Majorlabels hier förmlich hören kann? Ich schätze, last.fm wollte das werbefinanzierte Streaming komplett durchdrücken, da die Finanzierung dann aber kaum etwas für die Rechteinhaber abgeworfen hätte, einigte man sich auf diesen Kompromiss der irgendwie zwei Welten vereint. Babysteps are still steps, sag ich jetzt mal.

 

last.fm hat allein mit seinem Konzept Musikgeschichte geschrieben (Die De:bug schrieb einmal sehr schön sinngemäß, dass “in einer Welt, die mehr Sinn ergeben würde, last.fm und nicht myspace die größte Musikseite der Welt wäre”).

Dieses Konzept ist so genial und andersartig, dass ich immer sage ‘Man erkennt Aufschneider in Sachen Web leicht daran, dass man sich von ihnen einfach mal das Prinzip von last.fm erklären lässt’ (Hint: personalisiertes Webradio allein als Antwort reicht nicht). Hervorragend geeignet, um Berater auszusieben. ;)

Das neue Feature allerdings ist zwar besser als nichts aber trotzdem weder hü noch hott. Ein Anfang aber auch nicht viel mehr. Wäre ich ein Labelbetreiber hätte ich sowieso längst schon all meine Musik auf last.fm für das Streaming in den Tag/Nachbarschafts/wasweißich-Radiostationen hochgeladen. Und auch die direkte Anwahl von ganzen Songs ist kaum eine Gefahr für das Geschäftsmodell der Recordingindustrie (<- haha lolz, Geschäftsmodell!elf! as if).

Solange diese Direktanwahl nicht in bequeme Playlists gegossen werden kann, ist das nichts weiter als Werbung für den Song selbst. Denn was habe ich davon, wenn ich einzelne Tracks direkt anwählen kann? Das ist doch noch unpraktischer, als alle 12 Minuten aufzustehen um die Platte umzudrehen. Aber es findet im Internet statt, deshalb muss es engeschränkt werden. Nun gut, ich hör schon auf. Ich klinge negativer, als es gemeint ist, denn es ist ja ein Schritt in die richtige Richtung. Babystep halt.

Weitere Artikel zum Thema:

Holtzbrinck + Wickert = zoomer.de

Holtzbrinck startet mit zoomer demnächst ein neues Nachrichtenportal. Das Interessante dabei: Man hat Ulrich Wickert (ja, genau der) als Herausgeber gewinnen können. Außerdem wird er dort eine Video-Kolumne herausgeben.

Interview mit Wickert im (Holtzbrinck-Produkt) tagespiegel:

Ich nehme schon an der Arbeit in der Redaktion teil, diskutiere mit den Online-Redakteuren. Und später werde ich regelmäßig Videokommentare, zu Politik oder auch ganz Alltäglichem, einbringen.

Die Videos hoffentlich in einem abonnierbaren Podcastfeed. (Man wird ja noch träumen dürfen)

zoomer soll eine Mischung aus journalistisch erstellten Inhalten und user generated content werden.

Noch gibt es auf der Seite nichts zu sehen. zoomer wird in den nächsten Wochen freigeschaltet.

Bin mal “gespannt”, an welcher US-Seite man sich diesmal “orientiert” hat. Vielleicht newsvine?

siehe auch weitere Mainstreammedien

(via)

Pownce jetzt in der Public Beta

pownceDas von Veronica Mars* programmierte Pownce ist jetzt in der Public Beta und damit frei zugänglich.

Pownce ist am ehesten noch vergleichbar mit Twitter, also eine Art Microblogging-Dienst. Die Unterschiede zwischen beiden Diensten hatte ich im Artikel Twitter vs. Pownce im August letzten Jahres näher beleuchtet.

Mittlerweile hat sich aber einiges getan. Unter anderem hat Pownce seit geraumer Zeit jetzt auch eine API.

Über andere neue Features zum Start der Public Beta mehr:

* nur Spass!

Liveshopping im Überblick

myliveshoppingLiveshopping a la woot! -also ein Artikel pro Tag, bis er ausverkauft ist, den dann aber günstiger als im regulären Handel- boomt auch in Deutschland.

Wer den Überblick über die deutschen Liveshops(?) behalten will, kann das jetzt bequem auf myliveshopping.de machen. (via exciting commerce)

Noch bequemer geht’s für Feedleser. Silke von Paulinepauline hat mit Yahoo Pipes einen Feed für alle deutschen Liveshoppingdienste erstellt.

Was Joost fehlt sind Andockstellen

Das Onlinevideo-Projekt Joost, über das ich das eine oder andere Mal schrieb, feuert seinen CTO und auch die Userzahlen entsprechen nicht dem (vergangenen) Hype um das Projekt der Skypegründer.

Woran liegt es? Es fehlt der überzeugende Content. Die Software und die dahinterstehende Technologie sind nachwievor ausgezeichnet (Besonders in einer direkt an die Mattscheibe angeschlossenen Desktopbox würde sie sich gut machen). Aber wie viele andere auch, lud ich mir Joost runter, schaute ein paar mal rein und verlor dann schnell die Lust daran.

Zum einen scheinen die großen US-Networks ihre Serien und Co. lieber selbst an den Internetsurfer bringen zu wollen, ohne Mittelsmann. Das macht es btw für Interessierte außerhalb der USA auch nicht besser.

Das ist aber nur ein Teil der Probleme. Wesentlich schwerwiegender ist die Tatsache, dass Joost ein eingezäunter Garten ist. Es gibt dort nur zu finden, was die Macher hinter Joost für zumutbar gut befinden.

Es fehlen jegliche Andockstellen zum Rest des Netzes, contentwise.

Was ich statt Joost nutze: den Videoplayer Miro. Näher vorgestellt hatte ich Miro in meinem Artikel über Projekte, die auf Mozilla aufsetzen.

Mit Miro kann ich nicht nur die Tagesschau oder die Tagesthemen oder das heutejournal oder die Gigaomshow oder die Scobleshow oder .. Ich kann jeden Videocast mit im Feed encloseten Videodateien, also so wie es sein sollte, abonnieren. Ich kann gar Videos via Feeds mit eingebundenen Bittorrent-Dateien abonnieren.

The richness of the web. Auf der anderen Seite versucht Joost es ohne Andockstellen, möchte die Auswahl des zur Verfügung stehenden Contents hierarchisch statt marktgetrieben organisieren (bezeichnend für diese Vorgehensweise die Geschichte um Joosts Ablehnung an Rocketboom).

Ohne viele starke Partner mit professionellem Content sind sie damit zum Scheitern verurteilt. Ohne die funktioniert in diesem Bereich ein Vorgehen ohne Andockstellen nämlich nicht. Something to learn here.

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