Archive for Februar, 2008

Hypemachine kommuniziert mit last.fm

Der hier bei neunetz.com heißgeliebte Musikblogaggregator Hypemachine kann jetzt auf der Seite abgespielte Songs scrobbeln. Sprich, die Songs an Last.fm schicken, wo diese dann wie gewohnt protokolliert werden.

Das ist mal eben die Verbindung meiner zwei absoluten Lieblingsmusikdienste. Yay!

hypem-lastfm

 

(Mit vernünftigen APIs und OAuth etc. wäre das Ganze zwar smoother, soweit sind wir aber leider noch nicht. Also muss man leider mit Login-Daten aufwarten.)

(via Fred Wilson)

Offiziell: Nächstes StudiVZ-Netzwerk heißt MeinVZ und startet morgen

Wie der FAZ-Netzökonom berichtet, startet StudiVZ morgen sein bereits angekündigtes neues Netzwerk und es wird tatsächlich MeinVZ heißen.

Starten wird es morgen, dem 28. Februar.

MeinVZ kommt auch in englischer Sprache und wird auf der neuen Softwareplattform laufen.

Mit diesem Namen? Viel Spass damit.

StudiVZ-CEO Marcus Riecke beweist nebenher auch weiterhin seine mittlerweile legendäre Kompetenz bezüglich neuer Entwicklungen im SocialNetwork-Segment:

Ein sogenannter News Feed, der die Mitglieder über die Tätigkeiten seiner Freunde im Netzwerk informiert, stehe in der Prioritätenliste sicher nicht auf Platz 1. „Viele Nutzer empfinden einen News Feed auch als störend”, sagte Riecke.

 

Ohne Worte.

Adobe AIR 1.0:
Erster Bote des kommenden Runtime-Kriegs

Um die Tragweite von Adobe AIR zu begreifen, muss man sich ein paar der Clients anschauen. Auf ReadWriteWeb wurden 6 gute AIR Apps zusammengestellt.

Neben dem meiner Meinung nach besten zur Zeit verfügbaren Twitter-Client Twhirl kann ich nur wärmstens die Google Analytics Reporting Suite allen GoogleAnalytics-Usern empfehlen. Diese AIR Applikation bietet ein wesentlich intuitiveres, besser zu bedienenderes GUI als Google Analytics selbst. Benutze ich bereits seit Monaten und dürfte der beste Beweis dafür sein, was alles mit Adobe AIR möglich ist.

Ebenfalls auf RWW hat Marshall Kirkpatrick die Vorteile von AIR so zusammengefasst:

  1. Cross Platform
  2. It’s beautiful
  3. It’s not in the browser
  4. Thermo
  5. It combines the responsiveness of the desktop with the cloud of the web

(siehe zur ausführlichen Erklärung der Punkte RWW selbst. Kurz zur Erklärung von Thermo: Design Framework, mit dem die Gestaltung von ansprechenden Userinterfaces noch einfacher und vielfältiger wird: “With Thermo, designers can build a web app UI and the MXML code to control it is automatically rendered by the application. Developers can then access that code and tie the UI to the rest of the application. Some conference attendees were rightly reminded of Visual Basic, but Thermo seems much smarter — and, of course, is aimed at web app developers.”)

Adobe AIR hat sehr viel Potential.

 

 

Das Problem

Genau das ist das Problem. Wir sind eben erst dabei mit Firefox uns vom proprietären Zugang zum Netz (IE) vollständig zu lösen -und den Browserkrieg zugunsten von OpenSource zu entscheiden- und schon kommt mit Adobe AIR wieder eine ClosedSource-Lösung um die Ecke, die bald weite Teile des Zugangs zum Netz bestimmen könnte.

Besonders die Nutzung von Webapps wird der treibende Motor im Web werden (wenn es das nicht schon ist). Und mit ihnen werden Browser zunehmend von mit spezifischeren Interaktionsmöglichkeiten ausgestatteten, speziell zugeschnittenen Desktopclients abgelöst. Einfacher als mit AIR lassen sich diese zur Zeit nicht umsetzen.

Und schwupps, schon haben wir wieder ein Unternehmen, das den Zugang zum Web und dessen Entwicklungen in der Hand hält.

Zur Zeit gibt es keine mir bekannte ernsthafte Alternative zu Adobe AIR (Falls es eine gibt, bitte in den Kommentaren ausführen).

Von Mozilla gibt es zwar das auf XULRunner basierende Prism, das ich unter Anderem in meinem Mozilla-Artikel erwähnt hatte. Prism bietet aber keine Entwicklung eigener UIs an. Man kann eigene Instanzen für Webapps anlegen, das war’s dann aber auch schon. Die Vorteile eigener Umgebungen können hier nicht genutzt werden.

In diesem Zusammenhang interessant ist ein Artikel auf JustBrowsing, dem persönlichen Blog von Matthew Gertner, Mozilla-Experte und Mitgründer von Allpeers, das das gleichnahmige hervorragende Bittorrent-AddOn zum privaten Filesharing für Firefox entwickelt (Sitz in Prag btw):

the browser wars are evolving into runtime wars. Players like Adobe and Microsoft are trying to convince software developers to build on top of their RIA platforms (AIR and .NET/Silverlight, respectively). Programmers are understandably wary of doing so if users will have to download a hulking runtime just to use their applications. This is one of the key factors that has prevented Java and previous incarnations of .NET from gaining widespread penetration on the desktop.

AIR hat zur Zeit, soweit ich das beurteilen kann, zumindest bei den Webgeeks sehr großen Erfolg. Was sicher auch daran liegt, das Runtime wie Applikationen recht einfach zu handhaben sind (und blah, die ganzen Vorteile siehe oben). Bekanntlich ist das der erste, wenn auch kleine, Schritt in Richtung Mainstream.

Gertner argumentiert, dass Mozilla mit Firefox 3 dem entgegensteuern kann:

Previous versions of Firefox used the XULRunner source code but couldn’t share it with other apps at runtime. The upcoming version ships with a complete XULRunner runtime, and actually lets you turn Firefox into XULRunner with a simple command line switch.

Damit hat man aber noch keine auch für Programmierer attraktive Runtime, auf der sich leicht hübsche Desktopclients für Webapps umsetzen lassen. Für aufwendige Projekte scheint es zwar geeignet:

The original architects of Firefox were impressively visionary in building their browser on top of a general-purpose framework that has helped them to manage the complexity of deploying a sophisticated product on dozens of different operating systems. This platform is so powerful that other companies have decided to build their own applications on top of it. Prominent examples are Songbird, Joost and Miro.

Für Einmannhobbyprojekte wie Twhirl etc. scheint das eher nicht geeignet. Falls jemand von Euch bereits mit XULRunner und AIR etwas umgesetzt hat oder das versucht hat, wäre ich an einem Vergleich/Meinung dazu sehr interessiert.

Gertner aber ist zuversichtlich (muss er auch sein, setzt ja auf Firefox):

The player with the strongest cards, however, is Mozilla. Unlike Adobe and Microsoft, they have a true killer app in the form of Firefox. When its 150 million odd users upgrade to Firefox 3, they’ll be getting XULRunner as a surprise bonus. This will seed the market and make it a whole whack easier for software developers to deploy XULRunner-based applications.

Bei Mozilla selbst ist man da zurückhaltender:

If it seems like we don’t want to promote running XUL-based applications using Firefox 3 as the runtime - good! This is very experimental and there are down-sides. There are no current plans to expand or extend the feature.

 

Fazit

Wie auch immer die Entwicklung weitergeht, Mozilla hat in meinen Augen den Runtimeaspekt in der aktuellen Webentwicklung ein wenig verschlafen, wenn auch die Voraussetzungen in Firefox von Anfang an gesetzt wurden. Inwiefern die Neuerungen, die mit Firefox 3 kommen, reichen werden und ob sie überhaupt einsetzbar sind, wird sich zeigen.

Eins dürfte aber sicher sein: Adobe AIR geht so schnell nicht wieder weg. Und es gewinnt stetig an Zuwachs.

Und kompatibel werden AIR und XULRunner auch nicht werden.

Und damit steuern wir bereits auf den Runtime-Krieg zu. Yay.

Ein was Gutes hat das Ganze aber: Alles wird mittlerweile wie selbstverständlich betriebssystemübergreifend gebaut (Firefox/XULRunner wie AIR, das es bald auch in Linux geben wird). Wenigstens ein Problem, das sich nun endlich langsam aber sicher verabschiedet. :)

Adobe Air 1.0:
Lesenswerte Blogs zum Thema Air, RIAs &Co

adobe air logo

Big News heute: Adobes Runtime AIR (Adobe Integrated Runtime) ist heute offiziell releast worden. Runtimes wie AIR werden mit dem Aufstieg von RIAs (Rich Internet Applications, think GMail, GReader, Bloglines, zoho OnlineOffice etc. pp.) immer wichtiger, da sie als direktere Verbindung zwischen Web und Desktop fungieren. Im Gegensatz zum Browser, der jede Seite mehr oder weniger gleich behandelt, werden bei Runtime auf die Clients auf die Webapps speziell zugeschnitten.

Eine Fülle an auswählbaren Oberflächen, die sich anfühlen wie echte Desktopprogramme, ist das Ergebnis.

Seit ungefähr einem Jahr hat Adobe AIR, die plattformübergreifend (Mac& Win, Linux soll bald folgen) Internetapplikationen auf den Desktop holt, einen kleinen, konstanten Siegeszug hinter sich. Mittlerweile gibt es unzählige Clients für viele Seiten wie Twitter, Pownce etc.

Air ist dabei erst der Anfang, wenn auch die in diesem Bereich bereits erfolgreichste Runtime/Plattform.

Das Thema der Verschmelzung von Web und Desktop wird mit Adobe Air greifbarer als je zuvor. Das wird ein wichtiges Thema 2008.

Berichterstattung zum Adobe AIR Launch in der englischsprachigen Techblogosphäre.

Lesenswerte spezialisierte Blogs und andere Seiten zur Thematik:

RIA pedia:

is a site devoted to Rich Internet Applications. We’re not talking Web 2.0 stuff, we’re talking real applications developed with technologies like Adobe Flash, Adobe Flex and Adobe AIR.

& von Mike Potter, der bei Adobe im Flex Marketing Team arbeitet.

RIAForge: Hostingmöglichkeit und Community für OpenSource-Projekte auf der Basis von Flash, Air usw.

RIA Cowboy ist James Ward, Technical Evangelist von Adobe Flex

Das Blog von Ryan Stewart, RIA Evangelist bei Adobe, und sein Blog bei ZDNet, The Universal Desktop.

(Man kann nicht gerade behaupten, dass Adobe blogtechnisch schlecht aufgestellt wäre. Da können sich eine Menge an Unternehmen eine Scheibe von abschneiden.)

InsideRIA: Blog von O’Reilly zum Thema rund um..nun.. RIAs

Für Entwickler:

Das sehr gute Blog Ajaxian, siehe auch deren Post zum Launch von AIR 1.0 und Flex 3.0

Eine nützliche Blogliste: Simplified Chaos » In 30 Seconds: Ten must-read blogs for the Adobe Flex/AIR Developer- Kommt mit bequem importierbaren OPML-File

Weitere gute Seiten bitte in den Kommentaren ergänzen, die füg ich dann noch ein. Danke!

 siehe auch den Artikel Adobe AIR 1.0: Erster Bote des kommenden Runtime-Kriegs

Sputtr jetzt mit personalisierbaren Suchmaschinenarsenal

sputtr-logoDer Suchmaschinenaggregator Sputtr bietet seit einigen Tagen die Möglichkeit zur Personalisierung an. Man kann jetzt aus einer recht großen Auswahl an Suchmaschinen wählen, diese hinzufügen, entfernen und die Anordnung verändern.

So kann man jetzt alle seine Lieblingsgooglealternativen (siehe hierzu auch meine Artikelserie zu Onlinerecherche und alternativen Suchmaschinen) auf der angenehm aufgeräumten Übersicht auf sputtr vereinen.

sputtr

 

Am besten wohl geeignet für Suchmaschinen, die man nicht ständig verwendet und deswegen die Suchleiste mit ihnen nicht zukleistern will. Mit sputtr hat man so trotzdem schnellen Zugriff.

Nebenbei: Für eine aufgeräumte Suchleiste mit unzähligen installierten Suchmaschinen kann ich für Firefox das Add-on Organize Search Engines empfehlen. Damit lassen sich im Dropdownmenü zur Suchmaschinenauswahl Ordner anlegen. So kann man dann etwa ‘Personensuchmaschinen’ und ‘Blogsuchmaschinen’ thematisch sortieren.

(Und ja, ich weiß, dass das knapp an einer Obsession vorbeischrammt.)

Echte last.fm-Charts

last.fm ist das Datenmonster unter den Musikdiensten. Keine Seite dürfte mehr Daten an tatsächlichem Musikhörverhalten etc. aufweisen (an 2. Stelle das vergleichbare Mog). Heck, keine Seite weiß mehr über mein Musikgeschmack als last.fm.

Mit ‘richtigen’ Charts wie man sie vom Billboard kennt, tut man sich bei last.fm leider etwas schwer. Aber die Daten sind ja frei verfügbar, also bastelt eben jemand anderes vernünftige last.fm-Charts:

rank your favourite artists and albums by an estimation of how long you have spent listening to them.

Das sieht dann zum Beispiel so aus, wenn man einen richtig guten, stilsicheren Geschmack hat:

lastfm-normaliser

 

Last.fm Normaliser

 

Noch mehr last.fm-Mashups hatten wir hier erst vor kurzem: 3 tolle last.fm-Mashups

siehe ebenfalls den Artikel, wo ich das Charttool gefunden habe: Top 10 Last.fm Mashups - ReadWriteWeb

 

Bonuslink: 25 Music APIs auf Programmable Web, nicht nur last.fmish

StudiVZ-CEO Riecke schickt seine Kreuvzritter in die Schlacht

Ja, ganz richtig gelesen, es ist ein Kreuvzzug.

Nachdem man bei StudiVZ nun so aggressiv gegen Seiten mit VZ im Namen (mittlerweile 3 an der Zahl) vorgeht, kann das nur eins bedeuten: Auch das neue UberVZ, auch so schon eine konzeptionelle Gurke sondersgleichen , wird mit der unsäglichen Zweibuchstabenkombination daherkommen.

Im Magix Blog will man mittels Domainschnippseljagd herausgefunden haben, dass die geplante neue Netzwerkseite meinVZ heißen wird . Ob das nun so sein wird oder nicht, mit ziemlicher Sicherheit steht wie gesagt fest, dass der Name der neuen Seite mit VZ endet..

Das Lustige daran: Bei StudiVZ hat man aus dem Desaster der damaligen Namensfindung nichts gelernt. Man denkt einfach nicht an die Zukunft. Oder kann sich jemand eine internationale Seite mit dem Ende VZ vorstellen? PeopleVZ? Please.

Nein, StudiVZ blendet einfach die gesamte Welt außerhalb des deutschsprachigen Raumes aus. Dabei müsste man doch bei Holtzbrinck schonmal von so etwas wie Globalisierung gehört haben. Die kommt nicht nur in Form von billigen Chinaprodukten und Verlagerungen von Mobiltelefonwerken daher. Gerne nochmal nachschlagen, was die ersten beiden ‘w’s in www bedeuten.

StudiVZ und seine Schwesterseite SchuelerVZ sind die größten Seiten in Deutschland, zumindest was User Generated Content angeht. Auf ihnen rumzureiten, ist einfach, und Kritik lässt sich notfalls mit dem Neidargument wegreden. Was man bei StudiVZ sicher seit einem anderthalben Jahr auch permanent macht.

Aber trotzdem: StudiVZ muss sich fragen lassen, ob alle Entscheidungen dort mit Dartpfeilen entschieden werden.

zoomer.de: auf halber Strecke stehen geblieben

Wie bereits breit in der deutschen Blogosphäre berichtet, startete heute das neue Newsportal zoomer.de von Holtzbrinck (ich hatte hier schon über zoomer.de berichtet).

Ausführliche Artikel findet man bei meinen Blogwerkkollegen von medienlese und bei mrtopf, der auch mit vielen Screenshots aufwartet. Und mehr wie gesagt via Rivva.

Auf die einzelnen Aspekte einzugehen, spare ich mich also mal. Ein paar Punkte, die ich dennoch erwähnen möchte:

1. Inhalte: jetzt.de-Klicklord Dirk von Gehlen hat festgestellt, das man wohl zum großen Teil Agenturmeldungen einsetzt. Was die Frage aufwirft, was die 40-Mann starke Truppe dort den ganzen Tagen macht. Bilder zu süddeutschesken Galerien zusammenfriemeln? Eher mittelprächtige Kurztexte schreiben, in denen sie ein Abflauen des Hypes um Twitter herbeiphantasieren (Ernsthaft, was ist das mit den Deutschen und ihrem Hypecalling-Fetisch?)? Was man auf zoomer.de so macht, sieht man schon in diesem Beispieltext: Nicht verlinken. Gerademal für Twitter konnte man sich einen Link nach außen abringen, für den Gegenstand des Textes, Twitxr (Idee für ein neues Geschäftsmodell: Vokale an Startups verkaufen), hat es nicht mehr gereicht. Schlechte Ausbeute für das ‘erste echte Internetnachrichtenportal’ (siehe unten).

2. Noch etwas zu meinen Blogwerkkollegen von der medienfront:

Was eine grundsätzlich gute Idee ist - die Ordnung der Nachrichtenflut anhand des Interesses der Leser -, weckt hier Misstrauen. Wer weiß, ob ich nicht gerade ein wichtiges Thema verpasse, nur weil sich andere nicht dafür interessieren? Sorgt die Redaktion dafür? Der Klick geht dann im Zweifel weiterhin an Spiegel Online.

Meines Erachtens falsche Annahme zur Zielsetzung und Abgrenzung. zoomer.de soll ja gar nicht die Anlaufstelle für alle ‘wichtige Themen’ sein (was auch immer das Wichtige sein soll) und muss es auch nicht. Eben gerade die andere Grundlage der Gewichtung kann/könnte zoomer.de Vorteile gegenüber Spon et al verschaffen. Besonders interessant, da, wer es mit den ‘wichtigen Themen’ ernst meint, sowieso nicht auf die ins Boulevardeske neigende (<-Untertreibung) Online-Redaktionen von Spon et al setzt, sondern auf die Algorithmen von GoogleNews. Da kann zoomer.de als Ergänzung nebenher gut koexistieren während die Startseiten der anderen von GoogleNews substituiert werden.

Davon abgesehen haben besonders die deutschen Redaktionen letztes Jahr mehrfach bewiesen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die wichtigen Themen tatsächlich nach vorn zu holen. Stichwort Vorratsdatenspeicherung, wo waren da die Titelseiten, die Onlineaufmacher und -kampagnen? Redaktionen, Hierarchien, yadda yadda yadda. Zurück zu zoomer.de:

3. Man kann bei der Registrierung vorbildlich auswählen, dass die eigenen Daten nicht zur Personalisierung der Werbeeinblendungen verwendet werden. Nur versteckt sich diese Auswahl hinter einem Link. Und wenn man sie anwählt, ergibt das anschließend eine Fehlermeldung. Das Anmelden ist mit dieser Auswahl, so scheint es, zur Zeit nicht möglich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

4. Die Anmeldung funktionierte auch nicht, nachdem ich personalisierter Werbung zustimmte. Erst meinte zoomer, mein Passwort wäre falsch. Also versuchte ich mein Passwort zurückzusetzen. Auf der Seite dafür meinte zoomer dann, meine Emailadresse (an die die Accountaktivierungsmail bereits einging) sei invalid. Woraufhin ich fluchte und aufgab.

5. Community und Mitmachen: Deshalb konnte ich auch nicht prüfen, ob folgende Annahme stimmt, da ich dazu aber nix in den Artikeln über zoomer.de gefunden habe, gehe ich mal davon aus:

Wenn ich einen Artikel bewerte, passiert erstmal nicht mehr, als dass dieser anders auf der Seite gewichtet wird und das eventuell Auswirkungen auf die Ausrichtung meiner Seite hat. Gibt es eine Seite auf der alle meine positiv bewerteten Artikel aufgelistet sind? PersonalNews-Seite Spotback handhabt das so. Quasi als eine Art Bookmarking (am besten noch durchsuchbar)? Falls nicht, dürfte die Beteiligung auf zoomer.de geringer ausfallen als erwartet. Denn das funktioniert nur richtig gut, wenn die Mikro- und Makrointeressen auf einer Seite beiderseits bedient werden. Ich hatte diese Problematik im Artikel zu Readburner, da aber in anderem Zusammenhang, schonmal angesprochen.

Denn wenn ich nicht direkt (sichtbar!) etwas für mich daraus ziehe, wenn ich etwas bewerte, dann mache ich das nur wenn ich eine enge, und ich meine wirklich enge, emotionale Bindung zur Seite/Community habe. Angesichts der Tatsache, dass die Seite zu einem Großteil redaktionell betrieben wird, dürfte das schwierig werden.

Und wo wir schon dabei sind, wie wäre es mit personalisierten RSS-Feeds? Also einem Feed mit nur von mir positiv bewerteten Stories? Gibt es natürlich nicht. Denn:

6. Technik: Mit RSS-Feeds hat man es nicht so auf zoomer.de. In Deutschland startet 2008 eine neue Nachrichtenseite, die cutting edge sein will, und sie behandelt die wichtigste Neuerung im Nachrichtengeschäft seit Erfindung des Telegrafen als könne man eigentlich auch ganz darauf verzichten. Go figure.

Zum Mitschreiben: Ein Feed für eine ganze Nachrichtenseite ist nahezu nutzlos. Gib mir Kategorien, etc etc

Und wo wir gerade dabei sind: Ich mag ja den Wickert. Aber ich werde nicht permanent in der Hoffnung auf einen neuen Videokommentar von ihm auf die Seite klicken. Give me a goddamn Videopodcastfeed! Ich meine, wo sind wir denn hier? 1999?

(Das ist wie beim Holtzbrinck-Produkt watchberlin. Erst schafft man es ewig nicht, die Videos auch außerhalb der wuschig machenden Flashumgebung anzubieten, und dann gibt man schließlich nur einen Frißoderstirb-Feed für alle(!) Videos zusammen raus. Ich würde ja gern Martenstein und Wirres von dort abonnieren, aber so nicht, Freunde der Nacht.)

 

Fazit

Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert, dass mal jemand in Deutschland versucht, dem alten Nachrichtenportalgeschäft etwas Neues abzuringen. Aber das Ganze ist (wieder mal) sehr, sehr halbgar. Gerade in einer Zeit in der es neuartige Newsseiten wie Digg, reddit, Newsvine und Spotback schon eine gefühlte Ewigkeit gibt, erwarte ich einfach mehr als eine personalisierbare Agenturzweitverwertungsseite mit eigener Votingmöglichkeit. Zumindest Grundfunktionen, wie Feeds zu allem Möglichem und Unmöglichem ist bei einer neuen Nachrichtenseite ein Muß.

Man ist eben erst gestartet, deshalb kann das schon noch was richtig Gutes werden. Allerdings würde ich den Machern hinter zoomer.de und Holtzbrinck sowieso generell etwas für die Zukunft wünschen: Mehr Mut.

 

 

Und ansonsten: Das man von sich selbst als das erste echte Internetnachrichtenportal spricht, das ist zunächst erstmal nur eins: unverschämt. (Und es ist das übliche, aggressive PR-Wischiwaschi, das zeigt, das man eben nicht im Netz mit all seinen Konsequenzen angekommen ist [ja, aggressiv und wischiwaschi, PR ist immer auch ein bisschen schizophren, amazing, isn't it?])

 

Und ich verbitte es mir als Mitglied der 14- bis 35jährigen webaffinen Deutschen im übrigen, mich zu einer sogenannten ‘Generation StudiVZ’ zu zählen. So weit kommt’s noch.

Amazon Web Services: Eisenbahn des Netzes

aws-logo

[Siehe Update am Ende des Artikels zur aktuellen Downtime.]

Ich wollte es erst in mein Linkblog schütten, aber ich bring es doch hier, weil es einfach straight to the point und sehr wichtig für die Zukunft des Webs ist. Robert Scoble spricht in seinem Blog über Amazon Web Services (Mogulus läuft bekanntlich komplett auf Amazon Servern. Ein deutsches Startup, das Amazon S3 einsetzt, ist Shoppero [iirc für die Produktfotos], ein weiteres ist Simfy, danke Martin !).

Mit den AWS können Startups (wie auch Privatpersonen) Webspace und mittlerweile auch Server und neuerdings auch einfache Datenbanken nutzen. Das Besondere dabei ist nicht nur, dass diese Dienste nahezu immer weitaus günstiger als bei der Konkurrenz sind (sofern es vergleichbare Dienste überhaupt gibt), sondern vielmehr, dass man je nach Bedarf weitere Kapazitäten einfach hinzukauft. Was man mit den AWS erwirbt, ist nicht in erster Linie günstiger Webspace etc. sondern Skalierbarkeit.

Man denke an ein junges Startup, das einen Facebookapp-Hit landet und vom eigenen Erfolg überrascht wird.

“Site temporarily not available.”

Anstatt googleeske Datencenter aufzubauen, kann man diese nicht gerade triviale Aufgabe auf Amazon auslagern und einfach je nach Bedarf zukaufen. Eine garantierte 99%ige Uptime bekommt man dafür. Wer meint, so etwa sollte man als Startup nicht outsourcen: Nicht jedes Startup dürfte die Kompetenzen und finanziellen Ressourcen haben, eine mit Amazon vergleichbare Qualität in diesem Feld aufzubauen (Ganz zu schweigen davon, dass man Kapazitäten wieder freigeben kann, wenn sie nicht mehr benötigt werden und somit nur für das zahlt, was man auch benötigt. Weitaus effizienter, als Server aufgrund temporärer Spitzen zu horten).

Anyway, in einem Kommentar bringt Scoble einen wichtigen Punkt, warum Amazon über die irgendwann kommenden Nachzügler im Cloudgeschäft bulldozern wird:

Amazon is getting trusted by a large range of businesses. Those businesses aren’t likely to move. That creates a ton of developers who are expert at integrating those Web Services. And when those join new companies? You think they are gonna recommend services from Google or Microsoft or someone else that they haven’t tested and don’t trust? Yeah, right.

Amazon baut diese Tage Vertrauen, Expertise und Marktanteile auf.

Um die bereits heute erreichte Größenordnung, von der wir hier sprechen, in Perspektive zu setzen:

Namely, web services bandwidth now accounts for more bandwidth than all of Amazon’s global web sites combined. To put this in perspective, comScore ranked Amazon the 7th most visited site in the US in December. The retail giant was 6th in the UK, 9th in Canada, 11th in Germany, 11th in Japan, and 20th in France. In other words — Amazon is big, which means AWS-powered sites must be really big (collectively, at least).

Mark my words: Amazon wird den B2B-Bereich in Hosting und Server dominieren.

Ein zukunftsträchtiger, enorm wichtiger Markt, der für die weitere Entwicklung des Netzes so wichtig ist, wie es der Ausbau des Eisenbahnnetzes zum Beginn der Industrialisierung war.

Bleibt die Frage: Was machen Microsoft, Google et al?

 

Update: Als hätte ich es geplant, erleben Amazons Webservices just in diesem Moment eine massive Downtime. Siehe diesen Thread im AWS Developer Forum (via Twitter). Ein Kommentator spricht von bereits 2 Stunden, die S3 jetzt unten ist. Meines Wissens nach die längste zusammenhängende Zeit seit dem Bestehen von Amazon S3.

Update2: Siehe auch Berichterstattung dazu in der US-Techblogosphäre

Facebook _noch nicht_ auf deutsch

Auch wenn es scheinbar niemand zu interessieren scheint -zumindest nicht Robert- aber entgegen einem gestern geschriebenen Eintrag auf basicthinking ist Facebook nicht auf deutsch gestartet.

Wie ich das herausgefunden habe? Ich habe mir den halben Tag freigenommen und die neuesten verfügbaren Technologien in Anspruch genommen, um die Geschichte zu überprüfen.

Nach 3 Minuten Google-Blogsuche, Google-Newssuche und Technoratisuche mit keinen Berichten zum Deutschlandstart von Facebook stand fest: Entweder steht auf Basicthinking Mumpitz oder Robert und seine ‘Quelle’ webzwo (eben gesehen: zumindest dort wird es richtiggestellt) wissen mehr als der Rest des Internets.

Jetzt kommt meine Geheimwaffe: Ich nehme mir den Rest des Tages frei und begebe mich auf eine Odyssee biblischen Ausmaßes. Ich logge mich auf Facebook ein und gehe oben rechts auf Account und dort auf den Reiter language. Und was lacht mich im Dropdown-Menü an? Die 2 Optionen English und Espanol:

facebook-keindeutsch

Kann ich verstehen, dass Robert nicht die selben Ressourcen zur Verfügung stehen wie mir. Schade, dass deswegen eine schwer zu prüfende Falschmeldung auf einem der größten deutschen Blogs 24+ Stunden ohne Richtigstellung online stehen muss.

 

(Und wer wundert sich hier jetzt noch, warum deutsche Blogs nicht ernst genommen werden?)

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