Archive for März, 2008

laut.fm: User Generated Radio

Wo wir gerade bei Onlineradios sind: Martin schreibt auf zweinull.cc über laut.fm, ein Projekt von laut.de (eines der größten deutschsprachigen Online-Musikmagazine):

Vor einigen Tagen starteten die Konstanzer die Beta-Phase des User Generated Radio. Der neue Service macht genau das, was man angesichts des Namens erwartet: Nutzer können kostenlos einen individuellen Radiostream erstellen und im Netz verbreiten.[..]

Außerdem findet sich dort der HTML-Code zum Einbau des Radios in externe Seiten.[..]

Der Dienst überzeugt nicht nur auf funktioneller und konzeptioneller Ebene, sondern ist, wie eingangs erwähnt, für deutsche User komplett legal. Am Ende eines jeden Monats überweist laut.fm die anfallenden GEMA- und GVL-Gebühren, basierend auf der Spielhäufigkeit einzelner Titel. Das gilt auch für Musikstücke, die Nutzer von ihrer Festplatte hochgeladen haben.

Das klingt grossartig.

Wenn jemand eine Einladung für mich hätte, würde ich mich darüber sehr freuen.

Update: Habe eine Einladung über eine Email an radio AT laut.de bekommen.

radio.de: Einstiegspunkt für Onlineradiohörer

Radio.de ist quasi eine Art Internetradio-Katalog. Laut deutsche startups eben gelauncht, hat die Seite nach eigenen Angaben “über tausend deutsche und internationale Radiosender und Webradios in der Datenbank” angesammelt. Sortiert sind die einzelnen Radios nach Genre. Anwählen kann man die Genre-Gruppen wahlweise über die Seite oder gleich über die Adresszeile, da die Permalinkstruktur nach dem Schema “genre.radio.de” aufgebaut ist.

Das ist alles nett umgesetzt aber nichts Weltbewegendes. Die Anzahl der deutschen Radiosender, die einen Stream im Netz anbieten, scheint recht umfassend und ist damit ein guter Einstiegspunkt für Onlineradiohörer. Das Interface ist auch recht nett und lädt zum Switchen zwischen den Sendern ein. Wenn ich auch irgendwie keinen Button finden konnte, um den Stream wieder anzuhalten.

Geradezu ins Auge sticht die Frage, warum nicht ein paar neuere Technologien einbezogen wurden. Warum kann ich beispielsweise nicht meinen last.fm -Usernamen angeben und aufgrund meiner dort gesammelten Daten mir Radiosender empfehlen lassen?

 

radio

Alles einfach..

Craigslist jetzt auch auf Deutsch

Craigslist, die Seite, die den Kleinanzeigenmarkt der US-Tageszeitungen ruiniert hat, gibt es jetzt auch auf Deutsch.

Wikipedia über Craigslist:

Mit über drei Milliarden Seitenbesuchen von zehn Millionen Nutzern pro Monat ist das Unternehmen weltweit auf dem siebten Platz aller Internetfirmen. Mit sieben Millionen neuen Anzeigen im Monat ist es das größte Unternehmen dieser Art.

Eine auf Deutschland bezogene, allerdings englische Seite gibt es schon länger.

Die Seiten der jeweiligen Städte wie Berlin oder Zürich sind jetzt lediglich eingedeutscht.

Wird Craigslist im deutschsprachigen Raum dem Zeitungssektor nun ebenso das Fürchten lehren, wie es das in den USA getan hat?

Wir werden sehen. Gemütlicher für die Holz-Fraktion wird es auf jeden Fall nicht.

 

(via Techcrunch)

Friendfeed launcht API - und wird diesjähriger Überflieger?

Das Team hinter dem Lifestreaming-Tool friendfeed nutzt das aktuelle Momentum, hat Nebensächlichkeiten wie Schlaf verschoben und feuert neue Features en gros ab.

Gestern startete man eine eigene API (FAQ). Was friendfeed nochmal stark verbessern wird. APIs sind, wie wir hier bereits diskutiert hatten, der beste Weg, um das gesamte Potential einer Webapplikation auszuschöpfen. Voraussetzung: wenn sie auf eine bereits starke Applikation aufgesetzt werden, denn nur das zieht auch Entwickler an.

Und friendfeed hat das Potential, dieses Jahr durch die Decke zu gehen. Wie leicht sich die so schon gute Nutzbarkeit der Seite steigern lässt, zeigt bereits ein kleines Greasemonkeyscript, das es erlaubt, die Seite nach Diensten sortiert anzeigen zu lassen. So kann man an einer Leiste am oberen Rand auswählen, zum Beispiel nur SharedItems via GReader anzeigen zu lassen, oder nur del.icio.us-Links etc.

Oder diese ebenfalls noch vor dem Erscheinen der API erstellte Seite mit den Friendfeed Top 100 Most Linked-to Pages. All das wird mit einer API für Dritte viel leichter umsetzbar.

Generell Aggregatoren: Mit der nun verfügbaren API werden friendfeed-Aggregatoren in nächster Zeit geradezu aus dem Boden schiessen. Da die Aggregation unabhängig vom Gruppendenken stattfinden wird (es gibt keine digg- und kommentierbaren Frontpagethreads mit direkter Echochambereigenschaft sondern eine im Hintergrund stattfindende Addierung und Gewichtung), wird das besonders interessant werden.

Friendfeed fügt eine weitere Schicht zu bestehenden Webapplikationen hinzu und macht diese Schicht nun wieder auswertbar und in Relation setzbar. Sehr, sehr interessant.

Eine Erwähnung wert ist auch die Tatsache, dass das User Authentication Protocol oAuth für die API bald Unterstützung finden wird. Lobenswert.

Das ist alles eine erstaunliche Leistung. Denn man darf nicht vergessen, dass das Prinzip des Lifestreamings bereits seit 2005 durch das Web geistert. Die erste Seite damals war Suprglu. Eine Seite, die heute niemand mit Stauballergie ansurfen sollte. If you know what I mean.

friendfeed ist also weit davon entfernt firstmover zu sein, oder auch etwa die meisten Dienste zu unterstützen (das macht profilactic).

Aber friendfeed hat die beste User Experience und baut genau die Features ein, die es sticky machen. Rückübertragung von Kommentaren zu Twittereinträgen auf friendfeed zu Twitter zB. Und jetzt eine API, die auch offene Standards wie oAuth unterstützen wird und friendfeeds Position weiter stärken wird.

Das Team hinter friendfeed macht aktuell alles richtig. Jeder Gründer, sollte das genau beobachten und analysieren und lernen. Das ist künftiges Textbook. Besser wird es nicht.

Hörenswert in diesem Zusammenhang auch dieser Podcast mit friendfeed-Mitgründer Bret Taylor. Achtet auf die Aussagen zum scheinbar unwichtigen Detail, ob man die Kommentare threaded macht oder nicht. It’s in the details, stupid.

Ich glaube mittlerweile, dass die Chancen gut stehen, dass eines meiner drei Wörter für den Rückblick 2008 friendfeed sein wird.

Komplette SouthPark-Episoden online schauen

Das ist doch mal was. Nach einigen deutschen Comedy-Serien gibt es jetzt auch komplette SouthPark-Episoden online. Von den Machern von South Park höchstselbst. Die komplette Serie, alle Staffeln, legal.

Selbst die erst vor ein paar Tagen am 19.3. in den USA ausgestrahlte Folge ist bereits auf der Seite verfügbar. Und das alles ohne IP-Filter und folglich global zugänglich. (Logischerweise natürlich alles in englisch.)

Update: Es scheint, dass man im UK, Neuseeland und in Canada nicht auf die Seite zugreifen kann. Wahrscheinlich werden alle englischsprachigen Länder außerhalb der USA geblockt. /Update

So, und nur so, kann die Contentindustrie BitTorrent schlagen.

sp

 

Selbst die berühmtberüchtigte Scientology-Episode mit what Scientologists actually believe und Tom Cruise who won’t come out of the closet kann man sich komplett ansehen. Grandios.

Im Gegensatz zu den ca. 3000 Videoclips -einzelne, ausgewählte Szenen- sind die kompletten Episoden nicht embeddable.

South Park Studios

(via NewTeeVee)

Internet-Mememadness:
Heute: Colorwars

colorwarsNach den Lolcats und Percanat etc. bricht ein neues Meme über Internetland (oder zumindest den Twitterteil davon) herein.

Kurz: Auf Twitter rotten sich die User aktuell in gegnerischen Teams zusammen für das, was da noch kommen mag. Losgetreten von Videoblog-Gott Ze Frank:

We used to play color wars at summer camp. Near the end of the year the entire camp would split up into colors, red, green, black, blue, etc… and compete in a series of events: tug of war, egg toss, basketball[..]

So, for a while I’ve been thinking about how a color war might look online. How would you play tug of war, or other group games that were silly, time limited, and awesome… and more importantly how could you create teams within an already functioning environment to have that same people-mash-up effect that we did at camp.

Twitter seemed perfect.[..]

And now it has gone haywire. I regret having caused a day of spam…but…

There are dozens of teams, some of which are hundreds of players deep. Many of the players don’t really know what they joined or why, but for me and the wonderful coders that are working on this, it is a perfect implicit structure that can be used to start setting up the colorwar events.

Selbst Internet-Veteran Ze Frank scheint überrascht zu sein von der Geschwindigkeit, die das auf Twitter annahm.

Ein paar weitere Links findet man auch auf mashable.

Das mag Alles totaler Nonsense sein, zeigt aber mit seiner praktisch sofortigen globalen Verbreitung und rasanten Entwicklung innerhalb weniger Stunden eine Tatsache sehr schön: Twitter ist mit Abstand das schnellste Nachrichtenmedium heute. (Und für kurze News-Happen das Effizienteste.)

Der traditionelle Nachrichtenzyklus war 24 Stunden. Blogs haben den Nachrichtenzyklus auf Stunden und Minuten runtergebrochen. Twitter auf Sekunden.

Nichts macht die rasend schnelle Verbreitung von Nachrichten via Twitter besser sichtbar als sich innerhalb von wenigen Stunden global verbreitende Twittermemes wie die Colorwars oder das deutsche Percanat damals.

 

 


Aber nun genug mit dem Vorgeplänkel und kommen wir zum Kern der Sache: Werte Twitteruser, schließt Euch hier und jetzt wie alle klugen Köpfe dem künftigen Gewinner der Colorwars, dem Rainbowteam, an. Es ist letztlich eh unvermeidbar. Zu uns gehört sowieso schon jede Farbe.

We Are Many, We Are One. The Spectrum Contains All, Is All, and Will Triumph Above All. DIFFRACT!

Schließt Euch der richtigen Farbe! Allen!

 

Die Colorwars 2008 kann man übrigens auch komplett und bequem per Friendfeed verfolgen. (oh my)

Update: Die unsäglichen Goldteammaden vom Spreeblick und denquer erklärbären ebenfalls die Colorwars und versuchen gleichzeitig mittels ihrer Blogs das Ergebnis zu ihrem Gunsten zu beeinflussen hinauszuzögern. Wie überaus widerwärtig.

Twitter ist..

..der Watercooler des Web.

(#Twitter-Erklärwochen)

Aus gegebenem Anlass: Beiträge hier sind nicht käuflich!

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Email eines Startups, in der keine weiteren Angaben zum eigenen Webservice stand:

Als Experte im Bereich
> Internet und Web 2.0 ist uns Ihre Meinung zu dieser Plattform wichtig.
>
> Vielleicht haben Sie Lust, Nutzerfreundlichkeit, Funktionalität und Design
> zu testen und uns zu sagen, was Sie von diesem neuen Angebot halten?
>
> Bitte signalisieren Sie mir kurz, ob Sie Interesse haben. Falls ja, sende
> ich Ihnen ausführliche Informationen und einen Link zum Produkt.

Woraufhin ich antwortete:

sehr gern schau ich mir mehr Material zu Ihrer Seite an. Ob ich aber
darüber schreiben werde oder Ihnen Feedback geben kann, kann ich vorher
nicht sagen. Meine Zeit ist leider eng bemessen.

 

Mit dieser Vorabselektion glaubte man wohl, an die “Richtigen” zu kommen.

Denn daraufhin bekam ich eine Email, bei deren Lektüre mir meine Kinnlade fast das Parkett zerstört hätte:

Wenn Sie Ihren Beitrag zu [Dienst xy] mit einem entsprechenden Link gleich in
Ihrem Blog veröffentlichen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag, um
Vertrauen bei potenziellen Interessenten zu schaffen.

Bitte teilen Sie mir mit, wie viele unique visitors/Besucher Ihr Blog am
Tag, pro Woche bzw. pro Monat hat.

So weit, so unangebracht.

Der wahre Hammer folgt aber erst noch:

In diesem Zusammenhang möchte ich anfragen, ob Ihr Blog bereits ein Google
Analytics Tool hat. Sollte dies der Fall sein, würde ich gerne wissen, ob es
möglich wäre, wenn Sie einen eingeschränkten Zugang für uns einrichten
könnten.

Sobald Sie Ihre Meinung in Ihrem Blog veröffentlicht und uns einen
entsprechenden Link zugesendet haben, erhalten Sie von uns ein kleines
Dankeschön. Wählen Sie einfach eines der folgenden Präsente aus: iPOD
shuffle, USB-Stick 2 GB oder Trekkingrucksack.

(Hervorhebung von mir)

Unfassbar.

Wen glaubt der Herr eigentlich vor sich zu haben? Ich schreibe hier doch nicht über Webseiten als Gegenleistung für Bestechungsgeschenke!

Und warum soll ich unterwürfig Daten meines Blogs weitergeben? Und gleich einen eingschränkten GoogleAnalytics-Zugang für einen dahergelaufenen Gründer, mit dem ich eine kurze Mail getauscht habe? Herrimhimmel.

Diese zweite Email war vor allem eins: Eine Beleidigung.

Ich schreibe über Webseiten, zu denen ich etwas zu sagen habe. Startups sind explizit eingeladen, sich bei mir zu melden (marcel at neunetz.com). Je besser ihr Produkt, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Artikels dazu -should go without saying-.

Solche schmierigen Aktionen funktionieren hier nicht. Im Gegenteil.

Gleich noch eine Lektüre für’s Leben frei Haus: Solche Dinge mögen früher funktioniert haben, kommen heute aber fast immer ans Tageslicht.

 

Anmerkung: Da ich nicht weiß, wie das rechtlich ausschaut, habe ich den Namen des Webdienstes weggelassen.

Nur noch so viel zum Abschluss, Freunde der leichten Unterhaltung: Jedes Blog, das die nächsten Tage über die auf diese Weise an mich herangetragene Seite ein vermeintlich unabhängiges Review verfasst, fliegt hochkant aus meinem Feedreader.

Myspass.de: Gratis deutsche Serien online anschauen

myspassDie deutsche Produktionsfirma für TV-Formate Brainpool startet mit Myspass.de ihre eigene Videoplattform im youtube-Stil und bietet dort u.a. kostenlos (einige) komplette Episoden von von ihr produzierten Serien wie Stromberg, Pastewka und Dr. Psycho an. Myspass.de ist ein kleines bisschen eine Art deutsches Hulu .

Abgesehen vom grenzwertigen Namen, der seine Geburtsstunde wahrscheinlich irgendwann im Dezember auf der Brainpool-Betriebsweihnachtsfeier nachts um halb 3 hatte, kann sich die Seite durchaus sehen lassen.

Die Auflösung der Videos ist etwas höher als bei youtube, die Videos fliegen nicht wie bei watchberlin wie Mücken auf Speed durch die Gegend. Generell: Es ist keine komplett in Flash umgesetzte Seite, das ist doch schon mal was für deutsche Verhältnisse; man wird ja genügsam.

Laut dwdl finden sich einige der auf Myspass.de kostenlos angebotenen Inhalte auch auf dem kostenpflichtigen Video-On-Demand-Portal Maxdome. Diese Situation wird sicher nicht von Dauer sein.

Negativ: Man muss doch tatsächlich eine Postleitzahl angeben, um sich anmelden zu können. Was das soll, bleibt mir schleierhaft.

Ist man erstmal angemeldet, kann man auch eigene Videos hochladen. Außerdem kann man als registrierter Nutzer Shows abonnieren und so über neu hochgeladene Episoden auf dem Laufenden bleiben. Nett.

myspass-shows

 

 

Fazit

Myspass.de ist sicher nichts Außergewöhnliches aber nichtsdestotrotz eine grundsolide, empfehlenswerte Seite. Stehen und fallen wird die Seite letztlich mit ihrem Content. Bleiben die Episoden von von Brainpool entwickelten Serien dauerhaft auf Myspa css.de abrufbar und könnte man sich dort dazu durchringen, weitere Episoden online zu stellen, dürfte die Seite ihr Publikum leicht finden. Ob das der Fall bei einem sich überschneidenden Angebot mit dem kostenpflichtigen Maxdome sein wird, wird sich noch zeigen müssen.

Fehlt letztlich nur noch die Möglichkeit, die Videos auf anderen Seiten einbinden zu können.

Nur an den Namen werde ich mich wohl in diesem Leben nicht mehr gewöhnen können.

 

(via tomblog )

Kulturflatrate wird nicht funktionieren

Man kann fast seine Uhr danach stellen. In regelmäßigen Abständen wird an den üblichen Stellen die Idee der Kulturflatrate evaluiert oder gleich agitiert.

Als Kulturflatrate wird kurz gefasst die Idee bezeichnet, einen Abschlag auf den Internetzugang zu zahlen, mit dem P2P-Filesharing von urheberrechtlich geschützten Material (zunächst erstmal Musik) legalisiert und finanziert wird. Das eingesammelte Geld würde dann an die Urheber Rechteverwerter ausgezahlt. Wikipedia :

Die Kulturflatrate ist das Konzept einer gesetzlich-geregelten Pauschalabgabe auf Internet-Anschlüsse, die Urheberrechtsvergütungen für digitale Kopien pauschal abgelten soll.

Aktuell fing die Diskussion am Wochenende wieder Feuer aufgrund eines Vorstoßes auf der SXSW-Konferenz :

Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind. Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s. Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt.

siehe auch Ars Technica (via nerdcore )

 

Eine “Kulturflatrate” wird sich nicht durchsetzen, weil sie praktisch nicht umsetzbar ist:

  • Man müsste das gesamte(!) Internet überwachen(!)
  • Und dann? Bekommt mein Lieblingskünstler mehr vom Kuchen, wenn ich einen Server aufsetze, der permanent dessen Alben runterlädt?

usw.

Weitere Fragen/Problemfelder zu dieser Thematik finden sich auch auf nicorola.de .

Theoretisch haben wir eine Art Kulturflatrate ja in Teilen (Teil: Bezahlen) schon, die wir mit Abgaben auf digitale Speichermedien und -abspielgeräte entrichten. Nur das diese das P2P-Verhalten nicht komplett legal macht, nur dafür kassiert. Schöne Sache.

Eine Kulturflatrate bräuchte eine Institution, die das Ganze regelt. Und diese würde von einer Musikindustrie geleitet, die in ihrer aktuellen Konstellation mehrfach bewiesen hat, dass ihr Kollateralschäden beim Durchsetzen ihrer Interessen herrlich egal sind.

Eine Industrie, die sich nachweislich keinen Millimeter von ihrem eigenen (absurd anachronistischen) Bild der Welt seit 10 Jahren wegbewegen wollte, müsste eine 180°-Wende hierfür vollführen. Das würde nur stattfinden, wenn die Majors die Entwicklung fest, felsenfest, in ihren Händen hätten.

Man schaue sich nun einmal an, wie die GEMA hinter den Kulissen funktioniert und dann sage mir, dass eine Kulturflatrate mit gerechter Verteilung zu erwarten wäre (Einen Anfang einer Ahnung, wie sehr es im Argen mit der GEMA ist, kann man auf Wikipedia erlesen).

Folge des Ganzen: Ein gesetzlich abgesichertes Verwertungsmonopol, das von der Musikindustrie geformt und geleitet wird. Denn alles was kein allumfassendes Monopol ist, also etwa wie auch immer geartete Abomodelle, benötigt DRM und sind damit Totgeburten. Ein solches kontrolliertes Monopol ist also die Lösung? Also ich weiß nicht.

Letzen Endes ist das Konzept ‘Bezahlen für Musikaufnahmen’ sowieso so gut wie tot, ob man das nun mag oder nicht. Eine Zwangsabgabe an eine sich seit einem Jahrzehnt widerwärtig gegenüber den eigenen Kunden gebärende Industrie mit völlig ineffizenten Strukturen -genau das wäre eine ‘Kulturflatrate’ letztlich leider zuvorderst- wird daran auch nichts ändern. Es wäre eine Krücke, von deren Nutzung sich ihre Befürworter Olympiamedaillen erhoffen.

Abgesehen davon sind die praktikablen Probleme dieser Idee zusätzlich faktisch nicht zu überwinden.

Musiker sollten sich besser daran gewöhnen, ihren Lebensunterhalt nicht mehr mit Musikaufnahmen zu verdienen sondern mit dem, das sich durch diese ergibt.

Aber das wissen die meisten, wenn auch unbewusst, eh schon.

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