searchpickr - Vielleicht bisschen Overkill:

Nett allerdings neben diversen vertikalen Suchmaschinen auch die Hot-Sektion:

Man beachte auch das etwas hübschere, hier erwähnte sputtr.
Und meine mehrteilige Artikel-Reihe zu alternativen Suchmaschinen etc.
(via altsearchengines)
ReadWriteWeb zu Tim O’Reillys Rede auf der Web2.0 Conference:
To conclude, Tim urges us to “not follow the headlines” and the hot things, but go after “big, hard problems”.
Tim finishes with a poem that is important to him, called ‘The Man Watching’ by Rainer Maria Rilke [thanks Sean for the link]. Very nice touch! His main message is to tackle big hard problems, with web 2.0. Make a difference.
Auch wenn man den Eindruck bekommen könnte, und Einige hier und da das ja auch zum Ausdruck bringen, dass das Ende der Fahnenstange mehr oder weniger erreicht ist, ist es tatsächlich so, dass wir gerade erst anfangen (Ich liebe den letzten Satz in dem Posting von Doc Searls).
Let’s get to the real deal.
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Wie der Eine oder Andere in der Blogosphäre bereits mitbekommen hat, hat heute früh ein neues Themenblog bei Blogwerk das Licht der Welt erblickt.
netzwertig.com (Feed) ist der Nachfolger von Andreas Göldis hervorragenden medienkonvergenz.com-Blog (siehe hier ein Best of seiner Texte).
Ich freue mich außerordentlich, heute bekannt geben zu dürfen, dass neben Andreas Göldi und Markus Spath auch ich zum Team von netzwertig.com gehöre (Ich bin gar Leithammel Redakteur).
Ich freue mich, nicht nur im Team ein hoffentlich nützliches und substanzhaltiges Blog mit aufbauen zu können, sondern es sogar mit zwei seit langer Zeit hochgeschätzten ichsachmal Webexperten tun zu können.
Sorry, wenn das alles etwas nach Geschwurbel klingt. Aber ich bin wirklich sehr glücklich über die aktuelle Konstellation.
Ausrichtung: Wir werden unseren Schwerpunkt auf Analysen, Betrachtungen und Einordnungen des aktuellen Webgeschehens setzen.
Zusätzlich werden wir nennenswerte Startups aus dem deutschsprachigen Raum vorstellen. Sprich neben Dtl. auch Österreich und die Schweiz betrachten.
Emailadresse für Pressemitteilungen und derlei ist desk.netzwertig[at]blogw…com
siehe für alles Weitere zur Ausrichtung meinen Einführungsartikel auf netzwertig.com
Noch eine Anmerkung: Heute nach dem Start haben wir intern bei Blogwerk festgestellt, dass bei netzwertig.com mit Andreas ein (zwar in den USA lebender) Schweizer, Markus ein (zwar in Frankfurt lebender) Österreicher und mit mir ein (zwar in Chemnitz verweilender) Deutscher am Blog sitzen. Quasi ein wahres Dreiländerblog.
Zunächst einmal: ich werde neunetz.com natürlich weiterführen.
Die hier in den letzten Monaten dominierenden Analysen des Webgeschehens werden ab sofort natürlich auf netzwertig.com stattfinden.
Das gibt mir die Möglichkeit, hier wieder vermehrt auf kleine und große nützliche Webapplikationen (von Übersee..) hinzuweisen. So wie es in der Anfangszeit von neunetz.com der Fall war. Quasi back to the roots.
Etwas, das ich bereits ein paar Mal versprochen hatte, aber nie wirklich umgesetzt habe.
Außerdem werde ich auch ab und an unsortierte Gedanken oder persönliche Ansichten zu aktuellen Vorkommnissen im Netz hier veröffentlichen, die ich nicht mit dem ganzen Team von netzwertig.com assoziiert sehen möchte (weil ich vielleicht mal wieder auf einem anderen Blogger rumhacken möchte ;)).
Bleiben Sie mir gewogen.
(Ach ja, noch was: Das netzwertig.com-Logo ist doch großartig, oder?)
Nach fast genau einem Jahr bin ich morgen, Samstag, 19.04., mal wieder zum Telefon-Interview auf Radio Fritz in der Sendung Trackback zugeschaltet. Damals ging es um das Thema Musikdienste im Netz und meinen Artikel dazu.
Dieses Mal geht es um die Umsonstkultur im Netz. Als weiterer Interviewgast wird Andreas Göldi seinen Standpunkt zu dieser Thematik beisteuern. Ich denke, es werden vielleicht diverse Fetzen fliegen.
Schalten Sie ein, werte Leser! (Oder warten Sie twentyfirstcenturish auf den Podcast zur Sendung.)
Das ist spot on:
Why aren’t there more Googles?
The answer’s very simple. Because every company that had the potential to be economically revolutionary over the last five years sold out long before it ever had the chance to revolutionize anything economically.
Think about that for a second. Every single one: Myspace, Skype, Last.fm, del.icio.us, Right Media, the works. All sold out to behemoths who are destroying, with Kafkaesque precision, every ounce of radical innovation within them.
Umair Haque über Venture Kapital und die strukturellen Probleme, für mögliche Innovationen im Netz (via hackr )
Wie ich schon im Artikel zur Umsonstkultur in einem Nebensatz angedeutet hatte: Hätte del.icio.us nicht an Yahoo! verkauft und anschließend einen damit verbundenen praktischen Entwicklungsstopp hingelegt, hätte es um ein Vielfaches größer und für die im Entstehen begriffene SocialMedia-Infrastruktur wichtiger werden können. Es wäre heute womöglich einer der zumindest mittelgroßen Player -Facebookliga etwa-. Stattdessen liegt das Potential in diesem Datenschatz brach. Seit Jahren.
Google legt so ein Verhalten übrigens bei seinen eigenen Übernahmen auch hin: Can you say Dodgeball? Oder seit der Übernahme durch Google wieder was von Jaiku gehört?
Der Anschluss an eine größere Organisation scheint für nahezu jedes Internetstartup unmittelbar zur Starre zu führen. Anschließend gibt es ab und an ein paar neue Features. Aber Innovationen sind von übernommenen Startups bisher nicht mehr gekommen. Die Regel bestätigende Ausnahme: Youtube und die im März gelaunchte API , die Youtube zum Onlinevideo-Infrastrukturanbieter macht.
Ich habe den Eindruck, dass genau das Ende der Entwicklung nach Übernahme das Facebook-Team rund um Zuckerberg verstanden hat. Zugegeben, sie sind mittlerweile auch in einer Position, in der sie es sich erlauben können. Aber Zuckerberg hat bekanntlich mindestens ein obszön hohes Angebot von Yahoo! seinerzeit ausgeschlagen.
Was wäre wohl aus del.icio.us geworden, wenn dessen Macher nicht so frühzeitig verkauft hätten?
Paul Graham hat in Antwort auf Haques Text ebenfalls einen seiner wie immer sehr lesenswerten Essays verfasst .
Er führt aus, dass auch die Google-Gründer durchaus verkaufen wollten. Nur keinen Käufer zum präferierten Preis fanden. Wie Facebook hatten sie mehr verlangt, als der potentielle Käufer bezahlen wollte und dann das Angebot abgelehnt. Graham sieht hier einen Hinweis auf eine wichtige Charaktereigenschaft für Gründer:
More likely the reason is that the kind of founders who have the balls to turn down a big offer also tend to be very successful. That spirit is exactly what you want in a startup.
Den wahren Grund, warum es keine Innovatoren in der Liga von Google in den letzten Jahren gegeben hat, liegt nach Graham eher bei konservativ eingestellten VCs und somit der fehlenden Finanzierung radikal neuer Ideen.
The reason there aren’t more Googles is not that investors encourage innovative startups to sell out, but that they won’t even fund them. I’ve learned a lot about VCs during the 3 years we’ve been doing Y Combinator, because we often have to work quite closely with them. The most surprising thing I’ve learned is how conservative they are. VC firms present an image of boldly encouraging innovation. Only a handful actually do, and even they are more conservative in reality than you’d guess from reading their sites.
Risikoaversion bei den Finanziers. Das leuchtet ein. Wer hätte schon gedacht, dass die simple Seite, die nichts weiter als die Suchmaske und ein paar wenige Buttons bot, sich in wenigen Jahren zu einem internationalen Konzern entwickeln würde, das mittlerweile selbst in Redmond kollektive Zitterorgien verursacht.
Abschließend zwei Zitate aus dem Graham-Text, die in Stein gemeißelt gehören:
Howard Aiken said “Don’t worry about people stealing your ideas. If your ideas are any good, you’ll have to ram them down people’s throats.”
und
The exciting thing about market economies is that stupidity equals opportunity.
Amen.
In der letzten Woche ging wieder einmal die Debatte um die Kostenlos-Kultur im Netz durch’s Netz. Namentlich Medienkonvergenz und Zweinull.cc störten sich dran. Ich hatte mir letzte Woche nach der Lektüre des Medienkonvergenz-Textes bereits ein paar Anmerkungen gemacht und einen Text angefangen. Zu meinem Entzücken las ich dann einen hervorragenden, sehr lesenswerten Text zum Thema bei Markus Spath auf hackr.de (unbedingt lesen!).
Der wesentliche Punkt von Markus:
Im Grunde sind die ökonomischen Prinzipien im Web sehr einfach: ein Angebot muss – will es mittelfristig und autonom bestehen – zwei Dinge tun: Wert erzeugen und Teile des Werts irgendwie monetarisieren. Wert entsteht an unterschiedlichen Stellen. Als Individualwert (der Wert den ein Nutzer für sich selbst aus der Benutzung zieht), als Sozialwert (der Wert der für Benutzer dadurch entsteht, dass auch andere – Bekannte oder interessante Unbekannte – mitmachen), als Systemwert (der Wert für den Anbieter der dadurch entsteht, dass alle zusammen mitmachen) oder auch als Gesellschaftswert (was hat die Welt wie sie ist davon, dass es das Angebot gibt).
Markus geht dann weiter darauf ein, dass die Nutzer direkt für die Inhalte etc. abzukassieren, nicht immer das gewinnbringendste Geschäftsmodell sein muss:
Für Anwendungen die aber primär Sozial- und Systemwert erzeugen (dass sie Individualwert erzeugen ist eine Voraussetzung, sonst würden sie einfach nicht benutzt) ergeben sich aber interessantere – und dem Web eigene – Möglichkeiten. Natürlich könnte man auch hier versuchen Geld zu verlangen, aber wäre es nicht schlauer die Anstrengungen darauf auszurichten, eher die Eintrittskosten gering zu halten um den Sozialwert und den Systemwert zu maximieren und dann ein Modell zu finden, diese zu vergolden?
Richtig. Die Nutzer erzeugen eben bei der Nutzung oft auch Mehrwert. Und damit Wachstumschancen. Und das Wachstum an Usern selbst erzeugt wieder mehr Wachstum weil es den Mehrwert für den Einzeln steigert: Sich selbst verstärkend.
Einer der interessanten Punkte in diesem Zusammenhang ist, dass das Angebot bei maximaler Auslastung der Wachstumschancen letztlich nicht mit dem Hauptprodukt und desssen Konsumenten monetarisiert wird -weil erst kostenloses Anbieten zur Auslastung des Potentials führt-, sondern quasi mit den Nebeneffekten, dem was am Rand abfällt. Nebenbei wird so die Marktnische umfassend besetzt und Markteintrittsbarrieren erzeugt. Kostenpflichtige API-Premiumzugänge bei Twitter wären zB ein denkbares Szenario der Monetarisierung des ‘Randes’.
Nebenbei: del.icio.us hätte zum Vorzeigebeispiel für diesen Zusammenhang werden können, wäre es nicht frühzeitig von Yahoo! aufgekauft worden. (Die unglaublich umfassenden, hervorragend strukturierten Daten von del.icio.us liegen dort nach 3 Jahren nach wie vor brach. Etwas, was sich ein kleines Startup nicht hätte erlauben können.)
Der Punkt des indirekten Verdienens mit Produkten und Dienstleistungen ist einer der wesentlichen Aspekte beim Anbieten von Dienstleistungen/Produkten im Netz. Und dieser Aspekt ist wachstumsgetrieben.
Ein paar konkrete Beispiele und Ansätze auch abseits von Webapplikation-Anbietern, wie man mit kostenlosen Angeboten online Einnahmen generieren kann:
Content, Text etc.:
Das bekannteste Beispiel dürfte NYTs TimesSelect sein. Das Bezahlarchiv, dessen Paywall aufgegeben wurde. Direkte Bezahlung konnte gegen die Werbeeinnahmen nicht bestehen. Nicht (unbedingt) weil in den USA nur Geizkragen unterwegs sind, sondern auch vielleicht weil Texte hinter einer Paywall niemand sieht. Woher soll man den von den Texten wissen? Ich zitiere mich selbst:
Seiten mit eingeschlossenem Bezahlcontent sind wie kleine, äußerst triste Inseln, getrennt durch das Bezahlmeer von einem pangäagleichen Kontinent, auf dem eine riesige, nicht endenwollende Freecontentparty stattfindet.
Wer glaubt, dass irgendwann erfolgreich wieder Texte im Netz hinter verschlossenen Türen erfolgreich verkauft werden, hat seinen Verstand verloren.
Webapplikationen, SocialNetworks etc mit Freemium:
In meinem Artikel zur Entscheidungsfindung zur Differenzierung zwischen kostenlosen Basis- und kostenpflichtigen Premiumfunktionsbündeln für Internetstartups hatte ich zu diesem Problemfeld eine einfache Frage formuliert:
Würde die eigene Seite auch eine lebhafte Community anziehen, wenn es nur die Funktionen gäbe, die für die kostenlosen Basisaccounts freigeschaltet sind?
Diese Fragestellung spiegelt indirekt für Social Networks genau die von Markus identifizierte und oben zitierte Wertschöpfungsausdifferenzierung wieder.
Musiker, Künstler allgemein; Selbständige mit Blogs:
Vor ein paar Wochen ging durch das (englischsprachige) Web Kevin Kellys 1000 Fans-Prinzip. Die Grundaussage:
1000 Fans, und Du kannst davon leben.
Diese 1000 Fans kommen natürlich nicht von irgendwoher. Kelly meint das eher folgendermassen: Erzeuge eine hohe Anhängerschaft. Entweder indem Du Deine Musik zum kostenlosen Download anbietest, bloggst, o.ä.
Dann entsteht innerhalb dieser großen Anhängerschaft ein enger fanatischer Zirkel, der auch bereit ist, beispielsweise Deine Bücher zu kaufen. Auch wenn diese in Form von Blogtexten oder PDF-files kostenlos erhältlich sind. usw.
Der Punkt liegt hier nun darin, so viele ‘Anhänger’ wie möglich zu erzeugen, weil aus diesen sich die Teilmenge der ‘1000 Fans’ gründet. (Nicht unähnlich dem Freemium-Modell)
Der Punkt ist hier wie auch bei den anderen Beispielen: Der Anbieter im Web verliert umso mehr, je rigider er für seine Dienste abkassiert, weil er sie so abschottet. Denn in Großteilen unabhängig von der Art des Produkts bekommen die Angebote die Aufmerksamkeit, die den Zugang so vielen Nutzern, Hörern, Kunden, Konsumenten so einfach wie möglich machen. Und diese Angebote sind es letztlich auch, die damit die meisten Monetarisierungsmöglichkeiten anschließend erhalten.
Oder wie Markus ausführt:
Systemwert wächst (bei Anwendungen die die Dynamik richtig nutzen) mit jedem User exponentiell (egal jetzt ob im strengen Sinn exponentiell oder nicht, jedenfalls um ein vielfaches stärker als der Individualwert) – also ist gratis in den allermeisten Fällen Voraussetzung dafür Wertkreation an anderer Stelle stattfinden zu lassen.
Wir sehen: Im Internet kann es sich für sehr viele unterschiedliche Parteien auszahlen, ihre ‘Produkte’ oder Teile davon kostenlos wegzugeben.
Nicht zuletzt auch, weil die Kosten für einen weiteren Nutzer im Web oft so gering sind, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Ein Großteil der ‘Herstellungskosten’ für Webappanbieter (also etwa Hosting des SocialNetworking-Profils, verursachter Traffic pro User etc.) spielt bei der Entscheidung im laufenden Betrieb also keine Rolle (Ausnahmen sind beispielsweise im Videobereich).
Strukturell : Die Transaktionskosten, besonders die Informationsbeschaffungskosten, sind mit dem Internet so radikal gefallen, dass es die Wirtschaft so nachhaltig verändern wird, wie wir es uns jetzt erst nur ansatzweise ausmalen können. Und diese radikal niedrigeren Transaktionskosten treffen nicht nur auf Marktteilnehmer mit nur im Internet konsumierten Produkten zu, sondern auf alle, die sich auf irgendeine Weise das Internet zu nutze machen können. Nur hier, bei den Anbietern im Web, trifft diese veränderte Kostenstruktur mit voller Breite und zeitlich als erste.
Die niedrigen Transaktionskosten sorgen für eine größere Durchlässigkeit und allgemein höhere Dynamik und Potential für organisches Wachstum qualitativ hochwertig angesehener Produkte.
Diese Verschiebung bei den Transaktionskosten hat noch ganz andere Auswirkungen über die wir an anderer Stelle einmal reden werden (kleinere Unternehmen, die es mit Konzernen aufnehmen können; verstärktere Kollaborationen über AdHoc-Netzwerke und als virtuelle Unternehmen etc.)
Besonders intensiv und hervorragend beschäftigt sich Umair Haque mit dieser Thematik auf Bubblegeneration und im Harvard Business Media Lab . Hier deswegen nochmal eine erneute Leseempfehlung in diese Richtung.
Das Ganze ist keine Lizenz zum Gelddrucken. Im Gegenteil. Unternehmen, die diese Mechanismen für sich nutzen wollen, sollten sich im Klaren sein, dass sie sich auf einen Markt begeben, der eben erst beginnt, sich zu finden und dessen Spielregeln sich ausgesprochen schnell ändern können. Es gibt außerdem noch keine (mir bekannte) tiefergehende Literatur zu den neuen Mechanismen des Internetmarktes. (Allerdings ist es aber auch nicht Raketentechnik.)
Außerdem: Der rosa Elefant im Raum ist Google .
Google, das, als großer Konzern, quasi alles, was es im öffentlich zugänglichen (und damit indizierbaren) Netz erzeugen bzw. unterstützen kann, ebenso wie alles, das Daten des Nutzers anhäuft, gleichzeitig als Steigerung und Verbesserung des eigenen Kerngeschäfts betrachten kann. Freie Zugänglichkeit für den Suchmaschinenindex, die Daten für die Werbemaschine.
Das und eine gefüllte Kriegskasse erlauben Google, Dienste kostenlos in einer Größenordnung anzubieten, wie es sich andere, besonders Startups, nicht erlauben können.
Bei einigen Angeboten, Beispiel GoogleAnalytics, ist der Gedanke an Dumping nicht so abwegig. Hier entsteht durch das kostenlose Anbieten kein merhwerterzeugender Vorteil für Google außer dem klaren Signal an mögliche Konkurrenten: Wer sich mit uns anlegt, bekommt einen aggressiven Preiskampf frei Haus.
Davon abgesehen hat man als Anbieter eines kostenpflichtigen Angebots in der Regel immer folgendes Problem: Man verliert nicht nur in der Preisdimension sondern auch, wenn beim Konkurrenten die selbst verstärkende, oben besprochene Nutzerkomponente zugreift, noch in der Qualitätsdimension. Damit hat man mittel- bis langfristig gar keine andere Wahl, als sich zu fügen. Was das für den Markt und das gesamte Ökosystem bedeutet, wird sich noch zeigen. Grundsätzlich sehe ich die gesellschaftliche Gesamtsituation unter dem Strich aber damit eher im positiven Bereich.
Dieses gesamte Problemfeld ist relativ umfangreich und wir kratzen hier logischerweise erst an der Oberfläche.
Trotz der Länge dieses Artikels und der am Anfang verlinkten Artikel, ist das somit erst der Anfang einer Diskussion.
Wir sprechen hier immerhin von den möglichen Geschäftsmodellen in einem ganzen Wirtschaftszweig, der zwar an gesellschaftlicher Relevanz permanent gewinnt aber in vielerlei Hinsicht noch in den Kinderschuhen steckt.
Trotzdem kann man davon ausgehen, dass die von Markus angesprochenen, sich selbst verstärkenden Effekte durch die von Nutzern verursachte Mehrwerterzeugung, in Verbindung mit anderen Aspekten, wie etwa der veränderten Kostenstruktur im Netz und der veränderten Situation etwa der Transaktionskosten dazu führen werden, dass im Netz diejenigen Anbieter die großen Gewinner sein werden, die erfolgreich kostenfrei diese Aspekte nutzende Produkte feilbieten können.
Nur noch ein paar abschließende Anmerkungen:
Man verstehe mich nicht falsch. Ich bin auch kein Vertreter der “Geiz ist geil”-Fraktion. Wie ausgeführt, ist das nur eine Frage des Marktes und seiner Struktur.
Letztenendes entscheidet der Markt. Das gilt auch für Webapplikation-Anbieter, die nicht genügend Mehrwert schaffen können. Keiner davon hat Anspruch auf Welpenschutz.
Märkte sind Angebot und Nachfrage (naja, neoklassisch plakativ; es gibt da noch mehr, soll aber hier nicht das Thema sein). Sollten also die Mehrwertgenerierung und damit indirekt entstehende Einkommenströme die Kosten der Bereitstellung eines kostenlos angebotenen Hauptproduktes nicht kompensieren, würden weite Teile des heutigen Umsonstnetzes sich von allein bereinigen. Ich möchte aber anmerken, dass ich nicht glaube, dass das in dem Maß passieren wird, das viele der Dinge, die man heute kostenlos machen kann, in Zukunft wieder Geld kosten werden.
Wie auch immer die Entwicklung aussehen wird, sich über die Preise eines unregulierten Marktes, der weder von einem Monopol noch einem Oligopol bestimmt wird, zu beschweren -ob nun als Kunde oder Anbieter-, halte ich für wenig sinnvoll.
Denn wie einer meiner VWL-Dozenten in breitem Wiener Akzent immer zu sagen pflegte:
“Es gibt keinen gerechten Preis.”
Ein Produkt ist genau so viel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen.
Und überhaupt: niemand hat -seit der dot.com Blase.. - behauptet, dass das Erzeugen Kaufwilliger einem im Netz auf einmal in den Schoß fällt.
Deal with it or go home.
lesenswerte Artikel im März ‘08:
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Farewell Sanity: Internet-Mememadness: Heute: Colorwars
Last not least:
Aus gegebenem Anlass: Beiträge hier sind nicht käuflich!
Neunetz.com, immer am Puls der Zeit, präsentiert: Der Welt späteste Re:publica-Nachlese

(pic: gapingvoid, baby)
Toll war’s. Und anstrengend. Vorweg: Ich fand die Re:publica nicht schlecht. Und Tim Pritlove mag ich eigentlich auch.
Aber.
Aber man merkte doch einigen Panels an, dass die Zusammensetzung entweder nicht so klappte wie geplant oder nicht strategisch genug zusammengesetzt wurde. Oft dümpelten Diskussionen eher so vor sich hin. Das war besonders schade, da einige wirklich interessante Geschichten dabei waren. Musik im Netz zum Beispiel. Ein
hochemotionales und auch komplexes Thema, aus dem man locker eine eigene Konferenz machen könnte. Dümpelte leider die erste Dreiviertel Stunde vor sich hin, wurde dann noch die letzten 15 Minuten ein bisschen spannend aufgrund von Publikumsfragen und war dann schon wieder vorbei. Eine Stunde pro Podiumsdiskussion ist einfach zu knapp (Keine Pause zwischen den Vorträgen/Panels ist noch zu knapper).
An diesen Dingen krankten leider einige Panels. Vielleicht hatte ich auch nur zu hohe Erwartungen. Denn es war ja nicht schlecht. Nur eben auch nicht.. der Kracher.
Schlecht hingegen, geradezu unterirdig, war die Moderation von Tim Pritlove des Panels rund um die Zukunft von Social Networks.
Hinweis an Alle, denen eine Panelmoderation angeboten wird: Wenn man sich seit einem Jahr nicht mehr mit dem Thema auseinandergesetzt hat und auch keine Lust oder Zeit hat, sich vorzubereiten, die Moderation bitte lieber abgeben.

Es war unfassbar. Ich hatte kurzzeitig das Gefühl, auf dem SXSW zu sein und einem Interview mit Zuckerberg zu lauschen (<- Insidergag). Pritlove schaffte es neben permanentem Pöbeln in Richtung Myspace-Vertreter und StudiVZ-Vertreter, nicht einmal das Zukunfts-Thema für SocialNetworks -Plattformen& APIs- anzusprechen. Das kam dann erst im letzten Drittel durch eine Publikumsfrage. Stattdessen ritt Pritlove auf dem Thema Datenschutz rum. Das zwar wichtig ist, aber nur ein Thema von vielen ist. Offensichtlich war es aber das Einzige, worüber Tim reden wollte oder konnte. Wahrscheinlich weil er seit einem Jahr nichts mehr zu SNs gelesen hat (Wir erinnern uns: vor einem Jahr, Ende 06/Anfang 07 war StudiVZ und dessen Sicherheitsstrategie, or lack thereof, Thema Nr.1).
StudiVZ-Sprecher Michael Brehm hatte außerdem leider das leere, verfloskelte Politikersprech erschreckend gut auf dem Kasten. Aber was sollte er auch schon machen? Ich bin wahrlich kein Fan von StudiVZ und dessem Strategierumgegurke. Aber das Mobverhalten im Publikum, jedes Mal wenn Brehm antwortete, war unter aller Kanone. Es war beschämend und ärgerlich.
Ärgerlich, weil ich ganz offensichtlich das lukrative Geschäftsmodell, Mistgabeln und Fackeln auf der re:publica zu verkaufen, völlig verpasst hatte. Damn.
Sei’s drum.
Eine Konferenz ist ja nur halb für die Panels und Vorträge da. Die hier naturgemäß schlechter wegkommen, als sie waren. Denn man neigt ja eher zum kritisieren als loben. Blöderweise.
Das Networking, sich kennen lernen, etc. ist mindestens ebenso wichtig. Und dafür ist die re:publica besser geeignet als alles Andere wenn es um Blogs und das Netz geht. Klar, liegt ja auf der Hand.
Genau das und der Grund, dass die re:publica bei allen Schwächen und Kritikpunkten ein wirklich runde (und meine Güte preisgünstige) Angelegenheit ist, der man anmerkt, dass die Macher mit dem Herzen dabei sind, also, ohne zu versuchen, diesen Satz bernhardesk werden zu lassen, wollte ich nur sagen, dass ich aus diesen Gründen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein werde. Und das Jahr darauf auch.
Achja, was den SZ-Artikel angeht. Da haben andere schon alles Notwendige zu gesagt. Mittlerweile ist es mir schon ein bisschen peinlich, dass ich die Zeitung mal abonniert hatte.
Last not least: Chapeau in Richtung Herrn Lobo für seine Followerparty (und seinen souveränen Umgang auf dem Bloggeld-Panel mit Kritikern aus Publikum und vom Panel selbst)!
Google steigt ins Cloud-Geschäft ein.
Als ich über Amazon S3 und co. schrieb , wunderte ich mich noch, warum Google den Überhang in seinen auf der ganzen Welt verteilten, riesigen Datencentern nicht für ein Konkurrenzangebot nutzt.
Gerüchte dazu schwirrten dank Dave Winer seit ein paar Tagen nun schon durch’s Netz und jetzt ist es so weit:
Google geht dabei den typischen Google-Schritt weiter: Der Basisaccount ist kostenlos. Dieser Account umschließt 500 MB Speicherplatz, genügend CPU-Leistung (200 Millionen Megacycles/Tag) und 10 GB Traffic/Tag. Was wohl 5 Millionen Pageimpressions pro Monat entspricht (zumindest wird das so kommuniziert). Für ein kostenloses Angebot ist das eine kleine Sensation.
Die ersten Miniapplikationen gibt es auch schon. Was für mich sofort die Frage aufwirft, ob das hier nicht prädestiniert ist für kleine, kreative Einmannexperimente etc.
Das könnte dann unter Umständen eine ganze Armada an nützlichen kleinen Webapplikationen zur Folge haben. Vielleicht wird die Google App Engine ja unter Anderem(!) auch so etwas wie das Greasemonkey unter den Clouds . Alle denkbaren und undenkbaren kleinen Helferlein wird man da finden.
Interessant auch die weitere Verzahnung innerhalb des Googleaccount-Universums:
Applikationen, die mit Googles App-Engine gehostet werden, sollen sich zudem leicht mit anderen Google-Diensten integrieren lassen. Dies gilt z.B. für das Thema Authentifizierung und E-Mail.
Strategisch sehr clever.
Was wir hier sehen, ist der Beginn des Aufbaus einer Infrastruktur im Netz. Wie ich ihn schon bei Amazons S3,EC2 etc. mit dem Aufbau der Eisenbahnnetze am Anfang der Industrialisierung verglich.
Die Großen, die ganz Großen, werden sich zwangsläufig zu Infrastrukturanbietern entwickeln. Die Cleveren von ihnen bevor es die anderen kapieren. Hier sind die Großen Amazon und Google mit ihrem Datencenter-Knowhow und der bereits physisch vorhandenen Infrastruktur für ein skalierendes Hosting; im SocialNetwork-Bereich waren die Ersten, die das erkannt haben Facebook.
Vorerst ist Google App Engine auf Python als einzige Programmiersprache beschränkt. Was viele als starke Einschränkung bezeichnen. Das soll sich aber in nächster Zeit ändern.
Weitere Kritikpunkte :
Richard MacManus sieht auf R/WW auch negative Aspekte bei Googles Allinone-Lösung :
But looking at the bigger picture, startups which use Google App Engine are essentially tying themselves into Google’s technology. They’ll need to host with Google, do their processing with Google, store their data with Google, etc. And as some people have already speculated, having a web app built and deployed with Google App Engine makes it much easier for Google to eventually acquire that web app.
It does make you wonder: would you want Google to control your entire end-to-end development environment? Isn’t that what developers used to be afraid of Microsoft for?
Siehe auch für eine weitere kritische Stimme Technosailor Aaron Brazell:
Then there’s the question of privacy. Google’s ever present incursion into deeper parts of lives should make every privacy nut cringe, and turn those who are not privacy nuts into privacy nuts. With the adoption of OpenSocial and now providing a platform for application development, Google’s hand continue to delve deeper into our deeply guarded private lives.