Archive for August, 2008

friendfeed arbeitet an effizienterem Protokoll für siteübergreifenden Austausch von Updates

Interessant. Die diese Woche veröffentlichten Neuerungen sind nur ein Teil dessen, was Friendfeed aktuell in der Hinterhand hat. Das hier könnte weit größer sein. Man arbeitet an einem neuen, schlanken Protokoll für einen ressourcenschonenderen (und noch realtimigeren) Austausch von Updates zwischen Sites:

The entrepreneur [Paul Buchheit] says that FriendFeed’s Simple Update Protocol, which the company expects to roll out in September, will allow the service to process updates from social networks and blogging sites more quickly than what’s possible using current Really Simple Syndication technology. SUP, which is being developed by Buchheit and fellow engineer Gary Burd, will allow FriendFeed to query Web sites to determine which feeds have been updated since the last poll and then download only those that have been modified.

 

“FriendFeed downloads millions of RSS and Atom feeds every hour,” Buchheit explains. “That takes up a lot of resources on our end and on the other end. SUP makes it much more efficient and lets us check much more frequently, like every minute or every couple of seconds, instead of every half hour.”

SUP - Simple Update Protocol. Klingt gut.

 

friendfeeds aktuelles Problem: Ich veröffentliche 14 Uhr einen Blogartikel über xy, 14:05 Uhr twittere ich, dass ich gerade über xy geschrieben habe. Während friendfeed nun zwar den Tweet quasi sofort - also in Realtime - einspeist (weil man an der XMPP-Firehose von Twitter hängt), kann es passieren, dass der Blogartikel erst eine viertel bis halbe Stunde später in das friendfeed-System einläuft. Irgendwann fällt das jedem User auf. Für friendfeed, dass mit seinen Kommentaren Teil des Real-Time-Webs ist, eine unschöne Sache. Der Grund dafür liegt bei RSS und Atom. Um Feeds in Realtime einzuspeisen, müsste friendfeed die Server, auf denen zum Beispiel die Blogs liegen, im Sekunden- oder Minutentakt abfragen. In der Regel wird sowas als Attacke gewertet.

Ohne eine zugrunde liegende technische Lösung rennt friendfeed hier gegen eine Wand mit seinem Konzept. Scheint, man arbeitet an einer Lösung.

EXCLUSIVE: FriendFeed readying RSS accelerator (Tech Confidential - Behind The Money Blog)

Update: Siehe auch Posting auf dem friendfeed-Blog:

FriendFeed Blog: Simple Update Protocol: Fetch updates from feeds faster

SUP (Simple Update Protocol) is a simple and compact “ping feed” that web services can produce in order to alert the consumers of their feeds when a feed has been updated. This reduces update latency and improves efficiency by eliminating the need for frequent polling.[..]

 

SUP is designed to be especially easy for feed publishers to create. It’s not ideal for small feed consumers because they will only be interested in a tiny fraction of the updates. However, intermediate services such as Gnip or others could easily consume a SUP feed and convert it into a subscribe/push model using XMPP or HTTP callbacks.

 

Man findet mich auf friendfeed hier.

(via, logisch, friendfeed)

GoogleReader Shared Items: Gefiltert, nicht geschüttelt

Letzte Woche schrieb ich auf netzwertig.com eine Serie über neuartige Nachrichtenseiten (Teil 1, Teil 2). In Teil 2 habe ich über Shared Items via GoogleReader geschrieben und unter Anderem das hier bereits des öfteren behandelte Readburner und das ähnliche, aber mittlerweile spannendere RSSmeme vorgestellt.

Besonders RSSmeme ist zu einem wichtigen Werkzeug bei meiner Informationsbeschaffung und -bewältigung geworden. Die Möglichkeiten, aus der Vielzahl von Shared Items einen aggregierten Feed zu basteln mit den Keywords, an denen man Interesse hat und der jeweiligen Noise-Schwelle die man bereit ist, in Kauf zu nehmen (also wie oft ein Artikel mindestens gesharet sein muss, bis er im Feed auftaucht), sind sehr praktisch.

Eine Zeitlang gab es auch die Möglichkeit, einfach seinen friendfeed-Namen einzugeben und den friendfeed-Rssmeme-Feed zu abonnieren. In diesem Feed waren automatisch alle Shared Items von Leuten, denen man auf friendfeed folgt und die dort ihre Shared Items aggregieren (schon Kopfschmerzen?).

Der Vorteil: Von jeden, dem man auf friendfeed neu folgt, hatte man in diesem Feed automatisch die geshareten Artikel gleich mit. Leider funktioniert der Feed nicht mehr und auf RSSmeme fehlt mittlerweile auch die Option dazu. Ich vermute, dass die Serverbelastung für dieses Feature zu hoch wurde. RSSmeme ging letztens dem Macher nach von den Zugriffen her durch die Decke.

Wie dem auch sei. Auch einzelne Shared-Items-Feeds werden für mich immer wichtiger, weil die großen Blogs wie Techcrunch mittlerweile eine enorm hohe Frequenz an täglich veröffentlichten Artikeln aufweisen. Was die ganze Sache mit der Signal-Noise-Ratio nicht gerade verbessert.

Zusätzlich zu den Blogs selbst haben sich bei mir deswegen die Shared Items diverser Web-Knallschoten als sehr nützlich erwiesen. Für Leute, die nicht aus professionellen Gründen in dem Bereich auf dem Laufenden bleiben müssen und das ‘nur’ aus reinem Interesse verfolgen, könnte es sogar sinnvoll sein auf das direkte Abonnieren und Lesen von Techblogs ganz zu verzichten (außer auf netzwertig.com natürlich) und nur noch die einschlägigen Shared Items zu konsultieren.

Übrigens: friendfeed ist eine wahre Fundgrube für Shared Items.

2 lesenswerte Shared-Items-Feeds:

Und hier meine Shared Items .

Die entscheidende API-Frage

Lieber Dr. Sommer,

heißt es das API (weil das Applikation Programming _Interface_) oder die API (weil die Programmierschnittstelle)?

Hilfesuchend,
Ihr Marcel Weiß

Ein Jahr nach der Diskussion um eine vermeintliche Internet-Blase

..ist jene immer noch nicht geplatzt. Vielleicht, weil es diesmal keine Internet-Blase gibt.

Mein sehr ausführlicher Artikel dazu von vor auf den Tag genau einem Jahr:

neunetz.com » Warum wir uns nicht in einer Blase befinden

Was mir beim neuen delicious fehlt

Die neue Version des Bookmarking-Dienstes delicious ist nach gefühlten 10 Jahren in the making endlich da. Siehe Markus’ Artikel auf netzwertig.com und den Rest der Blogosphäre für Details.

An sich auf den ersten Blick nicht schlecht, aber gewöhnungsbedürftig. Bin mir noch nicht sicher, ob die neue Version übersichtlicher ist. Noch kommt es mir unübersichtlicher vor. Aber es wird sich erst mit der Zeit zeigen, ob es nun besser oder schlechter zu handhaben ist.

Was mir allerdings sofort auffiel ist, dass bei den Popular-Seiten die ‘recently bookmarked’-Anzeige fehlt. Äußerst unschön. Früher sah man, wie viele Bookmarks eine URL insgesamt hat und zusätzlich wie viele davon recently, also neulich - welche Zeitspanne auch immer damit gemeint war -, dazugekommen sind. Jetzt wird nur noch die Gesamtzahl angezeigt. Recently bookmarked war für mich immer eine recht interessante Größe, die jetzt fehlt. Schade. Fail.