Piratenpartei: Trotz statt Wählerstimmen

Zu meinem Artikel zum Namen der Piratenpartei hat sich eine doch recht rege Diskussion entwickelt. Auch um die Reblog-Funktion von Disqus mal zu testen, reblogge ich hier meinen letzten Kommentar zum Thema, das mir wirklich am Herzen liegt. Es ist eine Antwort auf ein den Kommentar eines Mitglieds der Piratenpartei:

Warum ich mich über den Namen „Piratenpartei“ ärgere und nicht über CDU/CSU/SPD/FDP: Die letzteren werden von ihren Namen nicht abgehalten, ihre Ziele zu erreichen. Da ich die Ziele der Piratenpartei teilweise teile, ärgert es mich, dass der Name sie massiv zurückhalten wird.

Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich halte diese Diskussion für albern. Nicht ich oder die anderen Blogger und Kommentatoren, die auf das Kontraproduktive des Namens verweisen, sind die Gegner hier: Es sind diejenigen wie der SZ-Autor, die den Diskurs bestimmen und Euch [die Piratenpartei] mit solchen Artikeln jede reelle Chance nehmen.

Ist es albern, sich auf den Namen zu beschränken und die Inhalte auszublenden? Ja. Willkommen in der deutschen Internet-Debatte.

Genauso albern ist es aber, aus Trotz einen Namen beizubehalten, der Euch [der Piratenpartei] reell Wählerstimmen und jede Chance auf Diskurshoheit nimmt.

Originally posted as a comment by marcel weiss on neunetz.com using Disqus.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Markus

    Zwischen (momentan) wenigen Wählerstimmen und dem Namen mag eine Korrelation bestehen. Korrelation ist aber != Kausalität

    Das ist in etwa die gleiche Diskussion wie „Kinder, die Mandy heissen bekommen keinen Job“. In diesem Zusammenhang kann ich das Buch Freakonomics empfehlen.

    Würde die Partei nicht Piratenpartei heissen, gäbe es diese ganze Diskussion gar nicht – Wie immer gilt: Schlechte Presse = Presse. Presse = Gute Presse.

    Ich lese hier schon eine Weile mit und wollte schon immer mal loswerden:
    Du sagst oft mit sehr vielen Worten sehr wenig. Es wäre schön, wenn Du Deinen Schreibstil etwas anpassen könntest, sonst verkommst Du noch zu einem John Gruber oder einem Daniel Eran Dilger.

    Dieses „Geschwafel“ kann -eigentlich interessanten Themen- nämlich durchaus sehr abträglich sein und kann auch nicht kaschieren (auch wenn es offenbar so mancher Verfasser glaubt), wenn man vom Thema keine große Ahnung hat – daher besser: Im Text auch mal eine Frage stellen, statt eine Meinung (versuchen) zu verbreiten.

    Ansonsten weiter so!

  • „Würde die Partei nicht Piratenpartei heissen, gäbe es diese ganze Diskussion gar nicht – Wie immer gilt: Schlechte Presse = Presse. Presse = Gute Presse.“

    Da haben wir unterschiedliche Sichten auf die deutsche Internet-Debatte.

    Außerdem will ich nicht, dass die Piratenpartei möglichst viel Presse und Stimmen bekommt, sondern dass sie dazu beiträgt, Ergebnisse für Probleme zu finden. Wählerstimmen und Presse sind Zwecke um ein Ziel zu erreichen. Diskurs in der Presse darf aber nicht über Piraterie und Diebstahl stattfinden, weil das einfach nichtder Fall bei Filesharing ist.