DuMont jetzt mit Micropaymentphantasien

Der Verleger glaubt, dass die größte Hemmschwelle für ein erfolgreiches Paid-Content-Modell noch die bislang ungenügenden Abrechnungs-Systeme sind: „Der Bezahlvorgang ist technisch noch zu kompliziert“, zitiert die dpa  Neven DuMont. „Wir machen Druck, dass die Provider ein Modell finden, und haben die große Hoffnung, dass wir das schon 2010 anwenden können.“ Damit schiebt der Kölner den schwarzen Peter geschickt zu T-Online, Vodafone & Co.

Meedia: DuMont: Paid Content via Telefonrechung

Was für ein ausgemachter Kokolores. DuMont ignoriert u.a. mentale Transaktionskosten (oder hat noch davon gehört). Ich hoffe wirklich, dass bald endlich von vielen Verlagen Micropayment-Systeme umgesetzt werden. Damit diese unsägliche Debatte ein Ende findet. Oder sie zumindest dort stattfindet, wo sie eh niemand mehr liest.

Btw. meedia: „Damit schiebt der Kölner den schwarzen Peter geschickt zu T-Online, Vodafone & Co.“

Bitte? Seit wann sind die ISPs für die Geschäftsmodelle der Verlage verantwortlich? Sind die ISPs verpflichtet, mit den Verlagen Micropaymentsysteme zu entwickeln? 

Und überhaupt: alle Verlage und alle Provider setzen sich an einen Tisch und finden bereits 2010 eine Lösung, auf die sie sich alle einigen und die nur von einer Hälfte von Ihnen überhaupt vermeintlich benötigt wird?

Von welchem Planeten kommen die Leute, die das ernsthaft glauben?

(Viele Gründe, die gegen Paid Content als Erfolgsstrategie sprechen in diesem Artikel von mir auf netzwertig.com)

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Das ist ja einmal ausgemachter Blödsinn, was der Mann da erzählt. Zum einen gebe ichDir Recht, dass man die alten Medien nicht mit Paid-Content retten kann, zum anderen gibt es bereits MicropaymentSysteme bei den Netzbetreibern, Servcieprovidern und ISPs. Man sollte nur jemanden Fragen, der sich damit auskennt.