Enttäuschendes Blackbird Pie: Twitter launcht einbettbare Tweets

Das angekündigte Feature wurde nun umgesetzt und wird als Blackbird Pie bezeichnet: Twitter bietet jetzt das direkte Einbetten von Tweets an. Damit soll das Zitieren von Tweets, das bisher vornehmlich über Screenshots läuft, vereinfacht werden.

Das Ganze ist eine gute Idee, die allerdings suboptimal umgesetzt wurde. Bei Twitter scheint man ernsthaft zu glauben, dass das Kopieren der URL des Tweets, Einfügen in die Form und das erneute Kopieren des erzeugten Codes irgendeinen Vorteil für die an dieser Funktion interessierten Personen gegenüber dem ebenso, wenn nicht sogar weniger aufwendigen Erstellen eines Screenshots hat.

twitter-blackbird-pie

Warum gibt es kein Bookmarklet, das den Code direkt aus dem im Browser ausgerufenen Tweet erstellt? Warum gibt es keinen Button zum Erzeugen des Codes in der Einzelansicht direkt unter dem Tweet?

Ein Screenshot erstellen geht schneller als die neue Funktion und ist dazu noch fälschungssicher, was man von der Blackbird-Pie-Umsetzung nicht sagen kann (was wiederrum dazu führen kann, dass Blogleser eher auf die Screenshots vertrauen).

Hier ein Beispiel eines mit Blackbird Pie eingebundenen Tweets:


Wird das ein Spaß, wenn die Verleger in 3 Jahren merken, dass dieses Facebook groß ist und richtig Geld im Netz verdient. Mit Links und so!less than a minute ago via web

Und als Screenshot:

twitter-verlage

Immer öfter erweckt Twitter den Anschein, dass man zwar gute Ideen hat, aber nicht imstande ist, diese halbwegs vernünftig umzusetzen.

Wahrscheinlich hat man sich zu sehr daran gewöhnt, das etwaige Löcher von externen Entwicklern gefüllt werden. Etwas, dem Twitter mit seinem Strategiewechsel gerade selbst ein Ende setzt. Es wird also Zeit, dass man bei Twitter das richtige Umsetzen von Features lernt.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Ja, das ist das eigentlich erschreckende. Was für eine armseelig gammelige Umsetzung sich ein so weitläufig als allgemeine Infrastruktur anbietender Dienst sich erlaubt. Ich habe Angst.

  • Hi,

    du hast den Code leider falsch eingebaut das sieht anders aus. Du darfst später nicht von HTML auf den WYSIWYG-Editor umschalten sonst zerstört sich der Code. Dennoch muss ich die recht geben der Code ist keine Meisterleistung und vor allem nicht simple ;-)

  • Danke für den Hinweis. War mir nach der VÖ aufgefallen. Ich konnte es dann aber nicht mehr korrigieren, weil mir der Original-Code fehlte und das Twitter-Tool unten war..

  • Jetzt ist es korrigiert und zeigt meinen Twitter-Hintergrund von vor zwei Jahren, oje…

  • Hippie :P

  • Und nicht nur das erstellen des embed-codes ist schlecht… auch die Anzeige bringt keinen wirklichen Mehrwert gegenüber dem Screenshot… Twitter verpasst die einmalige Chance in den Code auch Möglichkeiten der Interaktion einzubauen, wie z.B. auf den Tweet zu antworten, ihn zu re-tweeten oder dem Verfasser zu folgen… Das Dingens ist komplett statisch!

  • So hätte es aussehen müssen: http://embedtweet.com/

  • Ein Bookmarklet gibt es schon, aber natürlich nicht von Twitter:
    http://publitweet.com/blog/2010/05/05/blackbird

  • Stimmt. Man hat aus dem HTML-Code alle viralen Funktionen weggelassen. So ein Unsinn.