Lesenswerte Artikel 17. Oktober 2010

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • „Na, da ist aber jemand ganz schön sauer, dass jemand anderes Aufmerksamkeit erhält.“ Es ist natürlich jederzeit möglich, Argumente abzuwimmeln. Besser hat das hackr.de betrachtet, wenn ich auch seiner Einschätzung nicht ganz zustimme, jedenfallls hat er die Argumente betrachtet. Siehe dazu: http://hackr.de/2010/10/17/ethische-rocker-ii-das-skandalon-schlaegt-zurueck

  • Ich hatte mir erst überlegt, ob ich in einem eigenen Artikel antworte, dann aber aus Zeitgründen darauf verzichtet. Ich bin auch eher zurückhaltend dem gegenüber eingestellt, was mspr0 da aufgestellt hat, aber aus den entgegengesetzten Gründen: Ich halte es nicht für banal (die aktuelle mediale Debatte zum Web deutet darauf hin, dass es alles andere als banal ist), ich glaube eher, dass er auf den großen Wurf schielt und sich dabei regelmäßig verhebt.
    Was deinen Artikel angeht: Dir kann man da auch Banalität vorwerfen. Gesunkene Transaktionskosten, Verschiebung im Medienbereich, Empfänger sind jetzt auch potentiell Sender, Selektionsmechanismen verändern sich, das ist alles andere als neu. Und das alles verpackt in zumindest nicht sehr zugänglicher Sprache (boshaft könnte man sagen, so, wie man es von Soziologen erwartet, die ihre Banalitäten hinter großen Worten verstecken müssen.)
    Versteh mich nicht falsch, ich halte das alles weiterhin für wichtig und diskussionswürdig. Aber der Vorwurf der Banalität ist leicht gemacht. Ich hatte ein paar Artikel vorher das Gefühl, ein interessantes neues dt. Blog gefunden zu haben. Der Artikel, um den es hier geht, kommt mir aber in seinem beleidigten Duktus in erster Linie kindisch vor. Sorry.

    Disclosure: Ich kenne mspr0 persönlich, bin seinen Ausführungen gegenüber aber kritisch eingestellt.

  • „Dir kann man da auch Banalität vorwerfen“ – Man merkt, dass du keinerlei Möglichkeiten findest, dich auf Argumente zu konzentrieren. Nein, ich habe mspro keineswegs vorgeworfen er sei banal (nebenbei: Kritik von Humanvermögen erklärt uns keine soziale Realität). Man kann in dem Beitrag eindeutig lesen, dass es um die Banalität von Massenmedien geht. Und insofern ich mich dieses Mediums bediene ist jederzeit die Beobachtung akzeptabel, dass meine Überlegungen zu dem Thema genauso trivial in Erscheinung treten wie alle anderen. Aber:

    „Und das alles verpackt in zumindest nicht sehr zugänglicher Sprache“ – Warum muss Sprache zugänglich sein? Warum für jeden? Warum für dich? Warum muss das so sein? Wer sagt und mit welchem Recht, dass man so schreiben müsse, dass jeder sich an Diskussionen beteiligen kann; dass Argumente, wenn sie die Option auf massenmediale Aufmerksamkeit haben, notwendig eine Omniplausibilität aufweisen müssen? Mag es denkbar sein, dass ich mit meinem kleinen Soziologie-Blog nicht notwendig massenmediale Aufmerksamkeit erzeugen muss, um Interesse stimulieren zu können? Dass ich aber Massenaufmerksamkeit finden könnte, wird dann schon als Argument genommen, um mangelnde Zugänglichkeit zu monieren. Wenn das Internet eine höchste Banalität erzeugt, wird die Frage aufkommen können, wie man Formen der Enttrivialisirung finden, erfinden, erzeugen, erforschen, erproben kann. Man kann sich selbstverständlich auf die bequeme Bank setzen und eifrig Banaldiskussionen führen, die ein „ich-bin-dafür-du-bist-dagegen“ konventionell, endlos verlängern und Irrtümer über Humanvermögen für die letzte aller Wahrheiten halten. Aber dann ist man dem Trivialgeschehen wohl urteilslos ausgeliefert. Man verbleibt in Routinen, die ein Schema wiederholen, das Meinungen verbreitet wie: „Er ist ganz nett, und weil er nett ist, nehm ich ihn erst, was auch heißen könnte: ich bin dagegen, weil ich ja auch ganz bin. (Und wer ihn nicht kennt und dagegen ist, ist auch nicht nett.)“ Oder so etwas ähnliches.
    Bis das heraus gewachsen ist, dauert gewiss noch etwas.