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Unveröffentlichte GfK-Studie: Nutzer von kino.to sollen überdurchschnittlich oft ins Kino gehen

Telepolis berichtet über eine GfK-Studie, die dank unangenehmer Ergebnisse nicht veröffentlicht wurde:

Auch andere Ergebnisse widersprechen nämlich dem gängigen und für die bundesdeutschen Urheberrechtsdebatten zurechtgestutzten Klischee eines Users, dessen ungenehmigtes Anschauen von Filmen im Netz den Verleihern und DVD-Händlern Millionenschäden beschere. Das Gegenteil ist offenbar der Fall. “kino.to”-Nutzer gehen nicht nur sehr oft ins Kino, sie geben auch überdurchschnittlich viel Geld an der Kinokasse aus. “Die User kaufen oft ein Ticket an den teuren Wochenend-Tagen.” (Einfügung d.A.: Aus der Studie gehe auch hervor, dass die “kino.to”-Nutzer mehr DVDs kaufen würden. Sie würden sich – laut ihren Angaben – oft nur den Anfang des Filmes anschauen und dann ins Kino gehen.) “Wir haben damit nicht gerechnet”, sagte ein GfK-Mitarbeiter, der verständlicherweise anonym bleiben möchte. “Wir vermuten das eigentlich schon lange” war dagegen aus Kreisen des Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V. (HDF) zu hören, der Dachorganisation und Interessenvertretung der Kinos in Deutschland. “Wer Filme herunterlädt, hat ein erhöhtes Interesse am Kino”

Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass die Studie nicht veröffentlicht wurde. So lässt sich nur schwer nachvollziehen, was von den Ergebnissen zu halten ist.

Interessanterweise kommen unabhängige Studien zum Filesharing im Musikbereich auf ähnliche Ergebnisse.

Kino.to wurde Anfang Juni mit einer groß angelegten Razzia stillgelegt. Ich hatte dem keine langfristigen Auswirkungen bescheinigt. Mittlerweile hat sich, wie zu erwarten war, ein erster Nachfolger etabliert, wie netzpolitik.org berichtet.

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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      Aber die Leute gehen doch (in der großen Mehrzahl, würde ich schätzen) nicht ins Kino, _weil_ sie kino-to nutzen/genutzt haben. Sondern sie nutzten diese Onlineangebote, weil sie überdurchschnittlich an Filmen interessiert sind.