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Warum bieten Presseverlage im Netz nicht lokale Deals à la Groupon an?

Warum bieten die Presseverlage im Netz nicht grouponähnliche Liveshopping-Dienste an? Eine lokale Tageszeitung hat die lokale Sales-Abteilung und sie hat die notwendige Reichweite, um in ihrem lokalen Markt ohne weiteres so etwas zu etablieren.

Felix Salmon hatte das schon einmal aufgenommen, als die New York Times ihre Bezahlschranke errichtete. Statt den Lesern Nutzen wegzunehmen, wäre die NYT vielleicht besser beraten gewesen, den Nutzen, den sie ihren Lesern bringt, zu steigern:

Incidentally, one of life’s great mysteries is why the New York Times is spending tens of millions of dollars building and promoting its easily-circumventable paywall, when it could have built a first-rate Groupon clone instead. The NYT has the exact home addresses — and the associated email addresses — of hundreds of thousands of well-heeled newspaper subscribers in a rich city of tiny neighborhoods. It also has a sales force which talks to local businesses regularly. It should own this space in New York City, instead of ceding it to arrivistes from Chicago who have much less specificity as to where exactly their subscribers live.

In den USA  experimentiert der Boston Globe mit täglichen Deals:

The Boston Globe is offering its own Boston Deals (promoted on the home page, no less) after trying a partnership with BuyWithMe last year (and SCVNGR, also last year) as it moves to separate its online content from a potentially more lucrative e-commerce business.  Boston Phoenix offers deals,  Star Tribune in the Twin Cities offers STeals.

Warum ist der Boston Globe die einzige Zeitung, die damit experimentiert? Es bleibt ein Rätsel:

It’s interesting how newspapers today struggle to make money on content — putting up paywalls, repackaging it into single-device apps — instead of going for an easier buck.   It seems like the newspapers should be able do a lot with the two things they already have — local audiences and local sales relationships.  They could  do daily deals, for example, like The Globe, Phoenix and Star Tribune. Or they could aggregate local deals from Groupon and its numerous clones, Yipit-style. (Maybe they could also print some of these deals in Sunday circulars, for fun.)  Or maybe they could try getting some of the classifieds back from Craigslist — has any newspaper really tried?

Das Erstaunliche ist tatsächlich, dass die Vertreter der Presseverlage fleißig im Beklagen der schlechten Werbesituation im Netz sind (schlecht im Sinne von Konkurrenzsituation statt Monopol), während sie es komplett versäumen, neue Werbeformen wie Gruppendeals überhaupt erst einmal zu testen.

Die Möglichkeiten sind vorhanden und reichlich. Aber in der Regel kann man im Netz nur wenig Geld damit verdienen, indem man das Analoge im Digitalen noch einmal simuliert. Diejenigen Presseverlage, denen es schwer fällt, online Geld zu verdienen, wären gut beraten, mit ihren verkrampften Simulationen aufzuhören und stattdessen das zu testen, was bereits anderenorts im Netz erfolgreich funktioniert.

Update: Auf Google+ wurde auf einige Verlage verwiesen, die bereits mit täglichen Deals arbeiten. In Deutschland betreibt die WAZ Westdeal. Und das ist nicht das einzige Projekt hierzulande. In den USA arbeitet unter anderem die in Minneapolis sitzende Star Tribune an ihrem eigenen Deal-Angebot. /Update

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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    • steffen greschner

      Die New York Times hat seit Mitte April mit TimesLimited eine Mischung aus Live-Shopping und Groupon am Start. Ein paar Ansätze sind sogar ziemlich interessant. http://www.netzleser.de/2011/0… unverständlich ist allerdings, dass sie das kurz nach der Zahlschranke eingeführt haben.

      Verlagsseitig ist mit Banghaus ein Dienstleister ziemlich aktiv und versucht Lokal- und Regionalverlagen eine Groupon “All-in-One” Lösung anzubieten. Da kommen alle mir bekannten Groupons in deutschen Verlagen her. 

      Schade ist aber, dass die Verlage dadurch die Konzepte nicht richtig verstehen, sondern Groupon und Liveshopping nur als weiteren Vertriebskanal sehen. Einzige Ausnahme bildet für mich der Reutlinger Genaralanzeiger, der seinen schwabenlandeal.de relativ stark pusht und einen fähigen festen Freien dafür engagiert hat.

      Die schönste Aktion war für mich aber die letzte Energieauktion auf Welt-Online. Im Endeffekt nicht viel anders als Groupon mit langer Laufzeit und ziemlich tief im Content verankert.  

      Ein bisschen was tut sich. Nur die Impulse und das Know How kommt leider nicht aus der Verlagswelt, sondern meist von externen Anbietern und freien Mitarbeitern.

      Viele Grüße
      Steffen

    • http://www.neunetz.com/ Marcel Weiss

      Interessante Infos. Danle für den Hinweis auf schwabenlanddeal.

    • http://substanz.davidherzog.ch David

      In der Schweiz hat sich Ringier DeinDeal gekauft: http://www.swissinfo.ch/ger/ne

      Und Tamedia soll etwas unter http://scoup.ch/ entwickeln.

    • Erwin Blau

      An dem Thema arbeitet auch dealticket.de. Die Plattform soll zudem als Markenerlebnis-Portal ausgebaut werden. Interessante Entwicklung, die da auf den Couponing-Markt zukommt.