Die Appwelt ist eine Welt mit globaler Konkurrenz

Matthaus Krzykowski von der Berliner Appanalyse-Firma Xyologic fasst die Sicht von z.B Verlegern auf die Konkurrenzsituation bei Apps zusammen:

None of these guys is aware of all the international or indie apps which are disrupting them in their local markets. These local internet brand folks only look at the the other local internet folks as competition.

Das ist so wahr, dass es schmerzt. Sie wissen gar nicht was sie trifft. Eines der größeren Probleme für Medienkonzerne sind oftmals hanebüchen falsche Marktanalysen auf deren Grundlage Strategien für etwa iPad-Apps oder allgemeine digitale Strategien umgesetzt werden.

Ich war vor einigen Monaten bei der Evaluierung der iPad-Strategie eines großen Medienkonzerns involviert. Applikationen wie Flipboard wurden bei der vorher intern durchgeführten Konkurrenzanalyse erst gar nicht angeführt.

Die wahren Konkurrenten um die Gunst der Nutzer sind auch für Presseverlage und ihre Apps die oft technisch und konzeptionell besser umgesetzen Produkte der Techstartups aus den USA und anderen Ländern.

Im Silicon Valley schielt man auf ein globales Publikum, dass es jetzt einzufangen gilt.

Der einzige Vorteil für hiesige Unternehmen: Viele Gründer in den USA lassen sich mal mehr mal weniger Zeit für ihre Expansion in’s Ausland. Wie man an Groupon und Airbnb sehen kann, lernen die Gründer in den USA allerdings dazu.

Zusätzlich sorgen das Followerprinzip und Integrationen in Facebook und Twitter dafür, dass globale Expansion für viele Dienste zum großen Teil ohne Zusatzaufwand möglich ist.

Ein weiteres Problem für hiesige Unternehmen sind Risikoaversion und fehlendes Verständis für die Marktdynamiken:

Most of the Euro players look to get their ROI BEFORE usage. A European telco I am familiar with only commit to deals when these apps make them +50k profit. Most of key European app publishers, their advertising agencies make their apps “paid” as they focus to recoup the production costs quickly. Shortsighted thinking at its best. A friend, the CEO of a leading German app startup, had his sales rep approach the leading 25 German digital agencies about the possibility of striking a deal with the startup. The result: one 50% lead, 24 “no”s. European publishers and advertising agencies are letting their local hope startups starve. I am pretty sure the same folks will be lobbying the EU very hard two years from now to “break  the Google/Apple monopoly” in this space.

There won’t be many German app champions on iOS and Android. I do not expect a Rob Coneybeer to showcase German apps in his presentations anytime, soon.

Die Appökonomie ist international, die Konkurrenz ebenfalls:

As we see from our Xyologic data the app economy can not be seen as a local island, at all. The app animal is very different.
The main way how users currently search for apps is via the Top 25 of the Apple App Store. There they find and pick mostly English-language apps. On average, in the Top 150 most downloaded apps in a particular country we find 120 international apps.
Hence, the competition in the app stores is mostly among international brands. The app economy, the way it is structured today, is international.

Bleibt nur noch die Frage, wie lang es dauern wird bis Medien wie SPON und Politiker, die sich nicht um Kausalitäten scheren, sich über die Dominanz der ausländischen Anbieter auf allen Ebenen beschweren und Massnahmen, am besten Regulation und Protektionismus, fordern.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist ein Autor bei Exciting Commerce, schreibt Artikel für verschiedene Publikationen und ist unter anderem ein Coautor von im Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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