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Facebook führt ‘Scrobbling’ für alle Aktivitäten ein

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Facebook hat heute auf seiner Entwicklerkonferenz f8 angekündigt, dass Apps in ein paar Wochen alle Aktivitäten der User an Facebook werden schicken können, sofern die User zugestimmt haben.

Das heißt dann zum Beispiel, man kann von Facebook mitprotokollieren lassen, welche Filme oder Serien man auf der On-Demand-Streaming-Plattform Netflix angeschaut hat, oder welche Songs man auf Spotify anhört.

Um den Newsfeed nicht zu überfüllen, werden die Freunde diese Aktivitäten in der Timeline, dem neuen Profil-Bestandteil von Facebook, und im neuen Ticker in der rechten Spalte sehen können.

Das ist eine enorm weitreichende Neuerung.

Es gibt zwei Möglichkeiten für Internetplattformen, Aktivitäten ihrer User (Musik hören, Filme schauen, Texte gutfinden, etc.) zu tracken. Aktiv und passiv:

Aktiv:  Der Nutzer entscheidet sich aktiv bei jedem Eintrag für das Verbreiten der Aktivität. Meist geschieht das mit einem Button, den ich die Ein-Klick-Geste genannt habe.

Passiv: Der Nutzer lässt seine Aktivitäten automatisch mitprotokollieren. Das bekannteste Beispiel dafür ist das Scrobbling von Last.fm:  Ich höre Musik auf meinem Rechner und ein Plugin sendet die Daten der gespielten Songs an Last.fm.  Anschließend kann ich mit den so gesammelten Daten ein personalisiertes Radio anhören, oder mir zum Beispiel anzeigen lassen, wann einer der Musiker, deren Musik ich anhöre, ein Konzert in meiner Gegend gibt.

Ich hatte letztes Jahr in einem Artikel weitere Beispiele für aktives und passives Tracking von Aktivitäten gesammelt und über die zwei Alternativen geschrieben:

Der Nutzungsunterschied zwischen passivem Sich-tracken-lassen und aktivem Check-In ermöglicht unterschiedliche Ansätze, weil man von Opt-out zu Opt-In wechselt während der Beteiligungsaufwand minimal gehalten wird.

Als ich den Unterschied zwischen Aktiv (Klick) und Passiv (Protokoll) anhand der Micropayment-Dienste Flattr (aktiver Klick) und Kachingle (passives Tracking) untersucht habe, habe ich auch angemerkt, dass sie zu unterschiedlichen Ergebnissen und Herangehensweisen der Nutzer führen können.

Der Punkt hier ist: Facebook deckt jetzt beides ab.

Die Möglichkeiten, die sich Facebook und App-Entwicklern damit ergeben, sind enorm vielseitig. Ein Beispiel sind Aggregationen über den Freundeskreis. Nutzer können sehen, dass fünf Freunde den gleichen Song angehört haben.

Die auf Facebook ausgetauschten Daten werden in ihrem Umfang um ein Vielfaches zunehmen. Gleichzeitig, und das ist relativ clever, wird der Newsfeed, immerhin das zentrale Element von Facebook, nicht bombardiert und nutzlos gemacht. Venturebeat:

These apps allow for a “frictionless experience,” real-time serendipity, and finding patterns in what you and your friends do. The platform changes are good for apps related to communications, games, media and lifestyle, he said. The company has redesigned its permissions process to allow users to post things related to material they have posted before, without having to grant express permission every time.

Zusätzlich wird es zum Beispiel bei der Integration von Spotify möglich sein, die im Ticker erscheinende Musik direkt mit anzuhören:

When your friends share what they’re listening to on Facebook via Spotify, those updates will show up in Ticker. By hovering over the update, you can listen to the song instantly along with them. It’s a great way to share and discover new music.

Das wird auch für andere Arten von Inhalten möglich sein:

You can also do more exploration into what your friends like. For example, you can listen to their favorite songs, watch shows they watch and more — all directly from the Facebook web app. Each user will have special dashboards for movies, music and TV, too, to show off what they listen to and watch the most.

Die Launchpartner für diese neuen Features:

Music partners for the roll-out include Spotify, MOG, Rdio, Rhapsody, Turntable, VEVO, Slacker, Songza, TuneIn, iheartradio, Deezer, Earbits, Jelli, mixcloud and others. On the video side, Facebook is integrating first with Hulu, Netflix, Blockbuster, IMDb, Dailymotion, Flixter and several others.

Facebook is also allowing for onsite consumption of news content and has established partnerships with large media partners for those features, as well.

Wie beim oben angeführten Beispiel mit Last.fm werden die heute bekannt gemachten Neuerungen Facebook noch sehr viel mehr als vorher schon zu ersten Anlaufstelle für Personalisierungen von Angeboten aller Art (Film, Musik, News) machen. Der Grund ist simpel: Auf passive Art lassen sich sehr viel mehr Daten erheben als über aktive Like-Klicks. (wenn auch letztere unter anderem deswegen mehr Gewicht pro Einheit haben)

Ein weiteres Mal erweitert und optimiert Facebook den Datenfluß auf der eigenen Plattform.

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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    • Kosmar

      Hat sich udl sh schon dazu geäußert? Scnr

    • http://www.neunetz.com/ Marcel Weiss

      Daran musste ich gestern auch denken. Das wird dann wohl 2013 Bestandteil der öffentlichen dt. Debatte werden. (P.S.: Ich glaube, du meintest ULD https://www.datenschutzzentrum… )