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Wie das neue Videoformat UltraViolet Digitalpreise für Filme in den Keller treibt

Faszinierende Analyse des neuen Videoformats UltraViolet von Bertram Gugel:

Zum Verhängnis des digitalen Formats könnte jedoch gerade eine Feature von UltraViolet werden, das darauf ausgelegt ist den Absatz von DVDs und Blu-Rays zu sichern. UltraViolet Filme lassen sich nämlich momentan nicht über die Warner Webseite oder einen anderen Store als digitale Kopie erwerben. Das digitale Format kann lediglich über einen Code eingelöst werden, der Blu-Rays und DVDs beiliegt. Der Schachzug soll dazu dienen den Absatz der klassischen Medien zu sichern. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass er ein fundamentaler Fehler ist, denn er führt dazu dass jeder Käufer im Endeffekt zwei Filme zum Preis von einem erwirbt. Bei der Einführung der Blu-Ray haben die Studios auch keine DVDs mit einer Blu-Ray als kostenlose Dreingabe verkauft – genau das machen sie jetzt mit den UltraViolet Codes.

Das Ergebnis sind DVD/Blu-Ray-Käufer, die ihre zusätzlichen UltraViolet-Codes auf eBay verkaufen:

Dabei handelt es sich nicht um ein Video on Demand oder Katalogware, sondern um eine vollwertige uneingeschränkte digitale Kopie eines neuen Hollywood Films. Der Markt setzt also einen Preis für den Film der bei 10% der Summe liegt, die Hollywood normalerweise für diesen Film verlangt und genau dort liegt das Problem.
Wie will Warner es schaffen jemals digitale Kopien für sagen wir $10 zu verkaufen, wenn man jederzeit über eBay den gleichen Film in der gleichen Qualität mit den gleichen Features für $2 erhält? Hollywood ging wohl davon aus, dass die DVD- und Blu-Ray-Käufer die Codes selbst einlösen. Das werden wohl auch einige tun doch bedeutend mehr werden versuchen über eBay und andere Portale ihre Codes zu versilbern. Damit nehmen sie Hollywood die Möglichkeit den Preis zu bestimmen.

Grundwissen in Ökonomie oder auch schlicht gesunder Menschenverstand hätten auch vor der Einführung zu dieser Erkenntnis kommen können. Was die Frage aufwirft, ob das gewünscht ist.

Falls nicht, wäre der nächste offensichtliche, in die falsche Richtung führende Schritt der Filmindustrie wohl, in die Lizenz für die Codes ein Wiederverkaufsverbot zu setzen. (falls man das noch nicht macht)

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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    • guest001

      Ein Wiederverkaufsverbot wäre in Deutschland nicht möglich und würde gegen geltendes Recht verstoßen. Man betrachte hierzu nur die Urteile der deutschen Gerichte zu OEM-Software. Auch hier hatten die Softwarehersteller versucht ein Wiederverkaufsverbot in die Lizenz aufzunehmen. Dies ist in Deutschland offensichtlich nicht zulässig. Auf diese Art und Weise kann die Filmindustrie ihren Fehlder nicht beheben…