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Echofy: Gute Idee, aber suboptimale Umsetzung und zu früh

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Auf der Next hat mir Alexander Oelling kurz echofy.me vorgestellt. Oelling und Team bezeichnen ihren Dienst als das “Twitter für die Nachbarschaft”.

Die App zeigt Kurznachrichten an, die in einem Umkreis des aktuellen Standorts abgegeben wurden. Das kann für Konferenzen oder ähnliches sinnvoll sein. Der Umfang des Umkreises kann in der App variabel eingestellt werden.

Kurzkritik:

  • Gute, beziehungsweise konsequente, Grundidee. Lokale Kurznachrichten, Status-Updates verschiedenster Art, die an Ort e gebunden sind, werden irgendwann ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, von Servicehinweisen von lokalen Einrichtungen bis hin zur Verständigung unter Menschen im näheren Umkreis (Konferenzen, Demonstrationen, Nachtclubs, oder schlicht unter Nachbarn etc.).
  • Die Umsetzung lässt noch zu wünschen übrig.
  • echofy.me ist -höchstwahrscheinlich- viel zu früh. Die Verbreitung von Smartphones ist noch nicht groß genug, um einen solchen Dienst sinnvoll zu machen. Das kann man bereits erkennen, wenn man bei Google+ die Beiträge “In der Nähe” anschaut. Der Google-Dienst hat viele Millionen Nutzer. Aber außerhalb von Berlin und anderen Großstädten dürfte es schnell düster werden, wenn man die Beiträge in der Nähe sehen will. Ein Dienst wie Echofy, von einem Startup, das keine Distributionskanäle hat wie Google, hat es sehr viel schwerer. Eine knappe Woche nach dem Launch des Dienstes finde ich heute genau drei Kurznachrichten aus den letzten 24 Stunden in Berlin Mitte, der Startup-Hochburg. Dabei hilft auch nicht, dass der Dienst nicht nur bundesweit, sondern global gelauncht ist. Eine anfängliche Konzentration auf Ballungsräume wäre sinnvoller gewesen. So werden viele die App testen und sie leer vorfinden. Der Color-Effekt.

Anhand der Schließung von Oink hatte ich Anfang März 2012 über die Herausforderungen bei ortsbasierten Diensten geschrieben:

ortsbasierte Dienste stehen immer vor der Herausforderung, die kritische Masse nicht nur einmal sondern an vielen Orten aufbauen zu müssen.

[..]

Die Schwelle des Mitmachens bei jedem einzelnen liegt bei ortsbasierten Diensten immer höher, weil der zurückkommende Nutzen nicht so schnell wie bei nichtregionalen Diensten kommt.

Das mobile Web kommt mit großen Schritten und es wird im Alltag sehr viel bedeutender werden als das ‘herkömmliche’ Web. Aber die für viele Dienste notwendige Gerätebasis ist noch nicht erreicht.

(Die eher suboptimale Umsetzung des Dienstes macht sich unter anderem auch daran deutlich, dass der Dienst manchmal “Echofy”, dann wieder “Echo” oder “Echofy.me” heißt. Wäre ich ein VC, würde ich die Finger von einem Dienst lassen, bei dem die Gründer selbst bei der konsequenten Namensgebung versagen.)

Update: Alexander Oelling hat mich informiert, dass es sich erst um einen “Probelauf” und keinen richtigen Launch handelt.

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    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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    • http://digitalesich.tumblr.com/ Digitales Ich

      Wieso baut Twitter so etwas nicht prominent in seinen Dienst ein? Ich glaube Tweety hatte so gar mal eine Funktion tweets in der Umgebung anzuzeigen.

    • http://www.neunetz.com/ Marcel Weiss

      Stimmt. Müsste als Twittermashup eigentlich machbar sein. Gibt es sicher auch in ähnlicher Form.