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Das Potential eines Facebookphones liegt im Distributionskanal für ortsbasierte Dienste

Anhand von Oink und Echofy haben wir jetzt ein paar Mal über die Herausforderungen bei ortsbasierten Diensten gesprochen. Hier noch einmal die Grundaussage:

Denn ortsbasierte Dienste stehen immer vor der Herausforderung, die kritische Masse nicht nur einmal sondern an vielen Orten aufbauen zu müssen. Es ist vollkommen egal für einen User in Berlin, Hamburg oder der bayrischen Provinz, wie erfolgreich ein ortsbasierter Dienst in San Francisco oder New York ist und umgekehrt.

Das ist die Herausforderung, die nach Lösungen praktisch schreit.

Eine Lösung:

Facebook beweist seit längerem, wie stark es als Plattform das Wachstum von Diensten beschleunigen kann. Das Videostartup Viddy wächst dank Facebookintegration um 500.000 Nutzer pro Tag und ist in einem halben Monat von zehn auf 26 Millionen Nutzer gewachsen. Das ist nur ein Beispiel von vielen. On-Demand-Musikstreamingdienste sind nach einer tiefen Facebookintegration massiv gewachsen.

Nimmt man die Herausforderung für ortsbasierte Dienste und kombiniert sie mit den  Distributionspotentialen auf der Facebook-Plattform, ergibt sich die Marktchance für ein Mobiltelefon mit Facebook-OS.

Würde Facebook, das zufällig seit einem Jahr Stardesigner von allen Seiten ins Boot holt, ein eigenes mobiles OS entwickeln, müssten sie es schaffen, die Entwickler von Apps auf ihre Seite zu holen. Mit einem starken Distributionskanal haben sie den Sog für die Entwickler bereits parat. Diesem Sog könnte sich das Segment aufgrund der Herausforderungen nicht entziehen. Ein entsprechender spezieller Newsfeed für das Mobiltelefon oder eine mobile Segmentierung des Feeds wären erste offensichtliche Schritte.

Man sollte auch nicht den Fehler machen zu glauben, dass es hier nur um die klassischen Distributionskanäle von Facebook geht. Facebook bewegt sich mit der Follow-Funktion bereits von seinem symmetrischen Freunde-Prinzip weg. Ein mobiles Facebook-OS würde zwar auch sehr stark auf die expliziten symmetrischen Beziehungen setzen, aber es kann ebenso leicht weitere Daten auswerten.

Die Personenentdeckungsapps Highlight und Glancee zeigen bereits, was möglich ist: Auf Basis der Like-Daten und Freundesdaten von Facebook zeigen sie Personen in der unmittelbaren Nähe auf, die ähnliche Interessen und/oder die gleichen Freunde haben.

Was hindert Facebook daran, eine solche Funktion in ein eigenes mobiles OS zu integrieren?

Facebook hat mit Glancee bereits eine der Apps übernommen. Was hindert Facebook daran, diese Funktion wiederrum als API des mobilen OS für andere ortsbasierte Dienste bereitzustellen? Denkbar wäre auch ein Standard, über den ortsbasierte Daten von Drittanbietern an Facebook gepusht werden und dann, zur Steigerung der Relevanz mit dem Social Graph angereichert, von Facebook gefiltert in das mobile Facebook-OS integriert werden.

Das wäre ein sehr interessantes Alleinstellungsmerkmal für ein mobiles OS, das gegen die Platzhirsche iOS und Googles offizielle Version von Android Land gewinnen will.

Und für die Bezahlung der Apps stehen die Facebook Credits bereit, deren Konditionen – 30% jeder Transaktion geht an Facebook – auch denen in den Appstores von iOS und Android entspricht. 

Facebook wäre zumindest auf Appseite und Nutzerseite bestens aufgestellt, um mit einem Android-Fork zu einem mobilen Majorplayer zu werden.

Angesichts solcher Möglichkeiten sollte man auch die Entwicklungspotentiale des heute an die Börse gehenden Facebooks beurteilen.

Siehe zum Thema Facebook und Mobiltelefon auch:

Zum Thema Facebook-IPO:

 

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    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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