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Die Angst der Deutschen Bahn vor dem Datenkontrollverlust

Kai Biermann im Data Blog von Zeit Online über die Weitergabe der Zugverbindungsdaten der Deutschen Bahn an Google:

Warum gibt die Bahn die Daten Google, statt sie jedem zugänglich zu machen? Warum nutzt der staatseigene Konzern nicht die Chance, offene Daten zu fördern? Um Geld soll es nicht gegangen sein, schreibt Spiegel Online. Worum dann? Angst vor der Kreativität anderer?

Das klassische deutsche Verhalten: Kontrolle um jeden Preis. Wortwörtlich.

Das Problem ist nicht, dass die Bahn ihre Daten Google gegeben hat, sondern dass sie sie nicht frei verfügbar macht. Selten dürfte der vom Kontrollwunsch getriebene Irrweg (aus gesamtgesellschaftlicher Sicht) so offensichtlich sein wie bei diesem Fall.

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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    • nik

      Auch wenn ich als Entwickler die Forderungen nach offenen Daten und APIs nur zu gut nachvollziehen und teilen kann – aus unternehmerischer Sicht darf man die Sache sicher etwas differenzierter betrachten. So eine Kursdatenbank, erst recht eine interaktive Anwendung mit Zugmonitoring, Verspätungsemldungen etc. stellt für die Bahn einen erheblichen Wert dar. Die Datenbank zu öffnen hat bspw. den Effekt, dass man eine etwaige Killerapplikation nicht potentiell mehr vermarkten könnte, keine Apps zur Fahrkartenbestellung, keine Kursbücher, Reisemonitore (wo lang ging meine letzte Urlaubsfahrt o.ä.) etc. Klar, ein Großteil des Unternehmens unterliegt staatlicher Teilhabe – was den Fall etwas speziell macht – dennoch aus privatwirtschaftlicher Sicht fällt mir da doch gerade die Argumentation in der Kritik an die Presseverlage ein, denen vorgeworfen wird, keine alternativen Vermarktungsmodelle geschaffen zu haben. Hier soll die Bahn ihren Datenschatz freigeben, worauf ein alternatives Einkommensmodell aufgebaut werden könnte. Potentiell versteht sich und nicht dass die Bahn das in 1 Mill. Jahren auch nur in Erwägung ziehen würde. :)

    • http://www.neunetz.com/ Marcel Weiss

      Die Frage ist, womit die Bahn die Mehrheit ihres Umsatzes macht und ob diese Mehrheit eine Minderheit werden könnte. Sprich also, ob sich die Einkunftsverteilung verschieben könnte. Das sehe ich hier nicht. Die Bahn wird immer ihr Geld mit der Beförderung verdienen. Niemals mehrheitlich mit einer Killerapplikation. Demzufolge ist es sinnvoll, alles zu tun, was das Beförderungsgeschäft unterstützt. Dazu gehört auch eine Appvielfalt, die das Auffinden und Buchen von Verbindungen erheblich erleichtern könnte. Die Deutsche Bahn sollte sich mehr als Plattform verstehen. Da liegen erhebliche Potentiale für ihr Geschäft. In der Kontrolle ihrer Daten liegen sie nicht.