3D-Printer werden nicht in Privathaushalten zuhause sein

Jon Evans argumentiert auf TechCrunch, dass 3D-Printer keine Geräte für Privathaushalte werden:

Oh, I agree that 3D printing will be a serious threat to manufacturing as we know it. But not at home. That doesn’t make sense. Instead, we’ll have two kinds of communal 3D printer shops.

In high-infrastructure areas, there’ll be a clutch of online providers a la Stratasys (and I expect one of them to be Amazon.com): you’ll pick your 3D design from a huge online menu, send them size information and maybe a few photos from some kind of cunningly designed app, tweak the 3D preview until you’re happy, and they’ll print it out in some vast warehouse full of high-end high-speed 3D printers and ship it to you, possibly that same day.

In low-infrastructure areas, or if you’re a casual hobbyist, or if you have very specific requirements, you’ll head down the road to your nearest local printing facility. Depending on where you are, maybe this is tomorrow’s TechShop, maybe it’s a cluster of converted shipping containers on the outskirts of Uganda each with their own specialties and strengths. They’ll customize your order, render it in the cloud as needed, print it out, and tweak and iterate until it’s done. More expensive but more specific.

Das sehe ich ähnlich. Ich hatte mich vor einiger Zeit mit jemanden unterhalten, welcher mit CAD Produktdesigns erarbeitet. Das Problem ist, dass es auf lange Zeit keine 3D-Printer geben wird, die die Komplexität von 3D-Designs weit genug mindern können, so dass sie von Laien benutzbar werden.

Hinzu kommen ökonomische Überlegungen. Unternehmen, welche das 3D-Printing für Endnutzer übernehmen, können leistungsfähigere Machinen verwenden. Damit werden Unternehmen erst einmal zumindest mittelfristig immer bessere Ergebnisse erzielen können.

Meine Vermutung: Mit den ersten Mainstreamerfolgen von 3D-Printing werden wir im ganzen Land 3D-Printing-Shops entstehen sehen, so wie es heute Copyshops gibt.

Tatsächlich dürfte sich in dem einen oder anderen Copyshop auch Platz für 3D-Printer finden.

Erst Jahre, vielleicht Jahrzehnte später, nachdem 3D-Printer und 3D-Printing-Shops Teil unseres Alltags geworden sind, wird die Technologie weit genug gekommen sein, um auch in Privathaushalten Einzug zu halten.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist ein Autor bei Exciting Commerce, schreibt Artikel für verschiedene Publikationen und ist unter anderem ein Coautor von im Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • http://www.iosgames.de/ Patrick Völcker

    Die Nachfrage nach 3D-Druckern für Privathaushalte könnte meiner Meinung nach mit einem Wachstum der illegalen Kopien für 3D-Objekte einhergehen. Warum selbst erstellen, wenn der fertige Produktbauplan bereits online existiert? Auf gängigen Onlinetauschbörsen gibt es 3D-Objekte bereits als Unterkategorie und der günstigste 3D-Printer ist bereits ab 300$ erhältlich. Es wird also eine Frage der verfügbaren Qualität dieser Downloads sein, denn Modifizieren eines Objekts ist – falls überhaupt notwenig – leichter als dieses neu zu erstellen. So könnte auch Verbotenes einfach selbst erstellt werden: War es für Hacker früher hipp, Anleitungen für den Bau einer Bombe herunter zu laden, so haben sie nun zumindest längerfristig die Möglichkeit die Einzelteile für den Bau derselben oder anderer echter Waffen selbst herzustellen. Dabei ist die mindere Qualität ja egal, so lange sie ihren Effekt rudimentär erzielt. Von Massenmarktsgegenständen für den allgemeinen Haushalt (Sexspielzeuge, Vasen, Ersatzteile, Deko, Zweitschlüssel, Geschirr, Werkzeuge etc) gar nicht erst zu reden. Vermutlich stark betroffen auch kleine Designermöbel oder -stücke wie Stühle, Lampen etc. Der Markt für den Privatgebrauch könnte also noch gewaltig wachsen. Denn gerade Sexspielzeuge oder Waffen würde niemand im ortsansässigen Copyshop ausdrucken wollen. Nach den virtuellen Gütern wie Filme und Musik, könnte das Internet in Kooperation mit 3D-Druckern also in absehbarer Zeit theoretisch Industrien materieller Güter düpieren.

  • Kai Laborenz

    Ich weiss nicht… Das könnte durchaus auch schneller gehen. Wenn Du die Schwierigkeiten eines professionellen CAD-Systems zu Grunde legst, vielleicht. Aber sieh Dir mal Tinkercad an – das ist um Dimensionen einfacher (natürlich auch weniger leistungsfähig).
    Und mit passenden Plattformen wie Thingyverse muss man gar nichts selbst entwerfen, sondern kann einfach ausdrucken.
    Die entscheidende Hürde sind eher (noch) die Qualität der Ausdrucke und die limitierte Auswahl an Materialien. Aber wenn ich an meinen ersten 9-nadel-Drucker denke und mir dann den Farblaserdrucker ansehe, der heute auf meinem Schreibtisch steht (und etwa die Häfte des ersten gekostet hat) dann bin ich optimistisch…