Coworking-Spaceökonomien

Wenn ich mich mit erwachsenen Menschen über Coworking Spaces unterhalte, weiß die eine Hälfte nicht, was das ist, und die andere hält es für halt wieder so ein schillernd-sinnloses Hipster-Ding, das nur in Berlin existieren kann. Die Berichterstattung beschränkt sich bisher weitgehend auf “Viele Freiberufler fühlen sich einsam, wollen nicht alleine arbeiten” oder irgendwas mit Café Oberholz und Latte Macchiato. Dabei gäbe es über Ursachen, Folgen, Entwicklung und Ökonomie der Coworking Spaces viel zu sagen. Einiges davon wird auch gesagt, nämlich im Onlinemagazin deskmag.com, dessen Lektüre auch denen ans Herz gelegt sei, die (so wie ich bis heute Nachmittag) glauben, sie wüssten schon alles, was es über Coworking Spaces zu wissen gibt. Eine Auswahl:

  • Ein bisschen Geschichte und Statistik, Stand August 2012: “Wir zählten 1779 Coworking Spaces, 93% mehr als letztes Jahr. Knapp 700 davon befinden sich in den USA, etwas mehr als 700 in der EU. Innerhalb der Europäischen Union bleibt Deutschland mit 167 Coworking Spaces an der Spitze. Spanien und Großbritannien legten hier am stärksten zu und besitzen jetzt jeweils 114 und 98 Coworking Spaces.”
  • Update, April 2013: “Mehr als 110,000 Menschen arbeiten heute in einem von knapp 2500 Coworking Spaces weltweit. Gegenüber dem Vorjahr existieren heute 83% mehr Coworking Spaces, die insgesamt 117% mehr Mitglieder betreuen! Auf Werktage umgerechnet, entstanden weltweit in den letzten zwölf Monaten täglich 4,5 neue Coworking Spaces.”
  • Coworking mit Kindern: “Der Coworking Space bietet Plätze für 24 Kinder im Alter zwischen 0 und 8 Jahren und fast genauso viele Arbeitsplätze für ihre Eltern, eine Etage darüber. Mit diesem Kombikonzept räumten die Gründer Shazia Mustafa und ihr Mann, Yusuf Chadun bereits mehrere Auszeichnungen ab.”
  • Kostenlose oder fast kostenlose Coworking-Plätze in den Niederlanden: “Vor vier Jahren erweiterte Seats2Meet das Konzept. Sie schufen große offene Arbeitsbereiche und luden Personen ein, ihren Laptop zu schnappen und vorbeizukommen. Darüber hinaus gibt es mittags ein Buffet sowie Tee und Kaffee so viel man möchte. Das alles steht für die Nutzer kostenlos zur Verfügung.”

  • http://leanderwattig.de/ Leander Wattig

    brandeins hat in der letzten Ausgabe auch über Rockzipfel in Leipzig berichtet – sehr schöne Sache:
    http://www.brandeins.de/magazin/handel/das-geht-projekt-rockzipfel.html

  • http://leanderwattig.de/ Leander Wattig

    P.S.: Hui, sehe gerade, dass ich Deinen ersten Kommentar in der Urlaubsvertretung geschrieben habe. Sehr schön. :)