Dropbox, jetzt mit 175 Millionen Nutzern, will das Dateisystem der Zukunft werden

Dropbox, das mittlerweile 175 Millionen Nutzer für sich verzeichnen kann, ist besonders auf iOS-Geräten längst zu einem wichtigen Werkzeug geworden, um Daten in Apps hinein und heraus zu bekommen.

Die Post-PC-Welt, in der immer mehr Menschen mehr als ein Gerät besitzen, kommt Dropbox natürlich sehr zu gute. Und es ergibt Sinn, dass Dropbox das eigene Angebot beständig vom simplen synchronisierten Dateiordner zur Hosting-Plattform für Daten verschiedenster Arten ausbaut, auf die Entwickler von Angeboten zurückgreifen können.

Wired.com:

Not content to stay sequestered inside the box, the company’s co-founders are unveiling ways for developers to meld their service with every app on every device you own.

For the first five or so years of its existence, Dropbox was synonymous with its “magic folder.” Save your files in the Dropbox folder on your computer, and they “magically” reappear in your Dropbox apps on your phone and tablet and in your Dropbox account on the web. Now, if developers take to the company’s new tools, the service will escape the confines of this folder, fusing with third-party apps running on practically every computer and smartphone operating system.

Houston wants Dropbox to become the “spiritual successor to the hard drive.”

Hier passt natürlich auch das von Dropbox übernommene Mailbox hinein:

For example, the much-hyped Mailbox email app — bought by Dropbox for a reported $100 million shortly after launching — will now be able to send attachments, which neither Apple’s native iOS email app nor Google’s iOS GMail app can do (except for photos, in the latter case). In the new version of Mailbox, tapping the paper clip icon at the bottom of the new message window opens a list of Dropbox files in the same way clicking the paper clip in the PC version of Gmail opens a window for browsing files. (Yahoo has already incorporated a version of the Chooser in the web version of its email app).

Dropbox könnte dank der Verwurzelung in ein klassisches Dateisystem auch dem Einschluss von Daten in Diensten entgegen wirken:

In Sanghvi’s vision, Dropbox makes our data more ours than ever before. Take, say, an app for calorie-counting or keeping a to-do list. Today, the data generated in those apps tends to sit in isolation, cut off from the wider world beyond the app itself. Datastores give that data a home-away-from-home in Dropbox that the company says will provide a new measure of portability.

Das ist natürlich ein hehres Ziel, das sich besonders für Marketingzwecke eignet. Das Problem ist allerdings, dass die abgelegten Daten proprietär bleiben und damit nicht von zum Beispiel Konkurrenten gelesen werden können. Trotzdem: Dropbox gehört zu den aktuell spannendsten Web-Unternehmen. Nicht zuletzt weil es ein anderes Geschäftsmodell verfolgt als alle anderen großen Webunternehmen im Consumerbereich. Dropbox ist auch der interessanteste Kandidat für die nächste IPO-Welle des Internetsektors.

Dank Prism und Co. ist das alles für Deutsche und deutsche Startups freilich wie alles was künftig aus den USA kommt ein zweischneidiges Schwert.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist ein Autor bei Exciting Commerce, schreibt Artikel für verschiedene Publikationen und ist unter anderem ein Coautor von im Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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