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Amazon zwang Diaperscom mit automatisiertem Preisdumping in die Knie

Amazon hat eine Abteilung, die “Competitive Intelligence”, die konkurrierende Unternehmen beobachtet und dafür massenhaft Produkte bei diesen bestellt. Als diese Abteilung auf Diapers.com aufmerksam wurde, begann Amazon seinen M&A-Prozess. Zu diesem gehörte über Algorithmen automatisch an die Preise von Diapers.com angepasste Amazon-Preise, die jene ersteren unterboten.

Das kann nur ein Unternehmen von der Größe Amazons machen, das außerdem Anteilseigner hat, denen kurz- und mittelfristige Gewinne (noch) egal sind.

Bleibt die Frage, wie lang es noch dauern wird, bis bei Amazon die Regulierer anklopfen.

AllThingsD berichtet von diesem Vorgehen in einem Artikel über ein neues Buch über die Geschichte von Amazon:

Stone explains how Amazon has a secretive unit — dubbed Competitive Intelligence — responsible for ordering large quantities of goods from competitors to analyze their businesses. This division eventually became aware of Diapers.com and its parent company Quidsi, and dispatched M&A chief Jeff Blackburn to initiate acquisition discussions.

Quidsi’s founders originally rebuffed acquisition offers from Amazon. So Bezos’s Amazon sent them a message, Stone explains:

“Soon after, Quidsi noticed Amazon dropping prices up to 30 percent on diapers and other baby products,” Stone writes. “As an experiment, Quidsi executives manipulated their prices and then watched as Amazon’s website changed its prices accordingly. Amazon’s pricing bots — software that carefully monitors other companies’ prices and adjusts Amazon’s to matc — were tracking Diapers.com.”

Diapers.com revenue growth eventually slowed under Amazon’s pricing pressure, and the founders engaged in acquisition talks, agreeing to a $540 million buyout.

As Stone tells it, Walmart eventually made Quidsi a better offer of $600 million, but it was too late by then.

“The Quidsi executives stuck with Amazon, largely out of fear,” Stone writes.

(Hervorhebung von mir)

Angst erscheint mir nicht wie eine gute Basis für eine künftige erfolgreiche Zusammenarbeit.

Wir hatten 2010 auf Exciting Commerce auch auf den der Übernahme vorhergehenden Preiskrieg verwiesen:

Beobachter halten die Bewertung für vergleichsweise niedrig und führen dies auf den von Amazon im Vorfeld gestarteten Preiskrieg zurück:

“What is perhaps most surprising about the deal is the seeming low-ball acquisition price of $540M for a rumored $300M revenue rate ( just a 1.8x revenue multiple.)

There are reports that Amazon was cutting out the legs of Diapers.com by selling diapers at a loss.”

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  • About Marcel Weiß

    Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
    Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist einer der Autoren bei Exciting Commerce. Artikel vom ihm erscheinen unter anderem in Publikationen wie "Musikmarkt" und "Der Freitag". Texte von ihm sind erschienen unter anderem in "Medienwandel kompakt 2008-2010" und im beim Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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      Ist ein Umsatz-Vielfaches von 1,8 wirklich preiswert?

      Amazon hatte 2010 34 Mrd. Euro Umsatz und war etwa 60 Mrd. Euro wert (Quelle:
      http://www.onvista.de/aktien/fundamental/Amazon-Aktie-US0231351067). Das ist ebenfalls ein Vielfaches von 1,8. Vom Umsatzvielfachen her gesehen, hat Amazon den gekauften Laden genauso bewertet wie die Börse Amazon selber bewertet.

      Es bleibt natürlich trotzdem die Frage, ob Amazon unzulässig(?) gedumpt hat.

    • http://www.neunetz.com/ Marcel Weiss

      Diapers.com war ein junges, schnell wachsendes Unternehmen, für das mindestens Walmart 60 Mio. $ mehr bezahlen wollte. :)

    • http://egghat.blogspot.com/ egghat

      Dann wäre das Multiple 2,0 gewesen … Wäre jetzt auch nicht sooo dramatisch viel mehr gewesen …