Amazon marschiert mit Fire TV in die Wohnzimmer

Mit dem Fire TV hat Amazon die TV-Set-Top-Box auf den Markt gebracht, um die sich in letzter Zeit vermehrt Gerüchte rankten.

Die Pressemitteilung findet man hier. Eine gute Zusammenfassung der Funktionen liefert Janko Röttgers auf GigaOm:

Amazon officially announced a TV streaming box called Amazon Fire TV at its press event in New York Wednesday morning. The device is a set-top box with a dedicated remote control that is powered by a quad-core CPU and a dedicated GPU, which results in it being three times as powerful as competitors like Apple TV and Roku. Fire TV goes on sale immediately for $99.

The device comes with a dedicated remote control that enables voice input through a microphone button. The box itself is connected through 802.11 a/b/g/n dual-band Wi-Fi. There is also an Ethernet port, optical audio out, obviously HDMI and a single USB 2.0 port. Fire TV comes with 8 GB storage for apps as well as 2 GB memory.

Eine Besonderheit gegenüber den anderen Anbietern auf dem Markt (AppleTV, Roku, Chromecast) ist die Möglichkeit der Sprachsteuerung der Suche, die über ein Mikrofon in der Fernbedienung genutzt wird, und natürlich die Integration von Amazon-Diensten wie Cloud Drive und Freetime. Mit einem separaten Controller wird das Fire TV zur Spielekonsole.

Dem ersten Testbericht von The Verge zu folge scheint Amazon hier mit der ersten Hardwareinkarnation bessere Qualität abzuliefern als seinerzeit bei den ersten Generationen von Kindle und Kindle Fire, die jeweils nicht zu empfehlen waren.

Amazon scheint also in der Hardwareentwicklung und -produktion langsam aber sicher besser zu werden.

Da Fire TV ein Hybrid aus klassischer TV-Settop-Box und (Low-Budget-)Spielekonsole ist, ergibt es Sinn, dass Amazon dem Trend der HDMI-Sticks nicht gefolgt ist. Das erlaubt dem Fire TV mehr Rechenpower.

Anfang des Jahres hatte ich mich anhand des Gerüchts einer Spielkonsole von Amazon mit den Wohnzimmerplänen des Handelskonzerns beschäftigt:

Aber warum geht Amazon in den Spielekonsolensektor, der dank iOS und Android implodiert und bereits in der nächsten Gerätegeneration kurz vor dem Ende zu stehen scheint, zumindest aber im Vergleich zu etwa dem Smartphonemarkt ein Nischenmarkt ist?

Die Antwort liegt, wie so oft, in den Plattformdynamiken.

Amazon baut nicht nur eine Spielkonsole sondern auch sein eigenes AppleTV. Amazon will in die Wohnzimmer und baut seine eigene, an den Fernseher angeschlossene Settop-Box.

Nun wird es spannend, wie erfolgreich Amazon Fire TV sein wird.

Amazon Fire TV kann man ab sofort in den USA kaufen. Über einen Deutschlandstart ist noch nichts bekannt.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann und lebt in Berlin. Marcel Weiß ist seit 2007 als Analyst zu Themen der Internetwirtschaft aktiv. Er ist ein Autor bei Exciting Commerce, schreibt Artikel für verschiedene Publikationen und ist unter anderem ein Coautor von im Springer Vieweg Verlag verlegten "Erfolgreich publizieren im Zeitalter des E-Books". Er unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • FrankHeufeld

    Das Teil ist doch wieder total eingeschränkt und beschnitten von Amazon. Ähnlich wie beim Apple TV wird dem Kunden vorgeschrieben was er anschauen/nutzen darf. Ich würde eher zu einer Android TV Box wie die Hisilikon T-R42 II greifen, da hat man ein komplett offenes Android-System und kann alle Apps installieren die man will auch z.b. XBMC: http://www.amazon.de/gp/product/B00HOFTSRA