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	<title>neunetz.com &#187; Analysen</title>
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	<description>Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Zeitalter.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 21:36:34 +0000</lastBuildDate>
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		<title>The Wire, Institutionen und das 21. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 13:07:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionen]]></category>

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		<description><![CDATA[We stole from the Greeks and made the gods into institu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><em>We stole from the Greeks and made the gods into institutions. </em></p>
<p style="text-align: center;"><em></em>- David Simon &#252;ber The Wire</p>
<p><img style="float: right;" title="The_Wire_by_JCapela.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/The_Wire_by_JCapela.jpg" border="0" alt="The Wire by JCapela" width="200" height="263" /></p>
<p>Die US-Serie The Wire wird von vielen (allen?) TV-Kritikern als die beste TV-Serie aller Zeiten <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hbo-serie-the-wire-beste-show-in-der-geschichte-des-tv-1510388.html">bezeichnet</a>:</p>
<blockquote><p>Die Kritiker schw&#228;rmen: „Beste Serie seit Jahrzehnten“ („New York Times“); „beste Show in der Geschichte des amerikanischen TV“ („Philadelphia Inquirer“); „wird als das beste Drama, seit es Fernsehen gibt, erinnert werden“ („San Francisco Chronicle“); „HBOs Meisterwerk &#8211; eine TV-Revolution“ („Entertainment Weekly“).</p>
<p>[..]</p>
<p>„Time“ entschuldigte sich bei seinen Lesern daf&#252;r, nicht schon fr&#252;her &#252;ber „The Wire“ berichtet zu haben: „Wir haben versagt.“ Das Intellektuellenmagazin „Atlantic Monthly“ empfiehlt, die DVDs zwischen Dostojewskij, Dickens und Tolstoi einzusortieren, und der „New Yorker“ begleitete den Erfinder der Serie, David Simon, monatelang f&#252;r einen elfseitigen Artikel, in dem selbst das Weihnachtsmahl seiner Eltern beschrieben wird.</p></blockquote>
<p>Was ist das Besondere an The Wire? Neben dem kompromisslosen Format (die im Vergleich zu gew&#246;hnlichen TV-Serien langsame Erz&#228;hlweise erlaubt keine Spannungsb&#246;gen pro Episode und versteht die Serie mehr als Roman in TV-Form; Musik l&#228;uft nur, wenn ein Charakter Musik h&#246;rt) hat The Wire etwas Bemerkenswertes geschafft:</p>
<p>Verkleidet als Copshow ist es eine Serie &#252;ber den Verfall der amerikanischen Gesellschaft. Die Serie zeigt, wie etablierte, gealterte Institutionen in ihrem Selbsterhaltungstrieb destruktiv auf die Gesellschaft wirken. Sie zeigt auf, wie Informationsasymmetrie und falsche Anreize Menschen dazu bringen oder zwingen, nicht so zu handeln, wie sie unter anderen Umst&#228;nden handeln w&#252;rden.</p>
<p>Was in griechischen Trag&#246;dien die G&#246;tter als unaufhaltsame Naturgewalten waren, sind bei The Wire die Institutionen.</p>
<p>Politiker und ihre Mitarbeiter, die von Polizisten gesch&#246;nte Statistiken erwarten, um Presse und H&#246;hergestellten keine Chance f&#252;r Angriffe zu geben.  Schulen, an denen Tests im Vorfeld auswendig gelernt werden, um gut im Ranking abzuschneiden. Journalisten, die nur an Preisen interessiert sind, und Redakteure, die sie dabei unterst&#252;tzen, weil Prestige n&#252;tzlich ist.</p>
<p>Wenn Vorgesetzte aufsteigen, weil sie Statistiken so aufbereiten, wie es Politiker brauchen, werden Polizeireviere nicht effizienter. Es glaubt nur jeder, der es nicht besser wei&#223;. Wenn Journalisten Preisen hinterherjagen und Schulen Rankings, dann optimieren sie dementsprechend.</p>
<p>Das ist den Individuen noch nicht einmal immer vorzuwerfen: Wer in einem Bereich arbeitet, in dem die Arbeitspl&#228;tze immer knapper werden, der versucht nat&#252;rlich den eigenen Lebenslauf auf eine m&#246;glichst gute Basis zu stellen. Und wer wei&#223;, dass die zugeteilten Gelder in der nahen Zukunft, und gar der eigene Arbeitsplatz, davon abh&#228;ngen, welche Zahlen man produziert, dann produziert man direkt auf die Zahlen zu, und nicht auf das, was die Zahlen eigentlich sichtbar machen sollen.</p>
<p>The Wire ist so faszinierend, weil es ein abstraktes Thema, institutionellen Verfall und organisationale Problematiken wie etwa Anreizsysteme, in eine fikitonale Narration verpackt, die nichts besch&#246;nt und vereinfacht, es aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen verst&#228;ndlich macht. Weil das eines der bestimmenden Problemfelder unserer Gesellschaft ist, ist das nicht nur ein Fest f&#252;r Organisationstheoretiker. (In meinem BWL-Studium waren die Schwerpunkte Unternehmensrechnung und Organisation.)</p>
<p>The Wire ist ein Portrait der US-Stadt Baltimore, aber es ist gleichzeitig ein Portrait der US-Gesellschaft in ihrer heutigen Verfassung; und dar&#252;ber hinaus auch von westlichen Gesellschaften allgemein. Denn &#252;berall l&#228;sst sich im kleinen wie im gro&#223;en beobachten, was The Wire beschreibt.</p>
<p>The Wire ist nicht misanthropisch. Es erz&#228;hlt seine Geschichte aus der Sicht der einfachen Arbeiter und des mittleren Managements. Der Schichten, die zerrieben werden.</p>
<p>David Simon, der Macher von The Wire, in einem langen, sehr lesenswerten <a href="http://blog.nj.com/alltv/2008/03/the_wire_david_simon_q_a.html#incart_mrt">Interview</a>:</p>
<blockquote><p>I think it&#8217;s a dark show. I think it has a great deal of sentiment to it. I just don&#8217;t think it&#8217;s sentimental. I think it&#8217;s intensely political. I think if you want to suggest that it&#8217;s cynical about institutions and their capacity to reform themselves or be reformed, I would have to plead guilty to that. The only thing I would cite is to say that, given where we&#8217;re at as a culture right now, cynicism therefore becomes another word for &#8220;pragmatically realistic.&#8221;I don&#8217;t think it&#8217;s cynical about human beings.</p></blockquote>
<p>Immer wieder zeigt The Wire Menschen, die das Richtige machen wollen und entweder feststellen, dass sie damit gegen W&#228;nde laufen oder dass sie nur vorw&#228;rts kommen, wenn sie das Spiel mitspielen. Es geht nicht um gut und b&#246;se, sondern um Anreize und Anreizsysteme.</p>
<p>Simon und seine Mitstreiter zeigen in The Wire keine L&#246;sungen, und auf keinen Fall einfache L&#246;sungen, f&#252;r die dargestellten Probleme auf.</p>
<p>David Simon hat Recht, wenn er ausf&#252;hrt und in der Serie aufzeigt, dass Institutionen, hier hierarchische Organisationen, schwer bis gar nicht reformierbar sind.</p>
<p>Wir haben als Gesellschaft ein enormes Problem,  das in seiner Tiefe kaum erkannt wird. Destruktive hierarchische Strukturen verst&#228;rken die Sch&#228;den, die sie verursachen, immer weiter. Gleichzeitig werden sie mit steigendem Alter immer unreformierbarer. Beides geht Hand in Hand dank sich tief verankernden, fehlgeleiteten Anreizsystemen. W&#228;hrend Unternehmen vielleicht noch untergehen und Platz machen k&#246;nnen f&#252;r Neues, gilt das Gleiche f&#252;r Beh&#246;rden und politische &#196;mter nicht.</p>
<p>Es kann sich kein &#8216;Held&#8217; hinstellen, die &#196;rmel hochkrempeln und das Problem einfach l&#246;sen. Weil das Problem systemisch ist.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Eines der gro&#223;en Themen unserer Epoche ist in meinen Augen eine Enthierarchisierung. Wir k&#246;nnen an vielen Stellen die ersten Anf&#228;nge beobachten, wie aus Hierarchien Netzwerke werden.</p>
<p>Oder pr&#228;ziser: Wie Aufgaben, die fr&#252;her nur von hierarchisch organisierten Institutionen erledigt werden konnten, von Netzwerken &#252;bernommen werden. Wikipedia ist das offensichtliche Beispiel. Clay Shirky hat es in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143114948/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=neunetzcom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0143114948">&#8220;Here comes everybody&#8221;</a> (Affiliate-Link) als &#8216;organizing without organizations&#8217; bezeichnet.</p>
<p>Gleichzeitig entstehen neue Orte im Web, an denen Dinge in Marktform statt in hierarchischer Form organisiert werden. Plattformen, auf denen (<a href="http://www.neunetz.com/2010/04/02/zweiseitige-maerkte-die-grundlagen/">mehrseitige</a>) M&#228;rkte entstehen, die vorher nicht m&#246;glich waren. Diesen Trend habe ich als die <a href="http://www.neunetz.com/2012/01/05/die-p2pisierung-der-wirtschaft/">P2Pisierung der Wirtschaft</a> bezeichnet.</p>
<p>Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Netzwerken und M&#228;rkten auf der einen Seite und Hierarchien auf der anderen?</p>
<p><strong>Netzwerke und M&#228;rkte sind durchl&#228;ssig.</strong> Sie sind sehr viel durchl&#228;ssiger als Hierarchien. <a href="http://www.neunetz.com/2010/06/17/online-medien-sind-filter-keine-gatekeeper/">Filter, statt Gatekeeper</a>. Transparenz, statt Informationsasymmetrien. Korrigierbare Anreizsysteme.</p>
<p>In seinem neuen Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0385525761/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=neunetzcom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0385525761">&#8220;The Penguin And The Leviathan&#8221;</a> (Affiliate-Link) beschreibt Yochai Benkler anschaulich und ausf&#252;hrlich, warum unser, von der industriellen Gesellschaft mit ihren hierarchischen Institutionen gepr&#228;gtes Menschenbild vom Egoisten nicht nur unvollst&#228;ndig ist (was jedem klar sein d&#252;rfte), sondern sehr viel weiter weg von der Realit&#228;t ist, als die meisten glauben. Der Mensch an sich ist nicht nur weitaus weniger egoistisch als oft angenommern, er ist auch sehr viel kollaborativer. Etwas, das sich sogar evolutionstheoretisch begr&#252;nden l&#228;sst: Der Kollaborierende st&#228;rkt die eigene Gruppe und sichert damit nebenbei auch besser das eigene &#220;berleben.</p>
<p>Damit spannen wir wieder den Bogen zu The Wire, in der die Menschen durch die Anreize der Institutionen korrumpiert werden, nicht anders herum, und diejenigen, die an ihren Idealen so weit festhalten wie m&#246;glich, verzweifeln, weil sie im vorgegebenen Rahmen nichts erreichen k&#246;nnen. Der Rahmen ist entscheidend.</p>
<p>Wir stehen noch immer am Anfang einer umw&#228;lzenden Ver&#228;nderung, die unsere Gesellschaft ersch&#252;ttern wird. Die ersten Umbr&#252;che der letzten Jahre waren nur Vorboten.</p>
<p>Es ist vielleicht ein gl&#252;cklicher Zufall, dass zur gleichen Zeit, in der die Finanzkrise die globale Wirtschaft ersch&#252;ttert und nicht loslassen will, Amazon, Facebook, Wikipedia und Tausende andere gro&#223;e und kleine Unternehmen, Projekte und Netzwerke  Menschen zusammenbringen und die alten Wege hinterfragen, nach denen Gesellschaft und Wirtschaft organisiert waren.</p>
<p>Egal ob man The Wire oder der Wall Street zuschaut, die Erkenntnis d&#252;rfte &#228;hnlich sein: Das Internet konnte nicht fr&#252;h genug kommen.</p>
<p>Das 21. Jahrhundert wird die Epoche, in der sich entscheidet, ob wir das industrielle, im Nachhinein sicher als sehr unmenschlich wahrgenommene, Zeitalter hinter uns lassen und uns etwas besseres bauen k&#246;nnen oder ob es uns geordnet in den zivilisatorischen Untergang f&#252;hren wird.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Man kann <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B002Y4MSRI/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=neunetzcom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B002Y4MSRI&quot;&gt;The%20Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import]&lt;/a&gt;&lt;img src=">The Wire</a> unter anderem auf Amazon kaufen. <em>(Affiliate-Link)</em></p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2010/06/17/online-medien-sind-filter-keine-gatekeeper/">Online-Medien sind Filter, keine Gatekeeper</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2010/08/25/filesharing-flattr-und-bezahlschranken-die-aufloesung-historischer-unfaelle/">Filesharing, Flattr und Bezahlschranken: Die Aufl&#246;sung historischer Unf&#228;lle</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2012/01/05/die-p2pisierung-der-wirtschaft/">Die P2Pisierung der Wirtschaft</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/12/05/institutionen-schraenken-ein/">Institutionen schr&#228;nken ein</a></li>
</ul>



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<li><a href='http://www.neunetz.com/2012/02/09/uebersichtsseite-zu-fast-allen-aspekten-zum-urheberrecht-im-21-jahrhundert/' rel='bookmark' title='Permanent Link: &#220;bersichtsseite zu (fast) allen Aspekten zum Urheberrecht im 21. Jahrhundert'>&#220;bersichtsseite zu (fast) allen Aspekten zum Urheberrecht im 21. Jahrhundert</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Twitter&#8217;zensur&#8217; und Sina Weibo: Auch China kann Microblogging nicht aufhalten</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2012/01/27/twitterzensur-und-sina-weibo-auch-china-kann-microblogging-nicht-aufhalten/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 12:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitisches]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
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		<category><![CDATA[Microblogging]]></category>
		<category><![CDATA[Sina Weibo]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Angesichts der gestern verk&#252;ndeten neuen landesspezifi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Angesichts der gestern <a href="http://blog.twitter.com/2012/01/tweets-still-must-flow.html">verk&#252;ndeten</a> neuen <a href="http://kosmar.de/archives/2012/01/27/landesspezifischer-inhaltsfilter-bei-twitter/">landesspezifischen Inhaltsfilter bei Twitter</a> lassen sich zwei Dinge festhalten:</p>
<p><strong>1. Je zentraler eine Kommunikations- oder Transaktionsform im Internet gestaltet ist, desto leichter wird sie logischerweise zensier- und lenkbar. </strong>Das ist bedauerlich, aber nicht neu. Und Twitter hat jedes Recht, auf seiner Plattform zu machen was sie wollen, solang es im Rahmen der Gesetze geschieht. Pro-Nazi-Tweets in Deutschland auszublenden, ist sogar im Sinne des deutschen Gesetzes. (Ohne das jetzt in die N&#228;he von Zensur r&#252;cken zu wollen: Auf technisches Ebene l&#228;sst sich das Abschalten von MegaUpload auch mit der Zentralit&#228;t des Angebots leichter erledigen. Das Schliessen gro&#223;er Bittorrenttracker hatte in der Vergangenheit maximal einen kleinen, kurzfristigen Einfluss auf den Traffic und die Nutzung des dezentralen BitTorrent-Netzwerks.)</p>
<p><strong>2. Selbst die chinesische Regierung, die sehr engagiert bei der Internetzensur ist, kann die Geschwindigkeit des Microbloggings nicht aufhalten und verliert mittlerweile zumindest teilweise die Kontrolle &#252;ber &#246;ffentliche Debatten.</strong> Das l&#228;sst sich beispielsweise an einem Zugungl&#252;ck festmachen, das in China f&#252;r viel &#196;rger besonders in der aufsteigenden Mittelschicht gesorgt hat. <a href="http://www.economist.com/node/21525428">The Economist</a> im August letzten Jahres:</p>
<blockquote>
<p>Microblogging sites, notably Sina Weibo, China’s homespun version of the banned Twitter, ran unusually free comment. Reining it in would have been hard or counterproductive. Microblogs also provided an avenue for Chinese journalists to publish details on the accident in the crucial early hours, before slower-footed propaganda authorities could issue “guidance”.</p>
<p>[..]</p>
<p>The irrepressible nature of the internet is more troubling for them in the long run, even though having an outlet for people to let off steam can do the regime a service. The leaders may regret the haste with which they built the high-speed rail network. But they may come to regret more the haste with which they fostered that other high-speed network, Sina Weibo.</p>
</blockquote>
<p>Die auf dem Microblogging-Dienst Sina Weibo &#246;ffentlich zum Ausdruck gebrachte Wut konnte sogar in China auf die staatlichen Zeitungen &#252;berspringen. Ein Novum.</p>
<p><a href="http://www.economist.com/node/21528212">The Economist</a> im September letzten Jahres:</p>
<blockquote>
<p>Moreover, the Dalian protest erupted only weeks after an explosion of popular anger, mostly expressed through micro-blogging services such as Sina Weibo, which blamed official neglect for a rail crash between two new high-speed trains that killed 39 people. The criticism was so widespread that even state-supervised media joined in.</p>
<p>[..]</p>
<p>There is no single explanation for the new middle-class activism. Given the rise in their numbers, it was probably bound to happen at some point. The spread of micro-blogging services has surely made some difference. Sina Weibo claims 140m users, mostly from China’s urban middle class. They posted 10m messages about the rail crash within days.</p>
</blockquote>
<p>W&#228;hrend es also sicher entt&#228;uschend ist, dass Twitter sich regionalen Gesetzgebungen beugt, so bleibt zumindest die Gewissheit, dass allein die Geschwindigkeit und die Masse der Eintr&#228;ge bei Microblogging die &#246;ffentlichen Meinungs&#228;u&#223;erungen auf den Plattformen nur sehr schwer bis gar nicht auf eine strenge Regierungslinie bringen lassen.</p>



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		<item>
		<title>engag.io schafft &#220;berblick &#252;ber Kommentare und Reaktionen auf Twitter, Facebook, Disqus etc.</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 10:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[Clients]]></category>
		<category><![CDATA[engag.io]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>

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		<description><![CDATA[engag.io ist ein relativ neuer Dienst, der Kommentare u [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.engag.io/">engag.io</a> ist ein relativ neuer Dienst, der Kommentare und Reaktionen auf verschiedenen Social Networks und Blogs zusammenf&#252;hrt und so f&#252;r &#220;bersicht und leichte Reagierbarkeit sorgt.</p>
<p>engag.io zeigt damit nebenbei auch die Chancen f&#252;r Startups im Sektor der Social-Network-Clients auf.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="engagio.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/engagio.png" border="0" alt="engagio" width="530" height="287" /></p>
<p><a href="http://lumma.de/2011/12/20/zentrale-kommentarverwaltung-mit-engag-io/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lumma+%28Lummaland%29">Nico Lumma erkl&#228;rt engag.io so</a>:</p>
<blockquote><p>Social Network hier, Blog-Kommentarsystem dort, irgendwie fehlt da eine Verkn&#252;pfung, die es f&#252;r die Nutzer einfacher macht, eine &#220;bersicht &#252;ber die Diskussionen zu behalten. Engag.io versucht, diese L&#252;cke zu f&#252;llen und tut dies, indem Verkn&#252;pfungen mit Twitter, Facebook, Google+, Tumblr, Foursquare, Disqus und Hacknews erstellt werden, so da&#223; die jeweiligen Diskussionen, an denen man beteiligt ist, fein s&#228;uberlich in eine Gmail-artige &#220;bersicht flie&#223;en. Dort kann man dann fr&#246;hlich weiterkommentieren, sich aktuelle Links aus seinen Netzwerken anzeigen lassen oder einfach nur einen &#220;berblick bekommen, wo man gerade aktiv ist und mit wem man alles so redet.</p></blockquote>
<p>engag.io zeigt, was ich meine, wenn ich &#252;ber die <a href="http://www.neunetz.com/2012/01/04/rueckblick-auf-2011-und-ausblick-auf-2012/">Chancen und das Potential von Clients</a> f&#252;r die n&#228;here Zukunft spreche.</p>
<p>engag.io deckt einen konkreten Bedarf f&#252;r eine bestimmte Zielgruppe ab. Der Dienst bietet den &#220;berblick &#252;ber Reaktionen und Kommentare auf verschiedenen Pr&#228;senzen im Social Web. Die Zielgruppe ist relativ offensichtlich: Alle, die professionell im Web unterwegs und deswegen auf vielen Plattformen aktiv sind. Das reicht von Bloggern bis PR-Vertretern, die die Online-Pr&#228;senzen ihrer Unternehmen verwalten.</p>
<p>engag.io zeigt auch, dass im Client-Bereich Felder abgesteckt werden k&#246;nnen, die von den Plattformprovidern nur schlecht besetzt werden k&#246;nnen. Einmal angenommen, Facebook und Twitter w&#252;rden zus&#228;tzlich zu ihren allgemeinen Oberfl&#228;chen f&#252;r die normalen Nutzer zus&#228;tzliche Features f&#252;r Poweruser anbieten. Durchaus eine nachvollziehbare Entwicklung. Aber: <strong>Was die Plattformprovider nicht machen werden ist, eine Oberfl&#228;che anzubieten, auf der auch ihre direkten Konkurrenten leichter bedienbar werden.</strong></p>
<p>Hier liegt die Chance f&#252;r Startups: Auf die bestehenden Plattformen, also die gro&#223;en Social Networks, aufsetzen, und nutzenstiftend <a href="http://www.neunetz.com/2010/04/13/zweiseitige-maerkte-multihoming-bei-internetplattformen/">Multihoming</a>, also die gleichzeitige Nutzung mehrerer Plattformen, anbieten beziehungsweise vereinfachen.</p>
<p>Multihoming sch&#252;tzt vor der Substituierung durch den Plattformprovider. Oder stellt diesen zumindest vor nicht geringe Probleme, wie man <a href="http://www.neunetz.com/2012/01/19/twitters-shit-sandwich/">am Beispiel Twitter und Tweetdeck sehen kann und wird</a>.</p>
<p>Auch interessant: W&#228;hrend sich Aktivisten und Anbieter, die mit einem auf Open Source und Dezentralit&#228;t setzendes Social Web punkten wollen, noch auf einen Facebook-Killer setzen (oder darauf hoffen), zeigt das kommerzielle Web, nicht nur wie es weiter gehen kann, sondern ist auch <a href="http://www.neunetz.com/2012/01/06/verteiltes-social-network-instagram-erstellt-vollwertige-fotoalben-auf-facebook/">erneut</a> schon einige Schritte weiter. (Die Zusammenf&#252;hrung von Social Networks und Blogkommentaren auf engag.io ist etwa nur m&#246;glich, weil das kommerzielle Kommentarsystem <a href="http://disqus.com/">Disqus</a>, das auch auf neunetz.com zum Einsatz kommt, eine API anbietet.)</p>
<p>engag.io befindet sich noch in der Private Beta.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2012/01/04/rueckblick-auf-2011-und-ausblick-auf-2012/">R&#252;ckblick auf 2011 und Ausblick auf 2012</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/12/15/trend-fuer-2012-clients-die-social-networks-und-traditionelle-branchen-verbinden/">Trend f&#252;r 2012: Clients, die Social Networks und traditionelle Branchen verbinden</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2012/01/06/verteiltes-social-network-instagram-erstellt-vollwertige-fotoalben-auf-facebook/">Verteiltes Social Network: Instagram erstellt vollwertige Fotoalben auf Facebook</a></li>
</ul>



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		<title>Erfahrungsbericht: Anderthalb Jahre mit 3 Suchmaschinen, die nicht Google sind</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 14:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Suche]]></category>
		<category><![CDATA[Bing]]></category>
		<category><![CDATA[Blekko]]></category>
		<category><![CDATA[Duck Duck Go]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>

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		<description><![CDATA[Juli 2010 habe ich ein Experiment gestartet. Auf meinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Juli 2010 habe ich ein Experiment gestartet. Auf meinem Notizblog <a href="http://notizen.neunetz.com/post/866013197/bing-als-standardsuche">schrieb</a> ich damals:</p>
<blockquote><p>Kleiner Selbsttest: Ich habe in meinem Standard-Browser Google Chrome jetzt mal die Standardsuche von Google auf Bing umgestellt. Mal sehen, ob das funktioniert.<br />
Ich benutze Google f&#252;r Websuchen praktisch ausschlie&#223;lich seit 1999.</p></blockquote>
<p>Ich bin selbst &#252;berrascht, dass der Start meines Selbsttests nun schon 18 Monate zur&#252;ckliegt. Angesichts der Debatte rund um die Ver&#228;nderung der Google-Suche versuchen jetzt einige von Google loszukommen. Felix Schwenzel <a href="http://wirres.net/article/articleview/6120/1/6/">versucht es mit Duck Duck Go</a>. Auf Gizmodo berichtet einer der Schreiber, dass er <a href="http://gizmodo.com/5875571/google-just-made-bing-the-best-search-engine">zu Bing gewechselt</a> ist. Und auch Dave Winder <a href="http://scripting.com/stories/2012/01/12/couldBingSeriouslyChalleng.html">denkt dar&#252;ber nach</a>, ob Bing dem komplexer werdenden Google gef&#228;hrlich werden kann.</p>
<p>Grund genug also, &#252;ber meine Erfahrungen zu berichten.</p>
<p><img style="float: left;" title="bing.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/bing.png" border="0" alt="bing" width="151" height="74" /></p>
<p>Wie bereits im obigen Zitat geschrieben, habe ich mit Microsofts <a href="http://www.bing.com/">Bing</a> begonnen. Das Erste, das mir auffiel, war, dass Bing, zumindest 2010 und zumindest f&#252;r meine damalige Verbindung (Berlin, Alice DSL), sich oft sogar einen Zacken schneller anf&#252;hlte als das bereits schnelle Google.</p>
<p>Die zweite Erkenntnis sollte sich wie ein roter Faden durch die letzten anderthalb Jahre ziehen: Bing ist ein guter Ersatz f&#252;r Google, so lang es um Standardsuchen geht. So bald es komplexer wird, f&#228;llt schnell auf, dass Google im Hintergrund sehr viel mehr macht als Links z&#228;hlen. Google kann oft komplexe Suchen besser interpretieren als Bing oder die anderen Konkurrenten.</p>
<p>Ich habe Bing zufriedenstellend f&#252;r das tagt&#228;gliche Suchen benutzt. Habe ich nicht gefunden, was ich gesucht habe, habe ich Google benutzt.</p>
<p>Mir scheint auch der Index von Bing noch nicht an den von Google heranzureichen.</p>
<p>Bing ist vom Aussehen sehr nah am klassischen Google. Das geht bis hin zur Farbe der Links und der Anzeige von direkten On-Site-Links bei popul&#228;reren komplexen Websites. Der Wechsel zu Bing d&#252;rfte vielen am leichtesten fallen.</p>
<p>Positiv an Bing hervorzuheben ist die Bildersuche. Sie scheint mir nicht nur besser zu sein als Google. Ich habe sogar bis dato keine allgemeine Bildersuche gesehen, die besser ist als Bing. Allein f&#252;r das Suchen von Bildern lohnt sich Bing also.</p>
<p><img style="float: left;" title="duckduckgo.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/duckduckgo.png" border="0" alt="duck duck go" width="229" height="182" /></p>
<p>Nachdem ich Bing einordnen konnte, habe ich als zweite Suchmaschine <a href="http://duckduckgo.com/">Duck Duck Go</a> ausprobiert. Das immer <a href="http://searchengineland.com/duckduckgo-sets-new-traffic-record-109275">noch kleine, aber auch sehr schnell wachsende</a> Duck Duck Go besticht auf den ersten Blick durch ein unfassbar h&#228;ssliches Logo. Man sollte sich davon aber nicht beirren lassen.</p>
<p>Duck Duck Go bietet einige innovative Features an: Zum Beispiel werden Daten von Wikipedia und anderen vertrauenswerten Sites ausgewertet, um strukturierte Ergebnisse anzuzeigen. Als Beispiel kann die <a href="http://duckduckgo.com/?q=union+square+ventures">Suche nach Union Square Ventures</a> dienen: Kurze Erkl&#228;rung der Firma, Wikipedialink, Link zu offizieller Site, und ein Link zu einem Verzeichnis von VC-Firmen auf Duck Duck Go. In der rechten Sidebar werden Vorschl&#228;ge gemacht, welche Suchbegriffe man hinzuf&#252;gen kann, um die Suchergebnisse zu verbessern.</p>
<p>Das besondere an Duck Duck Go sind die sogenannten <a href="https://duckduckgo.com/bang.html">!Bangs</a>. Mit denen ist es m&#246;glich, direkt in Duck Duck Go interne Suchen von Sites oder andere Suchmaschinen zu benutzen:</p>
<blockquote><p>We call these commands !bangs, and this syntax works for 100s of sites:<br />
Most big sites work, e.g. !youtube (see full list below)<br />
Most generic keywords work too, e.g. !images<br />
There are also shorter versions, e.g. !g (google) !i (images) !yt (youtube)<br />
!ducky or &#8216;! &#8216; or &#8216;\&#8217; will take you to the first result.<br />
!safeoff will run a search with safe search off.</p></blockquote>
<p>Sucht man zum Beispiel mit !g etwas auf Duck Duck Go, wird man auf die Google-Suche mit den Suchergebnissen umgeleitet. Eine eigene Bildersuche hat Duck Duck Go nicht. !images leitet auf die Bildersuchergebnisse von Google um.</p>
<p>Wie auch Bing versagt Duck Duck Go oft, wenn es komplexer wird. !g ist also recht praktisch, um einfach Google zu Rate zu ziehen wenn n&#246;tig.</p>
<p>Im Oktober 2011 hat unter anderem Union Square Ventures (Twitter, Tumblr, Etsy und weitere) in Duck Duck Go <a href="http://techcrunch.com/2011/10/13/union-square-ventures-invests-in-alternative-search-engine-duckduckgo/">investiert</a>.</p>
<p>Duck Duck Go wirbt <a href="http://techcrunch.com/2011/06/20/duckduckgo-to-google-bing-users-escape-them-filter-bubbles/">seit Sommer letzten Jahres</a> damit, <a href="http://dontbubble.us/">keine Personalisierung</a> seiner Suchergebnisse zu betreiben.</p>
<p><img style="float: left;" title="blekko.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/blekko.png" border="0" alt="blekko" width="128" height="44" /></p>
<p>Nach Duck Duck Go benutze ich nun <a href="http://blekko.com/">Blekko</a> als Standardsuche. Blekko hat letztes Jahr f&#252;r <a href="http://techcrunch.com/2011/06/21/slash-through-spam-with-blekkos-zorro-update/">Aufsehen</a> gesorgt, weil sie publicitytr&#228;chtig &#8216;Spam&#8217; aus ihren Suchergebnissen entfernt haben. Noch vor Googles Herunterranken von Contentfarmen hat Blekko diese aus seinem Index ausgeschlossen.</p>
<p>Das macht Blekko besonders f&#252;r auf Google spamverseuchte Suchen n&#252;tzlich. Zus&#228;tzlich bietet Blekko sogenannte Slashtags an, mit denen man die Suche auf eine Kategorie von h&#228;ndisch oder automatisch gesammelten Sites beschr&#228;nken kann.</p>
<p>Michael Arrington schrieb 2011 dar&#252;ber, <a href="http://techcrunch.com/2011/06/21/slash-through-spam-with-blekkos-zorro-update/">wie beides zusammen wirkt</a>:</p>
<blockquote><p>The company has also increased search relevance substantially by auto-including some 1,000 slash tags, up from just a handful previously. That means that for many results you are looking at hand picked sites that are known to have high quality content. Content farms just can’t get through slashtags.<br />
Search for “pregnancy tips” and you’ll see to slash tags, for /pregnancy and /health, and quite good results compared to Google. But on Blekko you’re not done. Click on one of those slash tags to drill down into results relevant to that tag. Answer relevance goes even higher.</p></blockquote>
<p>Blekko ist tats&#228;chlich relativ m&#228;chtig.</p>
<p>Aber auch f&#252;r Blekko gilt noch das Gleiche wie f&#252;r Bing und Duck Duck Go. F&#252;r den Alltag ist Blekko ein mehr als ausreichender Ersatz f&#252;r Google, aber je abwegiger eine Suche wird, desto wahrscheinicher ist es, dass Google das bessere Ergebnis liefert.</p>
<p>Die Slashtags sind allerdings ein sehr m&#228;chtiges Instrument f&#252;r alle, die oft speziellere Suchen im Web ausf&#252;hren (Journalisten, Blogger). Man kann so leicht die Suche vom Web auf spezielle Sites einschr&#228;nken und wieder ausweiten. Mit /date kann man auch die, sofern mit Datum versehen, letzten statt die relevantesten Ergebnisse mit den Suchbegriffen anzeigen lassen. Wer einen Account bei Blekko anlegt, kann mit dem Import einer OPML-Datei einfach eigene Slashtags anlegen. Auch aus den Suchergebnissen heraus lassen sich leicht Websites zu bestehenden Hashtags hinzuf&#252;gen.</p>
<p>Blekko bietet mit den Slashtags ein weitaus m&#228;chtigeres Werkzeug als die <a href="http://www.google.de/cse/">CSEs von Google</a>, wenn es um das Durchsuchen von bestimmten Sites f&#252;r den eigenen Workflow geht.</p>
<p>Die Bildersuche von Blekko ist keine Erw&#228;hnung wert.</p>
<p>Blekko bietet auch interessante Fakten und Zahlen an, wie etwa diese <a href="http://blekko.com/webgrep?page=view&amp;id=263ad4f7e59e908bed37d34df431f8d3">Gegen&#252;berstellung von integrierten Facebook-Like-Buttons und Google-+1-Buttons</a>.</p>
<h1 id="toc-fazit">Fazit</h1>
<p>Jede der getesteten Suchmaschinen liefert ausreichend gute Ergebnisse, um im Alltag auf Google verzichten k&#246;nnen. Je spezieller allerdings die Suchen sind, die man durchf&#252;hrt, desto st&#228;rker f&#228;llt auf, dass zum einen die Konkurrenten noch nicht so gro&#223;e Indizes wie Google besitzen und zum anderen, dass Google im Hintergrund sehr erfolgreich im Verbinden und Auswerten der Datenmassen war und ist. Google ist oft schlicht relevanter.</p>
<p>Faustregel: Je mehr Suchw&#246;rter ben&#246;tigt werden, desto gr&#246;&#223;er ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eher mit Google das findet, was man sucht.</p>
<p>&#220;ber die letzten anderthalb Jahre ist mir noch etwas bewusst geworden, dass man leicht &#252;bersieht: Google ist praktisch &#252;berall default, abgesehen von IE. Egal welchen Browser man auf dem Desktop installiert (abgesehen von IE), egal ob iPhone oder iPad: &#220;berall ist Google voreingestellt. Die Wechselkosten weg von Google sind zwar minimal. Aber sie sind vorhanden.</p>
<p>Ich glaube nicht nur, dass diese Defaulteinstellungen Google sehr viel st&#228;rker helfen, als vielen bewusst ist. Ich glaube auch, dass die Tatsache, dass wir immer mehr Ger&#228;te mit Internetzugang benutzen, Google an der Default-Front angreifbar wird: Google mag mit Google Chrome stark auf dem Desktop sein und <a href="http://www.theverge.com/2011/12/20/2649818/mozilla-and-google-agree-to-new-firefox-search-deal-for-next-three">Firefox weitere drei Jahre verpflichtet</a> haben. Aber Google kann weder beeinflussen, welche Suche Apple bei seinen mobilen Ger&#228;ten voreinstellt, noch was zum Beispiel Amazon auf dem Kindle Fire macht.</p>
<p><strong>Wer bereit ist, mehrere Suchmaschinen nebeneinander zu verwenden, dem w&#252;rde ich folgendes Setup empfehlen:</strong></p>
<ul>
<li>Duck Duck Go oder Blekko f&#252;r allt&#228;gliche Suchen</li>
<li>Blekko f&#252;r das Durchsuchen einer festen Zahl an Websites aus der eigenen Branche oder andere Aufgaben, die man vorher einer CSE von Google anvertraut hat.</li>
<li>Bing f&#252;r die Bildersuche</li>
<li>Google f&#252;r alle Suchanfragen, die auf den anderen keine zufriedenstellenden Ergebnisse brachten</li>
</ul>
<p>Letztlich muss man allerdings festhalten, dass unter dem Strich <strong>Google nach wie vor die beste allgemeine Suchmaschine</strong> ist.</p>



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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Twitters Shit-Sandwich</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2012/01/19/twitters-shit-sandwich/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2012/01/19/twitters-shit-sandwich/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 15:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[Clients]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Followerprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.neunetz.com/?p=5997</guid>
		<description><![CDATA[

Warum war Twitter das erste Unternehmen, das besond [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="twitter-13.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/twitter-13.jpg" border="0" alt="twitter-13.jpg" /></p>
<p>Warum war <a href="http://twitter.com/">Twitter</a> das erste Unternehmen, das besonders laut <a href="http://allthingsd.com/20120110/twitter-complains-about-google-giving-preference-to-google-content/">aufgeschrieen</a> hat, als Google Google+ in die Suche <a href="http://www.neunetz.com/2012/01/10/implikationen-von-googles-neuem-search-plus-your-world/">integriert</a> hat?</p>
<p>Weil man bei Twitter wei&#223;, dass man am meisten zu verlieren hat. Twitter steckt in einer ausgesprochen schlechten Ausgangslage ist:</p>
<p>1. Google st&#228;rkt die Integration von Google+ in die eigene Suche. Damit wird Google+, das mit seiner Asymmetrie der Beziehungen <a href="http://www.neunetz.com/2011/07/06/google-bedroht-mehr-twitter-als-facebook/">von Anfang an direkter Konkurrent zu Twitter</a> war, dem Newsliebling Twitter sehr gef&#228;hrlich.</p>
<p>2. Das ungef&#228;hr achtmal so gro&#223;e Facebook ist mit dem Abonnieren-Button direkt in das Followeprinzipland von Twitter eingedrungen.</p>
<p>Twitters Position zwischen Facebook und Google+ ist denkbar schlecht.</p>
<p>Hier liegt das <strong>Dilemma</strong>:</p>
<p>Was passiert, wenn Google+ eine Read/Write-API bekommt?</p>
<p>Wird Twitters Poweruser-Client Tweetdeck den direkten Twitter-Konkurrenten Google+ unterst&#252;tzen?</p>
<p>Nein? Wird Tweetdeck dann der bevorzugte Poweruser-Client bleiben oder entsteht eine Marktl&#252;cke?</p>
<p>Was passiert, wenn Facebook seine APIs aufbessert und bessere Unterst&#252;tzung f&#252;r Pages, Gruppen und Abonnements anbietet?</p>
<p>Wird Tweetdeck den direkten Twitter-Konkurrenten Facebook besser integrieren?</p>
<p>Wie lang noch, bis Clients von Drittanbietern &#8220;promoted Tweets&#8221; anzeigen m&#252;ssen als Gegenleistung f&#252;r den Zugang zur API?</p>
<p>Diese Problematiken meinte ich, als ich letztes Jahr vermehrt dar&#252;ber geschrieben, dass der Weg von Twitter Geld allein &#252;ber Werbung verdienen zu wollen und daf&#252;r unter anderem auf die Kontrolle der Clients zu setzen, ein Irrweg ist. Die Ausgangslage von Twitter war daf&#252;r nie pr&#228;destiniert:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/03/14/twitter-der-niedergang-einer-plattform/">Twitter: Der Niedergang einer Plattform</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2010/04/10/strategische-fehlentscheidung-twitter-kauft-mac-iphone-client-tweetie/">Strategische Fehlentscheidung: Twitter kauft Mac-/iPhone-Client Tweetie</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2010/06/07/suboptimale-plattform-strategie-von-twitter-ist-gut-fuer-den-rest-des-webs/">Suboptimale Plattform-Strategie von Twitter ist gut f&#252;r den Rest des Webs</a></li>
</ul>
<p>Als Twitter nach Tweetie Tweetdeck &#252;bernahm, fragte mich die taz f&#252;r einen Artikel, was Twitter mit Tweetdeck machen will. In der Tat. Gute Frage.</p>
<p><strong>Um auf diesem Pfad nun zu bleiben, muss Twitter notgedrungen die direkten Konkurrenten in seinem Poweruserclient unterst&#252;tzen, oder dort die Poweruser verlieren. Gleichzeitig <em><a href="http://www.neunetz.com/2012/01/11/google-integration-in-suche-ist-der-aufbau-von-verhandlungsmasse-gegenueber-facebook-twitter/">m&#252;ssen</a></em> sie einen Deal mit Google machen. Weil sp&#228;testens mit der Read/Write-API von Google+ auch Tweets ihren Weg zu Google+ finden. Und dann als Google+-Updates hervorgehoben in der Google-Suche angezeigt werden. Nicht als Tweets, als Google+-Updates.</strong></p>
<p>Wenn das kein Shit-Sandwich ist, dann wei&#223; ich nicht was sich als solches klassifiziert.</p>
<p>Vertikale Integration ist in der vernetzten Welt der Internetwirtschaft  sehr viel schwieriger als in der Softwarewelt der Neunziger, als Microsoft mit Windows und Office das gesamte Universum geknechtet hat.</p>
<p>Britney Spears hat <a href="http://www.facebook.com/britney?sk=wall">auf Facebook</a> 1.025.322 Abonnenten. <a href="https://plus.google.com/100000772955143706751/posts">Auf Google+</a> wurde sie von 1,4 Millionen Personen eingekreist. <a href="https://twitter.com/#!/britneyspears">Auf Twitter</a> hat sie 12,5 Millionen Follower.</p>
<p>Noch hat sie mehr Follower auf Twitter als auf Facebook oder Google+. Die Frage ist, wie lange noch? W&#228;hrend Twitter Jahre Zeit hatte f&#252;r das Aufbauen des Publikums von Prominenten und anderen Nutzern, existiert Google+ erst seit einem Dreiviertel Jahr und Facebooks- Abonnieren-Button gibt es auch erst <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/15/facebook-rueckt-followerprinzip-mit-subscribe-button-endlich-in-den-vordergrund/">seit September 2011</a>.</p>
<p>Wie sieht es wohl in zwei oder drei Jahren aus? Vor allem: Wenn ein an Prominenten interessierter diesen auch auf Facebook folgen kann, wo man bereits angemeldet ist, wo liegt der Nutzen f&#252;r den Mainstream noch bei Twitter? (Ja, den gibt es trotzdem noch. Aber er sinkt, weil sich alles asymmetrische auch auf Facebook, Tumblr und Google+ abbilden l&#228;sst, und &#252;berall ohne 140-Zeichen-Beschr&#228;nkung.)</p>
<p>Um die Antwort auf diese Fragen vorweg zu nehmen: Die <a href="http://www.facebook.com/britneyspears">Facebook-Fanpage</a> von Spears wiederum hat bereits &#252;ber 16 Millionen Fans.</p>
<p>Mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit wird Facebook auf der n&#228;chsten f8-Konferenz verk&#252;nden, wie erfolgreich der Abonnieren-Button ist und wie viele Abonnenten die Prominente XY und der bekannte Experte 08/15 mittlerweile &#252;ber Facebook erreichen k&#246;nnen. Und das alles neben dem Erfolg der Fanpages.</p>
<p>Das Wort Twitter wird nicht fallen, aber die &#220;bung wird trotzdem genau das vermitteln: <em>&#8220;Schaut her, Ihr k&#246;nnt &#252;ber Facebook viel besser machen, was Ihr auf Twitter macht. Und wir haben keine albernen Beschr&#228;nkungen. Und wir sind viel gr&#246;&#223;er!&#8221;</em></p>
<p>Vor einiger Zeit schrieb John Gruber &#252;ber das <a href="http://daringfireball.net/2011/05/twitter_shit_sandwich">Shit-Sandwich</a>, das Twitter den eigenen App-Entwicklern pr&#228;sentierte. Jetzt steckt Twitter selbst in einem. Ihr problematisches Verh&#228;ltnis zu ihrem eigenen &#214;kosystem wird dabei nicht helfen.</p>
<p><strong>Das hei&#223;t alles nicht, dass Twitter dem Untergang geweiht ist. Aber es deutet darauf hin, dass Twitter nicht das gro&#223;e, wichtige Webangebot werden wird, das man sich dort zum eigenen Ziel gesetzt hatte.</strong> Unter anderem h&#228;lt die Finanzierungsform &#252;ber Werbung Twitter davon ab. Damit l&#228;sst sich (zumindest kurz- und mittelfristig) viel Geld verdienen. Aber es bedeutet eben auch, dass Twitter damit die Kontrolle &#252;ber Bereiche seines &#214;kosystems nehmen muss, die nicht ohne Kollateralsch&#228;den &#252;bernehmbar sind.</p>
<p>Jede ge&#246;ffnete Einkommenst&#252;r schliesst andere T&#252;ren.</p>
<p>Twitter h&#228;tte das gro&#223;e, webumfassende Angebot werden k&#246;nnen, das &#8220;plumbing for the web&#8221;, wie es sich die Gr&#252;nder vorgestellt hatten und immer noch vorstellen. Mit ihrem Schritt Richtung Werbung und Kontrolle der Oberfl&#228;che haben sie eine Richtung eingeschlagen, die sie vor der Erf&#252;llung ihrer Vision bewahren wird, denn mit dieser gro&#223;en Vision l&#228;sst sich nicht so viel Geld verdienen. Ein Twitter nach diesen Vorstellungen? Think <a href="http://craigslist.de/">Craigslist</a>.</p>
<p>Aber wenn die heutigen Probleme und eingeschlagenen Pfade von Twitter darauf hindeuten, dass die Zukunft nicht die Weltherrschaft bringen wird, was dann?</p>
<p>Das alles deutet darauf hin, dass die hohen Bewertungen von Twitter vielleicht doch nicht gerechtfertigt waren.</p>
<p>Wenn Management und Investoren irgendwann zum gleichen Schluss kommen, k&#246;nnte Twitter kaufbar und bezahlbar werden. Man ben&#246;tigt nicht viel Vorstellungskraft um sich vorzustellen, wer auf diesen Moment wartet: Apple.</p>



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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die P2Pisierung der Wirtschaft</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2012/01/05/die-p2pisierung-der-wirtschaft/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2012/01/05/die-p2pisierung-der-wirtschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 16:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[p2p]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiseitige Märkte]]></category>

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		<description><![CDATA[Was haben die meisten erfolgreichen Webplattformen geme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Was haben die meisten erfolgreichen Webplattformen gemeinsam?</p>
<p>Sie erm&#246;glichen unterschiedlichen Parteien, die fr&#252;her nur &#252;ber Mittelsm&#228;nner in Kontakt treten konnten, jetzt direkt miteinander zu interagieren. In manchen F&#228;llen kommen sogar neue Parteien, neue Marktteilnehmer, dazu. Das senkt die Transaktionskosten und hebt somit die Gewinne f&#252;r die Beteiligten und greift so die umgangenen Instanzen an. <a href="http://www.neunetz.com/2010/04/02/zweiseitige-maerkte-die-grundlagen/">Zweiseitige M&#228;rkte</a> statt Gatekeeper.</p>
<p>Das passiert aktuell in den verschiedensten Branchen auf unterschiedliche Arten. Ein paar Beispiele:</p>
<ul>
<li>Reiseunterkunft: <a href="http://www.airbnb.com/">AirBnB</a></li>
<li>Limousinenservice: <a href="https://www.uber.com/">Uber</a></li>
<li>Selbstgemachtes: <a href="http://www.etsy.com/">Etsy</a>, <a href="http://de.dawanda.com/">Dawanda</a></li>
<li>Taxi: <a href="http://www.mytaxi.net/">myTaxi</a></li>
<li>(Kreditkarten-)Transaktionen: <a href="https://www.dwolla.com/">Dwolla</a></li>
<li>Dienstleistungen: <a href="http://gidsy.com/">Gidsy.com</a></li>
<li>Handwerkerdienstleistungen: <a href="http://www.my-hammer.de/">myHammer</a></li>
<li>Finanzierung: <a href="http://www.kickstarter.com/">Kickstarter</a>, <a href="http://www.startnext.de/">startnext</a></li>
</ul>
<p>Das ist an sich erst einmal keine bahnbrechende oder &#252;berhaupt neue Erkenntnis. Aber es lohnt sich, dieses Grundprinzip vor Augen zu halten und als Gr&#252;nder etwa zu fragen:</p>
<p>Welche Branchen k&#246;nnten mit einer P2P-verst&#228;rkenden Plattform von der Seite angegriffen und damit kreativ zerst&#246;rt/ver&#228;ndert werden?</p>
<p>F&#252;r &#8216;normale&#8217;, eventuell betroffene Unternehmen stellen sich andere Fragen:</p>
<ul>
<li>Verf&#252;ge ich &#252;ber die Kernkompetenzen und andere notwendige Faktoren (Ressourcen, Vertragsverpflichtungen), um eine eigene Plattform in meiner Branche zu etablieren?</li>
<li>Wenn nicht, welche Dienstleistungen werden rund um eine neue P2P- und plattformgetriebene Umgebung in meiner Branche wichtig? Was davon kann ich selbst anbieten und fr&#252;hstm&#246;glich Erfahrung (neben meinem regul&#228;ren Gesch&#228;ft) aufbauen?</li>
</ul>
<p>Denn selbst wenn noch keine erfolgreiche Webplattform in der eigenen Branche angekommen ist, kann es bereits erste zaghafte, zerstreute P2P-Tendenzen auf Onlinem&#228;rkten, schwarzen Brettern im Netz und Plattformen oder kleinen Websites geben, die daf&#252;r eigentlich gar nicht prim&#228;r ausgelegt sind.</p>
<p><strong>Denn die dedizierten Plattformen erzeugen den P2P-Sog nicht, sie verst&#228;rken ihn &#8216;nur&#8217;.</strong></p>
<p><strong>Das bedeutet letztlich, dass die Frage nicht ist, ob dieser Trend in der eigenen Branche ankommt, sondern nur wann, wie heftig, und wer dabei verdr&#228;ngt wird.</strong></p>



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		<title>Institutionen schr&#228;nken ein</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 07:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Institiutionen liegt zugrunde, dass sie die Wahlm&#246;glic [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Institiutionen liegt zugrunde, dass sie die Wahlm&#246;glichkeiten der Mitglieder einschr&#228;nken und die Wahlm&#246;glichkeiten der Gesellschaft. Und das hat immer Vor- als auch Nachteile. Aber in erster Linie muss man die Konsequenzen davon erkennen.</p>
<p><a href="http://www.shirky.com/weblog/2011/12/institutions-confidence-and-the-news-crisis/">Clay Shirky</a> &#252;ber Instiutionen, im speziellen &#252;ber Institutionen in der Presse:</p>
<blockquote><p>Institutions reduce the choices available to their members. (This is Ronald Coase’s famous argument about <a href="http://www.ea.ufrgs.br/pos/home/turmas/esp2007/MBA2007/Download/ArquivoProfessor/Coase_%20The_Nature_of_the_%20Firm.pdf">transaction costs</a>.) This reduction allows better focus on the remaining choices they face.</p>
<p>An editorial board meets every afternoon to discuss the front page. They have to decide whether to put the Mayor’s gaffe there or in Metro, whether to run the picture of the accused murderer or the kids running in the fountain, whether to put the Biker Grandma story above or below the fold. Here are some choices they don’t have to make at that meeting: Whether to have headlines. Whether to be a tabloid or a broadsheet. Whether to replace the entire front page with a single ad. Whether to drop the whole news-coverage thing and start selling ice cream.</p>
<p>Every such meeting, in other words, involves a thousand choices, but not a billion, because most of the big choices have already been made. These frozen choices are what gives institutions their vitality — they are in fact what make them institutions. Freed of the twin dangers of navel-gazing and random walks, an institution can concentrate its efforts on some persistent, medium-sized, and tractable problem, working at a scale and longevity unavailable to its individual participants.</p>
<p>Institutions also reduce the choices a society has to make. In the second half of the 20th century, “the news” was whatever was in the newspaper on the morning, or network TV at night. Advertisers knew where to reach shoppers. Politicians knew who to they had to talk to to get their message out (sometimes voluntarily, sometimes not.) Readers understood an Letters page as the obvious way of getting wider circulation for their views.</p>
<p>That dual reduction of choices masks an essential asymmetry, though. Institutions are designed to reduce they choices for their members, but they only happen to reduce the choices in society. A publisher may want reporters at their desks at 10 am, and to be the main source of breaking news for the paper’s readers. The former desire is under the publisher’s control; the latter not.</p></blockquote>
<p>Insitutionen, hier die organisationalen Gebilde, die man Unternehmen nennt, schr&#228;nken die Wahlm&#246;glichkeiten der Mitglieder in das selbst vergebene Aufgabenfeld der Institution ein.</p>
<p>Wenn Institutionen ihren eigenen Aufgabenfelder neu definieren sollen, wenn sie ihre Prozesse, also ihr Wesen, umformen sollen, m&#252;ssen sie nicht nur ihre Komfortzone verlassen: In der Regel sind sie so wenig darauf vorbereitet, dass sie gar nicht dazu in der Lage sind.</p>
<p>Wir k&#246;nnen das aktuell bei der Tontr&#228;gerindustrie und bei der Presse beobachten. Die wenigsten Vertreter dieser Branchen legen vorbildhafte Transformationen hin.</p>
<p>In der Organisationstheorie gibt es es eine Richtung*, die davon ausgeht, dass auch Organisationen ein Lebensalter haben. Je &#228;lter eine Organisation, desto schwieriger fallen ihre organisationale Ver&#228;nderungen. Ihre Strukturen verkrusten sozusagen.</p>
<p>Presseverlage geh&#246;ren oft zu den &#228;ltesten Unternehmen hierzulande. Die Tontr&#228;gerindustrie hatte ihr Gesch&#228;ftsmodell seit den 50er Jahren. Die Presse ihres seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die Prozesse richten sich logischerweise nach dem zugrundeliegenden Gesch&#228;ftsmodell.</p>
<p>Die Strukturen verkrusten. Mehr noch: In diesen Institutionen gibt es keinen, der die Aufgabe &#8211; das Nachrichtengesch&#228;ft, die Verbreitung von Musik &#8211; jemals anders erledigt h&#228;tte, als es die Institution kennt: Es gibt nur diesen einen Weg! So haben wir das immer schon gemacht. Da k&#246;nnte ja jeder kommen.</p>
<p>Und jetzt passiert, was Shirky in seinem <a href="http://www.shirky.com/weblog/2011/12/institutions-confidence-and-the-news-crisis/">Text</a> versucht zu erkl&#228;ren. Die Auswahlm&#246;glichkeitenreduktion f&#252;r die Mitglieder f&#252;hrt zur Auswahlm&#246;glichkeitenreduktion f&#252;r die Gesellschaft: Die Tatsache, dass es Unternehmen &#252;berhaupt gibt, f&#252;hrt dazu, dass die Gesellschaft auf diese zur&#252;ckgreift, und zwar aus Mangel an Auswahlm&#246;glichkeiten. Das muss aber nicht so bleiben.</p>
<p><a href="http://www.shirky.com/weblog/2011/12/institutions-confidence-and-the-news-crisis/">Shirky</a> noch einmal mit dem letzten Absatz:</p>
<blockquote><p>That dual reduction of choices masks an essential asymmetry, though. Institutions are designed to reduce they choices for their members, but they only happen to reduce the choices in society. A publisher may want reporters at their desks at 10 am, and to be the main source of breaking news for the paper’s readers. The former desire is under the publisher’s control; the latter not.</p>
<p>Now this seems easy enough to describe, but people inside institutions tend to confuse the two, to believe their institution is in control of both their daily routine and their destiny. And of course, the longer any given institution maintains a stable role, the less that role seems like an accident and the more it seems like a robust feature of reality.</p></blockquote>
<p>Die Britannica und der Brockhaus fanden Absatz bis Wikipedia eine bessere L&#246;sung f&#252;r das Problem anbot.</p>
<p>Breaking News einmal am Tag in der Tageszeitung war genug und genau richtig, dann kam TV und dann das Internet, Blogs und Twitter. Und alle haben die Taktfrequenz erh&#246;ht.</p>
<p>Eine Newsapp f&#252;r das iPad mit dem Namen &#8220;The Daily&#8221; herauszubringen, hat schon wieder etwas Anr&#252;hriges in seiner institutionalen Unbedarftheit. Eine solche App zeigt in Name und Ver&#246;ffentlichungsrhythmus aber auch sch&#246;n das Problem der Unternehmen: Sie versuchen krampfhaft ihre Art zu arbeiten auf ein neues Umfeld anzuwenden, f&#252;r das diese Art nicht zwingend die beste L&#246;sung ist.</p>
<p>Ein wichtiges Thema unserer Zeit sind organisationale Umstrukturierungen beziehungweise, ein St&#252;ck gr&#246;&#223;er, strukturelle Umbr&#252;che, weil Probleme heute nicht mehr zwingend am besten so gel&#246;st werdern wie das fr&#252;her einmal am besten war.</p>
<p>F&#252;r die L&#246;sungsfindung ist es wichtig, nicht auf die Institutionen zu schauen sondern auf die Probleme.</p>
<p>Die Probleme, f&#252;r deren Erledigung die Institutionen angetreten sind, m&#252;ssen gel&#246;st werden, nicht die Probleme der Institutionen selbst. Beide sind nicht zwingend identisch.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://www.neunetz.com/2010/03/16/shirky-institutionen-werden-versuchen-die-probleme-zu-erhalten-fuer-die-sie-die-loesung-sind/">Shirky: “Institutionen werden versuchen, die Probleme zu erhalten, f&#252;r die sie die L&#246;sung sind.”</a></p>
<p>&#8211;</p>
<p><em>* Leider will mir auch nach exzessivem Suchen Im Web der Name dieser Theorie nicht in den Scho&#223; fallen. Vielleicht kann einer der Leser nachhelfen, bevor ich meine alten Ordner zur Organisationstheorie heraushole?</em></p>



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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facedroid: Facebook arbeitet mit HTC an eigenem Mobiltelefon auf Androidbasis</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 06:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[mobil]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[HTC]]></category>
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		<description><![CDATA[

Facebook wird laut AllThings D, der Techpublikation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="uploadsfacebook-logo.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads//wp-content/uploadsfacebook-logo.jpg" border="0" alt="uploadsfacebook-logo.jpg" /></p>
<p>Facebook wird laut AllThings D, der Techpublikation des Wall Street Journals, innerhalb der n&#228;chsten 12 bis m&#246;glicherweise 18 Monate ein eigenes Mobiltelefon herausbringen.</p>
<p>Leider hei&#223;t das Projekt nicht Facedroid sondern &#8216;Buffy&#8217;.</p>
<p><a href="http://allthingsd.com/20111121/the-facebook-phone-its-finally-real-and-its-name-is-buffy/">AllThingsD</a>:</p>
<blockquote><p>Code-named “Buffy,” after the television vampire slayer, the phone is planned to run on a modified version of Android that Facebook has tweaked heavily to deeply integrate its services, as well as to support HTML5 as a platform for applications, according to sources familiar with the project. Facebook only recently chose HTC, after also considering at least one other potential hardware partner — Korea’s Samsung. That means the products themselves are still a ways from hitting the market, potentially as long as 12 to 18 months.</p></blockquote>
<p>Interessanterweise geht Facebook, das bereits 350 Millionen aktive mobile Nutzer verzeichnet, den gleichen Weg <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/06/amazon-kindle-fire-und-die-macht-der-plattformen/">wie Amazon</a>: Es benutzt ein modifiziertes Android. Das ist so naheliegend, wie es f&#252;r Android naheliegend war, auf Linux aufzusetzen: Man muss nicht den ganzen Weg, den andere bereits gegangen sind, noch einmal beschreiten. Android ist Open Source und ist ein funktionierendes mobiles Betriebssystem mit Touch-Oberfl&#228;che.</p>
<p>Es stellt sich nun auch die Frage, ob die iOS-Integration von Twitter eine direkte Antwort von <strong>Apple</strong> auf dieses Vorhaben von Facebook war, von dem man bei Apple vielleicht erfahren hat. Auf jeden Fall ist es interessant, dass Apple das kleine, im Vergleich zu Facebook fast bedeutungslose Twitter auf Systemebene in iOS integriert hat. Das ist etwas, das Apple sonst nie macht. Dass Apple f&#252;r diese au&#223;ergew&#246;hnlich tiefe Integration auch noch auf den Marktf&#252;hrer verzichtet hat, ist ziemlich kurios.</p>
<p>Das wirft auch eine <a href="http://www.splatf.com/2011/11/atd-facebook-phone/">weitere Frage</a> auf: Wenn Facebook jetzt Mobiltelefonplattform-Anbieter wird, wie attraktiv ist dann f&#252;r Apple noch die Integration von Facebook in die iOS-Plattform? War das vielleicht komplett vom Tisch, was Facebook erst zu diesem Schritt getrieben hat, bei dem sie weniger zu verlieren haben? Was ist mit Microsoft und Windows Phone?</p>
<p>Zur&#252;ck zu Android: Was ist mit <strong>Google</strong>?</p>
<p>Google wird Facebook  nicht mit Fanfaren und Begr&#252;&#223;ungsstrau&#223; im Androidlager begr&#252;&#223;en. Genauso wenig wie es Amazon begr&#252;&#223;t hat. Und das obwohl Amazon, das angeblich ebenfalls ein eigenes Telefon zus&#228;tzlich zu seinen Tablets plant, und Facebook zu den wichtigsten Android-Playern neben Google werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ist Facebooks Schritt aber ein Schlag in&#8217;s Gesicht von Google?</p>
<p>Nur bedingt, auch wenn die schlechteren Technologiepublikationen das als Aufh&#228;nger benutzen werden. Nat&#252;rlich ist es f&#252;r Google zumindest eine eigenartige Situation, dass der Konkurrent auf der Social-Ebene der Wertsch&#246;pfung ihr Produkt auf der Mobil-OS-Ebene benutzen wird. Aber das ist gar nicht so verkehrt f&#252;r Google, dessen gr&#246;&#223;ter Konkurrent im Mobil-Sektor Apple ist. Dort hei&#223;t es: Je mehr Androids umso besser, um es stark vereinfacht auszudr&#252;cken.</p>
<p>Interessant ist, dass hier <strong>Android auch wie bei Amazons Tablet Kindle Fire im Hintergrund</strong> laufen wird. Der Vordergrund aber von Facebook angepasst wird. Weitere Fragmentierung? Ja und nein. <a href="http://www.neunetz.com/2011/11/03/kindle-fire-und-die-zukunft-von-einem-android-im-hintergrund/">Zu Amazon und Androids Rolle im Hintergrund</a> schrieb ich:</p>
<blockquote><p>Und nat&#252;rlich ist das genau das, was Amazon will: Eine eigene Plattform. Mit eigenen Netzwerkeffekten, eigenem Sog.<br />
Das zugrunde liegende Android k&#246;nnte dann eine immer unbedeutendere Rolle spielen. So wie die Tatsache f&#252;r Enduser kaum eine Rolle spielt, dass Android wiederum selbst auf Linux basiert.<br />
Niemand argumentiert, dass es schlecht f&#252;r die Linux-Fragmentierung ist, dass Google Android (gekauft und) entwickelt hat. Ebenso findet es auch niemand schlimm, dass Linux auch die Grundlage f&#252;r WebOS und Chrome OS ist.<br />
Genau das Gleiche k&#246;nnte Android selbst basieren: Die Basis f&#252;r Tablets werden. Der kleinste gemeinsame Nenner. Mit immer weniger werdenden Kompatibilit&#228;ten unter den Android-Abwandlungen.</p></blockquote>
<p>Anders ausgedr&#252;ckt:</p>
<p>Fragmentierung f&#252;r Android ist ein Problem auf Hardwareseite, wenn die Hersteller anfangen, &#252;ber leichte Softwareanpassungen oder Hardwareunterschiede Differenzierungspunkte zu suchen, aber trotzdem noch Android sein wollen.</p>
<p>Auf Plattformebene, wie bei Facebook und Amazon, tritt Android in den Hintergrund so wie Linux hinter Android in den Hintergrund tritt. Facebooks und Amazons Android-Versuche sind Erweiterungen des Android-Kosmos, die nicht zwingend unter das Label Fragmentierung fallen.</p>
<p>Es ist ein Trend, der an Bedeutung zunehmen k&#246;nnte: <strong>(Web-)Plattformanbieter bestimmen zunehmend den mobilen Sektor und seine Hardwareprodukte, die Hardwarehersteller werden zu besseren Zulieferern. </strong>(Oder es kommt alles wie bei Apple, Blackberry und webOS aus einer Hand.)<strong> </strong>HTC k&#246;nnte nur der erste von weiteren Facebookphone-Herstellern sein. Ein weiterer Grund, um auf eine eigene Android-Version zu setzen: HTC, Samsung und co. haben <strong>bereits Erfahrungen mit Android auf ihrer Hardware</strong>. Android als Meta-Plattform f&#252;r verschiedene mobile Betriebssysteme, so wie Linux die Basis f&#252;r verschiedenste Distributionen ist? M&#246;glich.</p>
<p>Die <strong>Implikationen</strong> k&#246;nnen vor allem im Falle Facebooks vielf&#228;ltig sein. Facebook hat bereits im Mai dieses Jahres <a href="http://www.neunetz.com/2010/05/18/kostenloses-mobiles-facebook-fuer-oesterreich/">unter dem Namen Facebook Zero</a> Abkommen mit einigen Mobilfunkanbietern in verschiedenen L&#228;ndern abgeschlossen, um ein abgespecktes Facebook ohne Kosten f&#252;r den Datenverkehr bereitzustellen und damit eine <a href="http://www.neunetz.com/2010/05/20/facebook-zero-verletzt-netzneutralitaet-2/">positive Netzneutralit&#228;tsverletzung verursacht</a>, die bis dato erstaunlicherweise von praktisch keinem der Netzaktivisten &#246;ffentlich angeprangert wurde.</p>
<p>Als im September 2010 <a href="http://www.neunetz.com/2010/09/20/ein-facebook-mobiltelefon/">das erste Mal das Ger&#252;cht um ein Facebook-Mobiltelefon</a> kursierte, schrieb ich:</p>
<blockquote><p>Es w&#228;re sehr clever, wenn Facebook einfach eine eigene Version von Android mit eigenem Appstore nutzt: Die unz&#228;hligen Android-Entwickler k&#246;nnten ihre Apps einfach f&#252;r das Facebook-Android nutzen.<br />
Und wo l&#228;ge der Vorteil?<br />
Facebook k&#246;nnte sich tief in das Betriebssystem integrieren und damit eine eigene zus&#228;tzliche API anbieten, die mobile Apps mit Facebook-Integration sehr viel einfacher machen. Android deluxe quasi f&#252;r alle sozialen Belange. Man denke etwa an mobile Facebook-Spiele, denen Facebook ein eigenes Dashboard auf seinem mobilen OS spendieren k&#246;nnte.</p></blockquote>
<p>Anscheinend wird Facebook mehr auf <strong>HTML5</strong> statt auf native Apps setzen, um so auch die mobilen Nutzer auf anderen Betriebssystemen wie iOS und Windows Phone mitnehmen zu k&#246;nnen, ohne dass diese sich wie User zweiter Klasse f&#252;hlen. Man bedenke: Facebook kommt von einer anderen Ebene als Apple oder Microsoft und muss dementsprechend auch andere strategische Entscheidungen treffen. (Apple zum Beispiel setzt sehr stark auf native Apps.)</p>
<p>Facebook wird aber wohl trotzdem quasi einen <strong>AndroidMarket+ anbieten, der tiefe Facebook-Integration erm&#246;glichen wird</strong>. (Da ein Android ohne Google keinen Zugang zum AppMarket erh&#228;lt, br&#228;uchte Facebook so oder so seinen eigenen Appstore.)</p>
<p>Bezahlungen k&#246;nnten dort &#252;ber Facebooks Webw&#228;hrung <strong>Facebook Credits</strong> laufen. Facebook nimmt bereits heute von jeder Transaktion mit Facebook Credits 30 Prozent. Der gleiche Betrag, den App-Entwickler auch an Google und Apple abliefern, wenn sie ihre Apps in deren Appstores verkaufen.</p>
<p>Weiter <a href="http://www.neunetz.com/2010/09/20/ein-facebook-mobiltelefon/">schrieb</a> ich im September letzten Jahres:</p>
<blockquote><p>Braucht ein Social Network ein eigenes mobiles Betriebssystem? Vielleicht braucht es das so sehr, wie eine Suchmaschine ein mobiles OS ben&#246;tigt.</p></blockquote>
<p>Bald werden wir herausfinden, ob das stimmt.</p>



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		<title>Google, das neue Microsoft</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 16:04:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
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		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[GoogleReader]]></category>

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		<description><![CDATA[

Als ich die Entscheidungen von Google rund um Googl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="google-plus-logo.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/google-plus-logo.jpg" border="0" alt="Google plus logo" width="300" height="168" /></p>
<p>Als ich die Entscheidungen von Google rund um GoogleReader und Google+ <a href="http://www.neunetz.com/2011/11/04/was-ist-mit-googles-urteilskraft-passiert/">analysierte</a> und die grunds&#228;tzliche Entwicklung von Google unter die Lupe nahm, kam ich zu folgendem Schluss:</p>
<blockquote><p>Ich h&#228;tte es nicht f&#252;r m&#246;glich gehalten, aber Google scheint tats&#228;chlich das neue Microsoft zu sein.</p></blockquote>
<p>Ich glaube, dass sollte man noch etwas weiter ausf&#252;hren, weil ich sehr stark vermute, dass der Internetkonzern sich gerade dank Facebook und darauf antwortender Google+-Strategie stark ver&#228;ndert und die Auswirkungen auf das Web enorm sein k&#246;nnen. (Und zwar sowohl positiv als auch negativ.)</p>
<p>Auch Marco Arment (Ex-<a href="http://tumblr.com/">Tumblr</a>, jetzt <a href="http://instapaper.com/">Instapaper</a>) vergleicht <strong>Googles Strategie, alles auf ein Produkt zu setzen</strong>,  <a href="http://www.marco.org/2011/11/13/google-reader-redesign-terrible-decision">mit Microsoft und ihrem &#252;berhasteten Versuch, Windows und Web enger zusammenzubringen</a>:</p>
<blockquote><p>Google’s current “bet everything on social now because we missed the boat” movement feels a lot like Microsoft’s “bet everything on the internet because we missed the boat” movement in 1997. Remember how they wedged all sorts of internet-like functions into Windows 98, like Channels and Active Desktop? Those worked well and made Windows better, right?</p>
<p>(crickets)</p>
<p>It turns out that Microsoft has always been a money-losing also-ran at best with web services, but it doesn’t really matter, since their core business (Windows, Office, Exchange) has done well the entire time and will probably do well for the foreseeable future.</p>
<p>Google’s leadership seems to be paranoid about its continued relevance if it doesn’t make it big in social networking. But they’re showing that they’re willing to harm their other products to boost their social product.</p></blockquote>
<p>Die Paranoia des Topmanagements von Google im Social-Bereich, der ersten wahren Disruption von Google, unaufholbar zur&#252;ckzufallen, hat zu Google+ und Ver&#228;nderungen in vielen Produkten des Suchriesen gef&#252;hrt. Diese Neuerungen sind oft nicht nur <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/">konzeptionell fragw&#252;rdig</a> sondern oft auch <a href="http://www.neunetz.com/2011/11/04/was-ist-mit-googles-urteilskraft-passiert/">wie ich hier</a> und <a href="http://wirres.net/article/articleview/6017/1/6/">Felix Schwenzel auf wirres.net</a> ausgef&#252;hrt hat, zus&#228;tzlich st&#252;mperhaft umgesetzt.</p>
<p>Was zeichnete Microsoft seit den fr&#252;hen Neunziger Jahren aus? Nicht nur oft im direkten Vergleich minderwertige Produkte, deren Konzepte Microsoft oft von anderen kopiert hatte, sondern auch noch etwas anderes: Das Erfolgsrezept von Microsoft war das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Product_bundling">Bundling</a> der Software mit Windows. Die Marktmacht von Windows gab Microsoft einen uneinholbaren Vorteil gegen&#252;ber unabh&#228;ngigen Softwareentwicklern.</p>
<p>Woran erinnert uns das?</p>
<p>Machen wir einen Lackmustest: Wir stellen uns vor, dass Google+ nicht von Google sondern von einem neuen Startup erdacht worden sei. Stellen wir uns vor, das Startup h&#228;tte gen&#252;gend Risikokapital bekommen, um kostenlose Video-Hangouts und alle anderen Google+-Features anbieten zu k&#246;nnen.</p>
<p>Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses <em>StreamsundCircles+</em> innerhalb so kurzer Zeit so viele Nutzer angezogen h&#228;tte wie es Google+ geschafft hat?</p>
<p>Google+ ist noch heute relativ rudiment&#228;r und in vielen Belangen dem alten FriendFeed zwar &#228;hnlich, aber unterlegen. Obwohl die Entwicklung von FriendFeed 2009 eingestellt wurde. (FriendFeed wurde gleichzeitig auch nie so gro&#223; wie Google+ heute schon ist.)</p>
<p>Wieso hat Google+ also bereits <a href="http://www.zdnet.com/blog/btl/googles-third-quarter-results-shine-google-hits-40-million-users/60723">40 Millionen Nutzer</a>, wenn es ein rudiment&#228;rer Dienst ist, der kaum ein Problem l&#246;st?</p>
<p>Die Antwort ist einfach: Weil es von Google kommt. Weil es Google+ hei&#223;t. Weil Google gesagt hat, dass Google+ die Weiterentwicklung des gesamten Google-Portfolios ist. Ohne &#8216;Made by Google&#8217; w&#228;re Google+ so ein Niemandsland wie Diaspora oder andere Dienste, die kein Problem l&#246;sen und deshalb keine Nutzer finden.</p>
<p>&#8216;Von Google&#8217;: Deshalb haben viele Leute Google+ ausprobiert, deshalb haben Unternehmen sofort Google+-Pages angelegt.</p>
<p>Die Motivationen gehen von <em>&#8216;Ich benutz nur Facebook und GMail. Huch, dieses neue Google+, das mir Google empfiehlt, schau ich mir mal an!&#8217; </em>bis hin zu <em>&#8216;Das hier kann wichtig werden, ich bin besser sofort dabei.&#8217;.</em></p>
<p><em></em>Albert Wenger, Partner von Union Square Ventures, hatte Bundling im Zusammenhang mit Google+ bereits <a href="http://continuations.com/post/7381709354/is-google-the-new-microsoft-beware-the-power-of">im Juli dieses Jahres</a> angesprochen:</p>
<blockquote><p>Google’s efforts here are reminiscent of Microsoft’s push into the application space.  Even the motives are similar. For Microsoft: if people care about applications and those applications run equally well on different Operating Systems, then the OS (eventually) doesn’t matter. For Google: if people spend all their time in social services, then (eventually) search will be a feature of those services (because they will have all the relevant information about the searcher).  In other words, in both cases the push is motivated by a desire to protect an existing hugely profitable business.</p>
<p>The strategy for doing so is bundling the new offering with the existing market dominant one.  In the era of Microsoft the main advantages of bundling were physical distribution and access to proprietary APIs.  The latter allowed Microsoft to deliver a better product experience and the former let them reach customers more cheaply.  The combination was a potent one and allowed Microsoft to wipe out their application competitors.  Anyone remember Wordperfect? Or Visicalc? Or Lotus 1-2-3?  They all became historical footnotes.</p></blockquote>
<p>Google f&#228;hrt mit Google+ eine klassische <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Product_bundling">Bundling</a>-Strategie</strong>:</p>
<ul>
<li>Du willst in unserer Suche besser dastehen? Baue unsere +1-Buttons ein!</li>
<li>Du willst in unserer Suche besser dastehen? <a href="http://www.neunetz.com/2011/07/28/google-kontakte-fuehren-zu-besseren-suchrankings-fuer-kontakte/">Versuche, m&#246;glichst viele G+-Kontakte zu bekommen und teile dann deine Inhalte mit ihnen</a>!</li>
<li>Du willst vom GoogleReader aus teilen? <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/31/google-reader-ab-sofort-ohne-shared-items-und-social-features/#comment-352310625">Benutze Google+</a>!</li>
<li>Du willst Songs von Google Music mit Freunden teilen? <a href="http://neumusik.com/2011-11-google-music-download-shop-emi-umgc-und-sony-an-bord-kunstlerseiten-nur-in-den-usa/">Benutze Google+</a>!</li>
</ul>
<p>Jetzt muss man nat&#252;rlich anmerken, dass das Bundling heutzutage, selbst wenn es vom gr&#246;&#223;ten Internet-Konzern kommt, nicht die gleiche Macht hat, die Microsoft auf dem Desktop hatte. Das musste auch Google sp&#252;ren, als man dort dachte, den Google+-Vorg&#228;nger GoogleBuzz einfach in GMail zu integrieren, w&#228;re ein Erfolgsrezept. War es bekanntlich <a href="http://plus.google.com/113116318008017777871/posts/WjNHiWiZtYR">nicht</a>.</p>
<p><strong>Dass viele Leute heute Google+ benutzen, liegt auch daran, dass es benutzbar ist. Da es von Google kommt, reicht das. Es muss nicht gut oder gar au&#223;ergew&#246;hnlich sein. Nur benutzbar.</strong></p>
<p>Google+ wird aufgrund der Verzahnung mit Google selbst nicht untergehen. Da ist es relativ egal, ob Google jetzt dies oder jenes nicht gleich richtig macht. Google+ ist nicht dem Tode geweiht, wie es etwa im <a href="http://www.slate.com/articles/technology/technology/2011/11/google_had_a_chance_to_compete_with_facebook_not_anymore_.html">Slate</a> Magazine hei&#223;t:</p>
<blockquote><p>Because there’s no way to correct Google’s central failure. Back when companies were clamoring to create brand pages on the network—or users were looking to create profiles with pseudonyms, another phenomenon that Google shut down—the company ought to have acceded to its users’ wishes and accommodated them. If Google wasn’t ready for brand pages in the summer, it shouldn’t have launched Google+ until it was. And this advice goes more generally—by failing to offer people a reason to keep coming back to the site every day, Google+ made a bad first impression. And in the social-networking business, a bad first impression spells death.</p></blockquote>
<p>Die einzige Konsequenz dieser Vers&#228;umnisse von Google ist das Verfestigen von Facebook und anderen Tools. Aber sobald Google+ mit relativ wenig Aufwand betrieben werden kann (Read/Write-API muss daf&#252;r kommen), kommt auch der Rest der Nutzer. Oder zumindest ein gen&#252;gend gro&#223;er Teil des Restes, um Google+ in die selbe Liga zu setzen, in der sich aktuell Facebook, Tumblr und Twitter bewegen.</p>
<p>Nick Bilton von der New York Times <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2011/11/10/google-isnt-going-anywhere/">schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Google hopes to build a social network that competes with Facebook, Twitter and other social services, but that is not the main reason the company has put so many resources behind Google+. Instead, Google+ is a social layer that has always been intended to sit on top of the company’s flagship product: search.</p>
<p>Proclaiming that Google+ won’t survive is like saying that the Apple mobile iOS operating system will die, but the iPhone and iPad will live on. They are one and the same, just as Google and Google+ will be.</p></blockquote>
<p>Google+ ist hier, und wird hier bleiben. Es wird gro&#223; werden, weil es benutzbar ist und weil es direkt mit Google und seinen vielen Produkten verwoben wird. Wird es Facebook Konkurrenz machen? Wird es andere Tools verdr&#228;ngen k&#246;nnen?</p>
<p>Ich glaube, dass Google mit seinem Hauruck-Verfahren, das dem sp&#228;ten Einstieg in den Markt geschuldet ist, sich keinen Gefallen tut. Mit dem Voranbringen von Google+ zerst&#246;rt oder sabotiert Google andere Produkte. Ich hatte <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/">ausf&#252;hrlich &#252;ber GReader geschrieben</a>. Der Punkt darin war nicht, dass ich als User entt&#228;uscht bin, sondern dass Google sich selbst keinen Gefallen damit gemacht hat:</p>
<p>Ich sehe den Verlust f&#252;r die User eher kurzfristig. Mittel- bis langfristig werden sich Alternativen heraussch&#228;len, die h&#246;chstwahrscheinlich auch besser sein werden als ein GReader, der nicht mehr weiterentwickelt wird. (Mein Sharing, das fr&#252;her &#252;ber GoogleReader lief, ist mit Pinboard und diversen anderen Tools jetzt schon effizienter, nur die Konsumseite fehlt noch.)<br />
Der gro&#223;e Verlust liegt auf Seiten von Googles: Sie haben die wertvollsten Infostr&#246;me der bestvernetztesten Infoarbeiter auf ihrer Plattform gehabt und hatten sie dank Followerprinzip im Lockin. Und dann haben sie das einfach alternativlos gel&#246;scht.</p>
<p>Meine <strong>Prognose</strong>:</p>
<p>Google+ wird zu einer der wichtigsten und gr&#246;&#223;ten Social-Plattformen, wird dabei aber immer weit abgefallen hinter Facebook bleiben.</p>
<p><strong>Die entscheidende Frage ist, ob es f&#252;r Google reichen wird, dass Google+ zwar in die selbe Liga wie Facebook, Twitter und Tumblr vorstossen, diese aber niemals anf&#252;hren wird.<br />
</strong></p>
<p>Die Gr&#252;nde daf&#252;r sehe ich im Fehlen einer Vision und dem notwendigen KnowHow bei Google und einem sp&#228;ten Markteintritt. Allein Bundling und die Gr&#246;&#223;e der Googlesuche reichen nicht mehr aus, um Facebooks 800 Millionen aktive Nutzer (und steigend) einzuholen. Ganz davon abgesehen, dass Facebook Social in der DNA hat. Google hat das definitiv nicht. So wie Microsoft das Web nicht in der DNA hat.</p>
<p>Microsofts <a href="http://bing.com/">Bing</a> geh&#246;rt zu den gr&#246;&#223;ten Suchmaschinen weltweit, wenn auch weit abgefallen hinter Google. Ist es eine Gefahr f&#252;r den Microsoft-Disruptor Google? Und, noch viel wichtiger, ist es ein gutes Gesch&#228;ft f&#252;r Microsoft? <a href="http://money.cnn.com/2011/09/20/technology/microsoft_bing/">Spoiler: Nein.</a></p>



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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Foursquare ist auf dem Weg zur ersten gro&#223;en mobilen Plattform</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/11/16/foursquare-ist-auf-dem-weg-zur-ersten-grossen-mobilen-plattform/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2011/11/16/foursquare-ist-auf-dem-weg-zur-ersten-grossen-mobilen-plattform/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 15:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[mobil]]></category>
		<category><![CDATA[checkin]]></category>
		<category><![CDATA[Ein-Klick-Geste]]></category>
		<category><![CDATA[Foursquare]]></category>
		<category><![CDATA[Ortsbasierte Dienste]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.neunetz.com/?p=5354</guid>
		<description><![CDATA[Als ich vor einiger Zeit ein Wochenende in Prag verbrac [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Als ich vor einiger Zeit ein Wochenende in Prag verbracht habe, habe ich an einem Abend ein gutes Restaurant gesucht. Nat&#252;rlich findet man gute Restaurants am besten &#252;ber die einschl&#228;gigen Webdienste. Nur &#252;ber welche, wenn man in Prag ist?</p>
<p>Zuerst habe ich <a href="http://www.qype.com/">Qype</a> auf meinem iPhone probiert. Die deutsche Bewertungsplattform konnte aber nur ein paar vereinzelte Reviews von deutschen Touristen aufweisen. Als n&#228;chstes probierte ich <a href="http://yelp.com/">Yelp</a> aus. Yelp ist in Tschechien gar nicht verf&#252;gbar. Schlie&#223;lich testete ich <a href="https://de.foursquare.com/">Foursquare</a>, das mir bereits in Berlin gute Dienste zum Auffinden von lohnenswerten Restaurants leistet. Und tats&#228;chlich: Foursquare zeigte mir einige popul&#228;re Restaurants an und wir besuchten schlie&#223;lich eins, das zurecht lokal sehr beliebt ist.</p>
<p><strong>Checkin-Datendatendaten</strong></p>
<p>Und da d&#228;mmerte es mir, wie wichtig der Checkin f&#252;r Foursquares Dominanz als mobile Plattform ist. Ich hatte im Sommer 2010 ausf&#252;hrlich dar&#252;ber geschrieben, wie <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/29/der-aufstieg-der-ein-klick-geste/">Ein-Klick-Gesten wie der Checkin als Datengrundlage f&#252;r Webdienste</a> dienen k&#246;nnen.</p>
<p>Foursquare zeigt das hier recht sch&#246;n: Wie kann Foursquare in L&#228;ndern wie Tschechien in manchen St&#228;dten bereits n&#252;tzlich sein, w&#228;hrend Qype und Yelp und andere versagen? Der Checkin ist eine kleinere Dateneinheit als das Review. Er kann schneller abgegeben werden und damit schneller in gr&#246;&#223;erer Zahl gesammelt werden. Und es funktioniert mobil, quasi nebenbei. <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/this_is_what_one_week_of_worldwide_foursquare_chec.php">Mittlerweile</a> kann Foursquare &#252;ber eine Milliarde Checkins verzeichnen.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich ist der Checkin nicht das Ziel sondern der Startpunkt.</p>
<p>Liegen die Daten erst einmal vor, kann man viel Interessantes damit machen. Das war von Anfang an klar, und zumindest bis zur Version 3.0 von Foursquare war es ein guter Bozo-Filter, einfach darauf zu achten, ob jemand behauptet, Foursquare best&#252;nde nur aus Checkins und was soll das, das bringt doch alles nichts. Mit <a href="http://blog.foursquare.com/2011/03/08/foursquare-3/">Version 3.0</a> hat Foursquare schlie&#223;lich angefangen, die Checkin-Daten f&#252;r eine ausgefuchste Empfehlungsengine zu benutzen. Eine unvermeidbare Entwicklung:</p>
<blockquote><p>We started foursquare with the idea of “making cities easier to use,” focusing on check-ins as the atomic unit of measuring interest in a place. From our work on dodgeball (an early location-based project), we knew that while check-ins were interesting in the present tense (“Hey, Alex is at Ace Bar!”) they were most interesting when viewed in aggregate, as a history of the places you’ve been and people you’ve overlapped with. The world becomes so much more fun, social, and interesting when you have that context.</p></blockquote>
<p>Man kann nun nach lokalen Gesch&#228;ften suchen und bekommt:</p>
<ul>
<li>zum einen auf Foursquare popul&#228;re Gesch&#228;fte</li>
<li>aber auch die bei Freunden beliebte Gesch&#228;fte</li>
<li>und diejenigen Orte angezeigt, die von Leuten besucht wurden, die auch in gleiche Gesch&#228;fte wie man selbst geht.</li>
</ul>
<p>In meinem Artikel &#252;ber die Einsatzm&#246;glichkeiten der Daten aus Ein-Klick-Gesten hatte ich &#252;ber diese Funktionen bereits letztes Jahr geschrieben:<a href="http://www.neunetz.com/2010/07/29/der-aufstieg-der-ein-klick-geste/#toc-redistribution-aggregation-und-charts"> Redistribution, Aggregation, &#8216;Charts&#8217; und Personalisierung</a> werden auf Grundlage der Datenbasis m&#246;glich.</p>
<p>Die Folge: Foursquare funktioniert selbst in der Qype-Hochburg Berlin nach verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig kurzer Zeit am Markt besser als das alt eingesessene Qype. Freunde auf Foursquare zu haben und selbst einzuchecken, hilft nat&#252;rlich, die Empfehlungen zu verbessern. Aber es ist nicht zwingend n&#246;tig. Auch die &#252;ber das gesamte Foursquare hinweg aggregierten Daten sind bereits oft besser als Empfehlungsgrundlage als die Reviews von Qype.</p>
<p><strong>Von mobil zum Web, nicht anders herum</strong></p>
<p>Qype und Yelp haben ein Problem, das Foursquare-Vorg&#228;nger Dodgeball auch hatte. Sie sind der Zeit mit ihrem Start eigentlich ein bisschen zu weit voraus gewesen. Im Gegensatz zu Dodgeball haben die zwei ersteren aber ihre Zelte im Web statt auf Mobiltelefonen und SMS aufgeschlagen. Das hat ihnen gute Dienste geleistet. Bis mit dem iPhone mobile Apps gro&#223; wurden.</p>
<p>In dem Feld lokaler Empfehlungen sind mobile Applikationen logischerweise sehr viel n&#252;tzlicher als Websites, die f&#252;r den Desktop programmiert wurden. Qype und Yelp haben die Frage, wie man am besten das Problem lokaler Emfpehlungen l&#246;st, zuerst im Web gel&#246;st und dann ihren Review-Ansatz auf ihre mobilen Apps &#252;bertragen. Die mobilen Apps waren keine &#220;berlegung, wie man das Problem auf dem Smartphone besser l&#246;sen kann. Sie waren zun&#228;chst nur eine Spiegelung der Websites.</p>
<p>Foursquare dagegen ist das Problem zuerst mit der mobilen App und vor allem mit der mobilen App angegangen. Foursquare war lange Zeit nur eine mobile App. Erst nach und nach wurde die Website ausgebaut.</p>
<p>Gestern hat die Website erneut ein Update erfahren und es wird nun klar, dass Foursquare den umgekehrten Weg gegangen ist: Zuerst die App und ihre Funktionen. Zuerst die Frage, wie man das Problem mobil am besten l&#246;st. Und dann die Website als Erweiterung. Es erscheint zumindest aktuell, dass das der wesentlich bessere Weg ist.</p>
<p><img title="foursquarewebsite.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/foursquarewebsite.jpg" border="0" alt="Foursquarewebsite" width="400" height="255" /></p>
<p>Foursquare selbst <a href="http://venturebeat.com/2011/11/15/foursquare-redesign/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Venturebeat+%28VentureBeat%29&amp;utm_content=Google+Reader">schreibt</a> &#252;ber die neue Website:</p>
<blockquote><p>It shows everything interesting nearby – your friends, places that are trending (in yellow), places on your lists (green), places with Specials (orange), and places that are popular (blue). You can even drag the map around or zoom in and out and all the interesting places update automatically.</p></blockquote>
<p>Die neue Foursquare-Site hat einen Activity Feed mit Fotos und Checkins von Freunden. Und sie zeigt automatisch empfohlene Restaurants in der N&#228;he an. Besser noch: Sie zeigt automatisch <a href="http://venturebeat.com/2011/11/15/foursquare-redesign/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Venturebeat+%28VentureBeat%29&amp;utm_content=Google+Reader">passend</a> zur Zeit Empfehlungen entweder f&#252;r Fr&#252;hst&#252;ck oder Abendessen an. Mit der neuen Website d&#252;rfte auch die iPad-Nutzung von Foursquare dank <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/foursquare_website_redesign_local_business_guide.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+readwriteweb+%28ReadWriteWeb%29&amp;utm_content=Google+Reader">HTML5-Einsatz</a> neuen Aufschwung erleben.</p>
<p><strong>Apps!</strong></p>
<p>Foursquare ist dank der regen Community und einer soliden API trotz des noch jungen Alters recht popul&#228;r bei Entwicklern. Zu recht: Foursquares Datenbank von Orten z&#228;hlt zumindest f&#252;r westliche Ballungszentren zu den besseren. Und zus&#228;tzlich kann Foursquare die gr&#246;&#223;te Community aufweisen, die sich selbst &#252;ber das Tool mit Orten verbindet.</p>
<p>Apps wie jene von Q&amp;A-Site <a href="http://quora.com/">Quora</a> verwenden Foursquare <a href="http://blog.foursquare.com/2011/11/07/api-highlight-getting-answers-to-your-questions-when-and-where-you-need-them/">als Grundlage f&#252;r ortsbasierte Funktionen</a>. Die beliebte mobile Fotosharingapp <a href="http://instagram.com/">Instagram</a> benutzt ebenfalls Foursquare, Fotos zu Orten zuordnen zu k&#246;nnen.</p>
<p>TripsQ nutzt <a href="http://blog.foursquare.com/2011/10/19/api-highlight-plan-travel-share-repeat/">Checkins in Flugh&#228;fen</a>:</p>
<blockquote><p>The app uses your airport check-ins to create a map of your trips around the world. It also delves into a bunch of interesting stats, like your carbon emissions, total miles travelled, and even how much distance you’ve covered in relation to the moon.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.neunetz.com/2011/05/26/sonar-me-social-graphs/">Die mobile App Sonar.me</a> setzt auf die Social-Graph-Daten von Foursquare, Facebook und Twitter um Kontext f&#252;r Personen im n&#228;heren Umfeld zu liefern.</p>
<p>ProgrammableWeb z&#228;hlt allein <a href="http://www.programmableweb.com/api/foursquare/mashups">58 Mashups</a>, die auf die Foursquare-API aufsetzen. Angesichts der Tatsache, dass wir mit dem mobilen Web immer noch am Anfang stehen, ist das sehr bemerkenswert.</p>
<p><strong>Kooperationen</strong></p>
<p>Foursquare, so sieht es zumindest aktuell aus, wird die Plattform werden, die Webdienste und lokale Gesch&#228;fte nutzen werden, um Lokales und Web mit einander zu verbinden. Foursquare wird quasi die Schnittstelle zwischen Lokal und Web.</p>
<p>Im Juli dieses Jahres hat Foursquare erste Kooperationen mit Deal-Anbietern <a href="http://venturebeat.com/2011/07/12/foursquare-finds-revenue-stream-in-daily-deals-partnerships/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Venturebeat+%28VentureBeat%29&amp;utm_content=Google+Reader">abgeschlossen</a>:</p>
<blockquote><p>Popular check-in application Foursquare, which recently reached 10 million global users, today announced on its blog that it will be offering local daily deals from 5 new partners, including LivingSocial, Gilt City, Zozi,  AT&amp;T Interactive and BuyWithMe.<br />
Similar to how current local business specials are displayed within the “explore” tab, the new deals will show in real time and enable users to quickly secure a deal with just a few clicks. To avoid any spamming of unwanted deals, the company notes that deals will be delivered based on check-in history, location and time of day.</p></blockquote>
<p>Im September hat Foursquare <a href="http://paidcontent.org/article/419-foursquare-adds-checkins-for-movies-concerts-espn-sports/">Kooperationen mit Songkick, MovieTickets.com und ESPN</a> abgeschlossen. Damit kann Foursquare noch eine Ebene tiefer von Orten zu Events gehen: Songkick liefert Konzerte, MovieTickets.com Filmlaufzeiten in Kinos und ESPN Sportevents, in die man dann einchecken kann.</p>
<p><strong>Das Gegenteil von Teufelskreis</strong></p>
<p>Diese Kooperationen haben mehrere Effekte auf die Attraktivit&#228;t von Foursquare. Nicht nur werden die Checkins genauer und damit wertvoller. Und nicht nur werden die lokalen Deals zu einem ersten Einkommenstrom f&#252;r Foursquare f&#252;hren. Zus&#228;tzlich wird die Empfehlungsmachine besser, weil auf der Foursquare-Plattform mehr Informationen vorliegen: Auf einmal findet man nach einem Tippen auf &#8216;Erkunden&#8217; lokale Konzerte, Filme und Sportevents neben den statischen Orten vor. Und wer sich da oft genug eincheckt, kann k&#252;nftig f&#252;r diese Kategorien auch auf Foursquare immer bessere Empfehlungen erhalten, wie man sie heute f&#252;r Restaurants und andere lokale Gesch&#228;fte bekommt.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Jeder sollte nun ein Bild von den M&#246;glichkeiten bekommen haben, die sich f&#252;r Foursquare auftun und die weit &#252;ber das hinausgehen, was etwa Qype und Yelp machen. Wie man ein Problem angeht, hat Auswirkungen darauf, welche Richtungen sp&#228;ter m&#246;glich sind.</p>
<p>Nat&#252;rlich hat Foursquare von Anfang vieles davon <a href="http://www.avc.com/a_vc/2011/11/long-roadmaps.html">geplant</a> und die ersten Schritte entsprechend ausgef&#252;hrt. (Grunds&#228;tzlich l&#228;sst sich an der Herangehensweise von Foursquare viel &#252;ber den Aufbau einer Plattform mit Community lernen.) Mittlerweile, nachdem auch dem letzten klar geworden sein d&#252;rfte, dass der Checkin das Fundament und nicht das Haus ist, d&#252;rfte sich auch deutlicher denn je zeigen, dass Foursquare in jedem wichtigen Bereich ihres Marktes gut aufgestellt sind und sie etwas machen, das aktuell sonst niemand schafft.</p>
<p>Ob Prag oder Provinz, Foursquare scheint das Henne-Ei-Problem des ortsbasierten Webs &#8211; man f&#228;ngt in jeder Region wieder bei Null an &#8211; schneller zu l&#246;sen als alle anderen und damit schneller als alle anderen &#252;berall pr&#228;sent zu sein. Und das ist das Fundament, auf dem die Plattform, die Community, die Empfehlungsmaschine, die Apps und die Kooperationen gedeihen k&#246;nnen.</p>
<p>Foursquare wird die erste gro&#223;e mobile Plattform, die erste im gro&#223;en Stil angewandte Schnittstelle zwischen Web und lokal.</p>



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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anmerkungen zum offenen Brief von Mark Chung (VUT)</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/11/14/anmerkungen-zum-offenen-brief-von-mark-chung-vut/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2011/11/14/anmerkungen-zum-offenen-brief-von-mark-chung-vut/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 19:08:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Chung]]></category>
		<category><![CDATA[VUT]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.neunetz.com/?p=5334</guid>
		<description><![CDATA[Mark Chung, der Vorsitzende des VUT (Verband unabh&#228;ngi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mark Chung, der Vorsitzende des <a href="http://www.vut-online.de/cms/">VUT</a> (Verband unabh&#228;ngiger Musikunternehmen e.V.), hat in einem offenen Brief auf einen <a href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dieleistungsschutzgelderpresser&amp;jahr=2011&amp;mon=11">Artikel von Berthold Seliger</a> reagiert. Der offene Brief wurde unter anderem auch <a href="http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/">auf Spreeblick</a> ver&#246;ffentlicht.</p>
<p>In diesem Brief finden sich einige diskutable Ansichten wieder, auf die hier eingegangen werden soll, weil sie Sichtweisen und Argumentationen darstellen, die mir in Gespr&#228;chen h&#228;ufiger begegnen.</p>
<p>Mark Chung schreibt am Anfang &#252;ber den seiner Meinung nach offensichtlichen Interessenkonflikt:</p>
<blockquote><p>Der grundlegende und offensichtliche Interessenkonflikt besteht seit einigen Jahren zwischen Technologiekonzernen, die von der Verbreitung von Inhalten profitieren OHNE in K&#252;nstler oder die Produktion neuer Inhalte zu investieren einerseits und Medienunternehmen und K&#252;nstlern, die diese Inhalte produzieren, andererseits.</p></blockquote>
<p>Er z&#228;hlt dann als Technologieunternehmen Google, Accessprovider und Hoster wie Megaupload und Rapidshare auf.</p>
<p>Das ist eine Ansicht, die mir in letzter Zeit recht h&#228;ufig begegnet. Sie ist leider irref&#252;hrend. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass man als Problem f&#252;r die eigene Branche keine einer Naturgewalt gleichende Ver&#228;nderung der gesamten Rahmenbedingungen ausmachen will und stattdessen lieber Gegner mit Gesichtern bevorzugt.</p>
<p>Aber genau so, wie Napster Ende der Neunziger und sp&#228;ter Soulseek, Kazaa und wie sie alle hie&#223;en nicht das Problem gewesen sind, so sind auch heute Technologiekonzerne wie Google nicht das Problem. Oder anders: Sie sind eher Manifestationen der Folgen nicht die Ausl&#246;ser.</p>
<p>Es ergibt keinen Sinn, seine Kraft darauf zu verwenden, die einzelnen Tauschb&#246;rsen zu schliessen, weil, wie viele Beobachter von Anfang an verwiesen, schlicht neue Systeme an ihre Stelle treten.</p>
<p>Die Musikindustrie hat immer wieder vermeintliche Siege gegen Filesharing gefeiert, als sie erst Napster zur Schliessung brachten und sp&#228;ter als sie etwa gro&#223;e BitTorrent-Tracker in die Knie zwang. Kein in der Presse zelebrierter Sieg hat die zugrundeliegende Entwicklung aufgehalten.</p>
<p>Wie viele Jahre m&#252;ssen noch vergehen, wie viele vermeintliche Siege m&#252;ssen noch kommen, die sich sp&#228;ter als etwas herausstellen, &#252;ber das sich selbst Pyrrhus noch freuen w&#252;rde, bis die Erkenntnis reift, dass hier sich etwas ganz grundlegend &#228;ndert?</p>
<p>Nat&#252;rlich profitiert Google von geringeren Urheberrechten oder k&#252;rzeren Fristen, so dass Inhalte frei auf ihren Plattformen wie etwa YouTube zirkulieren k&#246;nnen. Na und? &#8220;Ja aber dann verdienen die noch mehr Geld.&#8221; ist kein Argument.</p>
<p>Sind Megaupload, Rapidshare und co. ein Problem? Sicher. Aber warum sind sie das? Weil es unglaublich billig geworden ist, Kopien von Dateien auf Servern vorzuhalten und zum Download anzubieten. Deshalb sind auch Box.net und Dropbox und viel andere Hosting-Anbieter ebenso auf dem Vormarsch wie auf dem Radar der Tontr&#228;gerindustrie.</p>
<p>Filesharing, One-Click-Hoster und Streamingplattformen, das geh&#246;rt alles mehr oder weniger in den selben Digitalisierungstopf.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es Unternehmen, die Profit aus der Digitalisierung und manche davon dabei auch teilweise aus gesetzlichen Grauzonen oder gar aus Umst&#228;nden ziehen, die zwar illegal, aber nicht sinnvoll verfolgbar sind.</p>
<p>Aber das Problem vieler aus Film- und Musikbranche bleibt bestehen: Sie verwechseln Ursache und Wirkung.</p>
<p>Mark Chung verweist als n&#228;chstes auf das gestiegene Durchschnittsalter der erfolgreichsten Live-K&#252;nstler:</p>
<blockquote>
<p>Als Veranstalter von Konzerten k&#246;nnte Dir allerdings aufgefallen sein, dass das Durchschnittsalter der 50 erfolgreichsten Live-K&#252;nstler 2010 mittlerweile 46 Jahre betr&#228;gt, mit mehr K&#252;nstlern in ihren 60ern als in ihren 20ern [2]. Und dass nur 2 der 10 erfolgreichsten Livek&#252;nstler 2010 in den letzten 20 Jahren popul&#228;r geworden sind (Lady Gaga und Michael Buble) [3].</p>
</blockquote>
<p>Greg Kot von der Chicago Tribune beschreibt in seinem lesenswerten Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1416547312/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=neunetzcom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1416547312">Ripped: How the Wired Generation Revolutionized Music</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=neunetzcom-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=1416547312" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (Affiliate-Link) wie erfolgreiche junge K&#252;nstler dank Internet und dank Filesharing, Musikblogs und Onlinmedien wie <a href="http://pitchfork.com/">Pitchfork</a> vor einem Problem stehen, das so gar nicht in die Narration der Branche passt: Sie werden zu schnell zu gro&#223;. Ihre Konzerte sind ausverkauft, bevor das erste Album ver&#246;ffentlicht ist und bevor sie im Auftreten ge&#252;bt sind.</p>
<p>Es gibt sie also, die erfolgreichen jungen Musiker. Was aber ist los mit den alten Konzert-Topverdienern?</p>
<p>Daf&#252;r kann es viele Erkl&#228;rungen geben:</p>
<ul>
<li>Die Unternehmen, die an gro&#223;en Tourneen mitverdienen, stecken entsprechend gro&#223;e Marketingbudgets rein.</li>
<li>Die gro&#223;en Stars sind die Stars einer ehemaligen industriellen Musikbranche, die nat&#252;rlich aufgrund der Rahmenbedingungen (begrenzte MTV-Zeit, begrenzte Regalfl&#228;chen) gar nicht anders konnte, als den kleinsten gemeinsamen Nenner immer st&#228;rker hervorzuheben -&gt; Superstars</li>
<li>Heutzutage gibt es seltener neue Superstars, daf&#252;r mehr Stars in ihren jeweiligen Genres, beziehungsweise eine st&#228;rkere &#8220;Zersplitterung&#8221; (eigentlich Normalisierung, Heterogenisierung), weil die Begrenzungen der industriellen Prozesse (siehe vorhergehenden Punkt) weitestgehend weggefallen oder zumindest stark verringert wurden </li>
<li>Die Verteilung an der Spitze sagt wenig &#252;ber den gesamten Markt aus. Es gibt einen lebendigen Long Tail im Livesektor. (Wie weiter unten ausgef&#252;hrt, sind die Gesamtums&#228;tze er Branche in mehreren L&#228;ndern gestiegen, nicht zuletzt dank der Zuwachsraten im Livegesch&#228;ft.)</li>
</ul>
<p>Egal was der Grund ist: Aus der Verteilung des Livegesch&#228;fts l&#228;sst sich nicht automatisch eine Grundlage f&#252;r ein notwendiges Handeln im Urheberrecht oder in den gesetzlichen Rahmenbedingungen f&#252;r das Onlinegesch&#228;ft ableiten. Eine solche Forderung w&#252;rde die Komplexit&#228;t des Sachverhalts vollkommen verkennen.</p>
<p>Mark Chung weiter:</p>
<blockquote>
<p>Aber jeder, der heutzutage erw&#228;gt in junge Musiker zu investieren, jeder der dar&#252;ber nachdenkt, den Job aufzugeben um sich der Musik mit aller Kraft und Energie zu widmen – in meiner Welt fast immer eine Voraussetzung f&#252;r Weiterentwicklung und herausragende Ergebnisse – jeder, der  versucht die Finanzierung f&#252;r einen etwas ungew&#246;hnlichen oder bahnbrechenden Film zusammenzubekommen und Augen, Ohren und ein Hirn dazwischen hat, wei&#223;, dass hier massive Probleme entstanden sind, die wir l&#246;sen m&#252;ssen.</p>
</blockquote>
<p>Das ist alles nicht falsch. Und sicher wurde es nicht einfacher, seit die Unternehmen, die f&#252;r die Vorfinanzierung verantwortlich sind, mit ihren Gesch&#228;ftsmodellen straucheln.</p>
<p>Aber bei den Majorlabels war die Risikobereitschaft auch bereits in den Neunzigern weniger der Rede wert. Dort hat sich maximal marginal etwas ge&#228;ndert.</p>
<p>Und f&#252;r die Filmbranche l&#228;sst sich sagen, dass nicht nur die Gesamtanzahl der in den USA ver&#246;ffentlichten Filme in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen ist, sondern <a href="http://torrentfreak.com/damned-pirates-hollywood-sets-10-billion-box-office-record-091211/">Hollywood zus&#228;tzlich zumindest 2009 historische Rekordprofite verzeichnen konnte</a>:</p>
<blockquote>
<p>In 2009, the leading Hollywood studios made more films and generated more revenue than ever before, and for the first time in history the domestic box office grosses will surpass $10 billion.</p>
</blockquote>
<p>Nat&#252;rlich <a href="http://www.techdirt.com/articles/20111102/23363116605/warner-bros-right-after-announcing-record-profits-pleads-poverty-asking-people-to-support-grassroots-campaign-e-parasite-act.shtml">versuchen</a> die Filmstudios ihre Situation anders darzustellen als sie ist. Davon sollte man sich aber nicht beirren lassen. Filesharing hatte praktisch keine, oder wenn dann nur marginale Auswirkungen auf die Gesch&#228;ftsentwicklung im Filmsektor. (Das ist auch relativ leicht erkl&#228;rt: Das kollektive Kinoerlebnis ist nicht kopierbar.)</p>
<p>Die Filmbranche ist noch f&#252;r einen weiteren Vergleich gut: In Nigeria, China und Indien <a href="http://www.techdirt.com/articles/20100406/1506438902.shtml">entwickelt</a> sich die Filmbranche nicht trotz sondern aufgrund von illegalen Filmkopien sehr gut.</p>
<p>Die Entwicklung einer Branche, die vermeintlich auf das Urheberrecht und dessen Achtung angewiesen ist, ist also nicht immer so stark auf Gedeih und Verderb auf dieses Recht angewiesen, als vielmals vermutet. (Und mit &#8216;vermutet&#8217; meine ich &#8216;als unumst&#246;ssliche Wahrheit angenommen, deren Infragestellung bereits als Sakrileg ausgelegt wird&#8217;.)</p>
<p>Weiter im Text:</p>
<blockquote>
<p>Die objektiven Interessen der K&#252;nstler und Produzenten sind ebenfalls offensichtlich: F&#252;r die Nutzung der von Ihnen hergestellten Inhalte eine angemessene Verg&#252;tung zu erhalten und – im Erfolgsfall – Profite zu erzielen.</p>
</blockquote>
<p>Was ist angemessen?</p>
<ul>
<li>Ist es angemessen, eine geringe/mittlere/hohe Bezahlung von YouTube zu verlangen, wenn diese Plattform das eigene Musikvideo 14 Millionen Mal abgespielt hat?</li>
<li>Hat MTV fr&#252;her f&#252;r das Abspielen der Videos bezahlt?</li>
<li>Welches Independent-Label k&#246;nnte sich eine Website leisten, auf der die eigenen Musikvideos millionenfach abgerufen werden? </li>
<li>Wo w&#252;rde die Community, also die Reichweite, f&#252;r die eigene Lablvideoseite herkommen?</li>
<li>Wenn ein Musiker mit seiner Musik auf einer Plattform popul&#228;r ist, sollte er dann nicht die Reichweite durch diese Plattform nutzen, um daraus Gewinn zu erhalten, der weit &#252;ber die wenigen Werbepennies hinausgeht, die die meisten kostenfreien Plattformen pro Inhalt verdienen?</li>
<li>Was w&#228;re, wenn YouTube allen Forderungen der Musiklabels nachgibt und gleichzeitig f&#252;r die offiziellen Labelaccounts einen neuen Preis von sagen wir 500€/Monat aufw&#228;rts einf&#252;hrt? Die Labels m&#252;ssen nicht auf YouTube sein. Sind sie es nicht, fehlen aber dort auch ihre Videos. W&#228;ren alle Labels dann zufrieden?</li>
</ul>
<p>Ich sage nicht, dass es auf diese Fragen eindeutige Antworten gibt. Ich m&#246;chte damit nur darauf hinweisen, dass in der Musikbranche oft sehr einseitig argumentiert wird:</p>
<p>Es wird die vermeintliche Kostenloskultur beklagt, weil man hier und da nicht f&#252;r das Bereitstellen der Musik direkt bezahlt wird. Es wird gleichzeitig als selbstverst&#228;ndlich akzeptiert, dass man f&#252;r Plattformen wie YouTube, Twitter und Facebook nicht bezahlt.</p>
<p>Mark Chung weiter:</p>
<blockquote>
<p>K&#252;nstler und Medienunternehmen sind Nutzer und Lieferanten von Inhalten des Internets wie alle anderen inklusive derjenigen, die hieraus eine Weltanschauung machen. Aus objektiver Sicht gibt es kein spezifisches Interesse von K&#252;nstlern oder Musikunternehmen, b&#252;rgerliche Freiheiten einzuschr&#228;nken. Ihr Interesse besteht darin, f&#252;r die Nutzung ihrer Werke Verg&#252;tungen zu erhalten. Hier gilt es L&#246;sungen zu finden.</p>
</blockquote>
<p>Das ist richtig. Das Dilemma ist nur: Um tats&#228;chlich das Urheberrecht, wie es im 19. Jahrhundert erdacht wurde, auch im 21. Jahrhundert durchzusetzen, m&#252;ssen online B&#252;rgerrechte beschnitten werden.</p>
<p>Entweder Urheberrecht oder Privatsph&#228;re.</p>
<p>Entweder totale &#220;berwachung des Datenverkehrs oder nicht kontrollierbare Distribution.</p>
<p>Es geht nur das eine oder das andere.</p>
<p>Und dieser zwingende Zusammenhang f&#252;hrt dann nat&#252;rlich dazu, dass die Forderungen der Entertainmentindustrie Beschneidungen von B&#252;rgerrechten bedeuten. Es ist vollkommen egal, wie oft man beteuert, daran kein Interesse zu haben, wenn man gleichzeitig in genau diese Richtung die eigenen Lobbyisten losschickt. Und nat&#252;rlich f&#228;llt das Aktivisten und B&#252;rgerrechtlern auf und nat&#252;rlich wehren sie sich dagegen. Dieser Interessenskonflikt ist real, und nicht, wie Mark Chung mutmasst, ein Konstrukt der PR-Strategen von Technologiekonzernen.</p>
<p>Nat&#252;rlich nutzen letztere diesen Konflikt, um die eigenen Interessen zu unterst&#252;tzen. Das f&#252;hrt aber nicht dazu, dass dieser Kampf nicht real sei.</p>
<blockquote>
<p>Das Prinzip von Propaganda hat sich nicht ver&#228;ndert – man muss Dinge vor allem oft genug wiederholen, dann glaubt die Mehrheit der Bev&#246;lkerung sie irgendwann – unabh&#228;ngig vom Wahrheitsgehalt.</p>
</blockquote>
<p>Stimmt. So hat sich der unsinnige Begriff der Raubkopie etablieren k&#246;nnen. Und noch immer gibt es viele Leute, die irref&#252;hrenderweise <a href="http://www.neunetz.com/2010/10/07/warum-es-wichtig-ist-unautorisiertes-filesharing-nicht-als-diebstahl-zu-bezeichnen/">Filesharing und Diebstahl gleichsetzen</a>, weil sie entweder nicht wissen, wovon sie reden, oder weil sie eigene Interessen verfolgen, f&#252;r deren Zwecke eine leichte Dehnung der Realit&#228;t ganz hilfreich sein kann.</p>
<p>Interessant, um die Argumentationslinie vieler aus den Kreativbranchen zu verstehen, ist auch folgender Absatz:</p>
<blockquote>
<p>Dagegen ist 100% sichergestellt, dass K&#252;nstler &#220;BERHAUPT KEINE Beteiligung erhalten, wenn Unternehmen wie Rapidshare, Megaupload (aber auch Google [<a href="http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook">8</a>]) unlizensiert substantielle Betr&#228;ge mit ihren Werken verdienen.</p>
</blockquote>
<p>Verlinkt ist ein Artikel auf Digital Music News, der einige AdWords-Partner von Google auflistet. Darunter befinden sich BitTorrent-Tracker und One-Click-Hoster.</p>
<p>Mit AdWords und AdSense kann praktisch jeder werben, der von Google nicht ausgeschlossen wird. Das System ist so weit es geht automatisiert.</p>
<p>Was Mark Chung hier also sagt: Google verdient mit, wenn diese mit unautorisiert bereitgestellten Inhalten Geld verdienen, weil Google f&#252;r Werbung Geld von ihnen nimmt.</p>
<p>Das ist auf der Oberfl&#228;che richtig, und dar&#252;ber kann man sich sch&#246;n echauffieren. Aber was sollte denn die Alternative sein?</p>
<p>Googles Werbesystem funktioniert so gut, weil es auf den Long Tail abzielt, weil es dort einen neuen Markt geschaffen hat. Das wiederum funktioniert in der Masse nur, wenn vieles automatisch abl&#228;uft. Das wiederum bedeutet, dass eben nicht alles immer &#252;berpr&#252;ft werden kann. Wie sollte es auch? Und warum?</p>
<p>Sollte Google Unternehmen die Werbem&#246;glichkeit untersagen, weil auf deren Plattformen Urheberrechtsverst&#246;sse m&#246;glich sind?</p>
<p>Ist Mark Chung auch der Meinung, dass Kreditkartenunternehmen &#8216;unlizensiert substantielle Betr&#228;ge mit den Werken der K&#252;nstler verdienen&#8217;, weil viele dieser Anbieter Premiumaccounts mit Kreditkartenbezahlung anbieten?</p>
<p>Der Vorwurf von Herrn Chung ist exemplarisch f&#252;r viele Argumentationen von Vertretern aus der Film- oder der Musikbranche:</p>
<ul>
<li>es erscheint auf der richtigen Seite der Moral</li>
<li>oberfl&#228;chlich erscheint es schl&#252;ssig, ja geradezu offensichtlich</li>
<li>die Komplexit&#228;t des Sachverhalts und die Implikationen des implizit Geforderten werden komplett ausgeblendet/nicht erkannt</li>
</ul>
<p>Mark Chung z&#228;hlt schlie&#223;lich viele Studien zu Filesharing und den Auswirkungen auf Verk&#228;ufe auf. Er leitet sie mit folgenden Worten ein:</p>
<blockquote>
<p>Die Auswirkungen unverg&#252;teter Musiknutzungen wurden seit Jahren in unabh&#228;ngigen wissenschaftlichen Studien untersucht und dokumentiert. Alle nachstehend genannten Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Richtlinien entstanden und von anerkannten Fachzeitschriften mit peer review publiziert worden.</p>
</blockquote>
<p>Die nachfolgenden Studien (<a href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/">siehe auch hier f&#252;r eine Liste</a>) habe ich noch nicht alle gesichtet (Die meisten sind von 2004 und 2005 und damit bereits recht alt). Aber es l&#228;sst sich bereits sagen, dass seine Aussage &#252;ber die Verl&#228;sslichkeit seiner Quellen nicht so ganz stimmt.</p>
<p>Er bezieht sich zum Beispiel auf einen BASCAP-Report. Was Wikipedia &#252;ber <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/BASCAP">BASCAP</a> zu sagen hat:</p>
<blockquote>
<p>The Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy (BASCAP) was established in 2005 by the International Chamber of Commerce (ICC) to take a role in the fight against counterfeiting and piracy.BASCAP aims to unite global business community to more effectively identify and address intellectual property rights issues and petition for greater commitments by local, national and international officials in the enforcement and protection of IPR.</p>
</blockquote>
<p>BASCAP z&#228;hlt zu den Institutionen, die das undemokratische internationale <a href="http://netzpolitik.org/?s=acta&amp;searchsubmit=Suchen">ACTA</a>-Abkommen vorantreiben.</p>
<p>&#220;ber BASCAPs Ziele sagt Wikipedia:</p>
<blockquote>
<p>BASCAP’s long term goal is to press governments to take concrete action to reduce and ultimately eliminate counterfeiting and piracy. Shorter term, BASCAP’s priority is to push for significantly higher benchmarks for government performance at the national, regional, multi-lateral and international level.</p>
</blockquote>
<p>Das ist in meinen Augen so weit von einer ernst zunehmenden wissenschaftlichen Quelle entfernt wie es nur geht.</p>
<p>Mark Chung fasst die Ergebnisse seiner zusammengesuchten Studien so zusammen:</p>
<blockquote>
<p>Man kann davon ausgehen, dass es wie immer multiple Ursachen f&#252;r Umsatzr&#252;ckg&#228;nge gibt, nur wurden andere Faktoren bisher nicht zuverl&#228;ssig identifiziert und nachgewiesen. Der gegenw&#228;rtige Stand der Forschung spricht daf&#252;r, dass unlizensierte Musiknutzungen den gr&#246;&#223;ten bisher bekannten Anteil an den Sch&#228;den und Einkommensminderungen verursacht haben.</p>
</blockquote>
<p>Unabh&#228;ngig von den Quellen, die ich jetzt nicht im einzelnen &#252;berpr&#252;ft habe, die aber, wie oben am Beispiel von BASCAP gezeigt, nicht zwingend dem Bild entsprechen m&#252;ssen, das Herr Chung anfangs gezeichnet hat: Nat&#252;rlich hat Filesharing einen Einfluss auf den R&#252;ckgang des Tontr&#228;gerverkaufs gehabt.</p>
<p>Ich hoffe, dem geneigten Leser ist zu diesem Zeitpunkt etwas aufgefallen, dass Mark Chung entgangen zu sein scheint: Wir reden auf einmal von Filesharing, nicht mehr von den b&#246;sen Technologiekonzernen und ihren gewieften PR-Strategen.</p>
<p>Die Musikbranche hat Feinde an allen Fronten. Oder ist es etwa doch ein grundlegender Wandel, der sie betrifft?</p>
<p>Mark Chung &#252;bersieht etwas weiteres: Es spielt fast keine Rolle, welche Auswirkungen Filesharing auf den Tontr&#228;gerverkauf haben, denn:</p>
<p>1. Jede &#8217;st&#228;rkere&#8217; Durchsetzung des Urheberrechts im Internet bedeutet ein Verlust von B&#252;rgerrechten (siehe oben). Selbst wenn illegales Filesharing zu 100 Prozent entgangenen Verk&#228;ufen entsprechen w&#252;rde, was definitiv nicht der Fall ist, w&#252;rde das nichts daran &#228;ndern, dass auch die gr&#246;&#223;ten Musikfans wie ich nicht private Kommunikation zugunsten eines wirtschaftlichen Erfolgs der Musikbranche aufgeben werden.</p>
<p>2. Der Tontr&#228;gerverkauf stellt nur einen kleinen Teil der gesamten Musikbranche dar.</p>
<p>Ich zitiere den Teil der Studie von Felix Oberholzer-Gee von Harvard und Koleman Strumpf von 2010, den ich bereits <a href="http://neumusik.com/2010-09-gesamtumsatz-der-musikbranche-wachst-in-norwegen-schweden-uk-und-usa/">auf neumusik.com letztes Jahr zitiert</a> hatte:</p>
<blockquote>
<p>Data on the supply of new works are consistent with our argument that file sharing did not discourage authors and publishers. The publication of new books rose by 66% over the 2002-2007 period. Since 2000, the annual release of new music albums has more than doubled, and worldwide feature film production is up by more than 30% since 2003. At the same time, empirical research in file sharing documents that consumer welfare increased substantially due to the new technology.<br />[..]<br />While file sharing disrupted some traditional business models in the creative industries, foremost in music, in our reading of the evidence there is little to suggest that the new technology has discouraged artistic production. Weaker copyright protection, it seems, has benefited society.<br />[..]<br />The decline in music sales — they fell by 15% from 1997 to 2007 — is the focus of much discussion. However, adding in concerts alone shows the industry has grown by 5% over this period. If we also consider the sale of iPods as a revenue stream, the industry is now 66% larger than in 1997.</p>
</blockquote>
<p>Aktuelle Zahlen sind gar nicht so wichtig, wie die Erkenntnis, dass &#252;ber Filesharing verbreitete G&#252;ter als komplement&#228;re G&#252;ter verstanden werden sollten, die Einnahmen an anderen Stellen unterst&#252;tzen. <a href="http://neumusik.com/2010-09-gesamtumsatz-der-musikbranche-wachst-in-norwegen-schweden-uk-und-usa/">Techdirt</a>:</p>
<blockquote>
<p>One of the key points that the paper makes is that many people have difficulty (especially beforehand) in recognizing whether certain products are substitutes or complements. If products substitute for others (i.e., downloads take away from sales), then a market can be harmed. However, if the products are actually complements (i.e., more content boosts other parts of the market), then a market can actually be helped. The detailed research that Oberholzer-Gee and Strumpf go through clearly shows (pretty unequivocally) that file sharing is a complementary good that has massively boosted many different ancillary markets, and created a fantastic consumer surplus without actually decreasing output. In fact, quite to the contrary, as noted above, creative output has risen at a dramatic pace.</p>
</blockquote>
<p>Der <a href="http://neumusik.com/2010-09-gesamtumsatz-der-musikbranche-wachst-in-norwegen-schweden-uk-und-usa/">Gesamtumsatz der Musikbranche</a>, also nicht nur Tontr&#228;gerverk&#228;ufer, ist nachweislich in mehreren L&#228;ndern (Norwegen, Schweden, UK, USA) aus verschiedenen Gr&#252;nden in den letzten Jahren gewachsen. Der Output der Branche hat auch quantitativ zugenommen.</p>
<p>Das ist alles gut. Das ist sogar sehr gut f&#252;r die Branche. Denn es ist f&#252;r die Gesetzgebung mehr oder weniger irrelevant, ob die Musikbranche w&#228;chst oder eingeht, ob alte Musiker mehr verdienen oder ob junge Musiker zu schnell Publikum finden:</p>
<p>Die Musikbranche wird nicht auf dem R&#252;cken von B&#252;rgerrechten mit brachialer Gesetzesgewalt ihr hei&#223;geliebtes Gestern wiederbekommen.</p>
<p>Was f&#252;r ein Gl&#252;ck, dass sie das auch gar nicht ben&#246;tigt!</p>
<p>Es ist frustrierend mit anzusehen, wie selbst der Vorsitzende der Vereinigung der unabh&#228;ngigen Unternehmen auch 2011 noch so viel Energie darauf verwendet, an den falschen Fronten zu k&#228;mpfen und auf die falschen L&#246;sungen zu hoffen.</p>
<p>Die Branche muss endlich die Realit&#228;ten erkennen, die seit Jahren offensichtlich sind:</p>
<ul>
<li>Der Tontr&#228;gerverkauf in gro&#223;em Umfang wird nie wieder ein wichtiges Standbein der Branche werden.</li>
<li>Man kann nicht digital das Analoge simulieren und glauben, das sei eine gute Grundlage f&#252;r ein Gesch&#228;ftsmodell.</li>
<li>Das Internet ist eine riesige Kopiermaschine, die das Kopieren immer einfacher macht.</li>
<li>Die wirtschaftliche Erl&#246;sung der Musikbranche wird niemals in einem wie auch immer &#8216;modernisierten&#8217; Urheberrecht liegen.</li>
</ul>
<p>Je l&#228;nger es dauert, bis man das akzeptiert, desto mehr alte Strukturen werden ersatzlos verschwinden. Sie werden verschwinden, weil sie K&#228;mpfe k&#228;mpfen, die weder gewinnbar noch zwingend in ihrem Interesse sind. Sie werden verschwinden, weil sie ihre Zeit nicht sinnvoll damit verbracht haben, einen neuen Platz in einer neuen Umgebung zu finden.</p>
<p>Wir befinden uns im Jahr 12 nach Napster und die <a href="http://neumusik.com/2011-11-emi-wird-aufgeteilt-an-universal-und-sony/">Majors fallen wie Dominosteine</a>. Den VUT-Mitgliedern wird es nicht anders ergehen, wenn sie der gleichen Meinung wie ihr Vorsitzender sind und sich entsprechend verhalten.</p>
<p>(Abschlie&#223;ende Anmerkung: Auf die impliziten verschw&#246;rungstheoretischen Anschuldigungen von Mark Chung gegen diverse etablierte Institutionen und Publikationen bin ich aus Gr&#252;nden ihrer offensichtlichen Realit&#228;tsferne und allgemeinen Murksigkeit nicht eingegangen. Nichtsdestotrotz will ich darauf hinweisen, damit nicht der Eindruck entsteht, ich w&#252;rde dem stillschweigend zustimmen.)</p>



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<p>Ähnliche Artikel:<ol><li><a href='http://www.neunetz.com/2010/10/13/anmerkungen-zur-diskussion-zwischen-felix-schwenzel-und-sascha-lobo-ueber-illegales-filesharing/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Anmerkungen zur Diskussion zwischen Felix Schwenzel und Sascha Lobo &#252;ber illegales Filesharing'>Anmerkungen zur Diskussion zwischen Felix Schwenzel und Sascha Lobo &#252;ber illegales Filesharing</a></li>
<li><a href='http://www.neunetz.com/2010/09/23/mark-zuckerberg-ueber-facebooks-mobile-plaene/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Mark Zuckerberg &#252;ber Facebooks mobile Pl&#228;ne'>Mark Zuckerberg &#252;ber Facebooks mobile Pl&#228;ne</a></li>
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		</item>
		<item>
		<title>Was ist mit Googles Urteilskraft passiert?</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/11/04/was-ist-mit-googles-urteilskraft-passiert/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2011/11/04/was-ist-mit-googles-urteilskraft-passiert/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 06:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[webware]]></category>
		<category><![CDATA[Gmail]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[GoogleReader]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Umstellung des GoogleReaders ist in ihrer Unbed [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="https://twitter.com/#!/pinboard/status/131139094943236097"><img style="border: 0px initial initial;" title="Bildschirmfoto 2011-11-03 um 22.35.21.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-11-03-um-22.35.21.png" border="0" alt="Bildschirmfoto 2011 11 03 um 22 35 21" width="450" height="206" /></a></p>
<p>Die Umstellung des GoogleReaders ist in ihrer Unbedachtheit wirklich au&#223;ergew&#246;hnlich. Google hat nicht nur die sozialen Features entfernt sondern den &#8216;Ersatz&#8217; auch noch in einer st&#252;mperhaften Weise umgesetzt, dass es einem den Atem verschl&#228;gt. Hinzu kommt eine peinliche Ver&#246;ffentlichung einer nativen iOS-App f&#252;r GMail und andere Vorg&#228;nge, die die Frage aufwerfen, was zur H&#246;lle bei Google los ist.</p>
<p><strong>St&#252;mperhafte neue Oberfl&#228;che im GoogleReader</strong></p>
<p>Wir <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/31/google-reader-ab-sofort-ohne-shared-items-und-social-features/#comment-352310625">erinnern</a> uns: Google hat die Sharing-Community des GoogleReaders abgestellt zu Gunsten einer Google+-Integration. Zumindest war es so angek&#252;ndigt. Was dann umgesetzt wurde, kann man nicht anders als eine Beleidigung deuten: Der +1-Button wurde in die Funktionszeile unter dem aufgeklappten Artikel einfach reingepflastert. Alle anderen Funktionen auf dieser Ebene sind Textfelder; die teilweise von dem nicht hinein passenden Button bis zur Unlesbarkeit verschoben werden. In den Kommentaren <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/31/google-reader-ab-sofort-ohne-shared-items-und-social-features/#comment-352310625">schrieb</a> ich nach der Umstellung:</p>
<blockquote><p>Das Interface ist kompletter Murks. Der +1-Button sieht schon in der Web-Oberfl&#228;che vom GoogleReader komisch in der Leiste aus und sieht in der Mobil-Oberfl&#228;che aus, als w&#228;re er dort reingetackert worden und w&#252;rde jetzt von Panzertape zusammengehalten. MySpace-Feeling.</p></blockquote>
<p>Die St&#252;mperhaftigkeit h&#228;lt bei der Oberfl&#228;che nicht auf.</p>
<p><strong>Schlecht umgesetzte Funktionen im GoogleReader</strong></p>
<p>Das neue Sharing-Feature, das mich als Reader-Nutzer an Google+ fesseln soll, ist nicht nur durch diese Beschr&#228;nkung weniger n&#252;tzlich. Auch das Teilen an Google+ selbst ist unn&#246;tig umst&#228;ndlich geworden.</p>
<p>W&#228;hrend das fr&#252;here Sharing im Regelfall lediglich einen Klick ben&#246;tigt hat (<a href="http://www.neunetz.com/2010/07/29/der-aufstieg-der-ein-klick-geste/">Ein-Klick-Geste</a>!) und es daf&#252;r auch einen Tastatur-Shortcut gab, ist das neue G+-Share eine Klick-Orgie, wie der ehemalige GoogleReader-Entwickler Brian Shih <a href="http://brianshih.com/78073742">ausf&#252;hrt</a>:</p>
<blockquote><p>But the new sharing flow around the +1 button has actually made it harder to share. Where you used to be able to click one button, or hit shift-s to one-click share to your audience, you now need to:</p>
<p>1. Click +1 (no keyboard shortcuts for you)</p>
<p>2. Click the text box that appears that says &#8220;Share to G+&#8221;</p>
<p>3.Then choose your circle you want to share to (or let it default to public)</p>
<p>4.Then click Share</p></blockquote>
<p>Zus&#228;tzlich ist das Teilen an Google+ in der mobilen Ansicht nicht m&#246;glich, weil in dieser lediglich der stille +1-Klick m&#246;glich ist, ohne die Weiterleitung an Google+, die mindestens einen Kommentar verlangt, den man mobil nicht eingeben kann.</p>
<p>Meine Vermutung: Derjenige der das umgesetzt hat, arbeitet nicht mit GoogleReader; und bei Google wahrscheinlich nur als Praktikant.</p>
<p>Shih weiter:</p>
<blockquote><p>The frustrating thing is that these pitfalls could have been avoided through a more thought out integration. As Kevin Fox has <a href="http://fury.com/2011/10/changing-google-reader-for-the-better/">already pointed out</a>, Google could have easily made it so that sharing was pushed through G+ (therefore giving providing content on G+, and gaining all the benefits of an integration), but also replaced shared items from People You Follow with a Reader-specific Circle.<br />
But no &#8211; instead, they&#8217;ve ripped out the ability to consume shared items wholesale from the product. The closest analogue might be if Twitter made it so that 3rd party clients could use the Retweet functionality to push Retweets to a user&#8217;s stream &#8212; but only allowed you to consume Retweets on twitter.com.<br />
It&#8217;s almost as if Google wants to demonstrate that, yes, they don&#8217;t really get platforms. Instead of improving the G+ API to support Reader as a fully functional 3rd party client (a la Twitter), they&#8217;ve instead crippled the product under the guise of improvements.</p></blockquote>
<p><strong>Nutzergruppen, Netzwerke und Strategien: Nicht Googles Sache</strong></p>
<p>Google verh&#228;lt sich hier sehr dumm. Und das nicht, weil sie &#8216;loyalen Nutzern&#8217; ein &#8216;Spielzeug&#8217; weggenommen haben. Google hat das Recht mit dem GoogleReader zu machen was sie wollen. Viele Beobachter haben geschrieben, dass sie zwar nicht m&#246;gen, was Google gemacht hat, aber dass es wohl in Googles langfristigem Interesse sei, was da passiert ist.</p>
<p>Falsch.</p>
<p>Diese falsche Annahme kommt von der Pr&#228;misse, von der viele Techblogger unsinnigerweise ausgehen: Jeder Webdienst muss ausnahmslos Mainstreampotential haben. Hat der Dienst das nicht, ist er irrelevant, zum Scheitern verurteilt, tot.</p>
<p>Das ist Bl&#246;dsinn. Vor allem ist es Bl&#246;dsinn f&#252;r ein Produkt aus einem Portfolio eines gro&#223;en Konzerns wie Google. Dieser Konzern muss das gro&#223;e Ganze sehen. Er muss erkennen, dass die Nutzung eines Produkts, die Nutzung eines anderen Produkts steigern kann. Eigentlich hatte Google einmal verstanden, wie man Komplement&#228;re richtig einsetzt.</p>
<p>Ein kleiner Exkurs:</p>
<p>Appel ist bekannt daf&#252;r, dass sie sich auf relativ wenige Produkte konzentrieren und diese daf&#252;r richtig umsetzen.</p>
<p>Apple wird also nur Produkte im Angebot haben, die auch f&#252;r ein Maximum an Kunden interessant sind. Richtig?</p>
<p>Falsch.</p>
<p>Apple entwickelt unter andern die professionelle Musiksequenzersoftware <a href="http://www.apple.com/de/logicstudio/">Logic</a> oder die Videobearbeitungssoftware <a href="http://www.apple.com/de/finalcutpro/?cid=mc-de-g-mac-mac-fcp-finalcutprogeneric&amp;sissr=1">Final Cut Pro</a>. Beides Programme, die nur f&#252;r einen Bruchteil der Mac-Nutzer interessant sind.</p>
<p>Warum macht Apple das? Weil sie, als sie f&#252;r ihre Macs noch um jeden Marktanteil k&#228;mpfen mussten, gesehen haben, dass ihnen diese Nutzergruppen helfen k&#246;nnen: Ihre Produkte (Macs) waren in diesen Kreisen bereits &#252;berdurchschnittlich beliebt, Wachstum war dort also einfacher. Zus&#228;tzlich helfen diese Nutzergruppen, neue Kunden von den eigenen Produkten zu &#252;berzeugen.</p>
<p>Apple hat &#196;hnliches mit dem iPod gemacht: Weil der MP3-Player anfangs nur mit Macs lief, hat er gleichzeitig die Mac-Verk&#228;ufe angekurbelt. Jobs hat das erkannt, und gro&#223;e Teile des Marketing-Budgets f&#252;r Macs auf den iPod verlagert. Etwas, das der iPod-Markt allein nicht gerechtfertigt h&#228;tte. (Aus der Jobs-Biographie von Isaacson)</p>
<p>Google hat(te) mit dem GoogleReader und seiner Community etwas vergleichbares wie das, was Apple mit Logic und Final Cut Pro hat: Google hatte eine Gruppe gut vernetzter Online-Multiplikatoren dank Follower-Prinzip in ihrem bevorzugten Tool sozusagen &#8216;by the lock-in-balls&#8217;.</p>
<p>Diese Gruppe ist enorm wichtig, um zum Beispiel Google+ weiter wachsen zu lassen.  <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/14/90-9-1/">Ein Prozent</a> ist in der Regel f&#252;r die Mehrheit der Inhalte auf einer UGC-Plattform verantwortlich. Dieses eine extrem wichtige Prozent ist zu begeistern und zu halten. Man sollte es diesem einen Prozent so leicht wie m&#246;glich machen, die Plattform zu bef&#252;llen.</p>
<p>Google+ hat keine Read/Write-API, deshalb k&#246;nnen daf&#252;r noch keine Poweruser-Tools geschrieben werden, wie sie etwa f&#252;r Twitter existieren.</p>
<p>Es ist wirklich unglaublich, dass Google das nicht gesehen hat: GoogleReader h&#228;tte mit einer zaghaften &#196;nderung dieses Powertool werden k&#246;nnen. Die Shared-Items-Funktion h&#228;tte lediglich gleichzeitig an Google+ senden m&#252;ssen. Man h&#228;tte noch mehr machen k&#246;nnen, aber das allein h&#228;tte schon gereicht f&#252;r eine erfolgreiche &#8216;Integration&#8217;, weil es f&#252;r sehr viel mehr Inhalte auf Google+ gesorgt h&#228;tte.</p>
<p>In meiner urspr&#252;nglichen <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/">Analyse</a> schrieb ich:</p>
<blockquote><p>Die unangetastete Sharing-Option lies such mittels Opt-in in Google Buzz integrieren. Neue Shared Items erschienen in Buzz. Kommentare in Buzz waren gleichzeitig Kommentare in GoogleReader. Der GoogleReader war sozusagen eine Art Buzz-Client f&#252;r Poweruser. Genau das h&#228;tte Google auch im Zusammenspiel von GoogleReader und Google+ als Strategie umsetzen sollen:</p>
<p>Den Powerusern es so einfach wie m&#246;glich machen, mit GoogleReader gl&#252;cklich zu werden und gleichzeitig ihr dortiges Sharing-Verhalten sanft (sprich ohne Einbu&#223;en) in Google+ hereinzuziehen. Gleichzeitig w&#228;re es sinnvoll f&#252;r Google, GoogleReader bewusst zu einem Tool auszubauen, dass n&#252;tzlich f&#252;r Poweruser ist.</p></blockquote>
<p>Google hat nicht nur das nicht gemacht. Ihre &#8216;Integration&#8217; erscheint l&#228;cherlich st&#252;mperhaft und vollkommen undurchdacht.</p>
<p><strong>Was kommt als n&#228;chstes? Wird auf YouTube das Feature abgeschafft, andere Benutzer zu abonnieren und ersetzt durch einen +1-Button? Weil man das alles ja schlie&#223;lich auch mit Circles abbilden kann? </strong>Es ist haarstr&#228;ubend.</p>
<p>Ich habe noch von keinem einzigen Readernutzer gelesen, der nicht bei Google arbeitet und die &#196;nderungen gut findet.</p>
<p>Die Folge ist nicht das Verschieben des alten Sharing-Verhaltens in Richtung Google+, wie man bei Google in einem Anfall geistiger Umnachtung gehofft haben wird.</p>
<p>Stattdessen: Die gut vernetzten Multiplikatoren schauen sich nach <a href="http://hackr.de/2011/11/02/reader-pt-2-the-still-sharing-edition">Alternativen</a> um: Von Pinboard &#252;ber Instapaper bis hin zu neuen, noch nicht fertigen Feedreadern. Da das alles zumindest noch keine L&#246;sung ist, ist das Sharing vorerst gr&#246;&#223;tenteils verschwunden.</p>
<p>Google hat(te) die gr&#246;&#223;te Community von Online-Multiplikatoren und hat sie einfach weggeworfen. Aber nicht ohne diesen Nutzern vorher zu zeigen, wie egal sie Google sind. Das werden viele nicht vergessen. Nochmal: Das war vollkommen unn&#246;tig und es ist noch nicht einmal in Googles langfristigem Interesse.</p>
<p>(Gr&#246;&#223;te Community: Es gibt keine offiziellen Zahlen, aber ich sch&#228;tze dass die Nutzerschaft von GoogleReader mindestens im hohen einstelligen Millionenbereich, h&#246;chstwahrscheinlich im zweistelligen Millionenbereich liegt. Das ist kein Facebook, aber bei Gott, mehrere Millionen bestvernetzer Blogger, Journalisten und Infobroker weltweit wirft man nicht weg, wenn man wei&#223;, was man da hat.)</p>
<p><strong>What&#8217;s going on</strong></p>
<p>Warum verh&#228;lt sich Google so merkw&#252;rdig? Warum werden so wichtige &#196;nderungen nicht mehr gr&#252;ndlich analysiert?</p>
<p>Markus Spath legt den Finger <a href="http://hackr.de/2011/11/01/reader-">in die Facebook-Wunde</a>:</p>
<blockquote><p>die traurige nachricht dabei ist leider, dass man google nicht l&#228;nger eine funktionierende urteilskraft unterstellen kann, vielmehr kann man ihnen fortan alles zutrauen. die gesamte dontdoevil-narration ist nat&#252;rlich so viel wert wie klopapier, wenn sie sich mit facebook – und also das erste mal mit einem echten herausforderer – konfrontiert in einen moron verwandeln, der seine infomonopolistischen marktmacht ohne r&#252;cksicht auf verluste (auf seiten der user, wohin sollen sie den gehen, muhaha) ausn&#252;tzt, um dem eigenen hoffnungstr&#228;ger g+ ein gewisses momentum zu verleihen; wobei sie das alleine nat&#252;rlich nicht evil macht, aber – wie diplix sch&#246;n sagt – billig, schlampig und doof.</p></blockquote>
<p>Google sieht sich mit Facebook zum ersten Mal einem Konkurrenten auf der gleichen Wertsch&#246;pfungsebene gegen&#252;ber, der auch noch etwas macht, das man selbst nicht so richtig versteht.</p>
<p>Das erkl&#228;rt die Abschaltung der Shared Items und der damit verbundene G+-Zwang. Aber nicht die grotesk st&#252;mperhafte Integration von Google+ in GoogleReader.</p>
<p>Die diese Woche ver&#246;ffentlichte iOS-App f&#252;r Gmail deutet im Verbund mit dem G+-Reader-Debakel an, dass bei Google etwas grunds&#228;tzlich nicht mehr stimmt. Die App wurde aufgrund schlimmster Fehler wenige Stunden nach der Freischaltung im Appstore sofort wieder zur&#252;ckgezogen. <a href="http://parislemon.com/post/12263286304/faith-no-more">MG Siegler</a>:</p>
<blockquote><p>I’ve bitched a lot about Google’s atrocious track record when it comes to iOS development. Given the size and importance of the company, it’s a joke really. Yes, they have Android, which they are clearly going to favor over Apple’s rival mobile platform, but come on.</p>
<p>When you release sub-par products, you look sub-par yourself. Customers don’t care what platform it’s on, and don’t care what politics are going on behind the scenes at the company. If you release shit, you look like shit. It’s much better to release nothing at all.</p>
<p>Perhaps that’s a bit harsh. The native Gmail app isn’t really shit (though some would disagree) — it’s just buggy as fuck and extremely underwhelming. It’s just a wrapper around UIWebView. That means the only native thing about the app is Push Notifications. And guess what they managed to fuck up? Yup.<br />
And all of this is the M.O. of pretty much all Google iOS apps. They’re half-ass, buggy, and generally ugly to boot.</p></blockquote>
<p>Und <a href="http://www.marco.org/2011/11/02/mg-siegler-faith-no-more">Marco Arment</a> f&#252;gt an:</p>
<blockquote><p>Microsoft is a company with no product-oriented leadership at the top, infinite engineering talent, and enough bureaucracy to prevent almost everything new from seeing the light of day.</p>
<p>Google is a company with little product-oriented leadership at the top, infinite engineering talent, and seemingly no filter on what goes out the door.</p></blockquote>
<p>Als Google ihr ambitioniertes Google Wave nach verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig kurzer Zeit und aufgrund ausbleibenden Erfolgs einstellten, merkte ich an, dass ihnen das ein St&#252;ck des Vertrauens bei Entwicklern gekostet hat. Google ist nicht mehr der Anbieter von Plattformen und APIs, in die man ruhigen Gewissens investieren kann, weil Google Geld, Geduld und die Expertise f&#252;r gute Aussichten auf Erfolg hat.</p>
<p>Tats&#228;chlich h&#228;tte man aber damals bereits ahnen k&#246;nnen, dass Google ein tief gehendes Problem bei der Produktentwicklung hat.</p>
<p>Der n&#228;chste Fehlschlag war Google Buzz, der Vorg&#228;nger von Google+, der ebenfalls in den n&#228;chsten Tagen abgeschaltet wird. Hat man sich Buzz im Vergleich zu dem &#228;lteren, von einem kleineren Team entwickelten, und l&#228;ngst nicht mehr weiterentwickelten <a href="http://www.friendfeed.com/">FriendFeed</a> angeschaut, dann dr&#228;ngte sich die Frage auf, wie Google mit seinen viel gr&#246;&#223;eren Ressourcen ein sehr viel schlechteres Produkt entwickeln konnte und noch nicht einmal aus den Fehlern der &#228;lteren FriendFeed-Iterationen gelernt hatte.</p>
<p>Ohne nun auch noch detailliert auf die Pseudonym-Doppelmoral bei Google+ (solang man Usher oder Madonna ist, darf man ein Pseudonym bei G+ benutzen, sonst nicht.) oder die <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/31/googlemaps-wird-teurer-und-koennte-die-onlinekartenvorherrschaft-verlieren/">Preisentwicklung bei GoogleMaps</a> einzugehen:</p>
<p>Googles Trackrecord sieht immer schlechter aus. Die Strategie scheint zu fehlen und die aktuellen Entscheidungen deuten darauf hin, dass man oft nicht versteht, wie Netzwerke von Menschen funktionieren.</p>
<p>Das aktuelle Google hat zumindest f&#252;r die n&#228;here Zukunft mein Vertrauen darin verloren, dass man dort wei&#223;, was man macht. Ich h&#228;tte es nicht f&#252;r m&#246;glich gehalten, aber Google scheint tats&#228;chlich das neue Microsoft zu sein.</p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/26/shared-items-im-feedreader-es-darf-auch-ein-offener-link-sharing-standard-sein/">Shared Items im Feedreader: Es darf auch ein offener Link-Sharing-Standard sein</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/">Analyse: Google schafft Shared Items im Google Reader ab, eine Chance f&#252;r Reeder und co.</a></li>
</ul>



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		<title>Kindle Fire und die Zukunft von einem Android im Hintergrund</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 16:37:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[Tabletmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle Fire]]></category>

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		<description><![CDATA[
Apple-CEO Tim Cook sieht im Kindle Fire eine zunehmend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="amazon_kindle_fire_teaser6.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/amazon_kindle_fire_teaser6.jpg" border="0" alt="Amazon kindle fire teaser6" width="300" height="198" /></p>
<p><a href="http://www.businessinsider.com/barclays-apple-meeting-2011-11?op=1">Apple-CEO Tim Cook sieht im Kindle Fire eine zunehmende Android-Fragmentierung, was gut f&#252;r Apple ist</a>:</p>
<blockquote><p>Barclays analyst Ben Reitzes just met with Apple CEO Tim Cook and CFO Peter Oppenheimer, and here&#8217;s what he heard about the Fire:</p>
<p>&#8220;While the pricing at $199 looks disruptive for what seems to be the iPad’s most important rising challenge, the Amazon Fire – it is important to note that it could fuel further fragmentation in the tablet market—given it represents yet another platform. While compatible with Android, the Apps work with Amazon products. The more fragmentation, the better, says Apple, since that could drive more consumers to the stable Apple platform. We believe that Apple will get more aggressive on price with the iPad eventually but not compromise the product quality and experience.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Auf der einen Seite hat Tim Cook recht: Kindle Fire und sein <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/06/amazon-kindle-fire-und-die-macht-der-plattformen/">fast schon sicherer Erfolg</a> wird die Android-Plattform <a href="http://lumma.de/2011/10/28/die-balkanisierung-des-android-marktes/">weiter fragmentieren</a>. Immerhin sieht das OS des Kindle Fire <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/06/amazon-kindle-fire-und-die-macht-der-plattformen/">vollkommen anders</a> aus als die anderen Android-Versionen und die Apps werden &#252;ber Amazons eigenen Appstore vertrieben.</p>
<p>Auf der anderen Seite &#252;bersieht er, glaube ich, etwas wichtiges: Das spielt keine so gro&#223;e Rolle. Der Kindle Fire mag zwar auf Android basieren, aber wenn er gro&#223; genug wird, wird er als eigene Plattform wahrgenommen. Android-Fragmentierung hin oder her.</p>
<p>Und nat&#252;rlich ist das genau das, was Amazon will: Eine eigene Plattform. Mit eigenen Netzwerkeffekten, eigenem Sog.</p>
<p>Das zugrunde liegende Android k&#246;nnte dann eine immer unbedeutendere Rolle spielen. So wie die Tatsache f&#252;r Enduser kaum eine Rolle spielt, dass Android wiederum selbst auf Linux basiert.</p>
<p>Niemand argumentiert, dass es schlecht f&#252;r die Linux-Fragmentierung ist, dass Google Android (gekauft und) entwickelt hat. Ebenso findet es auch niemand schlimm, dass <a href="http://www.neunetz.com/2010/06/23/android-chrome-os-und-webos-wenn-linux-nicht-linux-genannt-wird-und-erfolgreich-ist/">Linux auch die Grundlage f&#252;r WebOS und Chrome OS</a> ist.</p>
<p><strong>Genau das Gleiche k&#246;nnte Android selbst basieren: Die Basis f&#252;r Tablets werden.</strong> Der kleinste gemeinsame Nenner. Mit immer weniger werdenden Kompatibilit&#228;ten unter den Android-Abwandlungen.</p>
<p>Der Verlierer k&#246;nnte dann aber je nach dem Google sein. Dass Google von Amazons Android-Vorstoss mit dem Kindle Fire nicht so begeistert ist, kann man daran sehen, dass sie den wichtigsten Android-Tablet-Einsteiger zu keinem Zeitpunkt &#246;ffentlich im Android-Lager begr&#252;&#223;t haben..</p>



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		</item>
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		<title>Das Bermudadreieck der Buchbranche</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/10/25/preisfindung-bei-e-books-und-2-andere-herausforderungen-fuer-buchverlage/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 19:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[E-Books]]></category>
		<category><![CDATA[E-Reader]]></category>

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		<description><![CDATA[Das sollte Buchverlagen das F&#252;rchten lehren: Amazon ni [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das sollte Buchverlagen das F&#252;rchten lehren: <a href="http://venturebeat.com/2011/10/17/amazon-signing-authors-directly/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Venturebeat+%28VentureBeat%29&amp;utm_content=Google+Reader">Amazon nimmt Autoren direkt unter Vertrag</a> und wird somit selbst zum Verlag bzw. &#252;bernimmt Verlagsaufgaben:</p>
<blockquote><p>The company is scheduled to publish 122 books this fall in print and e-book form, according to a report from the New York Times. The move puts Amazon in more direct competition with some of its largest suppliers, like Penguin, Random House and MacMillan.<br />
Amazon’s publishing arm isn’t just a side project either. The company hired publishing veteran Laurence Kirshbaum in May, and it paid actress/director Penny Marshall (of Laverne &amp; Shirley fame) $800,000 for her memoir, according to the NYT report. Last week, the company even signed a book deal with self-help book guru Tim Ferris.</p></blockquote>
<p>Auch abseits von herk&#246;mmlichen E-Books arbeitet Amazon mit exklusiven Deals, um die Kindle-Plattform erfolgreich zu machen. <a href="http://articles.businessinsider.com/2011-10-20/research/30301106_1_amazon-kindle-fire-big-guns">Der neueste Deal betrifft digitale Comics von DC</a> (Superman, Batman, etc.):</p>
<blockquote><p>The announcement is clearly linked to the Kindle Fire, which is Amazon&#8217;s first rich media tablet. Comicbooks are a rich media format and so it makes sense to publish them for the Kindle Fire. But, crucially, DC comics will be available across the Kindle fire, i.e. on non-Kindle devices: computers, smartphones and even iPads through Kindle apps. This makes it a good deal for DC Comics and consumers, and therefore Amazon as well.</p></blockquote>
<p>Es ist relativ offensichtlich, dass Amazon versucht, mit seiner Kindle-Plattform den Erfolg zu wiederholen, den Apple mit iTunes im Musikbereich hatte. Nur zielt Amazon auf m&#246;glichst viele Unterhaltungsformen ab, wozu auch B&#252;cher geh&#246;ren.</p>
<p>Schauen wir uns hierzu ein <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,793198,00.html">Interview</a> mit Helge Malchow vom Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch auf Spiegel Online an.</p>
<p>Herr Malchow sagt zu Amazons Pl&#228;nen:</p>
<blockquote><p>Der Spruch ist ja nicht ganz neu. Auch in den guten alten analogen Zeiten haben Hunderttausende von Autoren, die f&#252;r ihr Manuskript keinen Verlag gefunden haben, ihre B&#252;cher im Selbstverlag herausgegeben. Das Problem ist doch: Je komplexer und pluralistischer das Angebot an Manuskripten wird, desto mehr braucht es Instanzen, die erstens professionell ausw&#228;hlen, zweitens professionell veredeln und drittens professionell vertreiben. Das gilt sowohl f&#252;r die analoge wie f&#252;r die digitale Welt.</p></blockquote>
<p>Welche Aufgaben sieht Herr Malchow bei Buchverlagen?</p>
<ol>
<li>Ausw&#228;hlen</li>
<li>Veredeln</li>
<li>Vertreiben</li>
</ol>
<p>Fangen wir mit Punkt 3 an: Amazon hat zweifellos die beste Distributionsplattform f&#252;r B&#252;cher, physisch wie digital, weltweit. Die Kindle-Plattform ist aktuell die attraktivste ihrer Art. Amazon hat au&#223;erdem ein sehr gutes Empfehlungssystem auf seiner Plattform implementiert, das mit Algorithmen und Nutzerbewertungen arbeitet. Das deckt zum Teil auch gleich Punkt 1 mit ab (und ist mit dem Filter-statt-Gatekeeper-Grundsatz auch profitabler f&#252;r Amazon, und f&#252;r Autoren wie Leser im Schnitt sinnvoller). Bleibt Punkt 2. Die Veredelung. Tats&#228;chlich ist noch offen, wie sich zum Beispiel die Aufgabe des Lektorats k&#252;nftig ver&#228;ndern wird.</p>
<p>Spielen wir das aber in Gedanken einmal durch. Angenommen, Amazon ist k&#252;nftig zunehmend erfolgreich als Verlag oder Verlagsersatz. K&#246;nnen Verlage in so einer Welt in ihrer jetzigen Form &#252;berleben und erfolgreich mit Amazon konkurrieren, weil sie zum Beispiel besser veredeln? M&#246;glich.</p>
<p>Ist es aber nicht viel wahrscheinlicher, dass sich Spezialisten herausbilden werden, die mit Autoren und Amazon zusammenarbeiten und nur Teilaufgaben anbieten, die fr&#252;her zum Aufgabenspektrum der Verlage geh&#246;rt hat? Diese kleineren, wendigeren Spezialisten k&#246;nnten dann dank spezieller Tools und geringerem Overhead die gleiche Aufgabe nicht nur g&#252;nstiger sondern vielleicht sogar besser anbieten als die gro&#223;en Verlage, deren Prozesse auf das Gestern ausgelegt sind.</p>
<p><strong>Der Medienwandel f&#252;hrt zu einer Ver&#228;nderung der Organisationsstrukturen in den betroffenen Bereichen, weil sich die Aufgabenteilung am Markt ver&#228;ndert. </strong>Das geht weder an Musiklabels noch an Buchverlagen vorbei. Das ist ein Fakt, mit dem man sich besch&#228;ftigen muss.</p>
<p>Die Buchverlage haben ungef&#228;hr <strong>drei Problemfelder</strong>, die ich noch <span style="text-decoration: line-through;">kurz</span> ansprechen m&#246;chte.</p>
<p><strong>1. Buchverlage sind keine Technologieunternehmen. </strong>Amazon ist ein Technologieunternehmen. Deshalb kann Amazon ein Tablet und eine zugeh&#246;rige Plattformstrategie entwickeln.</p>
<p>Den Buchverlagen fehlen die n&#246;tigen Kernkompetenzen ebenso wie den Musiklabels seinerzeit (und letztlich immer noch).</p>
<p>Die Buchverlage haben aber einen Vorteil: Sie k&#246;nnen auf die letzten 13 Jahre digitaler Musik zur&#252;ckschauen und daraus lernen. Wenn sie nicht mit einem Distributionsmonopol a la iTunes k&#228;mpfen wollen, brauchen sie eine Strategie, wie sie Amazon etwas entgegen setzen k&#246;nnen.</p>
<p>Dazu geh&#246;rt, dass ihnen bewusst werden muss, dass ihre alt eingesessene Wertsch&#246;pfungskette ver&#228;ndert werden muss. (Man konkurriert nicht mit Amazon, indem man einfach bessere B&#252;cher herausbringt. Der Konkurrenzkampf findet auf Plattformebene, nicht auf Inhaltsebene statt. Oder auch: Auf der Ebene der Prozessgestaltung.)</p>
<p>Dazu geh&#246;rt auch, eine digitale Strategie zu entwickeln. Und dazu geh&#246;rt auch die Technik. Moment, ohne Kernkompetenzen in diesem Bereich? Wie soll das gehen? Sinnvolle Wege k&#246;nnten m&#246;glicherweise Tochterunternehmen oder andere m&#246;glichst autarke Ausgliederungen sein. (Ebenfalls bieten sich in geringerem Umfang strategische Beteiligungen und &#220;bernahmen an.)</p>
<p>Wenn Buchverlage morgen ein Mitspracherecht in ihrem Markt haben wollen, m&#252;ssen sie dringend Kernkompetenzen in den wichtiger werdenden Feldern aufbauen.</p>
<p>Buchverlage k&#246;nnten zum Beispiel &#252;ber gemeinsame Joint Ventures gemeinsame Plattformen aufbauen, so wie es in den USA TV-Sender mit Hulu versuchen. Man kann mittlerweile mit Blick auf die Musikbranche auch recht gut nicht nur sehen, was man falsch machen kann, sondern auch <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/18/die-musikbranche-wird-neu-gedacht-zwischen-cloudmusik-und-playlist/">erste L&#246;sungen identifizieren und auf die eigene Branche &#252;bersetzen</a>. Eigene Plattformen zum Beispiel: Soziale Elemente sollten im Vordergrund stehen, um den Lockin und damit die eigene Position gegen&#252;ber Amazon und anderen Marktangreifern zu st&#228;rken.</p>
<p><strong>2. </strong>Eines der gr&#246;&#223;ten Probleme, die die Buchbranche hierzulande hat, ist die <strong>Buchpreisbindung</strong>.  Ich f&#252;rchte, dass ist den meisten in der Branche noch gar nicht klar. Die Buchpreisbindung f&#252;r E-Books ist zweierlei problematisch:</p>
<p>a.) Die Buchpreisbindung sorgt <a href="http://www.neunetz.com/2011/10/11/sind-e-book-flatrate-und-buchpreisbindung-vereinbar-justiziar-des-boersenvereins-es-ist-kompliziert-aber-nein/">h&#246;chstwahrscheinlich</a> (genau kann man es noch nicht sagen) daf&#252;r, dass Gesch&#228;ftsmodelle, wie z.B. ein Flatrate-Abo f&#252;r On-Demand wie es im Musikbereich zum Beispiel Spotify und Simfy anbieten, im Buchmarkt zumindest hierzulande nicht m&#246;glich sind.</p>
<p>b.) Sie macht die digitalen B&#252;cher viel zu teuer. Ohne eine genaue Analyse gemacht zu haben, kann man wohl trotzdem festhalten, dass der aktuelle Preis f&#252;r E-Books weit &#252;ber dem Marktpreis liegt. (Und das selbst ohne das Einbeziehen der Grenzkosten f&#252;r digitale autonome G&#252;ter.)</p>
<p>Sascha Lobo fasst die Preissituation gut in seinem Artikel &#8220;<a href="http://saschalobo.com/2011/10/25/allgemeine-feststellungen-zur-buchsituation/">Allgemeine Feststellungen zur Buchsituation</a>&#8221; zusammen:</p>
<blockquote><p>5. Was die Verlage insbesondere nicht begriffen haben, ist, dass sie auf digitalen Ger&#228;ten konkurrieren mit Angry Birds. Und das kostet 1,49 € oder so, ein Ebook kommt leicht mal mit 16,90 € um die Ecke. Das Argument, man habe doch von einem Buch viel l&#228;nger Freude ist erstens genau berechnet v&#246;llig falsch. Und zweitens entspricht es der Vorstellung, Autok&#228;ufer w&#252;rden Autos nach Kosten je Kilometer kaufen und nicht nach dem Preisschild, was dranh&#228;ngt. Nach der Logik w&#252;rden alle die S-Klasse kaufen, weil die zwei Millionen Kilometer durchh&#228;lt und deshalb nur 5 Cent je Kilometer kostet.</p></blockquote>
<p><strong>Zur E-Book-Preisfindung: </strong>Neben der neuen, viel g&#252;nstigeren Konkurrenz auf dem gleichen Ger&#228;t, macht die Buchbranche den gleichen Fehler, den die Musikbranche gemacht hat: <strong>Wann immer es ihnen n&#252;tzt, setzen sie die digitalen G&#252;ter mit den physischen G&#252;tern gleich (Preis, Diebstahl-L&#252;ge), wenn es ihnen  nicht n&#252;tzt, behandeln sie die digitalen G&#252;ter anders (kein Wiederverkauf, Lizenz-Argument).</strong></p>
<p>Das f&#252;hrt zu einem extrem schlechten E-Book-Angebot f&#252;r K&#228;ufer: Ich bezahle f&#252;r das E-Book so viel wie f&#252;r das Hardcover oder das Taschenbuch, aber sein &#246;konomischer Wert ist geringer f&#252;r mich, weil ich es nicht wieder ver&#228;u&#223;ern kann. Das mag im Sinne der Verlage sein, die hoffen, am Printgesch&#228;ft festhalten zu k&#246;nnen und E-Books m&#246;glichst unattraktiv zu halten. Aber das f&#252;hrt nat&#252;rlich direkt in&#8217;s &#246;konomische Verderben, wie man, noch einmal, bei der Tontr&#228;gerindustrie sehen kann.</p>
<p>Die Buchverlage argumentieren aber nun, dass sie gar nicht anders k&#246;nnen, als so viel f&#252;r ihre E-Books zu verlangen. Die Kosten w&#228;ren so hoch, sagen sie. Das erscheint f&#252;r Au&#223;enstehende schwer nachvollziehbar.</p>
<p>Im August diesen Jahres war ich auf einer Presseveranstaltung von BITKOM und Frankfurter Buchmesse. Auf diesem Event hat Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Licht in dieses Argument zumindest f&#252;r mich gebracht.</p>
<p>Auf die Frage bez&#252;glich E-Book-Preise angesprochen, f&#252;hrte er aus, dass die Verlage viel Geld in Technik investieren m&#252;ssten, die auch wieder schnell veralten w&#252;rde. Das w&#252;rde die Kosten f&#252;r E-Books hochtreiben.</p>
<p>F&#252;r die Verlage entstehen also immer wieder hohe(?) Fixkosten, die auf die St&#252;ckkosten umgeschlagen werden m&#252;ssen. Aus der Verbindung zwischen hoher Fixkosten, weil sich Standards in den letzten Jahren noch oft ge&#228;ndert haben, und der Tatsache, dass dank fehlender Bausteine (etablierte E-Reader, Distributionsplattformen) die abgesetzten St&#252;ckzahlen gering waren, folgten hohe St&#252;ckkosten pro E-Book und der Rechtfertigung f&#252;r hohe Preise, was wiederum zu konstant niedrigen Absatzzahlen f&#252;hrt. Ein Teufelskreis. (Intern d&#252;rften allerdings zumindest auch Kannibalisierungsbef&#252;rchtungen eine Rolle spielen.)</p>
<p>Das ist also in etwa so, wie wenn die Verlage jedes Jahr eine neue Art Presswerk f&#252;r Printb&#252;cher testen und diese eigentlich einmaligen Kosten immer wieder auf die  B&#252;cherproduktionskosten zus&#228;tzlich hinzukommen, was dann zu Preisen von sagen wir 50 Euro pro Buch f&#252;hrt, was dazu f&#252;hrt, dass wenige Menschen sich B&#252;cher leisten, was dazu f&#252;hrt, dass die hohen Kosten auf wenige umgesetzte Exemplare umgeschlagen werden m&#252;ssen und immer mit diesen niedrigen Umsatzzahlen gerechnet wird. You get the picture.</p>
<p>Die Kostenrechnung der Buchverlage f&#252;r E-Books und ihre Preisfindung, so sie denn darauf fusst, ist besonders tragisch, weil die Verlage den gleichen Fehler zu wiederholen scheinen, den die Musikbranche begangen hat, und der zu Filesharing und der iTunes-Vorherrschaft gef&#252;hrt hat: Die Preise nicht vom Markt her denken, sondern ausschlie&#223;lich von den eigenen Kosten und Profitvorstellungen.</p>
<p>Es ist ein bisschen so, als h&#228;tte weder in der Tontr&#228;gerindustrie noch bei den Buchverlagen jemals jemand im Studium einen Marktpreis bestimmen m&#252;ssen oder von Preissensitivit&#228;t geh&#246;rt. (Aber das ist nat&#252;rlich nicht der Fall, was das Verhalten noch tragischer macht.)</p>
<p>Dazu kommt nat&#252;rlich auch noch, dass der Erfolg von Kindle, iOS &amp; co. und die Reife der M&#228;rkte und Standards daf&#252;r sorgt, dass die Lebensdauer der Standards immer l&#228;nger wird. Was wiederum die Kosten senken d&#252;rfte.</p>
<p>Und die Kannibalisierung? Die findet auch bei hohen E-Book-Preisen statt. Nur eben noch schneller abseits der Verlagsums&#228;tze:</p>
<p><strong>3. Die schnelle technologische Entwicklung: </strong>Ich habe es schon mehrfach &#252;ber die Jahre geschrieben (und zuletzt <a href="http://www.neunetz.com/2011/07/05/niemand-wird-verschont/">hier</a>). Ein mainstreamf&#228;higer E-Reader und &#252;ber die Buchbranche bricht ein perfekter Sturm herein. Der Grund liegt in den extrem niedrigen Dateigr&#246;&#223;en von E-Books. Meine aktuelle  Sch&#228;tzung w&#228;re, dass Amazon (oder ein Mitkonkurrent) noch zwei, maximal drei Jahre/Produktiterationen davon entfernt ist, mit dem E-Reader im Mainstream anzukommen. Dann beginnt der wahre Medienwandel f&#252;r die Buchbranche und dann wird es sehr schnell gehen. (Vom Erscheinen der ersten mainstreamtauglichen E-Reader-Iteration d&#252;rfte es bis zu sehr sp&#252;rbaren Einschl&#228;gen nur Monate bis maximal ein, zwei Jahre dauern)</p>
<p>Zuerst wird es die Sachbuchbranche treffen, ausgehend von Studenten. Und von da wird es auf den Rest der Branche &#252;bergehen, mal mehr, mal weniger schnell. Ich habe neulich mal auf den einschl&#228;gigen Bittorrent-Trackern geschaut und es ist tats&#228;chlich so, wie ich es vermutet hatte: Es werden nicht einzelne B&#252;cher zum Download angeboten sondern Genre-Zusammenfassungen, ganze Werke von Autoren etc.. Es wird geb&#252;ndelt, weil das f&#252;r die filesharenden Nutzer sinnvoll ist. Die werden nat&#252;rlich nie alles lesen, was sie herunterladen. M&#252;ssen sie auch nicht: Es kostet sie schlie&#223;lich nichts. Je geringer die Dateigr&#246;&#223;e, desto gr&#246;&#223;er die Verschwendung. (Deswegen lassen sich Downloads nicht zu 100 Prozent in verloren gegangene Verk&#228;ufe umm&#252;nzen.)</p>
<p>Jedem in der Branche sollte es angesichts dieser bevorstehenden Entwicklung auf der einen Seite und neuen Playern wie Amazon Kindle auf der anderen Angst und Bange werden. Die Herausforderungen f&#252;r die Branche sind episch.</p>
<p><strong>Anhang</strong></p>
<p>Neben Sascha Lobos <a href="http://saschalobo.com/2011/10/25/allgemeine-feststellungen-zur-buchsituation/">Artikel</a> ist auch die von Kathrin Passig angestossene <a href="https://plus.google.com/102711053819769437812/posts/1FpaBpj1S32">Diskussion</a> zum Thema auf Google+ sehr lesenswert.</p>



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		</item>
		<item>
		<title>Analyse: Google schafft Shared Items im Google Reader ab, eine Chance f&#252;r Reeder und co.</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/</link>
		<comments>http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 14:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[webware]]></category>
		<category><![CDATA[Ein-Klick-Geste]]></category>
		<category><![CDATA[Feedreader]]></category>
		<category><![CDATA[Followerprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[GoogleReader]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[rss]]></category>
		<category><![CDATA[Shared Items]]></category>
		<category><![CDATA[Social-Web-Pattern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.neunetz.com/?p=5130</guid>
		<description><![CDATA[

Google wird im Laufe dieser Woche die Shared-Items [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="googlereaderlogo.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/googlereaderlogo.jpg" border="0" alt="Googlereaderlogo" width="300" height="201" /></p>
<p>Google wird im Laufe dieser Woche die <a href="http://netzwertig.com/2011/10/21/news-junkies-halten-den-atem-an-google-will-seinen-rss-reader-aufraumen/">Shared-Items-Funktion im GoogleReader zugunsten einer Google+-Verkn&#252;pfung abschalten</a>:</p>
<blockquote><p>Im Rahmen des Facelifts plant Google au&#223;erdem, sich von einigen sozialen Features des Readers zu trennen: Das Sharing gelesener Artikel und das Abonnieren der “Shared Items” anderer Nutzer innerhalb des Google Readers wird abgeschafft. Stattdessen verspricht Google eine engere Verbindung zwischen dem Reader und Google+ – f&#252;r lesenswert befundene Artikel aus den eigenen RSS-Feeds sollen dann direkt ausgew&#228;hlten Kreisen bei Google+ zug&#228;nglich gemacht werden k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Inhalt:</p>
<div class="toc">
<ol>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/#toc-feedreader-followerprinzip">Feedreader + Followerprinzip</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/#toc-rss-baby">RSS, Baby</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/#toc-google-ersatz-statt-zusatzliches-social-layer">Google+: Ersatz statt zus&#228;tzliches &#8216;Social Layer&#8217;?</a></li>
<li><a href="http://www.neunetz.com/2011/10/24/analyse-google-schafft-shared-items-im-google-reader-ab-eine-chance-fuer-reeder-und-co/#toc-clients-to-the-rescue">Clients to the rescue</a></li>
</ol>
</div>
<h2 id="toc-feedreader-followerprinzip">Feedreader + Followerprinzip</h2>
<p>Das ist insgesamt bedauerlich und besonders f&#252;r Leute wie mich ausgesprochen desastr&#246;s. Eine kurze Erkl&#228;rung: F&#252;r mich (und nicht nur f&#252;r mich, wenn man die dazugeh&#246;rigen Artikel von Techbloggern hierzulande und aus den USA liest), ist das im <a href="https://www.google.com/reader/">GoogleReader</a> implementierte Followerprinzip eines der wichtigsten Tools f&#252;r Informationsbeschaffung und &#220;berblick &#252;ber aktuelle Vorg&#228;nge in der jeweiligen eigenen Nische.</p>
<p>Die Erkl&#228;rung daf&#252;r ist recht einfach:</p>
<ol>
<li>Das extrem m&#228;chtige Followerprinzip (ich folge, wen ich f&#252;r interessant halte, der/diejenige muss mir nicht zur&#252;ckfolgen) hat im Kontext mit dem popul&#228;ren Feedreader zur effizientesten <strong>&#8216;verteilten Redaktion&#8217; </strong>gef&#252;hrt, die ich je gesehen habe: Die Leute, denen ich folge, agieren praktisch noch einmal als Filter zwischen mir als Leser und den Autoren, deren Artikel ich lese. Das funktioniert besser als vergleichbares Filtern/Aggregieren auf Facebook, Twitter, Digg oder Google+. Warum? Darum:</li>
<li>Die Shared Items sind deshalb so effizient, weil sie direkt in dem Tool stattfinden, in dem der Konsum stattfindet. Wer auf Twitter, Facebook oder Google+ einen Link teilt, hat diesen nicht auf der Plattform gelesen. Wer einen Artikel im GoogleReader teilt, hat ihn in der Regel (dank Volltextfeeds) auch dort gelesen und nach dem Lesen lediglich auf &#8216;Share&#8217; geklickt. Die Shared Items derer, denen ich folge, k&#246;nnen <strong>direkt im Feedreader, dem effizientesten Konsumtool</strong>, gelesen und reorganisiert werden. Die Folge ist ein Ordner, &#8220;People you follow&#8221;, dessen <strong>Qualit&#228;t</strong> unerreicht ist. Unter anderem ist das auch die Folge von zum Beispiel Aggregation, wenn mehr als eine meiner Verfolgten den gleichen Artikel im GoogleReader teilt.</li>
</ol>
<p>Man kann das Ergebnis aus 1.) und 2.) am folgenden Screenshot sch&#246;n sehen:</p>
<p><img title="greadershareditems.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/greadershareditems1.png" border="0" alt="Greadershareditems" width="500" height="175" /></p>
<p>Je mehr Leute einen Artikel teilen, desto wichtiger scheint er zu sein. Ein Klick und ich kann (in der Regel) den kompletten Text sofort lesen und gegebenenfalls mit einem weiteren Klick weiter verteilen.</p>
<p>Ich folge im GoogleReader 371 Personen. Meine Shared Items wurden von 494 Nutzern abonniert.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zu meinem Shared-Ordner habe ich einen High-Quality-Ordner angelegt, in dem ich nur die Shared Items von Leuten wie zum Beispiel Felix Schwenzel, Martin Weigert oder Carsten P&#246;tter vorfinde. Dieser Ordner ist seit ungef&#228;hr einem Jahr die erste Anlaufstelle, um schnell die wichtigsten neuen Entwicklungen in meinem Interessensfeld zu erhalten.</p>
<p>Das ist das Ergebnis einer steten Verfeinerung meiner Nutzung der Shared Items, die ich nun seit Jahren t&#228;glich einsetze. Zum ersten Mal schrieb ich <a href="http://www.neunetz.com/2007/06/27/feeds-effizient-managen-pimp-my-googlereader/">2007</a> &#252;ber Shared Items im GoogleReader. Zuletzt ausf&#252;hrlich habe ich <a href="http://www.neunetz.com/2008/08/07/googlereader-shared-items-gefiltert-nicht-geschuettelt/">2008 dar&#252;ber geschrieben</a>. Damals gab es auch mit unter anderem Readburner und RSSMeme ein aktives &#214;kosystem rund um die Shared Items, das das Potential der Redistribution und Aggregation der Shared Items zeigte.  Beide Dienste existieren nicht mehr. Google selbst hat leider in diese Richtung nie etwas gemacht. (Dabei h&#228;tte es vor allem viel Potential in readerweitem Aggregieren von Themenclustern oder auch in der Verwendung von FOAF gegeben.)</p>
<p>Um das noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: <strong>Die bevorstehende Abschaltung der Shared Items trifft mich in meinem Arbeitsfluss st&#228;rker, als w&#252;rden zum Beispiel von heute auf morgen sowohl Twitter als auch Google+ verschwinden. </strong>Ein weiterer Grund neben den bereits benannten findet sich im n&#228;chsten Punkt:</p>
<h2 id="toc-rss-baby">RSS, Baby</h2>
<p>Meine Shared Items sind dank dem Wordpress-Plugin <a href="http://wordpress.org/extend/plugins/postalicious/">Postalicious</a> die Grundlage f&#252;r die quasi-werkt&#228;glichen Linkhinweise zu News und lesenswerten Analysen hier auf neunetz.com gewesen.</p>
<p>Da ich &#252;ber das Plugin die Linkliste direkt aus GoogleReader heraus bef&#252;llen kann, waren die &#220;bersichten quasi ein Nebenprodukt meines t&#228;glichen Feedkonsums. Der zus&#228;tzliche Aufwand war praktisch minimal. <strong>Mit dem Wegfall der Shared Items und des damit verbundenen Linkblogs werden auch die Link&#252;bersichten vorerst ein Ende finden, da es keinen ad&#228;quaten Ersatz gibt. </strong>Die Verwendung eines zus&#228;tzlichen Tools kommt f&#252;r mich aus Zeitgr&#252;nden aktuell nicht in Frage.</p>
<p>Das Problem, das Google f&#252;r Nutzer schafft, entsteht auch durch die Abschaffung der RSS-Feeds. Eine unn&#252;tze Featureverknappung, die lediglich Google/Google+ hilft &#8211; oder vielleicht nicht. Siehe dazu den Punkt &#8220;Reeder to the rescue&#8221;.</p>
<p>Der Google-Mitarbeiter Louis Gray <a href="https://plus.google.com/100535338638690515335/posts/iPoEdiNYbth">schreibt</a> auf Google+ zu den Ver&#228;nderungen:</p>
<blockquote><p>more details will come when the rollout occurs, but yes, sharing within Reader will be retired. The public shared items page will no longer have new entries.</p></blockquote>
<p>Das bedeutet, dass es zwar weiterhin eine Sharing-Option geben wird, diese wird aber beschr&#228;nkter sein als die bisherige:</p>
<ul>
<li>Nur Google+</li>
<li>Kein RSS (weil Google+ noch kein RSS anbietet)</li>
<li>(H&#246;chstwahrscheinlich) Keine Verkn&#252;pfung zwischen Sharingplattform (Google+) und Konsumtool (Reader)</li>
</ul>
<p>Das N&#252;tzliche an der Tatsache, dass die Shared Items einen eigenen RSS-Feed besitzen, ist die einfache Integration in andere Dienste: Ich kann meine Shared Items leicht hier in Wordpress reinlaufen lassen, <a href="http://pinboard.in/u:marcelweiss/">in Pinboard</a> mit all meinen anderen Lesezeichen archivieren und in unz&#228;hlige Dienste, die RSS-Import erlauben, wie zum Beispiel Tumblr oder Twitter, &#252;ber diverse Tools importieren.</p>
<h2 id="toc-google-ersatz-statt-zusatzliches-social-layer">Google+: Ersatz statt zus&#228;tzliches &#8216;Social Layer&#8217;?</h2>
<p>Das Interessante und gleichzeitig Beunruhigende an Googles Vorgehen ist, wie Google mit dem bestehenden Featureset umgeht. Seit Google+ eingef&#252;hrt wurde, h&#246;rt man von Google-Managern und -Sprechern immer wieder, dass Google+ die zus&#228;tzliche soziale Schicht, das Social Layer, werden soll, dass alle Google-Dienste (und am besten noch den Rest des Webs) mit einander verbindet.</p>
<p>Google+ wurde als eine neue Ebene vorgestellt. Zumindest in diesem Fall ist Google+ allerdings ein minderwertiges Substitut f&#252;r eine Funktion, die zu dessen Gunsten eingestellt werden soll.</p>
<p>Es ist offensichtlich, was Google damit erreichen will: Die Poweruser, die GoogleReader benutzen (und das sind sehr viele), sollen ihr Sharingverhalten Richtung Google+ verschieben. Das Erstaunliche ist, dass Google mit (seinem bald toten Google+-Vorl&#228;ufer) Buzz wenig richtig gemacht hat, zu dem Wenigen aber die GoogleReader-Integration z&#228;hlte:</p>
<p>Die unangetastete Sharing-Option lies such mittels Opt-in in Google Buzz integrieren. Neue Shared Items erschienen in Buzz. Kommentare in Buzz waren gleichzeitig Kommentare in GoogleReader. Der GoogleReader war sozusagen eine Art Buzz-Client f&#252;r Poweruser. Genau das h&#228;tte Google auch im Zusammenspiel von GoogleReader und Google+ als Strategie umsetzen sollen:</p>
<p>Den Powerusern es so einfach wie m&#246;glich machen, mit GoogleReader gl&#252;cklich zu werden und gleichzeitig ihr dortiges Sharing-Verhalten sanft (sprich ohne Einbu&#223;en) in Google+ hereinzuziehen. Gleichzeitig w&#228;re es sinnvoll f&#252;r Google, GoogleReader bewusst zu einem Tool auszubauen, dass n&#252;tzlich f&#252;r Poweruser ist.</p>
<p>Immerhin ist <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/14/90-9-1/">immer ungef&#228;hr ein Prozent</a> der Nutzerschaft f&#252;r die Inhalte auf einer Webplattform verantwortlich. Auch Google+  braucht dieses eine Prozent. Google+ selbst ist aber nicht der perfekte Ort f&#252;r Poweruser, um zum Beispiel die Empfehlungen anderer Poweruser zu konsumieren.</p>
<p>Wir erinnern uns an den Tag, als wir vor einer Woche anfingen, diesen Text zu lesen: Shared Items im GoogleReader sind so perfekt, weil sie direkt im Konsumtool integriert sind. Zwischen den Linkempfehlungen gibt es keine Fotos von Katzen oder Hundewelpen, keine Diskussionen zum aktuellen Wetter.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zu diesem Problem kommt die Tatsache, dass die Nutzung von Google+ und GoogleReader auch aus der Perspektive der <a href="http://www.skepticgeek.com/socialweb/google-reader-and-identities-vs-personas/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+SkepticGeek+%28Skeptic+Geek%29">Au&#223;endarstellung der Nutzer</a> nicht identisch sein muss und oft nicht sein kann. Ich habe nichts davon, Mahendra Palsule, Techmeme-Redakteur und eine der interessantesten Shared-Items-Quellen in meinem Reader, jetzt in Google+ zu folgen. Ich bekomme mehr als die Links und gleichzeitig weniger, weil ich die Links nicht mehr auf der f&#252;r mich als Poweruser bequemsten Plattform erhalte.</p>
<p><strong>Was passiert, wenn Google dieses Vorgehen auch bei Blogger und YouTube an den Tag legt? Wenn es native Features dieser Dienste zugunsten minderwertiger Google+-Funktionen einfach abschaltet?</strong> Das kommt mir zumindest kurz- und mittelfristig nicht wie eine erfolgversprechende Strategie vor.</p>
<p>Im eigenen Interesse und nicht im Interesse der Nutzer zu handeln, ist nat&#252;rlich das gute Recht von Google. Ein solches Verhalten kann aber leicht nach hinten losgehen:</p>
<h2 id="toc-clients-to-the-rescue">Clients to the rescue</h2>
<p>Mehr als alles andere war das oben beschriebene Followerprinzip, das in den GoogleReader integriert wurde, ein perfekter Lockin. Solang ich Personen im Reader folge, und diese mir folgen, und das im Interface gut integriert ist, gibt es f&#252;r mich gute Gr&#252;nde beim GoogleReader zu bleiben.</p>
<p>Indem nun dieser Lockin wegf&#228;llt, wird auch GoogleReader ersetzbarer. Das muss nicht zwangsl&#228;ufig ein anderer webbasierter Feedreader werden. Das kann auch, um den &#220;bergang weg vom GoogleReader m&#246;glichst smooth zu gestalten, &#252;ber einen GoogleReader-Client geschehen.</p>
<p>Es gibt jetzt f&#252;r <a href="http://reederapp.com/">Reeder</a> und andere Feedreader, die auf GoogleReader als Synchronisationsplattform setzen, die einmalige Chance sich abzusetzen und Nutzer an sich zu binden, in dem sie die alte Shared-Items-Funktion clientintern kopieren. F&#252;r mich als Nutzer w&#252;rde der Nutzen eines Clients, der es schafft, das erfolgreich zu implementieren, so stark steigen, dass ich GoogleReader wohl fast ausschlie&#223;lich nur noch &#252;ber diesen Client benutzen w&#252;rde.</p>
<p>Das m&#252;sste das Feature beinhalten:</p>
<ul>
<li>Follower-Prinzip f&#252;r Nutzer des Clients</li>
<li>Stream aller Shared Items der Followings, inklusive der Aggregation mehrfach geteilter Inhalte</li>
<li>RSS-Feed f&#252;r die eigenen Shared Items, um die so gesammelten Links auf anderen Diensten integrieren zu k&#246;nnen</li>
</ul>
<p>Der Desktop-Feedreader NetNewsWire <a href="http://www.neunetz.com/2008/08/07/googlereader-shared-items-gefiltert-nicht-geschuettelt/">hatte</a> bereits einmal ein &#228;hnliches Feature. Er verlor nur gegen das GoogleReader-System. Es w&#228;re also nicht das erste Mal, das ein anderer Feedreader-Anbieter in diese Richtung geht. Es sind in diesem Zusammenhang auch gute Nachrichten, dass mit Reeder der beliebteste GoogleReader-Client f&#252;r iOS und Mac <a href="http://netzwertig.com/2011/10/24/beliebte-rss-app-reeder-soll-unabhangig-werden/">seine Google-Abh&#228;ngigkeit im n&#228;chsten Update verringern</a> will:</p>
<blockquote><p>Hierf&#252;r plane er eine v&#246;llig neue Synch-Engine, die nicht mehr ausschlie&#223;lich auf den Google Reader aufsetzt. Sein Ziel ist es, in Zukunft andere Dienste unterst&#252;tzen zu k&#246;nnen – ganz einfach alles, was eine Entwicklerschnittstelle hat und als Bestandteil von Reeder sinnvoll ist. Als Beispiel hierf&#252;r nennt er den intelligenten RSS-Reader Fever sowie Twitter (das von manchen ohnehin als Dolchsto&#223; f&#252;r RSS betrachtet wird).Der Reeder-Macher unterstreicht, dass er noch nichts versprechen kann und momentan erst einmal eine Wunschliste f&#252;r den n&#228;chsten Reeder zusammenstellt.</p></blockquote>
<p>Tats&#228;chlich scheint der Entwickler bereits an die Integration von sozialen Features gedacht zu haben. Lediglich Ressourcenknappheit scheint dem aktuell entgegen zu stehen.</p>
<p>Am Ende k&#246;nnte die aktuelle Strategie von Google also nach hinten losgehen und statt die RSS-Poweruser auf Google+ zu holen, k&#246;nnte Google sie (etwas weiter) weg vom GoogleReader treiben.</p>



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		<title>Facebook ist nicht AOL 2.0, Facebook ist das Gegenteil</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 12:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[CCC]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Rieger]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die unheilvolle Allianz von CCC und FAZ-Feuilleton, di [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="uploadsfacebook-logo.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads//wp-content/uploadsfacebook-logo.jpg" border="0" alt="uploadsfacebook-logo.jpg" /></p>
<p>Die unheilvolle Allianz von CCC und FAZ-Feuilleton, die Schnittmenge ist die gemeinsame Abscheu gegen&#252;ber erfolgreichen US-Webunternehmen, hat erneut einen Text von CCC-Sprecher Frank Rieger f&#252;r die FAZ hervorgebracht.</p>
<p><a href="http://www.faz.net/artikel/C30833/facebook-das-ganze-leben-wird-zur-online-show-30723709.html">Darin schreibt Rieger &#252;ber Facebook</a>:</p>
<blockquote><p>Auf diese Bequemlichkeit setzt auch der Facebook-Konzern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, dass seine Nutzer m&#246;glichst nirgendwo anders mehr hingehen sollen, weil es ja eigentlich alles, was man braucht, schon in Facebook gibt. Die Freunde sind dort, die Einladungen zu Veranstaltungen und Parties, die Bilder, der Chat, die E-Mail ersetzenden Nachrichten und nun bald auch alles andere. Und man braucht nichts daf&#252;r zu bezahlen, schlie&#223;lich ist man selbst das Produkt. Das Konzept erinnert an die Stasizentrale in der DDR. Es gab alles im eigenen Haus: Friseur, L&#228;den, Bank, Schuster, Schneider und &#196;rzte.</p></blockquote>
<p>Das ist so falsch, dass es falscher nicht sein k&#246;nnte.</p>
<p>Viele machen den Fehler und vergleichen Facebook mit einem zweiten AOL, einem in sich geschlossenen System, weil die Nachteiligkeit der unterlegenen Zentralisierung gegen&#252;ber dem dezentralen, reichhaltigeren Web so sch&#246;n deutlich wird. Rieger macht das in seinem neuesten Text f&#252;r die FAZ ebenfalls.</p>
<p>Und zeigt im obigen Zitat, wie fehlgeleitet dieser Vergleich von der Realit&#228;t ist.</p>
<p>Facebook ist nicht so erfolgreich, weil es so zentral wie m&#246;glich ist, sondern weil es, ausgehend von seiner Angebotskategorie, so dezentral wie m&#246;glich ist.</p>
<p>Facebooks Erfolg liegt in der Plattform begr&#252;ndet, die es erlaubt, von Twitter &#252;ber Tumblr und Youtube bis hin zum eigenen Blog alles Denkbare und Undenkbare mit Facebook zu verbinden.</p>
<p>Facebooks Attraktivit&#228;t kommt aus den Verkn&#252;pfungen mit komplexen Diensten und einfachen Websites (Like-Button!) au&#223;erhalb von Facebook.</p>
<p>Nochmal CCC-Sprecher und FAZ-Netzexperte Frank Rieger:</p>
<blockquote>
<p>der Facebook-Konzern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, dass seine Nutzer m&#246;glichst nirgendwo anders mehr hingehen sollen, weil es ja eigentlich alles, was man braucht, schon in Facebook gibt.</p>
</blockquote>
<p>Nat&#252;rlich ist Facebook zentraler als, sagen wir, ein Haufen Blogs, der sich regelm&#228;&#223;ig untereinander verlinkt, und deren Betreiber mit Email und Jabber privat untereinander kommunizieren.</p>
<p><strong>Es ist die Plattform, stupid!</strong></p>
<p>Aber Facebook hat gegen die anderen Social Networks von myspace bis VZ-Netzwerke gewonnen, weil es permanent Zusatznutzen hinzugef&#252;gt hat, der &#252;ber die Verbindung zwischen Facebook und dem Rest des Webs m&#246;glich wurde.</p>
<p>Das Gleiche gilt f&#252;r die aktuellen, letzte Woche bekanntgegebenen <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/22/facebook-fuehrt-scrobbling-fuer-alle-aktivitaeten-ein/">Neuerungen</a>, die in Deutschland von vielen Beobachtern, nicht nur von Rieger, in die falsche Richtung gedeutet werden.</p>
<p>Facebook macht es nicht allein, Facebook bietet das alles nicht selbst an, Facebook bietet <strong>neue Verkn&#252;pfungsformen zwischen Facebook-Plattform und anderen Webdiensten</strong> an. Die <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/22/facebook-fuehrt-scrobbling-fuer-alle-aktivitaeten-ein/">Launchpartner</a>:</p>
<blockquote>
<p>Music partners for the roll-out include Spotify, MOG, Rdio, Rhapsody, Turntable, VEVO, Slacker, Songza, TuneIn, iheartradio, Deezer, Earbits, Jelli, mixcloud and others. On the video side, Facebook is integrating first with Hulu, Netflix, Blockbuster, IMDb, Dailymotion, Flixter and several others.</p>
<p>Facebook is also allowing for onsite consumption of news content and has established partnerships with large media partners for those features, as well.</p>
</blockquote>
<p>Noch einmal die Schlussfolgerung von Frank Rieger:</p>
<blockquote>
<p>der Facebook-Konzern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, dass seine Nutzer m&#246;glichst nirgendwo anders mehr hingehen sollen, weil es ja eigentlich alles, was man braucht, schon in Facebook gibt.</p>
</blockquote>
<p>Facebook wird attraktiver durch <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/22/facebook-fuehrt-scrobbling-fuer-alle-aktivitaeten-ein/">das automatische Sharing</a>, gleichzeitig werden aber auch die Angebote von Spotify bis Hulu dadurch attraktiver; sonst w&#252;rden sie nicht mitmachen. Und nat&#252;rlich bleiben die Angebote von Spotify bis Netflix eigenst&#228;ndige Produkte.</p>
<p>Hinzugekommen ist eine Vernetzungsm&#246;glichkeit mit dem gr&#246;&#223;ten Social Network der Welt, das das gr&#246;&#223;te Social Network der Welt wurde, weil es <a href="http://www.neunetz.com/2007/05/25/facebook-oeffnet-sich-fuer-drittanbieter-ist-auf-dem-weg-zum-metanetwork/">fr&#252;h</a> (2007, als erster) angefangen hat, eine Plattform aufzubauen.</p>
<p><a href="http://lumma.de/2011/09/23/monokulturen-das-internet-und-der-idealismus/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lumma+%28Lummaland%29&amp;utm_content=Google+Reader">Nico Lumma</a> hat die Unterscheidung zwischen den tats&#228;chlich entstehenden Plattformen und ihren &#214;kosystemen und dem falschen, aber immer wieder verbreiteten Bild eines zweiten AOLs oder eines All-in-one-Portals in einer Replik zu einem Facebook-Artikel auf sueddeutsche.de zusammengefasst:</p>
<blockquote>
<p>Ultimativ sieht er [der SZ-Autor] Facebook in seinen Bestrebungen, global alle Nutzer und ihre sozialen Interaktionen einfachen zu wollen, zum Scheitern verdammt. Das kann man so sehen, oder einfach den &#214;kosystem-Gedanken verfolgen und sehen, da&#223; Facebook und Google mit den geschaffenen Strukturen sehr viele M&#246;glichkeiten zur Entfaltung bieten k&#246;nnen. Ich tue mich auf schwer damit, von Monokulturen zu sprechen, eher von konkurrierenden &#214;kosystemen, die ihrerseits unterschiedliche Auspr&#228;gungen von Vielfalt zulassen, aber eben keine Monokultur darstellen.</p>
</blockquote>
<p>Noch einmal Frank Rieger zum Abschluss:</p>
<blockquote>
<p>F&#252;r diese aggressiv vorangetriebene Strategie, die Nutzer zum l&#228;ngeren Verweilen zu bewegen, gibt es handfeste wirtschaftliche Gr&#252;nde. Facebook ist mitnichten ein „soziales Netzwerk“. Es ist ein Unternehmen, das eine Dienstleistung verkauft: gezielte, perfekt zugeschnittene Werbung. Der B&#246;rsenwert des Unternehmens wird folglich anhand der Anzahl, Verweildauer und Nutzungsintensit&#228;t seiner Mitglieder errechnet. Jede Minute, die ein Nutzer nicht auf Facebook ist, wird als Verlust angesehen.</p>
</blockquote>
<p>Nat&#252;rlich ist Facebook ein Social Network. Und nat&#252;rlich <a href="http://www.neunetz.com/2011/09/21/facebook-credits-bringen-470-mio-dieses-jahr-werbung-38-milliarden/">verdient</a> Facebook mit Werbung (und Facebook Credits) sein Geld.</p>
<p>Und nat&#252;rlich schrieb Frank Rieger, Sprecher des <a href="http://www.neunetz.com/2011/08/17/deutsche-netzpolitik-bevormundung-standortbenachteilung-alternativlosigkeitsvermutung/">latent wirtschaftsfeindlichen</a> CCC, seinen Text nicht f&#252;r eine &#8220;Pressepublikation&#8221; sondern f&#252;r die FAZ,  ein Unternehmen, das eine Dienstleistung verkauft: gezielte, perfekt zugeschnittene Werbung.</p>



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		<title>Gibt es eine neue Techblase? Es ist kompliziert.</title>
		<link>http://www.neunetz.com/2011/07/11/gibt-es-eine-neue-techblase-es-ist-kompliziert/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 06:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Blase]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die sogenannte Dotcom-Blase hat nach ihrem Platzen  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img title="2789338547_2517d8e8b9.jpg" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/2789338547_2517d8e8b91.jpg" border="0" alt="2789338547 2517d8e8b9" width="400" height="300" /></p>
<p>Die sogenannte Dotcom-Blase hat nach ihrem Platzen im M&#228;rz 2000 nicht nur vielen Kleinanlegern Geld gekostet, sie hat auch zu einem nuklearen Winter in der Internetwirtschaft gef&#252;hrt. &#220;ber viele Jahre haben Gr&#252;nder von Webunternehmen keine Investoren f&#252;r ihre Vorhaben begeistern k&#246;nnen.</p>
<p>Erst um 2004 und 2005 hat sich das ge&#228;ndert. Mit dem Wort “Web2.0” und dem Aufkommen von neuen Diensten wie Flickr ging es wieder bergauf. Seit einigen Jahren investieren Risikokapitalgeber wieder mit immer gr&#246;&#223;eren Summen in aufstrebende und etabliertere Webangebote.</p>
<p>Bis letztes Jahr war die einzige M&#246;glichkeit f&#252;r diese Investoren und Gr&#252;nder, ihr eingesetztes Kapital und Aufwand mit Gewinn zur&#252;ckzuerlangen, das Startup irgendwann an ein gr&#246;&#223;eres Unternehmen zu verkaufen. Das eingangs erw&#228;hnte Flickr wurde zum Beispiel 2005 von Yahoo! <a href="http://news.cnet.com/Yahoo-buys-photo-sharing-site-Flickr/2100-1038_3-5627640.html">gekauft</a>.</p>
<p>Sp&#228;testens mit dem angek&#252;ndigten B&#246;rsengang von Groupon und den B&#246;rseng&#228;ngen von <a href="http://linkedin.com/">LinkedIn</a> und dem personalisierten Webradio <a href="http://pandora.com/">Pandora</a> hat sich ein Weg wieder ge&#246;ffnet, der seit 2000 f&#252;r Webunternehmen mehr oder weniger geschlossen war. Mit diesen B&#246;rseng&#228;ngen, und teilweise schon <a href="http://www.economist.com/node/18681576">vorher</a>, wurden die Stimmen in der Presse lauter, dass wir uns wieder in einer Spekulationsblase bei Webunternehmen befinden.</p>
<p>Zun&#228;chst: Was sind <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spekulationsblase">Spekulationsblasen</a>? Das sind Marktsituationen, in denen die Preise, die bezahlt werden, weit &#252;ber dem Fundamentalwert oder intrinsischen Wert der G&#252;ter liegt. (Der selbst immer nur eine Sch&#228;tzung sein kann.) Bei H&#228;usern wird der Verkaufswert mit der H&#246;he von Mieten verglichen. Bei an der B&#246;rse gehandelten Unternehmen wird der intrinsische Wert mehr oder weniger an den erwirtschafteten Gewinnen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurs-Gewinn-Verh%C3%A4ltnis">festgemacht</a>. Solang ‘der Markt’ die &#220;berbewertung nicht sieht, ist &#8216;alles gut&#8217;. Sobald er ihrer bewusst wird, will jeder schnellstm&#246;glich verkaufen, um seine Investitionen vor den fallenden Preisen zu retten: die Blase platzt.</p>
<p>Die Argumentation f&#252;r eine neue Techblase geht in etwa so:</p>
<p>Viele der etablierten neuen Webdienste, wie etwa Facebook, Twitter oder Groupon, werden mittlerweile auf Sekund&#228;rm&#228;rkten zwischen privaten Investoren gehandelt. Diese sind nun der <a href="http://techcrunch.com/2011/06/22/on-bubbles-and-why-it-will-all-be-fine/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29">Angst</a> zum Opfer gefallen, nicht gen&#252;gend vom aktuellen Boom der im Wert steigenden Webunternehmen abzubekommen.</p>
<p>Die Folge: Risikokapitalgeber sind bereit, immer schneller zu immer h&#246;heren <a href="http://techcrunch.com/2011/06/17/billion-dollar-valuatio-club/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29">Bewertungen</a> zu investieren. Die Unternehmen steigen im Wert von Finanzierungsrunde zu Runde durch gegenseitiges Aufschaukeln der Investoren st&#228;rker als gew&#246;hnlich beziehungsweise als gerechtfertigt an und wenn sie schlie&#223;lich an die B&#246;rse gehen, liegen die Bewertungen bereits weit &#252;ber den Fundamentalwerten.</p>
<p>Facebook-Anteile etwa werden auf den Sekund&#228;rm&#228;rkten bei einer Bewertung von &#252;ber 76 Milliarden US-Dollar zwischen Privatinvestoren gehandelt. Das liegt &#252;ber dem Wert von Boing oder Ford, wie der Economist lakonisch <a href="http://www.economist.com/node/18681576">feststellte</a> &#8211; was aber nicht hei&#223;en muss, dass Facebook automatisch &#252;berbewertet ist. Die Fotosharing-Applikation Color hat noch vor dem Start des eigenen Produkts &#252;ber 40 Millionen US-Dollar erhalten. Bis dato sieht es noch <a href="http://www.nytimes.com/2011/06/20/technology/20color.html?_r=1&amp;pagewanted=all">nicht</a> danach aus, dass so viel Vertrauen im Vorfeld gerechtfertigt war. (Andererseits bleibt dem Unternehmen dank der hohen Summe gen&#252;gend Zeit f&#252;r Strategieverschiebungen und Experimente.)</p>
<p>2001 waren 100 Millionen Menschen online. Heute sind allein auf Facebook &#252;ber 700 Millionen Nutzer aktiv. Nicht nur machen die neuen Webunternehmen Ums&#228;tze in einem Markt, der mit dem von vor zehn Jahren kaum vergleichbar ist, sie erleben auch enorme Wachstumssch&#252;be in ihren Ums&#228;tzen. Der Facebookspielemacher Zynga sah 2010 ein <a href="http://paidcontent.org/article/419-zynga-files-for-1-billion-ipo/">Umsatzwachstum</a> von 392 Prozent und k&#246;nnte dieses Jahr eine Milliarde US-Dollar Umsatz machen. Zynga plant einen B&#246;rsengang mit einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar.</p>
<p>Die Bewertungen sind nicht so verr&#252;ckt wie sie um die Jahrtausendwende waren. Die Marktf&#252;hrer im Technologiesektor, Google und Apple, liegen in ihrem Kurs-Gewinn-Verh&#228;ltnis sogar <a href="http://bhorowitz.com/2011/06/18/debating-the-tech-bubble-with-steve-blank-part-i/">unter dem Durchschnitt</a> &#8211; und das obwohl zum Beispiel Apple die Gewinne in den letzten Jahren von Jahr zu Jahr um &#252;ber 90 Prozent steigern konnte. Dank Open Source und billiger Infrastruktur wie <a href="http://aws.amazon.com/de/">AWS</a> sind die Kosten f&#252;r Startups enorm gesunken und sinken weiter w&#228;hrend gleichzeitig das Marktvolumen teilweise drastisch <a href="http://www.excitingcommerce.de/2011/06/bvh-zahlen-2011-hockey-stick.html">zunimmt</a>.</p>
<p><strong>Das f&#252;hrt zu enormen Wachstumsraten wie etwa bei Zynga, was wiederrum dazu f&#252;hrt, dass es sinnvoll sein kann, heute zu einem nach traditionellen Masst&#228;ben zu hohem Wert zu investieren &#8211; immerhin geht man von rasant wachsenden Gewinnen aus. </strong>Das Wachstumsszenario f&#252;hrt auch dazu, dass ein Unternehmen wie Groupon zwar Verluste macht, aber diese auf laufende Investitionen zur&#252;ckzuf&#252;hren sind. Deren Einstellung w&#252;rde sofort zu Gewinnen f&#252;hren, <a href="http://www.businessinsider.com/groupon-cash-flow-positive-2011-6">weil Groupon Cashflow-positiv ist</a>. Unternehmen in ungew&#246;hnlichen Wachstumsm&#228;rkten m&#252;ssen anders bewertet werden als solche in traditionelleren Umgebungen. Ob das nun nach einem zweiten 1999 klingt oder nach einer Aussage, die noch auf dem Boden der Tatsachen verhaftet sein kann, muss jeder selbst <a href="http://bhorowitz.com/2011/06/18/debating-the-tech-bubble-with-steve-blank-part-i/">entscheiden</a>.</p>
<p><a href="http://techcrunch.com/2011/07/09/eric-schmidt-you-don%E2%80%99t-know-it%E2%80%99s-a-bubble-until-the-bubble-ends/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29">Ex-Google-CEO Eric Schmidt</a> fasst das so zusammen:</p>
<blockquote><p>So you have a couple choices A) The revenue growth possibility on these platforms is so large that you could get the kind of revenue acceleration that justifies the valuations. B) You have a liquidity squeeze where you don’t have enough shares, and they’re artificially high.</p></blockquote>
<p>Das Problem: <a href="http://www.businessinsider.com/the-truth-about-linkedin-2011-5">Niemand</a> wei&#223;, was ein Unternehmen wie etwa das j&#252;ngst an die B&#246;rse gegangene LinkedIn wert ist. Sicher ist also nur eins: <strong>Die immer bestehende Casinohaftigkeit der B&#246;rse wird mit den aktuellen B&#246;rseng&#228;ngen im Technologiesektor eher noch zunehmen, da die unbekannten Variablen hier heute noch mehr schwanken als in anderen M&#228;rkten. Das sollte jedem bewusst sein. Das hei&#223;t aber nicht, dass automatisch jeder verliert und dass die hoch erscheinenden Bewertungen auch wirklich immer zu hoch sind.</strong></p>
<p>Marc Andreesen (Netscape, Ning, VC-Firma Andreesen-Horowitz) etwa <a href="http://www.nytimes.com/2011/07/10/magazine/marc-andreessen-on-the-dot-com-bubble.html?_r=1">sieht</a> die aktuellen Technologie-Aktien weit unter Wert:</p>
<blockquote><p>I’m certainly not an investment adviser, but on a 30-year basis, these things are cheap. If you compare how big industrial companies like G.E. are valued compared with big tech companies like Microsoft, Cisco, Google and Apple, tech stocks have never been valued more poorly in comparison. So not only is there no bubble — these prices are reflective of the fact that the market still hates tech. This bubble talk is about everybody being unbelievably psychologically scarred from 10 years ago.</p></blockquote>
<p>Die Internetwirtschaft befindet sich meiner Ansicht nach eher nicht in einer Blase wie 2000. Aber das k&#246;nnte bald alles wieder anders aussehen, wenn Facebook in einem Jahr seinen geplanten B&#246;rsengang vollf&#252;hrt und alle Schleusen &#246;ffnet.</p>
<p><strong>Vielleicht wird 2011 im R&#252;ckblick wie ein zweites 1999 betrachtet. Vielleicht wird man sich in ein paar Jahren auch kollektiv die Hand an die Stirn schlagen, weil das was heute als &#252;berbewertet angesehen wird, in Wirklichkeit extrem g&#252;nstig war &#8211; wie Google seinerzeit zum B&#246;rsengang. Wissen kann man das heute aber nicht mit Sicherheit. </strong>Letztlich wissen <a href="http://cdixon.posterous.com/bubble-or-bust-nobody-knows-anything">nicht einmal die smartesten Investoren </a>der Welt, was die Zukunft bringen wird.</p>
<p>(Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/77682540@N00/2789338547/">Ali Smiles</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC-Lizenz</a>)</p>



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		<title>Es m&#252;ssen nicht alle Kunden gehen, damit TV und Print kollabieren</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 06:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[
In der gestern erw&#228;hnten Pr&#228;sentation findet sich no [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="Bildschirmfoto 2011-06-30 um 12.42.22.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-06-30-um-12.42.22.png" border="0" alt="Bildschirmfoto 2011 06 30 um 12 42 22" width="450" height="335" /></p>
<p>In der <a href="http://www.neunetz.com/2011/06/30/problem-der-unterhaltungsindustrie-keine-container-transportierten-kein-geschaeftsmodell/">gestern</a> erw&#228;hnten <a href="http://www.slideshare.net/Bradygilchrist/the-death-of-tv">Pr&#228;sentation</a> findet sich noch eine Aussage, die ich auch regelm&#228;&#223;ig zum Medienwandel mache, deren Tragweite aber oft untersch&#228;tzt wird. Ein Umstand, der von vielen immer ignoriert wird: Wenn die Frage kommt, ob es immer Tageszeitungen, konventionelles TV und B&#252;cher geben wird, gehen die meisten davon aus, dass immer eine kleine Zahl an Menschen diese Medien weiter benutzen wollen und deswegen diese Angebote in ihrer heutigen Form mehr oder weniger bestehen werden. Das ignoriert aber die dahinter liegenden Gesch&#228;ftsgrundlagen.</p>
<p>Man kann nicht nur nicht das gleiche Gesch&#228;ft weiterbetreiben, wenn man nur noch ein Zehntel oder die H&#228;lfte der Kunden erreicht. Die H&#228;lfte der Kunden bedeutet oft sogar nicht nur die Reduktion der T&#228;tigkeiten auf die H&#228;lfte, sondern das Ende: Oft sind die notwendigen Prozesse an sich (Ausliefern der Printaussgabe zum Beispiel) nur dank <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Skaleneffekt#Ursachen_f.C3.BCr_positive_Skaleneffekte">positiver Skaleneffekte</a> kostendeckend. Das hei&#223;t, man arbeitet oft erst ab einem bestimmten Umsatz, einer bestimmten Menge abgesetzter Einheiten, kostendeckend.</p>
<p>Noch weitaus extremer sieht das bei auf Werbung setzenden Gesch&#228;ftsmodellen aus. Wenn die attraktive Zielgruppe abwandert, werden irgendwann auch die Werbekunden gehen. Und wenn die gehen, ist es relativ irrelevant wie viele restliche Kunden dank Haptik oder warum auch immer an den klassischen Medien festhalten. Der Punkt, an dem das Gesch&#228;ft in ein Verlustgesch&#228;ft kippt, ist hier in der Regel noch schneller erreicht.</p>
<p>Die Werbe-Etats hinken der Internetnutzung in der Medienverteilung noch hinterher. Das ist aber kein Grund zur Hoffnung f&#252;r die klassischen Medien, sondern eher ein Grund zur Sorge. Denn die Internetnutzung steigt an. Und irgendwann werden die Agenturen ihren Werbekunden nicht mehr glaubhaft versichern k&#246;nnen, dass teure Kampagnen in TV und Print noch die notwendigen Zielgruppen erreichen k&#246;nnen.</p>
<p>Und dann wird alles ganz pl&#246;tzlich ganz schnell gehen.</p>



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		<title>Die Aussichten f&#252;r Google+</title>
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		<comments>http://www.neunetz.com/2011/06/29/die-aussichten-fuer-google/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 13:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>

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		<description><![CDATA[

Google startet mit Google+ seinen n&#228;chsten Versuch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px initial initial;" title="Bildschirmfoto 2011-06-29 um 12.53.34.png" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-06-29-um-12.53.34.png" border="0" alt="Bildschirmfoto 2011 06 29 um 12 53 34" width="238" height="299" /></p>
<p>Google startet mit <a href="http://plus.google.com/">Google+</a> seinen n&#228;chsten Versuch, im Social-Networking-Bereich Fu&#223; zu fassen. Nach Orkut, Wave und Buzz kann man das durchaus als den vierten Anlauf verstehen.</p>
<p>Der aktuell nur &#252;ber Einladungen verf&#252;gbare Dienst orientiert sich funktionell und auch vom <a href="http://plus.google.com/">Aussehen</a> stark an Facebook. Was nicht sonderlich &#252;berrascht: Facebook ist trotz seiner Gr&#246;&#223;e ein sowohl von den Funktionen als auch vom User-Interface sehr gutes Produkt (von Randdetails wie dem Optionendschungel einmal abgesehen). Der Stream als zentrales Element ist mehr oder weniger zwingend. (Siehe dazu auch zum Beispiel meine <a href="http://www.excitingcommerce.de/2011/04/lsd-2011-das-social-web-pattern-im-e-commerce.html">Ausf&#252;hrungen zum Social-Web-Pattern auf Exciting Commerce</a>.)</p>
<p>Die wesentlichen Merkmale von Google+ im heutigen Zustand:</p>
<ul>
<li>Die Navigationsbar am oberen Rand (&#8220;Sandbar&#8221;)</li>
<li>Die Videogruppenchat-Funktion &#8220;Hangout&#8221; scheint mir als eine Art erstes Killer-Feature implementiert zu sein, um Leute zur Nutzung von Google+ zu &#252;berreden. Das ist nicht unclever: Google kann dank seiner einzigartigen Position etwas so Ressourcenintensives kostenfrei anbieten. Es ist ein nur von wenigen Unternehmen kopierbares Tool. (Vorausgesetzt nat&#252;rlich, es funktioniert einwandfrei.)</li>
<li>Circles: Das granulare Publizieren in ausgew&#228;hlte Teilstreams: Man kann die eigenen Kontakte in Gruppen aufteilen, die dann unterschiedlich angesprochen werden k&#246;nnen.</li>
</ul>
<p>Auch Facebook bietet das granulare Publizieren mit seinen Listen an. Laut Facebook wird das Feature kaum genutzt. Ich halte diese Funktion pers&#246;nlich f&#252;r extrem wichtig und glaube, dass die geringe Nutzung vor allem an der schlechten Umsetzung bei Facebook liegen k&#246;nnte. Kann Google das besser umsetzen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall hat Google der Umsetzung mehr Aufmerksamkeit geschenkt.</p>
<p>Das Aufteilen des eigenen Social Graphs ist allerdings auch eine Funktion, deren Umsetzung Facebook notfalls von Google auch abkupfern kann, sollte sie dort erfoglreich implementiert sein. Damit kann sich Google mittelfristig wahrscheinlich nur bedingt absetzen.</p>
<p>Wer ausf&#252;hrliche &#220;berblicke zu Google+ lesen m&#246;chte, wird unter anderem bei <a href="http://netzwertig.com/2011/06/29/google-hintergrunde-und-fakten-zu-googles-social-vorstos/">netzwertig.com</a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-Googles-Angriff-auf-Facebook-1269584.html">heise</a> und <a href="http://www.wired.com/epicenter/2011/06/inside-google-plus-social/all/1">Wired</a> f&#252;ndig.</p>
<p><strong>Up the stack</strong></p>
<p>Bevor Google Google+ startete, konnte man bereits an einigen Stellen lesen, dass Google ein Social Layer plant, das &#252;ber Google-eigene und andere Dienste gelegt werden soll, um diese zu verkn&#252;pfen. Vom Ansatz her, der mit einer einheitlichen Navigationsbar arbeitet und einem ersten Angebot, das <a href="http://daringfireball.net/linked/2011/06/28/google-plus-videos">eher</a> an eine Ansammlung von Diensten erinnert denn als ein einziger Dienst wahrnehmbar ist, scheint der Grundstein daf&#252;r gelegt.</p>
<p>Wir sehen nat&#252;rlich erst den <a href="http://www.wired.com/epicenter/2011/06/inside-google-plus-social/all/1">Anfang</a> von Google+:</p>
<blockquote><p>The parts announced Tuesday represent only a portion of Google’s plans. In an approach the company refers to as “rolling thunder,” Google has been quietly been pushing out pieces of its ambitious social strategy — there are well over 100 launches on its calendar. When some launches were greeted by yawns, the Emerald Sea team leaders weren’t ruffled at all — lack of drama is part of the plan. Google has consciously refrained from contextualizing those products into its overall strategy.</p></blockquote>
<p>Google+ soll der Social Layer werden, der etwa auch &#252;ber Googles gr&#246;&#223;ere Communities wie YouTube liegen soll und diese untereinander verbindet. Es bleibt abzuwarten, ob Google sich mit seinen aktuellen <a href="http://www.wired.com/epicenter/2011/06/inside-google-plus-social/all/1">Ambitionen</a> nicht &#252;berhebt:</p>
<blockquote><p>it marks just one more milestone in a long, tough slog to remake Google into something more “people-centric.”</p>
<p>“We’re transforming Google itself into a social destination at a level and scale that we’ve never attempted — orders of magnitude more investment, in terms of people, than any previous project,” says Vic Gundotra, who leads Google’s social efforts.</p></blockquote>
<p>Aber auf jeden Fall d&#252;rfte deutlich werden, dass Google plant auf dem bestehenden Stack an Angeboten eine zus&#228;tzliche Schicht aufzusetzen, die personenzentrisch ist.</p>
<p>Um erfolgreich zu sein, muss Google+ <a href="http://www.neunetz.com/2011/06/29/es-wird-die-naechsten-jahre-keinen-facebook-killer-geben/">nicht zum &#8220;Facebook-Killer&#8221;</a> werden. Ganz im Gegenteil: Dieses Ziel w&#252;rde Google+ zur Totgeburt machen. Stattdessen geht es darum, ein eigenes besseres Produkt bereitzustellen. Es geht darum, die M&#246;glichkeiten, die das Einbeziehen von zwischenmenschlichen Beziehungen bringt, zu nutzen. Gl&#252;cklicherweise scheint <a href="http://www.wired.com/epicenter/2011/06/inside-google-plus-social/all/1">Google selbst weiter</a> als viele der Beobachter zu sein:</p>
<blockquote><p>Emerald Sea is not a Facebook killer, Gundotra told me. In fact, he added, somewhat puckishly, “people are barely tolerant of the Facebook they have,” citing a consumer satisfaction study that rated it barely higher than the IRS. Instead, he says, the transformation will offer people a better Google.</p></blockquote>
<p>Ein Social-Produkt in einer Facebook-Welt ohne Facebook-Anbindung? Um erfolgreich zu sein, ben&#246;tigt Google+ eine Facebook-Integration. Die ist aber aufgrund der aktuell angespannten Beziehung zwischen Google und Facebook eher unwahrscheinlich. Das macht es f&#252;r Google+ recht schwer, die notwendige Masse an Usern aufzubauen. Gleichzeitig kann Google auf Communities wie YouTube zur&#252;ckgreifen. Es w&#252;rde mich auch nicht &#252;berraschen, wenn Google hier enger mit Twitter kooperieren w&#252;rde.</p>
<p>&#220;berlegen wir ein St&#252;ck weiter, was Circles, im Stack nach oben gehen und Google+ als  Diensteansammlung insgesamt bedeuten k&#246;nnten:</p>
<p>Es w&#228;re nicht nur denkbar, sondern sogar sinnvoll, wenn Google+ eine Art Universalclient f&#252;r Social-Web-Dienste wie Twitter und co. wird. (Das w&#228;re nur f&#252;r eine Teilmenge der Nutzer sinnvoll. Aber diese Teilmenge ist zumindest am Anfang wichtig.) Ansatzweise war die notwendige Technik bereits bei Google Buzz vorhanden, das aber blieb aus verschiedenen Gr&#252;nden hinter den Erwartungen zur&#252;ck. Google w&#252;rde auch im Social-Bereich das werden, was sie im Informationsbereich sein wollen: Der gro&#223;e Organisierer.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Es sind viele B&#228;lle, die Google da in die Luft wirft. Ob der Suchgigant daraus ein sinnvolles Endprodukt machen kann, ist offen. M&#246;glich ist es allemal. Und Google hat trotz der vielerorts implizierten Hatz in Wirklichkeit mehr als genug Zeit (und Ressourcen sowieso), um das Produkt passend zu machen.</p>
<p>Die Artikel, in denen Traffic von Google+ mit Traffic von Facebook und Twitter verglichen wird und mit s&#252;ffisantem L&#228;cheln auf ein m&#246;gliches Scheitern von Google+ verwiesen wird, werden so sicher kommen wie das Amen in der Kirche. Aussagen werden sie aber nichts.</p>
<p>Was Google machen muss, ist hier dran bleiben und nicht wie bei Wave fr&#252;hzeitig den Stecker ziehen, wenn Anlaufschwierigkeiten sichtbar werden. Wave und andere Projekte, die Google in den letzten Jahren eingestellt hat, haben dem Konzern Vertrauen bei Entwicklern gekostet, welches Google erst wieder aufbauen muss. Google wird die Entwickler aber ben&#246;tigen, um rund um das Google+-Layer ein &#214;kosystem aufbauen zu k&#246;nnen.</p>
<p>So lassen sich auch die <a href="http://www.wired.com/epicenter/2011/06/inside-google-plus-social/all/1">&#196;u&#223;erungen gegen&#252;ber Wired</a> als eine Versicherung nach au&#223;en deuten, dass man Google+ nicht schlie&#223;t, &#8216;egal wie langsam es vorangehen wird, also bitte Leute, benutzt es und investiert Eure Zeit&#8217;..:</p>
<blockquote><p>No one expects an instant success. But even if this week’s launch evokes snark or yawns, Google will keep at it. Google+ is not a product like Buzz or Wave where the company’s leaders can chalk off a failure to laudable ambition and then move on. “We’re in this for the long run,” says Ben-Yair. “This isn’t like an experiment. We’re betting on this, so if obstacles arise, we’ll adapt.”</p></blockquote>
<p>Sollte Google es tats&#228;chlich mit Google+ so ernst meinen, wie es nach au&#223;en suggeriert wird, wird die Evolution von Google+ extrem spannend. Schlie&#223;lich wird es nichts weniger als das gr&#246;&#223;te Internetunternehmen und dessen Angebote massgeblich ver&#228;ndern.</p>
<p>(Comic: <a href="http://xkcd.com/918/">xkcd</a>)</p>



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		<title>Es wird die n&#228;chsten Jahre keinen &#8220;Facebook-Killer&#8221; geben</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 10:24:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Social]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<description><![CDATA[

Angesichts der Tatsache, dass aufgrund des gestern  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img style="float: right;" title="facebook-logo-featured.gif" src="http://www.neunetz.com/wp-content/uploads/facebook-logo-featured.gif" border="0" alt="Facebook logo" width="300" height="142" /></p>
<p>Angesichts der Tatsache, dass aufgrund des gestern vorgestellten <a href="http://plus.google.com/">Google+</a> vermehrt wieder &#252;ber eingebildete &#8220;Facebook-Killer&#8221; geschrieben wird, lohnt sich der Hinweis, dass Facebook <a href="http://techcrunch.com/2011/06/23/facebook-750-million-users/">um die 700 Millionen aktive Nutzer</a> hat. Aktive Nutzer sind solche, die sich in den letzten 30 Tagen mindestens einmal eingeloggt haben.</p>
<p>Jede Publikation, die bei Google+ von einem Facebook-Killer spricht, disqualifiziert sich selbst. Eine Handvoll Gr&#252;nde:</p>
<ul>
<li>Google+ kann hervorragend neben Facebook existieren. Produkte in der gleichen Kategorie sind <strong>nicht automatisch Substitute</strong>. Generell ist das Gerede von Krieg und Killern <a href="http://www.neunetz.com/2011/06/16/es-gibt-keinen-krieg-zwischen-facebook-und-apple/">oft irref&#252;hrend</a>.</li>
<li>Facebook ist etablierter, als die meisten Experten zu realisieren scheinen. Nicht nur die <strong>Gr&#246;&#223;e</strong> auf Endnutzerseite ist enorm, auch die Integration via Like-Button und Facebook Connect auf den gr&#246;&#223;ten Websites ist enorm vorangeschritten. Letzteres ist sozusagen Facebooks <a href="http://37signals.com/svn/posts/333-warren-buffett-on-castles-and-moats">Wassergraben</a>.</li>
<li><strong>Disruption</strong> passiert nicht &#252;ber inkrementell besssere, aber grunds&#228;tzlich vergleichbare Angebote. Bedroht Facebook Google, weil Facebook eine Suchmaschine ist? Nat&#252;rlich nicht.</li>
</ul>
<p>Das alles hei&#223;t nicht, dass nicht doch irgendwann ein Angebot kommt, das Facebook zu schaffen machen wird. Das wird passieren. Und ich bin <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/22/500-millionen-nach-dem-google-jahrzehnt-kommt-jetzt-das-facebook-jahrzehnt/#toc-eine-realistischere-facebook-alternative">seit einem Jahr</a> der Meinung, dass diese Herausforderung am wahrscheinlichsten von Google kommen kann. Aber wir sprechen hier von etwas, das h&#246;chstwahrscheinlich Jahre brauchen wird, um sichtbare Auswirkungen zu verursachen. Und das &#8216;Facebook-Zerst&#246;ren&#8217; sollte nicht das Ziel sein. Die Facebook-Macht zu schw&#228;chen, w&#228;re maximal ein Nebeneffekt eines guten Produkts, das f&#252;r sich selbst stehen kann. Leider hat auch Google bis dato selbst mit den guten Angeboten (Buzz, Wave) mittelfristig entt&#228;uscht.</p>
<p>Hier noch einmal der Link zu meinem Artikel &#252;ber das beginnende Facebook-Jahrzehnt von vor ungef&#228;hr einem Jahr: <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/22/500-millionen-nach-dem-google-jahrzehnt-kommt-jetzt-das-facebook-jahrzehnt/">500 Millionen: Nach dem Google-Jahrzehnt kommt jetzt das Facebook-Jahrzehnt</a></p>
<p><a href="http://www.neunetz.com/2011/06/29/die-aussichten-fuer-google/">Mehr zu Google+</a>.</p>



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