Archive for the 'Contentindustrie' Category

Laurent Garnier: “Wenn Du heute kein Internet hast, bist Du erledigt.”

Laurent Garnier ist einer der wenigen Techno-DJs der alten Garde, der heute noch zu überzeugen weiß. Euronews hat er ein Interview gegeben, in dem er unter anderem zum kürzlich in Frankreich verabschiedeten “Three-Strikes”-Gesetz Stellung bezieht:

Was ich an diesem Gesetz nicht mag und was mich daran stört, ist die Bestrafung, die darin besteht, jemandem den Internetzugang zu sperren. Das ist genauso idiotisch, wie jemandem das Wasser, die Heizung oder das Gas abzustellen, weil er etwas Verbotenes getan hat und ihm zu sagen : “Nun hast Du keine Heizung mehr und wirst im Winter frieren, das soll Dir eine Lehre sein”. Das kann man nicht machen, das ist nicht normal. Ebenso wenig darf man heute jemandem den Internetzugang kappen. Das ist eines der wenigen noch existierenden Kommunikationsmittel. Die Menschen schreiben sich keine Briefe mehr, sie kommunizieren über das Internet, sie arbeiten im Internet, telefonieren oder verabreden sich. Wenn Du heutzutage kein Internet hast, bist Du erledigt.

Im Rest des Interviews vertritt Garnier leider ein paar weniger kluge Ansätze. So bezeichnet er Filesharing als Diebstahl (was es nie sein kann). Und er meint, seine Angestellten, wie etwa sein Konzert- und Tourneeleiter(!), würden alle arbeitslos, wenn er keine Platten mehr verkauft bekäme. Das halte ich für etwas übertrieben.

Laurent Garnier: “Wenn Du heute kein Internet hast, bist Du erledigt.” | euronews

Antiquiertes Urheberrecht und soziale Realität

Gulli fasst einen Artikel von Charles Nesson, Jura-Professor und der neue Verteidiger im wohl bekanntesten Copyright-Prozess der USA - Tenenbaum vs. RIAA -, zusammen. Lesenswert.

Die Grenze zwischen technischen Normen und den sozialen Normen, die ein Gesetz verlangt, ist eines der interessantesten akademischen Themen, jedoch zugleich auch eines der frustrierendsten mit dem Experten nach wie vor umgehen müssen. Tenenbaum ist ein Repräsentant der digitalen Generation, in welche er hineingeboren wurde, erklärt Nesson. Hier entstehe nun das Problem zwischen einem antiquierten Urheberrecht und der sozialen Realität von “digitalen Eingeborenen”, ein Begriff, welchen insbesondere Nessons Kollegen John Palfrey und Urs Glasser gerne benutzen. Deren Definition nach handelt es sich dabei um Menschen, die eine volle Integration mit digitalen Werken die vom Kern her kostenlos und frei zugänglich sind als die Norm betrachten. Nesson erklärt weiter, dass der Fall von Joel Tenenbaum weit größere Wellen schlagen wird. Er soll ein besseres Verständnis entwickeln, wie die heutige Generation mit digitalen Medien interagiert, so dass die Gesetze und Erziehungsmaßnahmen so angepasst werden können, dass sie den Interessen der Öffentlichkeit besser dienen und “den Fortschritt von Wissenschaft und Kunst” fördern.

gulli: Charles Nesson: Der Kampf David gegen Goliath - Ein Statement

Original-Artikel auf Ars Technica

Die Veränderung des Kuchens

Es folgt ein Kommentar, den ich in den Kommentaren zu meinem aktuellen Artikel “Der Kampf der Geschäftsmodelle” auf netzwertig.com abgegeben habe:

Ich sehe mich nicht als Friedman-Jünger. Ich bin nicht der Ansicht, dass der Markt schon alles richten wird, wenn man ihn nur schön allein lässt. Ich bin auch nicht für ein unreguliertes Internet (das wäre ja dann der “rechtsfreie Raum”). Aber: Das Internet hat die letzten 10 Jahre gezeigt, dass es am besten funktioniert, wenn alle Partizipienten theoretisch die gleiche Ausgangslage haben. Offenheit bedeutet ja letztlich Chancengleichheit. Die Innovationsexplosion - Wikipedia, Google, Blogosphäre etc. - wäre ohne die Offenheit und ihre Chancengleichheit nicht möglich gewesen.

Ich betrachte diese Thematiken immer unter dem Gesichtspunkt, welche Alternative gesamtgesellschaftlich am meisten Sinn ergibt. Das heißt, welche Rahmenbedingungen erzeugen das beste Ergebnis. Das ist in der Regel - zumindest bei digitalen Gütern - ein eher behutsam regulierter Markt. Nicht zuletzt auch, weil die heutzutage angedachten Regulierungen eh nicht funktionieren und Marktteilnehmer nur unnötig kriminalisieren.

Und der “erhebliche Einkommensverlust von Musikern und Journalisten”? Den sehe ich auch nicht unbedingt. Der Kuchen verändert seine Form und die Kuchenstücken werden neu verteilt. Wird der Kuchen dabei automatisch kleiner? Nein. In manchen Bereichen vielleicht ja, das kann man aber nicht a priori in allen Bereichen so annehmen. Für die gesellschaftlich wichtigen Gruppen, also die, die Inhalte erstellen, würde ich sogar eher das Gegenteil annehmen. Denn die Umverteilung geht langfristig in ihre Richtung.

Das Problem ist, dass wir uns aktuell in der Umbruchsphase befinden, in der die neuen Strukturen noch fehlen. Die Reallokation führt aktuell zu suboptimalen Ergebnissen. Auch weil die alten Platzhirsche neue Strukturen unterbinden (siehe etwa Musikindustrie und Online-Musiklizenzen).
Künftig werden etwa weit mehr Musiker weit besser von der Musik leben können als heute. Warum? Bessere Allokation der Ressourcen. Einfacheres Erreichen der Fans. Wegfall des Großteils der Mittelsmänner. Es gibt ja bereits heute Musiker, die mit den neuen Formen recht gut im Geschäft sind. Da sehe ich nichts von geringeren Einnahmen. Man muss die Möglichkeiten nur nutzen, statt sie zu bekämpfen.

Die einzigen, die verlieren, sind die nicht mehr benötigten Mittelsmänner. Und genau die sind es, die aktuell um jeden Preis versuchen, ihren Untergang zu verhindern. Aber das macht das Internet ja schon immer: Mittelsmänner unnötig machen.

Abschließend zwei Beispiele: Craigslist hat in den USA die Kleinanzeigeneinnahmen den Zeitungen abgenommen. Hätten die Verleger den Braten frühzeitig gerochen, hätten sie wahrscheinlich gefordert, Craigslist zu verbieten, zu besteuern, die Verlage zu entschädigen oder ähnlich zu strangulieren. In Dtl. würde das genauso stattfinden, gebe es einen ähnlich erfolgreichen Dienst.

Oder Googles Adsense/Adwordprogramm: Hat mittels Automatisierung den Vermarkter ausgeschlossen und mit den damit verbundenen Kosteneinsparungen völlig neue Märkte für das eigene Werbeprogramm erschlossen, weil damit Publisher und Werbekunden aus dem Long Tail ansprechbar wurden.

Beide, Google und Craigslist, haben damit neue Märkte erschlossen und zumindest im Fall Craigslist nebenbei dabei (unbeabsichtigt) geholfen, eine gesamte Industrie ins Straucheln zu bringen. Frage: Wäre die (US-)Gesellschaft ohne Craigslist und Adsense besser dran? Ich für meinen Teil zumindest würde das stark bezweifeln. Das die, deren Felle wegschwimmen (die überflüssigen Mittelsmänner) anders argumentieren, überrascht nicht. Man sollte ihnen nur nicht auf den Leim gehen. :)

P2P ist niemals ‘Piraterie’

Die einseitig geprägten Begrifflichkeiten im Urheberrechts/P2P-Diskurs gehen mir mehr und mehr auf den Keks. Vor geraumer Zeit hatten wir auf netzwertig.com auf einen österreichischen Richter verwiesen, der klarstellte:‘Illegaler Download’ ist niemals Diebstahl.

Es ist wirklich bemerkenswert, wie sehr die Musikindustrie mit ihrer Propaganda den öffentlichen Diskurs bestimmen konnte und die Verbindungen Download = Diebstahl und P2P-Nutzer = Piraten etablieren konnte, egal wie absurd das im einzelnen ist, wenn man sich en detail damit beschäftigt.

Anyway, Merlin Mann bringt’s wieder auf den Punkt:

piracy-merlinmann

 

Und Sween verweist auf den eklatanten Papageien-Mangel bei der Online-Piraterie:

piracy-sween

 

Und ich wundere mich ganz grundsätzlich, warum die, die sich aktiv politisch engagieren, die bewertenden Propaganda-Begriffe der Gegenseite für sich übernehmen.

piracy-me

(Und bevor mir jemand das “Gegner” um die Ohren wirft: Nicht ich habe diese absurde und unsinnige Gegnerschaft zwischen Konsumenten und Anbietern beschworen. Das waren die Vertreter der Unterhaltungsindustrie, die in jedem Kunden einen potentiellen Feind sehen.)

Nochmal zum mitschreiben: Von sich selbst als Pirat zu sprechen, hilft nur einem: Dem, der diese begriffliche Verbindung für die eigenen Zwecke in den Diskurs eingebracht hat. Wie gut so etwas in der aktuellen Situation für die eigenen Belange funktioniert, sieht man ja unter anderem am Pirate-Bay-Urteil. Wer sich selbst(-bewusst) Pirat nennt, dem kaufen viele Menschen eben - zum Teil zu recht - eine Menge an Argumentationsketten nicht mehr ab.

Keine Partei, die sich Piratenpartei nennt, wird in Deutschland jemals irgendeine gesellschaftlich relevante Rolle spielen. Das ist traurige massenmediale Realität.

Dazu passend ebenfalls:

blogs

 

Metablogging führt eben nicht zu gesellschaftlicher Relevanz.

Und wenn dann die Regierung mal über das Internet herfällt, dann hat man eben nur Stimmen, die oft zu leise sind, um irgend etwas zu erreichen. Ob das P2P betrifft oder die Einführung einer Online-Zensur, versteckt als Kinderpornographie-Sperren, es ist überall das gleiche Ergebnis. Dass bereits Forderungen aufkommen, beides zu verbinden, sollte auch niemanden überraschen.

Merlin Mann bringt’s auf den Punkt

merlinerism

Grenzkosten, E-Reader und Bibliotheken

Auf netzwertig.com habe ich eben über Bibliotheken, E-Reader und das Spannungsfeld geschrieben, das zwischen den Möglichkeiten des Digitalen und dem Geschäftsmodell der Verlage entsteht. Zusammengefasst:

[..] jede Verteidigung des alten Geschäftsmodells der Verlage wird immer auch direkt ein Zurückhalten der Möglichkeiten der künftigen digitalen Bibliotheken zur Folge haben müssen.

Wichtig ist folgender Zusammenhang:

Die Kostenstruktur digitaler Güter ist eben nicht ein simples: geringere variable Kosten. Die Grenzkosten - also die Kosten für die Herstellung der einzelnen Einheit - für digitale Kopien von Büchern sind ebenso wie bei Musikaufnahmen Null. Die Kostenstruktur ist hier fundamental anders als in der analogen Welt. Und ihre Implikationen sind disruptiv.

Das ist wichtig für alle Betrachtungen zur digitalen Ökonomie: Der Unterschied zwischen null und einem Cent bei den Grenzkosten eines Gutes ist um Dimensionen größer als der Unterschied zwischen einem Cent und zehn Euro. Letzteres ist eine Frage von unterschiedlichen Größenordnungen, während ersteres eine Frage von unterschiedlichen Welten ist.

Ein Umstand, dessen Bedeutung mir erst in den letzten Monaten richtig klar geworden ist. (Und mir ist ebenfalls erst in letzter Zeit bewusst geworden, wie schwierig es für viele Menschen ist, die Implikationen zu verstehen, wenn Kosten vollkommen aus der Gleichung herausfallen.)

Spannende Zeiten.

Lizenzierungen und Urheberrecht gone crazy

Der Olympics Act of 2006 für mehr Geld Recht und Ordnung:

The Olympics are notorious for getting local governments to grant them extra special intellectual property rights that go so far beyond what’s reasonable (and local existing laws) that it’s become something of a pure mockery of the concept of intellectual property. [..]

Yes, if you were to say “reach for the gold in 2012″ as part of any advertisement and you weren’t an approved Olympic sponsor, you’d be breaking the law in the UK.

Uganda ist ein Piratenstaat:

The Ugandan government has been sued by the 83 year old composer of its national anthem “Oh Uganda, Land of Beauty.” Prof. George Wilberforce Kakoma seeks compensation for the continuous infringement of his work on national festivities, for which he received no royalties.

Da fehlen einem die Worte.

Zitat der Woche

Ich stelle meine Bücher nicht zum Download ins Netz, aber ich schreite auch nicht ein, wenn sie dort auftauchen. Piraterie ist eine Steuer auf Ruhm. Wenn es keine Raubkopien von deinen Werken gibt, bist du nicht berühmt.

William Gibson in der aktuellen de:bug

/Ist natürlich so ausgedrückt nur die halbe Wahrheit bzw. nur für heute und morgen schon nicht mehr so richtig. Denn tatsächlich geht die Entwicklung im Markt und in der Kultur grundsätzlich weg von der ökonomischen Relevanz physischer Kopien von Kulturgütern. Was letztenendes irgendwann auch die Unterscheidung in ‘legitime’ Kopien und ‘Raub’kopien und die Klassifizierung von nicht legitimierten P2P-Tausch als ‘Piraterie’ obsolet machen wird.

Komplette SouthPark-Episoden online schauen

Das ist doch mal was. Nach einigen deutschen Comedy-Serien gibt es jetzt auch komplette SouthPark-Episoden online. Von den Machern von South Park höchstselbst. Die komplette Serie, alle Staffeln, legal.

Selbst die erst vor ein paar Tagen am 19.3. in den USA ausgestrahlte Folge ist bereits auf der Seite verfügbar. Und das alles ohne IP-Filter und folglich global zugänglich. (Logischerweise natürlich alles in englisch.)

Update: Es scheint, dass man im UK, Neuseeland und in Canada nicht auf die Seite zugreifen kann. Wahrscheinlich werden alle englischsprachigen Länder außerhalb der USA geblockt. /Update

So, und nur so, kann die Contentindustrie BitTorrent schlagen.

sp

 

Selbst die berühmtberüchtigte Scientology-Episode mit what Scientologists actually believe und Tom Cruise who won’t come out of the closet kann man sich komplett ansehen. Grandios.

Im Gegensatz zu den ca. 3000 Videoclips -einzelne, ausgewählte Szenen- sind die kompletten Episoden nicht embeddable.

South Park Studios

(via NewTeeVee)

Kulturflatrate wird nicht funktionieren

Man kann fast seine Uhr danach stellen. In regelmäßigen Abständen wird an den üblichen Stellen die Idee der Kulturflatrate evaluiert oder gleich agitiert.

Als Kulturflatrate wird kurz gefasst die Idee bezeichnet, einen Abschlag auf den Internetzugang zu zahlen, mit dem P2P-Filesharing von urheberrechtlich geschützten Material (zunächst erstmal Musik) legalisiert und finanziert wird. Das eingesammelte Geld würde dann an die Urheber Rechteverwerter ausgezahlt. Wikipedia :

Die Kulturflatrate ist das Konzept einer gesetzlich-geregelten Pauschalabgabe auf Internet-Anschlüsse, die Urheberrechtsvergütungen für digitale Kopien pauschal abgelten soll.

Aktuell fing die Diskussion am Wochenende wieder Feuer aufgrund eines Vorstoßes auf der SXSW-Konferenz :

Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind. Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s. Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt.

siehe auch Ars Technica (via nerdcore )

 

Eine “Kulturflatrate” wird sich nicht durchsetzen, weil sie praktisch nicht umsetzbar ist:

  • Man müsste das gesamte(!) Internet überwachen(!)
  • Und dann? Bekommt mein Lieblingskünstler mehr vom Kuchen, wenn ich einen Server aufsetze, der permanent dessen Alben runterlädt?

usw.

Weitere Fragen/Problemfelder zu dieser Thematik finden sich auch auf nicorola.de .

Theoretisch haben wir eine Art Kulturflatrate ja in Teilen (Teil: Bezahlen) schon, die wir mit Abgaben auf digitale Speichermedien und -abspielgeräte entrichten. Nur das diese das P2P-Verhalten nicht komplett legal macht, nur dafür kassiert. Schöne Sache.

Eine Kulturflatrate bräuchte eine Institution, die das Ganze regelt. Und diese würde von einer Musikindustrie geleitet, die in ihrer aktuellen Konstellation mehrfach bewiesen hat, dass ihr Kollateralschäden beim Durchsetzen ihrer Interessen herrlich egal sind.

Eine Industrie, die sich nachweislich keinen Millimeter von ihrem eigenen (absurd anachronistischen) Bild der Welt seit 10 Jahren wegbewegen wollte, müsste eine 180°-Wende hierfür vollführen. Das würde nur stattfinden, wenn die Majors die Entwicklung fest, felsenfest, in ihren Händen hätten.

Man schaue sich nun einmal an, wie die GEMA hinter den Kulissen funktioniert und dann sage mir, dass eine Kulturflatrate mit gerechter Verteilung zu erwarten wäre (Einen Anfang einer Ahnung, wie sehr es im Argen mit der GEMA ist, kann man auf Wikipedia erlesen).

Folge des Ganzen: Ein gesetzlich abgesichertes Verwertungsmonopol, das von der Musikindustrie geformt und geleitet wird. Denn alles was kein allumfassendes Monopol ist, also etwa wie auch immer geartete Abomodelle, benötigt DRM und sind damit Totgeburten. Ein solches kontrolliertes Monopol ist also die Lösung? Also ich weiß nicht.

Letzen Endes ist das Konzept ‘Bezahlen für Musikaufnahmen’ sowieso so gut wie tot, ob man das nun mag oder nicht. Eine Zwangsabgabe an eine sich seit einem Jahrzehnt widerwärtig gegenüber den eigenen Kunden gebärende Industrie mit völlig ineffizenten Strukturen -genau das wäre eine ‘Kulturflatrate’ letztlich leider zuvorderst- wird daran auch nichts ändern. Es wäre eine Krücke, von deren Nutzung sich ihre Befürworter Olympiamedaillen erhoffen.

Abgesehen davon sind die praktikablen Probleme dieser Idee zusätzlich faktisch nicht zu überwinden.

Musiker sollten sich besser daran gewöhnen, ihren Lebensunterhalt nicht mehr mit Musikaufnahmen zu verdienen sondern mit dem, das sich durch diese ergibt.

Aber das wissen die meisten, wenn auch unbewusst, eh schon.

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