Datennutzung

Listenprivilegierte

02.03.2012

Darauf kann man gar nicht oft genug hinweisen: Während in deutschen Massenmedien und Blogs permanent Panikmache zu Google und Facebook betrieben wird, liegt der eigentliche Datenskandal an ganz anderer, grundsätzlich verschwiegener Stelle: Dem Listenprivileg.

Das Listenprivileg erlaubt Zeitungsverlagen, die einen Verkauf von persönlichen Daten bei Google und Facebook herbeiphantasieren, im Gegensatz zu diesen tatsächlich den direkten Handel mit persönlichen Daten.

Richard Gutjahr:

OTTO darf Dritten sogar mitteilen, WAS man bei OTTO gekauft hat. Möglich ist das durch das oben angeführte „Listenprivileg“, eine Ausnahmeregelung, die das von der Bundesregierung gerne im Zusammenhang mit Facebook und Google zitierte Recht auf Informationelle Selbstbestimmung de facto aushebelt und ad absurdum führt.

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Der kommende technologisch getriebene Boom

01.02.2012

sehen im Wall Street Journal eine Boomphase kommen, die auf drei Technologien fusst, die in ihren Auswirkungen so wichtig wie Telefonie und Elektrizität sein werden.

1. Technologische Entwicklung: Informationstechnologien und Big Data:

Processing power and data storage are virtually free. A hand-held device, the iPhone, has computing power that shames the 1970s-era IBM mainframe. The Internet is evolving into the “cloud”—a network of thousands of data centers any one of which makes a 1990 supercomputer look antediluvian. From social media to medical revolutions anchored in metadata analyses, wherein astronomical feats of data crunching enable heretofore unimaginable services and businesses, we are on the cusp of unimaginable new markets.

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Social Swarm vs. Datenschutz

11.01.2012

Christiane Schulzki-Haddouti auf dem ZDF-Blog Hyperland über das auf dem CCC-Kongress vorgestellte Social Swarm:

Social Swarm soll kein weiteres soziales Netzwerk werden. Es ist ein loser Zusammenschluss von Entwicklern, Programmierern und Aktivisten, die das Problem diskutieren, eine Lösung herausarbeiten und in der Bevölkerung etablieren wollen. Eine zurzeit diskutierte Idee: Internetnutzer sollen sich über verschiedene soziale Netzwerke einloggen und dann untereinander vertraulich kommunizieren können. Möglich wäre das dann, wenn die Betreiber von sozialen Netzwerken offene Schnittstellen anbieten. “Wenn man sich beispielsweise bei Identica einloggt”, so Tangens, “soll man über offene Schnittstellen mit denjenigen kommunizieren können, die sich bei Diaspora angemeldet haben.” Sowohl die Microblogging-Software Identica als auch die Netzwerk-Software Diaspora sind Open-Source-Projekte, die bewusst auf offene Kommunikationsschnittstellen setzen.

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Wieviel Transparenz wollen wir? Von wollen kann keine Rede sein.

09.01.2012

In der Sendung Breitband von Deutschlandradio Kultur wurde in der letzten Ausgabe folgende Frage diskutiert: Wieviel Transparenz wollen wir?:

Dieses Jahr startete mit einer Inflation des Transparenzbegriffs. Überall ist sie gefordert, Politik und Politiker sollen sie erfüllen, Motto soll sie sein, Leitmotiv und auch mal Mission. Wir fragen: Wieviel Transparenz ist eigentlich sinnvoll, wieviel davon wollen wir eigentlich? Nicht zuletzt das von Anonymous gestartete Webportal gegen Nazis wirft die Frage nach Kriterien auf, nach denen geleakt werden soll. Gleichzeitig wollen wir wissen, welchen Einfluss Whistleblower heute tatsächlich haben.

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Sind Like-Button-Gegner gegen ein dezentrales Web?

13.12.2011

Ist denen, die gegen eine möglichst einfache und damit datenweiterreichende Einbindung des Like-Buttons argumentieren, eigentlich klar, dass sie gegen Dezentralisierungstendenzen im Web argumentieren?

Jede Einbindung von Funktionen eines Dritten in eine Website wird Daten an diesen Dritten weiterleiten. Die Zwei-Klick-Lösung von heise (Erst nach dem Ja-ich-will-sharen-Klick erscheint der eigentliche Like-Button.) ist bestenfalls eine Lösung nur für den Like-Button. Dieser Button ist eine sehr simple Funktion, die 2010 eingeführt wurde.

Was ist mit eingebetteten YouTube-Videos? Was ist mit externen Kommentarsystemen von Livefyre oder, wie hier, Disqus?…

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Flugsuche Hipmunk gleicht Termine mit Google Kalender ab

28.10.2011

Hipmunk

Ein weiteres Beispiel für eine sinnvolle Datenverknüpfung zeigt die Flugsuchmaschine Hipmunk auf.

Man kann die Suchmaschine jetzt mit Google Kalender verbinden und automatisch anzeigen lassen, wenn Flüge mit eingetragenen Terminen kollidieren:

Now, Hipmunk will automatically display information from your calendars when you run searches—something no other travel site can do. 
[..]
If you can’t afford to skip any of your events, click the “No Conflicts” button to instantly hide all conflicting flights.
[..]
Finally, if you want to find hotels closest to one of your events—say, your first or last event of the day—click to sort by distance.

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Personalisierung galore mit Facebook

27.09.2011

uploadsfacebook-logo.jpg

Als die Facebook das passive Sharing als neue hinzukommende Form des Mitteilens bekanntgab, schrieb ich in meiner initialen Analyse auch über die Möglichkeiten der Personalisierung:

Wie beim oben angeführten Beispiel mit Last.fm werden die heute bekannt gemachten Neuerungen Facebook noch sehr viel mehr als vorher schon zu ersten Anlaufstelle für Personalisierungen von Angeboten aller Art (Film, Musik, News) machen. Der Grund ist simpel: Auf passive Art lassen sich sehr viel mehr Daten erheben als über aktive Like-Klicks.

An anderen Stellen habe ich ein paar Beispiele genannt, was mit diesen verknüpfbaren Daten, die zum ersten Mal an einer Stelle zusammenlaufen, gemacht werden kann.…

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Facebook führt ‘Scrobbling’ für alle Aktivitäten ein

22.09.2011

uploadsfacebook-logo.jpg

Facebook hat heute auf seiner Entwicklerkonferenz f8 angekündigt, dass Apps in ein paar Wochen alle Aktivitäten der User an Facebook werden schicken können, sofern die User zugestimmt haben.

Das heißt dann zum Beispiel, man kann von Facebook mitprotokollieren lassen, welche Filme oder Serien man auf der On-Demand-Streaming-Plattform Netflix angeschaut hat, oder welche Songs man auf Spotify anhört.

Um den Newsfeed nicht zu überfüllen, werden die Freunde diese Aktivitäten in der Timeline, dem neuen Profil-Bestandteil von Facebook, und im neuen Ticker in der rechten Spalte sehen können.…

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Webunternehmen zu kostenpflichtigen, werbefreien Alternativen zu verpflichten, ist nicht die Lösung

30.08.2011

Christoph Kappes beantwortet 7 Fragen von Nico Lumma zur aktuellen Deutscher-Datenschutz-vs-Like-Button-Debatte und schlägt unter anderem vor, Webunternehmen zu einer kostenpflichtigen, werbefreien Alternative für Endnutzer-Accounts zu verpflichten:

Im Übrigen finde ich es richtig, wenn Anbieter umdenken, und kostenpflichtige Nutzung als Altermative einführen. Das ist nämlich die eigentliche Ursache der Probleme. Ich überlege schon laenger, ob wir nicht viele Probleme erledigen, wenn wir zu kostenpflichtigen & werbefreien Nutzerkonten als Alternative verpflichten. Dann kostet GMail halt einen Fünfer im Monat.

Im Gegensatz zum Hauruck-Eskalation-Vorgehen deutscher Datenschutzbeauftragter ist das zumindest erfreulicherweise ein konstruktiver Vorschlag.…

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Offenheit + Vernetzung -> Vertrauen

30.08.2011

Das Slate Magazine über die Vorteile von Offenheit im Verbund mit Vernetzung: Internet privacy: How network analysis can reveal details you would rather hide.:

Rather than be distressed about the increasing impossibility of privacy, perhaps we should instead consider the benefits of being more open. Hoffman mentioned that on LinkedIn, profile information becomes more trustworthy than a traditional paper résumé once a person’s profile has at least 10 links, because people are less willing to stretch the truth in front of their friends and colleagues.

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Datenschützer gegen Facebook: “Wir werden die Eskalation suchen und dazu das gesamte Instrumentarium nutzen.”

19.08.2011

heise online befragt Thilo Weichert vom Kieler Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) zum “Like”-Button von Facebook:

Im Gespräch mit heise online unterstrich Weichert, dass Facebook die Maßnahme des ULD durchaus als Kampfansage verstehen könne: “Wir werden die Eskalation suchen und dazu das gesamte Instrumentarium nutzen.” Nach Aussage Weicherts müssen Webseitebetreiber nun aber nicht befürchten, ab Oktober Post vom ULD zu bekommen: “Wir werden da sehr selektiv vorgehen”, versicherte er.

Webanbieter aus Schleswig-Holstein entfernen also besser bis Oktober den Like-Button von ihren Seiten, wenn sie nicht riskieren wollen, in die ‘Selektion’ zu fallen.…

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Deutsche Netzpolitik: Bevormundung, Standortbenachteilung & Alternativlosigkeitsvermutung

17.08.2011

Christan Scholz darüber, wie der Deutsche Bundesrat Chancen verbaut:

“Das Hauptanliegen der Länder, wonach Betreiber für neue Nutzer zunächst die höchste Sicherheits- und Datenschutzstufe einstellen müssten, teilt die Regierung”

heisst es in Bezug auf die Bundesratsinitiative, soziale Netzwerke regulieren zu wollen.

[..]

Wieso genau setzt man immer auf Bevormundung statt auf Bildung? Wieso werden auch nie die wirtschaftlichen Auswirkungen untersucht und die negativen Folgen für unseren Internetstandort? Wieso gibt es da nie eine Abwägung? Und gibt es überhaupt ein Riesenproblem?

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Facebook wird 2011 über $ 2 Mrd. Umsatz mit Werbung allein in den USA machen

13.07.2011

facebookbiz.de:

Facebook logo

Facebook wird seinen Umsatz, generiert durch Anzeigen, im Vergleich zu 2010 deutlich ausbauen. Neben dem Umsatz, konnte Facebook auch seinen Marktanteil bei Display Anzeigen steigern und kommt jetzt auf 17,7 %. 2010 waren es 12,2 %.

$ 2,19 Mrd. soll Facebook laut Schätzungen 2011 mit Anzeigen umsetzen.

Das was Facebook aktuell mit Werbung macht, ist vergleichbar mit den ersten AdWords auf den Suchergebnissen von Google.

Was wohl passiert, wenn Facebook ähnlich AdWords/AdSense Werbung auf Websites außerhalb von Facebook einführt?…

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Facebooks Gesichtserkennung kann ausgeblendet, aber nicht ausgeschaltet werden

08.06.2011

Sven Dietrich hat sich die automatische Gesichtserkennung auf Facebook näher angeschaut:

Wer sagt, dass er die Gesichtserkennung abschalten kann, redet Stuss. Ihr schaltet nur die Anzeige der Namensvorschläge aus.

Nebenbei: Die Gesichtserkennung kann nicht viel. Die Gesichtserkennungsfunktion in Picasa mit Name-Tags oder in Apples iPhoto funktioniert erheblich besser.

[..]

Überhaupt nicht verstehe ich das komplette und großflächige vollkommene Versagen der Presse.

Es gibt über 10.000 Artikel über die automatische Gesichtserkennung und die Möglichkeiten, sie wieder abzustellen. Es gibt gleichzeitig kein einziges Foto der Automatik in Aktion!

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Soluto und Billguard zeigen, wie Datensammlungen zu sinnvollen Diensten führen können

27.05.2011

Soluto

Etwas, das in der deutschen Datendebatte, die leider eine reine Datenschutzdebatte ist, praktisch immer untergeht, sind die immensen Möglichkeiten, die durch eine konstruktive Nutzung von Daten entstehen können.

Die Windows-Software Soluto ist so ein Ansatz, wie dank Datenakkumulierung ein sinnvoller Dienst entsteht:

Soluto takes user-submitted data from its application and uses it to figure out which software works best on each computer. It can identify which hardware has had issues with which software. It can also help you pick out software that runs well on the specific model of PC you’re using, based on other users.

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Sonar.me zeigt, auf welchem Fundament heute Apps gebaut werden: Auf existierenden Social Graphs

26.05.2011

Sonarme

Die mobile App Sonar.me setzt auf die Social-Graph-Daten von Foursquare, Facebook und Twitter um Kontext für Personen im näheren Umfeld zu liefern:

Sonar draws on public data from services like Facebook, Twitter and Foursquare to figure out who at a crowded party or conference is connected to you and likely an interesting person to meet IRL.

[..] After all, the service only works with publicly available information about users who are consciously declaring their location. It just goes the extra mile to give some personal context and value to this data.

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“Digitale Gesellschaft” fordert härtere Strafen für Datenschutzverletzungen

03.05.2011

Der neu gegründete Verein “Digitale Gesellschaft” nimmt sich als erstes ein Thema vor, das in den öffentlichen Diskursen in Deutschland vollkommen unterrepräsentiert ist: Datenschutz. Nicht Datennutzung, nicht Chancen durch Verknüpfung von Daten, sondern Datenschutz.

heise:

“Wer ein Datenleck verursacht, muss beweisen, dass es nicht sein Leck war das zu Missbrauch geführt hat”, heißt es in einer Mitteilung.

[..]

Weiter fordert die Digitale Gesellschaft eine verschärfte Pflicht zur Datendiebstahlsanzeige, also eine individuelle Benachrichtigung bei Verlust personenbezogener Daten und eine Benachrichtigung der Öffentlichkeit durch Anzeige beim Bundesbeauftragten für Datenschutz.

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Anders als in anderen Ländern wird Google Street View in Deutschland nicht aktualisieren

10.04.2011

Die absurde von Medien und Datenschützern angetriebene Hysterie im letzen Sommer zu Google Street View scheint über die unnötigen Verpixelungen hinaus, das digitale Denkmal der deutschen Angst, weitere Auswirkungen auf den Googledienst in Deutschland zu haben.

Google schickt in der Regel seine Street-View-Autos regelmäßig los, um die Bilder zu aktualisieren.

Einzig in Deutschland wird der Suchmaschinengigant das nicht tun:

Despite the recent German court ruling that declared photography from streets legal in Germany, Google has stopped Street View photography there and says it has “no plans to launch new imagery on Street View in Germany.” A Google spokesperson says the company’s priorities have changed:

Our business priority is to use our Google cars to collect data such as street names and road signs to improve our basic maps for our users in a similar way that other mapping companies do.

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3 Gründe für den digitalen Kontrollverlust

06.04.2011

Michael Seemann fasst seine Thesen zum digital verursachten Kontrollverlust auf Carta (bzw. im einem Text eines Bands der Heinrich-Böll-Stiftung) zusammen:

Grund eins für den Kontrollverlust: Die Allgegenwart von Aufzeichnungsgeräten verknüpft die digitale Welt immer enger mit der analogen. Ist man Teil der Welt, wird man Teil des Internets sein.

[..]

Grund zwei für den Kontrollverlust: Das Internet hat die Transaktionskosten für Information enorm gesenkt und tut es weiter. «Leaken» ist sozusagen die Standardeinstellung des Netzes.

[..]

Grund drei für den Kontrollverlust wäre also: Daten werden übermorgen für Verknüpfungen offener sein als morgen.

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Google Maps für Android bezieht Verkehrsdaten für schnellste Route ein

07.03.2011

Googles in Android integriertes Navigationssystem ist eine beispielhafte Disruption einer Branche: Erst macht Google das Produkt kostenfrei, quasi nur als Addon zum mobilen OS, verfügbar, und versetzt eine Branche mit vorher vergleichsweise hochpreisigen Produkten in Angst und Schrecken. Und nun befindet sich Google mit der intelligenten Verknüpfung von Daten auf seinem Heimatterrain, um ein immer besser werdendes Produkt anzubieten:

Die Google-Navigation ermittelt künftig in Nordamerika und Europa die schnellste Route unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Verkehrslage. Eine solche Stau-Vermeidung oder Stau-Umfahrung bieten Navi-Systeme schon lange, sie nutzen dabei meist jene Verkehrsinfos, die über das TMC-System der Rundfunkanstalten übertragen werden.

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