Archive for the 'deutschnetz' Category

Re:publica ‘08: Nachlese

Neunetz.com, immer am Puls der Zeit, präsentiert: Der Welt späteste Re:publica-Nachlese

gapingvoid-culture

(pic: gapingvoid, baby)

Toll war’s. Und anstrengend. Vorweg: Ich fand die Re:publica nicht schlecht. Und Tim Pritlove mag ich eigentlich auch.

Aber.

Aber man merkte doch einigen Panels an, dass die Zusammensetzung entweder nicht so klappte wie geplant oder nicht strategisch genug zusammengesetzt wurde. Oft dümpelten Diskussionen eher so vor sich hin. Das war besonders schade, da einige wirklich interessante Geschichten dabei waren. Musik im Netz zum Beispiel. Ein IMG 1176hochemotionales und auch komplexes Thema, aus dem man locker eine eigene Konferenz machen könnte. Dümpelte leider die erste Dreiviertel Stunde vor sich hin, wurde dann noch die letzten 15 Minuten ein bisschen spannend aufgrund von Publikumsfragen und war dann schon wieder vorbei. Eine Stunde pro Podiumsdiskussion ist einfach zu knapp (Keine Pause zwischen den Vorträgen/Panels ist noch zu knapper).

An diesen Dingen krankten leider einige Panels. Vielleicht hatte ich auch nur zu hohe Erwartungen. Denn es war ja nicht schlecht. Nur eben auch nicht.. der Kracher.

Schlecht hingegen, geradezu unterirdig, war die Moderation von Tim Pritlove des Panels rund um die Zukunft von Social Networks.

Hinweis an Alle, denen eine Panelmoderation angeboten wird: Wenn man sich seit einem Jahr nicht mehr mit dem Thema auseinandergesetzt hat und auch keine Lust oder Zeit hat, sich vorzubereiten, die Moderation bitte lieber abgeben.

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Es war unfassbar. Ich hatte kurzzeitig das Gefühl, auf dem SXSW zu sein und einem Interview mit Zuckerberg zu lauschen (<- Insidergag). Pritlove schaffte es neben permanentem Pöbeln in Richtung Myspace-Vertreter und StudiVZ-Vertreter, nicht einmal das Zukunfts-Thema für SocialNetworks -Plattformen& APIs- anzusprechen. Das kam dann erst im letzten Drittel durch eine Publikumsfrage. Stattdessen ritt Pritlove auf dem Thema Datenschutz rum. Das zwar wichtig ist, aber nur ein Thema von vielen ist. Offensichtlich war es aber das Einzige, worüber Tim reden wollte oder konnte. Wahrscheinlich weil er seit einem Jahr nichts mehr zu SNs gelesen hat (Wir erinnern uns: vor einem Jahr, Ende 06/Anfang 07 war StudiVZ und dessen Sicherheitsstrategie, or lack thereof, Thema Nr.1).

StudiVZ-Sprecher Michael Brehm hatte außerdem leider das leere, verfloskelte Politikersprech erschreckend gut auf dem Kasten. Aber was sollte er auch schon machen? Ich bin wahrlich kein Fan von StudiVZ und dessem Strategierumgegurke. Aber das Mobverhalten im Publikum, jedes Mal wenn Brehm antwortete, war unter aller Kanone. Es war beschämend und ärgerlich.

Ärgerlich, weil ich ganz offensichtlich das lukrative Geschäftsmodell, Mistgabeln und Fackeln auf der re:publica zu verkaufen, völlig verpasst hatte. Damn.

Sei’s drum.

Eine Konferenz ist ja nur halb für die Panels und Vorträge da. Die hier naturgemäß schlechter wegkommen, als sie waren. Denn man neigt ja eher zum kritisieren als loben. Blöderweise.

Das Networking, sich kennen lernen, etc. ist mindestens ebenso wichtig. Und dafür ist die re:publica besser geeignet als alles Andere wenn es um Blogs und das Netz geht. Klar, liegt ja auf der Hand.

Genau das und der Grund, dass die re:publica bei allen Schwächen und Kritikpunkten ein wirklich runde (und meine Güte preisgünstige) Angelegenheit ist, der man anmerkt, dass die Macher mit dem Herzen dabei sind, also, ohne zu versuchen, diesen Satz bernhardesk werden zu lassen, wollte ich nur sagen, dass ich aus diesen Gründen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein werde. Und das Jahr darauf auch.

 

Achja, was den SZ-Artikel angeht. Da haben andere schon alles Notwendige zu gesagt. Mittlerweile ist es mir schon ein bisschen peinlich, dass ich die Zeitung mal abonniert hatte.

 

Last not least: Chapeau in Richtung Herrn Lobo für seine Followerparty (und seinen souveränen Umgang auf dem Bloggeld-Panel mit Kritikern aus Publikum und vom Panel selbst)!

Craigslist jetzt auch auf Deutsch

Craigslist, die Seite, die den Kleinanzeigenmarkt der US-Tageszeitungen ruiniert hat, gibt es jetzt auch auf Deutsch.

Wikipedia über Craigslist:

Mit über drei Milliarden Seitenbesuchen von zehn Millionen Nutzern pro Monat ist das Unternehmen weltweit auf dem siebten Platz aller Internetfirmen. Mit sieben Millionen neuen Anzeigen im Monat ist es das größte Unternehmen dieser Art.

Eine auf Deutschland bezogene, allerdings englische Seite gibt es schon länger.

Die Seiten der jeweiligen Städte wie Berlin oder Zürich sind jetzt lediglich eingedeutscht.

Wird Craigslist im deutschsprachigen Raum dem Zeitungssektor nun ebenso das Fürchten lehren, wie es das in den USA getan hat?

Wir werden sehen. Gemütlicher für die Holz-Fraktion wird es auf jeden Fall nicht.

 

(via Techcrunch)

Myspass.de: Gratis deutsche Serien online anschauen

myspassDie deutsche Produktionsfirma für TV-Formate Brainpool startet mit Myspass.de ihre eigene Videoplattform im youtube-Stil und bietet dort u.a. kostenlos (einige) komplette Episoden von von ihr produzierten Serien wie Stromberg, Pastewka und Dr. Psycho an. Myspass.de ist ein kleines bisschen eine Art deutsches Hulu .

Abgesehen vom grenzwertigen Namen, der seine Geburtsstunde wahrscheinlich irgendwann im Dezember auf der Brainpool-Betriebsweihnachtsfeier nachts um halb 3 hatte, kann sich die Seite durchaus sehen lassen.

Die Auflösung der Videos ist etwas höher als bei youtube, die Videos fliegen nicht wie bei watchberlin wie Mücken auf Speed durch die Gegend. Generell: Es ist keine komplett in Flash umgesetzte Seite, das ist doch schon mal was für deutsche Verhältnisse; man wird ja genügsam.

Laut dwdl finden sich einige der auf Myspass.de kostenlos angebotenen Inhalte auch auf dem kostenpflichtigen Video-On-Demand-Portal Maxdome. Diese Situation wird sicher nicht von Dauer sein.

Negativ: Man muss doch tatsächlich eine Postleitzahl angeben, um sich anmelden zu können. Was das soll, bleibt mir schleierhaft.

Ist man erstmal angemeldet, kann man auch eigene Videos hochladen. Außerdem kann man als registrierter Nutzer Shows abonnieren und so über neu hochgeladene Episoden auf dem Laufenden bleiben. Nett.

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Fazit

Myspass.de ist sicher nichts Außergewöhnliches aber nichtsdestotrotz eine grundsolide, empfehlenswerte Seite. Stehen und fallen wird die Seite letztlich mit ihrem Content. Bleiben die Episoden von von Brainpool entwickelten Serien dauerhaft auf Myspa css.de abrufbar und könnte man sich dort dazu durchringen, weitere Episoden online zu stellen, dürfte die Seite ihr Publikum leicht finden. Ob das der Fall bei einem sich überschneidenden Angebot mit dem kostenpflichtigen Maxdome sein wird, wird sich noch zeigen müssen.

Fehlt letztlich nur noch die Möglichkeit, die Videos auf anderen Seiten einbinden zu können.

Nur an den Namen werde ich mich wohl in diesem Leben nicht mehr gewöhnen können.

 

(via tomblog )

Deutsche Version von Digg kommt in “12 bis 24 Monaten”

Digg war die erste SocialNews-Seite -User bewerten Nachrichten- weltweit und ist heute immer noch die mit Abstand Größte ihrer Art. Server von Seiten die auf der Startseite von Digg landen, gehen regelmäßig aufgrund des Besucheransturms in die Knie. Die Seite plant jetzt, nach Deutschland zu kommen, irgendwann in den nächsten 12 bis 24 Monaten.

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Deutsches Digg könnte hilfreich sein

Digg

-Gründer Kevin Rose gegenüber dem Handelsblatt:

Er sieht Digg auch so auf der stärkeren Seite: „Wir haben den Vorteil einer sehr guten technischen Basis und eines exzellenten Teams.“ Deshalb plant er, mit einer deutschsprachigen Seite die Kopierer der Idee in den nächsten 12 bis 24 Monaten anzugreifen: „Die Planungen sind da, einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht.“

Ein wenig frischen Wind im deutschen SocialMedia-Sektor können wir dringend gebrauchen. Es gibt keine SocialNews-Seite, die eine solche Reichweite erreicht, dass sie für den deutschsprachigen Sektor eine ähnliche Relevanz hat (Zum Vergleich: Diese Seite müsste Artikeln, die auf der Startseite landen, Traffic in heise-Dimensionen schicken).

 

Eine starke SocialNews-Seite kann für das deutschsprachige SocialMedia-Ökosystem (Blogs etc.) wie ein Durchlauferhitzer wirken. Und ermöglicht es ganz nebenbei auch Neueinsteigern, sich mit dem entsprechenden Content zu etablieren -ohne auf Links von etablierten Blogs etwa angewiesen zu sein-. Enorm wichtig für ein ‘gesundes’ Ökosystem. Stichworte: Klüngel, Platzhirsche, inzestuöses Verhalten etc. etc.

Die Deutsche SocialNews-Szene

Es gibt den deutschen Digg-Klon yigg.de (der seinerzeit unautorisiert als digg.de startete. Soviel Chuzpe muss man auch erstmal haben.). yigg.de kann noch die größte Reichweite im deutschsprachigen Raum aufweisen. Nach eigenen Aussagen 50.000 Besucher täglich. Eine Zahl, die zu glauben, mir etwas schwer fällt. Angesichts der Clickthrough-Raten, von denen man so hört. Aber sei’s drum. Vielleicht lesen ja alle einfach nur die Zusammenfassungen auf yigg selbst oder die Besucher zersplittern sich auf viele Unterseiten anstatt die Startseite als Ausgangspunkt zu nutzen. Also angenommen die Zahl stimmt, selbst dann: Dem Potential und der Anziehungskraft und dementsprechend die Größe, die eine solche Seite haben müsste, nach, kann man bei yigg nicht unbedingt von einem Erfolg auf ganzer Linie reden. Ein Riese nur unter Zwergen.

 

Oder hat schon mal jemand von einem Yigg-Effekt gehört? Sind Server schon in die Knie gegangen, weil eine Seite geyiggt wurde?

Eben.

Ich weiß auch nicht warum, aber ich bin auch mit yigg nie warm geworden (mögliche Gründe: von Anfang an eine eigenartig unsympathische, sich abschottende Community, drastige Spamprobleme, gewöhnungsbedürftiger Seitenaufbau und Seitendesign, die eigenen User abwertend behandelnde Moderatoren etc). Der Yigg-Button unter jedem Artikel hier auf der Seite existiert auch nur noch aufgrund einer meiner Charaktereigenschaften (Nein, Faulheit).

Wenn uns ein deutsches digg aus der SocialNews-Misere befreien kann, selbst wenn es nur mit dem Markteintritt die alteingessenen Player aufrüttelt, dann sag ich all hail the Kevin and his fanboys. Ein wenig Konkurrenz kann man yigg, webnews, wikio und co durchaus wünschen.

Nebenbei ein Auszug aus meinem Ausblick auf 2008:

Die deutsche Startupszene: Sollte sich besser nochmal ans Reißbrett setzen. 2008 werden eine Menge us-amerikanischer Startups ihre deutschen Dependanzen starten.

:)

Handelsblatt-Internetexperte Thomas Knüwer leistet sich in besagtem Artikel auch einen kleinen Schnitzer über den ich mich ebenso gewundert habe wie Jojo bei internetmarketing-news:

Die guten Klickzahlen erzeugen Nachahmer. In Deutschland heißen sie Yigg und Mister Wong und Webnews (das ebenso wie das Handelsblatt Teil der Verlagsgruppe Holtzbrinck ist).

Was der Bookmarkingdienst Mr. Wong da zu suchen hat, ist mir schleierhaft. Gefährliches Halbwissen.

 

(via internetmarketing-news)

Weiterführende Links:

Wie viel Traffic bringen Yigg, Webnews & Co? auf lorm.de (Jan. ‘08)

Die deutsche Social News Szene und die Kritik an ihr - Webworkblogger (älter, März ‘07) Kritik immer noch relevant:

Die Social News Szene in Deutschland besteht im wesentlichen aus Yigg, Readster, Webnews, Folkd und Wikio. Schwere Fehler im Aufbau einer Community Kultur, mangelnde Userbindung und mangelnde Unterstützung von Bloggern sind nur einige Probleme dieser Internetbranche. Derzeit finden sich neben einigen (wenigen) informativen Beiträgen fast nur Bashing und Boulevard Themen. Innovation wäre nun gefordert, sie bleibt aber aus.

Alles über die deutsche Social News Szene - Webworkblogger

(Sept. 07)

 

Bonusbild: Mal wieder ein grandioser GapingVoid-Comic.

Offiziell: Nächstes StudiVZ-Netzwerk heißt MeinVZ und startet morgen

Wie der FAZ-Netzökonom berichtet, startet StudiVZ morgen sein bereits angekündigtes neues Netzwerk und es wird tatsächlich MeinVZ heißen.

Starten wird es morgen, dem 28. Februar.

MeinVZ kommt auch in englischer Sprache und wird auf der neuen Softwareplattform laufen.

Mit diesem Namen? Viel Spass damit.

StudiVZ-CEO Marcus Riecke beweist nebenher auch weiterhin seine mittlerweile legendäre Kompetenz bezüglich neuer Entwicklungen im SocialNetwork-Segment:

Ein sogenannter News Feed, der die Mitglieder über die Tätigkeiten seiner Freunde im Netzwerk informiert, stehe in der Prioritätenliste sicher nicht auf Platz 1. „Viele Nutzer empfinden einen News Feed auch als störend”, sagte Riecke.

 

Ohne Worte.

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