Archive for the 'Filesharing' Category

Laurent Garnier: “Wenn Du heute kein Internet hast, bist Du erledigt.”

Laurent Garnier ist einer der wenigen Techno-DJs der alten Garde, der heute noch zu überzeugen weiß. Euronews hat er ein Interview gegeben, in dem er unter anderem zum kürzlich in Frankreich verabschiedeten “Three-Strikes”-Gesetz Stellung bezieht:

Was ich an diesem Gesetz nicht mag und was mich daran stört, ist die Bestrafung, die darin besteht, jemandem den Internetzugang zu sperren. Das ist genauso idiotisch, wie jemandem das Wasser, die Heizung oder das Gas abzustellen, weil er etwas Verbotenes getan hat und ihm zu sagen : “Nun hast Du keine Heizung mehr und wirst im Winter frieren, das soll Dir eine Lehre sein”. Das kann man nicht machen, das ist nicht normal. Ebenso wenig darf man heute jemandem den Internetzugang kappen. Das ist eines der wenigen noch existierenden Kommunikationsmittel. Die Menschen schreiben sich keine Briefe mehr, sie kommunizieren über das Internet, sie arbeiten im Internet, telefonieren oder verabreden sich. Wenn Du heutzutage kein Internet hast, bist Du erledigt.

Im Rest des Interviews vertritt Garnier leider ein paar weniger kluge Ansätze. So bezeichnet er Filesharing als Diebstahl (was es nie sein kann). Und er meint, seine Angestellten, wie etwa sein Konzert- und Tourneeleiter(!), würden alle arbeitslos, wenn er keine Platten mehr verkauft bekäme. Das halte ich für etwas übertrieben.

Laurent Garnier: “Wenn Du heute kein Internet hast, bist Du erledigt.” | euronews

3 Strikes doch in Frankreich

Crap.

Die französische Nationalversammlung hat mit 296 zu 233 für die Einführung von Internetsperrungen bei Urheberrechtsdelikten im Rahmen des Loi HADOPI - Gesetzes gestimmt. Damit drohen nun bis zu einem Jahr Internetentzug bei weiter laufenden Vertragsgebühren.

Und zum Hohn sollen die Vertragsgebühren weiterlaufen. Can you say “Unverhältnismäßigkeit”? 

Frankreich bekommt Internetsperrungen : netzpolitik.org

P2P ist niemals ‘Piraterie’

Die einseitig geprägten Begrifflichkeiten im Urheberrechts/P2P-Diskurs gehen mir mehr und mehr auf den Keks. Vor geraumer Zeit hatten wir auf netzwertig.com auf einen österreichischen Richter verwiesen, der klarstellte:‘Illegaler Download’ ist niemals Diebstahl.

Es ist wirklich bemerkenswert, wie sehr die Musikindustrie mit ihrer Propaganda den öffentlichen Diskurs bestimmen konnte und die Verbindungen Download = Diebstahl und P2P-Nutzer = Piraten etablieren konnte, egal wie absurd das im einzelnen ist, wenn man sich en detail damit beschäftigt.

Anyway, Merlin Mann bringt’s wieder auf den Punkt:

piracy-merlinmann

 

Und Sween verweist auf den eklatanten Papageien-Mangel bei der Online-Piraterie:

piracy-sween

 

Und ich wundere mich ganz grundsätzlich, warum die, die sich aktiv politisch engagieren, die bewertenden Propaganda-Begriffe der Gegenseite für sich übernehmen.

piracy-me

(Und bevor mir jemand das “Gegner” um die Ohren wirft: Nicht ich habe diese absurde und unsinnige Gegnerschaft zwischen Konsumenten und Anbietern beschworen. Das waren die Vertreter der Unterhaltungsindustrie, die in jedem Kunden einen potentiellen Feind sehen.)

Nochmal zum mitschreiben: Von sich selbst als Pirat zu sprechen, hilft nur einem: Dem, der diese begriffliche Verbindung für die eigenen Zwecke in den Diskurs eingebracht hat. Wie gut so etwas in der aktuellen Situation für die eigenen Belange funktioniert, sieht man ja unter anderem am Pirate-Bay-Urteil. Wer sich selbst(-bewusst) Pirat nennt, dem kaufen viele Menschen eben - zum Teil zu recht - eine Menge an Argumentationsketten nicht mehr ab.

Keine Partei, die sich Piratenpartei nennt, wird in Deutschland jemals irgendeine gesellschaftlich relevante Rolle spielen. Das ist traurige massenmediale Realität.

Dazu passend ebenfalls:

blogs

 

Metablogging führt eben nicht zu gesellschaftlicher Relevanz.

Und wenn dann die Regierung mal über das Internet herfällt, dann hat man eben nur Stimmen, die oft zu leise sind, um irgend etwas zu erreichen. Ob das P2P betrifft oder die Einführung einer Online-Zensur, versteckt als Kinderpornographie-Sperren, es ist überall das gleiche Ergebnis. Dass bereits Forderungen aufkommen, beides zu verbinden, sollte auch niemanden überraschen.

Zum Pirate-Bay-Urteil

Das Urteil im Pirate-Bay-Prozess lautet schuldig:

Die Pirate-Bay-Betreiber wurden der Beihilfe zu Verstößen gegen das Urheberrecht für schuldig befunden. Das Schwedische Gericht folgte der von der Anklage geforderten Schadenshöhe von 10 Millionen Euro nicht, sprach aber die Haftstrafen von jeweils einem Jahr für die Angeklagten aus.

Das ist nicht endgültig, Berufung wird eingelegt.

Aber ich finde das Urteil schon merkwürdig. Auf netzwertig.com schreibe ich:

Effektiv bedeutet das Urteil für schwedisches Recht, dass nach der Rechtsauffassung des Gerichts alle Suchmaschinenbetreiber verklagt werden können.

Im Telegraph ist ein guter Artikel zum Thema erschienen.

Ein paar Auszüge:

It begs a number of important questions, not least how the ruling will affect search engines. Will Google, for example, fall foul of copyright laws simply for returning a search result that links to a site that does not have permission to host copyrighted material?

Und warum geht die Musikindustrie gegen Filesharing vor, wenn das juristische Vorgehen seit Napster keinen Erfolg gebracht hat?

“It’s the same reason that customs officials and police continue to fight illegal trafficking of drugs and other contraband despite doing little more than scratching the surface of the problem,” he writes on his blog. “If the music industry isn’t seeing to be taking action then it effectively turns on a green light to the illegal sector.”

(Gemeint ist Mark Mulligan von Forrester Research. Den entsprechenden Blogpost konnte ich nicht finden. Doofe Nichtverlinken-Politik!)

Leider ist der Autor zu optimistisch:

While the industry’s desire for legal resolution to its woes is understandable, the music labels, in particular, are starting to realise that the best way of combating illegal filesharing is to beat the pirates at their own game – to fight free with free. Music streaming services such as Last.fm and Spotify, which allow music-lovers to listen to millions of tracks for free, over the web, are at last providing a real alternative to torrent sites.

Spotify wird von den Lizenzen der Labels gebeutelt und last.fm geht es nur marginal besser.

Gut finde ich allerdings auch, dass darauf hingewiesen wird, dass es im Grunde eine Frage von Geschäftsmodellen ist, nicht von ‘Diebstahl’:

And free has, in some cases, proven to be a successful business model for people. Author Paulo Cohelo, for example, discovered that sharing foreign language translations of his best-seller, The Alchemist, online, actually increased sales of the hard copy novel. And Trent Reznor from rock band the Nine Inch Nails is blazing a trail, experimenting with new ways of connecting with fans, pioneering digital technology and giving away some tracks for free while instead charging for premium content that true fans will always invest in.

Allpeers schließt seine Pforten

AllPeers-logoSehr schade: Das zunächst in Prag und später im UK residierende Allpeers hat heute die Schließung bekannt gegeben.

Allpeers ist eine Firefoxerweiterung (zusätzliches Standalone war geplant), mit der privates Filesharing auf BitTorrent-Basis möglich ist. Allpeers zeichnet sich vor allem durch die Möglichkeit aus, die geaddeten Personen in verschiedenen Gruppen (etwa Freunde und Familie) zusammenzufassen. So kann man dann Dateien mit einzelnen Personen oder eben diesen Gruppen tauschen. Daneben gibt es auch rudimentäre Chatelemente und weitere Zusatzfunktionen.

Allpeers war 2006 gestartet und wurde in der Anfangszeit als die Killerapplikation für Firefox gehandelt.

In einer Email an Liz Gannes von newteevee erklärt Gertner von Allpeers die aktuelle Situation folgendermassen:

Basically our investors had certain expectations in terms of user base growth. We were very happy with the adoption of the product but they weren’t. When we ran out of cash they weren’t willing to provide additional funding, so we have no choice but to shut the service down. The source code for our client is already open source, and we’re planning to put it up on an independent site like SourceForge or Google Code in case it can be of use to others. We’re still deciding what to do with the server code, but there’s a good chance that we’ll decide to open source that as well.

In einem Kommentar bei Techcrunch beziffert er die letzten aktuellen Nutzerzahlen:

About 50,000 unique users logged into the service in the past 30 days.

Der Code des Plugins ist bereits Opensource. Zur Zeit wird bei Allpeers, wie Gertner in seiner Mail ausführte, noch überlegt, ob man auch den Code für die Serverseite Opensource machen wird. Ich gehe stark davon aus, dass man das machen wird.

Daraufhin dürften dann einige unabhängige Netze auf Allpeersbasis aufpoppen. Auch Weiterentwicklungen wären so denkbar. Vielleicht entsteht so am Ende etwas, das erfolgreicher und wesentlich größer sein wird als es Allpeers je war.

Sogenannte Darknets sind für viele Einsatzarten sowieso die Zukunft.

[tags]Allpeers[/tags]

Pownce jetzt in der Public Beta

pownceDas von Veronica Mars* programmierte Pownce ist jetzt in der Public Beta und damit frei zugänglich.

Pownce ist am ehesten noch vergleichbar mit Twitter, also eine Art Microblogging-Dienst. Die Unterschiede zwischen beiden Diensten hatte ich im Artikel Twitter vs. Pownce im August letzten Jahres näher beleuchtet.

Mittlerweile hat sich aber einiges getan. Unter anderem hat Pownce seit geraumer Zeit jetzt auch eine API.

Über andere neue Features zum Start der Public Beta mehr:

* nur Spass!

Die fehlerhafte Berichterstattung der Medien im Fall OiNK

Fassen wir noch einmal zusammen: Gestern wurde der BitTorrent-Tracker OiNK geschlossen und der Admin verhaftet. In der Berichterstattung kam es ausnahmslos (so weit ich das überblicken kann) zu fehlerhaften Agenturmeldungen von AP (u.A. auf NZZ), AFP (u.A. auf SZ) und Reuters und höchstwahrscheinlich weiteren.

In allen Agenturmeldungen wurde fälschlicherweise behauptet, OiNK sei eine Seite gewesen, zu der man nur gegen Bezahlung Zugang erhielt.

Nun könnte man die Verbreitung dieser falschen Tatsache als zwar ärgerlich aber nicht schwerwiegend abtun. Es stimmt zwar (gelinde ausgedrückt) bedenklich, dass Nachrichtenagenturen offensichtlich das Zweiquellenprinzip bei einigen Meldungen ignorieren und willentlich einer vorbelasteten Seite blind vertrauen. Auch bleibt man etwas grübelnd zurück, was die Agenturmitarbeiter von einer fünfminütigen Googlesuche abgehalten hat, um die Informationen, die man wohl von der IFPI-Pressemitteilung übernahm, gegenzuchecken. Denn es hätten sich schnell unzählige Beweise für das Gegenteil gefunden.

Nun, wie gesagt, bedenklich, das Ganze, aber damit ist diese Thematik auch durch, oder?

Nicht ganz.

Denn es scheint, genau diese (man könnte fast denken, bewusst so verbreitete) Fehlinformation scheint es erst ermöglicht zu haben, dass die Musikindustrievereinigungen IFPI und BPI in Zusammenarbeit mit verschiedenen Polizeidiensten die Seite schließen und den Admin verhaften konnten (er wurde mittlerweile freigelassen).
Torrentfreak:

The FIOD-ECD - Fiscal Investigation Unit of the Dutch Police is a worrying inclusion to the list of people involved in the closure of OiNK. FIOD-ECD is a Dutch government agency dedicated to chasing down people alleged to be involved in fiscal, financial and economic fraud - usually major criminals. With these people involved, getting access to records from hosts wouldn’t have proven too difficult - FIOD-ECD are not just another BREIN, they have some serious powers.

(Hervorhebung von mir)

Demnach scheint eine Polizei-Einheit involviert gewesen zu sein, die auf schwerwiegende Wirtschaftsverbrechen und dergleichen spezialisiert ist. Warum? Weil behauptet wird, der OiNK-Betreiber habe mit der Seite “Hundreds of Thousands of Pounds” gemacht (siehe BBC-Bericht). Und womit hat er das Geld gemacht? Mit den Zahlungen für den Zugang! Herrjeh. Und das nach angeblich 2 Jahren Ermittlung. Und niemand scheint sich zu fragen, warum jemand, der angeblich Hunderttausende von britischen Pfund verdient, nebenbei noch seinem Tagesjob nachgeht.

Diese falsche Prämisse erklärt auch das unverhältnismäßig harte Vorgehen gegen OiNK. Mir erscheint es so, als wenn dieser Vorfall im Großen und Ganzen ein erstaunlicher Publicitystunt seitens der Industrievereinigungen war. Bevor der OiNK-Admin verhaftet wurde, informierten die Musikindustrievereinigungen IFPI und BPI die Presse, für Bilder und Video live von der Verhaftung (Can you say Witchhunt?). Die Presse folgte dem gern und gerierte sich als kritikloser Erfüllungsgehilfe der Verwertungsindustrie.

Man schaue sich nur diesen absurd einseitigen Bericht von der BBC auf youtube an.

Einen weiteren interessanten Punkt sprechen Piratebay-Admin Brokep und auch Torrentfreak an:

They [The British and Dutch Pirate Parties] also condemn the police forces for allowing the presumption of innocence to be discarded, in that the domain of the website, has been effectively hijacked, and replaced by a page insinuating guilt on the part of the site owner. The ‘Presumption of Innocence’, better known as “innocent until proven guilty” is a cornerstone of law both in the Netherlands and UK. Surely, if anyone should have put a temporary website under the Oink domain, then it should have been the Cleveland police, or the Dutch police, not the record label owners union.

In der Tat, ‘unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils’ scheint bei Filesharing nicht mehr zu gelten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass bei der hier beobachtbaren Mischung aus polizeilicher Inkompetenz, einem Verhalten von Lobbyvereinigungen, das sie als über den Gesetz stehend wähnend entlarvt, und einer blind der Industrie vertrauenden Presse ein sehr fahler Beigeschmack zurückbleibt.

Bonuslink: Dj Rupture, selbst Musiker, nagelt das Thema OiNK:

More than anything else this year, music & software file-sharing site Oink changed the way I thought about the music industry & BitTorrent technology. [..]

In many cases, I believe that downloading an album from Oink would be both faster (more on this in a bit) and give you more information about the CD than sites like iTunes. [..]

Think about that… a free website, which gives fast downloads of music at equivalent or higher quality than the paid music sites. And this free site has an incredibly deep collection of both new and old releases, usually in a variety of file formats and bit-rates. It’s overwhelming! [..]

My library metaphor for Oink makes more sense than economic analogies: for digital music & data, there’s lots of demand but no scarcity at all, which either requires that we rebuild an economic model not based on supply & demand, or start embracing commons analogies. I like living from my music but I also like libraries, the ideas behind of libraries… [..]

Oink didn’t offer solutions; it highlighted the problems of over-priced, over-controlled music elsewhere. Oink was an online paradise for music fans.

BitTorrent-Seite Oink ist down, Admin verhaftet [UPDATE]

Die BitTorrent-Landschaft erbebt:

Der auf Musik und Musikprogramme spezialisierte BitTorrent-Tracker Oink wurde von der Polizei heute geschlossen, die Server beschlagnahmt und der 24-jährige Administrator verhaftet:

The British and the Dutch police both contributed to the investigation that was initiated by the IFPI and the BPI, two well known anti-piracy organizations. The operation was supported by Interpol who coordinated the international cooperation.

Eine Aktion im großen Stil.

According to early reports OiNk’s servers were confiscated in Amsterdam last week.

Das stimmt so nicht. Die Seite war gestern noch online.

Was ist Oink?

Oink ist/war ein privater BitTorrent-Tracker. Das heißt, man bekam in der Regel nur durch Einladung eines anderen Mitglieds Zugang. Trotz dieser einschränkenden Struktur hatte Oink zuletzt eine Mitgliederanzahl von über 180.000. Oink war damit einer der größten privaten BitTorrent-Tracker überhaupt.

Da man bei privaten Trackern ein angemessenes Verhältnis zwischen Upload und Download aufrechterhalten und dementsprechend seeden (=Anbieten von gesamten Dateien) muss, um nicht ausgeschlossen zu werden, sind die Downloadraten bei privaten Trackern ausgesprochen gut. In der Regel liegen bei ihnen die Downloadraten an der Obergrenze des eigenen Internetanschlusses.

Man kann also bei privaten BitTorrent-Trackern ab einer bestimmten Größe mit Fug und Recht von einer der vielleicht effektivsten P2P-Varianten überhaupt sprechen.

Es verwundert also nicht, dass die großen privaten BitTorrent-Tracker zu Zielen der Urheberrechtsindustrie werden.

BBC-Meldung:

Users were only invited to join the site if they could prove that they had music to offer, according to an IFPI spokesman.

Bullshit. Falschinformationen, die man natürlich so auch in der IFPI-Pressemitteilung findet:

OiNK operated an exclusive membership scheme by which users were only invited to join the site if they could prove that they had music to offer.

Weitere Meldungen zum Thema, teilweise leider falsch:

- Onlinekosten.de - Schlag gegen illegale Internet-Musikbörse OiNK:

Die Server der Website seien vergangene Woche in Amsterdam von der Polizei beschlagnahmt worden.

Das kann wie gesagt nicht sein, da die Seite Anfang dieser Woche noch erreichbar und funktionsfähig war.

Die Bedingung für eine Mitgliedschaft bei OiNK war, dass der Anwärter selbst Musik anzubieten hat.

Gah!

- NZZ Online copy&pastet die AP-Meldung:

Die Website OiNK, die nur auf Einladung zugänglich war, hatte sich darauf spezialisiert, Alben vor ihrem offiziellen Start zu verbreiten.

Die Spezialisierung lag auf Musik. Der hier erwähnte Aspekt wurde nur in der IFPI-Pressemitteilung hervorgehoben.

Die 180′000 Mitglieder «spendeten», um die Alben hoch- oder herunterzuladen, die auf der Website oft schon mehreren Wochen früher zu haben waren.

Spenden konnte, wer die Ratio nicht aufrechterhalten konnte wer sich vor Deaktivierung wegen Inaktivität schützen wollte. Quasi ein ‘Freikaufen’. Man konnte sich so auch einen höheren Status erkaufen, der das Einladen anderer User erlaubt. Notwendig zur Nutzung der Seite war das nicht.

- futurezone.ORF.at (wo man lediglich die Reuters-Meldung umformuliert und zur BBC und zur IFPI-Meldung linkt, nicht aber zum Torrentfreak-Blog, von dem man weitere Informationen indirekt zitiert)

UPDATE:

Ich mache es mir jetzt hier zur Aufgabe, die Schlampigkeit und Industriehörigkeit der Agenturen (wurde da mehr gemacht als die IFPI-Pressemitteilung zu übernehmen?) an diesem Fall beispielhaft zu dokumentieren:

Süddeutsche copy&pastet die AFP-Meldung:

Die Bedingung für eine Mitgliedschaft bei OiNK war, dass der Anwärter selbst Musik anzubieten hat.

Nochmal: Man musste selbst keine eigene Musik in das Oink-System einspeisen, um dort beizutreten.

Eine der Bedingungen für eine andauernde Mitgliedschaft war zwar das Uploaden runtergeladener Musik. Das Verhältnis Up- zu Download wurde aber zum ersten Mal erst ab 5GB Download überprüft.

Das heißt, solange man 5GB Download nicht überschritt, hatte man nicht die Verpflichtung, selbst Musik hochzuladen.

Die Ratio-Tabelle von Oink fand ich gerepostet mangels Alternativen eben hier (heh, Recherche):

Level | Download Amount | Minimum Required Ratio | Grace Period
0 Less than 5GB None None
1 5.00 GB - 10.00 GB 0.15 14 days
2 10.00 GB - 25.00 GB 0.20 None
3 25.00 GB - 50.00 GB 0.25 None
4 50.00 GB - 75.00 GB 0.30 None
5 75.00 GB - 100.00 GB 0.35 None
6 100.00 GB - 125.00 GB 0.40 None
7 125.00 GB - 150.00 GB 0.45 None
8 150.00 GB or more 0.50 None

(Falls jemand eine gecachete Version der Rules/FAQ/wieauchimmerdashieß direkt von Oink findet, wäre ich sehr froh. Bin mir aber nicht sicher, ob das überhaupt öffentlich zugänglich war.)

Dass man allerdings bereits uploadet, während man noch runterlädt, ist nebenbei systemimmanent bei BitTorrent und vom User nur bedingt beeinflussbar.

Ich denke, dass mit der ‘Verpflichtung zur Bereitstellung von Musik’ in allen Meldungen eine simplifizierte, leider irreführende Beschreibung für das Ratio-System gemeint ist. Oder es ist eine blinde Übernahme der IFPI-Pressemitteilung. Je nach dem, wie viel Glauben man noch in das Agenturwesen und den Journalismus allgemein hat.

Tubes: privates Filesharing und Webpublishing leicht gemacht

TubeslogoTubes ermöglicht simples Webpublishing, Dateisynchronisation und einfaches P2P-Filesharing auf privater Ebene.

Das funktioniert dabei relativ einfach. Nachdem man sich registriert und den Tubes-Client runtergeladen hat:

  1. Eine “new tube” erstellen und benennen
  2. Per Drag&Drop einen Ordner mit Fotos, Musik oder Videos auf die Tube ziehen
  3. Entweder man lädt jetzt andere Tubes-Nutzer ein (privates p2p-filesharing) oder man klickt “Enable Guest Access” and und richtet damit eine Webseite mit den Dateien ein (webpublishing )
  4. Synchronisation: Jedes Mal wenn man jetzt etwas in der Tube im Client verändert, wird das entsprechend auf der tubeSite angepasst.

Man kann aber auch nur einzelne Dateien sharen:

Simply drop anything onto a tube icon on your desktop and Tubes instantly provides a URL to that file. Now you can send the URL to anyone and they can access your file as if right off your hard drive. No upload required.

Ärgerlich: Tubes erlaubt es nicht, bei der Installation einen eigenen Zielordner für das Programm auszuwählen. Sehr Nineties.

Der kostenlose Free-Account bietet 1 GB Speicherplatz. Premiumaccounts gibt es ab $5.95 aufwärts (5 GB für $5.95/Monat, 10 GB für $10.95 und 20 GB für $20.95/Monat).

Ich hatte vor geraumer Zeit einen Artikel über teils ähnliche Applikationen geschrieben: Drei (+1) einfache Wege den eigenen Rechner als Fileserver zu verwenden

Tubes ist aktuell nur für Windows verfügbar.

(via Webware.com)

[tags]Tubes[/tags]

Filesharing FAQ

Netzwelt hat eine FAQ zum Thema Filesharing zusammengestellt, beziehungsweise von einem Anwalt zusammenstellen lassen.

Heraus kam eine hervorragende, sehr ausführliche Anlaufstelle für alle Fragen zu den rechtlichen Aspekten von Filesharing.

Doch wie können Filesharer überhaupt verfolgt werden? Was ist erlaubt und was nicht? Was tun, wenn man erst beim illegalen Datentausch erwischt wurde? Die große Filesharing-FAQ klärt auf.

netzwelt: Die große Filesharing-FAQ

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