Filesharing

Bigott: Filesharing als Diebstahl bezeichnen aber gegen Verkauf gebrauchter MP3s klagen

12.01.2012

Am Beispiel des Anbieters ReDigi, der ein Marktplatz für den Weiterverkauf gebrauchter MP3s sein will, zeigt sich hervorragend die scheinheilige Argumentation der Rechteverwerter in der Urheberrechtsdebatte.

Denn nachdem bereits kurz nach dem Start von ReDigi die RIAA eine Unterlassungserklärung an den Anbieter weitergereicht hat, hat nun EMI gegen ReDigi geklagt:

Die Song-Datei existiert laut Angaben von John Ossenmacher, CEO von ReDigi, zu keinem Zeitpunkt zweimal. Dies bezweifelt EMI Music jedoch: ReDigi dupliziere Songs, erstelle also unerlaubte Kopien urheberrechtlich geschützter Werke.

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Daten können nicht gestohlen, ‘nur’ ausgespäht werden

09.01.2012

Peter Piksa schaut sich das unsinnige Diebstahl-Argument bei unautorisiertem Filesharing aus einer juristischen Sichtweise an:

Wer sich unrechtmäßig Zugriff auf Daten verschafft, begeht eine Straftat gemäß § 202a StGB (Ausspähen von Daten). Wer diese Daten weiterverbreitet, begeht einen Verstoß gegen das Urheberrecht. Von Diebstahl kann keinesfalls die Rede sein.

Zu dieser Thematik habe ich hier bereits einige Artikel geschrieben, weil die falsche Metapher den Blick auf Lösungsansätze verstellt und deswegen oft die Missverständnisse mit ihr beginnen:

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Illegales Filesharing auch bei RIAA und Homeland Security

19.12.2011

Nach dem Élysée-Palast und größeren US-Medienkonzernen wurden jetzt illegale Filesharing-Aktivitäten auch bei RIAA (Recording Industry Association of America) und Homeland Security gefunden.

TorrentFreak:

After carefully checking all the IP-addresses of the RIAA we found 6 unique addresses from where copyrighted material was shared. Aside from recent music albums from Jay-Z and Kanye West – which may have been downloaded for research purposes – RIAA staff also pirated the first five seasons of Dexter, an episode of Law and Order SVU, and a pirated audio converter and MP3 tagger.

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Auch Mitarbeiter von Nicolas Sarkozy laden illegal herunter

15.12.2011

Der französische President Nicolas Sarkozy gehört zu den unbestrittenen Hardlinern in der Urheberrechtsdebatte und ist die treibende Kraft hinter HADOPI gewesen, dem Three-Strikes-Gesetz in Frankreich. (zwei Warnungen, bei der dritten wird die Internetverbindung gekappt)

Mitarbeiter des Präsidenten wurden nun beim unautorisierten Filesharing erwischt, wie bereits vor zwei Tagen Mitarbeiter großer Medienkonzerne in den USA.

TorrentFreak:

As reported to TorrentFreak this morning by Nicolas Perrier of Nikopik, people using IP addresses allocated to the Élysée Palace (62.160.71.0 – 62.160.71.255) have been very naughty indeed.

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Louis CK macht mit DRM-freien Verkauf von “Live at the Beacon Theater” 200.000$ Gewinn in 3 Tagen

14.12.2011

Der Standup-Comedian Louis CK hat am Samstag über seine Website angefangen, das Video zu seinem Standup “Live at the Beacon Theater” zu verkaufen. Ohne DRM, ohne Zwischenhändler, für 5 Euro.

Bereits nach 12 Stunden erreichte er Break Even. Nach 3 Tagen kommt er auf einen Gewinn von 200.000 US-Dollar.

Louis CK:

The show went on sale at noon on Saturday, December 10th. 12 hours later, we had over 50,000 purchases and had earned $250,000, breaking even on the cost of production and website.

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Überraschung: BitTorrent-Piraten bei Sony, Universal und Fox gefunden

13.12.2011

TorrentFreak hat mit Hilfe von YouHaveDownloaded, das ungefähr 20% der öffentlichen BitTorrent-Downloads trackt, herausgefunden, dass – Überraschung! – auch bei den großen Medienkonzernen illegal Filme und Musik heruntergeladen werden.

TorrentFreak:

After some initial skimming we’ve discovered BitTorrent pirates at nearly every major entertainment industry company in the US, including Sony Pictures Entertainment, Fox Entertainment and NBC Universal. Busted.

[..]

Another Hollywood studio where it’s not uncommon to download music, TV-shows and movies is NBC Universal. The employee(s) behind one of the IP-addresses at the Fort Lauderdale office in Florida downloaded the first season of ‘Game of Thrones,’ some trance music, a DVD of ‘Cowboys and Aliens’, and much more.

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User Curated Content ist Filesharing im neuen Gewand

28.11.2011

Pinterest

Leander Wattig über den populär werdenden Fotobookmarkingdienst Pinterest und die damit einhergehende wieder einmal aufgeworfene Frage, wie Internet und Urheberrecht zusammengehen:

Das Problem hier ist, dass innovative Plattformen, zumindest in Deutschland, oft nicht oder nicht mit angemessenem Aufwand genutzt werden können (selbst wenn es dem Urheber zugute kommt und er die Nutzung wünscht). Als Nutzer lebt man dauerhaft mit der Unsicherheit, wegen auch kleinster Urheberrechtsverstöße abgemahnt zu werden und finanziell zu bluten. Das ist ein Punkt, der das gesamte Ökosystem hemmt.

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Modernes Urheberrecht: EU-Grüne wollen Filesharing legalisieren

11.10.2011

Die Fraktion der Grünen im EU-Parlament hat ein erfreulich nach vorn gerichtetes Positionspapier (PDF) veröffentlicht, in dem sie ihre Vorstellung eines modernes Urheberrecht präsentieren.

Und es ist tatsächlich ein modernes Urheberrecht, das die Grünen vorstellen.

Es soll eine Unterscheidung zwischen kommerzieller und unkommerzieller Nutzung gemacht werden, wie ich es hier auch kurz zumindest als Kompromiss sinnvoll angeschnitten hatte. Aus dem Positionspapier:

Distinction between commercial and non commercial use of copyright material always needs to be made: users making financial benefits from the exploitation of copyrighted works should remunerate right holders accordingly, while users making no financial benefits should be free to use copyrighted works provided that they quote the authors.

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Das aktuelle Urheberrecht ist die eigentliche Katastrophe

05.10.2011

Der berühmte Ökonom John Maynard Keynes soll einmal gesagt haben: “Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung. Und was machen Sie?”

Sascha Lobo schreibt zu Siegfried Kauder und dessen Urheberrechtsverletzungen:

Es gibt Kräfte, die das Urheberrecht abschaffen oder in die Unwirksamkeit treiben wollen. Dieses Vorhaben ist politisch auch ihr gutes Recht, die Begründungen dafür sind nicht mehr so hanebüchen wie vor ein paar Jahren, sondern kommen zunehmend intelligent und durchdacht daher. Wie beschrieben, halte ich diese Überzeugung für unrichtig, selbst wenn ich sie ernst nehme.

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Two Strikes in Deutschland, weil Three Strikes in Frankreich nicht funktioniert?

27.09.2011

Siegfried Kauder (CDU, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages) hat sein angekündigtes 2-Strikes-Modell vorgestellt. Spiegel Online:

Seine Idee: Ein Warnmodell, bei dem Rechteinhaber sich bei den Providern über Copyright-Sünder beschweren. Erst gibt es einen Hinweis, im wiederholten Fall dann Internet-Entzug – ganz ohne Gerichtsverfahren. Verfassungsrechtliche Bedenken hat er dabei nicht, denn die Sperre soll nur für einen kurzen Zeitraum gelten. “Ich denke da an drei Wochen”, so Kauder.

Mit diesem Modell will er vermeiden, dass wie bisher das Strafrecht bemüht werden muss, um Copyright-Sünder zu bestrafen.

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Wie ‘Piraterie’ einen Künstler vor dem Internet bekannt machte

23.08.2011

Der Künstler Jonathan Akwue berichtet auf seinem Blog darüber, wie illegale Kopien seines Afrika-Bildes ihn bekannt gemacht haben. How Pre-Internet Piracy Made Me (Almost) Famous:

Among a certain set of people I became (almost) famous – or at least my picture did. Stan’s distribution network was far more extensive than I could have imagined. As a result the image cropped up in all sorts of places, from inner-city street corners to suburban offices. A friend spotted it on TV hanging on the wall of an architect’s home in New York.

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LimeWire-Nutzer waren auch die besten iTunes-Kunden

28.07.2011

Douglas Merrill, ehemaliger Google-CIO und ehemaliger “Chief Operating Officer of New Music and President of Digital Business” bei EMI, weist in einer Keynote auf Untersuchungen aus seiner Zeit bei EMI hin, die ein mittlerweile bekanntes Bild vom Konsumverhalten vieler Filesharing-User zeichnet:

Nutzer der Tauschbörse LimeWire sind nach seinen Untersuchungen seinerzeit gleichzeitig oft auch diejenigen gewesen, die das meiste Geld für Inhalte ausgeben haben. Kurz: Es waren Power-User.

TorrentFreak:

During his stint at EMI, Merrill profiled the behavior of LimeWire users and discovered something rather interesting.

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Ars Technica verkauft OSX-Lion-Review zusätzlich via Kindle: 3000 Verkäufe in ersten 24 Stunden

27.07.2011

Die Technewssite Ars Technica veröffentlicht zu jeder neuen Version von Mac OS X ein langes Review von John Siracusa.

Der Artikel zu Mac OS X Lion kommt auf 27.300 Wörter und wurde als Experiment von Ars Technica zusätzlich zum kostenfrei abrufbaren Artikel auch als Kindle-Ebook für 5$ veröffentlicht.

Mit Erfolg. The Next Web:

In a telling turn of events, Ars Technica also decided to sell his review as a $5 Kindle ebook. In its first 24-hours on sale, the ebook sold 3,000 copies.

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Unveröffentlichte GfK-Studie: Nutzer von kino.to sollen überdurchschnittlich oft ins Kino gehen

18.07.2011

Telepolis berichtet über eine GfK-Studie, die dank unangenehmer Ergebnisse nicht veröffentlicht wurde:

Auch andere Ergebnisse widersprechen nämlich dem gängigen und für die bundesdeutschen Urheberrechtsdebatten zurechtgestutzten Klischee eines Users, dessen ungenehmigtes Anschauen von Filmen im Netz den Verleihern und DVD-Händlern Millionenschäden beschere. Das Gegenteil ist offenbar der Fall. “kino.to”-Nutzer gehen nicht nur sehr oft ins Kino, sie geben auch überdurchschnittlich viel Geld an der Kinokasse aus. “Die User kaufen oft ein Ticket an den teuren Wochenend-Tagen.” (Einfügung d.A.: Aus der Studie gehe auch hervor, dass die “kino.to”-Nutzer mehr DVDs kaufen würden.

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“Three Strikes” funktioniert nicht, aber hey, in den USA kommt “Six Strikes”

08.07.2011

Die Menschenrechte verletzende Massnahme Three Strikes funktioniert nicht, wie der britische ISP BE BRoadband festgestellt hat:

Den gewünschten Effekt, die Piraterie eindämmen zu können, dürfte die Regelung aber ohnehin nicht erzielen. Lediglich fünf Prozent der Filesharer würden laut BE Broadband die Verwendung von Filesharing-Software reduzieren oder zur Gänze stoppen, sollte ein entsprechendes Gesetz in Kraft treten. Zwar würde beinahe die Hälfte der User Maßnahmen ergreifen, um die eigene Identität im Web besser zu verschleiern. Am Datentausch wollen sie sich dennoch weiter beteiligen.

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Problem der Unterhaltungsindustrie: Keine Container transportieren -> kein Geschäftsmodell

30.06.2011

In einem Kommentar zum Artikel “Das Problem der Unterhaltungsindustrie in einem Satz” weist Bertram Gugel auf eine Präsentation auf Slideshare hin, in der das Problem ebenfalls recht knackig auf den Punkt gebracht wird:

“The central challenge to the folks running the traditional aspects of content businesses is that their business models are based on moving the containers around. No containers means no business model. Chaos.”

Das klingt zunächst recht banal und offensichtlich. Aber die dahinter liegende Problematik ist extrem komplex und in vielen Fällen wahrscheinlich gar nicht von den bestehenden Unternehmen lösbar.…

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Das Problem der Unterhaltungsindustrie in einem Satz

29.06.2011

Das Geschäftsmodell der Unterhaltungsindustrie, also Plattenlabels, Filmstudios etc. und die dahinter hängenden Wertschöpfungsketten, basierte früher u.a. darauf, die Verbreitung von Kulturgütern zu ermöglichen und basiert heute dank Digitalisierung u.a. darauf, die Verbreitung von Kulturgütern künstlich zu verknappen.

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USA, Neuseeland, Schweden und andere verdammen “Three Strikes”, Deutschland nicht dabei

15.06.2011

Vor kurzem hatte ich hier auf einen UN-Report verwiesen, der den Zugang zum Internet zum Menschenrecht erklärte und “Three Strikes” (2 Warnhinweise, dann Kappen der Internetanbindung) als eine Verletzung dieses Menschenrechts verstand.

Über 40 Länder haben nun dem Report öffentlich zugestimmt und eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Ars Technica:

Michael Geist notes that on Friday, Sweden made remarks at the UN Human Rights Council that endorsed many of the report’s findings, including the criticism of “three strikes” rules. The statement was signed by 40 other nations, including the United States and Canada.

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Wie kino.to funktionierte

09.06.2011

In einem lesenswerten Interview auf netzfeuilleton.de mit einem kino.to-Uploader kann man viel über die Arbeitsweise des abgeschalteten Streamingggregators lernen:

Meistens sind Serien nämlich schon hundertfach nach der Ausstrahlung hochgeladen, werden aber immer sofort nach ein, zwei Stunden wieder gelöscht. Ich bin also schnell, schnappe mir die Links und gebe sie ins Programm ein, das lädt sie dann auf einem Server runter und dann auf verschiedene Videohoster hoch. Die Dateien sind so nie auf einem Rechner, sondern auf einem angemieteten Server.

[..]

die Videohoster bezahlen pro Besucher.

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Das Ende von kino.to wird genau so viel bringen wie das Ende von Napster

08.06.2011

Die in Deutschland für ihre illegalen Angebote extrem bekannte Streaming-Site kino.to ist nach einer groß angelegten Razzia und ihr folgenden Verhaftungen offline:

In Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden haben Ermittler am Dienstag zahlreiche Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren durchsucht, um die Betreiber des Verzeichnisses und angeschlossener Streaming-Dienste dingfest zu machen. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzung (GVU) mit. Demnach haben in Deutschland zeitgleich 20 Razzien stattgefunden, mehr als 250 Polizisten und Steuerfahnder waren im Einsatz, unterstützt von 17 Computerexperten.

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