Marktführer und Innovationstreiber.

Amazon ist wie Apple, Facebook und Google in den jeweiligen Kernmärkten Marktführer und Innovationstreiber.

Ein bisher für Konzerne eher ungewöhnliches Verhalten.

Healthbook: Apples “Zero-Setup-Plattform” für Gesundheitsapps?

Es lohnt sich genau anzuschauen, wie Apple und Google neue Plattformen, aktuell Wearables und speziell Smartwatches, angehen und wie sie planen, diese zu etablieren. Nicht nur die bereits etablierten Betriebssysteme, die natürlich eine bequeme Startposition ermöglichen, sondern auch und vor allem das Verständnis der Netzwerkdynamiken von Plattformen sind es, die Apple und Google auszeichnen.

Benedict Evans schreibt über die mögliche Healthbook-App von Apple, über die gerade Gerüchte kursieren:

Suppose, for the sake of argument, that Apple does indeed plan a health app that’s card-based, somewhat like Passbook. What would happen when you buy and turn on a blood pressure monitor that is certified for ‘Healthbook’? Well, one would expect that Apple would use the Bluetooth LE auto discovery that’s already in iOS7 to detect it automatically and tell you. And then, suppose it offers to install the Healthbook card to manage it (either from iTunes or from the device itself) – an HTML/Javascript package that runs in the Healthbook sandbox in some way. Suppose it does the same for any sensor you might buy? Then Apple has created a zero-setup platform for personal health devices. No apps, no native code, no app store, no configuration at all.

This would be one answer to why Apple’s recent hires of ‘wearables experts’ sound a bit like a team for a hospital device rather than a watch, measuring various quite technical things – because Apple plans to enable such devices, not try to pack every single one into its own device. That is, the straightforward sensors should live in the phone (like the pedometer that’s already in the iPhone 5S) and the complex and demanding ones should be enabled by an Apple platform, not become part of an Apple device.

Mit der Ausbreitung in Autos, in Wearables, in TV-Geräte verändert sich die Natur von iOS und Android. Ihre Lebensphase als reine Smartphone-Betriebssysteme endet 2014.

SDK für Wearables: Android sichert Googles Zukunft

Googlewatchblog: Sundar Pichai kündigt Android SDK für Wearables an:

Um diesen wichtigen Markt nicht zu verpassen, wird Google in etwa 2 Wochen das Android SDK für Wearables veröffentlichen und damit für all diese Geräte eine völlig neue Grundlage zu schaffen. Weitere Details hat Google bzw. Sundar Pichai noch nicht genannt, die Geräte sollen aber problemlos untereinander Daten austauschen und miteinander arbeiten können. Aufgebaut werden soll das gesamte System in einen Oberflächen- und einen Daten-Layer.

Das ist quasi ein direkter Blick auf die strategische Bedeutung eines erfolgreichen Androids für Google. Egal was kommt, Google hat mit Android ‘leicht’ und schnell den OS-Fuß in der Tür. Und aktuell sind sie damit die einzigen.

neunetzcast 33: Googlenest und das Internet der Dinge

Ich spreche mit Martin Spindler über die Übernahme von Nest durch Google und über den allgemeinen Stand beim sogenannten „Internet der Dinge“. Wie entwickelt sich die Branche der vernetzten, intelligenten Geräte? Wie kann eine Antwort der Anbieter auf den Überwachungsskandal aussehen? Welche Auswirkungen wird die Nest-Übernahme auf Startups haben? Und, last not least, von welchem Zeithorizont sprechen wir bei der Ankunft des „Internets der Dinge“ im Massenmarkt?

Dauer: 64 Minuten

Martin Spindler im Netz:

Links zu den Themen:

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* neunetzcast auf SoundCloud folgen 

als Podcast-Feed 

neunetzcast in iTunes

neunetzcast auf Twitter und auf App.net und als Push-Nachricht auf’s Smartphone

Google denkt bei seinen Produkten zu wenig an die Menschen, die sie benutzen sollen

In einem Artikel, in dem er über den Unsinn von smarten Kontaktlinsen für Diabetiker, die eher keine Kontaktlinsen tragen sollten, schreibt, fasst Om Malik den Modus Operandi von Google recht gut zusammen:

And yet, I cannot get over what seems to me a tone-deaf approach by Google’s scientists. It also highlights Google’s fundamental challenge: it fails to think about people as people, instead it treats them as an academic or an engineering problem. Instead of trying to understand the needs of actual people, they emerge with an elegant technological solution.

Google übernimmt nach Roboterhersteller nun auch das Automatisierungsunternehmen Nest

Google übernimmt für 3,2 Milliarden US-Dollar das Heimautomatisierungsunternehmen Nest:

Nest’s mission is to reinvent unloved but important devices in the home such as thermostats and smoke alarms. Since its launch in 2011, the Nest Learning Thermostat has been a consistent best seller–and the recently launched Protect (Smoke + CO Alarm) has had rave reviews.

Nest wurde von dem Ex-Applemitarbeiter Tony Fadell mitgegründet. Fadell wird als einer der ‘Väter’ des iPods gehandelt.

Das Statement der Nest-Gründer via Re/Code:

Fadell, a well-respected figure who co-founded Nest along with former Apple software exec Matt Rogers, said in a statement that Nest “will be even better placed to build simple, thoughtful devices that make life easier at home, and that have a positive impact on the world” with Google’s support. Meanwhile, Google CEO Larry Page complimented the company’s team and the fact that it’s “already delivering amazing products you can buy right now.”

Google, das erst vor wenigen Tagen den Roboterhersteller Boston Dynamics übernommen hat, ist offenbar fest entschlossen, im in ein paar Jahren kommenden "Internet of Things" zum Marktführer zu werden.

Für den Markt ist es bedauerlich, dass das vielversprechende Nest kein selbständiger Player mehr sein wird.

Interessant aus den Q&A, die zum Statement zur Übernahme veröffentlicht wurden:

Will Nest customer data be shared with Google?

Our privacy policy clearly limits the use of customer information to providing and improving Nest’s products and services. We’ve always taken privacy seriously and this will not change.

Die Übernahme muss von den Regulierungsbehörden noch akzeptiert werden.

Top 20 iPhone-Apps in Deutschland: Whatsapp vorn, Google Maps nur bei 20 Prozent

Matthias Brandt von Statista hat eine neue Grafik mit den meistbenutzten iPhone-Apps in Deutschland veröffentlicht, die auf 2.041 befragten iPhone-Nutzern basiert:

Infografik 993 Die Top 20 iPhone Apps in Deutschland b

Interessant ist natürlich, dass Whatsapp demnach auf Platz 1 vorgerückt ist.

Da der Facebook Messenger vor dem jüngsten Update nur mit Facebook-Kontakten benutzt werden konnte, bedeuten die 20 Prozent Messenger-Nutzer auch, dass, vorausgesetzt die Befragung ist repräsentativ, 20 Prozent der iPhone-Nutzer zwei Facebook-Apps installiert haben. Denn wer Messenger installiert, wird in der Regel auch die Hauptapp installiert haben.

Als dritter spannender Punkt bleibt noch Google Maps. Das ist von der Default-Kartenanwendung (also quasi 100%) auf 20 Prozent gefallen. Für das datenabhängige Google ist das ein herber Schlag. Glücklicherweise haben sie noch Android.

Aber diese Veränderung bei iOS ist der Verlust auf der Seite von Google, von dem Charles Arthur neulich im Guardian geschrieben hat.

Nicht in die Top 20 haben es unter anderem Snapchat oder die Google+-App geschafft.

Auch bezeichnend.

41 Prozent aller Android-Geräte im letzten Quartal wurden in China verkauft

China, das schwarze Android-Loch. Engadget:

Before we call off the smartphone battle and declare Google the winner (an 81.9 percent share is huge in any market), Gartner’s report does point to the key factors behind Android’s growth. China accounted for a massive 41 percent of all Android sales in the last quarter, up seven percent from a year ago, helped by sales of Coolpad and Xiaomi smartphones. Unfortunately for Google, the majority of Chinese Android devices do not utilize the Play Store and run customized builds of its open-source operating system. In October, analyst Benedict Evans suggested just 6 percent of Chinese app installs were made via Google’s app marketplace, helping add some balance to Google’s mobile dominance.

Dass sich Android auch in China ausbreiten kann, ist dank des Open-Source-Ansatzes möglich. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass Google, dessen Apps in China nicht erlaubt sind, nicht direkt von dieser Verbreitung profitiert.

Google profitiert natürlich indirekt davon. Denn die Verbreitung billigster Smartphones mit googlefreiem Android stellt sicher, dass sich im großen chinesischen Markt kein anderes mobiles Betriebssystem ausbreiten und von da die mobile Welt erobern kann.

Kein Gewinn für Google also, aber ein Burggraben. Strategisch ist das sehr viel wert.

Google macht mehr Umsatz als US-Tageszeitungen oder US-Magazine

(Update am Ende des Artikels) Bemerkenswerte Grafik auf Business Insider:

In allen Fällen wird mit Werbung das meiste Geld verdient.

Anmerkungen:

  • Noch einmal: der rasante Fall der Werbeeinnahmen der US-Tageszeitungen.
  • Wie gering Googles Einnahmen gemessen am gesamten Werbekuchen (oder dessen potenzieller Größe) sind.
  • Es gibt eine klare Lücke hoher Einnahmen, die bei Tageszeitungen und Magazinen weggebrochen sind aber nicht zu Google gegangen sind.
  • Was ist in den letzten Jahren in den USA mit Branding passiert? Auf Markenbildung konzentrierte Werbung ist weg von Tageszeitungen und Magazinen gegangen, aber sie konnte nicht in die Textwerbung von Google gehen.
  • Zum vorherigen Punkt auf heute bezogen: Dollarzeichen in den Augen der Manager von Facebook und Twitter.

Update: Kommentar von Hugo E. Martin:

Die Werbeeinnahmen der Medien 2012 in den Staaten betrugen laut ZenithOptimedia insg. 159,7 Mrd. USD. Auch wenn alle Anmerkungen stimmen, die Zahlen selbst sind nicht wirklich vergleichbar. Die Google Zahlen stammen aus dem Annual Report Form 10-K, die NAA Zahlen sind Prognosen, die Aufteilung beruht auf Angaben von 15 Unternehmen und im PIB (MBA) werden lediglich “über” 200 Consumer Magazine (von rd. 7.000) ausgewertet.

300 Millionen “aktive” Nutzer? “In Stream” bedeutet bei Google+ auch Klick auf die Benachrichtigungen

Wie definiert man aktive Nutzer? Die 300 Millionen “In Stream”-Nutzer, die Google+ vor ein paar Tagen verkündete, sind nicht etwa, wie man vermuten könnte, Menschen, die den Stream von Google+ nutzen, sondern 'nur' Menschen, die auf das Notifications-Symbol geklickt haben. Das Symbol, das sehr schnell1 eine rote Zahl anzeigt. Eine rote Zahl, die oben rechts auf YouTube, der Google-Suche, GMail und anderen Google-Produkten sichtbar ist. YouTube und die Google-Suche. Sehr viel größer wird es nicht. Vor diesem Kontext sind die 300 Millionen Rote-Zahlen-Wegklicker nicht sehr beeindruckend.

Marketingland über die interessante Definition von “In Stream” oder aktiven Nutzern, die man so auch bei Facebook und Twitter findet:

In other words, “in stream” doesn’t mean that’s how many people go to plus.google.com to consume content on Google+. Click the bell on YouTube, Gmail, Google Docs or any other place where it shows and Google counts you as “in stream” on Google+.

As I said above, and to be fair, this isn’t just a Google thing. If you click the Facebook “Like” button or the “Tweet” button up near the headline of this article, and you’re logged in to your account on either of those services, you count as a “monthly active user” even if you never actually visit Facebook.com or Twitter.

Wir hatten die Debatte bereits, als Facebook an die Börse ging: “Sollte man als aktiver Facebook-Nutzer zählen, wenn man auf einer Website auf Like klickt?

Ich bleibe bei meiner damaligen Einschätzung. Bei den Zahlen der aktiven Nutzer sollte eine Unterscheidung zwischen On-Site und Off-Site gemacht werden. Ohne diese Unterscheidung sind Nutzerzahlen Augenwischerei bei Social Networks dieser Größenordnung und Integration.


  1. Neben Erwähnungen führen unter anderem neue Follower und Eventeinladungen, die per default von anscheinend jedem an jeden gesendet werden dürfen, zur roten Zahl. 

Project Ara: Motorola plant modulare Smartphones

Motorola hat ein spannendes neues Projekt vorgestellt, das modulare Smartphones erlauben soll.

The Verge:

Motorola has unveiled Project Ara, an open-source initiative for modular smartphones with the goal to "do for hardware what the Android platform has done for software." The company plans to create an ecosystem that can support third-party hardware development for individual phone components — in other words, you could upgrade your phone’s processor, display, and more by shopping at different vendors.
[..]
The modules "can be anything," says Motorola, giving examples ranging from a new keyboard or battery to more unusual components such as a pulse oximeter.

to "do for hardware what the Android platform has done for software." – Also mit Open Source die Hersteller zur eigenen Plattform locken und dann, wenn die Netzwerkeffekte wirken, mit Zusatzfeatures und Verträgen knebeln und knechten?

Etwas ernster: Der Plan der Google-Tochter Motorola erinnert natürlich an PCs und den IBM-Standard. Ich bezweifle, dass dieses modulare System jemals die Mehrheit des Marktes einnehmen wird. Zu groß sind die Vorteile einer geschlosssenen Hardware, die nicht auf Standards und Schnittstellen achten muss, wenn Leichtigkeit, Leistung, Größe und Laufzeit gleichzeitig so wichtig sind wie bei Smartphones.

Aber dieses Projekt könnte (Android-)Smartphones in interessante neue Bereiche bringen. Besonders im B2B-Bereich, wo spezielle Komponenten die Nutzungspotentiale erweitern können, stecken einige Chancen für ein solches Vorhaben.

Wichtiger als jemals zuvor ist es besonders hier, Smartphones nicht als Telefone sondern als Taschencomputer wahrzunehmen.

Das unter anderem von Union Square Ventures finanzierte Startup Bug Labs hat einige Jahre vor dem Wechsel der Strategie ebenfalls versucht, eine Plattform modularer Hardware zu etablieren. Erfolglos. Allerdings hat sich das Umfeld in den letzten Jahren stark gewandelt und besonders Android als Softwarebasis ist recht vielversprechend für einen erneuten Anlauf. Außerdem bringt Motorola als Google-Tochter nicht nur Ressourcen sondern auch Knowhow als Hardwarehersteller mit.

Ebenfalls interessant: Die Google-Tochter positioniert sich auf diesen Weg möglicherweise so, dass sie nicht direkt mit Herstellern herrkömmlicher Android-Smartphones konkurriert. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass die Hardwarehersteller angesichts eines Plattformproviders mit eigener Hardwaresparte zur recht nervös werden können. Rundum also spannende News für die Android-Plattform.

Man sollte Project Ara im Auge behalten.

Die offizielle Ankündigung von Project Ara findet man hier.

Wie Google Android verschließt und Hersteller knebelt

Wir wissen seit mindestens 2010, dass Google bei Android mit den eigenen Apps (GMail, Maps) und dem Zugang zum eigenen Appstore die Kontrolle über Android sicherstellt. Google geht aber mittlerweile sehr viel weiter. Die Frage, die sich Google stellt, nachdem Android Marktführer bei Smartphones geworden ist, lautet: Wie kann man bei einem Open-Source-Projekt die Kontrolle (zurück) erhalten?

Die Antwort liefert dieser aufschlussreiche Artikel auf Ars Technica. Ein paar Auszüge:

1. Google macht immer mehr Teile von Android Closed Source:

Less open source code means more work for Google’s competitors. While you can’t kill an open source app, you can turn it into abandonware by moving all continuing development to a closed source model. Just about any time Google rebrands an app or releases a new piece of Android onto the Play Store, it’s a sign that the source has been closed and the AOSP version is dead.

Zu diesen Apps zählen mittlerweile Search, Music, Calendar, Keyboard und Camera.

Jedes Unternehmen, das wie Amazon, Android forken will, wird es damit zunehmend schwer gemacht.

2. Google verbietet Mitgliedern der Open Handset Alliance (OHA), Android zu forken oder für andere Unternehmen Geräte mit geforktem Android zu bauen.

Gmail, Maps, Google Now, Hangouts, YouTube, and the Play Store. These are Android’s killer apps, and the big (and small) manufacturers want these apps on their phones. Since these apps are not open source, they need to be licensed from Google. It is at this point that you start picturing a scene out of The Godfather, because these apps aren’t going to come without some requirements attached.

While it might not be an official requirement, being granted a Google apps license will go a whole lot easier if you join the Open Handset Alliance. The OHA is a group of companies committed to Android—Google’s Android—and members are contractually prohibited from building non-Google approved devices. That’s right, joining the OHA requires a company to sign its life away and promise to not build a device that runs a competing Android fork.

Acer, das Geräte mit Alibaba’s Aliyun OS bauen wollte, wurde von Google zurückgepfiffen.

Das dürfte erklären, warum das Kindle Fire von Amazon nicht die beste Hardware hat. Amazon ist schlicht extrem eingeschränkt bei der Auswahl der Hersteller, mit denen es zusammenarbeiten kann:

Since the Kindle OS counts as an incompatible version of Android, no major OEM is allowed to produce the Kindle Fire for Amazon. So when Amazon goes shopping for a manufacturer for its next tablet, it has to immediately cross Acer, Asus, Dell, Foxconn, Fujitsu, HTC, Huawei, Kyocera, Lenovo, LG, Motorola, NEC, Samsung, Sharp, Sony, Toshiba, and ZTE off the list. Currently, Amazon contracts Kindle manufacturing out to Quanta Computer, a company primarily known for making laptops. Amazon probably doesn’t have many other choices.

3. Friss oder stirb. Hersteller müssen alle Google Apps aufnehmen und können nicht einzelne auslassen. Das ist besonders wichtig, weil Google die Daten der Android-Nutzer zur Auswertung benötigt.

Another point of control is that the Google apps are all licensed as a single bundle. So if you want Gmail and Maps, you also need to take Google Play Services, Google+, and whatever else Google feels like adding to the package. A company called Skyhook found this out the hard way when it tried to develop a competing location service for Android. Switching to Skyhook’s service meant Google would not be able to collect location data from users. This was bad for Google, so Skyhook was declared “incompatible.” OEMs that wanted the Google Apps were not allowed to use them. Skyhook sued, and the lawsuit is still pending.

4. Google stellt den Android-APIs bessere Google-Play-APIs gegenüber, um so Android-Entwickler abhängig von Google zu machen. Die gewünschte Folge: Inkompatibilität von Apps über potenzielle Android-Forks hinweg.

Taking the Android app ecosystem from Google seems easy: just get your own app store up and running, convince developers to upload their apps to it, and you’re on your way. But the Google APIs that ship with Play Services are out to stop this by convincing developers to weave dependence on Google into their apps. Google’s strategy with Google Play Services is to turn the “Android App Ecosystem” into the “Google Play Ecosystem” by making a developer’s life as easy as possible on a Google-approved device—and as difficult as possible on a non-Google-approved device.

Hinzu kommt, dass Applikationen in Android auf die Maps-API zugreifen können. Ein Fork wie das von Amazon braucht nicht nur eigene Maps sondern auch eine kompatible Maps-API, um es den Entwicklern der Apps so einfach wie möglich zu machen. (Oder anders: Um Kompatibilität so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.)

Der Artikel auf Ars Technica zählt weitere Aspekte des Abschottens auf.

Besonders perfide-genial ist auch die Unterstützung der Google-APIs für iOS-Apps. App-Entwickler erlangen so die maximale Reichweite der zwei größten mobilen Betriebsysteme. Attraktiver könnte es nicht sein:

The borderline-evil-genius part of Google’s strategy is that 90 percent of the Google APIs are also supported on iOS. Now, put yourself in the shoes of a developer deciding whether or not to use Google’s APIs: many of Google’s solutions offer best-in-class usability, functionality, and ease-of-implementation. Google supports both major mobile platforms, so it will cover a very high percentage of your potential user base. The only bad part is that it won’t work with an Android fork, but any AOSP fork is going to be a tiny sliver of your possible target devices.

Fazit

Android ist nicht offen.

Zumindest nicht so, wie man sich das landläufig vorstellt.

Die Abhängigkeit der Hersteller gegenüber Google könnte größer nicht sein.

Das heißt natürlich, dass Alternativen wie Windows Phone, Firefox OS und Ubuntu Touch attraktiv werden. Und das schlicht weil Android-Forks nicht parallel zum Android-Tagesgeschäft etabliert werden dürfen. Denn in dem Moment, in dem ein Hersteller beginnt, mit einem Fork auf dem Markt zu experimentieren, fliegt er aus dem Androidlager heraus. Das ist auch der Grund, warum Samsung neben seinem Android-Portfolio an dem mobilen OS Tizen arbeitet und nicht an einem Android-Fork. Und deshalb glaube ich auch, dass wir neben Amazons Kindle Fire wohl kaum weitere Forks von Android sehen werden. (Was gute Nachrichten für Amazon sind.)

Diese schrittweise Entwicklung ist eine bemerkenswerte strategische Leistung von Google, das auf diesen Weg den mobilen Sektor, eine komplette Industrie, fest kontrolliert.

Es ist aber auch ein Spiel mit dem Feuer. Denn wenn mit Android-Hardware Geld zu verdienen wäre, wäre das alles kein so großes Problem für die Hersteller. But alas, mit Android macht von den Smartphoneherstellern allein Samsung Profit..

Google Glass wird wohl erst in ein paar Jahren nach Europa kommen

Marketingland berichtet über regulatorische und technische Hürden bei Google Glass:

But it’s not just about privacy. The WSJ goes on to say that there’s a big technical issue that will delay Glass’ availability in Europe: voice recognition.

In the U.S., some 12,000 “explorers” are currently allowed to see the world through Glass. No such program exists, or is currently planned, for Europe — partly because the device’s American-English voice-recognition software has trouble with foreign accents.
On the record, a Google spokesperson wouldn’t specifically answer if it’ll be years before Glass reaches Europe:

It’s simply too early to say when Glass will come to Europe. Right now, we’re focused on growing our Explorer program in the US ahead of a wider consumer launch in the US next year.

Glass may not reach Europe for a while, but Google’s road show goes on.

Wer hätte gedacht, dass der Weg vom Prototypen zur Massenproduktion einer neuen, unerprobten Gerätekategorie holprig sein könnte?

Die halluzinierenden Techblogger und Journalisten, die Google Glass bereits anhand von ersten Bildern und fallschirmspringenden Vorzeigenutzern als das offensichtliche nächste große Ding sahen, berichten über diese unglamourösen Schwierigkeiten nicht mehr.

Meine Prognose bleibt bestehen:

Es ist erstens weiterhin vollkommen offen, ob Google Glass die erfolgreiche erste Inkarnation dieser neuen Produktkategorie sein wird.

Es ist zweitens sehr wahrscheinlich, dass diese Kategorie von Wearables (also Brillen mit eingebauten Minicomputern; Smart Glasses, wenn man so will), Anwendung nicht im Endkonsumentenmainstream sondern im Arbeitsumfeld finden wird (Ärzte, Taxifahrer, etc.).

Leistungsschutzrecht: Axel Springer und FAZ weiter auf Google News, einige kleinere Presseverlage nicht

Während mit der Axel Springer AG und der FAZ die Vorreiter des Leistungsschutzrechts (LSR) weiter in Google News gelistet werden möchten, sind ein paar kleinere Verlage tatsächlich auf die Lügenkampagne ihrer Kollegen hereingefallen und glauben, mehr Schaden als Nutzen durch Google News zu bekommen.

Journalist.de:

Sie alle riskieren, bei Google News rauszufliegen: die Nachrichten von Saarbrücker Zeitung, Trierischem Volksfreund, Lausitzer Rundschau und Rhein-Zeitung. Die Verleger aus Saarbrücken und Koblenz wollen die von Google zur Einführung des Leistungsschutzrechts geforderte Erklärung nicht abgeben.

Bei kress heißt es zur Entscheidung des FAZ-Verlags, einem LSR-Hardliner:

Inzwischen teilte die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” mit, dass man Google News nur mit Einschränkungen grünes Licht gegeben hätte.  Ein sogenanntes “de-listing” bei Google News hätte für die “FAZ” erhebliche Reichweitenverluste bedeutet, so die Frankfurter. Vor dem Hintergrund der Marktstärke von Google wären die wirtschaftlichen Risiken für die “FAZ” nicht überschaubar gewesen.

Auf einmal scheint der Nutzen von Google News für die FAZ doch größer zu sein als der Verlust, den man durch die Präsenz auf dem Google-Angebot erfährt. Dabei war das LSR doch laut Argumentation der Presse zwingend notwendig, um dem Verlust durch Google News einen Riegel vorzuschieben. Es ist bedauerlich, dass die deutsche Presse aus einem Paralleluniversum sendet, in dem es keine Logik gibt.

Dass der Quatsch nicht abnimmt, auch nachdem das außerhalb der Pressebranche auf breiter Front abgelehnte Gesetz verabschiedet wurde, zeigt der Vizepräsident des  Verbands der Europäischen Zeitungsverleger:

Zu den großen Befürwortern des Leistungsschutzrechts gehört auch der Verleger des Reutlinger General-Anzeigers, Valdo Lehari jr. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger und Vizepräsident des Verbands der Europäischen Zeitungsverleger. “Für mich ist die Aktion von Google befremdlich”, sagt er dem journalist.

Die kurzfristige Aufforderung zur Abgabe einer Erklärung in der Ferienzeit setze die Verlage unter Druck.

Die natürlich nachvollziehbare und vorhersehbare Forderung Googles zum Opt-In wurde am 21.6.2013 bekannt gegeben und musste bis spätestens Ende Juli, also über einen Monat später, beantwortet werden.

Wer bei einem Zeitraum von über einem Monat von ‘kurzfristig’ spricht, sollte sich vielleicht aus dem Nachrichtengeschäft zurückziehen.

Google Latitude und das verschwendete Potenzial von Google+

Google vernichtet nach und nach eigene Angebote in der Hoffnung, die Nutzer wechseln zu den minderwertigen Google+-Pendants.

Jared Newman bringt das im Techland-Blog von Time noch einmal gut auf den Punkt:

When you look at Google+ now, it’s clear that Google wants it to be a hub of activity for communication, events, photos and local happenings. The problem is that outside of Google+, that type of activity already exists, through services like Gmail, Calendar, YouTube and Maps. Instead of using social circles to enrich those services, Google is just poaching the best features and shoving them into the Google+ website and app, where they’ll be ignored or forgotten.

Latitude is the latest victim. If Google wanted to add Google+ integration, it should have offered sharing to circles as an option within Google Maps, instead of making people switch to the Google+ app just to get the same features.

Google killt das (zugegebnermassen Nischen-)Angebot Latitude und ersetzt es mit einer Google+-Funktion, die nicht auf iOS und nur auf Android über die eigene App verfügbar ist. (Denn Read/Write-APIs bekommt Google+ auch nicht.)

Angesichts des Endes des GoogleReaders schrieb ich im März diesen Jahres ähnliches:

Als Google sein neues Social Network Google+ vorstellte, wurde von einem ‘Social Layer’ gesprochen. Die Vision war mutig und spannend: All die vielen Angebote von Google+ zusammenbringen und in der Summe etwas Neues erschaffen.

Die Wirklichkeit sah dann anders aus: Google+ ist keine neue Schicht im Google-Kosmos, sie ist nicht der versprochene Klebstoff geworden sondern ein neues Angebot, zu dessen Gunsten andere Produkte von Google einfach eingestellt werden.

Google scheint den gleichen Fehler zu machen, den große Konzerne oft machen: Die Sogkraft der eigenen Marke hoffnungslos überschätzen.

(via wirres.net)

Gründer von Google Reader: Ich hätte den Reader niemals im heutigen Google gestartet

Die innovativen Tage bei Google scheinen sich dem Ende zu nähern. Was man leicht übersieht, sind die Auswirkungen des Strategieschwenks von Google auf dessen Mitarbeiter(-moral) und die Unternehmenskultur (die immer noch fern jeder Realität nach außen als offene Standards unterstützend kommuniziert wird).

Wer würde in einer Umgebung, in der selbst Projekte wie der Google Reader getötet werden, eine eigene Idee noch als Google-Mitarbeiter bei Google umsetzen? Wer würde stattdessen Google verlassen und ein Startup gründen? Die Tendenz dürfte seit längerem zunehmend Richtung Tür Nummer Zwei gehen.

Der Gründer des Google Readers im Interview mit Forbes auf die Frage, ob er im heutigen Google den Google Reader entwickelt hätte:

“I would absolutely not do it inside of Google,” he said. “I would hate that to be my idea versus Google Plus. That would be very frustrating.”

Wetherell’s comments highlight a problem Google might face now that Reader is shutting down. The company has long benefited from a culture of innovation which has helped it turn employee side projects like Gmail, Google News and Ad Sense into core offerings. But, with the understanding that even successful products can be killed in the future, the company’s employees might now have less of an incentive to launch their ideas within Google, and innovation at the company may suffer as a result.

“If people have an amazing idea that they feel passionate about, it may almost feel safer to leave the company to protect your idea,” said Jenna Bilotta, a former Google user experience designer who worked on the Reader team along with Wetherell.

(Hervorhebung von mir)

Bis zum Schluss scheint Google Reader noch gewachsen zu sein:

Bilotta explained that, in her time at Google, the company launched plenty of experimental products, and the ones that didn’t stick were shut down. “I think the reason why people are freaking out about Reader is because that Reader did stick,” she said, noting the widespread surprise that Google would shut down such a beloved product. “The numbers, at least until I left, were still going up.”

Für Google-Verhältnisse moderater Erfolg schützt nicht vor Zerstörung durch Management.

Das nächste GMail oder Maps wird nicht bei Google entwickelt werden. Dafür aber das nächste Redesign von Google+.

Lock in, shut out

Google hat den GoogleReader nicht  (nur) geschlossen, weil sie ihn nicht direkt monetarisieren konnten oder weil die Nutzerschaft zu klein war, sondern in erster Linie weil er nicht in das proprietäre Google+-Bild passt. Passend dazu hat Google auch RSS für Google Alerts abgeschaltet, die man nun extrem effizient nur noch per Email erhalten kann.

Google, das haben sie auch bei CalDav und XMPP gezeigt, hat kein Interesse mehr an offenen Webstandards.

Marco Arment legt den Finger in die Wunde:

We don’t need big web players to be completely open.

The bigger problem is that they’ve abandoned interoperability. RSS, semantic markup, microformats, and open APIs all enable interoperability, but the big players don’t want that — they want to lock you in, shut out competitors, and make a service so proprietary that even if you could get your data out, it would be either useless (no alternatives to import into) or cripplingly lonely (empty social networks).

Google resisted this trend admirably for a long time and was very geek- and standards-friendly, but not since Facebook got huge enough to effectively redefine the internet and refocus Google’s plans to be all-Google+, all the time. The escalating three-way war between Google, Facebook, and Twitter — by far the three most important web players today — is accumulating new casualties every day at our expense.

Google Reader is just the latest casualty of the war that Facebook started, seemingly accidentally: the battle to own everything. [..]

RSS represents the antithesis of this new world: it’s completely open, decentralized, and owned by nobody, just like the web itself. It allows anyone, large or small, to build something new and disrupt anyone else they’d like because nobody has to fly six salespeople out first to work out a partnership with anyone else’s salespeople.

That world formed the web’s foundations — without that world to build on, Google, Facebook, and Twitter couldn’t exist. But they’ve now grown so large that everything from that web-native world is now a threat to them, and they want to shut it down. “Sunset” it. “Clean it up.” “Retire” it. Get it out of the way so they can get even bigger and build even bigger proprietary barriers to anyone trying to claim their territory.

Die Ironie dabei ist natürlich, dass die meisten dieser immer größer werdenden Systeme den mittelfristigen Erfolg mit langfristiger Bedeutungslosigkeit bezahlen werden, weil sie wichtige Türen für immer schließen. (Niemand wird jemals etwa wieder ein Business komplett auf der Twitter-Plattform aufsetzen. Diese Kreativität und Tüchtigkeit wird sich anderenorts entladen.) Den Anfang kann man bereits bei Google+ sehen, das trotz Integration in Google, dem Internet-Juggernaut, nicht in die Gänge kommt; aus diversen Gründen von Designproblemen bis zur fehlenden Aufgabenlösung (wer braucht wofür G+?).

Die Unterschiede zwischen Apple und Google

John Gruber über die Unterschiede zwischen Apple und Google:

Consider the industry landscape today. Apple just announced iOS 7; it adds support at the system level for Flickr and Vimeo (in addition to Facebook and Twitter, which came last year). iOS 7 gets weather, sports, and financial news from Yahoo. Siri now integrates with Bing — Microsoft! — for web and image search results. Who are Google’s allies and partners? What services does Android or Chrome OS include at the system level except Google’s own?

Apple frequently highlights third-party apps in TV commercials and in marketing photos for its devices. When’s the last time Google has promoted third-party apps for Android? Have they ever?

Man kann natürlich argumentieren, dass Android auf Systemebene offen genug ist, so dass Google nicht extra auf bilaterale Kooperationen hinweisen muss. Es kann sich jeder integrieren, wie man das möchte. (siehe etwa Facebook Home) Aber die Grundfrage bleibt, und ihre Antwort steht im Kontrast zu Googles Selbstbild:

Mit welchen Techunternehmen kooperiert Google?

(Interessant natürlich auch, dass die öffentlichen Narrationen zu Apple und Google noch in die jeweils entgegengesetzten Richtungen laufen.)

YouTube: Mobile Zugriffe bei 40% in den USA, 25% weltweit; mobile Werbeinnahmen verdreifacht

YouTube wird in den USA mittlerweile zu 40% mobil genutzt. Weltweit liegt die Zahl immerhin bei 25%. Die mobilen Werbeeinnahmen konnte YouTube in den letzten sechs Monaten verdreifachen, sicher aber von einem niedrigen Wert startend.

Janko Röttger auf paidContent:

Still, even without a firm mobile revenue number, tripling mobile ad revenue in a six-month time frame is impressive, and it seems to be the direct result of YouTube launching its iPhone and iPad apps late last year, as well as rolling out a full-featured mobile web experience across all platforms. Previously, iOS users were accessing YouTube through an app built by Apple, and YouTube wasn’t able to monetize any of those views.

‘Mobil’ dürfte aufgrund der Landschaft der Internetanbindungen wohl vor allem hier “mobile Geräte im WLAN-Netz daheim” und konkret vor allem das iPad bedeuten, das exorbitantes Wachstum bei der YouTube-Nutzung sehen dürfte.

Hangouts: Google gibt mit neuem Messagingdienst nun auch XMPP auf

Nach RSS und CalDAV ist XMPP das nächste offene Protokoll, dem Google den Rücken zukehrt.

Ein Wettbewerbsvorteil von Google war lange Zeit, dass sie nicht nur in der (Macht-)Position waren, in ihren Produkten offene Protokolle zu unterstützen, also Andockstellen leicht verfügbar zu machen, sondern diese Möglichkeit auch nutzten.

Heute ist Google nicht anders als Apple, Facebook und co. (Samsung, Spotify, Twitter, Foursquare, Groupon, die Liste lässt sich ewig fortsetzen), denen sie hinterherhecheln. Googles Strategie dafür ist das extem geniale “Mehr von dem Gleichen; aber von uns, wir sind groß.”

512 Pixels:

According to that Verge article, Hangouts isn’t built on the XMPP standard, as Google Talk is. While Talk will eventually go away, it’s been the go-to Google chat service for years.

Apple’s Messages.app support Google Talk out of the box. Currently, Google Talk sees incoming Hangout messages, but replies made in the iOS app (or on the web) don’t sync up with Messages.

[..]
All in all, I think Hangouts can be a real competitor to iMessage and Facebook Messenger, but as it stands today, it’s a little rough around the edges.

Sadly, that’s what I’ve come to expect from Google.

Dalton Caldwell fasst auf App.net auch den neuen Musikstreamingdienst von Google vor diesem Hintergrund sehr gut zusammen:

It seems like “Google Play Music All Access” is a check-the-box “we now have a streaming music service” vs an inspired product that needs to exist.

I thought Google was trying to systematically stop shipping/shut down check-the-box type products?