Fon über Gramofon: “Wir sehen Wi-Fi als das Bindeglied”

Gramofon: Die “Cloud Jukebox” von Fon:

Gramofon arbeitet mit einem separaten, öffentlichen WLAN-Netz, über das sich Freunde mit Smartphones einloggen können.

Das Spannende an Gramofon ist die Art und Weise wie das spanische Fon, auch vorher mit seinen von den Nutzern bereit gestellten über 12 Millionen Wifi-Hotspots weltweit ein spannendes Unternehmen, die Verbindungsmöglichkeiten über WLAN weiterdenkt.

GigaOm:

Gramofon functions like any Fon router in that it shares a user’s internet connection through a separate public network, making sure that visitors won’t access files on your computer or slow down your network. At the same time, it also uses Wi-Fi as a kind of authenticator for social music consumption. Friends that come to your place can authenticate via Facebook, for example, and then automatically start to play music on your Gramofon, without the need to share Wi-Fi passwords or link their mobile devices with the music player.

Eine clevere Integrierung von Facebook.

Musik ist Einfallstor nicht Endstation:

Gramofon [..s] also [puts] a spotlight on other services that could be enabled through shared Wi-Fi. Much like the music router uses Wi-Fi for presence and Facebook for authentication to let you and your friends play music together, Fon could enable other services to offer shared experiences, be it in a connected home or a more communal space, said Puregger: “We see Wi-Fi as the connector.”

Amazon will mit eigener Spielkonsole in die Wohnzimmer vordringen

Amazon plant, eine Spielkonsole für unter 300 US-Dollar herauszubringen:

Running the Android operating system, the system will compete directly with Sony, Microsoft and Nintendo, offering the streaming and download of games, music, movies and TV content, multiple sources have told VG247.

Senior publishing sources have been meeting with Amazon for a briefing on the hardware – which currently goes by a number of different codenames – and popular Android and iOS games have been used to demo the device.

The unit being shown to publishers at this point is said to be roughly the same size as the PSone redesign, grey in colour, oblong in shape and with sharp edges. However, the pre-production unit is likely to have a full makeover before any official release.

The hardware is being created in conjunction with subsidiary Lab 126, designers of Amazon’s Kindle devices.

Die Konsole wird, als Teil des auf einen Android-Fork aufsetzenden Amazon-Ökosystems bei der Distribution der Spiele auf ein mit Steam vergleichbares Prinzip setzen. Steam ist die Internetdistributionsplattform für Spiele von Valve, quasi eine Art Appstore für Spiele mit angebundenen Communityfunktionen und mehr. Bereits heute kann man auch Steamspiele auf Amazon kaufen. Valve ist mit seiner Steam-Plattform ebenfalls dabei, in den Hardwarekonsolenmarkt einzusteigen.

Aber warum geht Amazon in den Spielekonsolensektor, der dank iOS und Android implodiert und bereits in der nächsten Gerätegeneration kurz vor dem Ende zu stehen scheint, zumindest aber im Vergleich zu etwa dem Smartphonemarkt ein Nischenmarkt ist?

Die Antwort liegt, wie so oft, in den Plattformdynamiken.

Amazon baut nicht nur eine Spielkonsole sondern auch sein eigenes AppleTV. Amazon will in die Wohnzimmer und baut seine eigene, an den Fernseher angeschlossene Settop-Box.

Project Ara: Motorola plant modulare Smartphones

Motorola hat ein spannendes neues Projekt vorgestellt, das modulare Smartphones erlauben soll.

The Verge:

Motorola has unveiled Project Ara, an open-source initiative for modular smartphones with the goal to "do for hardware what the Android platform has done for software." The company plans to create an ecosystem that can support third-party hardware development for individual phone components — in other words, you could upgrade your phone’s processor, display, and more by shopping at different vendors.
[..]
The modules "can be anything," says Motorola, giving examples ranging from a new keyboard or battery to more unusual components such as a pulse oximeter.

to "do for hardware what the Android platform has done for software." – Also mit Open Source die Hersteller zur eigenen Plattform locken und dann, wenn die Netzwerkeffekte wirken, mit Zusatzfeatures und Verträgen knebeln und knechten?

Etwas ernster: Der Plan der Google-Tochter Motorola erinnert natürlich an PCs und den IBM-Standard. Ich bezweifle, dass dieses modulare System jemals die Mehrheit des Marktes einnehmen wird. Zu groß sind die Vorteile einer geschlosssenen Hardware, die nicht auf Standards und Schnittstellen achten muss, wenn Leichtigkeit, Leistung, Größe und Laufzeit gleichzeitig so wichtig sind wie bei Smartphones.

Aber dieses Projekt könnte (Android-)Smartphones in interessante neue Bereiche bringen. Besonders im B2B-Bereich, wo spezielle Komponenten die Nutzungspotentiale erweitern können, stecken einige Chancen für ein solches Vorhaben.

Wichtiger als jemals zuvor ist es besonders hier, Smartphones nicht als Telefone sondern als Taschencomputer wahrzunehmen.

Das unter anderem von Union Square Ventures finanzierte Startup Bug Labs hat einige Jahre vor dem Wechsel der Strategie ebenfalls versucht, eine Plattform modularer Hardware zu etablieren. Erfolglos. Allerdings hat sich das Umfeld in den letzten Jahren stark gewandelt und besonders Android als Softwarebasis ist recht vielversprechend für einen erneuten Anlauf. Außerdem bringt Motorola als Google-Tochter nicht nur Ressourcen sondern auch Knowhow als Hardwarehersteller mit.

Ebenfalls interessant: Die Google-Tochter positioniert sich auf diesen Weg möglicherweise so, dass sie nicht direkt mit Herstellern herrkömmlicher Android-Smartphones konkurriert. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass die Hardwarehersteller angesichts eines Plattformproviders mit eigener Hardwaresparte zur recht nervös werden können. Rundum also spannende News für die Android-Plattform.

Man sollte Project Ara im Auge behalten.

Die offizielle Ankündigung von Project Ara findet man hier.

Google Glass wird wohl erst in ein paar Jahren nach Europa kommen

Marketingland berichtet über regulatorische und technische Hürden bei Google Glass:

But it’s not just about privacy. The WSJ goes on to say that there’s a big technical issue that will delay Glass’ availability in Europe: voice recognition.

In the U.S., some 12,000 “explorers” are currently allowed to see the world through Glass. No such program exists, or is currently planned, for Europe — partly because the device’s American-English voice-recognition software has trouble with foreign accents.
On the record, a Google spokesperson wouldn’t specifically answer if it’ll be years before Glass reaches Europe:

It’s simply too early to say when Glass will come to Europe. Right now, we’re focused on growing our Explorer program in the US ahead of a wider consumer launch in the US next year.

Glass may not reach Europe for a while, but Google’s road show goes on.

Wer hätte gedacht, dass der Weg vom Prototypen zur Massenproduktion einer neuen, unerprobten Gerätekategorie holprig sein könnte?

Die halluzinierenden Techblogger und Journalisten, die Google Glass bereits anhand von ersten Bildern und fallschirmspringenden Vorzeigenutzern als das offensichtliche nächste große Ding sahen, berichten über diese unglamourösen Schwierigkeiten nicht mehr.

Meine Prognose bleibt bestehen:

Es ist erstens weiterhin vollkommen offen, ob Google Glass die erfolgreiche erste Inkarnation dieser neuen Produktkategorie sein wird.

Es ist zweitens sehr wahrscheinlich, dass diese Kategorie von Wearables (also Brillen mit eingebauten Minicomputern; Smart Glasses, wenn man so will), Anwendung nicht im Endkonsumentenmainstream sondern im Arbeitsumfeld finden wird (Ärzte, Taxifahrer, etc.).

Geräte mit iOS und Android werden insgesamt 2,6 Mal mehr gekauft als PCs

Horace Dediu von Asymco auf Twitter:

Twitter / asymco: Combined, iOS and Android devices ...

Das ist eine deutliche Entwicklung. In wenigen Jahren könnte das Desktop-Web zumindest im Endnutzerbereich marginalisiert werden.

Was ist Googles Strategie mit Hardware wie dem Chromebook Pixel?

AllThingsD über das vorgestellte Google-Laptop “Chromebook Pixel”:

In many ways, the Pixel is similar to Google’s Nexus device line, which sets the bar for production of Android mobile phones.

But the Pixel goes beyond that, because Nexus devices are explicitly built with hardware partners, and Google isn’t even naming the Taiwan-based OEM it is working with for the Pixel.

Mir ist nicht ganz klar, was Googles Strategie mit all den Hardwareprodukten ist. Schaut man sich das Nexus-Q-Debakel an, scheint Google selbst das auch nicht zu wissen.

Wie dem auch sei. Sollte das Chromebook Pixel oder ein Nachfolger (denn der Erstling ist viel zu teuer) erfolgreich werden, wäre der namenslose OEM sicher nicht zurückhaltend, was eigene, sehr (sehr) ähnliche Produkte angeht.

Wie gefährlich das werden kann, erlebt gerade der vertikal am stärksten integrierte Computerhersteller der Welt, dessen ehemaliger Zulieferer Samsung zum stärksten Konkurrenten geworden ist, weil sie Einblicke in kommende Produkte hatten, die niemand sonst hatte.

Aber das wäre ein Luxusproblem für  Google. Google muss überhaupt erst einmal einen Fuß in die Hardwaretür bekommen. Oder müssen sie? Vieles, was Google seit einiger Zeit macht, erweckt den Anschein, sie wollten Apple 2.0 werden.

Ob sie das wirklich müssen, sei einmal dahingestellt. Entscheidend ist, was sie an anderen Stellen dafür aufgeben müssen.

Man denke etwa an Zugeständnisse bei den Suchergebnissen an Rechteinhaber, mit denen Google wiederum für Google Play (Googles iTunes) Verträge abschliessen muss. Google nimmt also Abstriche bei seiner Cash Cow in Kauf.

Das ist mindestens riskant.

Intel vs. ARM

Coding Horror: Touch Laptops:

I think we’re beginning to uncover the edges of a world where lack of x86 compatibility is no longer the kiss of death it used to be. It’s unclear to me that Intel can ever reach equivalent performance per watt with ARM; Intel’s ultra-low-end Celeron 847 is twice as fast as the ARM A15, but it’s also 17 watts TDP. In a land of ARM chips that pull an absolute maximum of 4 watts at peak, slapping Intel Inside will instantly double the size and weight of your device – or halve its battery life, your choice. Intel’s been trying to turn the battleship, but with very limited success so far. Haswell, the successor to the Ivy Bridge CPUs in the Surface Pro and Yoga 13, only gets to 10 watts at idle. And Intel’s long neglected Atom line, thanks to years of institutional crippling to avoid cannibalizing Pentium sales, is poorly positioned to compete with ARM today.

Lehrbuchbeispiel für Disruption.

Evernote kooperiert mit Moleskine für “Smart Notebook”

Die Notizen- und Dokumentspeicherplattform Evernote hat am Freitag auf der Evernote Trunk Conference eine Kooperation mit dem Notizbuchhersteller Moleskine bekanntgegeben. Im Oktober kommt ein neues Notizbuch von Moleskine heraus, das dank speziell bedrucktem Papier (gepunktete Linien) und beiliegenden Stickern einen leichten Übergang von Papier zu Cloud ermöglicht: Die vollgeschriebenen Seiten können mit der mobilen Evernote-App dank neuer Kamerafunktion abfotografiert und direkt automatisch in der Position korrigiert, notfalls zusammengeführt und verschlagwortet werden. (vorerst nur auf dem iPhone) Die Sticker sind auf Evernote mit Tags verbunden. So kann Evernote direkt die Notizen vertaggen. Ein cleverer Weg, offline und online bequem zu verbinden.

Der Preis mag für die Zielgruppe eines solchen Produktes keine sehr große Rolle spielen. Aber ab 24,95$ für die Pocket-Größe und 29,95$ für Large sind die Notebooks nicht gerade Schnäppchen. Allerdings kommt jedes Smart Notebook auch mit drei Monaten Premiummitgliedschaft bei Evernote. Das entspricht immerhin einem Gegenwert von 15 US-Dollar.

Wer wie ich sowohl Notizbücher von Moleskine als auch Evernote einsetzt, dürfte sich über die Neuerung freuen. Es wird vielleicht auch nur eine Frage der Zeit sein, bis günstigere inoffizielle Alternativen von anderen Unternehmen erscheinen. Denn mit 38 Millionen Usern weltweit und schnell wachsend zählt Evernote längst zu den erfolgreichen Webdiensten. Mit dem rasanten Wachstum dürfte auch der Bedarf an angepassten Notizbüchern steigen. (Die Evernote-App nutzt die gepunkteten Linien, um zu erkennen, dass es sich um das Smart Notebook handelt und hält anschließend Ausschau nach den Stickern. Da weder gepunktete Linien noch die auf den Stickern zu findenden abstrakten Symbole und Farben geschützt werden können, sind Alternativen zumindest nicht ausgeschlossen.)

Update: Hier ein Foto vom Notizbuch und den Stickern.

Disclosure: Ich wurde von Evernote zur diesjährigen Evernote Trunk Conference eingeladen. Evernote hat hierfür die Kosten für Flug und Hotel übernommen.

 

Kinect-ähnliches Interface für Mac: So könnte das iTV-Interface aussehen

Auf Cult of The Mac wird ein USB-Dongle in iPod-Größe vorgestellt, der ein dem Kinect von Microsoft ähnliches Interface für den Mac möglich macht. Das Leap genannte Gerät ist allerdings sehr viel präziser:

 

Das Gerät soll 70 US-Dollar kosten. Noch ist es nicht auf dem Markt.

Angesichts der technischen Machbarkeit kam mir bei dem Video sofort ein Gedanke: Etwas vergleichbares könnte in Verbindung mit Spracherkennung das TV-Interface sein, von dem Steve Jobs kurz vor seinem Tod gegenüber Walter Isaacson gesprochen hat.

(via Holger Schmidt)

E-Paper-Armbanduhr Pebble sammelt über 4,3 Mio. US-Dollar ein, Crowdfunding läuft noch 30 Tage

Pebble

Auf dem CeBIT-Blog habe ich über die  E-Paper-Armbanduhr Pebble geschrieben. Die soll eine Art Smartwatch werden:

Es kann Anrufe, Emails, Kalenderalarme oder Nachrichten von Facebook oder Twitter anzeigen. Möglich wird das alles über eine Bluetoothverbindung mit dem eigenen Android-Telefon oder iPhone, auf dem eine Pebble-App läuft.

Pebble wird clevererweise mit E-Ink laufen, was die Stromsparsamkeit des Handgelenkcomputers erhöht. Über 7 Tage soll die Uhr ohne Strom auskommen können.

Pebble hat nebenbei einen Rekord aufgestellt. 100.000 US-Dollar wollte man über Kickstarter einsammeln, weil die herkömmlichen VCs nicht in eine Hardwarefirma investieren wollten. Stattdessen kommt man auf bisher über 4,3 Millionen US-Dollar. Neuer Kickstarterrekord.

Das Beste: Das Crowdfunding läuft noch 30 Tage.

Pebble hat damit endgültig gezeigt, dass die obere Grenze beim Crowdfunding noch lange nicht erreicht ist.

Pebble ist ein Projekt, das faszinierenderweise viele wichtige aktuelle Entwicklungen in sich vereint:

  • Crowdfunding
  • Persönlicher Computer/Gadget, der erst in der Post-PC-Ära richtig Sinn ergibt
  • Verbindung mit anderen Geräten zur Maximierung des Nutzens

Dass die Armbanduhr als Smartphoneerweiterung ein nächster logischer Schritt ist, haben auch andere erkannt: Wie etwa Sony mit seiner weniger überzeugenden SmartWatch.

Post-PC-Zahlen

TechCrunch fasst Aussagen der Analysten von Gartner zusammen:

The analysts say that PC shipments are on track to grow by just 4.4 percent in 2012 — to 368 million units, as consumers continue to prioritize purchases of new tablets, and smartphones, ahead of buying new laptop or desktop computers. But at least this is a slight improvement on 2011, when Gartner said that shipments were essentially flat on 2010.

[..]

“It’s not that consumers aren’t using PCs. They are,” Gartner analyst Ranjit Atwal told TechCrunch. “It’s just that they’re using their current models and not replacing them anymore with new PCs.”

[..]

Gartner notes that the fact that you can do all the basics now on a device like a tablet — email, social networking and Internet access, not to mention all those apps — makes it even less of a priority to make sure that your PC is the newest and fastest of its kind. The move to more cloud services, relying significantly less on on-device storage, also takes another unique selling point away from PCs.

Hier die Aussagen direkt von Gartner.

Besonders wichtig ist die Aussage im letzten zitierten Absatz. Cloud Computing hat ganz wesentliche Auswirkungen auf das Kaufverhalten im Computersektor. Denn die Präferenzen, die Anforderungen an die Hardware, verschieben sich dadurch enorm.

Apple verkauft bereits mehr Einheiten des iPads als irgendein anderer PC-Hersteller im gleichen Zeitraum PCs:

Apple sold 15.4 million iPads last quarter. That’s more than any PC maker’s TOTAL PC sales during the same quarter.

Chart of the day ipad sales march 2012

Warum das wichtig ist? Weil es den Computermarkt immer weiter verschieben wird. Ein iPad als zentrale Recheninstanz und einziger Computer wird mit andockbarer Hardware wie Keyboards für immer mehr Menschen herkömmliche (alt hergebrachte) Rechner ersetzen.

(Disclosure)

Die 4 Faktoren, welche die PC-Branche neu formen

Horace Dediu auf asymco.com über die Entwicklung der Computerbranche in der Post-PC-Ära: The big bang theory of computing:

So if history serves as a guide, the displacement of the PC won’t come from a direct substitution but a more sinister and hard-to-predict subversion through new applications and a re-definition of what a PC is. The driving forces are not just volumes but new input methods, new user interfaces, new jobs to be done, new software and many innovative companies working within an ecosystem.

Einige der wichtigeren treibenden Faktoren der Veränderung sind leicht ausmachbar:

  • Multitouch-Smartphones
  • Tablets (also aktuell nur iPads)
  • Sprachsteuerung (Siri)
  • Cloud Computing

3 von 4 dieser Faktoren wurden massgeblich von Apple beeinflusst und werden heute teilweise von Apple dominiert. (Tabletmarkt ist ein iPad-Markt) Traditionelle PC-Hersteller wie HP, Dell oder Acer hechten der Entwicklung hinterher. Gleichzeitig zeigt Amazon, wo die neue ‘Bedrohung’ herkommt: Von Plattform-Unternehmen.

Meine 3 Highlights der CeBIT

Ich war am Mittwoch auf der CeBIT und habe auf dem Webciety-Blog über Interessantes berichtet. Hier meine Highlights:

 

FOGALE nanotech: 3D-Multitouch ohne Anfassen

FOGALE nanotech [..] hat etwas futuristisch Anmutendes entwickelt: Ein Touch-Interface, das man nicht anfassen muss. Eine 3D-Bedienung für mobile Endgeräte.

Stellt Euch vor, Ihr könnt auf Eurem iPhone oder Android tippen, ohne die Oberfläche zu berühren. Stellt Euch vor, Ihr könnte virtuelle Objekte auf Euren Tablets mit Eurer Hand vor dem Screen in alle drei Dimensionen bewegen. Nicht nur aber auch besonders für Spiele eröffnen sich damit interessante Möglichkeiten.

Artikel auf Webciety.

 

SoftKinetic: Wie Kinect nur offen für Entwickler, Cross-Plattform und aus Belgien

SoftKinetic ist Cross-Plattform und bietet SDKs (Software Development Kits) für Windows und Linux an.

[..]

Aktuell gibt es SoftKinetics Plattform nur in Form einer zusätzlichen Stand-alone-Hardware. Integrierte Geräte, etwa Fernseh-Geräte, sollen bald kommen, hat man mir gesagt. SoftKinetic sieht sich im Gegensatz zu Microsoft als Middleware-Anbieter, der das Interface an interessierte Parteien lizenziert. Aus dem SoftKinetic-Umfeld dürften also (hoffentlich bald) ein paar interessante Sachen kommen.

Artikel auf Webciety.

 

Evernote: Über 7 Millionen Nutzer, 160.000 davon deutschsprachig

Evernote verriet mir, dass sie die 7-Millionen-Nutzer-Marke geknackt haben. Entweder liest niemand das Webciety-Blog und/oder das interessiert niemanden. Reaktionen darauf gab es keine.

Außerdem hat mir der Vice President für International Operations bei Evernote noch einen guten Tipp für deutschsprachige Evernote-Nutzer gegeben:

Wer als deutschsprachiger Nutzer die englischsprachige Oberfläche nutzt, sollte unter Settings > Personal Settings die “Recognition language” von “English only” auf “Deutsch + English” umstellen. Diese Einstellung verbessert das Erkennen von eingescanntem (deutschen) Text. Bei Nutzung der deutschsprachigen Oberfläche findet diese Einstellung automatisch statt.

Die Softwareisierung der elektronischen Hardware

Der Verkauf von MP3-Playern ist wenig überraschend rückläufig (via twitter/dvg):

In diesem Jahr werden voraussichtlich 5,7 Millionen dieser Audio-Wiedergabegeräte in Deutschland im Gesamtwert von 400 Millionen Euro verkauft, erwartet der Technikverband Bitkom. Das wären 14 Prozent weniger Geräte und ein Umsatzrückgang von 21 Prozent im Vorjahresvergleich.

Auch eine Folge der Digitalisierung: Software übernimmt die Ausdifferenzierung und ermöglicht es, dass ein Multifunktionsgerät mehrere Geräte ersetzen kann, die nur eine Funktion erfüllen.

Deshalb wird die Navigationsgeräte-Branche von unter anderem dem mit kostenloser Navigation ausgestattetem Android bedroht und letztlich erdrückt werden.

Deshalb lösen Smartphones wie das iPhone MP3-Player wie den iPod ab.

In den Hosentaschen der Leute ist eben nur begrenzt Platz.

Wer mit einer Software-Lösung gegen einen auf Hardware setzenden Konkurrenten antritt, hat nicht selten einen erheblichen Kostenvorteil, der sich in einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil umsetzen lassen kann. Das ist nicht zuletzt auch deshalb so, weil man flexibler bei der Wahl des Geschäftsmodells sein kann. (siehe etwa wieder Android vs. Navi)

Deshalb ist das iPad, dass sich gegenüber der von der Software bestimmten Oberfläche so stark zurücknimmt wie sonst kaum ein Gerät, potentiell so disruptiv. Tablets wie das iPad können und werden viele Geräte in den nächsten Jahren mit Applikationen ersetzen können und vielen Branchen Kopfzerbrechen bereiten.

Wird es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch elektronische Geräte geben, die nur eine Funktion erfüllen? In manchen Fällen sicherlich, aber ihre Nutzung wird eine Nischennutzung sein. Sinnvoll nur für Poweruser, die das potentielle Maximum brauchen. Das Maximum, das man nur bei Konzentration auf eine Funktion erreicht.

3 Millionen verkaufte iPads: Die Zeitachse

Apple hat in den ersten 80 Tagen beeindruckende drei Millionen iPads verkauft.

iPadInsider hat die Entwicklung der iPad-Verkäufe auf einer Zeitachse zusammengestellt:

April 3rd – 300,000 WiFi iPads sold on launch day
April 8th – 450,000 iPads Sold total 5 days after launch, 3.5 Million iPad Apps and 600,000 iBooks downloaded
April 10th – 500,000 iPad Units sold in its first week
May 3rd – 1,000,000 iPad Users in 28 days since launch
May 31st – 2,000,000 iPad Owners after its International Launch
June 21 – 3,000,000 iPads in 80 days

Das iPad ist auf dem Weg zum am schnellsten verkauften mobilen Gerät zu werden. Das rechnet sich auch recht gut für Apple:

Assuming an average selling price of $650 per iPad, Apple just generated $2 billion in sales.

Im Vergleich dazu das iPhone, das zu seiner Markteinführung auch bereits recht erfolgreich war:

Das erste iPhone hatte zu diesem Zeitpunkt im September 2007 gerade die Millionengrenze überwunden (war allerdings auch nur in den USA verfügbar).

Die ersten iPad-Reviews Anfang April dieses Jahres lagen also richtig: Das iPad wird ein Hit.

Warum ich ein iPad mit WLAN und 16GB gekauft habe

ipad2Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der in den letzten Tagen darüber gerätselt hatte, ob er sich ein iPad kauft und wenn ja, welches Modell. Letztlich habe ich mich vor genau einer Woche zum Deutschland-Start für das WLAN-only-Gerät mit der geringsten Speichergröße (16 GB) entschieden.

Hier meine Beweggründe vor dem Kauf. Und am Ende noch ein paar Worte zur Nutzung nach einer Woche.

Warum ein iPad

Ich habe auf dem iPhone bereits einige Apps erworben. Ich gehe davon aus, dass die meisten dieser Apps irgendwann in einer iPad-Version für mich kostenfrei zur Verfügung stehen werden (wie z.B. bereits Instapaper Pro). Ich nutze das iPhone öfter abends und fast immer morgens im Bett um unkompliziert und schnell Emails und Nachrichten zu lesen. Das Gleiche auf einem größeren Screen machen zu können, klingt verlockend.

Generell ist es für meine Arbeit, die fast ausschließlich im Internet stattfindet, sinnvoll, ein Gerät zu besitzen, das für den Internetzugang konzipiert ist, und das zwischen Laptop und Mobiltelefon liegt (erstes Argument, das man auch hervorragend gegenüber dem Partner bringen kann). Und natürlich wird viel über das iPad als erstes erfolgreiches Gerät in dieser Klasse geschrieben und weiter geschrieben werden. Auch ich werde mich beruflich mit dem iPad, dessen Bedeutung und Ökosystem auseinandersetzen (müssen) und da ist es logischerweise von Vorteil ein solches Gerät zu besitzen (zweites hervorragendes Argument gegenüber dem Partner).

Warum nur WLAN

Ich werde das iPad hauptsächlich daheim und in Cafes mit WLAN verwenden. Unterwegs kann ich mit dem iPhone oder einem anderen Mobiltelefon online gehen. Instapaper, das ich regelmäßig verwende , ist auch und gerade als App offlinefähig. Mir würde mit dem iPad unterwegs also auch nicht langweilig. Zusätzlich ist die WLAN-only-Version günstiger als die 3G-Version. Warum das wichtig ist, dazu gleich mehr.

Ich glaube auch, dass es für iPads einen verstärkten Markt für Applikationen geben wird, die Webinhalte offline verfügbar machen werden – vorausgesetzt, ein signifikanter Anteil der verkauften Geräte wird WLAN-only sein. Denn dann gibt es einen Markt für genau diese Funktion.

Zusätzlich ist es sehr wahrscheinlich, dass mein nächstes Mobiltelefon die Fähigkeit besitzen wird, zum mobilen Hotspot zu werden .

Warum 16GB

Ich habe nicht vor, viele Musikdateien oder Filmdateien auf dem Gerät abzulegen. Für Apps und diverse, wenige Dateien werden die 16GB völlig ausreichend sein.

Zusätzlich möchte ich mir schlicht das günstigste Gerät kaufen, weil der Lockin bereits hoch genug ist, den Apple bei mir mit den Apps über iPhone (und nun iPad) erzeugt. In den nächsten Monaten werden unzählige Tablets auf Android und WebOS-Basis erscheinen. Von diesen werde ich aus den gleichen Gründen wie oben irgendwann vielleicht auch ein Gerät mein eigen nennen.

Generell muss man festhalten, dass das iPad das erste Gerät seiner Klasse ist. Die Innovation auf diesem Feld wird in den nächsten Jahren enorm sein. Sobald Nutzungspatterns erkennbar sind, werden kommende Tablets auf diese besser eingestellt sein. Insgesamt wird das erste iPad wohl relativ schnell veralten. Deswegen ist es meiner Meinung nach nicht sinnvoll, eines der teureren Geräte zu kaufen, wenn man keinen guten Grund hat.

 

Das iPad im Einsatz nach einer Woche

Alles, was man unzählige Male über das iPad lesen konnte, stimmt: Es ist schnell, sehr schnell. Der Akku hält sehr lang. Etc.

Die Akkulaufzeit führt dazu, dass das Gerät permanent eingeschaltet ist, was die Zeit zum Benutzen auf ein Minimum reduziert. Das bedeutet für Netbook- und Tablet-Hersteller: Kümmert Euch nicht um niedrige Bootzeiten sondern um vergleichbar stabile Akkus. Denn dann sind die eigentlichen Bootzeiten egal.

Der schnelle Browser führt dazu, dass man mehr Seiten ansurft. Das klingt trivial, ist es aber nicht. Ich wäre nicht überrascht, wenn man in den nächsten Wochen viele Statistiken von technologie-affinen Sites sieht, bei denen iPad-User überdurchschnittlich viele Pageviews pro Besucher erzeugen. Das wiederrum macht iPad-Besitzer attraktiv für Websites, die auf Werbung und Pageviews setzen, was wiederrum noch schneller zu implementierten Flash-Alternativen führen dürfte.

Mein Feed-Konsum ist bereits mit dem iPhone seinerzeit explodiert. Die Möglichkeit, schnell Feeds unterwegs oder generell weg vom PC lesen zu können, war eine Befreiung. Ich hatte vermutet, dass eine ähnliche Steigerung mit dem iPad möglich sei. Das ist auch tatsächlich der Fall. Aktuell benutze ich den Google Reader auf dem iPad und schaffe wesentlich mehr in kürzerer Zeit. Mit entsprechenden Apps wird das nochmal gesteigert werden können. Aber bereits so: eine enorme Effizienzsteigerung für mich.

Die GMail-Website auf dem iPad ist geradezu unheimlich schnell. Effizienter abseits vom Rechner Mails abzuarbeiten, geht nicht.

iPad zerstört Netbook-Business

Business Insider verweist auf eine vielsagende Grafik von Katy Huberty, Analystin bei Morgan Stanley, über die Netbook-Verkäufe in den USA:

netbook-sales-fall-off-cliff

Henry Blodget ganz passend auf Business Insider:

In April, the month the iPad was released, netbook sales barely grew.
This is bad news for non-Apple computer makers. It’s also bad news for Microsoft.

Es bleibt abzuwarten, ob der Trend langfristig so bleiben wird. Aktuell sieht es aber so aus, als ob iPad und die kommenden Tablets den Netbook-Markt übernehmen werden.

Kommende Disruption der PC-Branche & Apples Strategie

Charlie Stross hat einen sehr interessanten Artikel über Apples aktuelle Strategie verfasst:

I’ve got a theory, and it’s this: Steve Jobs believes he’s gambling Apple’s future — the future of a corporation with a market cap well over US $200Bn — on an all-or-nothing push into a new market. HP have woken up and smelled the forest fire, two or three years late; Microsoft are mired in a tar pit, unable to grasp that the inferno heading towards them is going to burn down the entire ecosystem in which they exist. There is the smell of panic in the air, and here’s why …

PCs werden zu Gebrauchsgegenständen mit geringen Gewinn-Margen für die Hersteller, gleichzeitig kommen mobile Breitband-Anbindungen. Und mit mobilem Internet-Zugang kommt die Massenbewegung der Nutzer in die Cloud. Stross:

Software will be delivered as a service to users wherever they are, via whatever device they’re looking at — their phone, laptop, tablet, the TV, a direct brain implant, whatever. (Why is this? Well, it’s what everyone believes — everyone in the industry, anyway. Because it offers a way to continue to make money, by selling software as a service, despite the cost of the hardware exponentially dropping towards zero. And, oh, it lets you outsource a lot of annoying shitty admin tasks like disk management, backup, anti-virus, and so on.)

Stross schlussfolgert, dass Apples iPhone/iPad-Ansatz nicht in erster Linie der Versuch ist, eine neue Produktlinie einzuführen, sondern um Apple eine profitable Position in einer Welt zu sichern, in der mit Hardware nach alter PC-Industrie-Lesart kaum mehr Geld zu verdienen ist.

Apple are trying desperately to force the growth of a new ecosystem — one that rivals the 26-year-old Macintosh environment — to maturity in five years flat. That’s the time scale in which they expect the cloud computing revolution to flatten the existing PC industry. Unless they can turn themselves into an entirely different kind of corporation by 2015 Apple is doomed to the same irrelevance as the rest of the PC industry — interchangable suppliers of commodity equipment assembled on a shoestring budget with negligable profit.

Schaut man sich das sich abzeichnende Bild mit ein bisschen Distanz an, wird klar, dass eine Disruption auf die PC-Branche zukommt, die weit über das iPad hinausgeht. Das iPad ist vielmehr nur Apples Versuch, aus diesem Umbruch hochprofitabel hervorzugehen, so Stross – und da stimme ich ihm zu.

Kurz gesagt: iPhone/iPad sind Apples Versuch, den durch mobile Internet-Zugänge und Cloud Computing kommenden Umbruch der Industrie zu überleben.

Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich, dass Google mit Android und ChromeOS an Betriebssystemen für Touchscreens und Cloud Computing arbeitet und diese Entwicklung eher beschleunigen will als alles andere. Google kann mit seinen Cloud-Computing-Angeboten nämlich natürlich zu den großen Gewinnern dieses Umbruchs zählen – und genau daran arbeitet man in Mountain View auch.

Wenig verwunderlich, dass die Google-Integration in Android so geschmeidig umgesetzt wurde und der Suchgigant an gleich zwei Fronten in das OS-Geschäft einsteigt. Letztlich verfolgen beide Unternehmen, Google und Apple, das gleiche Ziel: Sie wollen Gewinner des kommenden Umbruchs sein. Lediglich die Strategien, wie man dieses Ziel erreicht, unterscheiden sich. Diese Strategien entstehen dabei aus der jeweiligen Ausgangslage von Apple und Google.

Eric Schmidt hat die Aussicht auf die kommende PC-Welt aus Google-Sicht aufgezeigt:

But had you ever considered what the cloud meant for the hardware running it? CEO Eric Schmidt has. This week, he told the Atmosphere Cloud Computing Summit that Chrome OS devices will be “completely disposable” at netbook-esque price points of between $300 and $400.

“completely disposable” – Kein Wunder, dass Apple als Noch-Hardware-Unternehmen fieberhaft an einer Strategie feilt, diesem Schicksal zu entgehen.

(via u.a. twitter/oetting)

WePad: Preise und weitere erste Infos

wepadDie heutige Pressekonferenz, auf der das deutsche Tablet “WePad” vorgestellt wird, wird von den Machern auf ihrer Facebookseite begleitet. Hier die ersten Infos, die sowohl in der Pressekonferenz als auch auf der Facebookseite bekanntgegeben wurden:

  • WePad GmbH ist ein Joint Venture von 4titoo und Neofonie
  • HDMI-Schnittstelle
  • Full HD fähig, was auch immer das bedeuten mag
  • Flash wird unterstützt (Full-Screen-fähig)
  • Speicher: 32 GB mit SDHC-Karte; per USB-Stick erweiterbar
  • Filme, Musik etc. kann auch von der SD-Karte abgespielt werden
  • WePads Linux-OS ist multitaskingfähig
  • neben WePad-eigenen Apps sollen auch Apps laufen, die für Android, Java und Linux geschrieben wurden
  • kein Simlock, das WePad wird einen Standard-SIM-Slot besitzen
  • Preise: “das WePad 449 € mit 16 GB mit WLAN (erweiterbar mit SD Karten auf 48 GB) das WePad 3G für 569€ 32 GB (erweiterbar um 32 GB mit SD Karte) mit WLAN, GPS, Full HD 1080p”
  • ab August soll das WePad verfügbar sein

Da Software mindestens eben so, wenn nicht gar wichtiger als die Hardware ist, ist es zu begrüßen, dass das WePad nach eigener Aussage auch Android-Apps und Linux-Programme unterstützen wird. Bei letzterem frage ich mich allerdings, wie der Ressourcenverbrauch aussehen wird. Das iPad glänzt bekanntermassen mit einer sehr langen Laufzeit.

Generell sollte man auf die Kompatibilität noch nicht so viel geben, bis man sie tatsächlich gesehen hat. Wenn die WePad GmbH allerdings halten kann, was sie hier versprochen hat, ist der im Vorfeld doch recht starke Hype um das WePad nicht unberechtigt.

Video: iPad im Detail

Andreas Göldi in sehenswerten 63 Minuten zum iPad:

Inhalt unter anderem:

  • Vergleich mit anderen ähnlichen Geräten
  • Antworten zu Fragen wie “kann man damit drucken” (nein) oder “wird das iPad heiß” (nein)
  • Produktivitätsapps auf dem iPad
  • Die iPad-App-Ausgaben von GQ und Time Magazine
  • und mehr

siehe auch Göldis Artikel auf neuerdings.com