7 Jahre neunetz.com

Heute vor sieben Jahren nahm neunetz.com seinen unheilvollen Anfang. Der durch die Digitalisierung ausgelöste Umbruch, der sich damals bereits deutlich seit geraumer Zeit in seinen ersten Ausprägungen, Urheberrecht!, abzeichnete, ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und auch vom starrköpfigsten Feuilletonisten nicht mehr weghaptierbar.

An der Ausrichtung von neunetz.com hat sich in den letzten zwei Jahren nichts geändert. Im Gegenteil, trifft doch das, was ich anlässlich des Fünfjährigen schrieb aufgrund der immer unübersichtlicher und flüssiger werdenden Gesamtsituation mehr denn je zu:

neunetz.com soll eine Mischung aus Daring Fireball und – Vorsicht, jetzt wird’s vermessen – The Economist werden. Beides sehr unterschiedliche Publikationen, die das Wichtige eint: No Bullshit, was passiert wirklich, wie lässt sich das einordnen, was wären Handlungsempfehlungen für Betroffene.

Das Ideal wäre ein neunetz.com, das sich als Economist für die Internetwirtschaft etabliert. Was meine ich damit: Der Economist konzentriert sich auf die entscheidenden News, er ordnet ein, er bezieht Stellung. Das Magazin ist, was viele Presseverlage hierzulande (in der Regel nur) vorgeben, zu verlegen: tatsächlicher Qualitätsjournalismus. Eine Publikation mit enormen Mehrwert für ihre Leser.

Wie es der Tradition entspricht wagen wir nun einen kurzen Blick auf die aktuellen Kernthemen auf neunetz.com und demzufolge die Makrotrends der fortschreitenden Digitalisierung, die ich für die aktuell wichtigsten halte:

Post-PC-Ära

Smartphones sind die ersten echten „Personal Computers“ und beenden mit ihrem Aufstieg die Ära der Laptops und Desktops, also der Rechner, die Anhängsel und nicht Mittelpunkt in unserem Leben waren. Smartphones, die Zentren der Post-PC-Ära, sind die sich am schnellsten verbreitende Technologie.

Die Zukunft unserer Zivilisation liegt in diesen kleinen Taschencomputern. Im Guten wie im Schlechten.

Was die Smartphones, deren technische Weiterentwicklung immer schneller die „Gut-Genug“-Schwelle erreichen, ermöglichen werden, ist die kommende Peripherie der Post-PC-Ära: Wearables, Smart TVs, und auch die stärkere Verbreitung von vernetzten Systemen wie Sonos und Transporter.

Endnutzertechnologien bewegt sich mit der Post-PC-Ära weg vom Schreibtisch und den Specs hin zum Alltag, zu Fashion, zu allumfassenden Plattformen, Ökosystemen, auch hier im Guten wie im Schlechten, und, auch das nicht neu, zur wichtigsten Entwicklung des 21. Jahrhunderts, die alles berühren werden.

Wild West No More

Die Entwicklungen schreiten rasant voran. Wir sind nicht darauf geeicht, exponentielle Entwicklungen einschätzen zu können. Exponentielles Wachstum, wie es die Verbreitung von Technologien, von Webdiensten und digitalen Märkten (der deutsche Onlinenhandel etwa) aktuell an vielen Stellen erfahren, entziehen sich unserer Vorstellungskraft. Gleichzeitig geht es uns paradoxerweise nicht schnell genug.

Das Web hat sich in den letzten zwei Jahren erheblich, und oft nicht zwingend offensichtlich, geändert. Es sind Strukturen entstanden, die den Wild-West-Charakter des Internets verschoben haben.

Auf manchen Ebenen sind erhebliche Markteintrittsbarrieren entstanden: iOS, Android, Amazon und Facebook. Gleichzeitig ermöglichen diese Strukturen neue Märkte, die es vor zwei oder drei Jahren praktisch noch gar nicht gab.

Das führt dazu, dass es für alle Akteure komplexer geworden ist.

Es führt auch dazu, dass man leicht neue Dienste falsch interpretiert, weil heute zum Beispiel 100 Millionen Endnutzer aus Dienstsicht oft weniger „wert” sind als 100 Millionen vor zwei oder drei Jahren. Oder anders: Wenn es dank eines veränderten Marktumfeldes einfacher wird, 100 Millionen User zu erreichen, dann ist es deshalb auch nicht die gleiche Leistung wie vor ein paar Jahren als es noch keine massiven Distributionsplattformen gab.

Dezentralisierung vs. Cloud

Der Überwachungskandal führt neben anderen Faktoren -Performance, Anzahl der Geräte pro Person in Industrieländern- dazu, dass wir neben dem World Wide Web zunehmend mit anderen Netzstrukturen arbeiten werden. Ich hatte kürzlich im neunetzcast mit Johannes Kleske ausführlich darüber gesprochen und werde das künftig noch weiter ausführen.

Diese Entwicklung wird erhebliche, schwer vorhersehbare Folgen nach sich ziehen. Ich rechne 2014 mit den ersten Durchbrüchen auf diesem Feld.

Clash der Organisationskulturen

Das Presseleistungsschutzrecht war erst der Anfang. Immer öfter sehen sich Startups Regulierung gegenüber. In manchen Fällen ist diese natürlich gerechtfertigt. Sehr oft ist sie aber bewusst befördert von den Industrien, die von den Startups asymmetrisch angegriffen werden.

Besonders in Deutschland scheint dieser Krieg der Organisationsstrukturen vehement, und zum Vorteil der etablierten Unternehmen, geführt zu werden.

Beachtet man die Signale im Koalitonsvertrag und die Debatten in den deutschen Massenmedien, die offen diskursablehnend sind, sieht man die nahe Zukunft Deutschlands vor Augen, die vom Kampf gegen die Veränderungen bestimmt sein wird. Also so wie es seit Jahren der Fall ist.

Das ist nicht überraschend. Wir sind ein sehr konservatives und ein sehr reiches (und ein sehr altes) Land. Der stattfindende Strukturwandel ist vom Wesen her zwingend ein Massaker. Disruption, dieses schlimm missbrauchte aber trotzdem hier zutreffende Buzzword, ist das immer.

Die etablierten Unternehmen und die Strukturen, in denen sie sich bewegen, sind in fast allen, in zu vielen, Fällen nicht in der Lage zur Anpassung an die Veränderungen. Das ist nicht ihre Schuld, es ist eine zwingende Folge ihres wirtschaftlichen Erfolgs. Es bleibt ihnen nur, die Veränderungen gesetzlich verbieten zu lassen. 

Und so beginnt der Analogprotektionismus, der wie jede Form von Protektionismus lokale Unternehmen auf Kosten ihrer lokalen Kunden schützt.

Ich weiß nicht mehr, wer es war, aber jemand sagte einmal, der digital verursachte Strukturwandel wird oft als Wetterumschwung gesehen, ist aber in Wirklichkeit ein Klimawandel.

Das trifft es gut. Es trifft gut die Tiefe der Veränderung, die Größenordnung der Potenziale für die Gesellschaft und die Gefahren für so viele Personen und Unternehmen, für Branchen und Gesellschaftsbereiche, die sich sicher wägen.

In Deutschland ist dieses Verständnis auch bei vielen Vordenkern des Netzes noch nicht vollends angekommen. Und das spielt in die Hände der Kräfte, die am regulatorischen Widerstand arbeiten.

Das ist problematisch, weil ohne intellektuellen Widerstand die Schirrmachers unseres Landes uns die digitale Zukunft nehmen werden, die uns als Gesellschaft voranbringen kann statt im Status Quo der industriellen Informationsökonomie stecken zu bleiben.

In wenigen Monaten werde ich Vater. Vielleicht der wichtigste Grund, mit dem weiterzumachen, woran ich glaube. Let’s keep on fighting.

Mehr:

Urlaubsvertretung: Kathrin Passig auf neunetzcom

Ich werde die nächsten Tage eine kleine Auszeit vom Schreiben auf neunetz.com nehmen. Im Zuge dieses so ungewöhnlichen wie mutigen Schrittes freue ich mich ankündigen zu dürfen, dass die von mir hochgeschätzte Kathrin Passig für die kommenden Tage sozusagen die Urlaubsvertretung übernehmen und hier auf neunetz.com über ihre Sicht auf die Themen schreiben wird, mit denen wir uns hier beschäftigen.

Kathrin schreibt regelmäßig an unterschiedlichen Stellen kluge Dinge über das Internet. Zuletzt gemeinsam mit Sascha Lobo in “Internet – Segen oder Fluch” (Review steht noch aus.) oder in “Standardsituationen der Technologiekritik”.

Für alle, die Kathrin noch nicht kennen, empfehle ich als erste Lektüre diesen Text von 2009 und diesen Text von vor ein paar Tagen auf Zeit Online über den Einfluss von E-Books auf ihr Leseverhalten. Sie macht außerdem das Zufallsshirt.

Kathrin Passig kann man auf den handelsüblichen Social Networks folgen: Twitter, Facebook, Google+. Eine eigene Website hat sie auch. Und last not least kann man sich auch in der Wikipedia über ihr Schaffen informieren.

Nächstes Exceed Meetup am Mittwoch (24.4.) in Berlin

Jochen Krisch auf Exciting Commerce:

Am kommenden Mittwoch (24.4.) findet in Berlin unser nächstes Exceed-Meetup statt – um 20 Uhr im St. Oberholz (1. Stock). Wer sich über neue Startups, neue Ideen und die Perspektiven für den Online-Handel austauschen will, ist herzlich willkommen. Von Exciting Commerce sind Marcel Weiß und Jochen Krisch vor Ort. [..]

Wie in der Exceed-Nachlese angedeutet, überlegen wir, wohin sich die Exceed entwickeln soll und ob nicht ergänzende Veranstaltungen (Summercamps, etc.) zu Spezialthemen Sinn machen. Wir sind daher offen für Anregungen jeglicher Art und freuen uns über den Austausch.

Wer also für die Next oder den Ecommhack sowieso in der Stadt ist, hat hier eine weitere Möglichkeit zur Abendgestaltung.

Exceed Net führen wir außerdem neben den Treffen als LinkedIn-Gruppe weiter. Wer eine Einladung von mir möchte, kann sich gern per Email melden: marcel@neunetz.com

1 Jahr neunetzcast

Jubiläumszeit: Neben sechs Jahren neunetz.com können wir dieser Tage auch ein Jahr neunetzcast feiern.

Im November letzten Jahres habe ich mit Markus Angermeier die erste Ausgabe des Podcasts aufgenommen. Im Laufe der letzten 12 Monate habe ich langsam Erfahrungen gesammelt. In dieser Zeit ist neunetzcast unregelmäßig erschienen. Das war ein Stück weit auch der Plan: Das erste Jahr war ein Herantasten an das Medium Podcast. Nun beginnt die zweite Phase.

Geplant ist, neunetzcast jetzt regelmäßig aufzunehmen. Im Idealfall ungefähr jede Woche. Mein Ziel ist es, in der Regel eine neue Ausgabe an drei von vier Wochen eines Monats veröffentlichen zu können. (Diese Phase hat de facto bereits begonnen. Die aktuelle Pause war krankheitsbedingt.)

Sowohl die Themenausrichtung als auch das Format mit den wechselnden Gesprächspartnern haben sich bewährt. Hier auch noch einmal vielen Dank an meine bisherigen, und hoffentlich auch künftigen, Gesprächspartner, ohne die neunetzcast nicht möglich wäre: Markus Angermeier, Thierry Chervel, Matthias Spielkamp, Philip Banse, Leander Wattig und Carsten Pötter.

neunetzcast hat ca. 250 Podcast-Abonnenten. Die letzten Ausgaben vor dem Umzug nach  SoundCloud wurden laut den Serverlogs 700 bis 800 Mal heruntergeladen. (Ich recherchiere noch, warum die Zahlen von SoundCloud im Vergleich so niedrig sind.) Da ist also noch Luft nach oben. Über Empfehlungen und iTunes-Bewertungen würde ich mich freuen.

neunetzcast kann man per RSS abonnieren, findet sich auch auf iTunes und kann seit neuestem auch auf SoundCloud verfolgt werden.

Späthinzugekommene können hier noch einmal alle Episoden nachhören:

Randnotiz: Mit Exchanges habe ich einen ähnlichen Podcast mit Jochen Krisch zu E-Commerce-Themen gestartet. Hört mal rein. Lohnt sich ebenfalls.

6 Jahre neunetz.com

Jubliäum: Heute, ausgerechnet heute,  wird neunetz.com 6 Jahre alt.

Vor einem Jahr konnte ich auf 1711 veröffentlichte Artikel und 2717 Kommentare zurückschauen. Ein Jahr später sind es 2468 Artikel und, trotz oder gerade wegen Registrierungspflicht, 3867 Kommentare in sehr hoher Diskussionsqualität, besonders für deutsche Blogkommentare. Das freut mich sehr.

Es geht voran. Das letzte Jahr war ein turbulentes. Anfang 2012 brach die Urheberrechtsdebatte in Deutschland aus, die Älteren mögen sich erinnern. Der Ansturm auf dieses Blog dank einiger Artikel zu diesem Thema hat mich zu einem Serverwechsel gezwungen, der die Site kurzzeitig nicht besser sondern schlechter erreichbar machte. Nunja, man lernt nie aus. Die technischen Probleme sind nun (wie immer: vorerst) gelöst.

Für alles weitere empfehle ich meine Ausführungen vom letzten Jahr zur Entwicklung des Webs, zur Ausrichtung von neunetz.com, und den ganzen Rest:

5 Jahre neunetz.com.

Here is to the future.

Auf ‘Deutsche Welle’ über Facebook

Am Dienstag, den 14.8., war ich in der Sendung ‘Agenda’ der Deutschen Welle. Dort habe ich mit mittelmäßigem Englisch über Facebook gesprochen. Für Leser des Blogs dürfte es keine neuen Erkenntnisse bringen.

Auf WDR5 zum Thema Facebook

Nachdem ich neulich zum Börsengang von Facebook in den “RTL2 News” war, bin ich am morgigen Samstag, dem 2.6., von 9:20-10:00 Uhr  in der Call-In-Sendung “Funkhaus Wallrafplatz” auf WDR5 zum Thema Facebook gemeinsam mit Sascha Adamek, dem Autor des Buches “Die facebook-Falle. Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft”.

Kommentaränderung

Ich habe die Einstellungen des Kommentarsystems Disqus hier auf neunetz.com angepasst.

Ab sofort kann man auf neunetz.com nur noch eingeloggt kommentieren. Folgende Identifizierungssysteme stehen zur Verfügung: Disqus, Google, Twitter, Facebook, Yahoo! und OpenID.

Meine Gründe:

Die offene Kommentarspalte ist tot. Eigentlich sind Kommentare unter Blogs etc. grundsätzlich anachronistisch, weil sie nicht im Stream stattfinden. (Ausnahme hier auch wieder das großartige Disqus, bei dem man andere Personen und ihre Kommentare abonnieren kann und so sieht, auf welchen Publikationen mit Disqus sie kommentiert haben.) Außerdem funktioniert die offene Kommentarspalte, in die jeder reinschreiben kann, der des Tippens fähig ist, nur bis zu einer bestimmten Reichweite der Publikation.

So groß ist neunetz.com nicht. Aber da ungefähr 100 Prozent der Leserschaft hier einen Account bei den oben genannten Identitätssystemen hat, erscheint mir der Einschnitt nicht sehr groß.

Eigentlich ist es für alle Beteiligten interessanter und gewinnbringender, wenn statt in Kommentarspalten auf dem eigenen Blog, Twitter, Google+ oder Facebook kommentiert wird. So bekommen wenigstens die eigenen Freunde, Kontakte, Leser mit, was man zu sagen hat. Kommentarspalten sind dagegen eher oft das Rufen in den leeren Wald. (Hand auf’s Herz: Wie viele Kommentare unter Artikeln lest Ihr, wenn Ihr selber gar nicht kommentieren wollt?)

Statt Kommentarspalten brauchen wir eigentlich Reaktionsspalten. Unter den Artikeln sollten die Reaktionen auf den verschiedenen Plattformen aggregiert werden. In Teilen machen das Kommentarsysteme wie Disqus oder Livefyre bereits. Das ist aber noch ausbaufähig.

Wie dem auch sei: ich möchte Kommentare hier aufrechterhalten, weil sich doch des öfteren interessante Debatten ergeben. Einzig auf Provokationen und Spam kann ich aus Zeitgründen gut verzichten. Deshalb bin ich auf den Registrierungszwang für die Kommentare umgestiegen.

Ich glaube, dass das eine gute Entscheidung war: Ich habe die Registrierung direkt nach dem Veröffentlichen meines Artikels zu einem modernen Urheberrecht angeschaltet. In der Regel kommen zu Urheberrechtsthemen immer auch Leute in die Kommentare, die nur beschimpfen wollen. Das ist dieses Mal ausgeblieben.

Aber was ist mit anonymen Kommentaren?

Zu dieser Frage gibt es zwei Dinge anzumerken:

1. Der anonyme Kommentar an sich wird überbewertet.

Ich kann mich an keinen anonymen Kommentar in meiner Laufbahn als Blogger (5+ Jahre) erinnern, der unbedingt anonym abgegeben werden musste und enorm wichtig für die Diskussion war. Also so wichtig, dass all die Arbeit mit Trollen und Spam eine registrierungsfreie Kommentarspalte rechtfertigen.

2. Man kann hier auch weiterhin anonym kommentieren. Es ist nur aufwendiger.

Will man anonym kommentieren, muss man sich dafür eine neue Email anlegen, die mit  der eigenen Person nicht in Verbindung gebracht werden kann. Anschließend kann man sich mit dieser Email einen Account auf Disqus oder einem der anderen Dienste anlegen und sich anschließend damit für die Kommentare anmelden.

Wenn es wirklich um Leben oder Tod bei dem anonymen Kommentar geht, erscheint mir der Aufwand verhältnismäßig.

Übersichtsseite zu (fast) allen Aspekten zum Urheberrecht im 21. Jahrhundert

Als ich 2008 angefangen habe, regelmäßig über Urheberrecht und Filesharing zu schreiben, dachte ich, ich sei spät in die Debatte eingestiegen. Im Grunde war vieles, fast alles, schon gesagt. Ich hatte das Gefühl, die Debatte sei mehr oder weniger an ihrem Endpunkt angekommen. Little did I know.

Ein wesentliches, für viele sicher frustrierendes Element der Urheberrechtsdebatte ist die Tatsache, dass man immer wieder die gleichen Argumente wiederholen muss. Das liegt an einem stark parallel geführten Diskurs. Wer regelmäßig bei den einschlägigen Publikationen wie etwa Techdirt mitliest, hatte bereits 2007 und davor einen fortgeschritteneren Wissensstand als jemand heute, dessen Informationen sich ausschließlich aus den Argumenten von Lobbyisten zusammensetzen.

Nicht zuletzt dank SOPA und ACTA stoßen aktuell immer mehr Bürger auf das Themenfeld. Grund genug, eine Anlaufstelle zu schaffen, in der die wichtigsten Punkte der Debatte zusammenlaufen.

Unter neunetz.com/urheberrecht habe ich nun eine Übersichtsseite zum Themenkompex Urheberrecht und Filesharing angelegt, auf der ich versuche, alle Aspekte zu sammeln, möglichst präzise zu beschreiben und auf weiterführende Artikel zu verlinken.

Da ich hier seit zwei Jahren regelmäßig über diese Themen schreibe, ist die Übersicht mitsamt weiterführenden Artikeln sehr umfangreich und umfassend.

Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert werden.

Die Unterpunkte sind einzeln verlinkbar, was (vielleicht nicht nur) mir hier die Arbeit erleichtern sollte:

  1. Ausgangslage: Veränderung der Rahmenbedingungen
  2. Veraltetes Urheberrecht
  3. Filesharing ist kein Diebstahl
  4. “Geistiges Eigentum” existiert nicht
  5. Filesharing ist keine moralische sondern eine ökonomische Thematik
  6. Filesharing ist nur ein Symptom, nicht die Ursache der aktuellen Veränderungen
  7. Sinnlose Massnahmen, um Filesharing zu stoppen
  8. Probleme bei der Plattformproviderhaftung
  9. Entwicklung der Musikbranche im Filesharing-Zeitalter
  10. Erfolgversprechende Geschäftsmodelle im Filesharing-Zeitalter
    1. Crowdfunding

Ich habe noch nicht alle Aspekte erfasst, die ich in der Übersicht unterbringen möchte, noch nicht alle hier veröffentlichten, wichtigen Artikel verlinkt und auch die Texte müssen teilweise noch überarbeitet werden. Aber ich glaube, dass es ein guter Anfang ist.

Inhaltliche Ergänzungen gern hier in die Kommentare!

neunetz.com-Sponsor: Spreadly

Mein Dank an den neunetz.com-Sponsor von Anfang November bis Anfang Dezember

Spreadly ist ein deutsches Startup, das auf die Ein-Klick-Geste aufsetzt und einen eigenen Button bietet, mit dem Nutzer Inhalte an diverse Netzwerke verteilen können. Nach Klick auf den Spreadly-Button erhalten Nutzer in einem Popup die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben und den Link an Facebook, Twitter oder LinkedIn zu verteilen. Publisher erhalten über Spreadly Statistiken, wie ihre Inhalte wirken und sich verbreiten.

Das ist insgesamt noch nicht so herausragend. Besonders interessant aber ist das angebundene Werbenetzwerk:

Schalten Werbetreibende an Werbung gekoppelte Gutscheine nach dem Like und erscheint diese Werbung im Like-Popup auf der Seite, fließt ein Teil der Einnahmen an den Seitenbetreiber. [..]

Spreadly bietet einen völlig neues Werbeformat. Bezahlt wird genau die Reichweite, die auch gebucht wird. Die Verbindung von Werbung und Gutscheinen macht Empfehlungen für Besucher attraktiv. Sie sehen die Werbung bewusst, da sie direkt nach dem Like erscheint.

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Der Button ist leicht in die gängigen Systeme integrierbar. Für WordPress etwa gibt es ein Plugin.

Hier kann man den Button in Aktion erleben:

Bisherige Sponsoren waren der Wirtschaftsverlage Schäffer-Poeschel und Lengow. Werden Sie Sponsor von neunetz.com: Dazu gehört ein Sponsorposting wie dieses, ein exklusiver Bannerplatz über dem Fold in der Sidebar genau über dem Mission Statement und ein Link zum Angebot im Footer des RSS-Feeds und des Email-Newsletters. Erfahren Sie mehr oder treten Sie direkt mit mir in Kontakt: marcel@neunetz.com.

5 Jahre neunetzcom

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Am 29.11.2006 ist der erste Beitrag auf neunetz.com erschienen. In den letzten 5 Jahren wurden 1711 Artikel auf neunetz.com veröffentlicht. 2717 Kommentare wurden hier abgegeben. Was 2006 als Außenseiterprojekt in Chemnitz begann, ist heute ein vornehmlich von Berlin aus befülltes Blog, das von Managern, Journalisten, Politikern und gut aussehenden Geeks gelesen wird.

Rückschau, Bestandsaufnahme, Ausblick.

Sheer playfulness and deadly seriousness are my closest friends. – Philip Roth

Rückschau. Als ich vor 5 Jahren anfing, über die Internetbranche zu bloggen, war das Internet sehr viel anders als heute. Ende 2006 war Facebook in den USA ein Social Network, das in erster Linie von Studenten verwendet wurde. Hierzulande dominierte studiVZ mit Skandalen und Überheblichkeit. Flickr und Delicious gehörten bereits Yahoo!, waren aber noch die Vorzeigedienste einer Bewegung, die Tim O’Reilly mit “Web 2.0″ zusammenfasste.

Michael Arrington hatte erst ein Jahr davor mit TechCrunch angefangen. Und auch die übrigen, heute großen Techblogs von GigaOm über Mashable bis ReadWriteWeb waren noch Ein-Mann-Projekte. Hierzulande berichtete eigentlich fast nur Robert Basic auf Basic Thinking regelmäßig über die Schwemme neuer Startups und aufregender neuer Webdienste. Digg war in den USA das Nonplusultra in Sachen Social News. Twitter hieß noch Twttr und war niemandem bekannt. Und nur Masochisten sind mit ihren Smartphones im Internet unterwegs gewesen.

Als ich gegen 2005 anfing, Blogs zu lesen und dann nach und nach diesen und jenen spannenden Webdienst zu entdecken, wuchs meine Faszination darüber, was im Web möglich war, immer weiter. Die Webportale und Onlineangebote, bevor das “Web2.0″ kam, waren mehr oder weniger unbeholfene Versuche, das was man aus dem analogen Leben kennt, in’s Web zu übersetzen. Nett, aber nicht umwerfend, selten disruptiv. Mit den neuen Diensten wurden aber auf einmal neue, genuine Wege, wie man Probleme mit dem Web lösen kann, ausprobiert.

Die Explosion an Kreativität war überwältigend. Es war 2005, als es mir wie Schuppen von den Augen fiel.

Mit neunetz.com fing ich 2006 an, regelmäßig über neue Webdienste zu schreiben, etwas, das ich vorher schon hier und da getan hatte, und mich intensiver mit den Entwicklungen zu beschäftigen. Weniger von der Seitenlinie, mehr mittendrin, weniger punktuell, endlich konstant. Lange Zeit hieß die Tagline von neunetz.com “Die neuen Möglichkeiten im Web.”. Ich fing an, Punkte zu verbinden, Entwicklungen zu erkennen.

Bereits in der ersten Hälfte von 2007 änderte sich etwas. Apple stellte das erste iPhone vor. Facebook startete mit seiner Plattform die erste größere Webplattform, die enorme Bedeutung erlangen sollte. Als ich über die Öffnung von Facebook schrieb und auch daraufhin weiter Facebook betrachtete, wurde mir einiges bereits so halb klar:

  • Programmierschnittstellen und Plattformen gehören die Zukunft.
  • Es wird abseits der simplen Berichterstattung zunehmend wichtig, die komplexer werdenden Entwicklungen einzuordnen und zu bewerten.

Seit Facebook seine Plattform gestartet hatte, schrieb ich darüber, dass für Social Networks der nächste Schritt sei, zum Infrastrukturanbieter zu werden. Ich sollte recht behalten. Die fehlende beziehungsweise viel zu spät kommende Einsicht diesbezüglich sollte Netzwerken wie studiVZ Jahre später das Genick brechen.

Was ich erst später realisierte war, wie enorm wichtig Plattformen auch abseits von Social Networks werden würden. Wie Plattformen praktisch alle Bereiche der High-Tech-Branche durchdringen und bestimmen werden. Heute stehen wir bereits an der Schwelle zu einer Zeit, die von großen Plattform-Unternehmen bestimmt werden wird.

Vor 5 Jahren gab es praktisch nur eine Möglichkeit für ein neues Blog, um in kurzer Zeit viele neue Leser zu gewinnen: Von anderen großen deutschen Blogs verlinkt zu werden. Da deutsche Blogs traditionell schon immer eher knausrig im Verlinken waren, war das für das gesamte deutsche Web nicht besonders hilfreich. Über Jahre gab es keine Durchlauferhitzer hierzulande wie es in den USA etwa Digg gab. Mit dem Aufstieg von Twitter, Facebook und Google+ hat sich das mittlerweile zum Glück grundlegend geändert.

Der Aufstieg von Twitter ab 2007 zeigte noch etwas weiteres beunruhigendes auf, das über 2010 aus meiner Sicht immer wichtiger und verheerender wurde: Auch die deutsche Informationselite, die die bloggen, an vorderster Front neues ausprobieren und aufgeschlossen sind, sind gar nicht so aufgeschlossen. Deutsche Blogger schrieben über Twitternutzer das, was Journalisten über Blogger schrieben. Hochnäsige Verachtung ohne den Versuch, zu verstehen, was da gerade passiert. Unnötig zu erwähnen, dass all die Blogger später zu begeisterten Twitternutzern wurden.

Interessant ist das, weil einige Jahre später in Deutschland Street View verpixelt wurde, weil auch die Bloggerwelt gespalten zu dem Thema war. Weil hierzulande noch kein digitaler Marsch durch die Institutionen stattgefunden hat.

Interessant ist das auch, weil viele deutsche Blogger und Netzaktivisten wenig begeistert auf den Erfolg von Facebook schauen, und deshalb nicht mit gebotener Härte gegen Datenschutz-Vorstösse gegen den Like-Button vorgehen. (Oder: Nicht mit der notwendigen Distanz und daraus folgenden Erkenntnis, was ein Like-Button-Verbot für andere Webdienste, die ebenfalls auf Dezentralität setzen, bedeutet.)

iOS, Android, Facebook, AWS, Kindle Fire, Twitter, Foursquare. Es bewegt sich viel und: Es sind längst keine Randthemen mehr. Es sind Themen, welche die gesamte Gesellschaft betreffen, und welche die gesamte Gesellschaft mittlerweile auch bewegen. Und je weiter diese Entwicklung voranschreitet, desto stärker tritt der technologische Konservativismus unserer Gesellschaft zu tage.

I don’t wanna make you bounce. I wanna be loved and hated in equal amounts. – Gonzales

Bestandsaufnahme. Über das letzte Jahr hinweg habe ich mich immer wieder gefragt, was neunetz.com sein soll. Was mir nach meinem Weggang von netzwertig.com und meinem hier neu aufgenommenen Engagement relativ schnell klar wurde war, dass es kein weitere Newssite braucht, die stupide die Neuigkeiten aus den US-Blogs wiederholt. Das habe ich nie gemacht. Die Frage bleibt: Was soll es sein?

Wie bereits angesprochen, glaube ich, dass Einordnung von Geschehnissen zunehmend wichtig wird. Das war es schon immer. Aber was mir immer stärker auffällt ist, wie selbst viele Intellektuelle im Nebel stochern, wenn ihnen die Koordinatensysteme fehlen. Wir leben in einer Zeit, in der das alte Koordinatensystem in vielen Bereichen nur noch schlecht oder gar nicht mehr funktioniert.

Apple war vor einigen Wochen das erste Mal nach Börsenwert gemessen für kurze Zeit das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Symbolik dessen ist recht interessant: Im industriellen Zeitalter ist mit Exxon natürlich ein Ölunternehmen das wertvollste Unternehmen an der Börse. Apple, dessen P/E Ratio unter dem Börsen-Durchschnitt liegt, konnte Exxon bereits kurzfristig schlagen und wird den Ölriesen bald hinter sich lassen.

Andere High-Tech-Unternehmen, die mit ihren Plattformen in alle Richtungen gehen, werden Apple an die Spitze folgen: Google, Amazon, vielleicht Facebook, Foursquare, Groupon. (Das Internet ist schließlich trotz seiner Bedeutung noch immer in jeder Beziehung ein Wachstumsmarkt.)

Der letzte Beweis dafür, dass wir vom industriellen Zeitalter in das vernetzte Informationszeitalter übergegangen sind.

Das Internet hat irgendwann in den letzten Jahren seinen Underdog-Status hinter sich gelassen. Vielleicht war es, als Wikileaks der US-Regierung das Fürchten gelehrt hat.

Weil immer von Medienwandel die Rede ist, und viele lapidar davon schreiben, dass “sich jetzt alles ändert”, stumpft man diesbezüglich ein wenig ab, aber: Es ändert sich wirklich alles. Die Radikalität des Bruches und die Potentiale sind auch weiterhin den Meisten nicht bewusst. Das lässt sich im Großen wie im Kleinen beobachten: Wie viele Blogger machen sich über die Tonträgerindustrie lustig und beschweren sich am nächsten Tag lautstark darüber, dass jemand ihre Texte ‘gestohlen’ hat?

neunetz.com. Mein Ziel ist es, hier eine No-Bullshit-Area zu etablieren. neunetz.com soll ein Ort sein, an dem man sich informieren kann. An dem man die Informationen, die Zusammenhänge und den Kontext findet, die man anderenorts nicht findet, weil anderenorts nicht tief genug gegraben wird und die eigenen Erkenntnisse aus einer Zeit der industriellen Produktion nicht radikal genug hinterfragt werden.

neunetz.com soll eine Mischung aus Daring Fireball und – Vorsicht, jetzt wird’s vermessen – The Economist werden. Beides sehr unterschiedliche Publikationen, die das Wichtige eint: No Bullshit, was passiert wirklich, wie lässt sich das einordnen, was wären Handlungsempfehlungen für Betroffene.

Das Ideal wäre ein neunetz.com, das sich als Economist für die Internetwirtschaft etabliert. Was meine ich damit: Der Economist konzentriert sich auf die entscheidenden News, er ordnet ein, er bezieht Stellung. Das Magazin ist, was viele Presseverlage hierzulande (in der Regel nur) vorgeben, zu verlegen: tatsächlicher Qualitätsjournalismus. Eine Publikation mit enormen Mehrwert für ihre Leser.

Wir brauchen keine Infografiken. Wir brauchen keine “Haha, so verlierst du Follower auf Twitter”-Postings. Wir brauchen keine Bildergalerien und Leserumfragen, die lediglich Pageviews hochtreiben sollen. Wir brauchen, zumindest meines Erachtens, das, was ich mit neunetz.com versuche anzubieten: Publikationen, die uns klüger machen. Publikationen, die ein wenig Licht ins Dunkle bringen, das dunkler denn je ist.

Es macht mich auch ein Stück weit wütend: Wie kann man als Technews-Publikation unnütze Fluff News veröffentlichen, während die Welt aus den Angeln gehoben wird? Ich habe permanent hier ungefähr das Zehnfache an Themen bereitliegen, als ich zeitlich behandeln kann. Wer im Tech-Bereich publiziert und wem das nicht so geht, der macht etwas gehörig falsch.

Make your job, goddamnit.

Auf dem SxSW-Festival von 2009 haben Merlin Mann und John Gruber ein Panel darüber gehalten, wie man erfolgreich bloggt. Das Gespräch ist sehr hörenswert. Um es kurz zu machen: Schreibt, als würdet Ihr für Eure engsten Freunde schreiben. Versucht nicht, eine anonyme Masse zu begeistern. Stellt Euch stattdessen Personen vor, von denen Ihr eine hohe Meinung habt, und versucht, für diese zu schreiben. (Das ist letztlich ein Trick, um sein eigenes Publikum ernst zu nehmen. Niemand nimmt anonyme Zahlen ernst, Freunde dagegen schon.)

Die eigene No-Bullshit-Anforderung, die ich oben schon angesprochen hatte, macht nicht nur Freunde: Wann immer ich über das Urheberrecht schreibe, mache ich mir genau so viele Feinde wie Freunde. Wenn man das, was ich hier mache, oder versuche umzusetzen, ernst nimmt, kommt man darum nicht herum.

In nächster Zeit werden die Reibungspunkte angesichts der geplanten Themen eher noch weiter zunehmen. Entgegen meiner Ansicht aus ungefähr 2007 führt das Internet nicht auf allen Ebenen zu Enthierarchisierung. Es begünstigt vielmehr an vielen Ebenen starke Konzentration. Das ist erst einmal grundsätzlich weder gut noch schlecht. Es ist aber eben nun auch etwas, das viele Beobachter, Laien wie Analysten, in voller Tragweite noch nicht sehen.

Es gibt viel Wunschdenken und Verblendung bei Netzaktivisten und Open-Source-Befürwortern. Vieles findet schlicht nicht so statt, wie es in diesen Kreisen dargestellt wird. Das ist ausgesprochen bedenklich, weil es dafür sorgt, dass in die falschen Richtungen geschaut wird.

Wenn Konzerne die großen Gewinner sind, dann sollten sie auch als die solchen benannt werden (und nicht etwa als die dummen Lösungen für die, die es nicht besser wissen). Erst dann kann man anfangen, darüber nachzudenken, was das bedeutet. Mein Ziel ist es auch, die Selbstblendung von Aktivisten genau so offen zu legen, wie es bei Branchen wie der Tonträgerindustrie seit Jahren geschieht.

Death is my exit strategy. – Craig Newmark

Ausblick. Das Spannungsfeld zwischen Netzaktivisten/Hackern/etc. und der tatsächlichen Entwicklung des Webs wird also ein Thema, das wir hier künftig weiter diskutieren werden.

Weitere Themen werden die zunehmende Komplexität und die Interdependenzen zwischen den an Bedeutung zunehmenden Plattformen werden. Mit der Theorie der zweiseitigen Märkte haben wir endlich einen theoretischen Ausgangspunkt für tiefergehende Analysen.

Die High-Tech-Branche wird mit zunehmender Komplexität immer stärker von Marktexternalitäten bestimmt und bringt diese Externalitäten zu jeder Industrie, die sie berührt. Die Folgen sind weitreichender und oft weit weniger offensichtlich als vielmals angenommen.

Datenschutz ist eine Debatte, aus der ich mich weitestgehend heraushalte, weil sie oft rückwärts gewandt geführt wird und stark von Ideologien bestimmt wird. Mit so etwas beschäftige ich mich bereits in einem anderen Feld intensiv (siehe nächster Punkt). Das Problem liegt bereits im Begriff, der die Debatte umschreibt: Nicht Datenpotentiale, nicht einmal Datennutzung, sondern Datenschutz ist, wovon immer gesprochen wird. Ich habe deshalb vor einiger Zeit eine neue Kategorie Datennutzung eingeführt, die vor allem auch dazu dient, positive Beispiele von Datenverknüpfung zu sammeln.

Das Urheberrecht gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit, weil es bestimmt, wie wir mit Kultur umgehen und der Übergang vom industriellen Zeitalter zum vernetzten Informationszeitalter eben auch diesen Umgang mit Kultur erheblich verändert und Potentiale mitbringt, die von rechtlichen Rahmenbedingungen zurückgehalten werden können. Das Urheberrecht und seine digitalen Aussichten werden hier weiter intensiv betrachtet werden müssen.

Daran anschließend werden Geschäftsmodelle für die von der informationsvernetzten Umwälzung betroffenen Branchen eines der wichtigsten Themen hier bleiben. “Follow the money”. Themen wie Crowdfunding sind in ihrer gesellschaftlichen Tragweite aktuell kaum zu überschätzen.

Diese Thematiken werden uns hier weiter beschäftigen, denn es geht schließlich längst nicht mehr darum, dass das Internet Wirtschaftszweige und gesellschaftliche Bereiche verändert, sondern darum, wie es das tut, und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben können.

Bis auf wenige Ausnahmen werden hier Gerüchte auch weiterhin keine Rolle spielen. Ich gehe nur in Ausnahmen auf solche ein, wenn sie darüber hinaus eine Analyse aktueller Entwicklungen und potentieller Möglichkeiten erlauben, wie etwa bei dem Facebookphone, das einen Blick auf die entstehenden Dynamiken zwischen Plattformen ermöglicht.

Ein weiteres wichtiges Feld wird die Post-PC-Ära werden, die vieles von dem über den Haufen wirft, was manche in der Techbranche als gegeben hinnehmen.

Ich habe einige neue Formate für neunetz.com geplant. Das erste ist der neue Tech-Podcast neunetzcast, über dessen erste Ausgabe mit Markus Angermeier ich sehr glücklich bin.

Des weiteren möchte ich künftig regelmäßig Sachbücher zu den hier besprochenen Themen vorstellen. Es erscheinen viele Bücher zu diesen Themenfeldern, nicht alle sind lesenswert. Die Lesenswerten haben aber mehr Rampenlicht verdient. Eine Schneise durch den Nebel.

Robin Meyer-Lucht – ich wünschte so sehr, Robin könnte heute bei uns sein und mit uns feiern – fragte mich auf einem Panel einmal, was meine Motivation für das Bloggen sei. Ich antwortete, dass es der perfekte Mix aus intrinsischer und extrinsischer Motivation ist:

neunetz.com wirft ein wenig Geld über Werbung ab. Aber vor allem habe ich praktisch jeden Job, den ich in den letzten drei bis vier Jahren ausgeführt habe, mehr oder weniger über neunetz.com und die Reputation, die ich mir hiermit aufgebaut habe, bekommen. Ich arbeite als Berater, halte Vorträge, bin gemeinsam mit Wolfgang Senges mit neumusik.com relativ gut positioniert im Musikbusiness, und ich bin sehr froh darüber, bei Exciting Commerce als Autor tätig sein zu dürfen (neunetz.com und neumusik.com befinden sich neuerdings in einem Netzwerk mit Exciting Commerce, in dem gemeinsame Ziele wie Vermarktung und anderes im Verbund angegangen werden soll).

Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass eine dieser Tätigkeiten für mich wichtiger wäre als neunetz.com. neunetz.com ist Anfang und Ende. Der Ausgangspunkt von dem aus ich versuche, unsere Zeit zu verstehen und andere dazu einlade, über meine Analysen und Gedanken zu diskutieren. Das alles in der Hoffnung, dass wir alle danach ein bisschen klüger sind und eher wissen, was auf uns in dieser turbulenten Zeit zukommt. Eine andauernde Übung im öffentlichen Diskurs, der nie so wichtig war wie heute. Und ich habe nicht vor , diese Übung vor meinem Lebensende abzuschliessen.

Seit letztem Jahr lautet die Tagline von neunetz.com “Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Zeitalter”.

Es gibt viel zu tun. So viel mehr zu tun. Packen wir es an.

Feier. Aber vorher: Heute abend werden die ersten 5 Jahre neunetz.com im Soupanova in Berlin ein wenig gefeiert.

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“The future is here. It is just not evenly distributed yet.” Dieses Zitat von William Gibson begleitet neunetz.com jetzt seit 5 Jahren. Es trifft mehr denn je zu.

Here is to the future.

neunetz.com und neumusik.com auf Google+

Kurzer Hinweis in eigener Sache:

Wir sind jetzt auch auf Google+.

neunetz.com findet man hier.

neumusik.com kann man hier einkreisen.

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Man kann mir auch persönlich auf Google+ folgen. Mehr als 5600 Follower machen das mittlerweile.

Man findet neunetz.com natürlich auch auf Facebook und auf Twitter.

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Alle Vernetzungs- und Abonnementmöglichkeiten findet Ihr auch auf dieser Seite.

neunetz.com-Sponsor: Der Wirtschaftsverlag Schäffer-Poeschel

Mein Dank an den neunetz.com-Sponsor im Oktober:

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Ich freue mich besonders über Schäffer-Poeschel als Sponsor für diesen Monat, da ich, wie sicherlich viele, die Wirtschaft studiert haben, mich in meinem Studium auch durch bei Schäffer-Poeschel erschienene Mankiw-Schinken gearbeitet habe. Bei mir war es unter anderem “Makroökonomik”, damals in der vierten Auflage, das von Herrn John, einem meiner VWL-Professoren, übersetzt worden ist.

Aus der Selbstbeschreibung des Verlags:

Pro Jahr erscheinen im Verlag derzeit ca. 150 Novitäten. Die Backlist umfasst ca. 600 lieferbare Longseller, darunter Standardwerke wie Adler/ Düring/ Schmaltz: „Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen“, Küting/ Weber: „Handbuch der Rechnungslegung“, Brönner: „Die Besteuerung der Gesellschaften“, Hartz: „ABC-Führer Lohnsteuer“, Littmann: Das Einkommensteuerrecht u. v. a.

In der Hochschulausbildung haben die Lehrbücher des Verlags ihren festen Platz. Mit Titeln wie Mankiw: „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“ und Coenenberg: „Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse“ oder den Reihen „Finanz und Steuern“ und „Grundkurs des Steuerrechts“ nimmt der Verlag hier eine führende Stellung ein. Die Editionen des Handelsblatts und des BETRIEBS erscheinen ebenfalls bei Schäffer-Poeschel. Dazu kommen die beiden Fachzeitschriften ZeitschriftFührung + Organisation (zfo) und Die Betriebswirtschaft (DBW).

Aktuell im Angebot ist unter anderem“Ideen – Werbetexten in einer neuen Medien- und Marketing-Epoche” von Teressa Iezzi.

Man kann Schäffer-Poeschel auch bei Twitter folgen und auf Facebook gut finden.

Wollen Sie Sponsor von neunetz.com werden? neunetz.com wird von gut aussehenden Geeks und Entscheidern in Agenturen, Startups und Medienunternehmen gelesen; in letzter Zeit sind auch Politiker und Mitarbeiter aus fast allen Bundestagsfraktionen hinzugekommen. Die Interessen der Leserschaft umfassen neue Entwicklungen und Trends in der Internetwirtschaft, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und eine Abneigung gegen Infografiken, Leserumfragen und andere Zeitverschwendungen. neunetz.com liest, wer auf der Suche nach den Zusammenhängen hinter den News ist.

Die Sponsorschaft kommt mit einem Bannerplatz für einen Monat in der Sidebar über dem Fold und dem Mission Statement. Zusätzlich werde ich im Laufe des Monats den Sponsor in einem Artikel wie diesem hier der Leserschaft etwas ausführlicher vorstellen.

Da neunetz.com keine mit Werbung überflutete Site ist, haben Sie mit der Sponsorschaft eine gute Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, die Sie hier erreichen wollen.

Noch ist der Sponsorplatz für November frei. Treten Sie mit mir in Kontakt: marcel@neunetz.com

neunetz.com-Sponsor: Lengow auf der DMEXCO treffen

Mein Dank an den neunetz.com-Sponsor im September: Lengow ist eine Rundumlösung für Onlinehändler, mit der sie ihre Angebote regelmäßig aktualisiert in viele Preisvergleichsportale einspeisen können.

Feature comparateur

Zur Arbeitsweise und den Funktionen von Lengow:

Lengow erstellt jeden Tag optimierte Feeds für mehr als 140 europäische Preisvergleichsportale.

[..]

Lengow und sein Team stehen zu Ihrer Verfügung und empfehlen Ihnen Preisvergleichsportale entsprechend Ihres Produktkataloges und Ihres Budgets.

[..]

Unser Statistik-Tool ist wesentlich, um Ihre Investitionen zu kontrollieren und ermöglicht es Ihnen die Leistungsfähigkeit jedes Produktes pro Vergleichsportal zu erhalten. Exportieren Sie Ihre Daten, identifizieren und desaktivieren Sie dank der Rentabilitätsbenachrichtigung die nicht umsatzbringenden Produkte.

Lengow kann man auf der DMEXCO besuchen:

Besuchen Sie uns auf der DMEXCO, die Profimesse für Digitales Marketing in Köln, zwischen den 21. und 22. September 2011.Entdecken Sie unsere Lösung und unser Team auf dem Stand A027, Halle 7!
Unser Seminar
Unser Seminar „Wie können die Online-Händler die Rentabilität verbessern?“ wird am 21. September um 14 Uhr stattfinden, Seminarraum 1.

Wollen Sie Sponsor von neunetz.com werden? neunetz.com wird von gut aussehenden Geeks und Entscheidern in Agenturen, Startups und Medienunternehmen gelesen; in letzter Zeit sind auch Politiker und Mitarbeiter aus fast allen Bundestagsfraktionen hinzugekommen. Die Interessen der Leserschaft umfassen neue Entwicklungen und Trends in der Internetwirtschaft, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und eine Abneigung gegen Infografiken, Leserumfragen und andere Zeitverschwendungen. neunetz.com liest, wer auf der Suche nach den Zusammenhängen hinter den News ist.

Die Sponsorschaft kommt mit einem Bannerplatz für einen Monat in der Sidebar über dem Fold und dem Mission Statement. Zusätzlich werde ich im Laufe des Monats den Sponsor in einem Artikel wie diesem hier der Leserschaft etwas ausführlicher vorstellen.

Da neunetz.com keine mit Werbung überflutete Site ist, haben Sie mit der Sponsorschaft eine gute Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, die Sie hier erreichen wollen.

Noch ist der Sponsorplatz für Oktober frei. Treten Sie mit mir in Kontakt: marcel@neunetz.com

Zu Gast beim Online-Talk von DRadio Wissen

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Am morgigen Samstag bin ich auf Deutschlandradio Wissen zu Gast beim Online-Talk. Die Sendung findet live von 11 bis 12 Uhr statt.

Wir werden über die Themen der Internetwirtschaft reden, die auch hier auf neunetz.com behandelt werden. Schwerpunkt wird wohl Filesharing, dessen Implikationen und Geschäftsmodelle für Kreative sein.

Tagesseminar zu professionellem Informationsmanagement im Internet

Gemeinsam mit Carta veranstaltet neunetz.com am 20.6. ein Tagesseminar zum Thema professionelles Informationsmanagement im Internet.

Ich habe über Jahre mein eigenes System immer weiter verfeinert und verbessert und in dieser Zeit viel dazu gelernt. Der Zugewinn an Produktivität, wenn man die richtigen Tools kennt und gelernt hat, sie gewinnbringend einzusetzen, ist so enorm, dass man ihn gar nicht überschätzen kann. Vielleicht ein kleiner, beispielhafter Anhaltspunkt: Ich überwache im GoogleReader mehr oder weniger regelmäßig über 1700 Websites (bzw. RSS-Feeds).

Ich bin zwar als Mitveranstalter vielleicht voreingenommen, glaube aber, dass aufgrund dieses Potentials das Seminar eine echte Möglichkeit für Informationsarbeiter bietet, sich Fähigkeiten anzueignen, um sich künftig von der Konkurrenz absetzen und das Seminar dafür ein echtes Schnäppchen darstellt.

Also am besten heute noch anmelden!

tagesseminar

Mit dabei als Referenten sind neben mir Ronnie Grob, der erzählen wird, welche Tools er wie einsetzt für die Recherche zu seiner täglichen 6vor9-Kolumne auf Bildblog, und Don Dahlmann, welcher über Infomanagement für Journalisten sprechen wird.

Weitere Informationen findet man auch auf Carta.info:

Aus den Inhalten: Was ist RSS und wie kann man es effizient nutzen? Wie benutzt man Twitter und Facebook, um professionell Nutzen aus ihnen zu ziehen? Welche Tools helfen am besten beim Beherrschen der Informationsmassen des Internets? Wie baut man sich ein System, das einem die notwendigen Informationen zeitnah zuspielt? Diese und andere Fragestellungen werden im Seminar beantwortet. Es werden Techniken und Vorgehensweisen vorgestellt und erläutert.

Das Praxisseminar richtet sich an Informationsarbeiter, Journalisten und PR-Leute. Behandelt werden unter anderem Werkzeuge, wie: GoogleAlerts, GoogleReader, Twitter Tweeted Times, Tweetdeck, Dapper, Postrank, Reeder, Flipboard, Feed to IM, Push, Feed to Email und GMail-Filter.

Das Seminar findet am 20. Juni 2011, 10h-17.30h in Berlin-Mitte statt – Details werden noch bekannt gegeben. Teilnehmer bringen bitte ein eigenes Laptop mit.

Der Seminarbeitrag: 248,– Euro plus USt. und Amiando-Gebühr (Endpreis inkl. Steuern und Gebühren: 312,91 Euro). Für die ersten fünf Bucher gibt es Early-Bird-Tickets für 199,– Euro plus USt. und Aminando-Gebühr (Endpreis inkl. Steuern und Gebühren: 251,20 Euro)

Anmeldung unter: http://de.amiando.com/filter.html

Im Seminarbeitrag enthalten: Teilnahme am Seminar, Seminargetränke, WLAN-Nutzung vor Ort. Das Seminar hat maximal 22 Teilnehmer. Bei Storno bis 10. Juni 2011 werden 50 Prozent des Betrags erstattet; nach dem 10. Juni keine Erstattung möglich.

Buchvorstellung: Medienwandel kompakt 2008-2010

Medienwandel-207x300Jan Krone hat als Herausgeber für das Buch “Medienwandel kompakt 2008-2010″ mehrere Blogartikel zum Thema gesammelt. Im Buch findet man Texte von Robin Meyer-Lucht, Michael Seemann, Christoph Kappes, Felix Neumann, Martin Weigert, mir und vielen anderen.

Meine enthaltenen Texte sind die Entwicklungsland-Trilogie, die ich seinerzeit für netzwertig.com geschrieben hatte, und der Artikel Filesharing, Flattr und Bezahlschranken: Die Auflösung historischer Unfälle.

Heute abend wird das Buch 19 Uhr im BASE_camp vorgestellt (Unter den Linden 10). Neben Jan Krone werden Christoph Kappes, Andreas Beierwaltes (Nomos Verlag), Robin Meyer-Lucht und ich anwesend sein.

Mehr dazu auch auf Carta.

Im Hyperland

Für die aktuelle Dummy-Ausgabe des Hyperlands habe ich in meine schlechte Webcam ein paar Worte zum Interview von Mathias Döpfner im Handelsblatt gesprochen.

Podiumsdiskussion zur Kulturflatrate am 17.11. in Hannover

Am 17.11. werde ich auf einer Veranstaltung des SPD-Landesverbands Niedersachsen in Hannover an einer Podiumsdiskussion zum Thema Kulturflatrate (mal wieder) teilnehmen:

Kulturflatrate – Chance oder Risiko für das Urheberrecht?

Die Diskutanten:

Angelika Busch
Geschäftsführerin Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Niedersachsen-Bremen
Sigmund Ehrmann, MdB
Kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag
Marcus Schwarze
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Autor und Blogger
Tim O. Petschulat
Friedrich-Ebert-Stiftung
Marcel Weiß
neunetz.com
Moderation: Daniela Behrens, MdL

Bis zum 11.11., also morgen, kann man sich noch via Formular auf dieser Seite (oder per dort angegebener Fax-Nummer) anmelden.

Ulrike Langer, Robin Meyer-Lucht und ich diskutieren Geschäftsmodelle im Netz

Ulrike Langer, Robin Meyer-Lucht und ich werden am morgigen Samstag von 11 Uhr bis 12 Uhr bei DRadio Wissen in der Sendung Netzreporter mit Moderator Markus Heidmeier das Thema: “Kulturkampf um die Kohle – Musik, Literatur, Film: Wie sehen die zukünftigen Geschäftsmodelle im Netz aus?” diskutieren.

Die Diskussion kann man live über den MP3-Stream hören. (Es gibt auch einen OGG-Stream.)

Die Sendung wird man später hier als MP3 herunterladen können.

Update: Sendung kann jetzt hier nachgehört werden.