Buzzfeed sieht mehr Aktivität bei WhatsApps Share-Button für Apps als beim Twitter-Button

Faszinierend am Share-Button von WhatsApp ist nicht, dass er erfolgreich ist. Das ist wenig überraschend angesichts der Größe der Chat-App. Faszinierend ist, dass das Team, das die App nicht zu einer Plattform aufbaute wie es die Konkurrenten tun, einen in andere mobile Apps integrierbaren Share-Button eingeführt hat. Außen- statt Binnenintegration. Ein für Mitkonkurrenten gefährlicher Schritt. 

Recode:

But WhatsApp had quietly launched a different sort of platform tool late last year. It is a simple hook that other companies can include in their own apps to help users share content to WhatsApp.

This is just like the Facebook and Twitter buttons that are liberally sprinkled on content sites all over the Web. The difference is, sharing through WhatsApp is essentially private.

When users click on the share-to-WhatsApp button, they are presented with a list of their contacts and groups so they can message them directly. Especially when users are on their phones, this may be simpler or easier than emailing, texting or instant messaging an article or a photo.

Early testers of the WhatsApp share button included BuzzFeed and Shazam.

In fact, BuzzFeed is already seeing more shares to WhatsApp than to Twitter on iOS, the company told Re/code.

Facebooks Marktbeobachtungsteam wird mitbekommen haben, was hier passiert. WhatsApp war und ist noch nicht sticky. Die Wechselkosten zwischen mobilen Chat-Apps sind sehr gering, wie ich in neunetzcast 36 ausführe. Aber das Sharing-Verhalten der WhatsApp-Nutzer deutete auf eine künftige Gefahr für Facebook hin.

Und ein Share-Button, der sich in mobilen Apps verbreitet wie ein Lauffeuer?

Der ist sticky.

Keiner weiß das besser als Facebook, die Mutter des allgegenwärtigen Like-Buttons.

Paper und co.: Facebook entbündelt sich mit mobilen Apps selbst

Facebookpaper

Facebook hat gestern mit Facebook Paper seine bereits seit Juni 2013 von Gerüchten begleitete, an Flipboard angelehnte App in den USA veröffentlicht. Wie   vorher vermutet („Facebooks Flipboard-Klon könnte die mobile Neuerfindung des Newsfeeds sein“) handelt es sich mit Paper weniger um eine mobile Nachrichtenapp und mehr um die Neuerfindung des Newsfeeds für den mobilen Kontext und konzentriert sich auf einige wesentliche Features. Martin Weigert auf netzwertig.com:

Paper bietet Zugriff auf den Newsfeed, den Messaging-Bereich, auf Benachrichtigungen und Kontaktanfragen, sowie nach einem Swipe und damit etwas versteckt auf das eigene Profil, die Suche, die Liste der abonnierten Pages sowie den Publisher (zum Veröffentlichen von Einträgen). Was im Gegensatz zur herkömmlichen mobilen Facebook-App fehlt, sind ausführliche, stetig präsente Navigationselemente (Status, Foto, Check-in, Anfragen usw), Events sowie die Verwaltung von Apps.

Paper ist vorerst nur in den USA verfügbar, weil die App neben den Feedeinträgen auch per Algorithmus und von Kuratoren ausgewählte Inhalte anzeigt. Das schränkt den internationalen Rollout ein. Ob das sinnvoll ist, kann man getrost bezweifeln. Paper wäre auch ohne das zusätzliche Kurationselement eine sinnvolle Erweiterung des Facebook-Angebots.

Tatsächlich dürfte die Kuration von Inhalten, die nicht aus dem eigenen Facebook-Bekanntenkreis (vulgo ‘Social Graph’) kommen, eher irritieren als erfreuen. Dieses Distinktionsmerkmal gegenüber der Hauptapp könnte auch aus einer Unsicherheit bei Facebook entstanden sein, um die Apps besser von einander zu unterscheiden. Es wäre nicht überraschend, wenn die Kuration von Inhalten wieder fallen gelassen oder stärker an den Rand gedrängt wird.

Paper selbst bekommt glühende Reviews von der Fachpresse. Das überrascht nicht, wenn man sich das Team hinter Paper anschaut:

[Mike Matas, Lead Designer der App] is a UI wunderkind who was hired by Apple at age 19. There he was responsible for shaping the look of a staggering number of applications, from the first Photo Booth app for OS X to the camera, photos, maps, and settings interfaces for the original iPhone. After that he helped create the UI for the Nest thermostat. With his start-up Push Pop Press, Matas tried to solve the vexing problem of incorporating multimedia and interactivity into digital books without losing the essential simplicity of the real thing. Facebook acquired it in 2011.

Wichtiger ist allerdings, dass Paper nach dem separaten Facebook Messenger und Instagram/Camera der dritte Schritt des Social-Network-Riesen ist, sich selbst im mobilen Sektor zu entbündeln. Ich hatte über diese Strategie, die sich bereits seit der Messenger-App abzeichnete, vor einigen Tagen nachgedacht:

Facebook Home, die erwartungsvolle Android-Integration, hat bis jetzt nicht so gezündet wie gehofft. Gleichzeitig haben Instagram, mittlerweile selbst ein Facebook-Produkt, und Whatsapp und Co. Facebook im mobilen Sektor Stück für Stück entbündelt.

Facebook wäre dumm, wenn es diese Entbündelung nicht ernst nehmen würde. Der Hauptapp weitere spezialisierte Apps an die Seite stellen, erscheint sinnvoll und könnte langfristig auch strategisch interessante Perspektiven für Facebook eröffnen.

Kurz darauf wurde der Plan Facebooks bekannt, auf einzelne Apps statt auf eine App für alles zu setzen und 2014 weitere mobile Apps zu veröffentlichen. Facebook-CEO Mark Zuckerberg war im earnings call diesbezüglich recht direkt:

As CEO Mark Zuckerberg said on today’s earnings call “One theme that should be clear from our work on products like Messenger, Groups and Instagram is that our vision for Facebook is to create a set of products that help you share any kind of content you want with any audience you want.”

Nach der Herauslösung der Chat-Funktion aus der Hauptapp in die separate Messenger-App hat sich laut Zuckerberg im earnings call die Nutzung um 70 Prozent erhöht. Ein Zeichen, dass die Strategie separater Apps richtig zu sein scheint.

Facebook hat für die App-Strategie auch organisatorisch umgebaut und mit den Facebook Creative Labs eine Struktur für kleine, unabhängige, fokussierte Teams geschaffen, die an neuen Apps bauen können. Paper ist das erste Ergebnis der Labs.

Das Spannende daran ist, dass Facebook aggressiv auf die Herausforderung durch den Wandel vom Desktop-Web hin zum mobilen Web reagiert. Es geht nicht nur offensiv das eigene Produkt an sondern schafft auch intern die Voraussetzungen, schneller auf die neuen Herausforderungen antworten zu können.

Ebenso wie Google erfindet sich Facebook vor unseren Augen für die Smartphonewelt neu.

Facebook ist, das wird nun dank der App-Strategie intern wie extern deutlich, weniger Website sondern ein Gefäß für Datenströme.

Mit einer erfolgreichen Suite an Apps, die von den Facebookschen Datenströmen angetrieben werden, könnte Facebook mittelfristig auch eine bessere Antwort auf die Frage finden, was die eigene Position in der mobilen Welt ist und sein kann. Die Antwort könnte, erneut, Google nicht schmecken. Während Google Systemfunktionen in Android zu für die Hardwarehersteller installierpflichtigen Google-Apps umwandelt, wäre es für Facebook nur der nächste Schritt die Funktionen hinter den dedizierten Apps auch als integrierbare Systemfunktionen für forkwillige Androidhersteller anzubieten. In Verbund zum Beispiel mit einer Kartenapp von Nokia Here könnte das dafür sorgen, dass Google die Androidherrschaft entgleitet.

Facebook bleibt mit seinen 1,25 Milliarden aktiven Nutzern die Wild Card im Kampf der mobilen Plattformen.

Facebooks Flipboard-Klon könnte die mobile Neuerfindung des Newsfeeds sein

Re/code berichtet über eine potenzielle neue mobile App von Facebook, die Flipboard ähneln soll:

After years of experimentation, cancellations and redesigns, Facebook looks like it is finally going to launch in the coming weeks a news reading service built for mobile devices.
The product is known as “Paper,” according to a source familiar with the matter, and it is similar to Flipboard, a buzzy mobile-focused news reading app. Paper looks to be either a standalone mobile application or a Web experience suited to mobile devices, according to this person. Facebook could launch the app before the end of January, this person said, though the timetable could change.

Das ist kein neues Gerücht. Bereits im Juni 2013 berichtete das Wall Street Journal über Ähnliches.
Die Flipboard-Ähnlichkeiten würden mich nicht überraschen: Flipboard hat eine gute Designsprache für mobile Geräte gefunden. Facebook dürfte hier eher an einer Neuerfindung des Newsfeeds für mobile Geräte arbeiten; und hat sich dafür wohl unter anderem bei Flipboard ‘inspirieren’ lassen.

Wenn meine Vermutung stimmt, wird das ein weiterer Schritt in der eigenen Entbündelung des Facebookangebots. Einst setzte Facebook auf eine App für Alles. Heute ist das Messaging ausgelagert in den Facebook Messenger, der auch auf die Kontakte des Smartphones zugreifen kann. Außerdem existiert für das mobile Anschauen und Hochladen von Fotos eine separate Camera-App von Facebook; neben dem übernommenen Instagram.

Warum nicht eine separate App für den gesamten Newsfeed, die sich auf diese eine Aufgabe -die mobile Darstellung des Newsfeeds- spezialisiert?

Die App-Strategie von Facebook, das die Wild Card im Kampf der mobilen Plattformen ist, bleibt spannend. Facebook Home, die erwartungsvolle Android-Integration, hat bis jetzt nicht so gezündet wie gehofft. Gleichzeitig haben Instagram, mittlerweile selbst ein Facebook-Produkt, und Whatsapp und Co. Facebook im mobilen Sektor Stück für Stück entbündelt.1

Facebook wäre dumm, wenn es diese Entbündelung nicht ernst nehmen würde. Der Hauptapp weitere spezialisierte Apps an die Seite stellen, erscheint sinnvoll und könnte langfristig auch strategisch interessante Perspektiven für Facebook eröffnen.

So wie es bei Google mehr um lernende Maschinen als um Suchmaschinen geht, geht es bei Facebook mehr um das Potenzial der Vernetzungsdaten als um dessen tatsächliche heutige Darstellung durch Facebook. Mit separaten Apps erlaubt Facebook sich die Möglichkeit, dieses Potenzial zu explorieren. Zumindest in der Theorie.

Dass Facebook hier mehr machen muss, wird außerdem spätestens dann klar, wenn man sich verdeutlicht, dass das mobile Internet in sehr naher Zukunft DAS Internet sein wird. Jeder wird ein Smartphone haben und es tagtäglich benutzen. Das Desktop-Web wird zum Randphänomen werden.2


  1. Das heißt nicht, dass Whatsapp und Co. Facebook automatisch gefährlich werden. Sie nehmen aktuell ein Stück vom Zeitkuchen der Nutzer weg. Mobile Messaging ist aber noch ein auf Sand gebauter Markt. 

  2. Hörenswert hierzu die Analysten Ben Bajarin und Benedict Evans. 

Post-PC-Ära: Anzahl der in Benutzung befindlichen Smartphones wird 2014 die der PCs überholen

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So fasst der Analyst Benedict Evans auf Twitter die aktuelle Entwicklung bei den Geräten zusammen.

Der Aufstieg der Smartphones ist rasant. Innerhalb kürzester Zeit wird das bedeuten, dass das klassische Desktop-Web die Position der Mainstream-Version verlieren wird.

Das mobile Web könnte bereits 2015 die neue Mainstream-Inkarnation des Webs sein.

Einzig gebremst wird die Entwicklung dadurch, dass nicht wenige Smartphones, besonders etwa sehr billige Android-Geräte, mit keinem oder nur einem schwachbrüstigen Datentarif verkauft werden.

So oder so: Die Nutzung des Webs wandelt sich gerade dramatisch.

Foursquare: Massenphänomen in der Türkei, Randphänomen in Deutschland

Martin Weigert auf netzwertig.com über den aktuellen Stand bei Foursquare:

Der deutsche Markt liegt [dem aus Deutschland stammenden Holger Luedorf, Business-Development-Chef bei Foursquare,] nach eigenem Bekunden aufgrund seiner Herkunft natürlich besonders am Herzen. Das jedoch ändere nichts daran, dass Deutschland als großer Werbemarkt zwar generell für Foursquare attraktiv sei, allerdings derzeit nicht die oberste Priorität besitze. Dazu böten andere Länder eine deutlich größere Nutzermasse. Wie bei Twitter und anderen neuen Social-Konzepten seien die Deutschen auch im Bezug auf Foursquare eher zurückhaltend – obwohl das Startup zwischen Nordsee und Alpen durchaus eine aktive Community habe. Dies sei jedoch nichts im Vergleich zu Ländern wie der Türkei oder Brasilien, wo der Dienst zu einem Massenphänomen avanciert. Vom kleinen Londoner Europa-Büro aus, wo aktuell drei Personen stationioniert sind, werde sich demnächst ein neues Team-Mitglied ausschließlich um den türkischen Markt kümmern. Jemanden speziell für den deutschsprachigen Markt einzustellen oder gar ein Büro in Deutschland zu eröffnen, stehe laut Luedorf momentan nicht zur Debatte.

Gleichzeitig kommt die (strategisch natürlich enorm wichtige) Ortsdatenbank gut voran:

Luedorf merkt stolz an, dass die komplette Datenbank auf Basis von Crowdsourcing durch User entstanden sei. Das Unternehmen habe niemals Daten einkaufen müssen. Durch jetzt rund 30.000 mit Sonderprivilegien ausgestattete “Superuser” sowie neu eingeführte, nach Check-Ins auftauchende Mini-Abfragen zu Orten soll das Datenmaterial aktuell gehalten werden. Speziell diese in einer kleinen grünen Box erscheinenden Abfragen haben sich laut Luedorf als wahres Wundermittel erwiesen, um Datenpflege und -vervollständigung zu betreiben.

Die neuen Mini-Abfragen, die die Informationsfülle auf Foursquare erheblich vergrößern, sind mir auch bereits aufgefallen. Sie sind eine interessante und konsequente Erweiterung des Check-Ins. Es ergibt Sinn, dass sie, gekoppelt an die Check-Ins und mit geringstem Zusatzaufwand verbunden, sich positiv entwickeln.

Das macht Foursquare insgesamt so einzigartig:

Foursquare hat eine sehr eigene, auf den speziellen Einsatzzweck zugeschnittene Interaktionsarchitektur gefunden, die Nutzern und Dienst genau das gibt, was beide benötigen.

In meiner Analyse von Foursquare schrieb ich 2011:

Ob Prag oder Provinz, Foursquare scheint das Henne-Ei-Problem des ortsbasierten Webs – man fängt in jeder Region wieder bei Null an – schneller zu lösen als alle anderen und damit schneller als alle anderen überall präsent zu sein. Und das ist das Fundament, auf dem die Plattform, die Community, die Empfehlungsmaschine, die Apps und die Kooperationen gedeihen können.

Mehr zum Thema ortsbasierter Netzwerke und Empfehlungsdienste:

Broadcast: App.net schafft Verzeichnis und Plattfom für Push-Nachrichten

Appnet logo

App.net bleibt auch ein reichliches Jahr nach dem Start das spannendste neue Social Network, denn es unterscheidet sich von (fast) allen anderen an einer wesentlichen Stelle: Dem Geschäftsmodell. Während die Welt des Social Networking fast ausschließlich mit Werbung refinanziert wird, setzt App.net auf ein Freemium-Modell und expliziten Verzicht auf Werbung.

Ich bin seit der Crowdfunding-Phase Mitglied bei App.net und bin nach wie vor gespannt, wie sich die Plattform entwickeln wird, weil dessen Entwicklung auch etwas über die Zahlungsbereitschaft von Endnutzern in diesem Segment aussagen wird.

App.net hat noch nicht den Durchbruch erreicht. Aber das zu erwarten, wäre nach dieser Zeit und in diesem Umfeld auch vermessen gewesen. App.net ist bereits jetzt weiter gekommen als alle Vorgänger, die sich in den letzten Jahren an der Doppelspitze Facebook/Twitter abgearbeitet haben (Status.net, Diaspora, Pownce, etc.). Vorsichtiger Optimismus ist also angebracht.

Nun hat App.net ganz im Plattform-Sinne eine neue Funktion eingeführt, die recht interessante Einsatzzwecke ermöglicht. Broadcast ermöglicht das einfache Erstellen von Kanälen, über die Push-Nachrichten an mobile Endgeräte gesendet werden. Vorausgesetzt man hat die App von App.net installiert, kann man bereits jetzt aus einer Vielzahl von Kanälen wählen, von denen man Nachrichten gepusht bekommen möchte.

Die Push-Kanäle können per Hand, per RSS oder über die API befüllt werden.

Vor allem vor dem Hintergrund des Plattformaspekts, der für App.net wichtig ist, erscheint die neue Funktion als gute Erweiterung. 

The Verge über das Potenzial:

In Caldwell’s perfect world, Broadcast will also plug into the internet of things to let you know when nearly anything happens, whether it be an an important tweet or your front door. “You should be able to get a push for anything that happens on the internet,” says Caldwell, “and for some stuff, push feels a lot better and more compelling.” Each alert can include a link, a photo, a GIF, and a paragraph of text. All your notifications are collected inside the App.net app, which acts as a feed of all your notifications and channels.

Ob es so weit kommen wird, wird sich zeigen. Auf jeden Fall hat App.net ein einfaches System für Push-Nachrichten erschaffen, das kostenfrei genutzt werden kann. Angesichts der Tatsache, dass die APIs von App.net von Entwicklern immer wieder gelobt werden, wird man hier bald einige Experimente sehen können.

Das neue Medium der mobilen Push-Nachrichten wird von App.net hier also interessant bearbeitet.

Ich habe ein paar Broadcast-Kanäle eingerichtet:

  • neunetz.com Analysen: Hier bekommt man alle Analysen gepusht.
  • neunetzcast: Hier werdet ihr sofort informiert, wenn eine neue Ausgabe des Podcasts online ist. (Also zum Beispiel heute im Laufe des Tages.)
  • Exchanges: Gleiches Spiel wie beim neunetzcast. Hier wird jede neue Ausgabe von Exchanges, dem Podcast von Exciting Commerce mit Jochen Krisch und mir, gepusht.
  • neunetz.com: Über diesen Kanal kommen alle Artikel als Push-Nachrichten.
  • neumusik.com: Mit diesem Kanal erhält man alle Artikel von neumusik.com gepusht.

Wer Alpha, den Mikrobloggingdienst von App.net benutzt, kann auch da einigen Accounts folgen, welche die Lebensqualität ihrer Follower merklich steigern:

Top 20 iPhone-Apps in Deutschland: Whatsapp vorn, Google Maps nur bei 20 Prozent

Matthias Brandt von Statista hat eine neue Grafik mit den meistbenutzten iPhone-Apps in Deutschland veröffentlicht, die auf 2.041 befragten iPhone-Nutzern basiert:

Infografik 993 Die Top 20 iPhone Apps in Deutschland b

Interessant ist natürlich, dass Whatsapp demnach auf Platz 1 vorgerückt ist.

Da der Facebook Messenger vor dem jüngsten Update nur mit Facebook-Kontakten benutzt werden konnte, bedeuten die 20 Prozent Messenger-Nutzer auch, dass, vorausgesetzt die Befragung ist repräsentativ, 20 Prozent der iPhone-Nutzer zwei Facebook-Apps installiert haben. Denn wer Messenger installiert, wird in der Regel auch die Hauptapp installiert haben.

Als dritter spannender Punkt bleibt noch Google Maps. Das ist von der Default-Kartenanwendung (also quasi 100%) auf 20 Prozent gefallen. Für das datenabhängige Google ist das ein herber Schlag. Glücklicherweise haben sie noch Android.

Aber diese Veränderung bei iOS ist der Verlust auf der Seite von Google, von dem Charles Arthur neulich im Guardian geschrieben hat.

Nicht in die Top 20 haben es unter anderem Snapchat oder die Google+-App geschafft.

Auch bezeichnend.

Facebooks Messenger jetzt auch mit Telefonbuchkontakten

Ausführliche, gute Analyse des neuen Facebook Messengers für iOS und der allgemeinen strategischen Richtung von Facebook von Rory Marinich.
Facebook geht weg vom Facebook-Blau beim Messenger:

The first thing you notice in it is the white. Gone is the top-blue branding that’s defined Facebook since its earliest days; what’s left is a title bar as bland as Apple’s own iMessages app. In fact, Facebook’s borrowed an awful lot from Apple’s own design work: whereas other companies have largely tried to "iOS 7-ize" their pre-existing designs, Facebook Messenger adopts Apple’s own design lingo with great gusto.

Warum? Weil Messenger weniger stark mit Facebook assoziiert werden soll.
Denn Messenger nutzt jetzt zusätzlich zum Social Graph via Facebook auch die Kontakte des Smartphones für die Messengerkontakte. Also die gleiche Kontaktgrundlage, die alle mobilen Messenger von Whatsapp bis Line nutzen, nutzt jetzt auch Facebook Messenger.

Das war ein logischer und deshalb vorhersehbarer Schritt, der nur vom Branding von Facebook zurückgehalten wurde. Die einzige Überraschung ist, dass Facebook sein blau dafür (zum großen Teil) geopfert hat. Ihnen scheint das "Will ich denen wirklich noch mehr Informationen von mir und meinen Freunden geben?"-Problem bewusst zu sein. Das ist gut für das Unternehmen.

Facebooks Strategie, ein Werkzeug zu sein, das in den Hintergrund tritt, Zuckerberg hat das vor Jahren auch so direkt öffentlich geäußert, bleibt auch hier die Basis für die Entscheidungsfindung:

it wants to be invisible, completely forgettable, yet so functional and competent that you’d never think to use anything else. Just as Facebook Home for Android offers you a complete replacement for your basic communicative tools — texting, calling, and so on — the new Facebook Messenger for iPhone wants to offer you a complete replacement for, well, iMessages.

(via Martin Weigert)

41 Prozent aller Android-Geräte im letzten Quartal wurden in China verkauft

China, das schwarze Android-Loch. Engadget:

Before we call off the smartphone battle and declare Google the winner (an 81.9 percent share is huge in any market), Gartner’s report does point to the key factors behind Android’s growth. China accounted for a massive 41 percent of all Android sales in the last quarter, up seven percent from a year ago, helped by sales of Coolpad and Xiaomi smartphones. Unfortunately for Google, the majority of Chinese Android devices do not utilize the Play Store and run customized builds of its open-source operating system. In October, analyst Benedict Evans suggested just 6 percent of Chinese app installs were made via Google’s app marketplace, helping add some balance to Google’s mobile dominance.

Dass sich Android auch in China ausbreiten kann, ist dank des Open-Source-Ansatzes möglich. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass Google, dessen Apps in China nicht erlaubt sind, nicht direkt von dieser Verbreitung profitiert.

Google profitiert natürlich indirekt davon. Denn die Verbreitung billigster Smartphones mit googlefreiem Android stellt sicher, dass sich im großen chinesischen Markt kein anderes mobiles Betriebssystem ausbreiten und von da die mobile Welt erobern kann.

Kein Gewinn für Google also, aber ein Burggraben. Strategisch ist das sehr viel wert.

Project Ara: Motorola plant modulare Smartphones

Motorola hat ein spannendes neues Projekt vorgestellt, das modulare Smartphones erlauben soll.

The Verge:

Motorola has unveiled Project Ara, an open-source initiative for modular smartphones with the goal to "do for hardware what the Android platform has done for software." The company plans to create an ecosystem that can support third-party hardware development for individual phone components — in other words, you could upgrade your phone’s processor, display, and more by shopping at different vendors.
[..]
The modules "can be anything," says Motorola, giving examples ranging from a new keyboard or battery to more unusual components such as a pulse oximeter.

to "do for hardware what the Android platform has done for software." – Also mit Open Source die Hersteller zur eigenen Plattform locken und dann, wenn die Netzwerkeffekte wirken, mit Zusatzfeatures und Verträgen knebeln und knechten?

Etwas ernster: Der Plan der Google-Tochter Motorola erinnert natürlich an PCs und den IBM-Standard. Ich bezweifle, dass dieses modulare System jemals die Mehrheit des Marktes einnehmen wird. Zu groß sind die Vorteile einer geschlosssenen Hardware, die nicht auf Standards und Schnittstellen achten muss, wenn Leichtigkeit, Leistung, Größe und Laufzeit gleichzeitig so wichtig sind wie bei Smartphones.

Aber dieses Projekt könnte (Android-)Smartphones in interessante neue Bereiche bringen. Besonders im B2B-Bereich, wo spezielle Komponenten die Nutzungspotentiale erweitern können, stecken einige Chancen für ein solches Vorhaben.

Wichtiger als jemals zuvor ist es besonders hier, Smartphones nicht als Telefone sondern als Taschencomputer wahrzunehmen.

Das unter anderem von Union Square Ventures finanzierte Startup Bug Labs hat einige Jahre vor dem Wechsel der Strategie ebenfalls versucht, eine Plattform modularer Hardware zu etablieren. Erfolglos. Allerdings hat sich das Umfeld in den letzten Jahren stark gewandelt und besonders Android als Softwarebasis ist recht vielversprechend für einen erneuten Anlauf. Außerdem bringt Motorola als Google-Tochter nicht nur Ressourcen sondern auch Knowhow als Hardwarehersteller mit.

Ebenfalls interessant: Die Google-Tochter positioniert sich auf diesen Weg möglicherweise so, dass sie nicht direkt mit Herstellern herrkömmlicher Android-Smartphones konkurriert. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass die Hardwarehersteller angesichts eines Plattformproviders mit eigener Hardwaresparte zur recht nervös werden können. Rundum also spannende News für die Android-Plattform.

Man sollte Project Ara im Auge behalten.

Die offizielle Ankündigung von Project Ara findet man hier.

Wie Google Android verschließt und Hersteller knebelt

Wir wissen seit mindestens 2010, dass Google bei Android mit den eigenen Apps (GMail, Maps) und dem Zugang zum eigenen Appstore die Kontrolle über Android sicherstellt. Google geht aber mittlerweile sehr viel weiter. Die Frage, die sich Google stellt, nachdem Android Marktführer bei Smartphones geworden ist, lautet: Wie kann man bei einem Open-Source-Projekt die Kontrolle (zurück) erhalten?

Die Antwort liefert dieser aufschlussreiche Artikel auf Ars Technica. Ein paar Auszüge:

1. Google macht immer mehr Teile von Android Closed Source:

Less open source code means more work for Google’s competitors. While you can’t kill an open source app, you can turn it into abandonware by moving all continuing development to a closed source model. Just about any time Google rebrands an app or releases a new piece of Android onto the Play Store, it’s a sign that the source has been closed and the AOSP version is dead.

Zu diesen Apps zählen mittlerweile Search, Music, Calendar, Keyboard und Camera.

Jedes Unternehmen, das wie Amazon, Android forken will, wird es damit zunehmend schwer gemacht.

2. Google verbietet Mitgliedern der Open Handset Alliance (OHA), Android zu forken oder für andere Unternehmen Geräte mit geforktem Android zu bauen.

Gmail, Maps, Google Now, Hangouts, YouTube, and the Play Store. These are Android’s killer apps, and the big (and small) manufacturers want these apps on their phones. Since these apps are not open source, they need to be licensed from Google. It is at this point that you start picturing a scene out of The Godfather, because these apps aren’t going to come without some requirements attached.

While it might not be an official requirement, being granted a Google apps license will go a whole lot easier if you join the Open Handset Alliance. The OHA is a group of companies committed to Android—Google’s Android—and members are contractually prohibited from building non-Google approved devices. That’s right, joining the OHA requires a company to sign its life away and promise to not build a device that runs a competing Android fork.

Acer, das Geräte mit Alibaba’s Aliyun OS bauen wollte, wurde von Google zurückgepfiffen.

Das dürfte erklären, warum das Kindle Fire von Amazon nicht die beste Hardware hat. Amazon ist schlicht extrem eingeschränkt bei der Auswahl der Hersteller, mit denen es zusammenarbeiten kann:

Since the Kindle OS counts as an incompatible version of Android, no major OEM is allowed to produce the Kindle Fire for Amazon. So when Amazon goes shopping for a manufacturer for its next tablet, it has to immediately cross Acer, Asus, Dell, Foxconn, Fujitsu, HTC, Huawei, Kyocera, Lenovo, LG, Motorola, NEC, Samsung, Sharp, Sony, Toshiba, and ZTE off the list. Currently, Amazon contracts Kindle manufacturing out to Quanta Computer, a company primarily known for making laptops. Amazon probably doesn’t have many other choices.

3. Friss oder stirb. Hersteller müssen alle Google Apps aufnehmen und können nicht einzelne auslassen. Das ist besonders wichtig, weil Google die Daten der Android-Nutzer zur Auswertung benötigt.

Another point of control is that the Google apps are all licensed as a single bundle. So if you want Gmail and Maps, you also need to take Google Play Services, Google+, and whatever else Google feels like adding to the package. A company called Skyhook found this out the hard way when it tried to develop a competing location service for Android. Switching to Skyhook’s service meant Google would not be able to collect location data from users. This was bad for Google, so Skyhook was declared “incompatible.” OEMs that wanted the Google Apps were not allowed to use them. Skyhook sued, and the lawsuit is still pending.

4. Google stellt den Android-APIs bessere Google-Play-APIs gegenüber, um so Android-Entwickler abhängig von Google zu machen. Die gewünschte Folge: Inkompatibilität von Apps über potenzielle Android-Forks hinweg.

Taking the Android app ecosystem from Google seems easy: just get your own app store up and running, convince developers to upload their apps to it, and you’re on your way. But the Google APIs that ship with Play Services are out to stop this by convincing developers to weave dependence on Google into their apps. Google’s strategy with Google Play Services is to turn the “Android App Ecosystem” into the “Google Play Ecosystem” by making a developer’s life as easy as possible on a Google-approved device—and as difficult as possible on a non-Google-approved device.

Hinzu kommt, dass Applikationen in Android auf die Maps-API zugreifen können. Ein Fork wie das von Amazon braucht nicht nur eigene Maps sondern auch eine kompatible Maps-API, um es den Entwicklern der Apps so einfach wie möglich zu machen. (Oder anders: Um Kompatibilität so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.)

Der Artikel auf Ars Technica zählt weitere Aspekte des Abschottens auf.

Besonders perfide-genial ist auch die Unterstützung der Google-APIs für iOS-Apps. App-Entwickler erlangen so die maximale Reichweite der zwei größten mobilen Betriebsysteme. Attraktiver könnte es nicht sein:

The borderline-evil-genius part of Google’s strategy is that 90 percent of the Google APIs are also supported on iOS. Now, put yourself in the shoes of a developer deciding whether or not to use Google’s APIs: many of Google’s solutions offer best-in-class usability, functionality, and ease-of-implementation. Google supports both major mobile platforms, so it will cover a very high percentage of your potential user base. The only bad part is that it won’t work with an Android fork, but any AOSP fork is going to be a tiny sliver of your possible target devices.

Fazit

Android ist nicht offen.

Zumindest nicht so, wie man sich das landläufig vorstellt.

Die Abhängigkeit der Hersteller gegenüber Google könnte größer nicht sein.

Das heißt natürlich, dass Alternativen wie Windows Phone, Firefox OS und Ubuntu Touch attraktiv werden. Und das schlicht weil Android-Forks nicht parallel zum Android-Tagesgeschäft etabliert werden dürfen. Denn in dem Moment, in dem ein Hersteller beginnt, mit einem Fork auf dem Markt zu experimentieren, fliegt er aus dem Androidlager heraus. Das ist auch der Grund, warum Samsung neben seinem Android-Portfolio an dem mobilen OS Tizen arbeitet und nicht an einem Android-Fork. Und deshalb glaube ich auch, dass wir neben Amazons Kindle Fire wohl kaum weitere Forks von Android sehen werden. (Was gute Nachrichten für Amazon sind.)

Diese schrittweise Entwicklung ist eine bemerkenswerte strategische Leistung von Google, das auf diesen Weg den mobilen Sektor, eine komplette Industrie, fest kontrolliert.

Es ist aber auch ein Spiel mit dem Feuer. Denn wenn mit Android-Hardware Geld zu verdienen wäre, wäre das alles kein so großes Problem für die Hersteller. But alas, mit Android macht von den Smartphoneherstellern allein Samsung Profit..

Smartwatch: Warum eine iWatch von Apple Sinn ergibt

Iwatch concepts 2

Wearables, also kleine Computer, die man mit sich trägt, sind der nächste Schritt für die Hardware-Plattformen der Post-PC-Ära. Die größte Frage, die sich bisher stellte, war in welcher Form diese nächste Phase beginnen wird. In den letzten Wochen und Monaten hat sich auch diese Frage in Luft aufgelöst. Mittlerweile scheint jedes Unternehmen im Technologiesektor eine Smartwatch zu bauen.

The Next Web zählt allein 16 Smartwatches, “die man kennen sollte”. Quartz hat eine Übersicht über alle Hersteller von Acer bis Sony, die eine Smartwatch angekündigt haben oder  Gerüchten zu Folge an einer bauen. Auf der IFA haben sowohl Qualcomm als auch Samsung eigene Smartwatches vorgestellt. Selbst Nissan baut eine Smartwatch. (YouTube-Video) Auch Fitnesstracker wie Fitbit bekommen Smartwatch-Funktionen und Google soll an einer Smartwatch mit integriertem Google Now arbeiten.

Das ist nicht verwunderlich.

Als ich Ende letzten Jahres von den ersten Gerüchten einer iWatch, einer Smartwatch von Apple erfuhr, ergab das sofort Sinn für mich. Wie bereits angemerkt sind sogenannte Wearables der nächste Schritt für die Post-PC-Ära. Diese Plattformen (iOS, Android, Windows Phone etc.) existieren bereits in einer Multi-Device-Welt. Wer ein Smartphone hat, besitzt oft auch einen Laptop. Immer mehr Menschen besitzen zusätzlich ein Tablet. Das Web und Webservices, die Daten und Angebote über diese Devices hinweg synchron halten, gehören fest zu diesen Post-PC-Plattformen.

Wearables sind, nachdem Smartphones technisch die Gut-genug-Stufe erreicht haben, die nächste Front in der Post-PC-Welt. Diese neuen, kleinen, tragbaren Computer werden verschiedene Formfaktoren annehmen. Von diesen Formfaktoren ergeben Smartwatches mehr Sinn als Smart Glasses wie Google Glass, also Brillen mit eingebauten Minicomputern. Denn Google Glass und seine Artverwandten werden ihre Anwendung nicht im Endkonsumentenmainstream sondern im Arbeitsumfeld finden (Ärzte, Taxifahrer, etc.). Also Situationen, in denen es die Umwelt nicht befremdet, wenn man eine Kamera im Gesicht trägt sondern alle davon profitieren. Smartwatches dagegen sind weitaus weniger invasiv und in den Lifestyle eines normalen Menschens integrierbar. Das Handgelenk ist die einzige Stelle, an der wir seit über hundert Jahren Maschinen direkt am Körper tragen. Das Handgelenk hat sich bereits als natürlicher Ort für Maschinen am Körper etabliert. Natürlich werden die ersten Wearables diesem Vorbild folgen. Im Grunde machen sie das bereits: Fitbit, Nike Fuelband, all die Fitnesstracker werden bereits am Handgelenk getragen.

“I think the wrist is interesting.” - Apple-CEO Tim Cook

Was fängt man nun mit einer solchen Smartwatch an? Das Gerücht, Google tüftele an einem Prototypen mit Google Now zeigt bereits die Richtung auf: Alles, was regelmäßig und zeitnah an Informationen und Interaktionen am Smartphone abgefragt wird und stattfindet, passt hervorragend zu einer Smartwatch. Google Now teilt mir mit, dass der Verkehr auf dem Weg zu meinem Termin in einer Stunde ungewöhnlich hoch ist und ich deshalb eher losgehen muss? Das ist eine Information für die Smartwatch, nicht  das Smartphone, vorausgesetzt das Betriebssystem hat die Wahl.

Jeder Moment, in dem man das Smartphone für wenige Sekunden aus der Hosentasche gezogen wird, um etwa die Notifications zu lesen, ist ein Moment, der Smartwatches gehören wird.

Smartwatches können mehr noch als Smartphones mit Sensoren Daten erfassen und ihrem Eigentümer zur Auswertung oder Interaktion zur Verfügung stellen. Felix Schwenzel hatte sich diesbezüglich vor acht Monaten lesenswerte Gedanken gemacht:

  • man könnte telefongespräche annehmen, indem man den sein ohrläppchen anfasst in dem moment wo man seine linke hand an den mund führt, würde einem siri zuhören
  • man könnte ein fragezeichen in die luft malen und siri sagt einem wo man gerade ist
  • im navigationsmodus könnten vibrationen an der jeweiligen armseite signalisieren, ob man in die falsche richtung läuft (so wie lenkräder in oberklasseautos vibrieren wenn man zu weit recht oder links fährt)
  • das ding am arm könnte bemerken wenn man jemandem die hand schüttelt und versuchen zum ding am arm des gegenübers kontakt aufzunehmen
  • es könnte erkennen ob man buchstaben mit dem finger auf eine oberfläche zeichnet
  • eine überwachung der körpertemperatur, des blutdrucks, der schlaf- und aktivitätsphase wäre lückenlos möglich. es soll ja einige leute geben die sich gerne selbst quantifizieren.
  • nicht nur stephen wolfram könnte jeden seiner schritte zählen, das ding an der hand wäre auch ein pedometer für jedermann, dass auch gleichzeitig jede art von sportlicher betätigung erkennen und aufzeichnen könnte
Im Gegensatz zu den hoffnungslosen Gehversuchen von Samsung, das bei der Produktentwicklung ohne ein kopierbares Vorbild aufgeschmissen zu sein scheint, werden die Inkarnationen von Apple, das bereits mehrfach bewiesen hat, dass es erfolgreich neue Produktkategorien definieren kann (iPhone, iPad, Macbook Air), sehr viel interessanter werden. Daneben ist Apple mit der Unterstützung des akkuschonenden Bluetooth 4.0 ab dem iPhone 4s aufwärts auch verbindungsseitig auf iOS bestehens gerüstet, und zwar wesentlich besser als Android.
Neben Felix Schwenzels Überlegungen können Smartwatches, oder Minicomputer am Handgelenk, noch andere Funktionen übernehmen. Vielleicht auch mit unterschiedlichen Ausprägungen bei der Hardware. So gibt es etwa ein Armband, dass anhand des einzigartigen Herzschlagpatterns des Trägers Schlüssel und Passwörter ersetzt. Erste Gerüchte verbinden eine iWatch eher mit Haushaltsautomatisierung als mit Smartphones. Es könnte Teil des von Jobs in seiner Biographie beschriebenen Durchbruchs des Interfaces von AppleTV sein.

Der Punkt ist, dass eine Smartwatch so sehr und so wenig eine Armbanduhr ist wie ein Smartphone ein Telefon ist. Smartwatches mögen die Uhrzeit anzeigen, aber das ist eine Randfunktion, die bei weitem nicht das Feature ist, was am meisten genutzt wird oder das gar der Kaufgrund wäre.

Als Apple das iPhone 5s vorgestellt hat, wurde auf dem Event und in den Pressemitteilungen immer wieder darauf hingewiesen, dass es das “Most Forward-Thinking Smartphone” sei, das Apple je produziert habe. Das ist natürlich PR-Sprache. Und es ist natürlich auch ein Weg, um die Differenzierung zwischen 5s und 5c sicherzustellen. Aber dahinter liegt noch mehr.

Das iPhone 5s hat mit dem M7 einen neuen, separaten Prozessor, bekommen. Der M7 ist ein “motion co-processor”:

But the really interesting – and in the long-term important – sensor in the iPhone 5S is the M7, a “motion co-processor” which allows it to measure data from the accelerometer, gyroscope and compass without draining the battery as heavily as would be required if the A7 processor were used. Effectively, using the CoreMotion API, apps can access data about movement all day, without destroying the battery life.

Think about that for a second. Your phone can now measure everything that the likes of a Jawbone Up or Nike Fuelband can. Plus, it can do it all day, with the processing power of a 64bit computer to crunch that data when it needs it. And that power is available to developers, to create applications which single-purpose devices like the Fuelband will never be able to match.

The obvious application is fitness, but that’s actually only the start of the story.

Der M7 ist ein neuer Prozessor, der vom iPhone 5s von Haus aus keine Aufgabe bekommt. Apple liefert keine App mit aus, die den M7 anspricht. Das ist ungefähr so wie ein Smartphone mit Kamera, das ohne eigene Kamera-App ausgeliefert wird.

Offensichtlicher kann es kaum werden. Der M7-Prozessor ist da, und er wird nicht nur in iPhones sondern auch in anderen Produkten integriert werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Apple seine erste iWatch vorstellt. Selbst das Trademark wird bereits gesichert.

Bleibt die Frage des Timings.

Apple wird aller Voraussicht nach keine Smartwatch am 22. Oktober vorstellen. Mit neuen Macs, neuen iPads, neuem Mac OS, und vielleicht neuen iPods, ist das Event bereits recht gut befüllt. Apple hat bereits für maximale Weihnachtsabdeckung praktisch jede Produktvorstellung in in das letzte Jahresquartal gequetscht. Das iPad, ursprünglich ein Frühjahrsprodukt, ist letztes Jahr zum iPhone  gestoßen, um ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk zu werden. Das ergibt Sinn. Es führt aber auch dazu, dass es den Rest des Jahres sehr ruhig um Apple ist. Was liegt also näher, als die ruhig gewordene erste Jahreshälfte für die Einführung neuer Produkte zu nutzen, die so oder so erst einmal Early Adopter ansprechen werden, also frühestens in der 2. oder 3. Inkarnation ihr volles Weihnachtsgeschenkpotential entfalten werden?

Deshalb vermute ich, dass wir im Frühjahr, also im ersten oder – wahrscheinlicher – im zweiten Quartal 2014, die erste Smartwatch von Apple sehen werden.

Disclosure

Facebook: Täglich über 19 Millionen Nutzer aus Deutschland,13 Millionen täglich mobil

Facebook veröffentlicht erstmals tägliche Nutzerzahlen und mobile tägliche Nutzerzahlen für Deutschland und spricht mit den Vergleichen kaum versteckt potentielle Werbekunden an.

Facebook:

Mobil sind in Deutschland mehr als 13 Millionen Nutzer jeden Tag auf Facebook aktiv – das sind mehr Menschen als beispielsweise die Zahl der Zuschauer, die das diesjährige DFB Pokalfinale FC Bayern gegen den VfB Stuttgart live im TV verfolgt haben (12,6 Mio). Ein anderer Vergleich: Facebook erreicht über mobile Endgeräte täglich mehr Menschen als Europas große Tageszeitung Bild[..]

Die mobilen Zahlen sind beachtlich und zeigen, wie sehr es einen Wandel in der Nutzung in den letzten 18 Monaten gegeben hat. Auf der K5-Konferenz letzte Woche hat ebenfalls praktisch jeder auf der Bühne an irgendeiner Stelle erwähnt, wie wichtig mobile für sie geworden ist.

Warum das Crowdfunding von Ubuntu Edge scheiterte

Canonical hat mit über 12,8 Millionen eingesammelten US-Dollar zwar einen neuen Crowdfunding-Rekord1 aufgestellt, aber das extrem hochgesetzte Ziel nicht erreicht. The Guardian:

The Ubuntu Edge crowdfunding project has missed its $32m target by nearly $20m, winning $12.6m of pledges and a total of 17,215 phones out of the 40,000 it needed to be funded. All the money will now be returned; IndieGoGo is forsaking the usual cut that it demands from failed projects.

Woran lag's? Als ich die Crowdfundingaktion von Canonical sah, war ich sofort skeptisch, hoffte aber mich zu irren. Ein so hohes Ziel heutzutage über Crowdfunding zu erreichen, ist noch schwierig aber nicht unmöglich. Aber was mich sehr skeptisch machte, waren die gewählten Tiers. Canonical setzte für sein Crowdfunding stark auf Unternehmen, die jetzt quasi Smartphones vorbestellen und sie voraussichtlich im Mai 2014 erhalten hätten. Also wahrscheinlich ein Jahr nach der Überweisung des Geldes, da sich solche Produktionen von unerfahrenen Hardwareherstellern fast immer verzögern. Wie viele Unternehmen machen so etwas? Wie viele CTOs können so etwas intern vorschlagen, ohne ausgelacht oder gekündigt zu werden? Vor allem, wenn es um ein noch nicht auf dem Markt getestetes mobiles OS geht?

Tatsächlich hat nur Bloomberg bei dem großen Paket zugeschlagen. The Guardian:

In the end, though, only Bloomberg came forward as a company prepared to put substantial money into the project, pledging for one of “Enterprise” slots which would have cost $80,000 and given it 115 phones. Three other unnamed organisations pitched in for “Enterprise Starter” slots costing $7,000 and offering 10 phones.
But the majority of funding came from individuals pledging to buy a phone at between $600 (the first-day price, where 5,044 were snapped up) and $830, with a number of prices in between. In the later stages, the per-handset price was set at $695 – thanks, Shuttleworth said, to promises from manufacturers if the scheme went ahead.

Das ist alles sehr bedauerlich, weil die erreichte Summe trotzdem eine Sensation ist und zeigt, dass Canonical mit dem Ubuntu Edge bei vielen einen Nerv getroffen hat. Man schau allein, wie hoch die zu zahlenden Summen für Privatpersonen war.

Hätte Canonical ein bisschen kleinere Brötchen gebacken, hätten sie einen sensationellen Erfolg verbuchen können. Eine geringere Abhängigkeit von Unternehmen und Abstriche bei der Hardware, die den Einstiegspreis für Privatpersonen erschwinglicher gemacht hätten und eine niedrigere Endsumme: Das alles hätte einen Erfolg sicher gemacht, wie die heutigen, wie gesagt sensationellen, Zahlen zeigen.

Mit dem Scheitern des Crowdfundings ist Ubuntu Mobile allerdings nicht am Ende. Nur das Edge, das Superphone wie es Canonical-CEO Mark Shuttleworth nannte, scheint wohl nicht das Licht der Welt zu erblicken.

Siehe zu Ubuntu Mobile auch:
Ubuntu wird der spannendste Neuzugang auf dem Tabletmarkt
Canonical kündigt Ubuntu für Smartphones an, erste Geräte 2014


  1. Die Smartwatch Pebble hat die bisher höchste Crowdfunding-Summe eingesammelt. Im Gegensatz zu Ubuntu Edge war Pebble allerdings auch erfolgreich im Erreichen des Ziels und somit dem Erhalten der Summe. 

WordPress-Macher Automattic übernimmt iOS-App Poster & stellt sie ein

WordPress-Macher Automattic hat die Zeichen der Zeit erkannt und die iOS-App Poster übernommen. Poster ist, im Gegensatz zur fürchterlichen offiziellen WordPress-App, eine hervorragende App zum Bloggen über das iPad (gewesen), die sich auf das Wesentliche konzentriert und genau richtig ist für das Tabletumfeld. Das in der Appwelt hinterherhinkende Automattic kann also viel von dem Macher lernen. Das ist gut.

Was aber besonders schmerzt ist, dass Poster eingestellt wird:

So what’s changing? Poster will no longer be available for purchase, but if you’ve already bought the app you’ll always be able to re-download it. I’m continuing to support it, and I’m always just an email away if you’ve got any questions.

As for me, I get to keep doing what I love: creating apps and experiences that enable and delight. The only difference is that I get new opportunities to continue to learn and develop personally and now get to work with some amazing people. I truly believe that something great will come from devoting my time and attention to Automattic.

Ich blogge seit einiger Zeit regelmäßig mit dem iPad und nutze dafür Poster. Auch dieser Artikel ist mit Poster entstanden. Mit einem Schlag hat der Appstore seine mit großem Abstand beste Bloggingapp für WordPress verloren.

Kann man heute schon bei Facebook Home von einem Flop sprechen? Nein.

Carsten Pötter hat eine gute Erklärung für die schlechten Bewertungen und Download-Zahlen der Facebook Home App im Android Play Store:

Die Frage ist allerdings, ob das an der App Facebook Home liegt oder evtl. eher daran, dass Nutzer verwirrt sein könnten. Die meisten Facebook Nutzer dieser Welt waren nicht zum Launch der App eingeladen und haben nicht die Berichte in den Tech Blogs darüber gelesen. Die meisten wissen schlicht nichts über die App.

Wer Facebook auf seinem Android Gerät haben möchte, sucht nach einer App im Play Store.

[..]

Die Beschreibung zu Facebook Home erklärt den meisten Nutzern nicht viel. Was ist ein Launcher? Das sagt dem Durchschnittsnutzer nichts. Die schlechte Bewertung und die im Vergleich zur bekannten Facebook App geringe Download Zahl animieren ebenfalls nicht zur Installation.

Für normale Facebooknutzer ist der Unterschied zwischen Facebook Home und klassischer Android-App von Facebook anhand der Darstellung im Play Store nicht offensichtlich. Wer nur die klassische App will und stattdessen Home herunterlädt und installiert, das mal eben das komplette Smartphone übernimmt, dürfte nicht nur verwirrt sondern auch verärgert reagieren. Dass Facebook Home von iPhone-Nutzern umgesetzt wurde, die die Eigenheiten von Android nicht angemessen beachtet haben, tut sein Übriges.

Das alles sagt aber wenig über die Zukunft von Facebook Home aus. Wer heute vom Flop redet, fällt ein voreiliges Urteil. Etwas, das leider in der Branche der Techjournalisten und Blogger weit verbreitet ist. Die Aussichten für Facebook Home lassen sich frühestens in einem Jahr beurteilen.

Facebook hat die Ressourcen und die Kompetenzen (sie haben in den letzten Jahren sehr viele gute Designer übernommen), um Facebook Home auf den richtigen Pfad zu bringen. Ich würde nicht gegen Facebook wetten. Facebook hat mit seinen Apps auf Android jetzt auch ein Brandingproblem, aber auch das ist lösbar und könnte auch ohne aktive Einflussnahme temporär sein. Zusätzlich dürfte Facebook Home strategisch vor allem auch auf Vorinstallation ausgelegt sein. Die Artikel, die heute vom großen Flop sprechen, kommen von Autoren, die auf die schnellen Pageviews schauen, nicht darauf, was tatsächlich passiert. 

Erste Version von Facebook Home enttäuscht in Reviews

David Pogue auf NYTimes.com über Facebook Home:

The Facebook apps for both iPhone and Android are outstanding. They’re full-featured, beautifully designed, extremely popular. What does Home add, really? Yes, the ability to see incoming posts on your Home screen; you save one tap. But is it worth losing widgets, wallpaper, app folders and the Android status bar in the process?

Die negativen Punkte im Review von Om Malik:

For a service that is supposed to bring us updates in real time, this isn’t close enough and it is clearly working on Facebook Time. Facebook hasn’t been able to fine tune its algorithm and as a result it shows only a very specific kind of update — big bold pictures — from your newsfeed. You can actually feel the slow speed (and infrequency of updates) of the feed when you compare it with the desktop feed which moves at a faster pace.
It is still hard to do many of the basic Facebook tasks on Facebook Home.
While I appreciate the unified messaging option of Facebook Home, the new “Chat Heads” feature is not as easy to use. For example, If you hit five (or more conversations) it takes over the entire screen. It is quite intrusive and really hard to get rid of the chat screen.
I found navigating between Facebook Home and the Android environment a little confusing and jarring — enough to feel the difference.

Das ist nicht sonderlich überraschend, auch wenn ein Home Run mit der ersten Version eine erfreuliche, aber vor allem mögliche Überraschung gewesen wäre.

Für Endnutzer gilt: Im Zweifel auf Version 1.0 verzichten.

Für Analysten gilt: Im Zweifel die Mängel der Version 1.0 nicht mit der strategischen Ausrichtung und ihren Potentialen gleichsetzen.

Facebook hat monatliche Updates angekündigt. Facebook braucht eine starke Präsenz im mobilen Web. Facebook hat sehr viel Talent in den letzten Jahren eingekauft oder angezogen. Das sind gemeinsam die besten Voraussetzungen für ein Facebook Home in einigen Monaten oder spätestens in einem Jahr, das keine Wünsche offen lässt.

Wie werden Apple und Google auf Facebook Home antworten?

Zu den spannenden Folgen von Facebook Home zählen neben der Tatsache, dass Facebook endlich eine Antwort auf das mobile Web gefunden hat, vor allem die Fragen, wie Google und Apple auf ein erfolgreiches Facebook Home reagieren werden.
Apple Outsider fasst die Situation gut zusammen:

At the least, I expect an increased emphasis from Google on the virtues of “stock” Android, and an increased push to make that consistent for consumers. This is already underway on both OEM and developer fronts, but Facebook’s lurking presence will force the issue that much harder.

Home’s to-be-determined success could also force Apple’s hand. Such a product is neither technically nor legally feasible on iOS at the moment, and Facebook’s integration into iOS 6, while powerful, is much less than Facebook Home provides on Android, and thus presumably much less than Facebook wants on iOS. As I said last week, if too many consumers start considering Facebook Home a deal breaker, Apple may need to make some moves of its own. How many consumers that is, and whether they’ll in fact get on board, remains to be seen. All of this just underscores what’s at stake for everyone — Facebook most of all. With just one announcement, Facebook has made itself a strategic stakeholder in the mobile landscape. It’s no longer just a website and an app.

Google knew what it was doing when it made and marketed Android as an “open” system. It surely anticipated forks by handset makers as a manageable risk as long as Google kept advancing the system. But I wonder if it expected something like Facebook Home: an inside-out heist, made by a company after the same exact user data and advertisers Google is after. How it chooses to respond in the near future should give us an answer.

Facebooks mobile Werbegrenzen

Facebooks Grenzen beim Erreichen von Zuckerbergs Mission (Man lese David Kirkpatricks Buch “The Facebook Effect”) liegen im gewählten Geschäftsmodell.

Alexis C. Madrigal in The Atlantic über Facebook Home:

Facebook Home is not a story about “making the world more open and connected,” in general. This a story about Facebook “making the world more open and connected,” with all the specific definitions the company brings to those ideas.

It’s in that context, that you see industry watchers like Om Malik of GigaOm tweeting things like, “I am seriously concerned about Facebook Home and privacy challenges. They will know when we are sleeping. Where we live. Be careful,” and Kashmir Hill, Forbes’ privacy reporter, tweeting things like, “Facebook has come up with an excellent way to get people to have Facebook running on their phones all the time, collecting lots of GPS info.”

Facebook does allow people to do things that they love to do. And that’s what’s great about the product. But it tries to hide the tradeoffs. 

Ab einem bestimmten Punkt wird es jedem unangenehm, wie viel ein Unternehmen über einen weiß, um damit wiederum Werbung anzuzeigen. 

Auf der anderen Seite wäre ein Dienst, der sich nicht über Werbung finanziert, niemals so schnell so groß geworden.

Der Punkt ist: Wenn Facebook auch im mobilen Web das Synonym für ‘social’ sein will, müssen sie zumindest ein Stück weit weg vom Werbemodell. Sie brauchen einen starken, weiteren Erlöststrom abseits von Werbung. Mit Facebook Credits, das zwischenzeitlich bereits 15 Prozent des Umsatzes von Facebook ausmachte, hatten sie diesen bereits. Es ist noch offen, ob sie mit dem Ende von Facebook Credits und dem Einsatz von lokalen Währungen diesen Erlösstrom stärken oder schwächen.

Auf dem Launchevent hat Mark Zuckerberg angekündigt, dass Coverfeed, die Feedansicht bei Facebook Home, in Bälde auch Werbung anzeigen wird.

“Facebook Home” ist eine tiefe Integration in Android und damit eine Art “Facebook Inside”

“Today we are going to talk about how to turn your Android phone into a great social device.” – Mark Zuckerberg

Facebooks mobile Strategie ist passgenau auf die Ausgangssituation von Facebook als weltweit größtes Social Network ausgelegt und damit, im Rückblick, geradezu offensichtlich. Facebook ist die soziale Schicht und legt sich mit “Facebook Home” als soziale Schicht, als der Klebstoff, der OS, Apps und Inhalte zusammenhält, tief in das Android-OS. Facebook will tief integriert sein.

“We are not building a phone, we are not building an operating system.” – Mark Zuckerberg

“Facebook Home” ist Facebooks Integration in den Lockscreen und Homescreen des Android-Geräts. Besonders Facebooks Messaging wird mit ”Facebook Home” tief in das OS integriert.

Facebooks mobile Strategie ist genial. Android muss für diese tiefe Integration nicht geforkt werden. Das stellt sicher, dass “Facebook Home”, nicht zuletzt dank der schieren Größe von Facebook, von nahezu allen Android-Hardwareherstellern bald von Haus aus integriert werden wird oder zumindest als einfach aktivierbare Alternative für User bereit liegen wird. Zuckerberg hat bereits auf dem Launch-Event bekanntgegeben, wie ihnen Hardwarehersteller die Bude einrennen. Auch das nicht überraschend.

Selbst wenn das nicht passieren wird: “Facebook Home” wird über Google Play wie jede andere Android-App verfügbar sein. (Natürlich nicht gleich für alle Geräte, sondern zunächst nur für eine Handvoll Smartphones verfügbar.)

Das erste Facebookphone ist das auf dem Launch-Event vorgestellte HTC First. Es hat Facebook Home bereits vorinstalliert und ist dafür ‘optimiert’. Wir werden künftig sehr viel mehr in dieser Richtung sehen.

Facebooks Strategie dürfte damit künftig stark in Richtung dessen gehen, was Intel seinerzeit mit ”Intel Inside” erfolgreich etabliert hat. Schaut man sich die herstelleragnostische Position im Stack bei beiden Unternehmen an, sieht man leicht die Analogien. (Horace Dediu hatte diesen Vergleich vor ein paar Tagen im Critical-Path-Podcast gemacht und der Vergleich passt recht gut.)

Facebook will nicht mit Smartphoneherstellern konkurrieren, sondern auf allen mobilen Plattformen vertreten sein und alle Aufgaben übernehmen, die ‘social’ sind. Mit Smartphoneherstellern oder OS-Anbietern direkt zu konkurrieren, würde dieser mobilen Omnipräsenz entgegenwirken. Stattdessen bekommt Facebook mit “Facebook Home” zumindest theoretisch alles, was es mobil will, ohne aktuelle (Hallo, Apple) und künftige Partner vor den Kopf zu stoßen. (Oder sich zu verheben.)

“Facebook Home” wird damit also aller Voraussicht auch, sobald es auf Tablets verfügbar ist, auch im Appstore von Amazon auftauchen. (Wenn Amazon nichts dagegen haben sollte. Aber ich sehe aktuell nicht, wie Amazon sich dem entgegen stellen könnte, ohne das Kindle Fire gegenüber anderen Android-Tablets schlechter zu stellen. Nochmal: Facebooks Größe sorgt für einen Nachfragesog für “Facebook Home”.)

“Facebook Home” ist außerdem ausgesprochen hübsch geraten. Das  hilft “Facebook Home”, das auch eine Art Android-Skin komplett mit Applauncher ist, enorm im nicht gerade für Schönheit bekannten Androidland.

Facebook dürfte damit nebenbei auch den Messaging-Markt auf Android zu einem Großteil abtöten. The Verge über die Messaging-Integration:

You have a Chat head listed horizontally for each notification. It switches between SMS and Facebook Messenger fairly seamlessly, like iMessage.

In einigen Monaten soll “Facebook Home” auch für (Android-)Tablets kommen.

Bisherige Artikel über ein Facebook-Phone: