Streitgespräch zwischen Sascha Lobo und Marcel Weiss zum Thema Filesharing auf der all2gethernow

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Vor einigen Wochen haben Sascha Lobo, Dirk von Gehlen und ich in unseren Blogs über Filesharing diskutiert:

Da das Thema Filesharing endlich gelöst werden muss, werden Sascha Lobo und ich jetzt auf der all2gethernow (Vorsicht, autoplay!) in einem Streitgespräch innerhalb der veranschlagten anderthalben Stunde naturgemäß eine Lösung für alle finden.

Die Daten:

FILESHARING: SMEARY & SELFISH NERDS OR PAVING THE WAY FOR FUTURE MUSIC INDUSTRIES? // FILESHARER: SCHMIERIGE EGOISTEN ODER WEGBEREITER DER MUSIKBRANCHE

6. September, 2010
14:30 – 16:00 Uhr
Kulturbrauerei – CLUB 23 (Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin)

Hier der offizielle Beschreibungstext:

Bekanntlich gehören Streitgespräche über Sinn und Unsinn von Filesharing zu den konstruktivsten Tätigkeiten überhaupt. Deswegen werden Sascha Lobo und Marcel Weiß über Bedeutung und Auswirkungen des Filesharings diskutieren und ihre diametral unterschiedlichen Ansichten zum Thema dem Publikum präsentieren.

Sind Filesharer Egoisten oder die Vorhut der Zukunft? Was genau bedeutet Filesharing für die Musikindustrie? Kann man es unterbinden und zum Tagesgeschäft zurückkehren oder verändert sich das Musikgeschäft grundlegend? Diese Aspekte werden diskutiert und die Differenzen einvernehmlich gelöst werden.

Die Rettung für alle ist nah.

Der Sched.org-Link.

Zusätzlich werde ich am Donnerstag, dem 9. September, auf einem all2gethernow-Panel zum Thema GEMA und Geschäftsmodelle im Netz sitzen:

GEMA, PAY-TO-PLAY – WHAT ELSE? WHO PAYS? HOW MUCH ADVERTISING DO YOU STAND? // GEMA HIN – PAY-TO-PLAY HER: WER ZAHLT FÜR MUSIK IM INTERNET? WIE VIEL WERBUNG VERTRÄGST DU

9. September 9, 2010
17:00PM – 18:30 Uhr
Flughafen Tempelhof – DEUTSCHE KANTINE (Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin)

Der Beschreibungstext:

Die wohl härteste Prüfung jedes Musik-Startups besteht aus zwei verknüpften Aufgaben: Lizenzierung und (trotzdem) Gewinne generieren. Wie gestalten sich Kosten und Geschäftsmodell eines Internetportals? Was kann realistisch als Beteiligung für Labels und Künstler angesetzt werden? Wo liegt die Schmerzgrenze der Startups? Wo liegt der beste Gewinn Labels – Marketing zum Nulltarif oder Lizenzierung? Was akzeptiert der User? Darf/kann/muss die Benutzung einen – und wenn ja, welchen – Beitrag kosten?

Das Panel auf Sched.org.

Auch GEMA versucht, Problem zu erhalten, für das sie die Lösung war

gulli.com schreibt im Zusammenhang von CC-Lizenzen und GEMA:

Die GEMA warnt in ihrem Brief Nr. 59 (September 2006, S. 13) ihre – potentiellen – Mitglieder, dass „Creative Commons […] den individuellen Schöpfer dazu bewegen [will], durch ein spezielles Modell der Rechteübertragung sein Werk der Community zu schenken“, und dass „der Schöpfer geistiger Werke in diesem System keine Aussicht [darauf hat], von seiner Kreativität leben zu können, da er keine Vergütung für die Nutzung seiner Werke erhält.“

Interessante Aussagen der GEMA seinerzeit. Das ist ein klassischer Fall von “Institutionen versuchen, die Probleme zu erhalten, für die sie die Lösung sind.”.

Die GEMA soll als Verwertungsgesellschaft den Urhebern helfen, von ihren Werken leben zu können. Da das GEMA-Modell mit CC-Lizenzen (Creative-Commons-Lizenzen), die oft zugunsten größerer Verbreitung mit Rechtsverzichten kommen, wenn nicht obsolet dann zumindest massgeblich beschnitten wird, wenn CC Verbreitung erhält, argumentiert man gegen CC. Das ist nicht im Sinne der Musiker sondern ausschließlich im Sinne der GEMA.

Denn was ist, wenn ein Musiker über die effizientere Verbreitung seiner Musik über das Internet dank CC-Lizenzierung mehr Einnahmen über andere Kanäle erhält und so unter dem Strich besser gestellt ist? Eventuell benötigen Musiker die für viele oft eh geringen GEMA-Einnahmen überhaupt nicht, um den eigenen Lebensunterhalt mit Musik zu bestreiten?

Die GEMA, da sie als Institution ein Kind der industriellen Verwertung von Kunst ist, vertritt natürlich die Position “direkte Werksvergütung = Lebensunterhalt”. Alles andere steht gar nicht zur Debatte. Alles andere würde das Prinzip GEMA zumindest teilweise in Frage stellen und wenn schon nicht die Institution selbst, so zumindest ihre aktuelle Aufstellung und Wahrnehmung ihrer Aufgabe umwälzen.

Kein Wunder, dass die GEMA gegen Creative Commons hetzt. Ihr Bestehen als Institution hängt auch daran, dass Musiker nicht Rechte freiwillig aufgeben, deren Wahrnehmung die Aufgabe der GEMA ist. Eine Verbreitung von alternativen Geschäftsmodellen, flankiert vom Einsatz von Creative Commons wäre eine Gefahr für die Existenzberechtigung der GEMA. (GEMA-Vertretern muss das nicht unbedingt bewusst sein. Die oben zitierte GEMA-Argumentation seinerzeit wird wohl eher aus einem tatsächlichen naiven Glauben an das Bestehen gestriger Verhältnisse und Unwissen über die ökonomischen Verschiebungen kommen. Das macht es aber nicht unbedingt besser, denn der Existenzgrund einer Verwertungsgesellschaft ist nicht Selbsterhalt.)

Zu behaupten, dass Musiker ihren Lebensunterhalt mit Musik ausschließlich nur bestreiten können, wenn sie auf das Zurückhalten aller Rechte und den direkten Finanzausgleich für jegliche Nutzung setzen, ist allerdings schlicht falsch. Mittlerweile gibt es dafür zunehmend Beispiele, die das Gegenteil beweisen.

gulli.com verweist darauf, dass die nachträgliche Nichtigmachung von CC-Lizenzen durch einen späteren GEMA-Beitritt nicht rechtens ist. Vor einigen Tagen wurde die Nichtigmachung der CC-Lizenzen auf Phlow anhand eine Vorfalls bei einem DJ-Auftritt mit CC-Musik diskutiert, ich hatte meine Zweifel, ob das rechtens war. gulli.com:

Eines der Grundprobleme der creative-commons-Lizenzen gerade für Laien bzw. unerfahrene Rechteinhaber ist die prinzipielle Irreversibilität einer einmal erteilten cc-Lizenz. Während man aus der GEMA austreten kann und der Verwertungsgesellschaft damit die Wahrnehmung der eigenen Rechte entziehen kann, kann man die GEMA also nicht mit der Wahrnehmung von unter cc-Lizenz veröffentlichter Musik beauftragen, da mit einer cc-Lizenz kein automatischer Vergütungsanspruch verbunden ist.

Wer als Podcaster oder DJ also nachweisen kann, dass Material Dritter zum Zeitpunkt der Verwendung vom Urheber unter einer cc-Lizenz veröffentlicht worden war, kann unter Hinweis auf diese Lizenz einen etwaigen später erhobenen Vergütungsanspruch des Urhebers durch die Verwertungsgesellschaft ablehnen.

Nicht mehr rückgängig machbare CC-Lizenzen. Kein Wunder, dass die GEMA den Anfängen wehren will.

RIAA zahlt Anwälten mehr als 16.000.000 Dollar, nimmt mit Klagen nur 391.000 Dollar ein

Die Strategie der Plattenindustrie, die eigenen Kunden im großen Stil zu verklagen, kann man für suboptimal halten. Dass diese Strategie, die der Plattenindustrie viele Sympathien gekostet hat, auch noch defizitär ist, deutet allerdings auf eine bemerkenswerte Verbohrtheit der Manager hin, die seit zehn Jahren daran festhalten.

Im Blog Recording Industry vs. People werden die Summen aufgeschlüsselt, die die RIAA, der Plattenindustrieverband in den USA, verdient und ausgegeben haben. Für 2008:

The RIAA paid Holmes Roberts & Owen $9,364,901 in 2008, Jenner & Block more than $7,000,000, and Cravath Swain & Moore $1.25 million, to pursue its “copyright infringement” claims, in order to recover a mere $391,000. [ps there were many other law firms feeding at the trough too; these were just the ones listed among the top 5 independent contractors.]

Für 2007:

As bad as it was, I guess it was better than the numbers for 2007, in which more than $21 million was spent on legal fees, and $3.5 million on “investigative operations” … presumably MediaSentry. And the amount recovered was $515,929.

Zieht man die Zahlen von 2006 bis 2008 zusammen, kommt man laut Ray Beckerman für diese drei Jahre auf eine Bilanz von 64 Millionen Dollar in Kosten für Anwälte und private Ermittler und Einnahmen von 1.361.000 Dollar. Techdirt merkt an, dass damit nur zwei Prozent der dadurch entstandenen Kosten abgedeckt sind.

Natürlich verfolgt die Plattenindustrie damit auch eine Strategie der Abschreckung. Da aber in dieser Zeit illegales Filesharing nicht gesunken ist, stellt sich die Frage, wie man eine solche defizitäre Strategie, die noch dazu imageschädigend ist, über so eine lange Zeit gegenüber den Shareholdern und Stakeholdern rechtfertigen kann.

Musikdienste in der Cloud

ReadWriteCloud in einem Artikel und einem Schaubild wie Musikdienste heute aussehen und morgen aussehen müssten:

musicexperience

Viele Verbindungen wären heute schon mit ausgebauten APIs möglich. Nicht möglich ist das Meiste davon allerdings aufgrund der Lizenzen der Majorlabels, die mit ihrem Hebel darauf achten, die Entwicklung der Musikdienste zu steuern (und dabei in erster Linie nicht an einer florierenden Online-Musiklandschaft interessiert sind). Schade, aber Realität.

Zitiert wird ein Forrester Research-Bericht zum Thema, aus dem auch das obige Schaubild stammt:

The report’s author Mark Mulligan contends that the music industry’s business models and licensing rights issues have shaped the way in which digital music services have developed, creating a “highly splintered environment in which the consumer must navigate multiple technologies and applications throughout the four stages of the music experience journey”: discovery, acquisition, consumption and management.

Mixlr: “Audio UStream” für DJs und Live-Bands

mixlrMixlr ist eine spannende Sache, die aller Voraussicht nach innerhalb kürzester Zeit aufgrund des Urheberrechts platt gemacht wird:

Comprising of a Mac-only client (although a Windows and iPhone app is planned), users can plug-in any audio feed to their Mac and begin live streaming, pushing out a URL of their feed via Twitter, Facebook and MySpace or to share in other ways. Live performances can also be uploaded, archived, and tagged (including location), as well as sent to a SoundCloud account, a service that Mixlr both complements and potentially competes with.

Aufstieg und Fall der RIAA

Ein Kommentator auf Techdirt hat Daten der RIAA-Mitglieder über die letzten Jahre zusammengestellt. Die RIAA ist der Verband der Plattenindustrie in den USA. Techdirt selbst hat aus diesen Zahlen eine Grafik erstellt, die im Grunde aufzeigt, was Beobachter auch so schon wissen: Es geht zu Ende mit den Labeln, die RIAA-Mitglieder sind.

riaaverkäufe

Man sollte dabei immer Folgendes im Auge behalten: Es geht zu Ende mit der Plattenindustrie, nicht mit der Musikbranche. Beide sind nicht identisch. Die Plattenindustrie ist nur ein Teil der Musikbranche, der in einer historisch betrachtet kurzen Zeit innerhalb der Branche sehr bedeutend war. Diese Zeit geht nun zu Ende.

Mick Jagger über die kurze Ära, in der Musikaufnahmen verkauft wurden

Mick Jagger im Interview mit der BBC über die historisch kurze Zeitspanne, in der Musiker mit dem Verkauf von Musikaufnahmen tatsächlich direkt Geld verdienen konnten:

But I have a take on that – people only made money out of records for a very, very small time. When The Rolling Stones started out, we didn’t make any money out of records because record companies wouldn’t pay you! They didn’t pay anyone!
Then, there was a small period from 1970 to 1997, where people did get paid, and they got paid very handsomely and everyone made money. But now that period has gone.
So if you look at the history of recorded music from 1900 to now, there was a 25 year period where artists did very well, but the rest of the time they didn’t.

Das Bemerkenswerteste an der Debatte rund um das Musikbusiness im Internetzeitalter ist, dass viele so argumentieren, als wäre es ein festgeschriebenes Gesetz wie die Schwerkraft, dass für Musikaufnahmen direkt zu bezahlen ist und damit direkt Geld zu verdienen ist. Alles andere erscheint ihnen absurd. Wohl, weil sie es aus ihrer eigenen Erfahrung nicht anders kennen.

Dabei ist genau die Annahme, so war es immer, sei es und so müsse es für immer sein, historisch betrachtet absurd.

via Boing Boing (via Shared Items von Felix Schwenzel)

Interface-Revolution: iPad-Apps für die Musikproduktion

Interface-Möglichkeiten, die sich durch den Touchscreen des iPads ergeben, können gerade im kreativen Bereich neue Herangehensweisen ermöglichen. Ein paar Beispiele aus dem Bereich der Musikproduktion und verwandter Felder:

DJ Rana June führt ihr Setup mit zwei iPads, diversen Apps und einem Mixer vor:

Unter Destroy The Silence kann man sich ihr Setup anschauen und Hintergründe nachlesen.

Das Korg iElectribe ist eine der Apps von Rana Junes Setup. Es ist ein relativ exakter Nachbau des Korg Electribe R.

Hier ein Demo-Video mit dem Korg iElectribe:

Eine weitere App von Rana June ist das interessante Looptastic:


Magic Piano ist aus Interface-Gesichtspunkten ebenfalls recht interessant:

Auch Instrumente werden auf dem iPad nachgestellt. Zum Beispiel Harfen(via):

In keeping with the tradition of those instruments, notation can appear beneath the harp for those learning to read. There are five songs and lyrics included, and the developers promise a future release will have blank sheet music for recording and saving your own music.

Im folgenden Video sieht man ein Setup eines iPads mit TouchOSC, verbunden mit dem Sequenzer Logic:

Das noch nicht erhältliche Midipad ist eine iPhone-App, die als MIDI-Controller fungiert. (MIDI ist der etablierte Standard, über den Musik-Geräte synchronisiert und angesprochen werden können.) Die Macher über die Funktionen des Midipads:

In the production-environment midipad can control host-applications like Apple Logic, Steinberg Cubase/Nuendo, Ableton Live etc.

It can also be used to control stand-alone applications from companies like Native-Instruments, Spectrasonics and many more.

As a live-musician you can control sub-mixes of your virtual keyboard-rig, activate setups and change parameters of the virtual instruments or even hardware-instruments – all in realtime on stage.

Hier sieht man das Midipad im Verbund mit dem populären Sequenzer Ableton Live:

Auf Create Digital Music findet man ein Tutorial-Video, wie man das iPad bereits heute als Multi-Touch-Controller für Ableton Live nutzen kann.

Electrify ist eine Groovebox wie das iElectribe, aber samplebasiert (und damit natürlich potentiell spannender):

Eher Spielzeug als alles andere ist die “Baby Decks”-DJ-App:

Der bekannte Pianist Lang Lang spielt auf dem iPad Piano:

Weitere Übersichten über Musik-Apps findet man auf Create Digital Music hier und hier. In letzterem Artikel findet man auch einige komplette Studios als Apps. Die Hardware des iPads scheint prädestiniert, die Musikwelt nachhaltig zu beeinflussen:

Apple gets sound. I don’t actually think you need Core Audio or AU support or (often) even native code to make sound work. But the simple reality is that a lot of mobile devices can’t output the kind of audio performance that the iPhone platform can.

Laptops haben die letzten Jahre die elektronische Live-Musik sehr stark bestimmt. In naher Zukunft werden sie wohl von iPads und anderen Multitouch-Tablets abgelöst werden.

Das Disruptive an den meisten Apps: Ein Setup aus iPads + Musikapps ist in der Regel um ein Vielfaches günstiger als der Erwerb der Hardware-Alternativen, selbst wenn man neben den Preisen der Apps die Kosten für ein oder zwei iPads mit einrechnet.

Das Bemerkenswerte an dieser Sammlung: Die meisten Apps rekonstruieren noch akribisch ihre analogen Vorbilder.

Wenn die Entwickler anfangen, die Möglichkeiten eines Multitouch-Screens voll auszukosten – losgelöst von physischen Beschränkungen nachempfundenen Elementen wie Drehreglern und Knöpfen -, wird es noch eine ganze Ecke interessanter werden.

Fragwürdige Zahlen von der Musikindustrie

Matthias Spielkamp im Kulturkampf-Blog der ZEIT über die von der Tonträgerindustrie, die sich gern Musikindustrie nennt, oft verbreiteten Zahlen:

Demnach sollen den Rechteinhabern (nicht den Urhebern!) durch Verletzungen von Imaterialgüterrechten 200 bis 250 Milliarden Dollar an Einnahmen verloren gehen und es würden 750.000 Jobs gefährdet. Das Problem an den Zahlen ist nicht allein, dass nicht klar ist, worauf sie sich beziehen. Gehen diese Jobs und diese Einnahmen pro Jahr verloren? Oder kumulativ? Über welchen Zeitraum?

Sondern dass bislang auch unklar blieb, wie diese Zahlen zustande kamen. Wer hat sie erhoben? Mit welcher Methode?

[..]nichts ist dran an den Zahlen. Ausgedacht, weitererzählt, zitiert, dann wieder zitiert, dann nochmal zitiert, und schon hat man Quelle über Quelle, auf die man sich berufen kann – völlig unabhängig davon, dass es nie eine belastbare Aussage gab.

[..] Ich gehe (weiterhin) davon aus, dass alles, was von dieser Industrie kommt, als falsch betrachtet werden muss, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Matthias Spielkamp verweist auf einen lesenswerten Artikel auf Ars Technica zum Thema vom Oktober 2008, in dem beispielhaft der Umgang mit Scheinfakten aufgezeigt wird:

both numbers are seemingly decades old, gaining a patina of currency and credibility by virtue of having been laundered through a relay race of respectable sources, even as their origin recedes into the mists. That’s especially significant, because these numbers are always invoked as proof that the piracy problem is still dire—that everything we’ve done to step up international enforcement of intellectual property laws has been in vain. But of course, if you simply recycle the same numbers from 15 and 20 years ago—remember that IACC’s 2005 publications still cite that 1995 congressional testimony, from which it seems safe to infer that they have no more recent source—then it will necessarily seem as though no ground has been gained.

SoundCloud mit HypeMachine-Anschluss

Soundcloud, eines der innovativsten Startups in Deutschland, ist jetzt quasi Hypemachine-kompatibel. Das ist ziemlich großartig:

The Hype Machine now detects SoundCloud players in the blogs that it aggregates. And as you probably know, the blog post and track are then sucked into the The Hype Machine. If you’re a blogger this means that you can use our players even more now and know that your post will show up on The Hype Machine.

Damit wird Soundcloud für Musiker noch nützlicher weil die potentielle Öffentlichkeit steigt.

Soundcloud macht es genau richtig: Die richtigen Andockstellen im Netz finden und dann verknüpfen. Man vergleiche das mit den anderen deutschen Startups, deren Gründer glauben, sie müssten immer das Rad komplett neu erfinden.

SoundCloud » Blog Archive » SoundCloud + The Hype Machine = ♥

Musik: Labelbackkataloge als Plattform

Auf netzwertig.com habe ich über Jaron Lanier und seine Kritik am aktuellen Internet geschrieben. Dabei habe ich auch über die Musikbranche ein paar Worte verloren. Eine Idee habe ich dabei angesprochen, die ich vielleicht noch einmal ausführlicher beschreiben werde:

[..]zum Beispiel könnten [die Plattenfirmen] Whitelabel-Streaming-Angebote ihrer Backkataloge als erschwingliches B2B-Angebot anbieten, so dass Startups dann darauf Innovationen aufbauen könnten. Es existiert ein Brachland online, wenn es um den Musiksektor geht und zwar aus dem einfachen Grund, weil man kein erfolgreiches Angebot im Musikbereich aufbauen kann, ohne die direkte Möglichkeit zu integrieren, die Musik der Musiker auch hören zu können. Genau das ist aber selten erwschwinglich. Wäre diese Situation anders, könnten sehr viel mehr Experimente stattfinden, wie man potentielle Fans und Musiker zusammenbringt und wie man monetäre Transaktionen gestalten könnte (Lokale Nachfrage sichtbar machen, Organisationsaufwand für Tourmanagement etc. automatisieren, Merchandise, Fanclubs usw.).

Wenn die Majorlabel sich als Plattformen für Anbieter von Musik verstehen würden, könnten sie von der Innovationskraft des Internets profitieren _und_ diese nicht behindern.

Es wäre eine effiziente Aufgabenteilung: Die Label haben die Inhalte, aber keine Ahnung vom Internet. Bei Internetstartups ist es (idealerweise) umgedreht.

Diese Idee würde natürlich ansatzweise rational handelnde Akteure voraussetzen. Etwas, das man im Musikbiz aktuell eher selten vorfindet.

Dass auch klassische Anbieter von enorm vielen Inhalten diese bereits als API zugreifbar machen, sieht man übrigens im Nachrichtengeschäft. New York Times und Guardian bieten APIs an..

Die Musikbranche könnte von ihnen lernen.

Der Artikel auf netzwertig.com:

Jaron Lanier in der FAZ: Ideologien, wo keine sind » netzwertig.com

Niederlande: Bitte zahlen Sie für das Einbinden dieses YouTube-Musikvideos auf Ihrem Blog

Das niederländische Äquivalent zur GEMA, die Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra hat eine tolle Idee: Blogger sollen ab 2010 für die Einbindung eines Musik-Youtube-Videos rund 21 Euro bezahlen.

Musik-Blogs in den Niederlanden verteuern sich : netzpolitik.org

Wie absurd. Mehr fällt mir dazu gar nicht ein. Wie abgrundtief absurd.

Radioheads Thom Yorke über Tonträgerindustrie

there’s a process of natural selection going on right now. The music business was waiting to die in its current form about twenty years ago. But then, hallelujah, the CD turned up and kept it going for a bit. But basically, it was dead.

Thom Yorke von Radiohead über die Tonträgerindustrie.

Radiohead’s Thom Yorke Dishes on CD Hatred and the Music Industry | TwentyFourBit | Music News

(via)

Siehe auch die Visualisierung der Verkaufsvolumina der verschiedenen Tonträger von der NYT. Dort sieht man auch schön, welche massiven Umsätze das erneute Verkaufen der Backkataloge auf CD für die Labels bedeutete. Die CD schlägt zum Beispiel Vinyl um Längen. (Und ist größer als selbst Vinyl _und_ MC zusammen!)

Tonträgerindustrie schiesst sich in den eigenen Fuß, Teil 749

Nun berichten US-Medien, dass die Major Labels einen eigenen digitalen Album-Container namens CMX entwickelt haben, der ab November zur digitalen Distribution ausgewählter Alben zum Einsatz kommen soll. Tatsächlich wären Sony, Warner, Universal und EMI bereits vor anderthalb Jahren an Apple herangetreten, um das Unternehmen von CMX zu überzeugen. Apple habe jedoch abgelehnt und stattdessen “Cocktail” entwickelt. Es ist davon auszugehen, dass Apples Format nicht kompatibel zu CMX ist.

heise online – 11.08.09 – Musikindustrie entwickelt eigenes Albumdownload-Format

Allein schon die Idee, dem Konsumenten, der sich an die für ihn weitaus nutzenbringendere Möglichkeit, nur die Songs zu kaufen, die er auch will, wieder die Mogelbundlepackungen unterzuschieben, ist vorsichtig ausgedrückt schwierig.

Aber jetzt auch noch wieder unbedingt mit inkompatiblen Formaten um die Ecke kommen? Bei aller verständlichen Abneigung gegenüber Apples Vormachtstellung im Musikbereich: Die Label sind schlicht nicht in der Position, so etwas auch nur ansatzweise durchzudrücken, wenn sie Apple nicht im Boot haben. 

 

Es ist schon bemerkenswert, dass Apple, Tonträgerindustrie, Verlagen, ihnen allen zum Netz nur eins einfällt: Die Simulation der analogen Welt.

Preiskampf bei Online-Musik

Wo Konkurrenz, da belebtes Geschäft. iTunes brauchte nur endlich mal einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Ohne DRM ist der jetzt da (weil die MP3-Dateien, egal ob von itunes oder woanders, überall passen, auch entsprechend umcodiert auf den iPods). Amazon MP3. Schon geht der Preiskampf los hin auf dem Weg zum langfristig unvermeidbaren Preis gleich Null.

Amazon MP3 in den USA:

Amazon buttert gerade eine ganze Menge rein um dem Platzhirsch iTunes Kunden abzugraben. In erster Linie versuchen sie günstigere Preise anzubieten, worauf Apple offensichtlich bereits Anfang des Monats reagierte, indem sie sich von der Ein-Song-Ein-Preis-Politik verabschiedeten, aber Amazon legt nach. Während iTunes nur in Kooperation mit anderen Marken ab und an auf Gutscheinbasis kostenlose Songs anbietet, stellt Amazon gleich 773 Titel zum Download.

Here we go. :)

laut.fm: User Generated Radio

Wo wir gerade bei Onlineradios sind: Martin schreibt auf zweinull.cc über laut.fm, ein Projekt von laut.de (eines der größten deutschsprachigen Online-Musikmagazine):

Vor einigen Tagen starteten die Konstanzer die Beta-Phase des User Generated Radio. Der neue Service macht genau das, was man angesichts des Namens erwartet: Nutzer können kostenlos einen individuellen Radiostream erstellen und im Netz verbreiten.[..]

Außerdem findet sich dort der HTML-Code zum Einbau des Radios in externe Seiten.[..]

Der Dienst überzeugt nicht nur auf funktioneller und konzeptioneller Ebene, sondern ist, wie eingangs erwähnt, für deutsche User komplett legal. Am Ende eines jeden Monats überweist laut.fm die anfallenden GEMA- und GVL-Gebühren, basierend auf der Spielhäufigkeit einzelner Titel. Das gilt auch für Musikstücke, die Nutzer von ihrer Festplatte hochgeladen haben.

Das klingt grossartig.

Wenn jemand eine Einladung für mich hätte, würde ich mich darüber sehr freuen.

Update: Habe eine Einladung über eine Email an radio AT laut.de bekommen.

radio.de: Einstiegspunkt für Onlineradiohörer

Radio.de ist quasi eine Art Internetradio-Katalog. Laut deutsche startups eben gelauncht, hat die Seite nach eigenen Angaben “über tausend deutsche und internationale Radiosender und Webradios in der Datenbank” angesammelt. Sortiert sind die einzelnen Radios nach Genre. Anwählen kann man die Genre-Gruppen wahlweise über die Seite oder gleich über die Adresszeile, da die Permalinkstruktur nach dem Schema “genre.radio.de” aufgebaut ist.

Das ist alles nett umgesetzt aber nichts Weltbewegendes. Die Anzahl der deutschen Radiosender, die einen Stream im Netz anbieten, scheint recht umfassend und ist damit ein guter Einstiegspunkt für Onlineradiohörer. Das Interface ist auch recht nett und lädt zum Switchen zwischen den Sendern ein. Wenn ich auch irgendwie keinen Button finden konnte, um den Stream wieder anzuhalten.

Geradezu ins Auge sticht die Frage, warum nicht ein paar neuere Technologien einbezogen wurden. Warum kann ich beispielsweise nicht meinen last.fm -Usernamen angeben und aufgrund meiner dort gesammelten Daten mir Radiosender empfehlen lassen?

 

radio

Alles einfach..

Hypemachine kommuniziert mit last.fm

Der hier bei neunetz.com heißgeliebte Musikblogaggregator Hypemachine kann jetzt auf der Seite abgespielte Songs scrobbeln. Sprich, die Songs an Last.fm schicken, wo diese dann wie gewohnt protokolliert werden.

Das ist mal eben die Verbindung meiner zwei absoluten Lieblingsmusikdienste. Yay!

hypem-lastfm

 

(Mit vernünftigen APIs und OAuth etc. wäre das Ganze zwar smoother, soweit sind wir aber leider noch nicht. Also muss man leider mit Login-Daten aufwarten.)

(via Fred Wilson)

Echte last.fm-Charts

last.fm ist das Datenmonster unter den Musikdiensten. Keine Seite dürfte mehr Daten an tatsächlichem Musikhörverhalten etc. aufweisen (an 2. Stelle das vergleichbare Mog). Heck, keine Seite weiß mehr über mein Musikgeschmack als last.fm.

Mit ‘richtigen’ Charts wie man sie vom Billboard kennt, tut man sich bei last.fm leider etwas schwer. Aber die Daten sind ja frei verfügbar, also bastelt eben jemand anderes vernünftige last.fm-Charts:

rank your favourite artists and albums by an estimation of how long you have spent listening to them.

Das sieht dann zum Beispiel so aus, wenn man einen richtig guten, stilsicheren Geschmack hat:

lastfm-normaliser

 

Last.fm Normaliser

 

Noch mehr last.fm-Mashups hatten wir hier erst vor kurzem: 3 tolle last.fm-Mashups

siehe ebenfalls den Artikel, wo ich das Charttool gefunden habe: Top 10 Last.fm Mashups – ReadWriteWeb

 

Bonuslink: 25 Music APIs auf Programmable Web, nicht nur last.fmish

Hypemachine Zeitgeist

hypem-z2Bei der hier im neunetz.com-Headquarter heißgeliebten Hypemachine hat man die Topkünstler, -songs und -alben von 2007 zusammengestellt. Hier kann man nachlesen, wie die Listen erstellt wurden.

Die besten Songs kann man alle auch direkt auf der hypemachine anhören. Nett.

hypem-zeitgeist

 

(via Nerdcore)