Fotosharingwebsite Imgur erreicht jetzt 100 Millionen Besucher pro Monat

Imgur übersteigt damit sogar Reddit um ein Vielfaches. (Boulevard-)Medien wie Bild.de konkurrieren bei den Werbeplätzen auch mit Anbietern wie Imgur. Das sei nur erwähnt, falls irgendjemand glaubt, es würde irgendwann für Massenmedien wieder einfacher auf dem Werbemarkt.

Venturebeat bringt noch etwas Kontext ein:

For perspective, that puts Imgur into the top 30 most trafficked websites in the U.S. alongside IMDb, Apple.com, Yelp, Netflix, and AOL, according Alexa’s traffic rankings. Imgur also gets about 27 million more unique visitors per month than community news sharing site Reddit. This is particularly impressive because in many ways, Imgur owes its origins to Reddit – which is where Imgur first rose to popularity and continues to be the preferred image hosting service of Reddit members today. Additionally, Imgur generates 2 billion daily image views, too.

Annotieren ist das neue Kommentieren

David Pachali im torial Blog  über Weiterentwicklungen von Kommentarsystemen:

Plattformen wie Quartz und Medium.com haben die Kommentare jetzt in die Seitenspalte verlegt. Eine kleine Änderung, die dennoch Folgen haben könnte. Quartz, der Business-Ableger des „Atlantic“, nennt die Funktion „Annotations”. Leserinnen und Leser können damit pro Absatz kommentieren. Nebenbei wird so sichtbar, welche Sätze und Abschnitte besonders zur Antwort reizen.

Ganz neu ist das nicht: Bei der Plattform Project Syndicate etwa lassen sich Kommentare schon länger per Stecknadel an den Text pinnen. Wer Google Docs oder Soundcloud nutzt, dem dürften die neuen Anmerkungen ohnehin bekannt vorkommen – die „Annotations” übertragen das Prinzip auf publizierte Texte. 

Das Problem: Die Richtung ergibt Sinn, aber die Umsetzung ist fast immer noch das Problem. Wie ein solches System dargestellt wird und wie etwa die Informationsflüsse sortiert werden (populäre vs. neue Annotationen etc.) entscheidet massgeblich über Sinnhaftigkeit und damit Erfolg.

Ich gehe davon aus, dass auch die handelsüblichen Kommentarsysteme wie Disqus und Livefyre an  ihren Annotationssytemen arbeiten und die ersten Betas noch dieses Jahr oder spätestens in der ersten Hälfte des nächsten Jahres kommen werden.

Siteübergreifende Systeme haben einen klaren Vorteil, was die Partizipation und die Identifikation von Qualität angeht.

(via)

Huffington Post Light: 3 Mio.€ in 3 Jahren für das “Riesen-Projekt”

Wolfgang Michal auf Carta:

Laut Handelsblatt will die Tomorrow Focus AG in den kommenden drei Jahren nur drei Millionen Euro in das „Riesen-Projekt“ investieren. Das heißt, die deutsche HuffPost wäre dann etwas größer als Carta (kleiner Scherz).

Ist also Realismus eingekehrt bei den deutschen HuffPost-Machern oder hat das ständige Gebell von Springer und BDZV das Kätzchen zu sehr eingeschüchtert?

Mit einem im Markt bereits ansässigen Presseverlag zu kooperieren, falls man überhaupt von Kooperation sprechen kann, könnte im Falle Deutschlands für die HuffPost schiefgehen. Alles im Vorfeld deutet darauf hin.

Das wäre schade, weil die deutsche Presselandschaft dringend mehr Konkurrenz bräuchte.

Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum die HuffPost es in dem Land besonders schwer haben wird, in dem die größten Publikationen des Landes auch schon einmal geschlossen mit Lügen durchsetzte Propaganda für ein eigenes Gesetz machen.

(Der Bloggeransatz der HuffPost dürfte bereits zum Scheitern verurteilt sein, weil kaum jemand bereit sein dürfte, kostenlos für den Leistungsschutzrechtskämpfer Burda zu schreiben. Das heißt, von unten wird nicht viel Unterstützung kommen. Und von oben, sprich von Prominenten? Wir werden sehen.)

Podcastausrüstung für Anfänger

Holger Klein hat eine nützliche Übersicht über die Optionen zur technischen Ausrüstung zum Podcasten für Anfänger zusammengestellt:

Oft fragen mich Menschen, die vorerst nur wenig Geld ausgeben wollen oder können, welche Ausrüstung sie zum Podcasten anschaffen könnten. Hier, was sich im Laufe der Zeit als Standard-Antwort herauskristallisiert hat

Er deckt verschiedene Budgetvorstellungen ab.

Adblock: “der Freitag” führt Button für temporäre Werbeausblendung ein

Im Zuge der Adblocker-Debatte geht der Freitag einen Weg, der die Kontrolle der Nutzer über die Darstellung der Websites in ihren Browsern als Fakt anerkennt. Ein permanenter Button oben rechts ermöglicht das temporäre Ausschalten der Werbung, wenn etwa mal wieder ein Banner in der Sidebar blinkend vom Text ablenken will.

Jakob Augstein auf Freitag.de:

Wir geben unseren Nutzern die Möglichkeit, die Werbung durch einen Click selbst abzuschalten. Das bedeutet, Sie können Ihren Adblocker für freitag.de deaktivieren und die Anzeigen wieder zulassen. Aber wenn eine Anzeige Sie beim Lesen stört, schalten Sie diese Anzeige einfach ab.

Wenn mehr Medien diesen Weg gingen, würden die Anzeigenentwickler vielleicht aus den Ergebnissen lernen und mehr mit dem Leser denken, als gegen ihn.

Das ist ein guter Kompromiss, denn es minimiert den Grund, Adblock oder ähnliche Browserplugins zu installieren. Die Daten aus der Selektion, wann Nutzer den “Werbung aus”-Button klicken und nicht, sollten Publisher und Werbekunden im Bestfall helfen können, bessere Werbung erschaffen zu können, wie auch Augstein anmerkt.

(via Jan Jasper Kosok)

Golem wird offen(er)e Publishingplattform und testet neues, umsatzbasiertes Honorarmodell

Golem startet eines der spannenderen Experimente der deutschen (Online-)Medienlandschaft. Die Onlinepublikation öffnet die Plattform für externe Autoren, wird aber nicht zur “User Generated Content”-Plattform. Stattdessen arbeitet man mit externen Autoren zusammen, bietet ihnen die Reichweite des etablierten golem.de und bezahlt diese je nach Text erfolgsbasiert. Die Texte, die Golem auf diesen Weg annimmt, werden weiterhin klassisch redigiert und korrigiert, ‘lediglich’ die Basis der Zusammenarbeit mit Autoren ist neu.

Jens Ihlenfeld auf Golem.de:

Golem.de zählt rund 12 Millionen Visits und 42 Millionen Pageimpressions im Monat und erreicht laut AGOF 1,8 Millionen Unique User. Allein die Homepage von Golem.de wird jeden Werktag rund 600.000-mal abgerufen, denn wir haben eine treue Stammleserschaft, die jeden Tag auf Golem.de guckt. [..]

Wie viel Geld an Autoren ausgeschüttet wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel: Wie viele Leser erreicht ein Artikel, wie bekannt ist der Autor und wie viele Fans und Follower bringt er mit, wie viel Arbeit steckt in dem Artikel, wie viel Arbeit muss von uns in den Artikel gesteckt werden, wurde der Artikel bereits an anderer Stelle veröffentlicht und für wie wichtig halten wir ein Thema, ganz unabhängig von der damit erzielbaren Reichweite? Wir schließen auch nicht aus, Projekte mit größerem Aufwand vorzufinanzieren.

In solchen Ansätzen, die zwischen dem klassischen hierarchischen Ansatz und dem offenen Netzwerk liegen, sehe ich enorm viele Potentiale. Golem schlägt hier eine interessante Richtung ein.

Ihlenfeld über die Vorteile, die man sich bei Golem davon verspricht:

Unsere Intention ist es nicht, möglichst günstig an Inhalte zu gelangen, sondern angemessene und damit höhere Honorare für gute Stücke zu bezahlen. Autoren sollen im Gegenzug etwas mehr Risiko übernehmen. Diese veränderte Verteilung von Chancen und Risiken erlaubt es uns, die Kriterien für eine Veröffentlichung leicht zu verschieben und einen Artikel, an den der Autor glaubt und den wir für relevant halten, eher zu veröffentlichen als abzulehnen. Wird der Artikel gut gelesen, wird das Honorar höher ausfallen als bei einem vorher vereinbarten festen Honorar. Interessiert der Artikel die Leser nicht, entstehen uns weniger Kosten, der Autor geht aber auch nicht leer aus.

Die Verteilung des Risikos auf diese Art klingt vielversprechend. Das erlaubt Golem, mehr Experimente einzugehen und führt im Idealfall dazu, dass Autoren mit unterschiedlichsten Hintergründen leichteren Zugang zu Golem und dessen Potentialen (Reichweite, Bezahlung) erhalten.

Es hängt nun natürlich viel daran, wie Golem dieses Modell im Detail umsetzt und ob man damit das Vertrauen guter externer Autoren erlangen und vor allem halten kann. Der direkte Einblick in die internen Statistiken, wie angekündigt, ist ein erster richtiger Schritt. Schwieriger wird es, den passenden Bezahlungschlüssel zu finden.

Disclosure: Ich habe bereits für Golem geschrieben und mein Text wird explizit in der Ankündigung als Beispiel genannt. Das war’s.

Die Abwärtsspirale der Online-Werbung

Nico Lumma:

Wenn nun immer mehr Nutzer zu Adblockern greifen, weil ihnen die ständige Beschallung mit Werbebotschaften zu viel ist, dann sorgt das bei den Inhalte-Anbietern für weniger vermarktbare Reichweite und damit für weniger Umsatz. Also muss versucht werden, aus dem bestehenden Inventar mehr Umsatz zu generieren. Wie macht man das? Am einfachsten ist es, noch penetranter zu werden. Früher, damals, kurz nach dem Krieg, da hatten Websites einen Fullbanner, oder für die ganz verwegenen, auch mal 2-3 Halfbanner, anders ausgedrückt ging es um 468×60 Pixel bzw. 234×60 Pixel. Heute werden gefühlt sämtliche vom Internet Advertising Bureau (IAB) verabschiedeten Formate plus etwaiger Sonderformate auf eine Seite geklatscht, weil die Preise in den letzten 10 Jahren stetig gesunken sind und trotzdem Inhalte-Anbieter profitabel sein sollen.

Ist das die Schuld der Adblocker-Nutzer? Nö, das ist reiner Selbstschutz, denn nicht nur irgendwelche Websites sind mit Werbung zugepflastert, sondern auch sog. Premium-Sites. Adblocker sind Teil einer Entwicklung, die damit zu tun hat, dass ganz am Anfang der Online-Werbung mit dem sog. Tausender-Kontakt-Preis einfach die falsche Währung genommen wurde, um Online-Werbung zu bepreisen. Niemand würde ein Magazin so vollhauen mit Werbung, aber da ein Tausender-Kontakt-Preis nach Seitenaufrufen berechnet wird und nicht danach, wie häufig ein und derselbe Nutzer die Werbung wahrgenommen hat, wird eben die Penetranz erhöht, um auf die vermeintliche Reichweite zu kommen.

Exakt.

Deshalb habe ich auch geschrieben, dass es zwar wünschenswert aber relativ unrealistisch ist, dass die Publisher einen Weg suchen werden, mit dem sie Werbetreibende und Leser glücklich machen können. Der ökonomische Druck führt sie in die entgegengesetzte Richtung. Man muss sich dieser Situation bewusst sein, um ihr entkommen zu können. Anschließend müsste man ganz am Anfang, an der Basis des heutigen Systems, beginnen.  

Der Tausender-Kontakt-Preis ist das erste Übel. Hinzu kommt eine sich nur langsam bis gar nicht an die neuen Herausforderungen anpassende Saleskultur. Es finden keine Experimente mit dem Format Werbung statt (noch lautere Flash-Werbung, die noch stärker blinkend noch mehr vom eigentlichen Inhalt verdeckt, ist kein Formatexperiment) und das Targeting ist fürchterlich. Gießkanne ist immer noch das Maß aller Dinge. Das ist angesichts der Anreize der Mittelsmänner, den Agenturen, nicht verwunderlich.

An all dem wird sich wohl so schnell nichts ändern. Und deswegen sitzen alle die, die auf TKPs und Maximalbannerbepflanzung setzen, in der Falle, in die sich zum Teil auch selbst gesetzt haben. Ihr Problem ist, dass ihre Websites in den Browsern der Nutzer gerendert werden und die Nutzer ihre Browser selbst kontrollieren und etwa Addons installieren können. Verbindet man das mit leserunfreundlichen Werbepraktiken, erhält man 10 Millionen Adblocknutzer in Deutschland.

Nochmal: Die Adblocker sind nicht das Problem. Das sie so massiv eingesetzt werden ist Beweis dafür, wie schlecht es um Werbung auf deutschen Medienangeboten steht.

Es ist wie bei der Urheberrechtsdebatte: Wer sich hierbei an einem imaginierten Mentalitätsproblem festhält, ist auf dem Holzweg, von dem man aus, zwei Holzmetaphern in einem Satz, das geht zum Abschluss schon einmal, den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Disqus AudienceSync macht Daten von 100 Millionen Kommentatoren importierbar für 2,5 Millionen Publisher

Disqus, das Kommentarsystem, das auch auf neunetz.com seit einigen Jahren zum Einsatz kommt, hat heute mit AudienceSync die Attraktivität der Kommentarplattform für Publisher enorm erweitert. Mit der neuen Funktion können Publisher Informationen von Disqus-Nutzern in ihre eigenen Contentmanagementsysteme importieren. Das gibt Disqus auch einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie den Kommentarangeboten von Facebook oder Google. Diese wollen die Nutzerdaten möglichst nicht weggeben, was wiederum zu einem Kontrollverlust für Publisher führt, wenn diese doch diese Kommentarsysteme einsetzen. Nun lassen sich die Disqus-Daten einfacher in spezielle Anwendungsfälle integrieren oder etwa auch für Naheliegendes wie Email-Newsletter verwenden.

TechCrunch:

If a site uses AudienceSync to request access to your information, you’ll be presented with an authorization request similar to the ones displayed when third-party applications want access to your Facebook account.

“It’s an extension of how already Disqus works,” said CEO and co-founder Daniel Ha (no relation to me).

He added that the shared information can include a user’s name, context, and basic biographical information. The company says users have created more than 100 million profiles.

Die 100 Millionen registrierten Nutzer kommentieren auf 2,5 Millionen Sites, auf denen Disqus installiert ist.

Disqus hat weitere beeindruckende Zahlen veröffentlicht:

7 billion monthly pageviews
100 million user profiles
2.5 million site installs
1 million WordPress plug-in downloads

Ebenfalls spannend: Disqus verschickt seit geraumer Zeit täglich eine Email mit einer Übersicht über Kommentare von Personen, denen man auf Disqus folgt. Auf diesen Weg stoße ich regelmäßig auf interessante Diskussionen in Blogkommentaren, die mir sonst entgehen würden.

Der Einsatz von Disqus zum Beispiel auf einem WordPress-Blog ist ein schönes Beispiel dafür, wie dezentrale Systeme und zentrale Angebote Hand in Hand zusammenarbeiten und etwas schaffen können, dass weder der eine noch der andere Ansatz allein bewältigen könnte.

Satiresite “Der Postillon” ist auch kommerziell erfolgreich

Stefan Sichermann, der Macher der Satiresite “Der Postillon“, im Interview mit Karsten Lohmeyer auf Lousy Pennies:

In einem Interview hast Du vor einiger Zeit erzählt, dass Du knapp 2000 Euro im Monat machst… [..] 

Wie generierst Du die Einnahmen?

Ich verdiene mein Geld zu 90 Prozent durch Banner-Werbung. Google Adsene ist ein wichtiger Faktor, den ich mit verschieden Werbe-Netzwerken zu meinem persönlichen Werbemenü zusammen gemischt habe. Ich habe aber weder Popups noch anderen Quatsch, nutze keine Affiliate-Links und setze keine Backlinks.

Was ist Dir dabei wichtig?

Ich achte sehr darauf, dass ich keine Blinkebanner auf “Der Postillon” habe und gebe Restplätze dann lieber kostenlos an Organisationen wie Amnesty International oder Ärzte ohne Grenzen. Und ich hoffe sehr, dass das dazu führt, dass viele Leute beim Postillon eine Ausnahme beim Adblocker machen.

Wie sieht es mit weiteren Einnahmen aus. Zum Beispiel mit Flattr?

Das sind tatsächlich Lousy Pennies. Es sind meistens so 200 bis 300 Euro nebenher.

Der Postillon hatte im April 5,3 Millionen Seitenaufrufe. Und so sehen die Referrer im deutschen Mainstream aus:

Google Plus macht nur einen winzigen Bruchteil aus, Twitter auch. Aber der Traffic, der über Facebook kommt, ist schon fast bizarr. 

filtr: Deutscher Technews-Aggregator im Techmeme-Stil

filtr.de ist ein neuer deutscher Technews-Aggregator, der sehr nah am Stil vom Techmeme gehalten ist, welches bekannterweise auch das Vorbild des bis dato einzig nutzbaren deutschen Memetrackers Rivva ist.

Im Gegensatz zu Rivva hat filtr das komplette Skelett von Techmeme auf Deutschland übertragen. Mitsamt  Events-Leiste und Bloglinkwerbung. (für die sie erstaunlicherweise bereits Abnehmer gefunden haben)

Besonders praktisch ist das Clustern von Themen, das ich bei Rivva schmerzlich vermisse.

Marcus Schuler von filtr hat mir per Email die Arbeitsweise von filtr geschildert:

wir wählen aus, welche Geschichten auf der Website zu finden sind, ebenso wie Themen-Cluster und Reihenfolge. Im Hintergrund arbeitet allerdings ein kleiner Algorithmus, den Frederic Lardinois programmiert hat, und der immer wieder nachschaut, wie häufig die Geschichten in den einzelnen sozialen Netzwerken erwähnt und/oder “geliked” werden. Danach stuft der Alogrithmus einzelne Stories zurück und macht uns einen Vorschlag, wie eine neue Zusammenstellung aussehen könnte. Wichtig: Nicht die Maschine entscheidet, sondern der Mensch.

Ich nutze filtr seit einiger Zeit sporadisch und kann sagen, dass ich es bisher erstaunlich gut finde. Die RSS-Feeds von filtr liefern praktischerweise außerdem direkte Links zu den Artikeln, was filtr auch für das Füttern von Flipboard und Fever interessant macht. Filtr ist also eine sehr gute Ergänzung zu Rivva.

Filtr könnte es in einer Welt mit Presseleistungsschutzrecht freilich recht schwer haben.

Deutschland-Start von Huffington Post verzögert sich

Online PC Magazin über die bisher ergebnislose Suche der HuffPo nach einem Kooperationspartner:

Schon mehrere deutsche Grossverlage, darunter Axel Springer, Burda und Spiegel, haben bereits abgelehnt – offenbar verlangt AOL zu viel Geld von den potentiellen Partnern.

Es überrascht mich irgendwie nicht, dass es ausgerechnet in Deutschland schwieriger zu sein scheint. Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien haben bereits eigene Ausgaben der Huffington Post.

Laut Jimmy Maymann, CEO der Huffington Post, werden weiterhin Gespräche geführt, auch mit Medienhäusern in Österreich und der Schweiz. Sollte sich bis Herbst dieses Jahres noch kein geeigneter Partner gefunden haben, will Maymann den Launch im Alleingang wagen. Als Starthilfe kann er dabei immerhin auf die deutsche AOL-Seite vertrauen, die immerhin noch rund drei Millionen Besucher pro Monat verzeichnen kann.

Eine einmalige Chance für österreichische und schweizerische Medien, sich im gesamten deutschsprachigen Raum stark zu positionieren.

10.000 Fliegen

Thomas Knüwer über 10.000 Flies, eine neue Site, die Artikel mit vielen Facebook-Likes, Tweets etc. aggregiert:

Wir sehen hier ein ganz anderes Abbild des deutschen Social Web. Eines der normalen Menschen, bei denen Facebook Alltag ist, die aber nicht über Netzneutralität oder Leistungsschutzrecht debattieren. Wir werden dadurch auch Wirkungen in der Aktivistenszene sehen: Denn die Nutzer dieser Seiten gilt es für jene Themen zu sensibilisieren. Und natürlich werden auch Marketing-Leute in Unternehmen und Agenturen ein Auge auf 10000 Flies werfen.

Solche Aggregatoren braucht es auch. Und es ist gut, dass Jens Schröder diese Site macht. Interessanter wären aber Dienste, die a.) Themen clustern und/oder b.) die Signale nicht nur zählen sondern auch auswerten. Sprich: Was mehr ‘Arbeit’ macht (Link in einem Text einer Pressepublikation oder eines Blogs) wird höher bewertet als ein einzelner Klick (Like). Denn die Barriere ist Teil der Aussage einer Aktivität. Und wenn Sascha Lobo oder Frank Schirrmacher oder Mario Sixtus etwas auf Twitter teilen, sollte das mehr Gewicht haben als wenn ein Account ohne Avatarbild einen Link twittert.

Ich würde nicht einmal sagen, dass eine solche behutsame Gewichtung die Messung der reinen Popularität verwässern würde. (Diese ist sowieso nur ein Wert, dem man sich bei der Messung maximal annähern kann.)

Spannend ist es allemal, neben Rivva und Virato einen weiteren Gradmesser in Deutschland zu haben. Aktuell ist Rivva leider der einzige, der eine gewisse Intelligenz in der Auswertung einzusetzen scheint.

TypePad, Movable Type, WordPress, Blogger

Carsten Pötter über Blogs und eigenen Webspace:

Schaut man sich frühe Blogs  - auch solche, die irgendwann einmal  eine gewisse Relevanz erhalten haben – an, wird man sehr schnell feststellen, dass diese oft bei einem Anbieter gehostet wurden, der mit den Blogs anderer Leute Geld verdient oder zumindest diese hostet und eine Community bereit stellt. Blogger, WordPress.com, Movable Type (OK, muss man selbst hosten, kostet aber Geld) und TypePad (die letzten beiden gehör(t)en zu Six Apart) sind US Anbieter, aus Deutschland fallen mir Communities wie Antville und das daraus entstandene twoday.net ein.

Ein Problem dieser eigenwilligen Debatte über die geschlossenen Social Networks und die offenen Blogs ist auch, dass viele hierzulande nicht zu Ende gedacht haben, worüber sie eigentlich reden wollen. Verwendung ungenauer Begriffe ist eine der harmloseren Folgen.

Andrew Sullivan: 300.000$, 12.000 Abonnenten in 24 Stunden

Andrew Sullivan über die geplante Paywall für sein bald unabhängiges Blog:

Basically, we’ve gotten a third of a million dollars in 24 hours, with close to 12,000 paid subscribers (at last count). On average, readers paid almost $8 more than we asked for. To say we’re thrilled would obscure the depth of our gratitude and relief.

[..]

That’s still only 1 percent of our total monthly readership – so we have plenty of room to talk more of you into subscribing before the meter hits. And the current number is misleading because of that. We really won’t know how effective this is going to be until we actually have the meter in place.

Mittlerweile sind sie nahe der 400.000 US-Dollar.

Sullivan versucht sich an einer porösen Bezahlschranke (die mehr einer Navigationsgebühr entspricht), wie sie die New York Times eingeführt hat und mittlerweile unter anderem auch von der NZZ eingesetzt wird. Mehr zu den Details bei Stefan Niggemeier.

Felix Salmon über das Modell, das eher nur auf dem Papier eine Bezahlschranke ist:

If you want absolute proof that this is not a paywall, just look here: “our RSS feed won’t be affected by the meter”, he says. Sullivan has, from day one, always served up a full RSS feed, and that is not going to change. So if you want to read every word he writes, without paying a penny, that’s easy: just subscribe to his RSS feed. The purpose of what Sullivan calls “a freemium-based meter” is emphatically not to keep people out: it’s not a wall. Rather, it’s a mechanism for allowing Sullivan’s most loyal readers to pay him for the content they love. So far, about one third of them are paying more than the $19.99/year headline price: they want to support this project, he doesn’t need to threaten them with some kind of if-you-don’t-pay-me-you-won’t-be-able-to-read-my-stuff pitch.

The real parallel here is not media paywalls so much as it is Kickstarter projects. It feels good to support something you love and admire — it feels much better, indeed, than paying some kind of sticker price for the same thing.

Ein konsequent verfolgtes Mitgliedschaftsmodell würde mir erfolgversprechender erscheinen, aber anscheinend fährt Sullivan mit dem gewählten Ansatz recht gut. Der komplette Verzicht auf Werbung dürfte die Zahlbereitschaft massgeblich erhöht haben.

Man sollte bei all dem nicht vergessen, dass Andrew Sullivan selbst für die USA ein Sonderfall ist. Felix Salmon:

And when it comes to income and expenses, Sullivan’s in a pretty unique and special place. His income, for starters: there’s a long list of publications which is happy to pay him top dollar to write for them. And I’m sure he could sell a book any time he wanted, too. 

Nichtsdestotrotz zeigt Andrew Sullivan, dass die Wege zu wirtschaftlichem Erfolg mit dem Netz vielfältiger werden.

(Und in der FAZ erscheint hierzu nur redigierte Missgunst.)

UK-Techpublikation The Kernel kommt nach Deutschland

The Kernel, ein noch recht junges Tech-Teamblog aus London, kommt nach Deutschland, wie Milo Yiannopoulos, Gründer und Chefredakteur von The Kernel, heute in einer Email verkündet.

Ein Auszug:

Since we launched, almost a year ago, in London, we have realised that it wasn’t just London crying out for proper journalism in tech, but that other cities feel under-served too. In fact, we’ve been inundated with requests from other European capitals who feel their local tech bloggers aren’t cutting the mustard. Of all those cities, Berlin is perhaps the one with the most pressing need. You might have noticed a bit more German content recently. Well, this is why.

The local blogs in Germany are – there’s no kind way to put this – widely ridiculed, despite some talented local writers. Start-ups tell us they are desperately frustrated by the lack of mid-market publications in their industry and with the lack of professionalism from the blogs, who act like divas but write like drudges.

So we’re coming. And not just to Berlin, but to Cologne, Munich and anywhere else we find big ideas. As Editor-in-Chief, my personal commitment is as follows: I will be spending a week per month, and sometimes more, in Berlin, meeting start-ups, investors, corporates and key players to learn more about the scene and to discover talented people in it who would like to share the benefits of their experience and expertise with others. I’ve taken a room in an apartment in Mitte so I have a permanent base in the city.

We will continue to write in English, because there’s no point singing a country’s praises if the only people who can read your work are already there. In time, with sufficient talent on board and a steady stream of good content, we’ll be able to develop a German edition of The Nutshell, our phenomenally popular subscription newsletter for the London tech scene.

(Hervorhebungen von mir)

The Kernel ist manchmal ein bisschen zu selbstsicher bis hin zur Arroganz, was man auch im obigen Zitat sehen kann. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt bei The Kernel regelmäßig interessante Perspektiven auf das aktuelle Techgeschehen, die sich oft wohltuend von den Sichtweisen der US-Techblogs unterscheiden.

Mehr europäische Publikationen zur Internetwirtschaft sind außerdem immer eine gute Sache.

Techmeme: Algorithmen und Redakteure Hand in Hand

GigaOm über ein Interview mit Gabe Rivera, dem Macher des Memetrackers Techmeme, das nicht nur das Vorbild für das deutsche Rivva war sondern von Anfang an, also seit Jahren, die mit Abstand wichtigste Informationsquelle für US-Technews für mich darstellt, was, nur um diesen Satz noch etwas weiter zu verschachteln, für sich selbst bereits eine enorme Leistung im schnelllebigen(™) Web ist:

“A lot of people who think they can go all the way with the automated approach fail to realize a news story has become obsolete,” said Rivera, explaining that an article can be quickly superseded even if it receives a million links or tweets.

This is why Rivera now relies on human editors to shepherd the headlines that bubble up and swat down the inappropriate ones. He argues any serious tech or political news provider will always have to do the same.

Rivera is also not enthused about social-based news platforms — sites like LinkedIn Today or Flipboard that assemble news stories based on what your friends are sharing on social media. Asked if Techmeme will offer a social-based news feed, Rivera said don’t count on it.

“People like to go to the New York Times and look at what’s on the front page because they have a lot of trust in what editors decide and they know other people read it. We want to do the same thing,” he said. “There’s value in being divorced from your friends … I’d rather see what’s on the front of the New York Times.”

Eine Vermischung von Menschen und Algorithmen könnte auch das bereits gute Rivva noch sehr viel besser machen.

Automatische Aggregatoren wie Flipboard haben eine andere, ebenso wichtige Aufgabe: Die reine, ‘unverfälschte’ Sichtbarmachung der Signale in den eigenen Kreisen der gängigen Social Networks.

Techmeme nimmt sein Geld erfolgreich mit Werbung ein:

As for the business of Techmeme, Rivera says the site relies on three forms of advertising, all of which could be considered “native advertising” — the mantra now being preached in publishing circles. Specifically, Techmeme makes money from sponsored posts, job listings and event posts.

Supermarktblog zieht von der FAZ zu Exciting Commerce

Peer Schader auf dem Supermarktblog:

Jochen Krisch und sein Team wissen stets, was im E-Commerce-Markt Neues passiert und bloggen dazu seit sieben Jahren ebenso regelmäßig wie kenntnisreich. Zum Verbund gehören weitere Blogs wie [x Politics], neunetz.com und neumusik.com sowie excitingtravel.de, die sich mit dem Einfluss des Internets auf unseren Alltag, auf Wirtschaft und Politik beschäftigen. Das Supermarktblog schließt sich dem Netzwerk an.

Herzlich willkommen!

Über das Supermarktblog reden wir (Jochen Krisch und ich) auch kurz in der kommenden Ausgabe von Exchanges, dem Podcast von Exciting Commerce.

MyDealz: Vom Ein-Mann-Blog zum 40-Mann-Projekt

Jochen Krisch auf Exciting Commerce:

Rund 250.000 Nutzer tummeln sich täglich auf MyDealz. Die meisten steuern die Seite direkt an: “Wir haben nur 30% Google-Besucher. Wir haben nie Geld in Marketing investiert, sondern immer gesagt: Alles, was wir irgendwie verdienen, versuchen wir in andere Projekte rezuinvestieren, die dem Nutzer wieder helfen. Und so haben wir ein relativ konstantes Mund-zu-Mund-Wachstum hinbekommen, weil wir versuchen, das beste Produkt zu stellen.”

Gawker nimmt erstmals 2 Millionen US-Dollar an einem Tag ein

Nick Denton, Gründer und Chef des US-Blognetzwerks Gawker, in einer internen Mail über einen neuen Einnahmerekord:

On Tuesday, on a single day, we booked $2m in revenue. I remember when that figure — even for a full year of sales — seemed unattainable.

Und deutsche Presseverleger: ‘Man kann kein Geld mit dem Verschenken journalisitischer Inhalte im Web verdienen. Nananana.’

Huffington Post: Nach Italien ist als nächstes Deutschland an der Reihe

Nach dem Start der italienischen Ausgabe der Huffington Post steht als nächstes der Launch der deutschen Ausgabe auf der Agenda des Onlinemedienjuggernauts. In beiden Ländern trifft die Huffington Post auf noch nicht gesättigte Onlinemärkte.

Reuters:

“We’d like to be in all major languages in the world. Next country for launch is Germany, then Brazil, India, Japan and South Korea,” Huffington said.

According to the latest comScore report, traffic for HuffPost.com in the U.S. is now at 43.8 million unique viewers (UVs), a 19 percent rise on the year.

In time for its one year anniversary, HuffPost UK hit 4.6 million, while HuffPost France has just hit 2.2 million UVs.

(via Michael Spehr)