Archive for the 'Netzmedien' Category

Im Internet nur noch fragmentierte Öffentlichkeit? Nicht unbedingt

James Poniewozik, TV-Blogger und -Journalist bei der TIME, über massenmediale Erlebnisse in der fragmentierten Online-Öffentlichkeit anlässlich von Susan Boyle, einer britischen Reality-TV-Entdeckung:

But there is one more interesting aspect of the growing Boyle phenomenon: it shows that mass-media experiences still exist in the fragmented-media era—they’re just different. [..]

The Boyle clip is one such example, and it’s a doozy. Mashable reports that the clip is on track to eclipse 100 million online views (if it hasn’t already by now). And that’s not counting replays on talk shows, news shows, and on and on—factor those in, and you’ve probably got a bigger audience than the U.S. viewership of the Super Bowl. Keep in mind, we’re talking here about a scene from a British reality show, something that would scarcely have gotten American airplay a few years ago. Now it’s arguably a bigger, more ubiquitous cultural phenomenon than anything on American TV.

und eine der wichtigen Erkenntnisse daraus:

It also means that more of the power, and the influence over how those moments are received, falls to the excerpters and commentators who reproduce, repost and embed the videos.

Warum Paywalls im Nachrichtengeschäft nicht funktionieren

Es ist ganz einfach, eigentlich:

This whole model is based on this single faulty assumption: that it’s the news itself that’s important to people. It’s not. The news is important, but people want to be able to share the news, spread the news and discuss the news — and you can’t do that when it’s behind a paywall. The very act of putting up a paywall diminishes the value of the content.

Darüber habe ich hier und auf netzwertig.com auch schon mehrfach geschrieben.

Das Bemerkenswerte daran: Diese Debatte werden wir jetzt noch eine halbe Ewigkeit führen müssen, weil viele (Verleger zB) einfach der Meinung sind, dass die Realität nicht sein darf.

Shirky: “‘You’re gonna miss us when we’re gone!’ has never been much of a business model. “

Toll, Clay Shirky hat einen fantastischen Text geschrieben , über Zeitungen, Internet, etc.:

Revolutions create a curious inversion of perception. In ordinary times, people who do no more than describe the world around them are seen as pragmatists, while those who imagine fabulous alternative futures are viewed as radicals. The last couple of decades haven’t been ordinary, however. Inside the papers, the pragmatists were the ones simply pointing out that the real world was looking increasingly like the unthinkable scenario. These people were treated as if they were barking mad. Meanwhile the people spinning visions of popular walled gardens and enthusiastic micropayment adoption, visions unsupported by reality, were regarded not as charlatans but saviors.

When reality is labeled unthinkable, it creates a kind of sickness in an industry. Leadership becomes faith-based, while employees who have the temerity to suggest that what seems to be happening is in fact happening are herded into Innovation Departments, where they can be ignored en masse. This shunting aside of the realists in favor of the fabulists has different effects on different industries at different times. One of the effects on the newspapers is that many of its most passionate defenders are unable, even now, to plan for a world in which the industry they knew is visibly going away.

Das trifft auch auf andere Industriezweige zu. Zum Beispiel die Musikindustrie. Wenn man da über die Realität schreibt und aus ihr Konsequenzen zieht, wird man in aller Regel erstmal beschimpft.

Zur unsinnigen Micropayment-Debatte:

“The Wall Street Journal has a paywall, so we can too!” (Financial information is one of the few kinds of information whose recipients don’t want to share.)

Tatsächlich werden die Ausnahmen wie das WSJ und in Deutschland etwa Stiftung Warentest als Beispiele dafür herangezogen, dass paid content und Micropayment für jeden Publisher funktionieren könne. Jeder, der ein bisschen genauer hinschaut, sieht, dass das Unsinn ist.

Darüber, dass Strukturen (hier Redaktionen und Verlage) sich ändern müssen:

With the old economics destroyed, organizational forms perfected for industrial production have to be replaced with structures optimized for digital data. It makes increasingly less sense even to talk about a publishing industry, because the core problem publishing solves — the incredible difficulty, complexity, and expense of making something available to the public — has stopped being a problem.

Analog: Tonträgerindustrie. etc.

und hier der springende Punkt:

That is what real revolutions are like. The old stuff gets broken faster than the new stuff is put in its place. The importance of any given experiment isn’t apparent at the moment it appears; big changes stall, small changes spread. Even the revolutionaries can’t predict what will happen. Agreements on all sides that core institutions must be protected are rendered meaningless by the very people doing the agreeing. (Luther and the Church both insisted, for years, that whatever else happened, no one was talking about a schism.) Ancient social bargains, once disrupted, can neither be mended nor quickly replaced, since any such bargain takes decades to solidify.

And so it is today. When someone demands to know how we are going to replace newspapers, they are really demanding to be told that we are not living through a revolution. They are demanding to be told that old systems won’t break before new systems are in place. They are demanding to be told that ancient social bargains aren’t in peril, that core institutions will be spared, that new methods of spreading information will improve previous practice rather than upending it. They are demanding to be lied to.

(Hervorhebung von mir)

Und wie findet man Lösungen?

When we shift our attention from ’save newspapers’ to ’save society’, the imperative changes from ‘preserve the current institutions’ to ‘do whatever works.’ And what works today isn’t the same as what used to work.

Das trifft auf Printmedien zu. Es trifft auf die Film- und Musikbranche zu, und jede andere Branche, deren Geschäftsmodell direkt vom Internet umgewälzt wird.

Um die Lösung zu finden, braucht man die richtige Prämisse, die richtige Ausgangsfrage.

Und die ist nicht, ‘wie können wir Zeitungen und Redaktionen in’s Internet-Zeitalter herüberretten?’ oder ‘Wie können wir Musikaufnahmen verkaufen?’ etc. sondern wie können wir Geld verdienen, welche Geschäftsmodelle funktionieren für uns und werden vom Internet nicht ausgehoben. Was können wir im Internet verkaufen, für das andere Geld ausgeben wollen etc. etc.

Ein so wichtiger wie feiner Unterschied, der von vielen immer noch übersehen wird, was die entsprechenden Diskurse bisweilen anstrengend macht, weil man einfach nicht über Los hinauskommt (und damit letztlich niemand geholfen ist).

Der ganze Artikel:

Newspapers and Thinking the Unthinkable

(David Weinberger und Tim O’Reilly sind ebenfalls begeistert vom Text, wie auch einige Twitter-Nutzer. Wahrscheinlich hat den Text schon jeder im Netz gelesen, wollte aber trotzdem darauf hier nochmal hingewiesen haben.)

Robert Basic - Studierter Baitologe

Update: Robert hat doch verkauft. Update-Ende

Unfassbar. Robert Basic gibt vor, sein Blog verkaufen zu wollen und alle machen, was er von ihnen erwartet hat.

Jeder, der noch 2 funktionierende Gehirnzellen sein eigen nennen darf, weiß, dass das nicht passieren wird. Trotzdem tun alle so, als ob (oder verfügen nur noch über Erbsenhirne, Sie entscheiden).

Er wird natürlich nicht verkaufen. Er lebt direkt (Werbung auf der Site) und indirekt (Konsulting) von basicthinking. Mit dem Verkauf würde er etwas aufgeben, dass er heute so nicht mehr ohne weiteres wieder neu aufbauen könnte. Mehr schreibe ich gar nicht dazu, weil es mir zu blöd ist, noch mehr zu erklären.

Das, was Robert hier gemacht hat, ist klassisches Linkbaiting. Gegen Linkbaits, also Artikel, die zum Darauflinken anregen sollen, gibt es an sich nichts einzuwenden.

Linkbaits können Scoops sein, Listen von nützlichen Webdiensten, Programmen und anderem, oder eine besonders interessante oder kontroverse Sichtweise auf ein bestimmtes Thema. Letzteres beherrscht Techcrunchs Michael Arrington besonders gut, wie sein Buddy Steve Gillmor hier ausführlich darlegt.

Der Unterschied zwischen diesen Beispielen und dem, was Robert meistens macht: Die Linkbaitbeispiele oben sind mehr oder weniger erst an zweiter Stelle Linkköder. An erster Stelle sind sie entweder nützlich oder treiben einen Diskurs voran (in welche Richtung auch immer), erst aus dieser Erstfunktion entsteht die Zweitfunktion des beliebten Da-link-ich-hin-Objekts. Robert Basic dagegen dreht sich am liebsten um sich selbst, was auch okay ist. Das Netz ist groß genug, so dass da jeder fast alles machen kann, was er/sie will.

Aber dass dann alle auf so eine Inhalte-Implosion hereinfallen und auf dieses nirgendwo hinführende Nichts linken, ist zumindest ein bisschen erschütternd:

baitologie-fallstudie

Was soll man dazu noch sagen?

Robert kennt sich aus im inhaltslosen Linkködern. Und viele (viel zu viele) beißen an.

Und wer mir jetzt was davon erzählt, dass das nur mit Bloggern geht und Journalisten auf ein so offensichtliches Spiel auf der Aufmerksamkeits-Klaviatur nicht hereinfallen, der schaue vorher besser mal schnell bei SpOn vorbei.

Erfolgreich für Basic war die Aktion allemal. Das BasicThinking-Blog war kurzfristig vom Traffic zusammengebrochen und nicht erreichbar.

baitologie-1

 

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Techmeme jetzt weniger algorithmisch, mehr human

Techmeme, der bekannte Memetracker von US-Technews, der bekanntermassen Vorbild für Rivva war, wird künftig neben den Algorithmen, die die Links analysieren und zu Themen clustern, einen menschlichen Editor haben, der der Site beim Themenfinden und -clustering unter die Arme Algorithmen greift.

Techmeme-Macher Gabe Riviera über die Änderungen:

In 2005 it was clear to me that an ideal news aggregation site would need to combine automation with direct, hands on editing.

und weiter

Humans have always edited Techmeme of course, just implicitly. For instance, when a blogger links to a story, the headline might move higher on Techmeme. What’s different now is that an additional human editor will carry out changes explicitly to directly improve the mix of headlines on Techmeme. Though the implicit edits conveyed via algorithm outnumber the explicit edits perhaps by 1000 to 1 or more, the impact of the human editor is nonetheless pronounced. What will that effect be?

The news will just get faster and more interesting. Obsolete stories will be eliminated sooner while breaking stories will be expedited. Related grouping will improve.

Rivva selbst hat seit einiger Zeit auch einige Probleme, die vor allem daher rühren, dass im deutschsprachigen Raum weniger verlinkt und diskutiert bzw. auf einander bezogen wird.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Lösung dafür ein händisches Nachhelfen sein könnte. Besonders bei “Ebenfalls zum Thema” würde eine menschliche Hand oft Wunder wirken.

Das erhöht natürlich den Aufwand, und öffnet Kritik Tür und Tor. Ersteres ist wohl das entscheidende Argument dagegen, da Frank, soweit ich weiß, mit Rivva aktuell kein Geld verdient (das zweite Argument muss man wegstecken können).

Lustige und Riviera-typische Anmerkung mitten im Text zum neuen Techmeme-Editor:

Writers and publicists unhappy with the headlines on Techmeme are encouraged to transfer the bulk of their resentment to Megan [McCarthy].

Techmeme ist in der US-Techblog-Szene so wichtig wie keine zweite Site und Riviera wird deshalb regelmäßig angegriffen, wenn das Blog des einen oder anderen ehrgeizigen Bloggers mal nicht vorn oder gar nicht auf der Site landet.

(ja, ich weiß, keine Lust gehabt, mir eine bessere Überschrift zu überlegen..)

Zur Verschiebung der Online-Diskurse von Blogs zu Twitter, Friendfeed und co.

Markus in einem lesenswerten Artikel auf seinem Blog:

Mir fällt schon seit einiger Zeit auf, dass die blogosphärische Resonanz auf neue Tools am Abnehmen ist. [..]

Es gibt keine Blogger mehr, die jenseits einer Verkündung neue Tools ausprobieren, mit ihnen herumspielen, und dann darüber schreiben.

Ein Faktor ist sicher, dass sich die Kommunikation / die Berichterstattung von gerade entdeckt’s in Richtung Twitter oder FriendFeed verschoben hat, und das ist auch völlig ok so

und dann:

Ich glaub nicht, dass Twitter & Co. deshalb und dadurch eine Verdünnung des Diskures fördern. (ein kleines problem, bzw. kein problem, aber eine verschiebung der milieus, hier ist, dass microblogging / lifestreaming keinen diachronen wert hat; was nicht sofort aufgegriffen wird ist eine stunde später in die unauffindbarkeit weitergespült.)

Ich beobachte Ähnliches und ich sehe das, besonders für den deutschsprachigen Raum, seit einiger Zeit mit zunehmender Besorgnis. Hier nicht nur in Bezug auf die Techtool-Reviews, die nie eine Stärke der hiesigen Blogger war, sondern der allgemein niedrigen Diskursintensität (an der auch zum Beispiel Rivva zu knabbern hat, weil es viel zu oft kaum Beiträge und Links aus D-A-CH zum Auswerten findet, und dann mit englischsprachigen Beiträgen die Lücken füllt).

Tatsächlich ist das nämlich meiner Meinung nach kein kleines, sondern ein mittlerweile großes Problem.

Warum?

Twitter, Friendfeed und co. (wie etwa andere soziale Einrichtungen wie die News- und Statusfeeds von Facebook, MySpace etc.) skalieren nicht.

Bei aller Begeisterung Blogs gegenüber als Dialogmedium, sind sie doch in Wahrheit sehr viel mehr Sendemedium als die meisten anderen sozialen neuen Medien im Netz. Twitter ist sehr viel mehr 1:1 als ein Blog, wo es hier den Autoren und dort die Leser des Blogs gibt.

Es gibt auch heute noch keine effizientere Möglichkeit, Informationen zu konsumieren und damit Diskurse zu konsumieren oder potentiell an ihnen teilnehmen zu können, als Blogs in Verbindung mit Feedreadern. Ich kann gewichten, kategorisieren, und für Fortgeschrittene die Informationen gar filtern und durch Mashups ziehen. friendfeed kommt dieser Effizienz mit einem zusätzlichen, sehr personalisierbarem Layer an aggregierten Empfehlungen (’Likes’) bereits nahe, ist damit aber vor allem effizientes Konsum- und Distributionstool (Also mehr ein Ersatz für Feedreader, denn für Blogs.) 

Besonders mit Twitter geht fast gar nichts davon. Die Folge: Während ich über 1000 Feeds in diversen Readern lese, scanne und überwache, folge ich gerade einmal 286 Leuten auf Twitter (man findet mich auf Twitter hier). Weil sehr viel mehr für mich persönlich nicht managbar ist. Und selbst da springe ich in den River of Banalitäten, Gesprächen, News und Tidbits nur ab und an rein und versuche mich natürlich nicht an einem vollständigen Konsum. Twitters Reiz liegt in seiner Einfachheit. Die bringt aber auch eine stark einschränkende Inflexibilität mit sich.

Das ist eine sehr andere Form des Netz-Gespräches als Blogs, die hiervon nicht ersetzt werden können.

Twitter, Friendfeed und co. sind eher komplimentär zur Blogosphäre, wie etwa yigg/digg zur Blogwelt. Sie leben zu einem sehr großen Teil von Verweisen auf Blogs und die MSM. Wer das Zeug zum Blogger hat, sich aber komplett auf diese Dienste zurückzuzieht, gibt damit auch einen Gutteil potentieller Einflussnahme auf.

Es mag den wenigsten bewusst sein, aber Blogs sind bei weitem mehr Mainstream als etwa Twitter. Wollen wir - also die, welche die neuen digitalen Medien nutzen -, dass diese auch ihren Weg in den Mainstream finden, dann müssen wir dem interessierten Rest der Bevölkerung beim Verstehen und Lernen helfen. Das schaffen wir nicht, indem wir nur untereinander Insiderwitze auf Twitter austauschen. Das schaffen wir nur über Blogs.

Einige Teile der deutschen Blogosphäre haben sich teilweise völlig auf Twitter zurückgezogen. Bei aller Zuneigung diesem Dienst und seinen Verwandten gegenüber: Das war ein Verlust für das deutsche partizipatorische Web.

P.S.: Die letzte Krise, ausgelöst durch das Platzen der New-Economy-Blase, hat Blogs einen erheblichen Schub verliehen. Wir sitzen zur Zeit wieder bekanntermassen in einem ganzen Haufen an Krisen, der durch Entlassungen wieder viel Freizeit und freie Energie erzeugt. Mal sehen, wo die hinfliesst. Vielleicht gibt es bald sehr viele motivierte Neueinsteiger mit viel Zeit. Genug Platz in der deutschen Blogosphäre ist auf jeden Fall vorhanden.

Großartiges Blog: Techdirt

Mir geht das Echochamber-Getröte auf Techcrunch und Co. zunehmend auf den Keks. Besonders seit TC zu gefühlten 90% von mir völlig unbekannten Praktikanten gefüllt wird mit Artikeln, bei denen sich mir die Fußnägel senkrecht aufstellen. (Tim O’Reilly hat neulich erst einen Artikel von RWW auseinandergenommen und in diesem Zusammenhang zu recht auf das teilweise starke Gefälle in der Textqualität zwischen den Bloggründern und den neu hinzugekommenen Autoren hingewiesen.)

Anywhoo, seit geraumer Zeit bin ich im Gegensatz dazu zunehmend begeistert von Techdirt. Mit knapp 800.000(!) RSS-Abonnenten nicht gerade klein, war das Blog bis vor ein paar Monaten eigenartigerweise überhaupt nicht auf meinem Radar. Jetzt zählt Techdirt bereits zu meinen absoluten Lieblings-Anlaufstellen, und landet ziemlich oft gesharet in meinen GoogleReader Shared Items.

Mike Masnick, einer der Gründer, setzt sich intensiv und kompetent mit Dingen wie DRM, dem Patentsystem und den Gesetzen der Internetwirtschaft auseinander.

Als Beispiel: wie er vor geraumer Zeit einen Artikel von Alex Iskold auf ReadWriteWeb (das neben Techdirt zu meinen Lieblingsblogs zählt) über die Free Economy (kostenloses Anbieten von Produkten, siehe zb Freemium) auseinandernimmt und ausführt, dass gesamtgesellschaftlich betrachtet das kostenlose Verbreiten von immateriellen Gütern eine gute Sache ist:

Even worse, Iskold fails to show how it’s actually bad on a larger scale. What he does is show how it’s bad on a micro scale for certain companies. But, you could make that argument for anything. Automobiles were “bad” for buggy whips. The printing press was bad for scribes. The telephone was bad for telegraph operators. Yet, on a larger economic scale, all of these things opened up more opportunities to the economy. The same is true with the economics that are being discussed these days. Recognizing the inevitability of infinite goods to be offered for free increases the resource pool and opens up many new opportunities to provide goods and services — and to profit from them.

Und jetzt wieder Iskold über das Patentsystem, und Masnicks Reaktion (Masnick ist bekennender Gegner des Patentsystems):

Oddly, towards the end, Iskold finally admits what he calls “the biggest irony in this patent debacle”: it actually benefits consumers. That’s not “irony.” That’s correct. Competition benefits the customer. That’s how it’s supposed to work. So what’s the problem?

Well, according to Iskold, this isn’t sustainable: “To not have patents at all means that at the end of the day big companies will always absorb all the best innovation for free.” But, again, as we already pointed out, that’s simply not true. Sometimes big companies win, but quite often, they do not. Big companies are slow and lumbering. Small companies are faster and more nimble and can often out innovate the slow companies with legacy issues. Competition is a good thing, Alex. Don’t fear it.

Was ich eigentlich sagen wollte: Leseempfehlung! Bzw. Abonnierempfehlung (Techdirt-Feed)!

GoogleReader Shared Items: Gefiltert, nicht geschüttelt

Letzte Woche schrieb ich auf netzwertig.com eine Serie über neuartige Nachrichtenseiten (Teil 1, Teil 2). In Teil 2 habe ich über Shared Items via GoogleReader geschrieben und unter Anderem das hier bereits des öfteren behandelte Readburner und das ähnliche, aber mittlerweile spannendere RSSmeme vorgestellt.

Besonders RSSmeme ist zu einem wichtigen Werkzeug bei meiner Informationsbeschaffung und -bewältigung geworden. Die Möglichkeiten, aus der Vielzahl von Shared Items einen aggregierten Feed zu basteln mit den Keywords, an denen man Interesse hat und der jeweiligen Noise-Schwelle die man bereit ist, in Kauf zu nehmen (also wie oft ein Artikel mindestens gesharet sein muss, bis er im Feed auftaucht), sind sehr praktisch.

Eine Zeitlang gab es auch die Möglichkeit, einfach seinen friendfeed-Namen einzugeben und den friendfeed-Rssmeme-Feed zu abonnieren. In diesem Feed waren automatisch alle Shared Items von Leuten, denen man auf friendfeed folgt und die dort ihre Shared Items aggregieren (schon Kopfschmerzen?).

Der Vorteil: Von jeden, dem man auf friendfeed neu folgt, hatte man in diesem Feed automatisch die geshareten Artikel gleich mit. Leider funktioniert der Feed nicht mehr und auf RSSmeme fehlt mittlerweile auch die Option dazu. Ich vermute, dass die Serverbelastung für dieses Feature zu hoch wurde. RSSmeme ging letztens dem Macher nach von den Zugriffen her durch die Decke.

Wie dem auch sei. Auch einzelne Shared-Items-Feeds werden für mich immer wichtiger, weil die großen Blogs wie Techcrunch mittlerweile eine enorm hohe Frequenz an täglich veröffentlichten Artikeln aufweisen. Was die ganze Sache mit der Signal-Noise-Ratio nicht gerade verbessert.

Zusätzlich zu den Blogs selbst haben sich bei mir deswegen die Shared Items diverser Web-Knallschoten als sehr nützlich erwiesen. Für Leute, die nicht aus professionellen Gründen in dem Bereich auf dem Laufenden bleiben müssen und das ‘nur’ aus reinem Interesse verfolgen, könnte es sogar sinnvoll sein auf das direkte Abonnieren und Lesen von Techblogs ganz zu verzichten (außer auf netzwertig.com natürlich) und nur noch die einschlägigen Shared Items zu konsultieren.

Übrigens: friendfeed ist eine wahre Fundgrube für Shared Items.

2 lesenswerte Shared-Items-Feeds:

Und hier meine Shared Items .

Meedia startet mit Fehler-Reigen

Der neue Online-Mediendienst Meedia ist soeben gestartet. Ich habe mir mal die Internetkurznachrichten auf Meedia angeschaut und staunte nicht schlecht. Da findet man eine kurze Meldung zur Übernahme von ContentNext durch den Guardian (leider keine(!) Permalinks zu Meldungen), der so kurz wie voller Fehler ist:

Die britische Guardian Media Group kauft das Blog-Netzwerk PaidContent für 30 Mio. US-Dollar. PaidContent betreibt diverse Weblogs, die sich mit der Vermarktung von Inhalten auseinandersetzen, das bekannteste ist PaidContent.org. Erst kürzlich wurde das Techblog Engadget vom US-Magazin “Wired” aufgekauft.

Fehler:

  1. Das Unternehmen hinter PaidContent.org heißt ContentNext nicht PaidContent
  2. Nicht Engadget wurde vor kurzem übernommen, sondern Ars Technica
  3. Ars Technica wurde auch nicht von Wired übernommen, sondern von Conde Nast, zu dem auch das Magazin Wired gehört

Bonusanmerkung: Die 30Mio. $ werden von Kara Swisher vermutet und wurden nicht offiziell bestätigt.

Übrigens: Kollege Steglich hat auf medienlese über die Übernahme am Freitag ebenfalls geschrieben. Der Text ist um Vielfaches länger als die meedia-Meldung. Und trotzdem ohne Fehler. Remarkable.

[Hier bitte Anmerkung zu Blogs und Qualitätsjournalismus einfügen]

Update:

Man liest Blogs bei meedia oder man hat sich zumindest die Reaktionen zum Start angeschaut. Alle Fehler wurden klammheimlich korrigiert:

Die britische Guardian Media Group kauft die Blog-Firma ContentNext für geschätzte 30 Mio. US-Dollar. ContentNext betreibt diverse Weblogs, die sich mit der Vermarktung von Inhalten auseinandersetzen, das bekannteste ist PaidContent.org. Erst kürzlich wurde das Techblog ars technica vom US-Verlag Condé Nast aufgekauft.

Gern geschehen. Hätte mich auch über eine Reaktion von meedia in den Kommentaren hier gefreut. :)

Ist die Nachricht wichtig, wird sie mich finden.

“If the news is that important, it will find me.” so laut New York Times ein College-Student in einer Studie über den Medienkonsum junger Leute.

Das trifft die aktuellen Veränderungen des Weges der Nachrichten vom Sender zum Empfänger ziemlich gut.

Ist auch im Grunde nix Neues. Aber in seinen Implikationen gar nicht zu unterschätzen. Man muss sich wirklich mal ein paar Minuten (oder mehr) Zeit nehmen und darüber nachdenken.

Andreas Göldi hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht und das gut zusammengefasst .

Im Prinzip sagt dieser Satz aus, dass Nachrichten immer mehr vom Pull- zum sozialen Push-Medium werden. Wir gehen als Medienkonsumenten nicht mehr rituell in regelmässigen Abständen zur Newsquelle — so, wie man früher morgens die Zeitung gelesen oder brav zu einer festgelegten Zeit die Tageschau geguckt hat –, sondern wir warten ab, welche Nachrichten sich als relevant genug herausstellen, dass sie uns von anderen empfohlen werden.

Immer weniger bestimmen professionelle Medienschaffende, welche News wir als wichtig empfinden. News werden sozial. Empfehlungen anderer Leute — Freunde, Arbeitskollegen, Geschäftspartner, Gleichgesinnte — werden wichtiger als das, was Redaktionen als berichtenswert empfinden.

Es ist quasi eine schleichende Entmachtung der großen Redaktionen. Denn deren Zusammenstellung, Gewichtung und Anordnung an Nachrichten wird immer unwichtiger.

Es ist der Weg weg von Hierarchien und hin zu offenen, teilweise völlig neuen Ansätzen, die so typisch für das Netz sind.

Aggregatoren wie Techmeme oder Rivva erzeugen die Gewichtung, die Relevanzeinstufung über offene, marktähnliche Strukturen (man könnte es auch mit der Evolution vergleichen: “Survival of the most important” sozusagen).

Und der eigene Freundeskreis agiert zusätzlich als Bündel menschlicher Filter.

Auch Websites, die primär eine soziale Funktion erfüllen — Facebook oder Twitter beispielsweise — werden immer mehr als Kanal genutzt, mit dem man andere Leute auf interessante Meldungen aufmerksam machen kann.

 

Wie ich bereits am Ende meines Artikels über APIs, Märkte und Hierarchien nebenbei anmerkte:

Nicht der (anpassungsfähige) Journalist wird mit dem Netz somit in großen Teilen überflüssig, sondern der Redakteur…

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