Archive for the 'Netzmedien' Category

Rivvanews und Interviews mit Frank Westphal

rivva-logoEin Interview mit Rivva-Schöpfer Frank Westphal findet man auf förderland. Schon ein paar Tage älter aber mit sehr viel mehr Hintergrundinfos ebenfalls: in Audio bei den Vier Supernasen , wie immer in grausamer Audioqualität aber unterhaltsam.

Rivva, treue neunetzcom-Leser wissen das, mag ich sehr. Die Seite, die ähnlich wie GoogleNews, die Onlineneuigkeiten zusammenfasst, nur eben auf Blogs bezogen, gehört zu den ersten Seiten, die ich täglich ansurfe. Die Entwicklung an Rivva geht stetig voran, wie Frank im Rivva-Blog beschreibt.

Neues im Rivva

Besonders toll unter den Neuerungen finde ich die Timeline in der Artikelansicht, die anzeigt wer wann etwas zu einem Thema geschrieben hat:

rivva-mit timeline

 

Auch andere Kleinigkeiten bei Rivva (die es schon länger gibt) sagen sehr zu: so sieht man rechterhand in der Artikelansicht beispielsweise weitere verlinkte Artikel des jeweiligen Blogs hier am Beispiel von Neunetz.com:

rivva-mehrvonnn

 

Beyond Techmeme

Damit und mit weiteren Neuerungen geht Frank mit Rivva mittlerweile weiter als sein großes Vorbild, die US-Seite Techmeme. (Einwurf: Rivva ist eigentlich im Grunde von der Themenauswahl mehr wie der Techmeme-Vorgänger Memeorandum, bevor die gesamte dort stattgefundene Blogaggregation aufgeteilt wurde. Heute findet man Techblogs auf Techmeme und Politblogs und deren Diskussion auf Memeorandum. Früher waren die wichtigsten Diskussionen der gesamten US-Blogosphäre auf letzterem zu finden.)

Mit einer URL-Suchfunktion und weiteren noch im Anflug befindlichen nützlichen Funktionen wird Rivva bald zur bevorzugten Einstiegsseite nicht nur für die tägliche Newsinfusion und das Verfolgen der Verlinkungsentwicklung von Nachrichten für Blog- und Newsjunkies, sondern auch für Bloganfänger auf ihrer ersten Entdeckungsreise durchs Dickicht (was hätte ich mir eine solche Seite damals gewünscht, als ich anfing wie ein kleines Baby durch den deutschen Blogdschungel zu tappen).

Wenn er so weiter macht, wird Frank Westphal bald in deutschen Geekkreisen so verehrt wie Techmeme-Erfinder Gabe Riviera in den USA.

[tags]Rivva[/tags]

New York Times sagt Adieu zu paid content

..und geht damit den konsequenten, einzig möglichen Weg.

TimesSelect, das PaidContent-Angebot der New York Times wird geöffnet:

After much internal debate, Times executives - including publisher Arthur Sulzberger Jr. - made the decision to end the subscription-only TimesSelect service but have yet to make an official announcement, according to a source briefed on the matter.

Scott Karp von publishing2.com analysiert das recht treffend:

The ability to charge for content in non-digital media like newspapers, magazines, and cable TV was based on a limited supply of content and monopoly control of distribution. The web and digital media have generated an overabundance of content — not just a spike in high-quality content but, more disruptively, and even larger spike in “pretty good” or “good enough” content. The web has of course utterly destroyed destroyed distribution monopolies. Anyone can create and distribute content on a meaningful scale.[..]

As smart, talented, and insightful as the New York Times columnists behind the paid wall are, the are too many other smart, talented, insightful commentators publishing their thoughts on the web for free.

(Hervorhebungen von mir)

Neben dem Fehlen des persönlichen Mehrnutzens für den einzelnen Konsumenten, der den Preis für ihn rechtfertigen würde, wie Karp ausführte, kommt noch eine weitere Komponente dazu, die gegen Nichtzahler ausschließenden Paid Content im Netz arbeitet:

Die fehlende Sichtbarkeit des Bezahl-Inhaltes. Sowohl in den Suchmaschinen (hat Karp auch erwähnt) als auch auf Aggregatoren, wie Techmeme oder Rivva beispielsweise, muss dieser walled content zwangsläufig fehlen. Was aber lediglich ein Indiz dafür ist, dass er außerhalb der Diskussion, und damit der Aufmerksamkeitsströme, im Netz läuft.

Mit der Zunahme an partizipativen Medien geht der Erfolg von Bezahlcontent somit zwangsläufig zurück. Denn Erstere entziehen Zweiterem Aufmerksamkeit und damit die Existenzgrundlage, muss ihre stetig zunehmende netzumspannende Diskussion doch ohne ihn stattfinden.

 

(via hackr)

Warum Nanopublikationen letztenendes vertrauenswürdiger sind als Print

Bekanntlich fand eben der G8-gipfel statt. Bekanntlich auch ist viel dabei nicht rausgekommen, ausser der lächerlichsten Zahl des Monats -2050-. Und einer mit großen Schritten fortschreitenden Selbstdemontage der Massenmedien.

eine dpa-Ente auf Reisen

Neben anderen Verfehlungen der Massenmedien während der G8-Sause war es besonders eine dpa-Meldung mit einer falschen Übersetzung, die zunächst auf SpOn und dann in nicht wenigen Zeitungen im deutschsprachigen Raum die Runde machte.

Kurz nochmal, damit wir die ganzen Umstände hier erfasst haben: Hier übernahmen Zeitungen blind eine dpa-Meldung obwohl sich Heiligendamm nicht auf einem anderen, korrespondentenlosen Kontinent befindet, obwohl es eine TV-Liveübertragung zu den Vorgängen in der Meldung gab, und obwohl 2500 Journalisten im eigens eingerichteten Pressezentrum zugegen waren, von denen einige sicher auch von deutschen Zeitungen waren (die aber alle wahrscheinlich anderweitig beschäftigt waren).

Stefan Niggemeier stellt nach einigen Tagen fest und fragte :

Drei Tage hat die Nachrichtenagentur dpa gebraucht, ihre Falschmeldung zu korrigieren, dass ein Redner auf der Anti-G8-Kundgebung in Rostock am 2. Juni die Gewalttäter mit dem Satz angestachelt habe, man müsse den „Krieg in diese Demonstration” bringen. Aber nach drei Tagen hat sie sich umfassend korrigiert und entschuldigt.

Und die Medien, die diese Falschmeldung weitertrugen, obwohl sie es besser hätten wissen können, und teilweise mit eigenen Details noch ausschmückten?

Was er dann aufzählt, ist erschreckend und lässt einen an der Qualität einiger hiesiger Printmedien zweifeln.

Kritikresistenz der etablierten Massenmedien

Es war ein frappierend leicht zu offenbarender Fehler, der ebenso leicht im Print Verbreitung und im Netz Aufdeckung erfuhr. Ebenso zäh und widerspenstig erschien seine Berichtigung in den Massenmedien. Man kann sich nicht helfen, aber hier eine Zweifrontenteilung sehen: Auf der einen Seite die Blogger, die aufdecken und hinterfragen und auf der anderen Seite die Journalisten, bei denen man sich fragt, wofür sie bezahlt werden.

Jeder durchschnittliche Blogleser schien tagelang besser informiert als mancher Journalist, oder gar DPA-Mitarbeiter. Dass sich da nach einer Weile Häme zum Kopfschütteln gesellt, dürfte nicht verwunderlich sein.

Es geht hier aber nicht um eine absurde “Blogger gegen Journalisten”-Debatte, auch wenn man das annehmen könnte. Was sich hier im Netz formiert (und in den USA bereits wesentlich besser dasteht) ist eine neue, relativ unabhängige Avantgarde von ‘Informierten’. Menschen, die bestmöglich informiert sein wollen, und dafür die effizientesten Mittel wahrnehmen und mittels RSS und Social Media allgemein eine Eindringtiefe (ha!) in den von ihnen gewählten Themen erreichen, die vorher nur den als Gatekeepern agierenden Journalisten und wenigen Spezialisten vorbehalten war.

Das hat zwei Konsequenzen: Erstens pendelt sich diese Gegenöffentlichkeit auf einem höheren Informationsniveau ein, das auf einem historischen Maximum liegt. Zweitens werden gerade, oft arrogante, Gatekeeper und mit ihnen die von ihnen etablierten Marken (Publikationen) demontiert. Das Bloßstellen von Fehlern, die entweder niemandem aufgefallen wären, oder deren Aufdeckung sich nicht oder kaum verbreitet hätte, benötigt heute nur eins: Einen Blogeintrag. Das Ansehen derer, die informieren sollen (und mal wollten), ist längst so beschädigt, dass da bei den eben heranwachsenden Generationen das Grundvertrauen in die etablierten Marken unwiederbringlich verloren ist -und damit vielleicht das Hauptkapital, das an diesen Stellen aufgebaut wurde, stückweise wegbröckelt. Abgesehen davon sind die alten Informationswege schon lange nicht mehr konkurrenzfähig, geschweige denn die effizientesten.

Das Netz is here to stay

Denn wer einmal Email und IM verwendet hat, nutzt zur Kommunikation nicht mehr Briefe (es sei denn aus Nostalgie oder aus einer temporären Faszination der Beschränkungen heraus). Wer einmal Skype und Co. verwendet hat, entscheidet sich, wenn er wählen kann, statt für das Festnetztelefon für Erstgenanntere. Wer Wikipedia kennt und weiß wie man Google verwendet, der kauft sich keinen Brockhaus mehr. Und wer aus unzähligen Blogs und Co. sich einmal seine eigene persönliche Zeitung zusammengestellt hat, in der jeder der Veröffentlichenden den anderen auf die Finger schaut, der kehrt nicht mehr zu einem für den kleinsten Nenner zusammengeschnürten Gesamtpaket zurück, auch wenn er dieses bequem auf Papier bekommen kann. Und eben auch und gerade weil er mittlerweile besser als früher weiß, was genau ihm von den Redaktionen viel zu oft zugemutet wird.

Die Moral der Geschicht ist letztlich eine recht einfache:

Ich glaube nicht sofort alles, was in Blogs geschrieben wird. Dort wird genauso viel, wenn nicht mehr, Blödsinn veröffentlicht wie in etablierten Zeitungen. Bei Blogs kann ich aber davon ausgehen, dass ein Beitrag den Fakten entspricht, wenn er ein oder mehrere Tage im Netz steht ohne von einer anderen Seite (in den Kommentaren, per Trackbacks, auf anderen Seiten der gleichen Nische, oder gar freiwillig vom Autor usw.) beanstandet und gegebenenfalls korrigiert worden ist. Es ist das große Ganze -ja, die ‘Sphäre’- die letztenendes eine Art zugesicherte Kontrollinstanz schafft. Diese ist ziemlich schwammig und nicht zu fassen. Deswegen glauben Journalisten, die nur über aber nicht in Blogs lesen, nicht daran. Aber Jeder, der sich hier draußen bewegt, weiß, dass sie da ist.

Bei Zeitungen kann ich auf eine solche Korrekturfunktion nicht mehr vertrauen.

 

Und wenn ich so etwas wie diesen Text hier zu sagen habe, dann schreibe ich keinen Leserbrief mehr, der, womöglich mit einem Schulterzucken, im Papierkorb landet, sondern veröffentliche es für alle Welt zum Lesen im Netz. Welcome to the 21st century, bitch.

Adical hat in der aktuellen Form zumindest ein mittelgroßes Problem

Adical, das neue Werbeunternehmen für deutsche Blogs -wir berichteten- startete heute mit seiner ersten Kampagne.

Unabhängig jetzt mal von der Wahl des ersten werbenden Unternehmens (”Ohne Cisco wäre China nicht in der Lage, das Internet so zu kontrollieren, wie es heute geschieht.“), denn darüber wird man die nächsten Tage noch genug lesen, möchte ich hier auf andere Aspekte hinweisen:

Zunächst ist die Form der Banner eher suboptimal. Ich nutze unter Anderem mit noscript das zur Zeit drittbeliebteste Addon für Firefox. Noscript erlaubt es, Java und Javascript nur auf Seiten ausführen zu lassen, die man explizit dafür freigegeben hat. Und damit sorgt noscript zunächst mal dafür, dass ich die Adical-Werbung nicht sehe, selbst wenn ich das wöllte. Wenn ich jetzt Adical so sehr mag, dass ich deren Werbung sehen will, muss ich Folgendes machen: Adical.de explizit erlauben, Java und Javascript ausführen zu dürfen. Somit sehe ich schon mal die Werbeleiste. Um jetzt auch noch die Werbung selbst sehen zu können, muss ich auch noch adition.com erlauben. Die werbende Seite muss übrigens auch die Erlaubnis haben. Macht summa summarum im Schlimmstfall 3 Seiten die erst mit einem Klick bestätigt werden müssen, bevor man die Werbung zu Gesicht bekommt. Würde jeder online Werbung so schalten wie Adical, man bräuchte Adblock nicht mehr.
Übrigens: Noscript ist nicht per se ein Werbeblocker, sondern in erste Linie erst einmal ein für mehr Sicherheit sorgendes Addon für Firefox. Das ich Jedem wärmstens ans Herz legen möchte.

Hätte Rene auf Nerdcore den Adicalstart nicht explizit in einem Eintrag thematisiert, es wäre mir nicht aufgefallen. Wie auch, wenn man nichts sieht. (auch Andere thematisieren den Start auf ihren Blogs, Blitzableiter-Artikel, sehr schön)

Und dass das erste Lebenszeichen von Adical gleich mit bewegten Bannern um die Ecke kommt, stößt mir übrigens sehr sauer auf.

Fazit

Halten wir fest:

  • schlecht für den Werbenden: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Firefoxnutzer Adical-Werbung nicht sieht selbst wenn er nichts gegen Werbung hat und nur an Sicherheit interessiert ist.
  • schlecht für den Blogger (vielleicht): Wenn der Leser sie sieht, dann sieht er Werbung von einem Unternehmen, das zumindest diskussionswürdig ist (auch wenn ich jetzt schon mit dem Augenrollen anfangen könnte wenn ich nur daran denke wie absurd teilweise die Ausführungen diesbezüglich an den üblichen Stellen wieder sein werden). Gab es eigentlich Blogger, die Cisco abgelehnt haben? Das wird der Punkt sein auf dem die nächsten Tage am meisten rumgehackt wird. Mir fehlt aber aktuell mangels Recherche das Wissen, Cisco und China genügend einzuordnen um die Tragweite zu beurteilen (und nein, ein Spon-Artikel allein reicht mir da nicht).
  • schlecht für den Leser: Und schlussendlich, und das stört mich gewaltig: bewegte Banner. Gleich zum Start. I’m not amused.

Ich stehe Adical auch jetzt noch prinzipiell positiv gegenüber, aber das war ein denkbar schlechter Start. Und wenn das so weitergeht ist der Vertrauensvorschuss aufgrund der Tatsache, dass man direkt aus dem Blogumfeld kommt, bald aufgebraucht.

 

UPDATE: Allen, die hier vor Hass auf adical geifernd reingetorkelt kommen, möchte ich zusätzlich auf diesen feinen Blogeintrag auf adical verweisen:

Wer Werbung in Medien grundsätzlich und immer und sowieso verdammt, kann das gerne tun, sollte aber nochmal nachdenken, vielleicht während eines Praktikums bei der Nordkoreanischen Staatszeitung.

Tags:[tag]Adical[/tag]

Yin und Yan der Techwelt - Techcrunch acquiriert FuckedCompany

UPDATE: Warghs.

PS: Apparently Mike’s post was an early April Fool’s joke which I fell for. Oh well. What I said still stands, ironically, whether or not Mike is joking. Have a nice day (no joke).

sagt Dave Winer . Da hab ich gar nicht dran gedacht. Schön angeschmiert wurde ich, und jetzt nehme ich mir vor, nicht mehr Samstags abends zu posten (Besonders nicht wenn es der 31.3. ist). Labt Euch am Beweis meiner kindlichen Naivität. Ich brauch nen Drink. Ich bin raus.
(Auf die Überschrift bin ich trotzdem bisschen stolz.)

 

Techcrunch, mit allein über 340.000 Feed-Abonnenten größtes Techblog weltweit, haben vor ungefähr 2 Stunden bekanntgegeben, dass sie FuckedCompany erworben haben. Während sich Techcrunch auf (vielversprechende) junge Startups spezialisiert hat, diese vorstellt und sozusagen die Erfolgsmeldungen verkündet, hat FuckedCompany bereits zu New Economy Zeiten die schlechten Nachrichten über ungünstige Unternehmensentwicklungen verbreitet. Das deutsche Pendant zu FuckedCompany war Dotcomtod.com (mehr zu dessen Geschichte hier), dessen Nachfolger heute BooCompany ist.

Michael Arrington, Gründer von Techcrunch, schreibt:

Since FC focuses on the negative news coming out of startups, and TechCrunch tends to focus on the positive, this combination may seem odd. But the sites are in fact extremely complimentary. For example, the audiences are about equal in size and have very little overlap. So from day one we will double our reach and traffic.

Hmmm. Überschneidungen bei der Leserschaft dürfte es schon geben. Nur wenige interessieren sich nur für Erfolgs- oder nur Misserfolgsmeldungen.

Und das Negative hätte auch auf TC gecovert werden können. Deadpool, anyone? Aber nun ja, FuckedCompany ist auf jeden Fall eine bekannte Marke.

Arrington sagt noch das über den aktuellen Stand in Techland:

The market moves in cycles, and its clear that we are at the tail end of the current boom (disregard recent statements I’ve made to the contrary). Thousands of startups launched in the last year and a half, and well over a billion dollars was invested in them. Even in good times, 90% of startups fail. But recent events make me believe that even a 10% success rate might be optimistic going forward.

Er nennt dann einige Gründe für seine Einstellung, die man hier nachlesen kann.

Ich muss ihm zustimmen, dass die Innovation im Web nachgelassen hat (was aber nach der Hochzeit der letzten 2 Jahre nicht verwundert, und neues Innovatives gibt es auch jetzt noch zur Genüge im Web). Dass es zu einem Crash wie seinerzeit kommt, sehe ich nicht (hat er ja auch nicht gesagt). Die meisten Startups sind sowieso nicht an der Börse. Und über geringere benötigte Investitionssummen heutzutage und deren Gründe wurde genug geschrieben (Open Source, virales Marketing aka Blogs, yaddayadda). Die Fallhöhe ist also nicht annähernd so hoch wie damals. (Was nicht heißt, dass es nicht auch heutzutage SuperGAUs gibt, ich sach nur studivz.)

 

 

(Und wie bin ich auf den Eintrag so zeitig aufmerksam geworden? Ich hatte noch Twitteroo offen, und hab die Nachricht von Techcrunch auf twitter gesehen als ich es schliessen wollte. Denn eigentlich lese ich Samstag Abends keine Blogs mehr..unnützes Twitter)

Tailrank startet mit Spinn3r anzapfbaren Weblogspider

Tailrank, ein Memetracker ähnlich dem grandiosen Techmeme, wird laut Techcrunch heute Nacht einen neuen Dienst namens Spinn3r starten. Mit Spinn3r steht neben einem albernen Namen auch etwas sehr Interessantes zur Verfügung: Tailrank öffnet hiermit sein Backend und man kann gegen Bezahlung per API auf deren Weblogindex zugreifen und sich damit z.B. sein eigenen Memetracker bauen.

Need to Index the Blogosphere?

Why write your own spider when you can just use ours?

In order to build Tailrank, we needed to create a spam resistant and high performance spider to index the blogosphere. This involved spam prevention, language categorization, complex trust ranking, realtime Pingomatic support, etc. Needless to say, building a high quality spider is a difficult task.
How does it work?

Simple. You focus on building your application and we just give you access to our weblog index. Developers within your company just need to call our API every few minutes.

Den interessanten Punkt habe ich hervorgehoben. Angenommen die Technik von Tailrank ist gut genug, könnte man damit auf einfachste Weise auf einen Index deutscher Blogs zugreifen, welcher permanent aktualisiert und um Spamblogs bereinigt ist(!).

Das dürfte interessant für Rivva, den ersten Versuch eines deutschen Memetrackers werden (ich hatte hier darüber berichtet). Ich sehe da mehrere Möglichkeiten für die Zukunft: Zum Einen könnte Rivva schneller reifen, wenn Frank Westphal, der Macher hinter Rivva, auf diesen Dienst zugreift. Gleichzeitig könnte aber damit auch rasch mehr Konkurrenz für Rivva auftauchen, als zunächst erwartet.

Wie auch immer, für uns als User auf jeden Fall erfreulich.

Tags:[tag]Tailrank, Techmeme, Spinn3r, Rivva[/tag]

Adical-Werbeformen bekannt geworden

Im Handelsblatt gibt es einen Artikel zu Adical, dem neuen Werbenetzwerk von Spreeblick und Herrn Lobo. Darin ist zum ersten Mal ein wenig detaillierter etwas zu den neuen Werbeformen zu erfahren, die man bei Adical ausprobieren will. Werbebanner scheinen dort künftig ein Eigenleben zu entwickeln (Eh, the banners were created by Man. They evolved. They rebelled. There are many copies. And they have a plan. Gah!). Am interessantesten (neben der Preispolitik und kommentierbaren(!) Bannern) finde ich Folgendes:

Und: Unternehmen, die selbst Blogs betreiben, können die jeweils jüngsten Schlagzeilen von Artikeln per RSS-Feed an die Blogs des Adical-Netzes schicken in der Hoffnung, dass die Leser dann auch das Unternehmens-Blog lesen.

Vom Werbenden selbst aktualisierte Werbung, finde ich sehr gut. Die ursprüngliche Idee stammt, wenn ich mich recht entsinne, vom guten, alten Gabe Rivera, dem Macher hinter dem aktuell besten Memetracker Techmeme (und Co.), der das dort zum ersten Mal angewendet hat.

Der ganze Artikel hier. Bestimmt interessant für den einen oder anderen Blogger.

(via dem Artikelautor himself)

Tag:[tag]Adical[/tag]

Spreeblick und Lobo starten mit adical eine Werbeplattform für deutsche Blogs (und andere deutsche Webseiten)

Auf Spreeblick kann man lesen:

Gemeinsam mit Sascha Lobo startet Spreeblick mit dem heutigen Tag adical, eine Plattform für Werbung auf Blogs, organisiert von Bloggern.

Q: Kann ich auch mitmachen?

A: Zunächst ist adical kein „offenes“ Netzwerk, an dem jeder teilnehmen kann, vielleicht wird es aber eines. Ein Schritt nach dem anderen. Die ersten beteiligten Blogs haben wir selbst angesprochen und werden das auch weiter tun.

[..]

Q: Wie werden die Einnahmen verteilt?

A: Der größte Teil geht an das jeweilige Blog, ein weiterer Teil bleibt bei adical und ein kleiner Teil fließt in eine gesonderte Kasse, aus der zunächst die beteiligten, in einzelnen Fällen aber auch nicht beteiligte Blogs angefallene Abmahnkosten finanzieren können.

Auf der Adical-Seite gibt es mehr Infos:

Denn die Blogs, die durch adical vertreten werden, sind Blogs, die nicht in erster Linie als Geschäft, sondern aus Leidenschaft betrieben werden - das wissen die Blogleser zu schätzen. Diese Gewissheit macht aus jeder Anzeige geradezu eine persönliche Empfehlung – im Gegenzug bedeutet es, dass adical nicht jeden Kunden annehmen kann und will.

Bei den Formaten ist es noch etwas breiig:

Bei der Wahl des richtigen Werbeformats für Ihre Kampagne stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite, gerade, weil in Blogs etwas andere Spielregeln gelten als bei anderen Medienangeboten. adical bietet längst nicht alle, aber einige der bekannten Werbeformate wie Textanzeigen und Banner, doch wir haben noch viel bessere Ideen. Warten Sie’s ab.

Banner und die bei den US-Blogs so beliebten 125×125px großen Werbeflächen dürften sicherlich zu den Hauptprodukten werden.

Alles in allem bin ich gespannt, wie sich das entwickeln wird. Die Infos, die es bis jetzt gibt, klingen gut und mit Sascha Lobo hat man einen Werbeexperten und BLogbegeisterten dabei. Andererseits ist so manches vielversprechende Spreeblickprojekt in der Vergangenheit eigenartigerweise auch schon versandet. Man wird sehen. Sollte es sich etablieren, könnte das hier mit diesen Leuten dahinter aber eine sehr wichtige Säule der deutschen Blogosphäre werden.

Und, ach ja: Der Name ist ja wohl mal grandios.

adical

Tags:[tag]adical[/tag]

Das Problem mit einigen deutschen Blogs

Da gibt es deutsche Blogs, die so tun als ob sie über etwas als Erste berichten würden. Was natürlich nicht der Fall ist. Unschön, dass soche Blogs auch noch verlinkt werden.

Unschön ebenfalls, dass solche Blogs auch noch Screenshots klauen (siehe unten). Jetzt kann man sagen, beides -Screenshot’ausleihe’ und Abgeschreibe- halb so wild. Stimmt. Blogs bedienen sich bei anderen Blogs, das ist gang und gäbe. Und Screenshots sind keine wirklich herausragende Leistung, die besonders schützenswert wäre.
Was mir aber stark missfällt, und was ich in letzter Zeit häufiger beobachte, ist die Tatsache, dass manche Blogautoren glauben, sie müssten den Leuten, bei Denen sie sich bedienen, keine Credits geben. Man bedient sich einfach, gibt es als eigene Leistung aus und hofft, dass es niemand merkt. Via-Link anyone?

Leute, so geht das nicht. Man kann nicht von Anderen abschreiben (oder in diesem Fall hier ein paar Details übersetzen und ein wenig umformulieren). Und dann auch noch deren Screenshots klauen. Und dann so tun, als wäre das alles auf dem eigenen Mist gewachsen.

 

Techcrunch Screenshot von Ning:

Deutsche Copycat:

Tags:[tag]cio-weblog[/tag]

Mashable.com- Statistikfälscher?

Mashable.com, ein Blog das auch hier regelmäßig gelesen wird, ist zur Zeit in einen, naja noch kleinen, Skandal verwickelt.

Seit geraumer Zeit wurde auf der mashableseite via einem Feedburner “FeedCountChicklet” eine Abonnentenzahl angegeben die um die 500.000 Abonnenten anzeigte (Das “FeedCountChicklet” ist ein Button der zum über Feedburner bereitgestellten Feed führt und automatisch die aktuelle Abonnentenzahl laut Feedburner angibt). Diese Zahl liegt nicht nur um ein Vielfaches über dem zur Zeit einflussreichsten TechBlog Techcrunch (aktuell 146.000 RSS-Abonnenten), das zumindest zum Teil ähnliche Themen hat. Bei einer so hohen Besucherzahl hätten auch die damit einhergehenden Links (Blogleser sind auch Blogschreiber, meist) auch dazu führen müssen, dass Mashable mindestens in die Top Ten bei den Top Blogs nach Technorati einzieht.

Mashable ist aber nicht einmal in den Top Hundert zu finden.

Vor geraumer Zeit berichtete BoingBoing über Fluktuationen ihrer RSS-Abonnenten-Zahlen. Man vermutete einen Pageflakesbug:

Pageflakes had an annoying bug that would replicate the Boing Boing RSS “flake” many times over between visits, if the duplicates were deleted, they would reappear at the next visit.

Pageflakes ist eine flexibel einstellbare Startseite, ähnlich Netvibes.

Nik Cubrilovic bringt nun Beides in Verbindung und berichtet, dass nachdem Feedburner eine Aufräumaktion in Richtung Bot hinter sich hatte, das Chicklet auf Mashable 27,166 RSS-Abonennten wiedergab. Man lasse sich den Unterschied in den Zahlen kurz auf der Zunge zergehen. Kein Wunder, dass Mashable diese Reportfunktion von Feedburner mittlerweile abgestellt hat.
Cubrilovic kommt zu folgendem Schluss:

I can only think of two ways to explain this - Mashable was the victim of subscription bots as BoingBoing was, but instead of reporting it decided to embrace the new 475,000 readers, not realizing that such a spike is completely unreasonable and if real, would have had a corresponding spike in pageviews. Second explanation would be that Mashable fudged his numbers.

Pete von Mashable verteidigt sich in einem Kommentar auf Niks Seite mit dem Argument, dass sein Feed als Default bei Pageflakes eingesetzt wurde und damit die hohen Zahlen möglicherweise zustande gekommen seien. Angesichts der Tatsache, dass Feedburner seine Zahlen regelmäßig neu berechnet und die Zahlen in dem Chicklet in der Regel die Zugriffszahlen des Vortages wiedergeben, würde das in diesem Fall bedeuten, dass um die 450.000 Pageflakeuser täglich den Mashablefeed gelesen haben müssen bzw. ein Bot ihn aufgerufen hat.

Selbst wenn Mashable nichts mit dem Verfälschen der Zahlen zu tun hatte, hätte es den Seitenbetreibern klar sein müssen, dass diese Zahlen nicht einmal ansatzweise korrekt sein konnten. Aber höhere Zugriffszahlen bringen höhere Preise für Werbung mit sich. Da schaut man eben nicht so korrekt hin. Und das ist noch eine positive Betrachtungsweise des Vorgangs.

Äußerst dubios.

In der Zwischenzeit steht der Text, der von Hunderttausenden von Mashable-Lesern spricht, immer noch online:

Wie gesagt, äußerst dubios das Ganze.

(via Crunchnotes)

Tags:[tag]mashable, Feedburner, Pageflakes[/tag]

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