Archive for the 'social' Category

Social Networking Wars

Friendfeed-Tools sprießen aus dem Boden

Nochmal zu Friendfeed, weil die aktuelle Dynamik gerade sehr interessant ist:

Wenn der Buzz einmal da ist, und man es schafft, erfolgreich auf dessen Welle zu reiten, dann hat man ganz schnell eine umtriebige Community, die selbst zusätzlich für enorme Nutzensteigerungen sorgen kann. Und schon hat man fast einen Selbstläufer.

So gibt es mittlerweile einige nützliche Greasemonkey-Skripte, mit denen man die Seite an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann:

Pagerization ist ein großartiges Skript, dass die nachfolgenden Seiten am Ende der jeweiligen Seite lädt, so dass man einfach weiter scrollen kann. Das funktioniert übrigens nicht nur bei Friendfeed (mit dem FF Pagerization Fixer), sondern beispielsweise auch auf der Twitter-Homepage und dem Tumblr-Dashboard.

Ein Greasemonkeyskript zum Filtern der Friendfeed-Seite nach Diensten hatte ich ja bereits hier erwähnt.

Die Einträge pro Seite kann man auch auf 50 oder 100 erhöhen. Und zu jedem Eintrag einen Reshare-Link hinzufügen. Oder Links zu bereits aufgesuchten Seiten entfernen. Diese und mehr Greasemonkey-Skripte auf internetducttape.

Eine Friendfeed-Statistiken-Seite gibt es auch schon. Und wer will, kann Techmeme in einem Friendfeed-Tabladen.

Und eine Adobe-AIR-Desktopapplikation für Friendfeed ist auch schon in Planung (siehe zum Thema AIR mein Artikel für Blogs zum Thema AIR, und meine Bedenken).

Die Geschwindigkeit, mit der sich um Friendfeed ein Ökosystem bildet, ist nach wie vor beeindruckend.

Nur sollte man sich da aber als Gründer auch keine Illusionen machen. So etwas passiert vielleicht ein- oder maximal zweimal pro Jahr. (Andererseits kann das allgemeine Niveau solcher Entwicklungen mit der generellen Etablierung des Social Webs selbst weiter zunehmen. Sprich: Ohne eine etablierte Onlineöffentlichkeit mit Blogs, Techmeme etc. hätte Friendfeed diese Geschwindigkeit nicht hinlegen können. Was vielleicht grundsätzlich ein einfacheres Erreichen des Tipping Points innerhalb der eigenen Nische bedeuten kann. Kann wohlgemerkt.)

UPDATE: Eben noch dieses Blog, das sich ausschließlich mit Friendfeed befasst, entdeckt. qed

Friendfeed launcht API - und wird diesjähriger Überflieger?

Das Team hinter dem Lifestreaming-Tool friendfeed nutzt das aktuelle Momentum, hat Nebensächlichkeiten wie Schlaf verschoben und feuert neue Features en gros ab.

Gestern startete man eine eigene API (FAQ). Was friendfeed nochmal stark verbessern wird. APIs sind, wie wir hier bereits diskutiert hatten, der beste Weg, um das gesamte Potential einer Webapplikation auszuschöpfen. Voraussetzung: wenn sie auf eine bereits starke Applikation aufgesetzt werden, denn nur das zieht auch Entwickler an.

Und friendfeed hat das Potential, dieses Jahr durch die Decke zu gehen. Wie leicht sich die so schon gute Nutzbarkeit der Seite steigern lässt, zeigt bereits ein kleines Greasemonkeyscript, das es erlaubt, die Seite nach Diensten sortiert anzeigen zu lassen. So kann man an einer Leiste am oberen Rand auswählen, zum Beispiel nur SharedItems via GReader anzeigen zu lassen, oder nur del.icio.us-Links etc.

Oder diese ebenfalls noch vor dem Erscheinen der API erstellte Seite mit den Friendfeed Top 100 Most Linked-to Pages. All das wird mit einer API für Dritte viel leichter umsetzbar.

Generell Aggregatoren: Mit der nun verfügbaren API werden friendfeed-Aggregatoren in nächster Zeit geradezu aus dem Boden schiessen. Da die Aggregation unabhängig vom Gruppendenken stattfinden wird (es gibt keine digg- und kommentierbaren Frontpagethreads mit direkter Echochambereigenschaft sondern eine im Hintergrund stattfindende Addierung und Gewichtung), wird das besonders interessant werden.

Friendfeed fügt eine weitere Schicht zu bestehenden Webapplikationen hinzu und macht diese Schicht nun wieder auswertbar und in Relation setzbar. Sehr, sehr interessant.

Eine Erwähnung wert ist auch die Tatsache, dass das User Authentication Protocol oAuth für die API bald Unterstützung finden wird. Lobenswert.

Das ist alles eine erstaunliche Leistung. Denn man darf nicht vergessen, dass das Prinzip des Lifestreamings bereits seit 2005 durch das Web geistert. Die erste Seite damals war Suprglu. Eine Seite, die heute niemand mit Stauballergie ansurfen sollte. If you know what I mean.

friendfeed ist also weit davon entfernt firstmover zu sein, oder auch etwa die meisten Dienste zu unterstützen (das macht profilactic).

Aber friendfeed hat die beste User Experience und baut genau die Features ein, die es sticky machen. Rückübertragung von Kommentaren zu Twittereinträgen auf friendfeed zu Twitter zB. Und jetzt eine API, die auch offene Standards wie oAuth unterstützen wird und friendfeeds Position weiter stärken wird.

Das Team hinter friendfeed macht aktuell alles richtig. Jeder Gründer, sollte das genau beobachten und analysieren und lernen. Das ist künftiges Textbook. Besser wird es nicht.

Hörenswert in diesem Zusammenhang auch dieser Podcast mit friendfeed-Mitgründer Bret Taylor. Achtet auf die Aussagen zum scheinbar unwichtigen Detail, ob man die Kommentare threaded macht oder nicht. It’s in the details, stupid.

Ich glaube mittlerweile, dass die Chancen gut stehen, dass eines meiner drei Wörter für den Rückblick 2008 friendfeed sein wird.

Internet-Mememadness:
Heute: Colorwars

colorwarsNach den Lolcats und Percanat etc. bricht ein neues Meme über Internetland (oder zumindest den Twitterteil davon) herein.

Kurz: Auf Twitter rotten sich die User aktuell in gegnerischen Teams zusammen für das, was da noch kommen mag. Losgetreten von Videoblog-Gott Ze Frank:

We used to play color wars at summer camp. Near the end of the year the entire camp would split up into colors, red, green, black, blue, etc… and compete in a series of events: tug of war, egg toss, basketball[..]

So, for a while I’ve been thinking about how a color war might look online. How would you play tug of war, or other group games that were silly, time limited, and awesome… and more importantly how could you create teams within an already functioning environment to have that same people-mash-up effect that we did at camp.

Twitter seemed perfect.[..]

And now it has gone haywire. I regret having caused a day of spam…but…

There are dozens of teams, some of which are hundreds of players deep. Many of the players don’t really know what they joined or why, but for me and the wonderful coders that are working on this, it is a perfect implicit structure that can be used to start setting up the colorwar events.

Selbst Internet-Veteran Ze Frank scheint überrascht zu sein von der Geschwindigkeit, die das auf Twitter annahm.

Ein paar weitere Links findet man auch auf mashable.

Das mag Alles totaler Nonsense sein, zeigt aber mit seiner praktisch sofortigen globalen Verbreitung und rasanten Entwicklung innerhalb weniger Stunden eine Tatsache sehr schön: Twitter ist mit Abstand das schnellste Nachrichtenmedium heute. (Und für kurze News-Happen das Effizienteste.)

Der traditionelle Nachrichtenzyklus war 24 Stunden. Blogs haben den Nachrichtenzyklus auf Stunden und Minuten runtergebrochen. Twitter auf Sekunden.

Nichts macht die rasend schnelle Verbreitung von Nachrichten via Twitter besser sichtbar als sich innerhalb von wenigen Stunden global verbreitende Twittermemes wie die Colorwars oder das deutsche Percanat damals.

 

 


Aber nun genug mit dem Vorgeplänkel und kommen wir zum Kern der Sache: Werte Twitteruser, schließt Euch hier und jetzt wie alle klugen Köpfe dem künftigen Gewinner der Colorwars, dem Rainbowteam, an. Es ist letztlich eh unvermeidbar. Zu uns gehört sowieso schon jede Farbe.

We Are Many, We Are One. The Spectrum Contains All, Is All, and Will Triumph Above All. DIFFRACT!

Schließt Euch der richtigen Farbe! Allen!

 

Die Colorwars 2008 kann man übrigens auch komplett und bequem per Friendfeed verfolgen. (oh my)

Update: Die unsäglichen Goldteammaden vom Spreeblick und denquer erklärbären ebenfalls die Colorwars und versuchen gleichzeitig mittels ihrer Blogs das Ergebnis zu ihrem Gunsten zu beeinflussen hinauszuzögern. Wie überaus widerwärtig.

Friendfeed hebt ab

friendfeedKeine Frage: Spätestens heute ist der Lifestream-Dienst Friendfeed endgültig im Techmainstream angekommen. Jeder Webgeek mit Rang und Namen ist auf friendfeed vertreten, ravt darüber und/oder bekommt minütliche(!) Freundesanfragen. Ganz Webgeekdeutschland ist auch schon anwesend.

Mit friendfeed ist es ein bisschen wie mit Twitter vor genau einem Jahr. Auch damals hab ich erst von außen drauf geschaut und verstand nicht so richtig, was das soll. Auch damals hat Hinz und Kunz Smith und Doe über den Dienst in jedem nur erdenklichen englischsprachigen Techblog vor sich hingejuchzt. Was dazu führte, dass ich mir dann sagte, ookay, da muss was dran sein, probier ich’s aus. Der Rest sind von den Augen fallende Schuppen.

Was an friendfeed so toll ist, ist lustigerweise genau das, was es nicht zeigt.

Lifestreams haben nämlich die Angewohnheit einen ganzen Rattenschwanz an Redundanz und generellem Noise mit sich rumzuschleppen. Wenn ich zum Beispiel Freund A schon auf Twitter folge, will ich dessen im Minutentakt abgefeuerte Tweets nicht auch noch meinen friendfeed verstopfen sehen. Kann ich also abwählen, die Tweets. Das an sich ist noch nicht so besonders. Kann jaiku zum Beispiel auch.

Der Twist bei friendfeed: Ich kann auswählen, dass mir trotz Feedabwahl Einträge, die von anderen als besonders eingestuft werden, trotzdem angezeigt werden. Man kann auf friendfeed nämlich einzelne Einträge von Anderen mit einem Klick auf ‘Like’ hervorheben (und auch kommentieren).

Dieser Umstand führt dazu, dass ich auch Feeds mit hohem Noiseanteil ausblenden kann aus meinem Friendfeedstream ohne Angst zu haben, etwas Wichtiges oder Interessantes zu verpassen. Dieses Feature ist klein aber oho. Es fällt so wesentlich leichter, den Friendfeed einzugrenzen.

friendfeed-hide

Der von Exgooglern geführte Dienst bietet noch mehr, wie etwa eine ziemlich slicke Oberfläche, durchdachte Einbindung externer Dienste (zum Beispiel kann man bei Teamblogs nur die eigenen Posts reinholen) etc., dieser kleine oben beschriebene Punkt ist aber der USP in meinen Augen. Und ich wette, da kommt noch mehr.

Man findet mich auf friendfeed hier.

 

Epilog:

Würde ich versuchen, jemandem, der selbst nicht einmal bloggt und sich mit diesen Sachen nicht beschäftigt, zu erklären, was friendfeed ist und warum es toll ist, würde wahrscheinlich entweder mein Kopf oder der meines Gegenübers irgendwann im Laufe des Gesprächs explodieren. digital divide galore :)

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