Spielemarkt auf Facebook ist 2 Milliarden US-Dollar groß

TechCrunch:

Facebook stood loud and tall at today’s Gaming Developers Conference, revealing that around 200 games on Facebook.com boast more than 1 million active users. Plus, more than $2 billion was paid out to game developers over the course of 2012. That’s an increase of 30% over 2011 levels.

The number of Facebook gamers has steadily risen over the last two years, from 205 million in August of 2011 to 235 million in August 2012. Now, Facebook has surpassed the 250 million mark.

Auf der einen Seite Abhängigkeit von Facebook, auf der anderen Seite ein 2 Milliarden US-Dollar großer Markt.

Facebook dominiert in Deutschland, Twitter hechelt hinterher

Jens Schröder im Blog von 10.000 Flies:

Schaut man nun auf die drei sozialen Netzwerke, so ergeben sich große Unterschiede: 6,1 der 7,5 Mio. Flies gehen nämlich auf das Konto von Facebook, 1,2 Mio. auf das von Twitter und Google+ erreicht nur 240.000 der 7,5 Mio. Flies. In Prozentanteile umgerechnet, waren also 81,4% der Februar-Flies Likes, Shares und Kommentare bei Facebook, 15,4% waren Links innerhalb von Tweets und 3,2% Klicks auf den +1-Button von Google.

Interessante Zahlen, die untermauern, was die meisten bereits vermuten dürften. Facebook dominiert, Twitter hechelt hinterher, Google+ ist abgeschlagener Dritter.
Bessere Zahlen zur Nutzung von Social Networks wird man in Deutschland nicht bekommen.

Facebook: Neues Newsfeed-Design unterscheidet zwischen Arten von Einträgen

“We see the stream as a medium.”

- Ein Facebook-Manager auf der Pressekonferenz zum neuen Newsfeed

Facebook hat den Newsfeed einer Rundumerneuerung unterzogen. Der neue Newsfeed wird in den nächsten Wochen an alle Mitglieder ausgerollt. Hier kann man bereits sehen, was kommt und sich auf die Warteliste setzen lassen:

2013 03 07 um 19 46 11

Das neue Design ist, wie die Manager von Facebook auf der Pressekonferenz mehrfach betonten, massgeblich von den mobilen Versionen beeinflusst. Weniger Drumherum, mehr Fokus auf die Inhalte der User: Zum Beispiel größere Fotos, ein etwas responsiveres Design (passt sich an die Screengröße an) und künftige Konsistenz über alle Geräte hinweg.

Das war alles überfällig und sieht auf den ersten Blick wie eine große Verbesserung gegenüber der alten Desktopversion aus.

Spannender aber ist die neue Architektur des Newsfeeds, die auf unterschiedliche Arten von Einträgen mit unterschiedlich gestalteten Streams antwortet. Nutzer können sich künftig also etwa nur die Fotos der Freunde oder nur die Musikeinträge von Spotify bis Simfy anschauen, die nun auch entsprechend aufbereitet werden.

Auch die Daten sollen künftig stärker ausgewertet werden und in den Newsfeed einfließen. The Verge:

Besides the visual redesign, Facebook is also trying to take advantage of its “Like” system and multiple streams of information from apps or different groups of friends. Along with user’s friends’ stories, it will begin including recommended articles or other content from people or pages that they’re interested in — the example given was seeing articles about Taylor Swift if you’ve liked her on Facebook.

Das ist aber eher ein eher gewagtes Unterfangen.

Mit spezifischen Newsfeeds erschafft sich Facebook nun die Möglichkeit, Inhalte unterschiedlich anzusprechen. TechCrunch über Checkins und andere Posting-Arten im Facebookfeed:

Some other news feed design changes include that checkins to places now have a larger map to show people exactly where you are. Pinterest posts to Facebook are now more vivid, so what you see on Facebook “better reflects what you see on Pinterest”. Videos appear larger too. If multiple friends share the same post, you’ll see their faces to the left of the post.

 Die neuen Standard-Feedarten zur Auswahl sind:

All Friends: shows only posts from your friends in reverse chronological order
Music: Shows what friends are listening to, new albums being released, and recommendations of artists you might like.
Photos: Just photos, including those uploaded straight to Facebook, but also photos share there from Instagram or other photo apps
Following: A revamp of the Pages feed that shows every post by Pages you Like
Games
Close Friends
Any of your Interest Lists or Friend Lists

Das Interessante an diesem Ansatz ist, dass Facebook diese Feedarten natürlich in der Zukunft leicht um weitere ergänzen kann. Je nachdem, was das Web künftig noch so hervorbringt und populär macht.

Alles in allem eine logische Weiterentwicklung des von Facebook 2006 im Social-Network-Bereich eingeführten Streamansatzes.

Google, Facebook, Twitter und LinkedIn setzen bei Werbegeschäft auf APIs

TechCrunch:

What Google and Facebook found, and Twitter and LinkedIn are now exploring, is that by offering programmatic access to their ads inventory, third parties solve the problems for them.

In exchange, the platforms allow providers of full-service advertising or ad tool licenses to earn a margin. Typically that comes in the form of a 10 percent to 20 percent cut of total spend by clients that typically goes down the more they spend. Otherwise the margin comes by charging a "cost per action" where clients pay a certain amount per click, download, or certain level of downstream engagement, and the provider keeps the difference between what they paid and what they charged. Sometimes there’s a monthly fee, too. Twitter refused to specify whether there were any restrictions for businesses built on its new ads API, saying "We’re not commenting on partnership terms."

Regardless, the idea is for the platforms to share the wealth, and thereby align their goals with the ad tool and service providers. This way they both can make a fortune when the third parties evangelize the channel. And my oh my can ads APIs bring in the dough.

APIs sind eine skalierende, und deswegen im Zweifel vorzuziehende Form der Geschäftsentwicklung.

Mit der damit verbundenen Aufgabe von Kontrolle haben sich deutsche Webdienste traditionell immer schwer getan, was zu weniger APIs und zu weniger damit verbundenen (Plattform-)Erfolgen geführt hat.

Massenabmahnungen wegen fehlendem Impressum auf Facebook-Fanseiten

allfacebook.de:

Falls Sie immer noch kein Impressum auf Ihrer Facebookseite haben, dann wird es jetzt höchste Zeit. Denn das Landgericht Regensburg hat mit Urteil vom 31. Januar 2013, Az. 1 HK O 1884/12 bestätigt, dass

  • Eine Facebookseite ein Impressum haben muss und
  • es nicht missbräuchlich ist, innerhalb einer Woche über 180 Facebookseiten wegen Impressumsfehlern abzumahnen.

Lesen Sie warum das Gericht so entschieden hat und warum die Impressumspflicht selbst nicht mehr in Frage gestellt wird.

Deutschland, das Land, in dem im Internet vor allem abgemahnt wird.

Facebook ermöglicht Werbekunden, ‘ähnliches Zielpublikum’ auf Facebook zu finden

Inside Facebook:

Advertisers in the beta have seen lower costs per action than with traditional targeting options.

Lookalike Audiences can be created after an advertiser has uploaded a list of first-party data, such as customer email addresses, phone numbers or user IDs to make a Custom Audience. Facebook’s algorithms analyze the Custom Audience and produce another audience segment that is likely to have a similar customer profile. The advertiser can then create any Facebook ad type and target it to the Lookalike Audience. No personally identifiable information is shared back with advertisers and Lookalike Audiences can only be used within Facebook, not exported for email marketing or other ad targeting.

Werkzeuge wie dieses könnten Facebook zu einer Goldmine ähnlich Googles AdSense machen.

Nicht zuletzt auch, weil ebenso wie Google mit AdWords und AdSense Facebook aktuell der einzige Anbieter für so etwas im großen Stil sein kann. (Und erst im großen Stil wird ein solches Matching überhaupt interessant.)

Kurs-Gewinn-Verhältnisse von Techunternehmen zeigen, dass es keine einheitliche Unternehmensklasse ist

Tom Gara via Daring Fireball:

Apple’s market value has fallen by the combined market value of two Nokias plus two RIMs in the hours since its results came out.

Die Entwicklung von Apples Aktienkurs ergibt nur noch wenig bis gar keinen Sinn mehr. Es wurde viel über die gestern verkündeten Quartalsergebnisse von Apple und die anschließende Entwicklung am Aktienmarkt geschrieben. (siehe hierzu etwa die heutigen Leseempfehlungen)

Interessanter als sich allein Apple anzuschauen, ist, sich einmal die aktuellen P/E-Ratios öffentlich gehandelter Technologie-Unternehmen anzuschauen und zu vergleichen.

Wikipedia definiert P/E-Ratio beziehungsweise Kurs-Gewinn-Verhältnis so:

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (engl. Price-Earnings-Ratio (PER) oder P/E Ratio) ist eine Kennzahl zur Beurteilung von Aktien. Hierbei wird der Kurs der Aktie in Relation zu dem für den Vergleichszeitraum gegebenen bzw. erwarteten Gewinn je Aktie gesetzt.

[..]

Der Gewinn pro Aktie kann sich sowohl auf feststehende wie auf erwartete Werte beziehen. Das KGV spielt in der Aktienanalyse eine große Rolle. Dort werden immer Schätzungen für die Zukunft betrachtet.

Zum Vergleich das aktuelle durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis der S&P 500, also der nach ‘Standard & Poor’s’ 500 führenden am US-Aktienmarkt gehandelten Unternehmen:

17,00

Ein höherer Wert deutet auf eine Überbewertung, ein niedrigerer Wert auf eine Unterbewertung hin. Das ist aber natürlich keine feste Regel. Es ist lediglich ein Referenzpunkt zur besseren Einordnung.

Facebook etwa steht noch am Anfang des Lebenszyklus als Unternehmen und befindet sich zusätzlich in einem Markt, der selbst noch ganz am Anfang steht. Findet Facebook nun seine adsensuelle Cashcow bricht die P/E-Ratio dank Umsatz- und Gewinnexplosion schnell auf vertretbarere Dimensionen ein. Findet Facebook sie nicht, nun EIN EICHHÖRNCHEN.

Und hier die Kurs-Gewinn-Verhältnise von ein paar Technologieunternehmen:

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Apple:

11,64

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Google:

22,84

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Microsoft:

14,92

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Facebook:

286,48

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Netflix:

130,70

Setzen Sie sich bitte. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Amazon:

3.583,40

Alle Unternehmen würde man in den Technologie-/Websektor einordnen (Amazon wäre diskutabel, aber drücken wir mal alle Augen zu), aber sie befinden sich nicht nur auf teilweise vollkommen unterschiedlichen Märkten (Hardware, Software, Webdienste, Kommunikation, Handel), sind unterschiedlich groß und unterschiedlich alt, sie werden auch vollkommen unterschiedlich an der Börse bewertet. Man schaue sich nur die Differenz zwischen den zwei Ausreißern Apple und Amazon an. Der Unterschied könnte größer kaum sein.

Diese Ausdifferenzierung bei allen, und ich meine nicht nur bei einer Handvoll, sondern bei allen, Kennzahlen ist auch der Grund, warum die seit Jahren irrgeleitete Rede von einer neuen Internetblase keinen Sinn ergibt, solang nicht ein konkreter Sektor benannt wird. (Sagen wir, etwa Social Gaming.) Es gibt keine Internetblase a la 2000, weil es keine einfach abgrenzbare Klasse von Internetunternehmen mehr gibt. (Und weil die Internetunternehmen, welche in den letzten zwei Jahren an die Börse gegangen sind, in der Regel profitabel sind, wenn auch nur minimal.)

Nun führt die fortschreitende Vertikalisiserung und das damit verbundene Wildern in neuen Märkten bei den großen Unternehmen (Facebook, Apple, Google, Amazon) zu einer schrittweisen Annäherung, die, weil sie aus unterschiedlichen Richtungen kommen, noch sehr interessant wird.

Aber jede künftige Über- oder Unterbewertung dieser Unternehmensklasse sagt dann wiederum nur wenig über die Bewertung anderer Technologieunternehmen von Netflix über Twitter bis LinkedIn aus.

Der Technologiesektor war schon immer ein Querschnittssektor. Die Webbranche als ein Unterbereich des Technologiesektors ist ebenfalls ein Querschnittssektor. Entsprechend bringt sie viele, kaum miteinander vergleichbare Unternehmen hervor.

-

(Disclosure: Ich besitze seit längerer Zeit eine Handvoll Apple-Aktien. Dieser Artikel stellt keine Empfehlung in irgendeine Richtung dar, aber vielleicht eine implizite Frage in Richtung der Anteilseigner von Amazon.) 

Mögliche Suchen mit Facebook Graph Search

Ein Tumblr mit interessanten Ideen für Facebooksuchen: Actual Facebook Graph Searches:

“Current employers of people who like Racism”

Kai Biermann bezeichnete die neue Facebooksuche zum Launch in den USA auf Zeit Online als “Rasterfahndung für alle”. Das ist recht treffend und ich würde das nicht ausschließlich negativ lesen. Der entscheidende Teil ist “für alle”. Das verändert das Wesen der Datenauswertung ganz wesentlich.

Wie dem auch sei: Sollte die Facebook Graph Search in den nächsten sechs Monaten in Deutschland starten, kenne ich jetzt schon das Aufregerthema für das Sommerloch 2013.

Vielleicht schafft Deutschland noch einmal, was es mit Google Street View geschafft hat, dessen Verpixelung viele damalige Verpixelungsbefürworter mittlerweile nicht mehr so gern sehen dürften.

(via Nerdcore)

Facebook Suche ist abhängig von Likes und co.

Facebooks neue Suche, Graph Search, ist abhängig von den Daten, die Facebook zur Verfügung stehen. Likes, Verbindungen, Angaben zur Person. Das hat Vorteile (zum ersten Mal überhaupt ist so eine Suche im großen Stil dank Facebook möglich) und Nachteile (die Suche ist nur so gut, wie man selbst Informationen in das System gesteckt hat).
Der Suchmaschinenexperte Danny Sullivan:

Consider me. Not only have I not liked my electrician, my plumber, my dentist, my doctor or my tax person on Facebook but I don’t even know if they have Facebook pages. I have nothing to offer to my Facebook friends in this regard.
Similarly, despite the huge number of books I read through my Kindle, I never go to like those books on Facebook, so books I love are more or less invisible on Facebook.
Facebook itself understands this challenge, but it’s hoping the promise of what search can provide will help encourage people to build the connections they may lack now.
“There are now new reasons to make these connections. We’re hoping the existence of that will encourage it,” said Tom Stocky, director of product management at Facebook, who has worked closely on the Facebook search product. “But absolutely, early on, that [your degree of connectedness] will make the experience you have with this vary.”

Ich würde bezweifeln, dass die User über mehrere Ecken an den Suchnutzen denkend mehr Informationen in Facebook stecken. Das ist aber wahrscheinlich auch egal. Denn es kann auf absehbare Zeit keine vergleichbare Suchmaschine geben.

Die neue Suche ist auch unabhängig davon eine bessere Suche für Facebook:

If the utility to use Facebook as a type of super-Yelp or super-LinkedIn doesn’t prove itself at first, at the very least, Facebook Graph Search will allow people to search within Facebook itself in a better way than they can now. For example, people will be able to find all the photos they’ve liked on Facebook.
“This is one of the best queries in the system,” Lars Rasmussen told me, the former Googler that Facebook lured away to be director of engineering, and who’s overseen the Facebook search project. “You probably like a couple of photos a day, but you’ve never been able to see a collection of them before.”

Da Graph Search als eingeschränkter Betatest zunächst nur im englischsprachigen Raum eingeführt wird, dauert es wohl noch eine Weile, bis die neue Facebooksuche hierzulande ankommen wird.

Graph Search: Facebook stellt eine neue Art Suchmaschine vor

The Next Web:

With people, Zuckerberg says that when he wanted to look for friends who would be interested in watching “Game of Thrones” with him. He did a search of friends who lived in Palo Alto and enjoyed the show. The result were 17 of his friends, including his sister Donna Zuckeberg. With photos, it displays the photos of Zuckeberg and his wife, Priscilla Chan. At the top are those images that received the most engagements: Likes and comments. In terms of places, Zuckerberg put in the query of mexican restaurants in Palo Alto, California and where friends have been. Facebook displays the places nearby and friends recommendations.

Nur Facebook kann eine solche Suchmaschine anbieten.

Facebook Mobile User: 192M Android, 147M iPhone, 48M iPad, 56M Messenger

Josh Constine auf TechCrunch:

In December 2011, right before Facebook stopped openly publishing stats, Android surpassed the iOS app. By just 11 months later in November 2012, Android had grown to 192.8 million MAU while iPhone only had 147.2 million MAU.

This shows Android is a core source of growth that helped Facebook reach 604 million mobile users by the end of Q3 2012.

Und das, obwohl Android entgegen des hohen Marktanteils nicht so häufig zur Webnutzung herangezogen wird, wie man vermuten würde.

Ich glaube, das sagt mehr über Facebook aus als über Android. Facebook ist, vor allem in den Kernländern wie den USA, so sehr im Mainstream angekommen, dass selbst User Facebook mobil nutzen, die, wenn ihnen im Laden kein Androidgerät empfohlen worden wäre, auch wieder ein Featurephone gekauft hätten.

Es gibt also vielleicht gar nicht so wenige Androidnutzer, die ihr Mobiltelefon vor allem für telefonieren, Facebook und eventuell noch Messages (Whatsapp und co.) verwenden.

Das wäre eine bemerkenswerte Leistung von Facebook.

Änderungen der ToS von Instagram sind halb so wild

Jürgen Kuri auf Google+ über die aktuelle Aufregung zu den Änderungen der Terms of Service (ToS) bei Instagram:

Wenn ich das richtig verstehe, hat Instagram aber an den Rechten der User an ihren Bildern gar nix geändert. Es geht lediglich um einen Absatz: http://instagram.com/about/legal/terms/updated/

“Some or all of the Service may be supported by advertising revenue. To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you.”

Da geht es, wenn ich das richtig verstehe, doch lediglich darum, dass Instagram personalisierte Werbung verkaufen will, bei der Anzeigenschalter auf Instagram oder anderen Facebook-Firmen die Daten der Instagram-User benutzen. Davon kann man halten, was man will – aber von “Bilder verkaufen” oder gar “Bilderdienst, der Getty Konkurrenz macht”, wie heute befürchtet, ist da keine Rede…

Die Änderungen betreffen ‘lediglich’ die Möglichkeit für Instagram, die Fotos für personalisierte Werbung innerhalb des Dienstes zu verwenden. Also genau das, was wir mit Likes in gesponserten Feedeinträgen beim Instagrambesitzer Facebook bereits kennen.

 Das muss man nicht mögen. Man kann deswegen aufhören, Instagram zu benutzen.

Aber es gibt darüber hinaus keine finsteren Pläne bei Instagram, mehr mit den Fotos der Nutzer zu machen.

Die aktuelle, hysterisch geführte Debatte ist nicht neu. Immer wenn ein Dienst seine ToS/AGB ändert, führen wir die gleiche Diskussion. Im Mai 2011 war es TwitPic, das seine AGB änderte. Damals schrieb ich:

Ein Dienst, der Usern das Hochladen eigener Inhalte ermöglicht, kann in der Regel auf verschiedensten Geräten abgerufen werden, vielleicht bietet er auch zusätzlich noch eine API (Programmierschnittstelle), die das Verbreiten der Inhalte an andere Dienste erlaubt. Aber auch ohne die API sieht sich der Dienst einem Problem gegenüber: Er muss in einem rechtlichen Rahmen agieren, der immer noch darauf setzt, dass Kopieren teuer ist (und das Kopieren ist streng genommen jeder Abruf der Inhalte auf der Plattform) und die Urheber geschützt werden müssen.

Wir alle sind Urheber und müssen vor jedem Kopiervorgang unserer Werke, den wir nicht genehmigt haben, geschützt werden.

Damit unter diesen archaischen Bedingungen ein Dienst wie TwitPic agieren kann, benötigt er weitreichende Befugnisse.

Damit ein Dienst wie Instagram oder TwitPic seiner Arbeit nachgehen kann, muss er von seinen Nutzern, den Urhebern, alle Rechte einholen, um die hochgeladenen Werke zu verarbeiten. Man muss die ToS immer vor diesem Hintergrund lesen.

Macht man das nicht, sehen die ToS bei Diensten mit User Generated Content immer so aus, als würde zum Beispiel morgen Facebook mit unseren Urlaubsfotos Plakate in den deutschen Großstädten bestücken lassen oder Instagram die klischeehaftesten Sonnenuntergänge an RTL2 verkaufen.

Nichts ist weiter weg von der Wahrheit. Im Mai 2011 schrieb ich:

Ein bisschen gesunder Menschenverstand und die Frage, was ein Unternehmen für sein langfristiges Überleben machen kann und was nicht, reichen in der Regel aus, um AGB-Hysterien zu begegnen.

Facebook Privacy Watcher macht Privatsphäreeinstellungen farblich sichtbar

allfacebook.de über ein Firefox-Addon von Studenten und Forschern der TU Darmstadt:

Für die Visualisierung werden dabei die entsprechenden Bereich der Facebook Seite farblich hinterlegt:

Grün: Jeder auf Facebook kann Ihre Daten sehen

Orange: Nur für Freunde sichtbar

Rot: Vor allen Benutzern versteckt

Blau: Für eine Teilmenge Ihrer Freunde sichtbar

Facebook sollte selbst so eine Ansicht als Kontrolloption für die Privatsphäreinstellungen anbieten. Anders lässt sich die Komplexität der Einstellungen kaum handhaben.

1 Milliarde aktive Facebook-Nutzer

Mark Zuckerberg in einem Statusupdate auf Facebook:

This morning, there are more than one billion people using Facebook actively each month.

Das heißt, ein Siebentel der Menschheit ist mindestens einmal innerhalb von 30 Tagen auf Facebook. Facebook existiert erst seit acht Jahren.

Instagram hat 100 Millionen registrierte Nutzer

Business Insider: Zuckerberg: ‘Instagram Has 100 Million Registered Users’. Mark Zuckerberg:

“We want to help it grow to hundreds of millions of users. We have no agenda into making them going into our infrastructure. We’re going to do the things we would have done if they were an Open Graph partner, but we’ll be able to prioritize them.”

Ist Instagram Facebooks YouTube?

‘Facebook ist auch Diensteanbieter im Sinne des Telekommunikationsgesetz’

Rechtsanwalt Thomas Stadler: Brauchen wir ein Telemediengeheimnis?:

Facebook ist – soweit es Kommunikation ermöglicht – auch Diensteanbieter im Sinne des TKG, denn Telekommunikation ist der technische Vorgang des Aussendens, Übermittelns und Empfangs von Nachrichten. Und diese technische Dienstleistung erbringt Facebook für seine Nutzer. Das Chat-System und das Direktnachrichtensystem von sozialen Medien unterliegt daher dem Fernmeldegeheimnis des TKG. Wir brauchen also keineswegs ein Telemediengeheimnis. Es besteht insoweit keine Gesetzeslücke.

Was wir hier vielmehr beobachten können, ist ein altbekanntes Problem speziell im Umgang mit US-Anbietern, das ich als Vollzugsdefizit bezeichnen würde. Anbieter wie Facebook oder Gooogle verstoßen häufiger gegen deutsches und europäisches Recht, u.a. auch beim Datenschutz. Der deutsche Staat, wie auch die EU, sind in vielen Fällen nur nicht mehr dazu in der Lage, ihr Recht gegenüber diesen Anbietern durchzusetzen.

Neben dem Vollzugsdefizit sehe ich hier auch Fragen der sinnvollen Anwendungsfälle, wie ich im vorherigen Artikel ausgeführt hatte. Wie auch das Urheberrecht muss auch dieses Gesetz mit der digitalen Realität abgeglichen und neu evaluiert werden.

Private Chats sind 2012 nicht das, was Briefe 1948 waren.

Weil Facebook private Chats algorithmisch auswerten und auch bereits von Mitarbeitern hat auswerten lassen, fordert Sascha Lobo auf Spiegel Online nachvollziehbarerweise ein neues “Telemediengeheimnis“. Ein Gesetz, das das Briefgeheimnis auf Webdienste übersetzt. Er schreibt unter anderem:

Private Chats sind 2012 das, was Briefe 1948 waren.

So sehr ich die Grundintention verstehen kann, so muss ich trotzdem festhalten, dass die Prämisse nicht korrekt ist. Wer 1948 einen Brief an einen Freund geschickt hat, war auf die Post angewiesen. Wer heute auf Facebook mit einem Freund chattet, kann stattdessen auch Emails, GTalk, AIM, Jabber, Windows Live Messenger oder VZ- nutzen. Daraus folgen eine Handvoll Schlussfolgerungen:

1. Die Wahlmöglichkeit der Systeme minimiert das Problem.

2. Einige dieser Systeme kommen nicht von zentralen Providern mit Profitabsichten. Namentlich Jabber und Email lassen sich ohne weiteres verhältnismäßig sicher aufsetzen und nutzen. Bei beiden gibt es auch entsprechende Institutionen, die explizit Dienste in diese Richtung anbieten.

3. Wir stehen noch immer am Anfang einer gewaltigen Entwicklung, die man als große gesellschaftliche Experimentierphase wahrnehmen muss, auch und besonders, wenn es um gesetzgeberisches Vorgehen geht. Jede Regulierung kann in unserer heutigen Umbruchsphase ungeahnte Nachteile mit sich bringen. Und damit meine ich nicht einmal die Fundamentalisten rund um Herrn Gorny, weil mir nicht einfallen will, wie diese Gruppe ein solches Gesetz für sich nutzen könnte. (Was nicht heißt, dass dem Bundesverband Musikindustrie nicht doch etwas einfallen könnte.) Ich meine eher Funktionalitäten, die sich auch rund um eine private Unterhaltung flechten lassen. Automatische, semantische Analyse, die Zusatzdaten bereitstellt etwa. Und ungefähr ibzehn weitere Dinge, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Mit einem Telemediengeheimnis wären folgende Szenarien möglich:

  • a.) Man kann als Nutzer auf dieses Recht verzichten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die in (3) beschriebenen potentiellen Funktionen angeboten werden können. Ein wahrscheinliches Ergebnis: Anbieter wie Facebook nehmen die Genehmigung in die AGB auf. Es bleibt praktisch alles wie bisher.
  • b.) Auf dieses Recht kann nicht verzichtet werden. Private Kommunikation wird nur übermittelt, darf nicht verarbeitet, ausgewertet oder aufbereitet werden. Weitere Funktionen sind damit praktisch verboten. Reichhaltige Zusatzfunktionalität gibt es nur bei öffentlicher Kommunikation. User werden dazu gedrängt, eher öffentlich zu kommunizieren, wenn sie dies und jenes möchten. (Lustiger Nebeneffekt: Das Drängen zur öffentlichen Kommunikation ist auch so schon im Interesse von Facebook und co.)

Mir geht es nicht darum, der Überwachung von privater Kommunikation das Wort zu reden. Mir geht es darum, dass hinter solchen zunächst nachvollziehbaren Forderungen, die in Deutschland natürlicher- und frustrierenderweise immer breiten Beifall finden, ein enormer Rattenschwanz an Problemen und Herausforderungen und last not least an potentiell enormen gesellschaftlichen Kosten liegen. Warum? Weil wir aktuell nicht in einer Zeit der Stabilität leben. Wir leben in einem Zeitalter des gesellschaftlichen Umbruchs, der nicht gestern begonnen hat und heute vorbei ist, sondern der noch auf Jahrzehnte andauern wird.

Was wäre eine sinnvolle Gesetzgebung vor diesem Hintergrund? Sie sollte nicht den Wettbewerb zwischen den Systemen und damit deren Weiterentwicklung behindern. Sie sollte also immer wenn möglich nicht auf die Funktionen selbst abzielen. Stattdessen wäre es sinnvoll, die Kommunikation zwischen Anbietern von Webdiensten und Nutzern stärker zu regulieren. Ein klarer, gesetzlich vorgeschriebener Hinweis etwa, dass ein privater Chat auf Facebook mitgeschnitten und ausgewertet wird, würde den Boden ebnen für selbstbestimmte Nutzerentscheidungen darüber, ob ihnen das egal ist oder ob sie lieber auf Alternativen ausweichen.

Bleibt die Frage, warum in Deutschland tendenziell eher auf Regulierung statt auf Wettbewerb gesetzt wird. Es könnte etwas mit Menschenbildern zu tun haben.

***

P.S.: Kein neues Gesetz sollte sich jemals danach richten, ob “Die Eltern des Grundgesetzes es so gewollt” hätten. Entweder ist es ein Gesetz, auf das sich die Gesellschaft heute als wünschenswert einigt oder nicht. Vermutete Meinungen toter Frauen und Männer sind irrelevant.

24% der 10.000 größten Websites haben Facebook integriert

Pingdom:

A full 24.3% of the top 10,000 websites in the world have some form of official Facebook integration on their homepage. And if you include regular links to Facebook, the number soars up to a highly impressive 49.3%.

Facebook ist die erste kommerzielle Plattform, der solche Dimensionen gelungen sind. Entgegen da und dort geäußertem Wunschdenken wird Facebook deshalb auch nicht in absehbarer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden. Diese Integrationen sind Facebooks Wassergraben.

Auch Videochat-Startup Airtime nutzt Facebookdaten für Social Discovery

Das neue Videochat-Startup Airtime der Napstergründer Sean Parker und Shawn Fanning nutzt wie viele andere Dienste Facebook, um Menschen mit gleichen Interessen zusammenzubringen. Zwar vergleichen es manche mit Chatroulette, aber allein die Facebook-Verknüpfung, welche Voraussetzung für die Nutzung von Airtime ist, macht einen Vergleich hinfällig, weil die davon bestimmte Nutzung diametral anders ausfällt.

TechCrunch über die auch sonst clever umgesetzte Facebookintegration:

Airtime hopes to trump competitors with convenience, the same philosophy that led Parker to see Spotify as the solution to music piracy. If one of your friends is online on Facebook, they’re on Airtime, and you can instantly send them an invitation to talk that’s delivered via Facebook Chat. If you want someone new to share with, Airtime pairs you with people who are nearby, share interests, or have mutual friends. Moments later you’re expressing yourselves, giggling as you show off your favorite viral videos, and learning more about each other.

(Hervorhebung von mir.)

Der Trend ist klar: Neue Dienste kommen weder bei expliziten Verbindungen noch bei Social Discovery an Facebook vorbei.

Das Discovery-Feature auf Airtime ist in Deutschland noch nicht verfügbar.

Mehr zu Airtime auch auf netzwertig.com.

Smartphone von Facebook soll 2013 kommen

Das Gerücht eines kommenden Smartphones von Facebook hat sich weiter verdichtet. Die New York Times berichtet, dass laut Aussagen von Facebook-Mitarbeitern und Personen, welche für das Projekt von Facebook angeworben werden sollten, Facebook 2013 ein eigenes Smartphone herausbringen will.

Nick Bilton für New York Times:

Employees of Facebook and several engineers who have been sought out by recruiters there, as well as people briefed on Facebook’s plans, say the company hopes to release its own smartphone by next year. These people spoke only on the condition of anonymity for fear of jeopardizing their employment or relationships with Facebook.

The company has already hired more than half a dozen former Apple software and hardware engineers who worked on the iPhone, and one who worked on the iPad, the employees and those briefed on the plans said.

Fraglich bleibt, wie tief Facebook in die Hardware einsteigen wird. Laut New York Times scheint Facebook auch auf der Hardwareseite mitmischen zu wollen:

Now, the company has been going deeper into the process, by expanding the group working on Buffy, and exploring other smartphone projects too, creating a team of seasoned hardware engineers who have built the devices before.

One engineer who formerly worked at Apple and worked on the iPhone said he had met with Mark Zuckerberg, Facebook’s chief executive, who then peppered him with questions about the inner workings of smartphones. It did not sound like idle intellectual curiosity, the engineer said; Mr. Zuckerberg asked about intricate details, including the types of chips used, he said. Another former Apple hardware engineer was recruited by a Facebook executive and was told about the company’s hardware explorations.

Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Facebook ist kein Hardwarehersteller und sie werden mit ihrer Firmenkultur und ihren Kernkompetenzen nicht von heute auf morgen eine vertikale Integration a la Apple ausführen können. Egal, wie viele Ingeneure eingestellt werden.

Und diese Integration ist auch nicht zwingend nötig. Realistischer erscheint dagegen, dass Facebook eng mit Partnern auf der Hardwareseite zusammenarbeiten will. Die Partner würden dann zwar den Hauptteil auf Hardwareseite stemmen, aber Facebook selbst will ebenfalls mit einem Hands-on-Ansatz mitreden können. Das deutet auf eine, wenn auch nur zeitlich beschränkte, exklusive Partnerschaft hin.

Ein komplett eigenes Hardwareprojekt erscheint dagegen vollkommen unrealistisch.

Damit fällt dann auch ein Großteil der Gründe für die Skepsis vieler, wie etwa Henry Blodget von Business Insider, wieder weg.

Wenn Facebook die Sache richtig angeht, arbeiten sie mit nach Distinktion und damit hoffentlich kommenden Profiten dürstenden, von Android ausgezerrten Herstellern wie HTC zusammen. Diese dürften für Facebook einige Hebel in Bewegung setzen. Eine Partnerschaft zwischen HTC und Facebook wird bereits nachgesagt.

Zusätzlich wird Facebook aller Voraussicht nach wie Amazon beim Kindle Fire auf einen Android-Fork setzen. Wie Amazon hätte auch Facebook gute Gründe dafür: Android ist bereits ein ausgewachsenes, modernes mobiles Betriebssystem. Es ist Open Source. Es entwickeln bereits viele Anbieter Apps für die Plattform.

Egal wie tief Facebook sich in das OS integriert, die Android-Apps werden ohne große Probleme auf dem Smartphone laufen. Gleichzeitig existieren viele Hardwarehersteller, die bereits Erfahrungen mit Android gesammelt haben.

Facebooks Integration, und damit Mehrwert, liegt dann in der Vernetzung die noch oben drauf kommt. Und die ist, wie bereits ausgeführt, dann ein potentiell großer Hebel, um die App-Entwickler für die Plattform zu erwärmen.

Was passiert mit den Facebook-Apps auf iOS, Android und Windows Phone, wenn Facebook auf Plattformebene mit  Apple, Google und Microsoft direkt konkurriert? Nicht viel. Facebook ist zu populär, um dessen Apps zu beschränken oder gar auszusperren ohne der eigenen Plattform massiv zu schaden. Viel interessanter ist, was nicht passieren wird und das kann man bereits bei iOS sehen: Dort ist Twitter in das System integriert, Facebook nicht. Die anderen Plattformprovider könnten also bei ihren sozialen Komponenten auf Systemebene, die ebenfalls zweifellos kommen werden, Facebook eher hinten anstellen. Die Gewinner könnten damit zum Beispiel Twitter, LinkedIn und Tumblr sein.

Und dann wäre da noch das  Gerücht, Facebook wolle Opera, welche auch einen populären mobilen Browser anbieten, übernehmen.

Wo Rauch ist, da ist auch Feuer. In Sachen Facebookphone lässt sich der Rauch nicht mehr übersehen.

Siehe zum Thema Smartphone von Facebook auch: