Archive for the 'social' Category

Facebook wächst in Deutschland um 30%

Jeff Pulver hat auf seinem Blog das Wachstum von Facebook nach Ländern aufgedröselt. Deutschland landet im betrachteten Zeitraum vom 26. Oktober bis zum 11. November mit einem Wachstum um 30% auf Platz 9. Das kommt zwar an den Spitzenreiter Türkei mit unglaublichen 280% Wachstum nicht ganz ran, ist aber doch erstaunlich hoch.

Am 11. November zählte Facebook nach Pulver 339.760 Mitglieder aus Deutschland.

Neben der mittlerweile recht gut etablierten Facebook-Plattform dürfte auch die, in meinen Augen immer noch ungeschlagene, Usability von Facebook für das internationale Wachstum mitverantwortlich sein. Facebook ist einfach sticky.

Festzuhalten bleibt das erstaunlich gut international verteilte Wachstum von Facebook. Facebook scheint sehr viel internationaler zu werden als beispielsweise das hauptsächlich in Lateinamerika große Orkut oder das in Asien starke Friendster.

Die Wachstumszahlen zeigen auch, dass Facebooks Potential noch lang nicht ausgereizt ist.

 

(via f8club)

Plattformitis - der Aufstieg der Plattformen, eine Übersicht

Plattform, das Geekwort des Jahres 2007. Und 2008 wird aller Voraussicht nach im Web genau von diesen zwei drei Themen bestimmt sein: Plattformen, Interoperabilität und Mobile Web. In einem Jahr wird das Netz völlig anders aussehen.

Zu Facebook muss ich, glaub ich, nicht extra was sagen. Auch über OpenSocial wurde schon viel gesagt. Die zweite große Googleoffensive, das SDK Android für Mobiltelefone, wurde ebenfalls diese Tage veröffentlicht. Auch das folgt dem Plattformgedanken. Übrigens: Bei meinen Kollegen von neuerdings.com gibt es ein paar Bilder von Android in Aktion. (Interessanterweise geht Google nur eher halbe Schritte, die bezweifeln lassen, ob die propagierten Ziele so tatsächlich verfolgt werden. Was Android angeht, so gibt es im Mobilbereich bereits das OpenMoko, mit dem man nun konkurriert. Bei OpenSocial ist das Open hauptsächlich im Namen, von Interoperabilität der Daten will man (noch?) nichts wissen. Beides lässt eher vermuten, dass man sich auch bei Google nur so weit öffnet, wie es die Marktumstände verlangen. Google will Kontrolle über die Entwicklung der künftigen Märkte, darum geht es. Um nichts sonst.)

Die Plattformbekanntgaben gehen weiter:

Heute gab der, nebenbei auch vorher schon sehr empfehlenswert gewesene, Onlinedatenspeicherdienst Box.net seine Plattform OpenBox bekannt. Launch 5. Dezember. Damit wird es Drittanbietern möglich, Applikationen zu schreiben, mit denen die Nutzer ihre Dateien ausführen können:

These service actions appear as options in a dropdown menu that appears when you right-click on file hosted by Box.net. Select “Edit document” to load a file into Zoho, “Publish with Scribd” to send a document to Scribd’s repository, “Edit with Picnik” to edit an image in a graphics program, and so on.

OpenBox könnte mit seiner Verzahnung von gehosteten Dateien und Webapps auf Mikroebene potentiell sehr groß und wichtig werden. Marshall Kirkpatrick bezeichnete es als das Amazon S3 für Konsumenten. Ein guter Vergleich.

Das Social Network Bebo (40 Millionen Nutzer) hat heute seine OpenMedia Plattform vorgestellt:

Open Media creates an entirely new user experience for Bebo members with the introduction of the ‘Personal Video Profile.’ A multi-dimensional user experience allows members to curate their favorite videos within their Bebo profile, which is customizable to reflect personal tastes as well as the interests of friends. Open Media offers users access to a lineup of high-quality programs from professional broadcasters, independent producers and other rights owners, enhancing Bebo’s already-rich archive of user-generated content.

(Zugegeben, von einer Plattform zu reden, geht hier ein bisschen weit. Man könnte allerdings von einer Contentplattform auf Grundlage eines ausgewachsenen Social Networks sprechen.)

 

Marshall Kirkpatrick hat auf Read/WriteWeb eine gute Übersicht über die aktuellen Plattformen im Web in Form eines Diagramms aufgestellt:
Hyped New Platforms: Explaining the Difference Between One and the Other

 

Was wir hier sehen, ist der Anfang von etwas Großem. Das Web in einem Jahr wird sich von dem heute sehr stark unterscheiden. Eine spannende Zeit.

Facebooks offizielle Antwort zu Datenschutzbedenken bei BeaconAd-System

Nachtrag zu meinem Beitrag über das Blocken sämtlichen Datenaustauschs zwischen Facebooks Beaconsystem und seinen Partnerseiten. Om Malik hat das ebenfalls umtrieben und er hat eine offizielle Antwort von Facebook zu dem Sachverhalt bekommen:

Facebook designed Beacon so Facebook users could choose to share information about interesting actions they are taking on other websites with their friends on Facebook. As part of Beacon, Facebook built several ways that users can choose to not share any information. Each time an action can be shared, users receive a prompt on a Beacon-participating site where users can choose “No, thanks.” If they choose not to share a specific action, Facebook immediately deletes and does not store any data that was used to generate the Beacon. In all cases, Facebook does not share any personally identifiable information with participating sites. Along with the choices a user has on a Beacon site, users also have the ability to change their settings on Facebook. A user can select to remove any participating Beacon site from ever sending any information to Facebook to share with their friends.

siehe: Updated: Facebook’s Cruel Intentions, Facebook Responds « GigaOM

Technisch lässt sich die Aussage im letzten Satz..

A user can select to remove any participating Beacon site from ever sending any information to Facebook to share with their friends.

..meines Wissens nach nur umsetzen, indem die OptOut-Auswahl direkt im Cookie selbst vermerkt wird. Kann das jemand bestätigen?

Noch ein Wort zu Folgendem:

In all cases, Facebook does not share any personally identifiable information with participating sites.

Wollen wir hoffen, dass das zumindest in Bezug auf Beacon stimmt. Auch wenn ich angesichts anderer Geschichten bei Facebook wie gesagt da zur Zeit eher skeptisch bin.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringen wird.

Facebooks neues Beacon-Adsystem blocken

Als Facebooks Werbepläne in Teilen bekannt wurden, äußerte ich bereits Bedenken in Bezug auf die Privatsphäre. Das tatsächlich umgesetzte Modell hört sich dann noch etwas bedenklicher, wenn auch zugegeben sehr innovativ, an. Neben anderen Bestandteilen ist besonders die Beacon-Komponente interessant:

Die jedoch einschneidenste Neuerung von Facebook Ads heißt “Beacon”. Damit werden Aktionen, die eingeloggte Facebook-Mitglieder auf Partnerseiten unternehmen, über den Newsfeed allen Kontakten kommuniziert. [..]

Stellt ein Facebook-User bei eBay eine neue Auktion ein oder reserviert bei Fandango Kinokarten, dann fragt ihn die jeweilige Partnerseite, ob er diese Aktion im Facebook-Newsfeed publizieren möchte. Stimmt er zu, wird seine Handlung allen Kontakten über den Newsfeed mitgeteilt.

Das klingt nicht dumm. Und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich diese äußerst effiziente Art der Werbung, die den Cluetrain geradezu verinnerlicht hat weil sie die Werbeverteilung auf die Freunde überträgt, gut finde. Oder ob dieser Eingriff in die Privatsphäre und das Monetarisieren des Surfens außerhalb von Facebook mir nicht einen Tick zu weit geht.

Natürlich kann man diese Funktion in Facebook selbst auch abstellen. Was aber wenn man Facebook nicht ganz traut? Also wenn die Aktionen außerhalb von Facebook zwar nicht im Feed publiziert aber trotzdem im Hintergrund gesammelt werden? Schließlich wird jede Partnerseite eine Anfrage an Facebook schicken und nachfragen ob der auf ihr surfende und auf Facebook eingeloggte Nutzer Facebooks Beacon erlaubt oder nicht.

Angesichts anderer Nachlässigkeiten des Facebookteams in Sachen Datenschutz bin ich da etwas vorsichtig.

Deshalb hier ein Tipp für besonders Besorgte:

Wer Firefox nutzt kann mit der folgenden Anleitung recht einfach, jede Anfrage an die Facebookbeacon-Server unterbinden:

# Download and Install the BlockSite plugin for Firefox.
# After restarting Firefox select ‘Add-ons’ from the Tools menu.
# Click the ‘Options’ button on the BlockSite extension
# Click the ‘Add’ button
# Enter http://*facebook.com/beacon/* into the input box
# Click ‘OK’
# Click ‘OK’ again and you are good to go.

siehe für weitere Details: the Idea Shower » Block Facebook Beacon

Wie ich bereits vorhergesehen hatte:

Die, die fest im Browsersattel sitzen, werden, wenn Facebooks Werbemodell erfolgreich werden sollte, bald ein Äquivalent zum CustomizeGoogle-Addon (erlaubt unter Anderem das Anonymisieren des Google-Cookies) zur Verfügung haben und nutzen. Alle Anderen werden wohl wie die Schäflein zur Datenschutzschlachtbank geführt werden.

Man darf davon ausgehen, dass das Facebooks Beacon-System erst der Anfang ist und andere SocialNetworks dieses bald -wie den Newsfeed und die Plattform- nachahmen werden. Schließlich ist das eine wahre Goldmine. Eine innovative und äußerst raffinierte noch dazu.

Wenn das geschieht, ist es nur eine Frage der Zeit bis einfacher zu bedienende Add-Ons für Firefox u.A. erscheinen, die das -komplette- Blocken dieser Systeme einfach auswählbar machen.

Und die Schere zwischen den Usern, die im Netz die Verbreitung ihrer Daten durch ihr Hintergrundwissen kontrollieren können und denen, die gläsern durch das Web stolpern, wird einmal mehr größer werden.

OpenSocial: Google vereint Social Networks unter gemeinsamer Schnittstelle

Das ging schnell und weiter als erwartet: Als vor rund einem Monat Googles Pläne zur Öffnung und Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API) ähnlich der von Facebook bekannt wurden, war das bereits Big News. Aber das heute bekannt Gewordene übersteigt das noch:

Googles neues Projekt OpenSocial (live ab morgen laut Techcrunch) wird auf Grundlage einer als Standard fungierenden API es ermöglichen, Applikationen für mehrere Social Networks schreiben zu können. Das heißt, man muss nur einmal eine Applikation schreiben und diese funktioniert dann auf allen Social Networks, die bei Googles OpenSocial dabei sind (und die eigene App zulassen, das ebenfalls teilnehmende Xing wird den Zugang beispielsweise nur ausgewählten Webapps gewähren).

Die beteiligten Social Networks sind im Grunde alle Wichtigen außer Myspace und Facebook:

(Auffälligerweise fehlt Bebo)

Auch auf Applikationanbieterseite sind von Anfang an verständlicherweise einige Großen dabei: Flixster, iLike, RockYou und Slide. Hinz und Kunzappentwickler werden hier bald schnell folgen.

Auch technisch geht Google das Ganze geschickt an laut Techcrunch:

Unlike Facebook, OpenSocial does not have its own markup language [..]. Instead, developers use normal javascript and html (and can embed Flash elements). The benefit of the Google approach is that developers can use much of their existing front end code and simply tailor it slightly for OpenSocial, so creating applications is even easier than on Facebook.

OpenSocial wird die Landschaft der Social Networks grundlegend verändern.

Denn was hat Google letztlich gemacht? Es hat die Idee hinter Facebooks API, die Öffnung der eigenen Seite, genommen und den nächsten logischen Schritt gemacht. Nach der balkanisierten Öffnung eigenbrötlerischer Plattformen kommt jetzt die Standardschnittstelle für alle teilnehmenden Plattformen. Eine Standardisierung unter Googles Zepter. Für die Geschwindigkeit in der das geplant, konzeptioniert und nun bald umgesetzt wird, muss man Google Respekt zollen.

Unter diesen neuen Nachrichten von heute und gestern, erscheint der Microsoftdeal mit Facebook mittlerweile im Rückblick wie unvermeidbar: Facebook braucht mehr denn je Kapital um sich in diesem Umfeld weiterhin behaupten zu können. Und Google wird als Rädelsführer des vielleicht bald wirtschaftlich wichtigsten Standards im Web noch mächtiger. Die Verbündung mit Facebook scheint Microsofts einzige Chance zu sein, hier überhaupt noch mit im Sandkasten sitzen zu dürfen.

Das heißt im kommenden Plattform-Krieg 2008 haben wir dann 3 Parteien:

  • Facebook und Microsoft
  • Myspace
  • Google und seine Allianz der willigen Social Networks

Game on.

—-

weitere Meinungen:

Techcrunch hatte den Scoop und einige Details: Details Revealed: Google OpenSocial To Launch Thursday

VentureBeat Google-led gang to take on Facebook — Google’s OpenSocial to launch:

Another big name that is absent from the list is Yahoo. While the real significance of the grouping is not yet known, for Yahoo to miss the boat on this wouldn’t be good.

Marc Andreessen Open Social: a new universe of social applications all over the web: Sehr ausführlich und lesenswert. Empfehlung!

Technically, Open Social is implemented as what I call a “plug-in API”, or a “Level 2 platform”. In other words, it’s not a web services API — rather, it’s a way for external applications to “plug into” a host environment (or “container”). And then, in addition to literally showing up inside the pages of a container, the external app can make Javascript calls to retrieve all kinds of useful information from the container and perform all kinds of useful functions within the container, such as “give me a list of all of this user’s friends” or “inject this event into this user’s activity feed”.

Open Social basically standardizes the concept of a plug-in API in such a way that neither host social networking environments (containers) nor external applications will ever have to invent another plug-in API, or have to choose between multiple competing proprietary plug-in APIs.

Scobleizer Will Google “Friendster” Facebook?

Anyone remember Friendster? It was an early entrant into the social networking scene. If they had done their work right they SHOULD have been a much bigger player than they are now.

Techmemeaggregation

deutsche Beiträge:

zweinull.cc OpenSocial: Google verbündet internationale Social Networks – auch Xing?:

Allerdings gibt allein die Tatsache, dass Google Initiator dieses Coups ist und die Zügel in der Hand hat, Grund zu der Annahme, dass hier etwas Grundlegendes, möglicherweise sogar Revolutionäres im Entstehen ist.

Ist Facebooks neues Werbemodell der Alptraum aller Datenschützer?

Facebook, das durch die jüngste Finanzierung auf stolze 15 Milliarden $ bewertet wird, plant seit längerem ein eigenes neues Werbemodell. Bisher wusste man nichts Genaues dazu. Bis heute. Details, die besonders Datenschützer aufhorchen lassen dürften. Der gläserne Konsument wird Ihnen präsentiert von Facebook. Und Microsoft. Deren Investition unter diesem Licht gar nicht mehr so unglücklich erscheint.

Social Networks dürften generell nicht gerade als das Paradies für Datenschützer zu bezeichnen sein. Facebooks Werbemodell scheint da aber am 6. November nochmal einen großen Scheit im lodernden Privacyfeuer nachzulegen :

When Facebook launches its “SocialAds” advertising product on November 6th, the technology will reportedly rely on cookies — unique identifiers sent to each user’s computer from Facebook, and returned to Facebook when they visit sites — to identify users and serve them contextually relevant ads on sites across the web.

Holy crap.

Personalisierbarer wird Werbung nicht: Werbung auf Grundlage der Informationen von den Profilen in Verbindung mit der entsprechenden Ausrichtung der angesurften Seite. Das ist eine Dimension mehr als AdSense zur Verfügung hat .

Advertisers will be able to clearly see interests in beer and other such personal information for 50 million Facebook users, for the first time. Right now, the ad networks record actions like surfing or clicking, but lack specific data about what you’re actually trying to accomplish through your actions.

Und die Werbereichweite auf das ganze Web auszubreiten? Das ist brilliant. Hats off. Zuckerberg und sein Team sind wirklich zur Zeit die innovationstreibende Kraft im Valley schlechthin.

Fazit

Ja, das könnte der GoogleAdsense-Killer sein. Vorausgesetzt Facebook wird das weltgrößte SocialNetwork (und ehrlich gesagt zweifle ich daran seit Sommer diesen Jahres nicht mehr).

Und die User?

Cookietracking gibt es schon lange in der Onlinewerbewelt. Deswegen weise ich auch so viele Adcookies wie möglich ab. Aber Cookietracking in Verbindung mit den Informationen aus den Profilen auf Facebook? Das hat eine neue Qualität.

Die, die fest im Browsersattel sitzen, werden, wenn Facebooks Werbemodell erfolgreich werden sollte, bald ein Äquivalent zum CustomizeGoogle-Addon (erlaubt unter Anderem das Anonymisieren des Google-Cookies) zur Verfügung haben und nutzen. Alle Anderen werden wohl wie die Schäflein zur Datenschutzschlachtbank geführt werden.

Here it comes, the Facebook-Juggernaut.


siehe Techmeme für weitere Reaktionen in den USA

1.6% für 240 Millionen: Microsoft beteiligt sich an Facebook

WSJ.com:

Microsoft Corp. agreed to invest $240 million for a 1.6% stake in Facebook Inc. that values the social-networking site at $15 billion, beating Google Inc. in a closely watched contest.

As part of the deal, the two companies expanded their existing advertising agreement. Microsoft, which previously handled Facebook’s U.S. ad sales, will now also sell the site’s international advertising.

was das unter Anderem bedeutet:

  • Facebook hat jetzt genug Cash, um weiter wachsen zu können (Serverlasten machten in letzter Zeit zu schaffen, Facebook schafft zur Zeit massiv an Hardware an)
  • lokalisierte Versionen dürften damit mittlerweile greifbar nahe sein
  • ein Börsengang ist damit auf absehbare Zeit nicht notwendig
  • es sieht so aus, als hätte Google in facebook tatsächlich einen potenten Antagonisten gefunden

Was ich davon halte:

Microsoft ist schwach im Internet aufgestellt. Gleichzeitig hat man obszön viel Geld in der Tasche.

Auch wenn der Deal eher, naja, sagen wir mal, mit Zuckerberg wöllte ich jetzt keinen Pokerabend verbringen wollen, mit Ballmer schon, also eher schlechte Bedingungen für Microsoft mit sich bringt, ist die Entscheidung strategisch doch auch für Microsoft clever. Microsoft hat einen Fuß in der Tür.

Zum ersten Mal seit Googles Siegeszug ist Microsoft an einem erfolgversprechenden Gegenentwurf zum Suchriesen beteiligt. Das und die Tatsache, dass das Potential von Facebook noch nicht abzuschätzen ist, lässt den Deal für Microsoft nicht so dumm aussehen, wie er vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag.

Im Gegensatz zu Anderen sehe ich das also nicht ganz so negativ (wenn ich den Dada dort jetzt richtig interpretiert habe - UPDATE: Robert hat mittlerweile noch einen Text zum “pfft pfft” nachgeschoben).

UPDATE: ein paar ausgewählte Stimmen

Nico Lumma sieht ebenfalls den Fuß. (was für ein Satz)

Facebook: Why Microsoft’s buy makes sense - - mathewingram.com/work - sehr lesenswert

Marc Andreessen vergleicht Ballmer-Zitate

GigaOM hat noch ein paar aktuelle Zahlen zu Facebook:

*U.S traffic to Facebook.com has risen 102 percent year-over-year when compared with the week ended 10/21/06.

Die Einfallslosigkeit der deutschen Internet-Entrepreneure

Und noch eine interessante Liste: Martin Weigert hat auf zweinull.cc über 100 Social Networks aus Deutschland zusammengesucht und thematisch geordnet.

Besser kann man die Einfallslosigkeit und Risikoaversion der deutschen Webmacher eigentlich nicht darstellen. Die aktuelle Lage in Webdeutschland als absurd zu bezeichnen, wäre noch beschwichtigend. Social Networks zu jedem Thema, das nicht bei drei auf den Bäumen ist oder gleich fast identische Kopien amerikanischer Dienste . Wahrscheinlich glauben Einige, dass Social Networks die neuen Portale sind*.

Allein 10 Netzwerke für Eltern& Familie. Und -festhalten- 20 ( in Worten: zwanzig) Social Networks für Sportler& Sportfans. 4 Social Networks für Tiere und weitere 4 ausschließlich für Hunde(!). Du meine Güte.

Abgesehen von vielversprechenden Projekten wie dem Mobile-Socialnetwork aka-aki (ich schrieb hier darüber), ist das eine Liste von ner ganzen Menge Totgeburten.

Und man muss nur die Pressemitteilungen Artikel auf deutsche-startups.de verfolgen, um zu sehen, dass diese Liste absurderweise weiter wächst (marketresearch, anyone?).

Es ist bedauerlich, dass so viele Ressourcen und Energie nicht in interessantere (und vielversprechendere) Projekte gesteckt wird. Denn let’s face it: 2/3 der in der Liste genannten Dienste werden die kritische Nutzermenge nicht erreichen und über kurz oder lang eingehen oder zumindest vor sich hindümpeln.

Der einzige Ausweg für Nischen- bzw. Specialinterest-Socialnetworks: Andocken an Plattformen wie facebook und den anderen bald kommenden Plattformen. Denn alle großen SNs planen, sich mehr oder weniger zu öffnen. Nur so können SISNs (get it?) die Hemmschwelle zur Nutzung entsprechend senken und überleben. Nur die Wenigsten werden es schaffen, unabhängig ihre eigene SocialGraph-Infrastruktur aufzubauen.

*Falsch!!12 (siehe )

Holtzbrinck beteiligt sich an bookya

Holtzbrinck stieg laut deutsche-startups.de Ende September bei bookya ein. Bookya ist eine Online-Bücherbörse für Studenten. Im Idealfall verbindet bookya Käufer und Verkäufer an der selben Uni.

Über bookya hatte ich zu deren Start im März diesen Jahres geschrieben. Damals kam ich zu folgendem Schluss:

Übrigens, das ist etwas, das auch zB Studivz hätte inkorporieren können, wenn man sich dort nicht ausschließlich auf Unsinn spezialisiert hätte.

Bei deutsche-startups.de kann man über die holtzbrincksche Genialität bezüglich Synergien nachlesen:

[Holtzbrinck Ventures] stellt den beiden Gründern neben Kapital bis Sommer 2008 vor allem Werbeflächen auf dem Online-Portal “studiVZ” zur Verfügung. “Dort wird unsere Zielgruppe zu 100 Prozent angesprochen, ein Streuverlust ist deshalb auszuschließen”, sagt Egli.

Brilliant.

Es bleibt mir ein Rätsel, warum die auf bookya angebotenen Funktionen nicht längst in studivz selbst eingebaut wurden. Ich meine, bookya is not really rocket-science. Oder warum Holtzbrinck jetzt bookya nicht selbst gleich ganz übernimmt und es in sein Studentennetzwerk einfliessen lässt.

Stattdessen erwartet man, dass der Student, der bereits auf studivz angemeldet ist, sich auch noch bei bookya anmeldet. Der Student, der als Schüler bei schuelervz angemeldet war. Und sich irgendwann nach dem Abschluss dann bei Alumnivz und in ein paar Dekaden bei rentnervz anmeldet? Ich bin dann mal auf facebook.

[tags]studivz, bookya[/tags]

Google kauft Jaiku

Google kauft Jaiku. Wer hätte das gedacht.

Jaiku ist ein Microblogging/Messaging-Dienst wie Twitter (in der Tat war Jaiku sogar vor Twitter da).

Was Jaiku gegenüber Twitter auszeichnet, sind Features wie das Erstellen von Themenkanälen, das Kommentieren von Beiträgen und die Möglichkeit, von haus aus Feeds von außerhalb einzubinden. Bei letzterem Feature kann man als Abonnent auch einzelne Feeds davon wieder abwählen. Beispiel: Wenn man also jemandem auf Jaiku folgt, der auch seinen Blogfeed mit einbindet, kann man diesen Blogfeed einzeln wieder abwählen und trotzdem dem Rest folgen. Da das bei Twitter nicht geht, sind bei mir und anderen schon ein paar Spezies rausgeflogen, die wirklich alles in Twitter abkippen. Mit Jaiku kann man solche ungewünschten Redundanzen leicht abschaffen.

Nichtsdestotrotz war es um Jaiku in letzter Zeit recht ruhig geworden. Als ich vor rund 3 Monaten Twitter und Pownce, ebenfalls ein Dienst in diesem Feld, verglich, bemerkte ich zu Jaiku:

Der einzige große Verlierer dieses Onlineplatzhirschkampfes scheint Jaiku zu werden.

Beide Dienste legten damals massiv an Usern zu. Und was Twitter an Features fehlte, bot Pownce in meinen Augen besser an als Jaiku (Besonders die Möglichkeit, kleine Dateien hochzuladen und zu sharen, setzt Pownce von den Anderen ab). Dafür hatte und hat Twitter schlicht und ergreifend mit Abstand die meisten User. Vielleicht gerade wegen der Einfachheit. Und Twitters API natürlich.

 

Jetzt aber gehört Jaiku zu Google. Und das könnte leicht zum Gamechanger werden (Großartige Vermischung von Sprachen heute hier, oder?). Besonders wenn man die kommenden Googlenews am 5. November betrachtet. Jaiku da mittendrin. Das wird interessant.

Offizielles Statement von Jaiku: Jaikido Blog | We’re joining Google

Offizielles Statement von Google: Official Google Blog: Reach out and message someone

FAQ zur Aquisition: Jaiku | Google Q&A

Reaktionen bis jetzt:

Google: making big social media moves « Scobleizer

UPDATE: siehe Techmeme für weitere Reaktionen

(lustigerweise mal wieder zuerst auf Twitter draufgestoßen)

[tags]Google, Jaiku[/tags]

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