Dropbox, jetzt mit 175 Millionen Nutzern, will das Dateisystem der Zukunft werden

Dropbox, das mittlerweile 175 Millionen Nutzer für sich verzeichnen kann, ist besonders auf iOS-Geräten längst zu einem wichtigen Werkzeug geworden, um Daten in Apps hinein und heraus zu bekommen.

Die Post-PC-Welt, in der immer mehr Menschen mehr als ein Gerät besitzen, kommt Dropbox natürlich sehr zu gute. Und es ergibt Sinn, dass Dropbox das eigene Angebot beständig vom simplen synchronisierten Dateiordner zur Hosting-Plattform für Daten verschiedenster Arten ausbaut, auf die Entwickler von Angeboten zurückgreifen können.

Wired.com:

Not content to stay sequestered inside the box, the company’s co-founders are unveiling ways for developers to meld their service with every app on every device you own.

For the first five or so years of its existence, Dropbox was synonymous with its “magic folder.” Save your files in the Dropbox folder on your computer, and they “magically” reappear in your Dropbox apps on your phone and tablet and in your Dropbox account on the web. Now, if developers take to the company’s new tools, the service will escape the confines of this folder, fusing with third-party apps running on practically every computer and smartphone operating system.

Houston wants Dropbox to become the “spiritual successor to the hard drive.”

Hier passt natürlich auch das von Dropbox übernommene Mailbox hinein:

For example, the much-hyped Mailbox email app — bought by Dropbox for a reported $100 million shortly after launching — will now be able to send attachments, which neither Apple’s native iOS email app nor Google’s iOS GMail app can do (except for photos, in the latter case). In the new version of Mailbox, tapping the paper clip icon at the bottom of the new message window opens a list of Dropbox files in the same way clicking the paper clip in the PC version of Gmail opens a window for browsing files. (Yahoo has already incorporated a version of the Chooser in the web version of its email app).

Dropbox könnte dank der Verwurzelung in ein klassisches Dateisystem auch dem Einschluss von Daten in Diensten entgegen wirken:

In Sanghvi’s vision, Dropbox makes our data more ours than ever before. Take, say, an app for calorie-counting or keeping a to-do list. Today, the data generated in those apps tends to sit in isolation, cut off from the wider world beyond the app itself. Datastores give that data a home-away-from-home in Dropbox that the company says will provide a new measure of portability.

Das ist natürlich ein hehres Ziel, das sich besonders für Marketingzwecke eignet. Das Problem ist allerdings, dass die abgelegten Daten proprietär bleiben und damit nicht von zum Beispiel Konkurrenten gelesen werden können. Trotzdem: Dropbox gehört zu den aktuell spannendsten Web-Unternehmen. Nicht zuletzt weil es ein anderes Geschäftsmodell verfolgt als alle anderen großen Webunternehmen im Consumerbereich. Dropbox ist auch der interessanteste Kandidat für die nächste IPO-Welle des Internetsektors.

Dank Prism und Co. ist das alles für Deutsche und deutsche Startups freilich wie alles was künftig aus den USA kommt ein zweischneidiges Schwert.

RSS: Tabellarische Übersicht über Alternativen zum Google Reader

Und noch eine Übersicht über Alternativen zum in wenigen Tagen eingestellten Google Reader. Dieses Mal tabellarisch auf Marketingland:

In the chart below, I’ve documented how each of the 14 RSS readers I’ve evaluated line up. The top readers listed in the chart happen to be more popular, followed by other feed readers sorted by alphabetical order. The readers include Feedly, Digg Reader, Newsblur, AOL Reader, BazQux, Feedbin, Feeder, FeedReader, FeedWrangler, G2Reader, InoReader, NetNewsWire, Ridly and The Older Reader. All of these are Web based RSS readers with the exception of NetNewsWire.

Der Autor setzt persönlich vorerst auf Feedly. Ich tendiere aktuell auch zu Feedly.

WordPress-Macher Automattic übernimmt iOS-App Poster & stellt sie ein

WordPress-Macher Automattic hat die Zeichen der Zeit erkannt und die iOS-App Poster übernommen. Poster ist, im Gegensatz zur fürchterlichen offiziellen WordPress-App, eine hervorragende App zum Bloggen über das iPad (gewesen), die sich auf das Wesentliche konzentriert und genau richtig ist für das Tabletumfeld. Das in der Appwelt hinterherhinkende Automattic kann also viel von dem Macher lernen. Das ist gut.

Was aber besonders schmerzt ist, dass Poster eingestellt wird:

So what’s changing? Poster will no longer be available for purchase, but if you’ve already bought the app you’ll always be able to re-download it. I’m continuing to support it, and I’m always just an email away if you’ve got any questions.

As for me, I get to keep doing what I love: creating apps and experiences that enable and delight. The only difference is that I get new opportunities to continue to learn and develop personally and now get to work with some amazing people. I truly believe that something great will come from devoting my time and attention to Automattic.

Ich blogge seit einiger Zeit regelmäßig mit dem iPad und nutze dafür Poster. Auch dieser Artikel ist mit Poster entstanden. Mit einem Schlag hat der Appstore seine mit großem Abstand beste Bloggingapp für WordPress verloren.

Flipboard 2.0 führt Follower-Prinzip für nutzerkuratierte iPad-Magazine ein

Die populäre Magazin-App Flipboard hat in der neuen Version 2.0 eine faszinierende neue Funktion eingeführt.  Nutzer der App können nun eigene Magazine, also Artikelsammlungen, erstellen und diese anderen Nutzern zum Abonnement in Flipboard anbieten.

Richard Gutjahr hat s ich Flipboard 2.0 angeschaut :

Mit nur zwei Berührungen kann ich den Artikel nun zu einem bereits bestehenden Magazin hinzufügen – oder aber ein neues Heft erstellen. Ich kann entscheiden, ob ich die Sammlung nur für mich mache, oder aber mit der Welt (Flipboard, Facebook & Co) teilen möchte.

[..]

Mit der Funktion “Lesezeichen” lassen sich künftig Magazine abonnieren – egal ob von professionellen Anbietern oder von Lesern kuratiert. Praktisch: Die Suchfunktion erleichtert das Aufspüren interessanter Angebote.

Was Flipboard hier umgesetzt hat, ist die vom GoogleReader bekannte, vor einiger Zeit eingestellte Funktion “Shared Items” für den Kontext ‘Magazinapp auf dem Tablet’. Nutzer können sich gegenseitig Links empfehlen und diese Empfehlungen von anderen abonnieren. Der Unterschied etwa zu Twitter: In diesem Umfeld bekommt man ‘nur’ Linkempfehlungen, was die Nutzung dieser Funktionen von beiden Seiten (Empfehler, Empfänger) prägt.

Flipboards neue Funktion der nutzergenerierten Artikelsammlungen, die in der App gleichwertig neben herrkömmlich hierarchisch generierten Magazinen stehen, zeigt noch einmal deutlich die Richtung des Medienwandels auf, dessen Entbündelung von Presserzeugnissen eben auch vor dem iPad nicht halt macht, wie ich bereits 2010 schrieb. Die neue Funktion ist ein logischer, vorhersehbarer Schritt gewesen.

Und jetzt kommt das Presseleistungsschutzrecht

Ich kann Richard Gutjahr allerdings leider nicht zustimmen, wenn er schreibt, dass die neue Flipboad-Version das verabschiedete und nun wohl in wenigen Monaten in Kraft tretende Presseleistungsschutzrecht ad absurdum führe.

Ich habe bereits mehrfach darüber geschrieben, dass das Presseleistungschutzrecht wohl auch mit Hinblick auf Apps und den Tabletmarkt von Axel Springer und Co. erdacht wurde. Christoph Keese, Cheflobbyist bei Axel Springer und damit automatisch in Personalunion Gesetzgeber in Deutschland, legte die Karten bewusst oder unbewusst bereits 2011 in seinem Blog auf den Tisch. Dort schrieb er über MyEdition, eine iPad-App von  Axel Springer:

 Inhalte aus anderen Quellen werden nicht ungefragt integriert. Sie werden nur mit vorheriger Genehmigung eingebaut. Genau das ist ein wichtiger Unterschied zu Flipboard oder Zite: MyEdition ist legal. Das haben wir bei der Vorstellung der Closed Beta mehrfach deutlich gesagt; ich habe es getwittert und es steht auch in diesem Blog.

Die Implikation ist offensichtlich: Angebote wie Flipboard ohne Geldfluss Richtung Axel Springer sollen in den Augen von Axel Springer illegal sein. In den Köpfen der Springerschergen waren sie das schon 2011.

Meine Prognose: Noch dieses Jahr wird bekannt werden, dass deutsche Presseverlage auf Basis des neuen Presseleistungsschutzrechts Verhandlungen mit Flipboard aufnehmen (wollen).

Vielleicht noch vor Ende des Jahres wird im schlimmsten Fall Flipboard auf unbestimmte Zeit aus den deutschen Appstores verschwinden. Im besten Fall kehrt es verkrüppelt in einer deutschen Sonderedition zurück.

Warum? Weil

  • die kommenden Forderungen der Presseverlage,
  • das neue Recht, das die Grundlage für ihre Forderungen darstellt,
  • die mit dem Recht verbundene Rechtsunsicherheit
  • und die Unmöglichkeit für Flipboard, a priori feststellen zu können, ob ein Inhalt Teil eines Presseerzeugnisses ist oder nicht,

Flipboard keine andere Wahl lässt.

Dropbox übernimmt Mailbox

Das ging schnell: Dropbox hat die Mailapp Mailbox übernommen. Und das nur einen Monat nachdem Mailbox mit viel Furore gestartet ist.

Aus dem offiziellen Blogposting von Dropbox:

After spending time with Gentry, Scott, and the team, it became clear that their calling was the same as ours at Dropbox—to solve life’s hidden problems and reimagine the things we do every day. We all quickly realized that together we could save millions of people a lot of pain.

Dropbox doesn’t replace your folders or your hard drive: it makes them better. The same is true with Mailbox, it doesn’t replace your email: it makes it better. Whether it’s your Dropbox or your Mailbox, we want to find ways to simplify your life.

We’re all looking forward to making Mailbox even better and getting it into as many people’s hands as possible. There’s so much to do and we’re excited to get started!

Mailbox setzt sich als mobile App, also als Client, zwischen Emailserver und Nutzer. Zunächst nur für iOS und Gmail hat Mailbox etwas geschafft, das ich nicht für möglich gehalten hätte. Es hat die mobile Nutzung von Email für mich persönlich tatsächlich revolutioniert. Ausschlaggebend war dabei weniger der, in der Tat nette, Todo-Ansatz, eingehende Emails auf später zu verschieben. Vielmehr war es die Mischung aus Interface, das Multitouch und Email-abarbeiten hervorragend vereint und die Beschleunigung der Email-Downloads dank Komprimierung des Mailbox-Servers, der sich zusätzlich zwischen App und Gmail-Server legt. (Privacy, Schmivacy)

Emails waren nie schneller auf meinem iPhone und raus aus meiner Inbox wie mit Mailbox.

Die Übernahme ist eine gute Nachricht für alle Mailbox-Nutzer: Der Ansatz von Mailbox, sich zusätzlich zwischen Mailserver und Endgerät zu hängen, hat nicht nur zu Möglichkeiten beim Geschäftsmodell gesorgt sondern Mailbox auch zu einem Übernahmekandidaten gemacht. Mailbox hat einen Zugang zum Emailmarkt gefunden, der tatsächlich sehr lukrativ werden könnte. Da Mailbox VC-finanziert ist, wäre es wohl so oder so irgendwann übernommen worden.

Im Gegensatz zu anderen potentiellen Käufern wie etwa Google, ist Dropbox bereits erfolgreich mit einem Freemium-Geschäftsmodell und etwa nicht auf Werbung angewiesen. Das dürfte die Weiterentwicklung von Mailbox nicht nur sicherstellen, sondern auch besser zum Emailumfeld passen.

Gleichzeitig wurde Mailbox vom Andrang wohl so überrollt, dass sie Probleme bekamen den Dienst zu skalieren. Wer könnte ihnen besser dabei helfen als der bis dato erfolgreichste Onlinespeicherdienst für Endnutzer?

Auf der Website von Mailbox heißt es denn auch:

We can’t wait to put Mailbox in the hands of everyone who wants it. This means not only continuing to scale the service, but also including support for more email providers and mobile devices. Add to that a host of new features and we’ve got a LOT of work to do, certainly more than our current team of 14 can handle. We need to grow and we need to grow thoughtfully, with top-notch people who share our goals and values.
Enter Dropbox, the team from San Francisco who helps over 100M people bring their photos, docs, and videos with them anywhere. They’re a profoundly talented bunch who build great tools that make work frictionless, and Mailbox fits Dropbox’s mission like a glove. Plus, they’ve got a ton of experience scaling services and are experts at handling people’s data with care. In short, Dropbox is our kind of company.
Rather than grow Mailbox on our own, we’ve decided to join forces with Dropbox and build it out together.

Diese Übernahme ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass nicht wenige Beobachter davon ausgehen, dass Dropbox dieses oder spätestens nächstes Jahr an die Börse gehen wird.

f.lux passt Monitorfärbung der Tageszeit an

Sehr gutes kleines Tool, das die Arbeit oder das Vergnügen am Rechner am späten Abend angenehmer macht. 

f.lux: software to make your life better:

it makes the color of your computer’s display adapt to the time of day, warm at night and like sunlight during the day.

It’s even possible that you’re staying up too late because of your computer. You could use f.lux because it makes you sleep better, or you could just use it just because it makes your computer look better.

Für Windows, Mac und Linux verfügbar.

(via Back 2 Work)

Ubuntu bekommt Amazon-Ads. Erfolgversprechende Strategie? [Update]

Mobile Geeks:

Laut einem Artikel von den Ubuntu-Kennern omgubuntu.co.uk werden im kommenden Release von Ubuntu 12.10 verschiedene Startmenü-Lenses Empfehlungen und Affiliatelinks von Amazon enthalten. 

Entgegen des erwartbaren Aufschreis in den üblichen Geekkreisen halte ich das für keine sonderlich problematische Entwicklung, um mit einem (Linux-)OS Geld zu verdienen. Natürlich wäre ein Verzicht auf eine Werbefinanzierung wünschenswerter. Aber zum einen ist das Entfernen der Werbung relativ einfach und zum anderen dürfte die Integration die meisten User, die sich auch nicht an Unity stören, nicht sehr stark irritieren.

Spannend ist die langfristige Aussicht für Canonical und Ubuntu: Die in verschiedene ‘Lenses’ unterteilte Desktopsuche auf Ubuntu könnte unter anderem irgendwann auch eine mit dem OS ausgelieferte Websuchsparte bekommen, für deren Defaulteinstellung sich Canonical ebenfalls bezahlen lassen könnte. Bing und Google sind offensichtliche Kandidaten dafür. Man stelle sich das vor: Microsoft finanziert die populärste Linux-Distribution.

So oder so: Mozillaverdient mit der Defaultsuche in Firefox 300 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das sind keine Peanuts.

Update: Die Bezeichnung Amazon-Ads war nicht korrekt. Siehe unter anderem das Blogpost von Marc Shuttleworth:

These are not ads because they are not paid placement, they are straightforward Amazon search results for your search.

Es ist also eine Integration von Suchergebnissen von Amazon mit Affiliatelinks. Die strategische Richtung und meine Analyse bleiben davon unberührt. Dazu passend auch Shuttleworth:

It makes perfect sense to integrate Amazon search results in the Dash, because the Home Lens of the Dash should let you find *anything* anywhere. Over time, we’ll make the Dash smarter and smarter, so you can just ask for whatever you want, and it will Just Work.

Bottom Line: Ubuntu steigt seitwärts in den Suchmarkt ein. /Update

PC als Personalized Computing: Microsoft arbeitet an der Deutungshoheit

Microsoft: PC heißt jetzt Personalized Computing | heise online:

Mit 30 neuen Windows 8-Tablets erklärte Microsoft die IFA zu einem herausragenden Erfolg. Nach der Ära des noch von Bill Gates eingeläuteten Zeitalter des Extended PC sieht man die “PC Plus-Ära” dämmern, in der allein Microsoft den Anwendern ein “einheitliches Benutzererlebnis” garantieren könne, meinte Peter Jaeger. Nach seiner Aussage ist der Konzern mit einem jährlichen Forschungsetat von 9,5 Milliarden US-Dollar weltweit führend und könne allein mit dieser geballten Entwicklungsmacht die Zukunft gestalten.

Hut ab vor dem, was Microsoft mit Windows 8 versucht. Aber das ist alles andere als ein “einheitliches Benutzererlebnis”. Das Besondere an Windows 8 ist immerhin gerade, dass es neben der Desktopoberfläche eine für Touch optimierte Oberfläche (The GUI formerly known as Metro) mitbringt.

Microsoft will ein OS für Desktop und Touch anbieten, das somit zwei Oberflächen mitbringt. Apple setzt auf zwei unabhängige Betriebssysteme (Mac OS und iOS) für die zwei unterschiedlichen Eingabeparadigmen. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile. Aber keine davon bedeutet, ein  ”einheitliches Benutzererlebnis” zu erlangen. Das ist weder möglich, noch wünschenswert.

Und “PC Plus”: Klar, ein Unternehmen, dessen Logo auf das eigene PC-OS abzielt, und dessen mobiles OS ebenfalls Windows heißt, obwohl da gar keine Programmfenster vorkommen, kann gar nicht anders als den PC mitzuschleifen. Das erscheint heute noch zwingend. In fünf Jahren oder gar zehn Jahren, wenn die Mehrheit der Bevölkerung Tablets als Hauptcomputer einsetzen werden, wird das eigenwillig erscheinen. Dabei ist egal wie sehr man die Abkürzung für ‘PC’ umzudeuten versucht. PCs werden für Normalbürger wohl immer Desktop und Laptop bleiben. Sie wissen schon, diese LKWs, wie Steve Jobs sagen würde.

Ubuntu bekommt API für Integration von Webapps

Ubuntu Linux bekommt eine spezielle Web API, mit der Webapps in das Betriebssystem integriert werden können. heise online:

Mit der kommenden Version 12.10 soll Ubuntu Web Apps ebenso gut wie lokal installierte Anwendungen in den Unity-Desktop integrieren. Damit könnte dann Google+ bei neuen Nachrichten ebenso wie ein lokaler IM eine Systembenachrichtigung einblenden, Grooveshark ließe sich wie Rhythmbox über das Sound-Menü steuern, neue Mails auf Google Mail würden im Nachrichtenmenü angezeigt. Eine Vorabversion der Technik lässt sich bereits mit Ubuntu 12.04 ausprobieren.

Das ist eine interessante Entwicklung, die clevererweise die Unterstützung von Ubuntu durch Entwickler, die bereits native Apps auf anderen Betriebssystemn und Webapps ihres Webservices anbieten, stark vereinfachen sollte:

Ein JavaScript-Schnippsel sorgen dafür , dass relevante Informationen aus der jeweiligen Webseite extrahiert und an die Web API verfüttert wird. Für eine Reihe von Webangeboten, darunter amazon.com, diverse Google-Dienste (Mail, Reader, Google+), wordpress.com, Yahoo Mail und Youtube, ist die Unity-Integration bereits in dem Paket unity-webapps enthalten. 

Canonical, das Unternehmen hinter Ubuntu, macht aktuell alles richtig. Ubuntu bietet etwa mit Ubuntu One einen ausgewachsenen Cloudspeicher- und Syncdienst an, welcher auch Clients für iOS und Windows hat. Die noch relativ neue Ubuntu-Oberfläche Unity wird zwar gehasst von Linux-Geeks. Das allerdings aus den gleichen Gründen aus denen sie wichtig ist: Sie macht die Nutzung so benutzerfreundlich wie möglich und hat es damit erstmals geschafft, Linux mainstreamtauglich zu machen. Eine enorme Leistung.

Spannend ist auch der Plan von Canonical, mit Ubuntu for Android Ubuntu neben Android auf Smartphones zu installieren.

Mit dem kommenden Ende der Dominanz von Windows ändert sich auch die Dynamik im Endkonsumentenmarkt für Betriebssysteme. Ubuntu ist der beste, man könnte auch sagen bisher einzige, Anwärter auf große Marktanteilsgewinne neben Mac OS, iOS und Android, während Microsoft sich langsam aber sicher in ein reines B2B-Unternehmen entwickelt.

Wie immer beginnt es mit den Entwicklern.

Das Ende der Windows-Vorherrschaft

So sieht das Ende einer Ära aus:

Windows mac

Horace Dediu von asymco zeigt in diesem Chart das Verhältnis von verkauften PCs zu verkauften Macs. Nach dem Höhepunkt 2004 fällt das Verhältnis drastig zu ungunsten der Wintel-PCs. Der Zuwachs an PC-Verkäufen stieg zwar die letzten Jahre weiter an, allerdings war das Wachstum der Verkäufe von Mac-Rechnern konstant höher.

Noch dramatischer wird das Bild, wenn man iOS einbezieht:

Windows apple

Würde man in dieses Bild noch die unzähligen Millionen verkaufter Android-Geräte einbeziehen, wäre das Ergebnis noch erdrückender für Windows. (Und natürlich ist das Einbeziehen von iOS und Android folgerichtig. Smartphones sind mehr Taschencomputer als Telefone und übernehmen damit auch zunehmend Aufgaben von Laptops und Desktoprechnern.)

Horace Dediu über die Implikationen für Windows und Microsoft:

Considering the near future, it’s safe to expect a “parity” of iOS+OS X vs. Windows within one or two years. The install base may remain larger for some time longer but the sales rate of alternatives will swamp it in due course.

The consequences are dire for Microsoft. The wiping out of any platform advantage around Windows will render it vulnerable to direct competition. This is not something it had to worry about before. Windows will have to compete not only for users, but for developer talent, investment by enterprises and the implicit goodwill it has had for more than a decade.

It will, most importantly, have a psychological effect. Realizing that Windows is not a hegemony will unleash market forces that nobody can predict.

Plattformen wachsen und schrumpfen nicht linear, weil Netzwerkeffekte als positive Externalitäten enormen Einfluss auf den Gesamtwert und damit die Position einer Plattform haben. Windows als ein Betriebssystem unter vielen ist für Microsoft damit nicht einfach nur ein Geschäft mit geringerem Umsatz. Es ist ein komplett anderes Geschäft.

Langsam aber sicher wird sich im Mainstream die Erkenntnis etablieren, dass es ein gutes, reichhaltiges Computerleben neben Windows gibt. Angesichts der Entwicklungen könnte man auch sagen, die Erkenntnis ist beim Konsumenten längst angekommen.

Wenig verwunderlich, dass die Upgrade-Preise für Windows 8 für Microsoft-Verhältnisse ausgesprochen niedrig ausfallen werden. Microsoft braucht um jeden Preis eine hohe Zahl installierter Instanzen der jüngsten Windowsversion, um den Entwicklern von Windows-Programmen eine vernünftige Ausgangsbasis zu bieten, denn mittlerweile läuft Microsoft die Zeit davon. Wenig verwunderlich vor diesem Hintergrund auch Microsoft Surface, eine radikale Abkehr von Microsofts traditionellem Geschäftsmodell.

Der Betriebssystemmarkt, oder präziser der Softwareplattformmarkt, öffnet sich wieder zum ersten Mal seit den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Einer der (noch) unerwarteten Gewinner dieses Wandels könnte Linux und damit insbesondere Canonical, der Anbieter des sich in eine interessante Richtung entwickelnden Linux Ubuntu, sein. So oder so: Unix-basierte Betriebssysteme übernehmen die Welt.

Windows 8: Messy.

Ars Technica: Windows 8 on the desktop—an awkward hybrid:

The Windows 8 desktop experience is best summed up with one word: frustrating. It takes the already solid Windows 7 experience and makes some valuable, desirable improvements. The Start screen is an effective Start menu replacement. As I’ve written previously, the Metro apps themselves work well with the mouse and a keyboard: writing applications that are equally comfortable with touch and mouse seems possible. All the different pieces that you need for a good desktop operating system are there.

They just don’t fit together well. For tablet users, the whole is probably greater than the sum of the parts, and the individual decisions add up to a slick touch environment. But they’re problematic for dedicated desktop users, and mixed Metro/desktop usage looks like a real mess.

The only way to make the experience work smoothly is to ignore the Metro parts (aside from the Start screen). And if you’re going to do that, what’s the point of giving desktop users Metro apps at all?

Sieht so aus, als wäre die Strategie von Microsoft, Touch und Desktop in Windows 8 zu verbinden, keine einfache Aufgabe und zumindest im ersten Anlauf.

Hier ist das Problem von Microsoft in drei kurzen Punkten:

  • Sie müssen irgendwie auf iOS und iPad antworten.
  • Sie wollen auf keinen Fall Windows beziehungsweise die Einheit des OS-Geschäfts  ’aufgeben’ . (Deswegen trägt Windows Phone 7 auch den Namen, den es trägt, obwohl es weder Fenster hat noch irgendetwas mit den Vorgängerversionen zu tun hat. Der Name dürfte auch eine der Ursachen sein, die das Telefon-OS aus dem selben Grund zurückhält: Verbindung zu den schlechten Vorgängern.) Also versuchen sie, Touch-Oberfläche und klassische Desktop-Oberfläche in ein OS zu gießen oder das zumindest vor den Endnutzern zu simulieren.
  • Windows-Nutzer mögen keine Veränderung, aus guten (alte Intranetsoftware in Unternehmen, Win-only-Programme) und weniger guten Gründen (Angst vor Neuem, Bequemlichkeit). Denn sonst hätten sie längst zu Ubuntu oder Mac OS gewechselt, die beide wesentlich bessere Desktop-Betriebssysteme als das heutige Windows sind. Eine radikale Veränderung im Interface dürfte dieser Klientel nicht gefallen. Egal wie wenig radikal die Umsetzung am Ende ausfällt. (Ironie: Genau das könnte dann wiederum dazu führen, dass man doch einmal Ubuntu oder Mac OS testet, weil die Veränderung so oder so mit dem Upgrade kommen würde.)

Der Fehler von Microsoft könnte im zweiten Punkt liegen, der einzig strategische Gründe hat, die von der Produktseite her nicht erklärbar sind. Zumindest sind die Vorteile von Microsofts Vorgehen mir nicht ersichtlich.

Man vergleiche mit Apple:

  • Mac OS X
  • iOS

172 Millionen iOS-Geräte verkauft

TheNextWeb:

Cook says that its line of iDevices have sold 172M units and now comprise 76% of its total revenue.

It’s important to note that the phrase used is “post-PC” and not “mobile”, as the iPad is quickly becoming a PC alternative for those who don’t want or need a complete desktop setup. As we reported earlier, iPad ownership is up 74% year-on-year in Europe alone.

76%. So viel macht iOS zum Umsatz des wertvollsten Unternehmens der Welt aus. Könnte wichtig sein, dieses Betriebssystem.

(Disclosure: Ich halte Apple-Aktien.)

Ubuntu for Android: Ein Gerät für Android unterwegs und Ubuntu zuhause

Android ubuntu 03

Interessante Richtung, die Canonical mit Ubuntu for Android geht. TechCrunch:

This is not an Ubuntu app running atop Android. Nor is it an all-Ubuntu device running an Android emulator. Rather, Ubuntu for Android it the full Ubuntu desktop running side-by-side with Android on a shared kernel that provides context appropriate access to all your content. When out and about, the phone operates as any other Android-powered phone; but when you slip the device into a dock connected to a monitor, keyboard and mouse you get the familiar Ubuntu desktop experience.

Nicht nur für Mobiltelefone sondern auch für Tablets, die größere Speichermöglichkeiten und längere Laufzeiten mitbringen, könnte das interessant sein. Ein Tablet/Smartphone unterwegs auf sich gestellt mit Android, zuhause der Rechner mit Ubuntu, bei dem das Tablet/Smartphone ‘nur’ die zentrale Recheneinheit ist.

Keine abwegige Idee. Besonders für den Mainstream (auf den die neue Unity-Oberfläche von Ubuntu eh abzielt) könnten damit alle Computerbedürfnisse gestillt werden.

Auch für den Enterprise-Sektor hat die Idee Potential:

The most immediate use case is enterprise users: people who carry a smartphone and a laptop. Ubuntu for Android would allow many mobile professionals to reduce to a single device.

Smartphone + Dock wäre auch eine Basis für eine SmartTV-Lösung. Letzten Endes geht es nur um anschließbare Monitore. Auch hier denkt Canonical mit:

Another neat trick: if you connect your Ubuntu for Android device to a television via HDMI you don’t get the Ubuntu desktop: you get the Ubuntu TV interface. You can browse media on your phone or access online content as you would with any Ubuntu TV appliance.

Nicht unwahrscheinlich, dass Google irgendwann eine ähnliche Strategie mit ChromeOS fahren wird. So oder so: Diese Richtung ist das erste Zeichen, dass Android vielleicht doch noch eine Zukunft als Tablet-OS haben könnte.

Wobei es fast noch interessanter wäre, wenn Canonical das nun offene, sehr viel tabletfreundlichere WebOS nimmt und es im mit Ubuntu im Bundle Tabletherstellern nahelegt.

Mit dem Beginn der Post-PC-Ära scheint Canonical mit seinem in der Linux-Nische erfolgreichen Ubuntu endlich einen Weg gefunden zu haben, erfolgreich in breitere Märkte gehen zu können. Noch gibt es keine offiziellen Hardwarepartner. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Meine Prognose: Von Ubuntu werden wir bald öfter hören.

Die Auswirkungen des iPhones auf die Marke Apple

imessage-iphone.jpg

Apple-CEO Tim Cook über die  Auswirkungen des iPhones auf die Marke Apple:

The iPhone introduced Apple to millions of people — our brand — to people who had never met Apple before. Now, it’s interesting to look — take China as an example — last year the Macintosh grew more than 100% in China, year-over-year. Not on a big base, but 100% is pretty good. The market grew 10%, so we outgrew the market 10x.

The iPhone is creating a halo for the Macintosh. iPhone has also created a halo for iPad. You can definitely see the synergistic effect of these products, not only in developed markets, but also in emerging markets where Apple wasn’t resonant for most of its life.

Als ich mich 2008 für mein erstes iPhone entschied, war das mein erste Apple-Produkt überhaupt. Ich hatte es bis dahin für eher unwahrscheinlich gehalten, jemals ein Produkt von Apple zu benutzen.

Als ich 2010 ein iPad kaufte, war dass das zweite Apple-Produkt in meinem Haushalt. Beide Entscheidungen stellten sich als richtig heraus: Mein erstes iPhone war das mit Abstand beste Mobiltelefon, dass ich je besessen habe; bis ich mir das iPhone 4 geholt habe. Das iPad ist auch heute noch jeden Tag im Einsatz und damit ist es ein Gerät, das ich nicht mehr missen möchte.

Als ich Anfang 2011 frustriert war von der Perfomance meines vor einem Jahr gekauften Thinkpads und des darauf befindlichen Windows 7, bin ich auf Mac OS und ein Macbook Air umgestiegen. Etwas, das Prä-iPhone und Prä-iPad undenkbar war: Denn bis dahin hatte ich nicht verstanden, was Apple-Produkte von vergleichbaren Geräten unterscheidet.

Hätte Windows mich nicht frustiert, wäre es also im Alltag tolerierbar geblieben, und hätte ich nicht schon zwei Apple-Produkte im täglichen Einsatz gehabt, die mich nie frustrierten, ich wäre nie von Windows weggegangen.

Ich glaube, dass es sehr vielen ähnlich geht. Die große Zahl der iPhones (37 Millionen) bedeutet nicht nur ein sehr lukratives Geschäft für Apple. Sie bedeutet auch, dass sehr viele Menschen, die mit Windows aufgewachsen sind, zum ersten Mal mit Apple in Berührung kommen – und ihre Berührungsängste verlieren.

Im Vergleich zu Mac OS X, und sogar zum sehr empfehlenswerten Linux Ubuntu, erscheint Windows 7 hoffnungslos antiquiert. Dieses Jahrzehnt wird kein Microsoft-Jahrzehnt.

(Disclosure: Ich halte Apple-Aktien.)

 

Die 4 Faktoren, welche die PC-Branche neu formen

Horace Dediu auf asymco.com über die Entwicklung der Computerbranche in der Post-PC-Ära: The big bang theory of computing:

So if history serves as a guide, the displacement of the PC won’t come from a direct substitution but a more sinister and hard-to-predict subversion through new applications and a re-definition of what a PC is. The driving forces are not just volumes but new input methods, new user interfaces, new jobs to be done, new software and many innovative companies working within an ecosystem.

Einige der wichtigeren treibenden Faktoren der Veränderung sind leicht ausmachbar:

  • Multitouch-Smartphones
  • Tablets (also aktuell nur iPads)
  • Sprachsteuerung (Siri)
  • Cloud Computing

3 von 4 dieser Faktoren wurden massgeblich von Apple beeinflusst und werden heute teilweise von Apple dominiert. (Tabletmarkt ist ein iPad-Markt) Traditionelle PC-Hersteller wie HP, Dell oder Acer hechten der Entwicklung hinterher. Gleichzeitig zeigt Amazon, wo die neue ‘Bedrohung’ herkommt: Von Plattform-Unternehmen.

Google Chrome OS: Nichts als das Web

Google hat heute Chrome OS vorgestellt:

After today’s Chrome event, it became clear that Chrome OS is Google’s true operating system and Android is just a placeholder. Google says that web apps are the native apps in Chrome OS and there are a lot of cool applications in the Chrome Web Store, which is now available.

[..]

Chrome OS is “nothing but the web”. It may seem limited, but it’s actually open ended. It’s a platform that lets you access the web instantly, that’s always connected and always in sync, it’s built for sharing with other people, it’s up-to-date and it’s constantly improving.

Chrome OS, Google’s True Operating System.

Google verfolg mit Chrome OS hochgesteckte (aber nachvollziehbare und vor allem erreichbare) Ziele, die man auch bereits beim Erscheinen des Google-Browsers Chrome erahnen konnte.

Die ersten Notebooks mit Chrome OS sollen Mitte 2011 erscheinen.

Infomanagement: Postranks Artikelfilter für GoogleReader jetzt auch mit Google Chrome

Postrank bewertet Artikel nach dem Umfang an Reaktionen, die sie hervorrufen (Kommentare, Tweets, Diggs, etc.). Zur Anzeige des Postranks von Artikeln direkt im GoogleReader bietet Postrank seit 2007 eine Erweiterung für Firefox an. Jetzt hat man eine Erweiterung für Google Chrome veröffentlicht. Besonders sinnvoll ist das in der Titelansicht:

chrome-postrank

Leider verfolgt die Chrome-Erweiterung den gleichen konzeptionellen Fehler der Firefox-Erweiterung: Statt den Postrank, der immer nur ein relativer Wert sein kann, nach der Bandbreite der Reaktionen auf die Artikel eines Blogs zu beziehen, wird der Wert anhand des gesamten aufgerufenen GoogleReader-Ordners bestimmt.

Das heißt, bereits populäre Blogs haben gegenüber nicht so populären Blogs immer einen Vorsprung, wenn sie im selben Ordner im GoogleReader aufgerufen werden. Nichtsdestotrotz ist die Browser-Erweiterung von Postrank sehr nützlich. Notfalls bezieht man Postrank eben nur ein, wenn man Feeds einzeln aufruft.

Zusätzlich zur Anzeige des Postrank-Wertes fügt die Erweiterung noch ein Dropdown-Menü ein, mit dem man je nach Bedarf die weniger populären Artikel ausgrauen kann, was den Überblick bei einer großen Masse an Artikeln vereinfacht.

Verbindet man die Postrank-Anzeigen mit der Möglichkeit von GoogleReader, Artikel eines Ordners nach “Magic” zu sortieren (ein Algorithmus der Popularität und Personalisierung einbezieht), erhält man ein flexibles Umfeld für den Konsum umfangreicher Informationsmengen.

Neben der Möglichkeit nur die besten Artikel eines Blogs zu abonnieren, sind die Browser-Erweiterungen von Postrank weitere, sehr nützliche Werkzeuge für alle, die Nachrichten aus dem Netz beziehen.

Copy&Paste: Tynt-Blocker für Safari und Google Chrome

Tynt bietet Websitebetreibern die Möglichkeit, Copy&Paste zu tracken und die eigenen Nutzer zu nerven. John Gruber:

What happens is that when you select text from these web pages, the site uses JavaScript to report what you’ve copied to an analytics server and append an attribution URL to the text.

Eigenartigerweise setzen mittlerweile Techbusinessblogs wie TechCrunch und BusinessInsider den Dienst ein.

Gruber weiter über Tynt:

I presume Tynt has plans to eventually insert ads into copied text, but as far as I’ve seen, they aren’t doing so yet. I have no idea what TechCrunch or The New Yorker think they’re getting out of this service. They’re burning some measure of goodwill from their readers in exchange for URL tracking analytics from Tynt identifiers that most people, I bet, delete as soon as they see them after pasting. And even if it does work well — if, in fact, a significant number of people leave the tracking URLs from Tynt in place after they paste — the idea of websites tracking what users copy from their pages is creepy.

[..]

Whatever their justification for using Tynt is, I’ll bet it involves repeated use of the phrase “biz dev”. All they’re really doing is annoying their readers. Their websites are theirs, but our clipboards are ours. Tynt is intrusive, obnoxious, and disrespectful. I can’t believe some websites need to be told this.

Dem kann ich mich nur anschliessen.

Gruber hat auf Daring Fireball auf eine Safari-Erweiterung verwiesen, mit der man Tynt blockieren kann.

Da mich Tynt bei meiner Arbeit ebenfalls nervte, habe ich nach einem Tynt-Blocker für meinen Standard-Browser Google Chrome gesucht und gefunden: Tynt Blocker für Google Chrome.

Für Firefox habe ich eigenartigerweise keine äquivalente Erweiterung finden können.

Generell sollte aber jeder Browser von haus aus die Option mitbringen, die Copy&Paste-Funktion auf den reinen Text umstellen zu können, so dass jegliche Skripte dabei ignoriert werden. Aktuell erscheint mir das Browser-Verhalten wie ein potentielles Sicherheitsloch. Da scheint es Nachrüstungsbedarf zu geben.

Android, Chrome OS und WebOS: Wenn Linux nicht Linux genannt wird und erfolgreich ist

Linux wird im mobilen (Smartphones mit Android oder WebOS) und semimobilen Bereich (kommende Tablets mit Android, WebOS, kommende Netbooks mit Chrome OS) zunehmend erfolgreich. Diese Bereiche sind die kommenden Wachstumsbereiche im Computermarkt. Teilweise sind sie es bereits heute.

Interessant dabei ist, dass Linux nicht Linux genannt wird und unter verschiedenen Namen im Markt nach vorn marschiert. Deswegen dürften viele diesen Siegeszug übersehen. Gleichzeitig liegt es natürlich an der Open-Source-Herangehensweise, dass Linux hier erfolgreich ist. Google (Android und Chrome OS) und Palm (WebOS; Palm und WebOS gehören jetzt zu HP) stehen auf den Schultern derer, die Linux entwickelt haben und weiter entwickeln. Sie müssen für ihre eigenen Betriebssysteme nicht bei Null anfangen.

OStatic:

As Steven Vaughan-Nichols notes, Hewlett-Packard, the number one PC seller on the planet is trending toward becoming a significant Linux distributor. In acquiring Palm, HP also acquires the Linux-based WebOS, and if HP is smart, it will pursue a very open strategy with WebOS, possibly on mobile phones, and possible on iPad-like tablet devices.

[..]

Google, too, has demonstrated how powerful Linux can be when it’s not branded as Linux. Android is a hugely successful mobile OS, based on Linux. Google’s upcoming Chrome OS is Linux-based and was developed with the help of the Canonical team. Increasingly, Linux is having an impact on desktop and mobile technology users when it isn’t called Linux.

Das Jahr, in dem Linux auf dem Desktop einzieht, mag vielleicht nie kommen. Aber vielleicht ist das auch nicht mehr wichtig, wenn die Bedeutung des Desktops künftig marginalisiertwird.

Linux wird auf den Geräten von morgen eine bedeutende Rolle spielen, wenn auch in unterschiedlichen Gewändern. Die Computerwelt wird gerade umgekrempelt und Linux ist mittendrin.

Was macht eigentlich Microsoft?

Social-Web-Browser Flock wechselt von Firefox-Basis zu Chromium

flockBereits vor einem Jahr kursierten die Gerüchte (ich berichtete seinerzeit auf netzwertig), und nun ist es offiziell: Flock, der Browser für das Social Web, wird als Grundlage von Firefox, bzw. der Mozilla-Plattform, zu Chromium wechseln. Die erste Beta-Version des neuen Flock-Browsers kann man hier herunterladen.

Chromium ist die Open-Source-Alternative des Google-Browsers Chrome. Chrome bzw. Chromium ist im Alltagseinsatz schneller als Firefox und unterstützt mittlerweile ebenfalls Erweiterungen. Nicht zuletzt die modulare Ausbaufähigkeit mittels Erweiterungen hat den Open-Source-Browser Firefox beliebt gemacht.

Ein Nebeneffekt: Mit dem Wechsel von Flock von Firefox hin zu Chromium setzt nun ein weiterer Browser auf die zunehmend beliebter und populärer werdende Rendering-Engine Webkit, welche von Apple entwickelt wurde.

CNET hat die vorläufigen Unterschiede zwischen Flock und Chrome zusammengefasst:

In general, the new minor features work well, although that’s not always true. Unlike Chrome, Flock supports RSS feeds out of the box. It also lets you Favorite the feed itself, and the new Flock makes sharing those favorites much easier than in other browsers. You can toggle a Favorited item as being public or private, or opt-in to setting your Flock profile page to public to provide a single space for your Favorited items to land on.
The “Talk about this page” button for Facebooking or Twittering a page is a long-overdue browser feature that obviates copying and pasting. The “superbar” approach to the location bar, where default search engine searches are combined with history and bookmark searches, has been bolstered by Flock-specific matches from your friends.

Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob Flock mit seinem Ansatz, Social-Networking-Sites stärker in den Browser zu integrieren, wirklich eine Nische findet, die nicht von unabhängigen Browser-Erweiterungen abgedeckt werden kann.

Der Wechsel von der speicherfressenden Mozilla-Plattform, die auch die auf sie setzenden Open-Source-Projekte Songbird und Miro schwerfällig macht, hin zur leichtfüssigeren Alternative Chromium erscheint mir zumindest als ein richtiger Schritt.

(via Blueelectric)