Interface-Revolution: iPad-Apps für die Musikproduktion

Interface-Möglichkeiten, die sich durch den Touchscreen des iPads ergeben, können gerade im kreativen Bereich neue Herangehensweisen ermöglichen. Ein paar Beispiele aus dem Bereich der Musikproduktion und verwandter Felder:

DJ Rana June führt ihr Setup mit zwei iPads, diversen Apps und einem Mixer vor:

Unter Destroy The Silence kann man sich ihr Setup anschauen und Hintergründe nachlesen.

Das Korg iElectribe ist eine der Apps von Rana Junes Setup. Es ist ein relativ exakter Nachbau des Korg Electribe R.

Hier ein Demo-Video mit dem Korg iElectribe:

Eine weitere App von Rana June ist das interessante Looptastic:


Magic Piano ist aus Interface-Gesichtspunkten ebenfalls recht interessant:

Auch Instrumente werden auf dem iPad nachgestellt. Zum Beispiel Harfen(via):

In keeping with the tradition of those instruments, notation can appear beneath the harp for those learning to read. There are five songs and lyrics included, and the developers promise a future release will have blank sheet music for recording and saving your own music.

Im folgenden Video sieht man ein Setup eines iPads mit TouchOSC, verbunden mit dem Sequenzer Logic:

Das noch nicht erhältliche Midipad ist eine iPhone-App, die als MIDI-Controller fungiert. (MIDI ist der etablierte Standard, über den Musik-Geräte synchronisiert und angesprochen werden können.) Die Macher über die Funktionen des Midipads:

In the production-environment midipad can control host-applications like Apple Logic, Steinberg Cubase/Nuendo, Ableton Live etc.

It can also be used to control stand-alone applications from companies like Native-Instruments, Spectrasonics and many more.

As a live-musician you can control sub-mixes of your virtual keyboard-rig, activate setups and change parameters of the virtual instruments or even hardware-instruments – all in realtime on stage.

Hier sieht man das Midipad im Verbund mit dem populären Sequenzer Ableton Live:

Auf Create Digital Music findet man ein Tutorial-Video, wie man das iPad bereits heute als Multi-Touch-Controller für Ableton Live nutzen kann.

Electrify ist eine Groovebox wie das iElectribe, aber samplebasiert (und damit natürlich potentiell spannender):

Eher Spielzeug als alles andere ist die “Baby Decks”-DJ-App:

Der bekannte Pianist Lang Lang spielt auf dem iPad Piano:

Weitere Übersichten über Musik-Apps findet man auf Create Digital Music hier und hier. In letzterem Artikel findet man auch einige komplette Studios als Apps. Die Hardware des iPads scheint prädestiniert, die Musikwelt nachhaltig zu beeinflussen:

Apple gets sound. I don’t actually think you need Core Audio or AU support or (often) even native code to make sound work. But the simple reality is that a lot of mobile devices can’t output the kind of audio performance that the iPhone platform can.

Laptops haben die letzten Jahre die elektronische Live-Musik sehr stark bestimmt. In naher Zukunft werden sie wohl von iPads und anderen Multitouch-Tablets abgelöst werden.

Das Disruptive an den meisten Apps: Ein Setup aus iPads + Musikapps ist in der Regel um ein Vielfaches günstiger als der Erwerb der Hardware-Alternativen, selbst wenn man neben den Preisen der Apps die Kosten für ein oder zwei iPads mit einrechnet.

Das Bemerkenswerte an dieser Sammlung: Die meisten Apps rekonstruieren noch akribisch ihre analogen Vorbilder.

Wenn die Entwickler anfangen, die Möglichkeiten eines Multitouch-Screens voll auszukosten – losgelöst von physischen Beschränkungen nachempfundenen Elementen wie Drehreglern und Knöpfen -, wird es noch eine ganze Ecke interessanter werden.

Brettspiele auf dem iPad: Killerapplikationen?

Das ist eine Anwendungsart, an die ich noch nicht gedacht hatte: Brettspieladaptionen auf dem iPad. TUAW stellt eine iPad-App namens Game Table vor, die Dame, Schach und weitere Brettspielklassiker vereint (siehe die Homepage von Game Table). Für 99 Cent wird die App äußerst günstig sein.

Auf einmal erscheint mir das iPad und die gesamte kommende Tablet-Klasse viel familienfreundlicher.

Vielleicht wird ein Wirtschaftszweig vom iPad und den bald folgenden Tablets getroffen, die mit einer Bedrohung durch Digitalisierung nun gar nicht gerechnet hatte: die Brettspielbranche.

largecheckers2

 

largechess1

Seesmics addon-fähiger Twitter-Client kommt

seesmicSeesmics Strategie, einen addon-fähigen Twitter-Client zu bauen, ist ziemlich clever. Tatsächlich kann man sich fragen, warum es erst jetzt passiert, dass jemand einen ausbaufähigen Twitter-Client veröffentlichen wird.

Seesmic-CEO Loic LeMeur hatte eine Desktop-Version von Seesmic mit Plugin-Schnittstelle schon vor einer Weile angekündigt. Jetzt soll sie in 2 bis 4 Wochen für interessierte Entwickler verfügbar sein. Es dürfte von da an nicht mehr lang bis zur Veröffentlichung der ersten Version dauern. The Next Web:

With the introduction of a plugin architecture, Seesmic will become the facilitator for your perfect social media experience, so long as someone has built a plugin for it.

Interessanterweise setzt Seesmic auf Silverlight:

The new app, which will be let loose on developers in “2 to 4 weeks” is a brand new build using Silverlight 4. You don’t need to worry about the ‘back end’ – it just means the app can work on more platforms than ever before, including the Windows 7 Phone.

An einem Addon-Verzeichnis mit Beschreibungen, Downloadzahlen, Reviews und Ratings arbeitet man auch bereits. Das typische Verzeichnis also, wie man es von den Addons für Firefox und Thunderbird oder von den Appstores von Apple, Android und Palm Pre etwa kennt.

Sehr clevere Strategie von Seesmic.

iPhone-App liest Visitenkarten-Text

iphone-appsThomas Knüwer stellt auf Mind The App eine iPhone-App vor, die den Text von fotografierten Visitenkarten einliest:

Mit 4,99 Euro ist er kein billiges Progrämmchen – aber eines, dessen Anschaffung sich lohnt. Man fotografiert schlicht eine Visitenkarte, die das Programm dann einscannt. Es erkennt mit einer gefühlten Treffergenauigkeit von 80 Prozent welche Daten was bedeuten und ordnet diese ein. Per Hand kann nachkorrigiert werden. Dann abspeichern – und schon ist der Kontakt ein digitaler Kontakt.

Wer dafür keine 5 Euro ausgeben will, oder nicht regelmäßig so viele Visitenkarten erhält, dass sich eine spezielle App dafür lohnt, kann es auch mit Evernote versuchen.

Die iPhone-App des Notizen-Services ist kostenlos. Ebenso die Nutzung des Evernote-Services bis 40 MB Upload pro Monat. Evernote führt auf eingescannte oder mit dem iPhone abfotografierte Textstellen ebenfalls eine Textanalyse durch. Der so eingescannte Text wird also durchsuchbar. Eingescannte oder abfotografierte Visitenkarten kann man mit einem entsprechenden Tag versehen, um künftig nur diese zu durchsuchen. Ist natürlich nicht so praktisch wie eine spezielle App.

(Lustig. Nachdem ich den Artikel geschrieben habe, finde ich genau den hier beschriebenen Usecase auch auf der Evernote-Site selbst: “Fotografieren Sie mit Ihrem Handy Visitenkarten, um Adressen in Sekundenschnelle zu speichern und abzurufen.”)

Mein iPhone-Homescreen

iphone-Homescreen

Auf netzwertig.com habe ich neben den anderen Teammitgliedern neulich die Apps vorgestellt, die ich täglich nutze. Dabei kam mir die Idee, einmal die Apps zu zeigen, die ich auf meinem iPhone-Homescreen platziert habe. Also quasi alles, was mir wichtig genug ist, um dafür ein bisschen Platz zu schaffen, wo der Platz am wertvollsten ist.

Von oben und jeweils von links nach rechts:

Die erste Reihe sind Apple-Standarddienste. Einzig erwähnenswert: Weil man die Fotos auch über die Kamera erreichen kann, habe ich die Fotos nach hinten geschoben, um Platz zu schaffen.

Zweite Reihe: Die Einstellungen habe ich auf den Homescreen geschoben, um unter anderem ohne große Umwege schnell den Flugmodus einschalten zu können.

Newsie ist eine iPhone-App für den GoogleReader. Abgesehen davon, dass man mit ihr noch keine Notes in Shared Items hinzufügen kann und generell Shared Items schlecht implementiert sind, ist Newsie die beste iPhone-App für GoogleReader. Sie lädt Artikel schnell und ist auch sonst gut zu bedienen. Manchmal nutze ich außerdem MobileRSS, wenn ich Shared Items mit Anmerkungen senden will, weil es dort besser implementiert ist.

Außerdem in dieser Reihe: Facebook. Von allen Apps diverser Social Networks ist die von Facebook weiterhin die beste. Was sich insofern gut trifft, als dass dort zunehmend auch alle meine Freunde auftauchen.

Dritte Reihe: Twitter. Twitter, Twitter, Twitter. Birdhouse verwende ich für das Zwischenspeichern von Tweets oder wenn ich schnell einen Tweet absetzen will, ohne erst auf die Timeline warten zu müssen. Im Grunde braucht man Birdhouse aber nicht mehr unbedingt, denn Tweetie 2, die nächste App in der Reihe, unterstützt auch das Zwischenspeichern von Tweets. Ich benutze als Twitter-Client je nach Laune abwechselnd Tweetie 2 und Birdfeed. Beide sind die zwei Twitter-Clients für iPhone mit dem besten Design in meinen Augen. Tweetie 2 hat mehr Funktionen.

Last not least kommt in der dritten Reihe noch Foursquare. Im Grunde der einzige Location Based Service mit Check-In-Feature, den ich regelmäßig verwende.

Vierte Reihe: Eine der am häufigsten genutzten Apps auf meinem iPhone ist Instapaper. Diese App nutze ich täglich um vorher am Rechner mit dem Bookmarklet gespeicherte Texte lesen zu können. Deswegen habe ich mir auch letztes Jahr die Pro-Version der Applikation gekauft.

“Fahrplan” nutze ich, seit ich in Berlin wohne und damit verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen bin. Sehr praktisch.

Boxcar verwende ich, um mir diverse Nachrichten pushen zu lassen. Seit Facebook und unzählige Twitter-Clients Push nativ unterstützen, ist der Nutzen von Boxcar allerdings gesunken.

“Todo” von Appigo ist meine aktuelle To-Do-Listen-App. Vorher habe ich Things verwendet, was als Windows-Nutzer nur bedingt sinnvoll ist (Things besitzt nur eine Desktop-App für den Mac, und keine andere Sync-Möglichkeit). Todo habe ich zum Bearbeiten der To-Do-Liste am Rechner mit Toodledo verbunden. Todo bittet weitere Sync-Möglichkeiten an, unter anderem über iCal oder mit Remember The Milk.

Dock: Die iPod-App habe ich aus dem Dock rausgeworfen und stattdessen BeejiveIM reingenommen. Da Instant Messaging durch Push zunehmend SMS für mich ersetzt, ist es sinnvoll, immer eine IM-App sichtbar und touchbar zu haben. Mit BeejiveIM bin ich konstant mit Facebook Chat, ICQ, Jabber und anderen Diensten verbunden.

Die Idee habe ich übrigens vom großartigen First&20 geliehen, wo man sehr viele kommentierte iPhone-Homescreens bekannter Developer und Blogger findet, wie zum Beispiel von Techcrunchs MG Siegler.

Welche Apps müssen bei Euch auf dem Homescreen sein?

Bookmarklet-Verzeichnis


Sehr praktisch: Ein Bookmarklet-Verzeichnis. Bookmarklets sind bei einfachen Funktionen Browser-Erweiterungen aus RAM-Gründen vorzuziehen. Auf bmlet.com werden eine ganze Menge dieser kleinen nützlichen Helferlein versammelt. Außerdem kann man sich die populärsten und am höchsten bewerteten anzeigen lassen und last not least gibt es eine Suche. Sehr toll.

Bookmarklet Directory – bmlet.com

(via Lifehacker)

friendfeed arbeitet an effizienterem Protokoll für siteübergreifenden Austausch von Updates

Interessant. Die diese Woche veröffentlichten Neuerungen sind nur ein Teil dessen, was Friendfeed aktuell in der Hinterhand hat. Das hier könnte weit größer sein. Man arbeitet an einem neuen, schlanken Protokoll für einen ressourcenschonenderen (und noch realtimigeren) Austausch von Updates zwischen Sites:

The entrepreneur [Paul Buchheit] says that FriendFeed’s Simple Update Protocol, which the company expects to roll out in September, will allow the service to process updates from social networks and blogging sites more quickly than what’s possible using current Really Simple Syndication technology. SUP, which is being developed by Buchheit and fellow engineer Gary Burd, will allow FriendFeed to query Web sites to determine which feeds have been updated since the last poll and then download only those that have been modified.

 

“FriendFeed downloads millions of RSS and Atom feeds every hour,” Buchheit explains. “That takes up a lot of resources on our end and on the other end. SUP makes it much more efficient and lets us check much more frequently, like every minute or every couple of seconds, instead of every half hour.”

SUP – Simple Update Protocol. Klingt gut.

 

friendfeeds aktuelles Problem: Ich veröffentliche 14 Uhr einen Blogartikel über xy, 14:05 Uhr twittere ich, dass ich gerade über xy geschrieben habe. Während friendfeed nun zwar den Tweet quasi sofort – also in Realtime – einspeist (weil man an der XMPP-Firehose von Twitter hängt), kann es passieren, dass der Blogartikel erst eine viertel bis halbe Stunde später in das friendfeed-System einläuft. Irgendwann fällt das jedem User auf. Für friendfeed, dass mit seinen Kommentaren Teil des Real-Time-Webs ist, eine unschöne Sache. Der Grund dafür liegt bei RSS und Atom. Um Feeds in Realtime einzuspeisen, müsste friendfeed die Server, auf denen zum Beispiel die Blogs liegen, im Sekunden- oder Minutentakt abfragen. In der Regel wird sowas als Attacke gewertet.

Ohne eine zugrunde liegende technische Lösung rennt friendfeed hier gegen eine Wand mit seinem Konzept. Scheint, man arbeitet an einer Lösung.

EXCLUSIVE: FriendFeed readying RSS accelerator (Tech Confidential – Behind The Money Blog)

Update: Siehe auch Posting auf dem friendfeed-Blog:

FriendFeed Blog: Simple Update Protocol: Fetch updates from feeds faster

SUP (Simple Update Protocol) is a simple and compact “ping feed” that web services can produce in order to alert the consumers of their feeds when a feed has been updated. This reduces update latency and improves efficiency by eliminating the need for frequent polling.[..]

 

SUP is designed to be especially easy for feed publishers to create. It’s not ideal for small feed consumers because they will only be interested in a tiny fraction of the updates. However, intermediate services such as Gnip or others could easily consume a SUP feed and convert it into a subscribe/push model using XMPP or HTTP callbacks.

 

Man findet mich auf friendfeed hier.

(via, logisch, friendfeed)

Adobe AIR 1.0:
Erster Bote des kommenden Runtime-Kriegs

Um die Tragweite von Adobe AIR zu begreifen, muss man sich ein paar der Clients anschauen. Auf ReadWriteWeb wurden 6 gute AIR Apps zusammengestellt.

Neben dem meiner Meinung nach besten zur Zeit verfügbaren Twitter-Client Twhirl kann ich nur wärmstens die Google Analytics Reporting Suite allen GoogleAnalytics-Usern empfehlen. Diese AIR Applikation bietet ein wesentlich intuitiveres, besser zu bedienenderes GUI als Google Analytics selbst. Benutze ich bereits seit Monaten und dürfte der beste Beweis dafür sein, was alles mit Adobe AIR möglich ist.

Ebenfalls auf RWW hat Marshall Kirkpatrick die Vorteile von AIR so zusammengefasst:

  1. Cross Platform
  2. It’s beautiful
  3. It’s not in the browser
  4. Thermo
  5. It combines the responsiveness of the desktop with the cloud of the web

(siehe zur ausführlichen Erklärung der Punkte RWW selbst. Kurz zur Erklärung von Thermo: Design Framework, mit dem die Gestaltung von ansprechenden Userinterfaces noch einfacher und vielfältiger wird: “With Thermo, designers can build a web app UI and the MXML code to control it is automatically rendered by the application. Developers can then access that code and tie the UI to the rest of the application. Some conference attendees were rightly reminded of Visual Basic, but Thermo seems much smarter — and, of course, is aimed at web app developers.”)

Adobe AIR hat sehr viel Potential.

 

 

Das Problem

Genau das ist das Problem. Wir sind eben erst dabei mit Firefox uns vom proprietären Zugang zum Netz (IE) vollständig zu lösen -und den Browserkrieg zugunsten von OpenSource zu entscheiden- und schon kommt mit Adobe AIR wieder eine ClosedSource-Lösung um die Ecke, die bald weite Teile des Zugangs zum Netz bestimmen könnte.

Besonders die Nutzung von Webapps wird der treibende Motor im Web werden (wenn es das nicht schon ist). Und mit ihnen werden Browser zunehmend von mit spezifischeren Interaktionsmöglichkeiten ausgestatteten, speziell zugeschnittenen Desktopclients abgelöst. Einfacher als mit AIR lassen sich diese zur Zeit nicht umsetzen.

Und schwupps, schon haben wir wieder ein Unternehmen, das den Zugang zum Web und dessen Entwicklungen in der Hand hält.

Zur Zeit gibt es keine mir bekannte ernsthafte Alternative zu Adobe AIR (Falls es eine gibt, bitte in den Kommentaren ausführen).

Von Mozilla gibt es zwar das auf XULRunner basierende Prism, das ich unter Anderem in meinem Mozilla-Artikel erwähnt hatte. Prism bietet aber keine Entwicklung eigener UIs an. Man kann eigene Instanzen für Webapps anlegen, das war’s dann aber auch schon. Die Vorteile eigener Umgebungen können hier nicht genutzt werden.

In diesem Zusammenhang interessant ist ein Artikel auf JustBrowsing, dem persönlichen Blog von Matthew Gertner, Mozilla-Experte und Mitgründer von Allpeers, das das gleichnahmige hervorragende Bittorrent-AddOn zum privaten Filesharing für Firefox entwickelt (Sitz in Prag btw):

the browser wars are evolving into runtime wars. Players like Adobe and Microsoft are trying to convince software developers to build on top of their RIA platforms (AIR and .NET/Silverlight, respectively). Programmers are understandably wary of doing so if users will have to download a hulking runtime just to use their applications. This is one of the key factors that has prevented Java and previous incarnations of .NET from gaining widespread penetration on the desktop.

AIR hat zur Zeit, soweit ich das beurteilen kann, zumindest bei den Webgeeks sehr großen Erfolg. Was sicher auch daran liegt, das Runtime wie Applikationen recht einfach zu handhaben sind (und blah, die ganzen Vorteile siehe oben). Bekanntlich ist das der erste, wenn auch kleine, Schritt in Richtung Mainstream.

Gertner argumentiert, dass Mozilla mit Firefox 3 dem entgegensteuern kann:

Previous versions of Firefox used the XULRunner source code but couldn’t share it with other apps at runtime. The upcoming version ships with a complete XULRunner runtime, and actually lets you turn Firefox into XULRunner with a simple command line switch.

Damit hat man aber noch keine auch für Programmierer attraktive Runtime, auf der sich leicht hübsche Desktopclients für Webapps umsetzen lassen. Für aufwendige Projekte scheint es zwar geeignet:

The original architects of Firefox were impressively visionary in building their browser on top of a general-purpose framework that has helped them to manage the complexity of deploying a sophisticated product on dozens of different operating systems. This platform is so powerful that other companies have decided to build their own applications on top of it. Prominent examples are Songbird, Joost and Miro.

Für Einmannhobbyprojekte wie Twhirl etc. scheint das eher nicht geeignet. Falls jemand von Euch bereits mit XULRunner und AIR etwas umgesetzt hat oder das versucht hat, wäre ich an einem Vergleich/Meinung dazu sehr interessiert.

Gertner aber ist zuversichtlich (muss er auch sein, setzt ja auf Firefox):

The player with the strongest cards, however, is Mozilla. Unlike Adobe and Microsoft, they have a true killer app in the form of Firefox. When its 150 million odd users upgrade to Firefox 3, they’ll be getting XULRunner as a surprise bonus. This will seed the market and make it a whole whack easier for software developers to deploy XULRunner-based applications.

Bei Mozilla selbst ist man da zurückhaltender:

If it seems like we don’t want to promote running XUL-based applications using Firefox 3 as the runtime – good! This is very experimental and there are down-sides. There are no current plans to expand or extend the feature.

 

Fazit

Wie auch immer die Entwicklung weitergeht, Mozilla hat in meinen Augen den Runtimeaspekt in der aktuellen Webentwicklung ein wenig verschlafen, wenn auch die Voraussetzungen in Firefox von Anfang an gesetzt wurden. Inwiefern die Neuerungen, die mit Firefox 3 kommen, reichen werden und ob sie überhaupt einsetzbar sind, wird sich zeigen.

Eins dürfte aber sicher sein: Adobe AIR geht so schnell nicht wieder weg. Und es gewinnt stetig an Zuwachs.

Und kompatibel werden AIR und XULRunner auch nicht werden.

Und damit steuern wir bereits auf den Runtime-Krieg zu. Yay.

Ein was Gutes hat das Ganze aber: Alles wird mittlerweile wie selbstverständlich betriebssystemübergreifend gebaut (Firefox/XULRunner wie AIR, das es bald auch in Linux geben wird). Wenigstens ein Problem, das sich nun endlich langsam aber sicher verabschiedet. :)

Adobe Air 1.0:
Lesenswerte Blogs zum Thema Air, RIAs &Co

adobe air logo

Big News heute: Adobes Runtime AIR (Adobe Integrated Runtime) ist heute offiziell releast worden. Runtimes wie AIR werden mit dem Aufstieg von RIAs (Rich Internet Applications, think GMail, GReader, Bloglines, zoho OnlineOffice etc. pp.) immer wichtiger, da sie als direktere Verbindung zwischen Web und Desktop fungieren. Im Gegensatz zum Browser, der jede Seite mehr oder weniger gleich behandelt, werden bei Runtime auf die Clients auf die Webapps speziell zugeschnitten.

Eine Fülle an auswählbaren Oberflächen, die sich anfühlen wie echte Desktopprogramme, ist das Ergebnis.

Seit ungefähr einem Jahr hat Adobe AIR, die plattformübergreifend (Mac& Win, Linux soll bald folgen) Internetapplikationen auf den Desktop holt, einen kleinen, konstanten Siegeszug hinter sich. Mittlerweile gibt es unzählige Clients für viele Seiten wie Twitter, Pownce etc.

Air ist dabei erst der Anfang, wenn auch die in diesem Bereich bereits erfolgreichste Runtime/Plattform.

Das Thema der Verschmelzung von Web und Desktop wird mit Adobe Air greifbarer als je zuvor. Das wird ein wichtiges Thema 2008.

Berichterstattung zum Adobe AIR Launch in der englischsprachigen Techblogosphäre.

Lesenswerte spezialisierte Blogs und andere Seiten zur Thematik:

RIA pedia:

is a site devoted to Rich Internet Applications. We’re not talking Web 2.0 stuff, we’re talking real applications developed with technologies like Adobe Flash, Adobe Flex and Adobe AIR.

& von Mike Potter, der bei Adobe im Flex Marketing Team arbeitet.

RIAForge: Hostingmöglichkeit und Community für OpenSource-Projekte auf der Basis von Flash, Air usw.

RIA Cowboy ist James Ward, Technical Evangelist von Adobe Flex

Das Blog von Ryan Stewart, RIA Evangelist bei Adobe, und sein Blog bei ZDNet, The Universal Desktop.

(Man kann nicht gerade behaupten, dass Adobe blogtechnisch schlecht aufgestellt wäre. Da können sich eine Menge an Unternehmen eine Scheibe von abschneiden.)

InsideRIA: Blog von O’Reilly zum Thema rund um..nun.. RIAs

Für Entwickler:

Das sehr gute Blog Ajaxian, siehe auch deren Post zum Launch von AIR 1.0 und Flex 3.0

Eine nützliche Blogliste: Simplified Chaos » In 30 Seconds: Ten must-read blogs for the Adobe Flex/AIR Developer- Kommt mit bequem importierbaren OPML-File

Weitere gute Seiten bitte in den Kommentaren ergänzen, die füg ich dann noch ein. Danke!

 siehe auch den Artikel Adobe AIR 1.0: Erster Bote des kommenden Runtime-Kriegs

TV-Browser gezwungen Sender aus dem Programm zu nehmen

Der kostenlose, auf OpenSource basierende, elektronische TV-Programmplaner TV-Browser nimmt laut Mitteilung Ende des Jahres mehrere Sender aus der Programmanzeige. Dabei sind unter anderem RTL, RTL2, Sat1, ProSieben und Vox. Also im Grunde alle großen privaten deutschen TV-Sender .

Warum? Weil :

Leider müssen wir euch allerdings auch mitteilen, dass die VG Media ab dem 1.1. für alle Sender, die in der VG Media vertreten sind, eine Gebühr für die Nutzung der Daten erheben wird. Die VG Media ist eine Verwertungsgesellschaft für Medienunternehmen, vergleichbar zur VG Wort oder der GEMA für Musik.

Unfassbar. Die Macher hinter TV-Browser lehnen die Zahlung natürlich ab:

Wir sind nicht bereit, für diese Daten Geld zu zahlen, da wir diese als Werbung für die TV-Sender ansehen und wir mit diesen Daten selbst kein Geld einnehmen. Der TV-Browser bleibt kostenlos.

Das ist spot on. Für diese Art der Verwendung der Daten Geld zu verlangen, ist nichts anderes als pervers dumm.

Es gibt nicht viel ökonomisch Dümmeres, als Geld dafür zu verlangen, dass Andere Werbung fürs eigene Produkt (Das TV-Programm der Sender) machen (Die VG Media agiert als Verwertungsgesellschaft im Auftrag der TV-Sender). Mehr noch, das alles wird auf freiwilliger, nichtkommerzieller Basis zur Verfügung gestellt. Und dafür will man Geld verlangen. Da bleibt einem die Spucke weg.

Oh nein, kostenlose Werbung! Über die Internetze? Oh oh, geht weg! Teufelszeug!

And you wonder why we abandon you?

 

Übrigens: der TV-Browser ist eine sehr nützliche Software für Win, Mac und Linux für alle die noch dem zeitabhängigen TV frönen. Sehr customizierbar (ist das ein Wort?). Aber wer macht das schon noch heutzutage, zeitabhängiges Fernsehen schauen, pff.

 

(via zdnet.de, und eigentlich via heisegestern, wenn es mir im Reader aufgefallen wäre, ist es aber nicht, weil heise einen dummen Überschriftenonlyfeed ausliefert, der das Übersehen fördert)

Firefox-Erweiterungen galore

Auf imgriff.com habe ich einen langen Artikel über die aus meiner Sicht nützlichsten Erweiterungen für Firefox geschrieben. Check it oot (wie der Kanadier sagen würde):

Firefox: 10 essentielle Erweiterungen » imgriff.com

 

[Abt. shameless selflink, Unterabt. von hackr lernen, heißt siegen lernen]

Mozilla: Mehr als nur Firefox

mozillaMozilla, die Foundation hinter dem erfolgreichen Browser Firefox, steht finanziell recht gut da :

 

Rund 66,8 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte Mozilla im Jahr 2006, rund 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem die integrierte Suche und dabei Google sorgten für Mozillas Umsätze.

Aber was macht man bei Mozilla eigentlich den lieben langen Tag?

Was viele nicht wissen: Auf Mozilla fußt mittlerweile weit mehr als der beliebte Browser.

Am bekanntesten nach Firefox ist noch das Mailprogramm Thunderbird. Außerdem noch einigen bekannt ist der Kalender Sunbird.

Sunbird kann als Standalone-Applikation betrieben werden. Ebenfalls aber auch als Erweiterung direkt in Thunderbird. Generell: Einer der Hauptgründe für den Erfolg der Mozilla-Produkte sind die Erweiterungen, die von einer scheinbar unermüdlichen Community stetig weiterentwickelt wird. Dass ich die Erweiterungsmöglichkeit von Firefox mag, dürfte sich bei Stammlesern mittlerweile rumgesprochen haben.

 

prismlogoBesonders interessant fand ich das letztens vorgestellte Prism. Prism ist ein Browser mit ohne alles. Gedacht ist dieser ‘ablenkungsfreie Browser’ als Grundlage für Webapplikationen wie Gmail und den GReader (oder auch Facebook). Für jede Webapp kann dabei ein aufgebohrtes Bookmark auf Desktop etc. abgelegt werden.

Prism hieß bis vor Kurzem WebRunner. Ich hatte auf imgriff vor einiger Zeit über damals noch WebRunner geschrieben. Die wichtigste Neuerung, die zeitgleich mit der Namensänderung kam, ist das vereinfachte Erstellen eigener Prism-Instanzen.

Das Prinzip hinter Prism klingt zunächst ein wenig albern. Ist aber tatsächlich richtig nützlich. Man muss sich das Projekt als Konkurrenz zu Adobes AIR und anderen betriebssystemübergreifenden Plattformen für Internetanwendungen vorstellen.

prism

(Mozilla Labs)

Tatsächlich nutze ich den GoogleReader nur noch via Prism, da die Geschwindigkeit des GoogleReader mit Prism an Desktopprogramme herankommt. Außerdem wird so automatisch der maximale Bildschirmplatz genutzt. Einziger Wermutstropfen: Die Add-Ons, die man unter Firefox einsetzt, fehlen hier.

Eine Auflistung der Projekte von Mozilla findet man hier. Damit sind die Auswirkungen von Mozilla auf das Netz aber noch nicht abgedeckt.

 

Auf Mozilla aufsetzende Projekte

 

Den auf Firefox aufsetzenden Web2.0-Browser Flock hatte ich bereits vorgestellt.

 

Diese Woche wurde Version 1.0 des neuartigen Video-Clients Miro veröffentlicht. Das früher als DemocracyPlayer bekannte Programm vereint unter der Haupe Mozilla-Technologie mit der hervorragenden Abspielsoftware des VLC-Clients. Mit Miro kann man per RSS ausgelieferte Videocasts abonnieren, ebenso BitTorrentfeeds abonnieren und Videos auf Youtube schauen. Alles unter einer Oberfläche, die das TV-per-Internet-Erlebnis so offen und gleichzeitig so bequem wie möglich machen will.

miro-channel

Miro könnte dabei wirklich den Konsum von Video über das Netz revolutionieren . Erstaunlich, wie wenig trotzdem bis jetzt an Buzz im Netz dazu entstand. Das dachte man wohl auch bei Miro und schoß erstmal volle Breitseite in Richtung Bloggerliebling Joost. Eine ausführliche Featureliste von Miro findet man hier.

 

Ebenfalls auf Mozilla basierend und einen neuen Weg beim Medienkonsum geht Songbird. Songbird ist ein Zwitter aus Musikplayer und Browser . Das Ziel: Den Übergang zwischen Musik im Netz und auf der eigenen Platte so fließend wie möglich zu machen. Die Integration von MP3-Dateien auf Seiten ist bereits recht gut. Mittels Add-Ons kann diese Verbindung aber noch enorm gesteigert werden.

Songbird gibt es erst in der Version 0.3. Ist also noch etwas buggy. Songbird könnte aber in naher Zukunft, vielleicht sogar mehr noch als die Hypemachine, das Entdecken und Konsumieren von Musik revolutionieren.

 

Ein weiteres interessantes Projekt auf Mozillabasis ist das erst vor kurzem an die Öffentlichkeit gegangeneInstantbird (Was ist das eigentlich mit den Leuten rund um Mozilla und den Birds?). Das erst in der Version 0.1 befindliche Instantbird ist ein Multiprotokoll-Chatclient, ähnlich Pidgin (Direkt von Mozilla gibt es auch einen IRC-Client). Zunächst nicht sonderlich spannend. Aber, und der aufmerksame Leser wird spätestens hier ein Muster erkennen, die Add-Ons. Mit einer bald kommenden, starken AddOn-Schnittstelle wird Instantbird sehr viel weiter gehen können als alle anderen Chatclients. Instantbird könnte zur Kommunikationszentrale schlechthin werden.

Ein Beispiel: unter Instantbird vereint man nicht nur ICQ, AIM und Jabberaccount (etc etc), sondern auch die Möglichkeiten, direkt auf das Blog, den Facebookstatus, nach Twitter, Pownce und Tumblr zu posten. Eine interessante Zukunftsvision, oder?

 

Das Tolle: Auf Mozilla basierende Programme sind in der Regel betriebssystemübergreifend. Laufen also von Haus aus unter Windows, Mac und Linux.

 

 

Fazit: Standing On The Shoulders Of Giants

 

Mozilla ist enorm wichtig für die offene Weiterentwicklung des Netzes. Ohne Mozilla würden geschlossene Plattformen wie Adobes Air quasi ohne Konkurrenz sein. Von der Browserfront ganz zu schweigen.

Nicht alles bei Mozilla läuft optimal (Firefox Memory Leak, anyone?). Auch muss Mozilla sich mehr auf browserlosgelöste Plattformen für Clients für Webapplikationen konzentrieren. Prism ist hier schon ein guter, erster Schritt in die richtige Richtung. Hier muss aber noch sehr viel mehr geschehen.

Denn mit dem Aufstieg der Webplattformen wird das Netz als Grundlage aller Tätigkeiten am Rechner immer wichtiger. Während der Desktop an Bedeutung verliert.

Und vor diesem Hintergrund brauchen wir mehr denn je eine starke, freie auf OpenSource basierende Anzahl an Alternativen zu den geschlossenen, von einzelnen Unternehmen gepushten Softwarelösungen. Denn wer will schon, dass wir uns ein zweites Microsoft heranzüchten, das uns einen monopolartigen Zugang zu den neuen Möglichkeiten im Netz gibt?

Ich zumindest nicht.

Flock in der 1.0 beta: hat wieder Zukunft

flock

Der Webbrowser Flock basiert auf Mozilla Firefox. Während die Rendering Engine Gecko vollständig übernommen wurde, sind andere Teile des Browsers wie das GUI oder die Einbindung einzelner Webdienste grundlegend anders und machen Flock zu dem was es ist oder zumindest sein will: _Der_ Browser des Web2.0.

Flock ist seit einigen Tagen in der 1.0-Version als Beta verfügbar.

Gegenüber der 0.9-Version von Flock, die ich hier ausführlich vorgestellt hatte, ist die wichtigste Neuerung die Peoplesidebar.

in dieser Sidebar versammeln sich Kontakte und deren Aktivitäten auf den unterstützten Diensten. Aktuell sind die unterstützten Dienste Facebook, Flickr, Twitter und Youtube.

Gibt es Neues auf den angemeldeten Diensten, färbt sich das Symbol der Sidebar rot. Ist die Sidebar geöffnet, befinden sich rote Punkte neben den Seitensymbolen, wenn es dort etwas neues gibt (also bspsweise neue Nachrichten auf Twitter, oder Freundesanfragen auf Facebook):

flock-peoplebar

Die zusätzliche Nähe zu den Kontakten auf den Webdiensten durch eine permanente Benachrichtigung und Interaktion direkt im Browser ist nicht zu unterschätzen (siehe auch die Facebook-Toolbar für Firefox). Wenn das Team hinter Flock hier dranbleibt und mehr Dienste integriert (bzw. eine AddOn-API hierfür anbietet und dann integrieren lässt), hat der in den letzten Monaten doch etwas gebeutelt gewesene Browser eine ernstzunehmende Chance, sich in die Herzen vieler Socialjunkies zu arbeiten. Vorausgesetzt natürlich The Coop, Mozillas eigene Anstrengungen in Richtung SocialNetwork-Integration für Firefox, entwickelt sich nicht zum Flockkiller. Auf jeden Fall aber: Wettbewerb ist gut.

Auch Andere sind von Flocks 1.0-Version begeistert:

Blognation Japan: Flock 1.0 Is Fantastic. Wow!

Techcrunch: Flock 1.0 Beta Released: Surprisingly Very Good

Webware.com: Flock comes together, releases v1.0

Mathew Ingram: Flock: Latest version is pretty sweet

[tags]Flock[/tags]

mit Firetune Firefox’ Geschwindigkeit steigern

Firefox ist toll. Keine Frage.

Aber der Seitenaufbau von Firefox ist langsam. Manchmal nervend langsam. Vor Jahren hatte ich mal die Erweiterung fasterfox ausprobiert. Die Geschwindigkeit von Firefox hat das damals aber nicht gesteigert.

Jetzt habe ich aber auf webworkerdaily das kleine Windows-Programm Firetune gefunden und was soll ich sagen, Firefox ist jetzt hier spürbar schneller beim Seitenaufbau. Und es ist denkbar einfach zu handhaben:

  1. Firetune downloaden, installieren und starten
  2. Firefox schließen
  3. mit Firetune ein Backup der Konfigurationdatei erstellen
  4. ‘fast computer/ fast connection’ auswählen und auf tune it! klicken

    (Vorausgesetzt man hat mindestens einen 1.5-GHz Prozessor, 512MB oder mehr RAM und eine schnelle Breitbandanbindung)

  5. unter ‘other optimizations’ ‘Enable some performance tweaks common to all configurations’ auswählen und tune it! klicken

  6. Firetune schließen, Firefox starten und freuen

webworkerdaily erklärt auch, warum Firefox in der Standardeinstellung nicht bereits so operiert:

Among many reasons why Firetune increases performance is that browsers are created so that they will work with least common denominators–the great unwashed masses. As one example, by default Firefox doesn’t even attempt to render a web page for a significant part of a second while it waits for data. That’s because people with stripped down computers and slow connections would then see pages loading partially before they see whole pages.

Für langsame PCs und/oder Verbindungen könnte das also nicht unbedingt so gewinnbringend sein. Einfach mal austesten, und Backup der Configdatei vorher nicht vergessen!

[tags]Firefox[/tags]

Firefox: mehrere Gmail-Accounts verwalten

Vor 2 Monaten hatte ich mit Cookieswap eine Firefoxerweiterung vorgestellt, mit der man auf eingeloggten Seiten leicht zwischen Identitäten hin- und herswitchen kann.

Gmail Manager für Firefox macht im Grunde das Gleiche. Allerdings spezialisiert auf Gmail und für diesen Maildienst mit einigen weiteren Schmankerln:

# Receive new mail notifications
# Support for Gmail hosted accounts
# Ability to import/export account preferences
# Tooltip with account details and new mail snippets
# One-click access for loading your Gmail account
# Mailto: links detection
# Quick mail compose for Gmail accounts
# Customizable icon placement in the toolbar/statusbar

 

Autorenseite: Firefox: Gmail Manager

auf Mozilla.org: Gmail Manager

(via franztoo)

[tags]Firefox, Gmail[/tags]

Flock- der Browser des Social Web jetzt in Version 0.9

Der Webbrowser Flock basiert auf Mozilla Firefox. Während die Rendering Engine Gecko vollständig übernommen wurde, sind andere Teile des Browsers wie das GUI oder die Einbindung einzelner Webdienste grundlegend anders und machen Flock zu dem was es ist oder zumindest sein will: _Der_ Browser des Web2.0.

You’ve come a long way, Baby

Flock startete 2005, und damit in der Webzeitrechnung vor einem halben Dutzend Äonen. Damals war der Hype um Flock groß.

Es war der erste Browser, der einen eingebauten Blogeditor hatte. Die späteren Firefoxerweiterungen zum Bloggen direkt im Browser bauten zum Teil auf diesen Blogeditor auf. Eine weitere Neuerung war die Einbindung von del.icio.us. Man konnte gleichzeitig Seiten lokal und auf seinem del.icio.us-Account ablegen. Auch ein Feedreader gehörte von Anfang an zu Flock dazu. So weit, so zwonullig.

Irgendwann wurden die meisten der Neuerungen von Flock als Erweiterungen für Firefox umgesetzt. Im Falle von del.icio.us sogar mit einer Fülle an Alternativen, die keine Wünsche offen liesen -abgesehen von Flocks Synchronisation und der auf Tags basierten lokalen Ablage.

Diese Entwicklung und die Tatsache dass es in den Folgejahren bis vor ein paar Tagen eher ruhig um Flock geworden war, lies die Frage aufkommen, ob Flock es überhaupt bis zur 1.0 schaffen wird.

Nun, mit 0.9 ist auf jeden Fall eine größeres Release veröffentlicht worden, das eine deutliche Weiterentwicklung aufzeigt. Ob das reicht, Flock genügend Fahrwasser für die nächsten Monate bis zur im Herbst geplanten 1.0-Version und darüber hinaus zu geben, wird sich zeigen.

Neues und Altes in 0.9

Besonders das GUI hat in 0.9 eine Generalüberholung bekommen. Die flockspeziellen Funktionen findet man jetzt aufgereiht links neben der Lesezeichenleiste.

flock-myworld2

Als da wären:

  • Myworld (siehe Screenshot): Eine Startseite, auf der eine Art Übersicht geschaffen werden soll. Neben den häufig angeklickten FavoriteSites, werden neue Feeditems und Media-Items, wie Videos und Fotos angezeigt. Letztere kommen von den Accounts auf den Foto- oder Videoseiten.
  • Mediabar: Bei Anklicken wird eine zusätzliche Leiste zwischen Fenster und Lesezeichenleiste geöffnet. In dieser kann man durch die Fotos und Videos von sich und seinen Freunden scrollen. (unterstützte Dienste: Photobucket, Flickr und Youtube)
  • Favorite Sites: In einer Sidebar findet man die abgelegten Bookmarks. Lokal und auf den genutzten Diensten. Unterstützt wird neben del.icio.us jetzt auch Ma.gnolia .
  • Accounts and Services: Ebenfalls in einer Sidebar kann man seine Accounts verwalten.
  • die zum Feedreader gehörende Feedbar
  • Web Clipboard: ebenfalls eine Sidebar. In diese kann man per drag and drop alles reinwerfen, was einem beim Surfen über den Weg läuft. Nützlich wenn man später drüber bloggen will:
  • Blog Editor: Seit ich glaube 0.7 als eigenständiges Fenster ist der Blogeditor in meinen Augen immer noch ein Highlight von Flock. Alles was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, lässt sich mit Flock im Handumdrehen bloggen. Man kann jederzeit im Kontextmenü ‘Blog this’ auswählen und, well, das dann bloggen. Ebenfalls wieder recht nützlich: alles auch per drag&drop ins Editorfenster hievbar.
  • Uploader: Bequemes Hochladen von Fotos usw.

 

Der flockinterne Feedreader ist nett aber das war’s dann auch schon. Hier hat sich seit den Vorversionen nicht sonderlich viel getan. Man kann die Feeds auf verschiedene Arten anzeigen lassen und das Abonnieren geht auch flink von der Hand. Aber das Alles reicht zumindest mir nicht, da mir, die Älteren unter Euch werden es bereits ahnen, ein anderer Feedreader etwas besser gefällt .

flock-feeds

 

Firefoxerweiterungen funktionieren mittlerweile zum Großteil auch in Flock, ohne dass Anpassungen nötig wären. Von den von mir getesteten Erweiterungen verweigerte lediglich Noscript die Zusammenarbeit. Störriges Ding.

 

Fazit

Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir die neue Oberfläche gefällt. Miss pixelgraphix mag sie nicht. Zumindest bei der myworld-Seite muss ich ihr zustimmen: in der aktuellen Inkarnation ist die Seite nicht sonderlich gut gelungen.

Den Rest finde ich nicht schlecht. Allerdings habe ich Bedenken, dass Flock so wie es jetzt ist, bei normalsterblichen Surfern Anklang finden würde. Auch wenn das Flockteam es sichtlich vermeiden wollte: Flock ist ziemlich geeky, vielleicht noch mehr als das vorher schon der Fall war.

Das wahre Problem liegt aber unter der Haube: Das Hauptproblem war und ist die Unterstützung von nur einigen wenigen Diensten. Der Longtail des Web2.0 wird völlig außer acht gelassen. Und so bleibt Flock eben für eine Menge von Usern uninteressant.

Was Flock dringend braucht, ist eine zusätzliche Schnittstelle, so dass Drittentwickler weitere Dienste einbinden können. Die Schnittstelle für Firefox-Erweiterungen reicht hierfür nicht aus. Die in Flock eingebundenen Dienste greifen tiefer in den Browser ein als es die Erweiterungen bei Firefox je könnten. Das Einbinden ist vom Flockteam selbst aber nicht allein zu bewerkstelligen. Notwendig für den Erfolg ist es dennoch. Denn erst wenn eine signifikante Zahl von Diensten unterstützt wird, kann das Konzept Flock seine wahre Pracht entfalten.

Schließlich ist das Zusammenführen der social Puzzleteile nachwievor ein ungelöstes Problem.

P.S.: Ironie des Schicksals: Es zeichnet sich ab, dass bei vielen Aspekten der größte Konkurrent von Flock um die Lösung dieses Problems kein Browser sondern mit Facebook ein Social Network sein wird .

weitere Artikel:

Ausführliches Review von Flock 0.9 auf readwriteweb

und auf deutsch bei pixelgraphix

[tags]Flock[/tags]

Mit Firefox mehrere Accounts auf Seiten wie Google verwalten

Das Verwenden von verschiedenen Identitäten auf Seiten wie Google, Amazon oder auch Foren und Social Networks ist ziemlich umständlich. Und auch hier ist es wieder eine Firefoxerweiterung, die ein (spezielles) Onlineproblem löst.

Vor Kurzem wurde ich zum Beispiel in den Kommentaren gefragt, wie man auf Google mehrere Gmail-Accounts verwenden kann ohne bei anderen auf Gmail-Accounts zugreifenden Google-Diensten wie dem GoogleReader Probleme zu bekommen.

Eine Lösung wäre, mehrere Browser einzusetzen. Surft man mit Firefox, kann man aber auch die Erweiterung CookieSwap einsetzen. Die erlaubt es, mehrere Cookies mit verschiedenen Identitäten für eine Seite bequem zu verwalten.

Man kann damit auch globale Identitäten verwalten. Nützlich zum Beispiel, wenn der Partner ab und an den gleichen Computer zum Surfen nutzt und man dafür nicht extra ein zusätzliches Profil auf Betriebssystem-Ebene anlegen will (und man keine Geheimnisse voreinander hat).

CookieSwap is an extension that enables you to maintain numerous sets or profiles of cookies that you can quickly swap between while browsing.

CookieSwap

(via seroundtable)

[tags]Firefox[/tags]

Firefox: Erweiterung für bequemeres Uploaden zu diversen Webdiensten

Firefox: Mit der Erweiterung Fire Uploader kann man per Drag and Drop auf bequeme Art viele Dateien bei diversen Diensten hochladen. Das Hochladen funktioniert mit dieser Erweiterung ähnlich wie bei ftp.

weitere Vorteile:

  • einzelne Fortschrittsbalken für jede Datei
  • beliebig viele Dateien gleichzeitig hochladen
  • mehrere Accounts bei einem Dienst verwenden

Zur Zeit werden unterstützt: Flickr (Fotos), Box.net (1 GB freier Webspace), Picasa (Fotos), Facebook (Fotos) und YouTube (Videos). Unterstützung weiterer Dienste ist geplant.

Die Erweiterung ist erst in der Version 0.3 verfügbar. Steht also noch am Anfang, was man zuweilen merkt. Nichtsdestotrotz nützliches kleines Ding.

(via lifehacker)

[tags]Firefox[/tags]

Particls – ein persönlicher Newsticker auf RSS-Basis

particls-logo

Da die Feedsmanagement-Reihe letzte Woche so viel Spaß gemacht hat, legen wir fröhlich gleich nochmal eine Schippe RSS nach.

Particls, so viel vorweg, ist eine außergewöhnliche Applikation. RSS hat in vielerlei Hinsicht die Nutzung des Webs revolutioniert. Erst mittels Webfeeds wurde es möglich, auf bequeme Art den Content von vielen Seiten, wie etwa Blogs, zu konsumieren. Aufgrund des Wechsels vom Pull- zum Pushprinzip*-also zum Content der automatisch zum Konsumenten kommt- kann man getrost bei RSS vom Newsticker des kleinen Mannes reden.

Nun denkt der gewöhnliche Nachrichtenkonsument aber bei Newstickern nicht an einen Feedreader mit einem Strauß Feedabos sondern an ein Laufband auf dem die Nachrichten an einem vorüberziehen. Genau das -und mehr- bekommt man mit Particls.

Der Newsticker und Popup-Alerts

In der Grundeinstellung startetParticls am oberen Rand des Desktops ein Laufband, das sich über alle Programme pflanzt und diese erst darunter beginnen lässt.

particls-liveticker

In diesem Ticker werden die für den Nutzer interessanten Nachrichten aufgrund der eingestellten Präferenzen des Users angezeigt (dazu gleich mehr), und laufen dort von rechts nach links. So wie man es eben von CNN, n-tv und co. kennt.

Fährt man mit der Maus über eine der Nachrichten, erscheint ein Fenster mit einem Ausschnitt aus dem zugehörigen Text. Mittels Rechtsklick lassen sich verschiedene Optionen wahrnehmen, wie etwa die Nachricht zu bookmarken oder die Quelle zu gewichten.

particls-bookmarken

Klickt man auf das Dokumentsymbol (im Screenshot links neben dem Text unter dem Kreuz für ‘gelesen’), wird die Nachricht vom Ticker abgedockt und verbleibt im Hintergrund auf dem Desktop bis man sich mit ihr befasst.

Neben diesem Laufband gibt es noch Popup-Alerts. Diese poppen unten rechts auf. Da das für den sonstigen Arbeitsverlauf recht störend sein kann, kann man das auch abstellen bzw. hier nur die wirklich wichtigen Nachrichten anzeigen lassen.

verschiedene Level der Unterbrechung

Sowohl für die Popups als auch für den Ticker lässt sich einstellen, welche Nachrichten angezeigt werden sollen. Die Abstufungen reichen von “only very important” bis hin zum kompletten Abstellen des jeweiligen Outputmoduls. So kann man lediglich den Ticker laufen lassen und die Popups ausschalten, oder umgekehrt. Je nach eigenen Vorlieben.

Da besonders ein mit ständigen Bewegungen versehenes Objekt auf dem Monitor als auch Popups je nach aktueller Aktivität störend bzw. ablenkend sein können, sind diese detaillierten Einstellungen äußerst nützlich.

Tracking von Content

Particls erlaubt unterschiedliche Möglichkeiten, Webcontent zu tracken. Man kann die eigene OPML-Datei importieren. Außerdem kann man eine Liste von Stichwörtern eingeben, nach denen Particls dann das Netz durchsucht und entsprechende Nachrichten anzeigt. Analog gibt es auch eine Blacklist für Nachrichten mit Stichwörtern, die nicht angezeigt werden sollen.

Nach einer gewissen Zeit fängt Particls an, nach den Vorlieben des Nutzers neue Feeds zu abonnieren. Diese und die anderweitig importierten Quellen kann man in den Optionen bearbeiten und gewichten. Leider funktioniert das aus welchem Grund auch immer noch nicht zu jeder Zeit (beta..). Was etwas frustrierend sein kann.

Aussichten

Da Particls als Plattform angelegt ist, können Entwickler von außerhalb eigene Input- und Outputadapter entwickeln. Das könnte recht interessant werden. Davon abgesehen, ist Particls auch allein schon auf dem Weg zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Informationbroker aller Art zu werden.

Fazit

Particls ist sicher nicht etwas für Jeden. Journalisten, professionelle und semiprofessionelle Blogger, und Newsjunkies generell, dürften mit Particls ihre helle Freude haben. Diese können ein sehr personalisiertes Nachrichtensystem aufbauen, das weit über die Möglichkeiten herkömmlicher Newsreader hinausgeht.

Particls muss man in diesem Zusammenhang auch als Zusatz zum normalen Feedreader verstehen. Ersetzen kann und will es diesen nicht.

Ich nutze Particls nun seit gut 2 Monaten. In der Regel habe ich nur die Popups aktiv. Und diese auf ‘only very important’ eingestellt. Würde ich zu einem der oben genannten Typen zählen, was ich nicht tue (auch wenn mich sicher der Eine oder Andere zum letztgenannten Typus zählt), würde ich Particls bei meiner täglichen Arbeit am Rechner öfter und wesentlich intensiver einsetzen.

Particls ist seit dem 28. Mai in der Public Beta. Seit der Private Beta habe ich aber keine nennenswerten Verbesserungen auf der Oberfläche feststellen können. Unter der Oberfläche allerdings schon: Besonders das Tracken auch nichtenglischen Contents, also hier des deutschsprachigen, funktioniert mittlerweile recht gut.

Ich hoffe, dass die vereinzelten, seht störenden Bugs bald behoben werden, denn Particls ist ein einzigartiges, sehr vielversprechendes Konzept.

Particls ist aktuell Windows only.

weitere Links und Artikel zu Particls

ausführliches Review auf read/writeweb

Review auf Techcrunch

ein Video in dem Particls vorgestellt wird (leider etwas langwierige Einleitung)

Screencasts über die Particlsseite

 


*Technisch gesehen gehören zwar auch Webfeeds zum Pullprinzip, da der Feedreader den Server nach neuem Content abfragt und nicht umgekehrt. Da das aber in der Regel im Hintergrund ohne Zutun des Nutzers abläuft, kann das von der Nutzung her dem Pushprinzip zugeordnet werden.

[tags]Particls, rss[/tags]

2 großartige, relativ unbekannte Firefoxerweiterungen

Bekanntermaßen bin ich ja bekennender Firefoxerweiterungsfetischist, die folgenden äußerst sweeten Browseflow-Erleichterungen kannte ich aber bis vor kurzem noch nicht:

  1. Mit Add to Search Bar kann man einfach neue Suchen zur Firefox-Suchleiste hinzufügen. Einfach Rechtsklick in der Sucheingabe der entsprechenden Seite und ‘zur Suchleiste hinzufügen’ wählen. Schneller und leichter wird’s nimmermehr.
  2. Configuration Mania ist ein wahres Monster von einer Erweiterung. Die kryptischen Einstellungsmöglichkeiten von about:config werden hier in übersichtliche Menüs überführt, so dass auch Halbnerds genüsslich ihren Firefox zurechtcustomizen können. Alles Mögliche und Unmögliche einstellbar: Sehr groß!

 

Bonusgreasemonkeyscript für Nutzer des GoogleReaders: Google Reader Gears Search fügt dem GoogleReader eine Suche für die eigenen Feeds hinzu. Vorausgesetzt man hat GoogleGears installiert und mindestens einmal seine Feeds lokal synchronisiert. Durchsucht werden dann die runtergeladenen Artikel. Mit GoogleGears kann man Onlinedienste auch offline nutzen, zB Feeds via GoogleReader offline lesen.

(Durchsuchen der abonnierten Feeds ist übrigens auch mit Blogrovr möglich.)

 

(alle Erweiterungen via lifehacker)

[tags]Firefox, GoogleReader[/tags]