Besitzer von Kindle Fire geben pro Jahr 443$ mehr auf Amazon aus als reguläre Kunden

Ein kleiner Blick, oder der Versuch eines Blicks zumindest, in das schwarze Loch der Amazon Kindles und Kindle Fire Tablets auf AllThingsD:

First, at a high level, CIRP estimates that 20.5 million Kindles — e-readers and Kindle Fire tablets combined — are currently in use in the U.S., and that 40 percent of Amazon.com’s customers own one of the devices.

Wenig überraschend geben Besitzer von Kindle Fire Tablets sehr viel mehr auf Amazon aus als reguläre Kunden ohne Amazon-Tablets:

CIRP conducted a survey of 300 Amazon.com customers over the three months leading up to Nov. 15 and found, perhaps not all that surprisingly, that people who own Kindles spend more on Amazon than those who don’t. But the size of the disparity is pretty astounding. Based on its research and analysis, CIRP estimates that Kindle owners spend $1,233 per year on Amazon compared to $790 per year for Amazon shoppers who don’t own one of the company’s e-readers or tablets. Kindle owners aren’t necessarily buying more at a shot, but are buying more frequently.

Man kann es nicht oft genug sagen: Für Amazon sind die Tablets die günstigere und auch sonst attraktivere (weil digitale) Alternative zu einem Filialnetz. Kindle Fire statt Ladengeschäft.

Es ist natürlich noch offen, ob schlicht vor allem überdurchschnittlich oft auf Amazon einkaufende Stammkunden zum Kindle Fire greifen oder das Tablet im Hause Menschen zu mehr Einkäufen auf Amazon anregt.

Für eine Unterscheidung ist es hier noch zu früh. Ohne interne Zahlen wird sie vielleicht nie getroffen werden können.

Tabletmarkt: Was “Marktanteil” bedeutet, und was es nicht bedeutet

Charles Arthur hat beim Guardian einmal aufgeschlüsselt, was die Kennzahl ‚Marktanteil’ bedeutet und räumt gründlich mit den weitverbreiteten Missverständnissen auf. Marktanteile ohne Kontext sind bedeutungslos.

theguardian.com:

So what should I do next time I see a story about market share? See whether it has the supporting numbers you need: the total size of the market, and what it tells us about the installed base. And what, if anything, it tells you about what’s happening in the wider market. Samsung’s colossal market share in smartphones and mobile phones, for instance, is reflected in installed base figures – and also in its profits and heft in the business world. Sometimes the numbers are useful. But on their own? Not really.

Am beliebtesten ist die Gleichsetzung von Marktanteilen mit der installed base, also den aktuell in Gebrauch befindlichen Geräten. Marktanteile sind aber nur die Verkäufe (oder Lieferungen an Händler) von neuen Geräten eines Herstellers im Verhältnis zu den Gesamtverkäufen. 

Wichtig ist die installed base besonders in zweiseitigen Märkten, etwa für Entwickler:

App developers are a key market, as are accessory makers and users considering what their next purchase should be (because you’re more likely to get repairs, support and linked services if the installed base is larger). The article linked at the top is all about that installed base/developer conundrum. The lack of an installed base (despite “market share” numbers) is typically why you can’t get an app for a new platform: developers need to have reason to believe their effort won’t be wasted.

Wir hatten dieses Thema in der Diskussion zu Sobooks kurz gestreift. Bei E-Readern sagen fallende Verkaufszahlen (sofern sie dank der Blackbox Amazon überhaupt so bestimmt werden können) weniger über die Nutzung von E-Books und E-Readern (also die installed base) aus als man meinen möge, denn die Entwicklung der E-Reader der letzten Jahre bedeutet, dass auch drei Jahre alte Geräte ohne Probleme heute noch verwendet werden können und werden. Bei der rasanten technischen Entwicklung der Tablets sieht das anders aus. Ein drei Jahre altes iPad kann nicht mehr für all die Aufgaben verwendet werden für die ein aktuelles iPad eingesetzt wird. Es ist zunehmend auf Browsing und (sehr) alte Apps beschränkt. Drei Jahre alte Android-Tablets kommen nur noch in Sado-Maso-Clubs zum Einsatz.

Das spielt bei der allgemeinen Popularität von Tablets keine allzu große Rolle, weil diese sehr viel schneller wächst. Der Markt expandiert rasant. Aber es spielt zum Beispiel eine Rolle auf Plattformebene, also zum Beispiel für das Android-Ökosystem, das unter anderem neben Fragmentierung auch aufgrund der geringeren Halbwertszeit der Hardware eine sehr viel langsamer wachsende installed base bekommt als Apple, das mit seiner höherwertigen Hardware trotz geringerer Marktanteile heute, also neu verkaufter Geräte, einen höheren kumulativen Effekt für sich verbuchen kann.

Nicht nur aber auch deswegen ist es im Eigeninteresse von Plattformprovidern wie Apple oder Amazon mit dessen Kindle Fire, Geräte zu konzipieren und zu bauen, die möglichst lang benutzbar sind. Für Android-Tablet-Hersteller gilt das nicht, weil sie keinen vergleichbar immensen Vorteil gegenüber den direkten Konkurrenten mit der gleichen Plattform erhalten. (Es ist zwar auch indirekt ein Problem für die Hardwarehersteller, aber eben nur indirekt. Es ist direkt ein Problem für den Plattformprovider Google. Das heißt nicht, dass Android-Tablet-Hersteller nicht vernünftige Hardware produzieren können. Es heißt nur, dass die Anreize nicht so deutlich auf der Langlebigkeit der Hardware liegen, weil Hardware und Softwareplattform nicht aus einer Hand kommen und damit die gefährlichere Konkurrenz innerhalb der Plattform stattfindet.)

Zurück zu den Marktanteilen und der installed base bei Tablets. Arthur darüber, was Marktanteile bedeuten können:

some Widgets go to new users, and some go to existing users. In general, the larger the installed base, the more units will go to replacing old ones. (For example, most people replace their phone every couple of years, so a large installed base of phones has constant “churn”.)

The point is, without that extra data, you can’t know how the installed base is changing.

Und konkret:

Here’s an example, from YouGov in 2013, which showed Apple losing market share. Its share of the installed base had fallen, YouGov said, from 73% to 63% (note that unusually, this was an “installed base share”, not a “sales market share”).

And yet putting in the figures for how many units were bought showed that Apple had increased its installed base and increased its lead in that installed base. That’s counterintuitive. Yet it emerges directly from the calculation: the iPad installed base had gone from 2m to 5.3m; it had gone from having 0.6m more tablets than all its rivals combined, to having 3.1m more.

This doesn’t mean there won’t be more non-iPad tablets than iPads at some point. But it does mean that you need to enquire more carefully about absolute numbers when you’re presented with the word “share”. It’s absolute numbers that tend to matter.

Besonders schwierig ist es, wenn sich das Marktvolumen über die Zeit verändert (was aktuell in Technologiemärkten die Regel ist: sie wachsen) und die Veränderung des Gesamtmarktes noch einmal das Verhältnis von installed base und Marktanteil konstant verändert. 

Der Guardian-Artikel ist sehr lesenswert und man wünscht sich, er würde von allen Journalisten und Bloggern, die über die Technologiebranchen schreiben, gründlichst gelesen.

Am besten fasst ein Kommentar unter dem Artikel das Thema zusammen:

Wenn von morgen an null Windows-PCs verkauft werden und ein Mac pro Tag verkauft wird, hat Apple 100 Prozent Marktanteil aber wird die installed base von Microsoft in nächster Zeit nicht verringern.

Ohne Kontext sind Marktanteile bedeutungslos und schlimmstenfalls irreführend.

iPad Air hat so viel Rechenpower wie MacBook von vor 3 Jahren

Das Embargo ist aufgehoben und die iPad-Air-Reviews trudeln so ein wie die Deutschen seinerzeit in Polen.1 Wer die technischen Details lesen möchte, wird wie immer bei Anandtech gut bedient, aber richtig interessant ist das alles für unseren Blickwinkel auf den Markt und die gesellschaftlichen Auswirkungen nicht. Die wichtigste Aussage aus allen Reviews kommt von John Gruber:

To me, the comparison that is most interesting is to that of my MacBook Air. In exactly three years, Apple has produced an iPad that outperforms a then-brand-new MacBook. Three years is a decent chunk of time in this industry, and the MacBook Air has made great strides since then, but this (a brand-new iPad Air versus a late 2010 MacBook Air) is a credible comparison. In many ways the iPad Air is not just the superior device, but clearly so — it has a retina display, the MacBook Air does not; it gets 10 hours of battery life, the MacBook Air was advertised at just 5 hours back then[..]

iPads sind vollwertige Computer. Sie sind kein Spielzeug, das getrost ignoriert werden kann. Ernsthafte Arbeit2 kann auf dem iPad erledigt werden. iPads sind außerdem 'nur' die Speerspitze der Tablets. Auch Android-Tablets gewinnen rasant an Rechenpower und damit an Nützlichkeit. (Auch wenn ihnen schmerzlich die Apps fehlen.)

Es sollte keine Überraschung sein, dass der Aufstieg von Tablets und Smartphones mit dem Niedergang des PC-Marktes einhergeht.


  1. Neben den US-Klassikern von Mossberg über Pogue bis Gruber etc. gibt es natürlich auch Testberichte von vom Leistungsschutzrecht beschützten deutschen Massenmedien. 

  2. Und weniger ernsthafte Arbeit wie dieser Text. 

Globaler Tabletmarkt: iPads und Android-Tablets erledigen unterschiedliche Aufgaben

Der Analyst Benedict Evans hat den globalen Tablet-Markt seinen Berechnungen folgend aufgeschlüsselt:

Tabletmarktaufteilung

Wie immer fehlen naturgemäß die Zahlen von Amazons Kindle Fire.

Aber drei Aspekte sind trotzdem interessant:

1. Der sinkende Anteil des iPads bei den Neuverkäufen.

2. Die steigenden Verkaufszahlen der ‚nicht aktivierten‘ Android-Geräte, also extrem günstige Android-Tablets, die ohne Google-Apps kommen. (Sprich: China.)

3. Die marginalen Verkaufszahlen des Nexus.

Vor allem (3) ist interessant, weil Google mit dem Nexus 7 und 10 gut verbaute Tablets zu sehr niedrigen Preisen verkauft. Im Gegensatz zu den anderen Android-Geräten bringt das Nexus auch ein reines, nicht mit Hersteller-Apps und eigenen Oberflächen verstopftes Android mit.

Aber anscheinend interessiert das die potenziellen Käufer nicht. Warum? Und, daran anschließend, warum verkaufen sich extrem billige Android-Tablets so gut?

Zum einen sind die Nutzungsszenarien bei iPads weitreichender als bei Android-Tablets. Dank der vielzahligen Apps stellt sich für jeden, der sich auf die ‚Post-PC-Ära‘ einlassen möchte, gar nicht die Frage ob es ein iPad werden soll oder nicht. Das heißt außerdem, dass ein leicht besseres Android-Tablet wie die Nexus-Reihe keinen ausreichenden Mehrwert für eventuelle Käufer bietet. (Das erklärt auch die große Preisdifferenz zwischen iPad Mini und Nexus 7. Sie konkurrieren dank der unterschiedlichen Ökosysteme nur bedingt miteinander.)

Zum anderen werden die extrem günstigen Tablets für wenige Aufgaben genutzt: Web, Video. Benedict Evans Vermutungen:

But there’s also another proposition, a $75-$150 black generic Chinese Android tablet, half the price of a Nexus 7. That proposition is also selling in huge numbers, but it appears to come with a very different type of use. 

Why are people buying these? What are they being used for? They’re mostly in China (that’s the pink bar above) and emerging markets and in lower income groups in the west. And it seems that they’re being used for a little bit of web, and a  bit of free gaming. Perhaps some book reading. And a LOT of video consumption. In fact, one might argue that for many buyers, these compete with TVs, not iPads, Nexuses and Tabs. But regardless of what they’re being used for, they’re not being used the way iPads are used. In effect, they are the featurephones of tablets. 

If this theory is correct, it suggests that Apple’s $300 Mini really isn’t a competitive problem, because the iPad doesn’t yet face a strong competitive threat (quite unlike the iPhone). Rather, there are actually two quite different markets: the post-PC vision, where Apple is dominant, and a ultra-low margin product that’s also called a tablet but which is really a totally different product. 

(Hervorhebung von mir.)

Evans’ Fazit: Diese Tablets sind praktisch die Featurephones unter den Tablets.

Die entscheidende Schlussfolgerung in meinen Augen, die Evans nicht zieht oder zumindest nicht ausspricht: Das bedeutet am Ende, dass diejenigen, die heute Android-Tablets kaufen kaum eine Bindung an die Plattform entwickeln. Vor allem ganz im Gegensatz zu den Nutzern von iPads.

Das ist zwar ein gutes Zeichen für Apple. Aber es ist vor allem ein sehr gutes Zeichen für andere Plattformprovider. Es bedeutet nämlich, dass die Felle auf dem Tablet-Markt noch nicht einmal bei den heutigen Käufern, also denen, die sich schon mit dem Formfaktor angefreundet haben, verteilt sind.

Gute Nachrichten für Windows, Firefox OS, Ubuntu Touch, Kindle Fire und wer noch alles kommen mag.

Vertikalisierung nach Amazon-Art: Offlinevideos, Goodreads-Integration & Support auf OS-Ebene

Amazon erlaubt künftig für einige Titel seines Videostreamingangebots “Amazon Instant Video” Offline-Konsum:

Amazon’s new line of Kindle Fire HDX tablets will let Prime Instant Video users* download some movies and TV shows to their devices, for free, for up to 30 days, so they can watch without an Internet connection. Once they start watching a particular title, they’ll have 48 hours to finish.
That’s a feature no other U.S. subscription-streaming service currently offers. And it might prove very handy for travelers, or anyone else who wants to watch something on a laptop or tablet but doesn’t have access to good broadband.

Das ist zunächst nur für einige Titel verfügbar, weil Amazon für das Zusatzfeature entsprechende Lizenzen erwerben muss.

Es ist bemerkenswert, wie Amazon zum einen Stück für Stück seine Services weiter voranbringt und zum anderen alle eigenen Angebote zusammenbringt. In diesem Fall kommen der Streamingdienst, Amazons Hardware und Tablet-OS (mit neuer Version 3.0) zusammen.

Es stellt sich mit diesen Entwicklungen immer mehr die Frage, wie die deutschen TV-Sender ernsthaft auf die Disruption ihres Heimatmarktes reagieren wollen, wenn Amazon Instant Video, Netflix und co. hier verfügbar werden.

Dass Amazon dieses Feature von den Rechteinhabern bekommt1, macht es praktisch unumgänglich, dass ähnliche Funktionen auch zu den Konkurrenten kommen werden.

In Deutschland ist Amazon Instant Video noch nicht verfügbar. Dafür die Amazon-Tochter Lovefilm, und der Konkurrent Watchever von Vivendi.

Als Randnotiz sei noch auf die weitergehende Vertikalisierung bei Amazon hingewiesen, die sich auch bei der neuen OS-Version bemerkbar macht:

As with the Paperwhite, Goodreads is now built in – or at least it will be by the time 3.1 rolls around. Once that 3.1 upgrade starts rolling out over the air (sometime in mid-November), Goodreads will offer the ability to share quotes, review titles and get recommendations as you're reading the book.

Und, noch spannender, die Integration von Support auf OS-Ebene:

The new feature that had Bezos particularly giddy is Mayday. The button's based in the Quick Settings (also accessible with a swipe), alongside options for Auto-Rotate, Brightness, Wireless, Quiet Time (to shut off those nagging notifications, when you're doing things like reading). The feature bakes a live, human help module directly into the OS (on the HDX, at least – the HD doesn't have a mic to support it). A little box will pop up with a real, live person on the other end. You can see them, but they can only see your screen – and, if prompted, they'll pause their end, so they can't see you do things like entering passwords.


  1. Beziehungsweise teuer einkaufen darf.. 

Wird der Tabletmarkt in Subkategorien zerfallen?

Wie wird sich der Tabletmarkt entwickeln? Wir befinden uns aktuell in einer Phase des Experimentierens und des Findungsprozesses.
Forrester:

So far so good; the automotive metaphor seems to have some value for a discussion of tablets. But does this similarity between the automotive industry and the tablet computing market mean that the hardware space is destined to look like the automotive industry? That is, will it break into sub-markets (with “semi-nonsubstitutable” products) in which (for instance) “Sub-Compact Category Captures Almost 5% of Industry Sales” is a key headline? Following an automotive industry pattern, will tablets devolve into micro-niche categories instead of today’s discrete form factors?

The short answer is yes, the tablet market continues to fragment into differentiated niches. We’re undergoing a period of great experimentation in computing – everything from myriad tablet types to furniture PCs to wearable computing devices that run on the same platforms. Tablets will fill more specific enterprise niches; the tablet that works for a flight attendant on an airplane might not be the same tablet best suited for a field engineer climbing a tall electrical tower.

Unterschiedliche Formfaktoren müssen nicht zwingend unterschiedliche Plattformen bedeuten. Ich würde eher vom Gegenteil ausgehen. Sprich also die Anzahl der Formfaktoren pro (Software/Appdistribution/OS-)Plattform werden zunehmen statt abnehmen.

In der kommenden Ausgabe des Exchanges-Podcast von Exciting Commerce sprechen Jochen Krisch und ich auch über den extrem dynamischen Tabletmarkt beziehungsweise den Post-PC-Markt insgesamt.

Amazon: Alles aus einer Hand mit Kindle Fire, X-Ray, IMDB und Instant Video

The Next Web über eine Anekdote in Amazons Weg hin zur allumfassenden Plattform:

Amazon has expanded its X-Ray for movies feature, which enables Kindle users to tap on an actor or actress and discover which films they’ve starred in, by adding support for TV shows today.

The service, which uses the popular IMDB database, now supports some of the most popular shows available on Amazon Instant Video; Justified, Downton Abbey, The West Wing, Sons of Anarchy, Falling Skies, American Horror Story, Grey’s Anatomy, Doctor Who, The Walking Dead, Lost, Glee, Breaking Bad and Game of Thrones.

The feature is exclusive to the Kindle Fire, Kindle Fire HD and Amazon Instant Video app for Wii U. It follows an iOS version of X-Ray for Books, a similar feature focused on novels and textbooks, that was launched in December last year.

Schaut man sich das langsam entstehende Gesamtbild an, erscheint die Frage, die sich mancher beim ersten Kindle Fire noch gestellt hat, ‘Was will ein Online-Händler mit einem eigenen Tablet?’, geradezu naiv.

Manager von Box and Evernote: Man sollte Microsofts Plattformen nicht ignorieren

CITEworld:

[Evernote-CTO Dave Engberg] also said that Evernote is seeing increasing usage of its Windows Phone app – and more important, that people on that platform use it quite often and buy extra services. “The average revenue per user is more than it is for Android.” He called Windows Phone revenue “modest, but worth the effort” and said it was “solidly in third place” – ahead of BlackBerry.

But Engberg does not recommend trying to reach these smaller platforms with a cross-platform development strategy. “If you build a kind-of-OK HTML5 app for a mobile device, you’ll be number nine” in the various app store lists for your category. Meanwhile, the top two apps will get almost all the downloads.

“It’s not worth doing it halfway,” he insisted. “There’s no benefit of putting half effort into it.”

Box COO Dan Levin, who was on the same panel, also said that enterprise app makers should not ignore Microsoft’s Windows 8 platform. Speaking to the audience of Silicon Valley business and tech employees in San Francisco, Levin said, “You’d be stunned at how many CIOs and IT people in places like Kansas City say that whatever Microsoft ships is the only thing they’ll consider. We can’t even have a conversation with a CIO that doesn’t include Windows.”

Das iPad ist für sehr lange Zeit das einzige benutzbare Tablet auf dem Markt gewesen. Selbst heute hat Microsoft noch keine richtige Antwort auf das iPad gefunden. (Die Surface-Tablets verkaufen sich nicht sonderlich gut. Apple verkauft in 6 Tagen wohl mehr oder weniger so viele iPads wie Microsoft Surfaces in 6 Monaten.) Das iPad, da beliebt bei Managern, scheint damit sehr viel stärker am B2B-Fundament von Microsoft zu sägen als das iPhone.

Ubuntu wird der spannendste Neuzugang auf dem Tabletmarkt

Engadget über die vorgestellte Tabletversion von Linux Ubuntu:

Most importantly, Ubuntu is so lightweight that – by the time Ubuntu 14.04 rolls around – it’ll be able to use the same code across all four form factors, with the same security features, user profiles and UI fundamentals.

Since the OS will be a constant, a smartphone-oriented app will work on an Ubuntu tablet or any other Ubuntu device without having to be ported or even tweaked. (Although devs will still have the option of adding functionality or UI elements that are specific to one category of device, or that only wake up when a device is docked – like when a tablet is attached to a keyboard or when a phone is hooked up to a bigger display.)

This is very different to what Windows offers, for example, with its separate WP8, RT and Windows 8 versions. In fact, Mark Shuttleworth claims to have "cracked this one in a way that has eluded Microsoft," not least because Ubuntu’s approach means that smartphone- and tablet-sized apps can run side-by-side on the same device in split screen mode. For example, you could have the Skype phone app running at the same time as a tablet document editor.

Ubuntu bleibt der spannendste Neuzugang im Tablet/Smartphone-Sektor und das nicht zuletzt, weil das OS bereits eine signifikante Desktoppräsenz hat. Canonical ist zwar mit seinem Vorstoß nicht gerade früh dabei (erste dedizierte Tablets werden wohl frühestens im 2. Quartal 2014 kommen), aber sie scheinen zumindest technisch und konzeptionell bereits weitaus besser aufgestellt zu sein als Microsoft.

Jetzt fehlen ‘nur’ noch die Partnerschaften und die Vertriebsstrategie. Interessant wird auch, ob die Verbindung zum Desktop der Plattform den nötigen Appentwickleranreiz bringen wird. (Ein zentrales Softwarecenter aka Appstore hat das Desktop-Ubuntu bereits.) Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass Canonical beim SDK alles richtig macht.

Amazon Kindle Fire ist aktuell das populärste Android-Tablet

TechCrunch über eine Studie von der Appanalytics-Firma Localytics:

The U.S. is Amazon’s first and main market for the Kindle Fire, with Amazon only starting to roll out the tablets to other markets towards the end of 2012 (first in the UK market), around a year after launching in the U.S.

That means that some 89% of Amazon’s tablets “live in America, with most of the rest in Great Britain,” writes Localytics’ Daniel Ruby. “After those two, no other country has even one percent of worldwide Kindle Fires.”

In the rest of the world, however, the Android tablet game is Samsung’s to lose. Ruby tells me that the Korean device maker’s Galaxy line accounts for 76% of all Android tablet usage across non-U.S. markets. Nexus 7 came in second at 15%, and Kindle Fire’s global share is just 9%.

Localytics notes that if Amazon manages to work out its international distribution, then “their U.S. success suggests they could quickly dominate the Android tablet market worldwide.”

Da das Kindle Fire mit einem geforkten Android läuft, fehlt nicht nur Google Play, Googles Äquivalent zu Apples iTunes, auf den Geräten. Die Amazontablets zählen auch nicht in die offiziellen Zahlen von Google hinein. Das ist insofern wichtig, als dass Amazon nur das erste Unternehmen auf diesem Weg war, dem weitere (Facebook?) folgen werden.

Mit dem (vorhersehbar gewesenen) zumindest anfänglichen Erfolg des Kindle Fire könnte vielen Beobachtern im Laufe des Jahres dämmern, dass Android kein herkömmliches Betriebssystem, sondern eine andere Art Plattform ist.

Etwas, das ich Ende 2011 beschrieben hatte:

Das zugrunde liegende Android könnte dann eine immer unbedeutendere Rolle spielen. So wie die Tatsache für Enduser kaum eine Rolle spielt, dass Android wiederum selbst auf Linux basiert.

Niemand argumentiert, dass es schlecht für die Linux-Fragmentierung ist, dass Google Android (gekauft und) entwickelt hat. Ebenso findet es auch niemand schlimm, dass Linux auch die Grundlage für WebOS und Chrome OS ist.

Genau das Gleiche könnte Android selbst basieren: Die Basis für Tablets werden. Der kleinste gemeinsame Nenner. Mit immer weniger werdenden Kompatibilitäten unter den Android-Abwandlungen.

 

Tablet First

Nico Lumma:

Ich glaube allerdings auch, dass Mobile First immer mehr von Tablet First überlagert werden wird, denn das werden die allgegenwärtigen Geräte der Konsumenten werden. Künftig könnte also eine Fragestellung sein, wie man ein Produkt entwickelt, dass auf dem Tablet toll aussieht und zum Browsen einlädt, während die mobile Version es erleichtert, Inhalte selber zu generieren und die Web-Version sorgt für gute SEO-Resultate. Das macht die Produktentwicklung etwas komplexer als nur Mobile First, jedenfalls wenn man Mobile und Tablet als ähnlich, aber doch signifikant anders begreifen will.

Egal wie man es dreht und wendet, die Fokussierung auf UX/UI wird künftig die erfolgreichen Produkte noch mehr den anderen unterscheiden. Dabei sollte man konsequent von Tablet über Mobile hin zum Web denken.

Die Potentiale sind heute um Dimensionen größer als vor zehn oder selbst fünf Jahren. Aber mit ihnen sind auch die Herausforderungen gewachsen.

8,2 Millionen Deutsche nutzen Tablets

Holger Schmidt auf Focus Online:

Nach Berechnungen des Bitkom werden in diesem Jahr 3,2 Millionen Tablets in Deutschland verkauft, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen mit den abgesetzten Geräten der Jahre 2010 und 2011 kommen die Bitkom-Marktforscher auf 6 Millionen verkaufte Tablets. Darin sind aber auch alle iPad 1 und 2 enthalten, die aktuell ungenutzt in den Schubladen der Besitzer der neuen iPad-Generationen liegen. Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse kommt dagegen auf eine Gesamtzahl von 3,29 Millionen eingesetzten Tablet-Computern in Deutschland, was 170 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Beeindruckende Zahlen für eine Produktkategorie, die erst seit gut zwei Jahren dank des iPads in nennenswertem Ausmaß genutzt wird.

Der Satz über die Schubladen der Besitzer von mehreren iPads ist natürlich Quatsch. Die wenigsten Menschen kaufen ein Gerät für mehr als 400 Euro und lassen es ein Jahr später nach dem Erwerb des Nachfolgers ungenutzt in der Schublade liegen. Wer die alten Geräte nicht weiterverkauft, gibt sie in der Regel in der Familie weiter.

Was ist Windows RT? Microsofts kommende Markenkatastrophe

Paul Thurrotts über die Markenverwirrung mit Windows RT:

Put another way, on the day that Microsoft launches Windows 8 to the world—a day that is the most eagerly awaited Microsoft product launch since Windows 95—Microsoft will also launch a device that runs Windows RT, and not Windows 8.

[..]

Based on my email, I have to think that most of these first customers have absolutely no idea what they’re buying. That some have still made an amazingly expensive purchase regardless, well, it boggles the mind.

[..]

Windows RT will not run any desktop applications beyond the applications that are bundled with the operating system. This means it will not run Windows Essentials 2012, Microsoft Outlook (any version), Microsoft Office (any version, beyond what’s included with RT), Adobe Photoshop or Photoshop Elements, or any other Adobe desktop application. It will not run the SkyDrive desktop application (which is part of Essentials 2012, yes, I know), meaning you cannot sync SkyDrive data to your RT device’s storage. You can only use the SkyDrive Metro app, which lets you access SkyDrive only when connected … just as with any other mobile device. It will not run iTunes. It will not run any desktop Windows application beyond what’s bundled with the OS.

Windows RT is not a computer operating system. Windows RT is an operating system for mobile devices.

Surface with Windows RT is not a computer. It is mobile computing device, like an iPad. It is a tablet, a hybrid device that bridges the gap between real PCs and media tablets, where you can work and play.

[..]

I really like Windows 8 and think Windows RT is a great long-term play against the iPad and other tablet challengers. But any excitement Microsoft generated around this launch will be squandered when people realize they just bought something that looks like Windows 8 but comes with even fewer apps than Windows Phone. That’s not a recipe for success, it’s a recipe for disaster. And I’m tired of cleaning up the mess.

(Via John Gruber)

Bei Microsoft ist man so versessen darauf, alles Windows zu nennen, dass man selbst ein Betriebssystem so nennt, das für die Darstellung der Programme nicht einmal mehr auf die namensgebende Fenstermetapher setzt. Das gleiche Problem hat Microsoft mit Windows Phone 7 und 8: Dieses vollkommen neue mobile Betriebsystem suggeriert fälschlicherweise im Namen, die Fortsetzung eines älteren (und sehr viel schlechteren) Betriebssystems zu sein

Microsoft hatte eine gute Brandidee, die es leider wie eine heiße Kartoffel wieder fallengelassen hat: Metro.

Die Folge dessen, einfach alles Windows zu nennen, ist das Gegenteil des Gewünschten: Statt einer klaren, einfachen Markenstrategie (Das ist Windows. Kennen wir. Finden wir gut.) erschafft sich Microsoft ein für Endnutzer vollkommen undurchsichtiges Angebot, das in den nächsten Monaten nach dem Launch zum wohl größten Marketing-Debakel in der Geschichte des Unternehmens führen wird.

Warum das wichtig ist? Weil es hier ganz konkret um Endnutzer geht, die die Vorgänge in der Techwelt nicht verfolgen; und auch nicht verfolgen müssten, um zu wissen, was sie da erwerben.

Ein Markendesaster für Microsoft also, und das in einer Zeit, in der Microsoft so angreifbar ist wie es seit Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts nicht mehr war.

Und wir haben noch nicht einmal über das neue chaotische Interface von Windows 8 gesprochen.

Toys ‘R’ Us bringt eigenes Android-Tablet heraus

Toys ‘R’ Us bringt ein eigenes, auf Android basierendes Tablet für Kinder heraus.

Dem Spielehändler geht es nicht sonderlich gut. WSJ.com:

The business has been under stress in recent years. U.S. toy sales fell 2% last year to $21.2 billion, a decline that the industry attributed to the weak economic recovery, a dearth of “must have” toys and children’s increasing preference for digital playthings.

Toys “R” Us has struggled with price competition that has contributed to two years of profit declines while its annual sales of roughly $14 billion have remained relatively flat. Last week, the company said second-quarter sales at U.S. stores open at least a year dropped 3.4% and its loss for the quarter widened to $36 million from $34 million a year earlier.

‘Auf Android basierend’ heißt auch in diesem Fall mehr Kindle Fire als Galaxy. Also kein offizielles Google-Android sondern eine angepasste Version. Sollte Toys ‘R’ Us also mit dem Tablet erfolgreich sein, wird es trotzdem nicht bei den offiziellen Androidbekanntgaben von Google erscheinen.

Interessant ist natürlich, dass immer mehr Unternehmen, denen eigentlich die Kompetenzen in diesem Feld fehlen, in das Hardwaregeschäft eintreten. Amazon fällt einem hier etwa auch ein. Vielleicht sind die Markteintrittshürden dank (relativ) lizenzfreiem Betriebssystem und geringer Hardwareanforderungen plus bestehender Produktionszulieferer (Foxconn etc.) niedrig genug, um mehr und mehr in dieser Richtung zu sehen. Zumindest Amazon scheint seine Bemühungen zu verstärken, wenn man sich die Jobausschreibungen anschaut.

Der Vorteil von Toys ‘R’ Us auf dem Tabletmarkt ist natürlich ein ähnlicher wie bei Amazon: Im Gegensatz zu ihren Android-Konkurrenten haben sie bereits einen Absatzkanal im Haus.

Das ist kein Erfolgsgarant. Aber gerade für den heutigen Tabletmarkt ist das ein kaum zu unterschätzender Vorteil.

PC als Personalized Computing: Microsoft arbeitet an der Deutungshoheit

Microsoft: PC heißt jetzt Personalized Computing | heise online:

Mit 30 neuen Windows 8-Tablets erklärte Microsoft die IFA zu einem herausragenden Erfolg. Nach der Ära des noch von Bill Gates eingeläuteten Zeitalter des Extended PC sieht man die “PC Plus-Ära” dämmern, in der allein Microsoft den Anwendern ein “einheitliches Benutzererlebnis” garantieren könne, meinte Peter Jaeger. Nach seiner Aussage ist der Konzern mit einem jährlichen Forschungsetat von 9,5 Milliarden US-Dollar weltweit führend und könne allein mit dieser geballten Entwicklungsmacht die Zukunft gestalten.

Hut ab vor dem, was Microsoft mit Windows 8 versucht. Aber das ist alles andere als ein “einheitliches Benutzererlebnis”. Das Besondere an Windows 8 ist immerhin gerade, dass es neben der Desktopoberfläche eine für Touch optimierte Oberfläche (The GUI formerly known as Metro) mitbringt.

Microsoft will ein OS für Desktop und Touch anbieten, das somit zwei Oberflächen mitbringt. Apple setzt auf zwei unabhängige Betriebssysteme (Mac OS und iOS) für die zwei unterschiedlichen Eingabeparadigmen. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile. Aber keine davon bedeutet, ein  ”einheitliches Benutzererlebnis” zu erlangen. Das ist weder möglich, noch wünschenswert.

Und “PC Plus”: Klar, ein Unternehmen, dessen Logo auf das eigene PC-OS abzielt, und dessen mobiles OS ebenfalls Windows heißt, obwohl da gar keine Programmfenster vorkommen, kann gar nicht anders als den PC mitzuschleifen. Das erscheint heute noch zwingend. In fünf Jahren oder gar zehn Jahren, wenn die Mehrheit der Bevölkerung Tablets als Hauptcomputer einsetzen werden, wird das eigenwillig erscheinen. Dabei ist egal wie sehr man die Abkürzung für ‘PC’ umzudeuten versucht. PCs werden für Normalbürger wohl immer Desktop und Laptop bleiben. Sie wissen schon, diese LKWs, wie Steve Jobs sagen würde.

Google Nexus 7 wird so günstig sein, weil Google damit keinen Gewinn macht

Das Google Nexus 7, Googles eigenes, diese Woche auf der Google I/O vorgestellte, von Asus produzierte Android-Tablet, wird über Google Play, dem Onlinestore des Suchgiganten, zum Break Even Point verkauft. Also noch einmal im Klartext: Zumindest Google wird keinen Gewinn mit dem Verkauf des Tablets machen.

AllThingsD:

One way the companies managed that is through razor-thin margins. Google is selling the device through its Google Play store, essentially at cost, and also absorbing the marketing costs associated with the device.

“When it gets sold through the Play store, there’s no margin,” Rubin said. “It just basically gets (sold) through.”

Klassische Catch-up-Strategie, die üblich für zweiseitige Märkte ist. Da der Tabletmarkt essentiell ein Plattformmarkt ist, ist er auch ein zweiseitiger Markt.

Google geht mit dem Nexus 7 also den Weg, den man etwa schon von Spielkonsolen kennt. Microsoft verkaufte sein Xbox jahrelang gar unter Kosten also verlustbringend, um Marktanteile aufzubauen. Konsolenhersteller verdienen ihr Geld anschließend mit selbst produzierten Spielen und mit den Lizenzzahlungen von Spieleherstellern.

Die Frage ist, ob für Google über Google Play und mobile Werbung genügend Spielraum vorhanden ist, um ähnlich gut über die dann auf der Plattform verkauften Güter zu verdienen. Die aktuelle Entwicklung spricht eher dagegen.

John Gruber über die Hardwarpartner von Google:

That must be music to the ears of Sony, Samsung, Acer, HTC, and anyone else trying to sell Android tablets for, you know, a profit. Where by “music to the ears” I mean “a shit sandwich”.

Google hatte keine andere Wahl, um gegen Apple Land auf dem Tabletmarkt zu gewinnen. Aber Google vergrault damit natürlich die Hardwarpartner, für die der Androidtabletmarkt bereits vorher nicht sehr attraktiv war.

In einer Plattformwelt bist du besser ein Plattformprovider.

Surface: Microsoft setzt bei Tablets auf vertikale Integration

Microsoft surface tablet

Microsoft hat letzte Nacht die eigenen, mit dem Launch von Windows 8 auf den Markt kommenden Surface-Tablets vorgestellt.

iPhoneBlog.de:

Die Idee zum Tastatur-Smart-Cover wünsche ich mir kopiert. Beim Lüfter, USB-Anschluss und Standfuß kann man nur die Augen verdrehen, damit wird’s kein Tablet. Details zum ‘ClearType HD‘-Display fehlen, was leider tief blicken lässt.

 Surface stellt eine 180°-Wendung des Geschäftsmodells von Microsoft dar. Weg vom Lizenzmodell und horizontaler Ausrichtung und hin zu -für Microsoft erstmals- vertikaler Integration.

Steve Ballmer klingt bei der Vorstellung der Tablets wie seinerzeit Steve Jobs:

We believe that any intersection between human and machine can be made better when all aspects of the experience, hardware and software, are considered and working together.

 Microsoft legt bei den Surface-Tablets ein ähnliches Vorgehen an den Tag wie bei der neuen Metro-Oberfläche bei Windows 8: Man geht nicht den Android-Weg und kopiert von iOS so viel wie möglich, sondern geht einen eigenen Weg.

Ich bin nicht sicher, wie erfolgreich die von Microsoft gewählte Richtung sein wird. Aber mit dem eigenen Tablet auf den Markt der Netbooks zu zielen, erscheint mir keine schlechte Strategie. Bekanntlich wird der Netbookmarkt bereits vom iPad stark bedroht. Da gibt es klare Entwicklungen auf dem Markt.

Die Tatsache, dass Microsoft noch keine Preise bekanntgegeben hat, könnte allerdings auch bedeuten, dass die Surface-Tablets zu teuer und damit nicht konkurrenzfähig werden. Das klassische Problem aller Tablet-Hersteller: Sie können nicht mit Apples Zulieferernetz und Produktionserfahrung mithalten, um ihre Tablets ähnlich günstig produzieren und anbieten zu können.

Vertikale Integration scheint für den Tabletmarkt das richtige Vorgehen zu sein.

Dan Frommer:

Apple has proven that the best computers — which rely on tight software integration more than ever before — are made when one company is in charge of designing both the hardware and the software, so they’re built in harmony and just work. Microsoft seems to have figured this out, too, via the Xbox and now this Surface tablet. [..]

But Microsoft has also learned that the best business model in today’s mobile industry — tablets and smartphones — is to the sell the actual hardware to consumers, not just license an operating system. Given today’s economics, the only way to potentially earn a profit of more than $100 per tablet is to sell the actual tablet. There’s no way Microsoft could earn that just selling Windows licenses to HP. Especially as it’s primarily competing with Android, which is sort-of free.

Google wird, auch wenn sie noch anderes sagen, mit dem übernommenen Motorola Mobility ebenfalls in diese Richtung gehen, wie ich seit längerem vermute. Man arbeitet dort wahrscheinlich bereits seit längerem rund um die Uhr an einem Nexus-Tablet.

67 Millionen iPads

Apple-CEO Tim Cook via NYT Bits Blog:

Apple sold 11.8 million iPads during the quarter, more than double the number it sold last year. Tim Cook, Apple’s chief executive, helped put this in perspective during the company’s earnings call. “Just two years after we shipped the initial iPad, we sold 67 million,” he said. “It took us 24 years to sell that many Macs, and five years for that many iPods, and over three years for that many iPhones.”

Das iPad wird wohl nicht ‘nur’ Computergeschichte sondern ganz allgemein Produktgeschichte schreiben. Wenn es das nicht bereits getan hat.

(via Daring Fireball)

siehe auch: Das unaufhaltsame iPad

(Disclosure.)

Das unaufhaltsame iPad

Ipad 2

Farhad Manjoo vergleicht auf Slate die Entwicklung des iPads mit der des iPods, um zu zeigen, in welche Richtung der Tabletmarkt aktuell zeigt:

Apple begins by releasing a novel, category-defining product. Then, as rivals scramble for some way to respond, Apple relentlessly puts out slightly better versions every year, each time remaining just out of reach of the competition. Meanwhile it lowers its prices and expands its product lineup, making its devices more accessible to a wider audience. Then, to finish the game, it finds a way to boost its position through network effects and customer lock-in. (In the iPod’s case, it accomplished this through the iTunes software and built-in music store.) Put it all together and you have a device that’s unbeatable. In 2011, 10 years after its release, the iPod still represented a whopping 78 percent of the market share in music players.

Er hat recht.

Preis: Bereits vor dem neu vorgestellten iPad konnte kein Tablet-Hersteller ein vergleichbares Tablet zum gleichen Preis anbieten. Jetzt existiert ein iPad mit einem Display, das keiner der Konkurrenten bieten kann. Gleichzeitig ist das Vorgänger-iPad noch einmal günstiger geworden.

Apples iPads sind in ihrer Featureklasse die günstigsten am Tabletmarkt.

Was viele ausblenden, sind die enormen Skaleneffekte, auf die Apple im Zuliefererbereich zurückgreifen kann. Apples Supply-Chain-Management ist aktuell unangreifbar. Das erlaubt es Apple, das iPad gleichzeitig günstiger anzubieten als es ein Konkurrent könnte und hohe Gewinne damit einzustreichen.

Features: Das iPad scheint genau die richtigen Features für ein Tablet mitzubringen (oder: die Präferenzen genau richtig zu setzen):

Part of the problem is that nobody really wants the alleged improvements to the iPad—Flash and extra hardware ports, for instance. The bigger problem is that, as a technical matter, rivals are having a very hard time beating Apple’s most important features. The iPad’s custom-made processors and battery technology mean that it keeps getting more powerful without sacrificing any battery life. None of Apple’s rivals has managed to even match the iPad’s battery life.

Das Problem für andere Plattformen wie Android oder Windows: Während die Hardwarehersteller Probleme haben, mit Apples Hardware mitzuhalten, rennen auf der Software-Seite die Netzwerkeffekte zu gunsten von Apple immer weiter davon. Wer heute Tabletapps schreibt, schreibt iPadapps.

Das Problem für die Industrie: Der zweiseitige App-Markt verfestigt sich immer weiter auf iOS. Manjoo:

Microsoft may thus find itself on the wrong end of a network-effects loop, the same position it once pushed Apple into in the PC market: Customers will choose an iPad over a Microsoft tablet because there are 200,000 apps for the iPad, and only a fraction of that for Windows. This will push app developers to favor the iPad over Windows as their primary platform—that’s where the customers are—which will, in turn, fuel more iPad sales. At some point, customer lock-in will become extremely important: If your last tablet was an iPad, your next one will be too, because that’s where all your apps are.

Und auf Jahre hin könnte sich diese Situation zementieren. Denn starke gegenseitige indirekte Netzwerkeffekte sind ein festes Fundament, wie Apple und Microsoft im Desktopbereich aus verschiedenen Perspektiven erlebt haben.

Im Verbund mit einer günstigen Hardware, die noch dazu Features mitbringt, die andere nicht haben – das Retina-Display -, wird das zumindest heute unbesiegbare Angebot komplett.

Warum das Retina-Display wichtig ist und nicht etwa ein Spec wie die auf Gadgetblogs immer wieder beschriebenen Quadruple/Trillioncore-Chips, die jetzt im nächsten Killergerät verbaut werden, an das sich in einem halben Jahr niemand mehr erinnert, beschreibt Ryan Block auf gdgt:

The core experience of the iPad, and every tablet for that matter, is the screen. It’s so fundamental that it’s almost completely forgettable. Post-PC devices have absolutely nothing to hide behind. Specs, form-factors, all that stuff melts away in favor of something else that’s much more intangible. When the software provides the metaphor for the device, every tablet lives and dies by the display and what’s on that display.

Das populärste Tablet mit dem besten Ökosystem, das gleichzeitig das beste Preis/Leistungsverhältnis hat, hat gerade ein Display-Update bekommen, mit dem die Konkurrenten nicht mithalten können.

Die einzige Frage bleibt, wie wichtig der Tabletmarkt für den Computersektor werden wird. Wird er sehr wichtig, wird das ein riesiges Problem für den Rest der Branche. Manjoo auf Slate:

If the iPad becomes the future of computing, the fortunes of Microsoft, Intel, Dell, and to some extent Hewlett-Packard will begin to plummet. Meanwhile Google, which makes all its money through ads, will find itself reaching its customers through a device made by a hostile rival. As I said: Be very afraid.

Obwohl ich Apple-Aktien halte, beobachte ich mit Unmut, wie schwer es den restlichen Unternehmen fällt, auch nur eine akzeptable Antwort auf das iPad zu formulieren.

Die Post-PC-Welt hat im Gegensatz zu den Neunzigern Platz für mehr als ein alles dominierendes OS. Das gilt auch für Teilmärkte wie den Tabletmarkt.

Aber kein Tablet bietet vergleichbare Technik zum gleichen oder günstigeren Preis. Windows bzw. Metro kommt spät. Und Android ist, was man in der Fachwelt einen Clusterfuck nennt.

Das iPad ist aktuell ein unaufhaltsamer Juggernaut.

Lesenswert zu Apples Geschäft ist immer auch asymco. Dort findet man oft Einsichten in das Geschäft hinter iPhone und iPad.

webOS: Eine künftige Alternative für Tablet-Hersteller?

Der Open-Source-Ansatz von webOS scheint recht gut aufgesetzt zu sein und ist laut Ars Technica offener* als der von Android:

In terms of code availability and transparent development, the existing components of Open webOS are already more open than the AOSP [Android open source project]. Of course, there is still a lot more code to open. If HP follows through with its plan and brings more community members in on equal footing in both the PMCs and the committer pool, they can also achieve for Open webOS a much more inclusive and participatory development environment than the one that exists around the AOSP.

Another great aspect of the Open webOS development model is that the individual subprojects have been established with a broader mandate than merely perpetuating the webOS platform. Enyo and Isis, two key components of webOS that have already been opened, are being designed with portability in mind so that the projects will have broader applicability and can potentially be used in many other kinds of environments. This will help attract contributors and ensure that the projects stay relevant even if the webOS mobile platform fades away entirely.

Das Spannende an webOS als Open-Source-Betriebsystem liegt in der Tatsache, dass bis dato kein OS im Tabletsektor an Apples iOS herankommt. Android ist erstaunlich schwach, wenn es um Tablets geht. webOS hat bereits auf dem Smartphone einige Features mitgebracht, die auf dem Tablet noch viel besser zur Geltung kamen. Für einige Beispiele empfiehlt sich dieser ausführliche Blogbeitrag über webOS-Features, der aufzeigt, dass einige Konzepte von webOS sogar iOS haushoch überlegen sind.

Wir haben hier also ein Tablet-OS mit vielen guten Features. Wenn Hardwarehersteller mit Apple konkurrieren wollen und gleichzeitig weder Lizenzen an Microsoft für sein künftiges Tablet-OS Windows Metro bezahlen noch sich auf einen Preiskampf mit anderen Android-Herstellern – und vor allem Amazon – einlassen wollen, dann haben sie hiermit eine neue Option.

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*’offen’ und ‘geschlossen’ sind eigentlich irreführende Attribute. Es geht in Wahrheit um modulare und vertikal integrierte Plattformen.