Urheberrecht

Wer bezahlt die Kampagne der VG Wort gegen eine Modernisierung des Urheberrechts?

14.05.2013

Stefan Niggemeier über die VG-Wort-Kampagne gegen eine Modernisierung des Urheberrechts, die ich hier bereits erwähnt hatte:

Es han­delt sich um eine Art Remake der orga­ni­sier­ten Auf­schreie »Mein Kopf gehört mir« und »Wir sind die Urhe­ber« aus dem ver­gan­ge­nen Jahr und doku­men­tiert in ähn­li­cher Weise den Wil­len, kom­ple­xen Pro­ble­men durch Pau­schal­ur­teile und Pla­ti­tü­den zu begegnen.

[..]

Die VG-Wort-Kampagne ist des­halb ärger­lich, und für mich ganz beson­ders, weil ich einer der »mehr als 400.000 Auto­ren« bin, deren Rechte und Ansprü­che die VG Wort ver­wal­tet und in deren Namen sie schein­bar spricht.

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The Sky is Rising 2: Studie zur Entwicklung der Unterhaltungsindustrie

13.05.2013

Nachdem sich die erste “The Sky is Rising“-Studie von Techdirt mit dem US-Markt beschäftigte, und dort bei allen entscheidenden Kennzahlen die Tendenz nach oben ausmachen konnte, haben sich die Techdirtmacher bei der zweiten Studie nun verschiedene Länder angeschaut: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, UK und Russland.

Nicolas Fennen hat ein paar Erkenntnisse aus der Studie auf netzpolitik.org zusammengefasst:

Es ist dabei bemerkenswert festzustellen, wie von Jahr zu Jahr in nahezu jedem Segment die Anzahl an Veröffentlichen steigen würden. An vorderster Front befinde sich hier die Bücherindustrie mit einer Steigerung an Veröffentlichungen von 29% in Deutschland bis hin zu 266% in Russland, jeweils im Vergleich von 2011 und 1995.

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Vor 20 Jahren wurde das WWW Gemeingut

30.04.2013

Rene Walter auf Nerdcore:

Vor zwanzig Jahren gaben das CERN und Sir Tim Berners-Lee bekannt, dass sie ihre neue Technologie des World Wide Webs als Gemeingut kostenfrei zur Verfügung stellen. Ohne diese weise Entscheidung gäb’s das Netz in seiner heutigen Form nicht oder wäre lediglich ein trauriges Abbild davon.

Kostenloskultur.

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Kulturmonopolisierung wird ausgeweitet: Bundestag verlängert Schutzfrist für Tonaufnahmen

26.04.2013

Stefan Krempl und Andreas Wilkens auf heise online:

Mit den Stimmen von Schwarz-Gelb und der Grünen hat der Bundestag Donnerstagnacht den umstrittenen Regierungsentwurf zur Änderung des Urheberrechts verabschiedet, mit der die Schutzdauer für ausübende Künstler und Tonträgerhersteller von 50 auf 70 Jahre erweitert werden soll. Diese Regelung wird etwa für jene gelten, die beim einspielen eines Albums beteiligt sind. Genauso lang soll künftig aber auch der Schutz der Urheberrechte von Komponisten und Textern währen. Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung, die Linke votierte dagegen.

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VG Wort gibt 8 gegen jede Modernisierung des Urheberrechts

23.04.2013

Bruno Kramm (Piraten) über die neue Urheberrechtskampagne “Wir geben 8″ der VG Wort:

Die 8 Thesen, die von mitunter polemischen Entgleisungen bekannter Urheber flankiert werden, lehnen jegliche Reform des Urheberrechts von Verkürzung der Schutzfristen bis “Fair Use” kategorisch ab. Als hätte die zuletzt sehr sachlich geführte Debatte, wachsende Umsatzzahlen neuer digitaler Angebote und eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Urheberrecht nie stattgefunden, spielt die VG Wort das Lied vom schleichenden Tod durch Piraten, Filesharing und Urheberrechtsreform.

Urheberrechtsmaximalisten bei einer Verwertungsgesellschaft.…

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TRIPS, ACTA, TAFTA: Internationale Handelsabkommen als trojanische Pferde

20.03.2013

Einer der fiesesten Lobbyistentricks ist das Andocken an internationale Handelsabkommen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

  1. Lobbyisten treffen sich mit den Vertretern der verschiedenen Länder und handeln mit diesen die Aspekte aus, die sie gern in nationale Gesetze gegossen sehen würden.
  2. Diese Vereinbarungen landen dann in den bindenden transnationalen Verträgen. Diese Verträge umfassen meist unzählige Aspekte, um dank Salami-Armada Einsprüche möglichst schwer zu machen und, vor allem, einen einmal verabschiedeten und unterschriebenen Vertrag praktisch in Stein zu meißeln.
  3. Anschließend müssen die Nationen, die die Verträge unterschrieben haben, diese in bindende nationale Gesetze gießen.
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In USA interessieren sich auch zunehmend Konservative für ein lockereres Copyright

17.02.2013

PaidContent.org:

Now, though, the case for copyright reform is being made by figures on the right as well. Last fall, the famous judge and law-and-economics scholar Richard Posner declared copyright terms to be too long and warned that poorly defined fair-use rules can have “very damaging effects on creativity.”

This conservative critique heated up significantly in January when a Republican memo in the House attacked over-reaching copyright laws as an assault on laissez-faire capitalism. The entertainment industry soon stepped in to smother the memo and get its author fired but the memo’s contents are still resonating.

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Ansätze für Urheberrechtrechtsreformen zwischen ACTA-Zombie und Crowdsourcing

05.02.2013

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Neoliberales Teilen mit Creative Commons und Fair Use

08.01.2013

Die ersten Artikel zur Urheberrechtsdebatte in der 2013er Edition sind erschienen.

Beide Texte beziehen sich auf einen nicht lesenswerten Gastbeitrag der Grünen EU-Abgeordneten und Vizepräsidentin des Kulturausschusses Helga Trüpel in der sterbenskranken Frankfurter Rundschau.

Leonhard Dobusch auf netzpolitik.orge:

Aber nicht nur (File-)Sharing ist Trüpel ein Dorn im Auge. In ihrem Beitrag wendet sie sich auch gegen jede Reform urheberrechtlicher Schrankenregelungen und kritisiert explizit die Idee einer Fair-Use-Regelung nach US-Vorbild, weil diese “das im Urheberrecht verankerte Selbstbestimmungsrecht der Urheber” missachte. Dieses Selbstbestimmungsrecht galt und gilt aber keineswegs uneingeschränkt.

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Änderungen der ToS von Instagram sind halb so wild

18.12.2012

Jürgen Kuri auf Google+ über die aktuelle Aufregung zu den Änderungen der Terms of Service (ToS) bei Instagram:

Wenn ich das richtig verstehe, hat Instagram aber an den Rechten der User an ihren Bildern gar nix geändert. Es geht lediglich um einen Absatz: http://instagram.com/about/legal/terms/updated/

“Some or all of the Service may be supported by advertising revenue. To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you.”

Da geht es, wenn ich das richtig verstehe, doch lediglich darum, dass Instagram personalisierte Werbung verkaufen will, bei der Anzeigenschalter auf Instagram oder anderen Facebook-Firmen die Daten der Instagram-User benutzen.

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Lawrence Lessig über “nichtkommerziell” bei Creative Commons

17.12.2012

Lawrence Lessig im Interview auf netzpolitik.org:

Meiner Ansicht nach war „nichtkommerziell“ (weniger im geschriebenen Sinn der Lizenz als im umgangssprachlichen Verständnis) ein Platzhalter für eine bestimmte kulturelle Übereinkunft, die besagt: Ich stelle dir etwas zur Verfügung und es ist völlig okay, wenn du dich daran bedienst. Aber es ist absolut nicht okay, wenn du die Früchte meiner Arbeit nimmst, um sie sonst jemandem zu verkaufen. Okay, so würde das niemand ausdrücken; es gibt einfach kein simples Wort dafür, um diese Grenzlinie zu beschreiben, zumal die Linie je nach Kontext ja auch immer anders verlaufen kann.

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“Happy Birthday”: Cash Cow dank Copyright seit 1935

17.12.2012

Daniel A.J. Sokolov und Ingo T. Storm auf heise online über eine besonders extreme Folge des pervertierten Copyrightsystems:

Die Melodie von “Happy Birthday” soll 1893 von den Kindergärtnerinnen Patty und Mildred Hill als morgentliches Begrüßungslied zu einem Text “Good Morning to All” komponiert worden sein. Noch im selben Jahr erschien das Lied in einem Kindergartenliederbuch. Wer den geläufigeren Geburtstagstext schrieb und wann dies geschah, ist bis heute nicht sicher geklärt. Dennoch wurde die Kombination aus Melodie und Happy-Birthday-Text 1935 für Copyright registriert und sollte 1991 gemeinfrei werden.

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Psy nimmt 8,1 Millionen US-Dollar mit Gangnam Style ein, auch weil er Copyrightverletzungen ignoriert hat

12.12.2012

Techdirt über Gangnam Style und die Entscheidung der Macher, Mashups, Parodien und offensichtliche Copyrightverletzungen nicht zu verfolgen:

A couple of months back, Mike wrote about how Psy’s relaxed attitude to people infringing on his copyright helped turn Gangnam Style into one of the most successful cultural phenomena in recent years, and that includes becoming the most-viewed video on YouTube ever.

Ah yes, the maximalists will retort, this free-and-easy, laid-back approach is all very nice, but it doesn’t put food on his table, does it?

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Urheberrecht als Zensurwerkzeug

20.11.2012

Matthias Spielkamp auf Google+ über Tillack/STERN vs. FDP:

Das Urheberrecht ist geschaffen worden, um Autoren, Musikern und anderen zu ermöglichen, ihre Werke (!) zu schützen. Und jetzt nimmt es jeder offenbar völlig selbstverständlich dazu her, um seinen noch so unbedeutenden Mist zu schützen (nein, mit Mist meine ich nicht Tillacks Recherchen, die ich sehr schätze — ich meine damit die Idee, seine /journalistischen Fragen/ als urheberrechtlich geschütztes Werk darzustellen).

Noch dazu sind die Fragen des Sterns überhaupt nicht urheberrechtlich geschützt.

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SCHULBUCH-O-MAT: Freies Lehrbuch soll über Crowdfunding finanziert werden

14.11.2012

Auf der deutschen Crowdfunding-Plattform startnext.de soll ein unter Creative Commons stehendes Lehrbuch finanziert werden:

Wir wollen das erste offene und freie elektronische Schulbuch Deutschlands publizieren – ohne Verlage, ohne Urheberrecht, alles frei zu verwenden und zu kopieren (unter der Creative Commons-Lizenz CC BY). Als Pilotprojekt ist ein Biologiebuch für die Klassenstufe 7/8 geplant, das im Schuljahr 2013/2014 vorliegen soll. Die meisten Inhalte werden bundesweit im Biologieunterricht der Sekundarstufe I verwendet werden können.

Ich hatte bereits mehrfach darüber geschrieben, dass Crowdfunding eine optimale Finanzierungsart für urheberrechtsfreie Werke darstellt, weil es dort ansetzt, wo die Kosten entstehen.…

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MEP arbeitete an Deal mit Sony Music, während er im EU-Parlament über Urheberrechte mit entschied

09.11.2012

Martin Reyher auf abgeordnetenwatch.de über die lukrativen Nebenjobs von Abgeordneten:

Der CDU-Abgeordnete Klaus-Heiner Lehne ist Vorsitzender des einflussreichen Rechtsausschuss und arbeitet nebenher für die internationale Großkanzlei “TaylorWessing”. Mindestens 120.000 Euro jährlich kassiert Lehne für seine Anwaltstätigkeit, doch wofür genau ist nicht bekannt. Dass Interessenkonflikte kaum zu vermeiden sind, zeigen abgeordnetenwatch.de-Recherchen aus dem Mai: Danach fädelte Lehnes Kanzlei 2010 einen Deal für den Plattenmulti Sony Music ein, während Lehne im EU-Parlament über die Durchsetzung von Urheberrechten mit entschied.

 Es könnte sein, dass dank solcher Sachverhalte Bezeichnungen wie ‘Contentmafia’ entstanden sind.…

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Till Kreutzer über ein Urheberrecht für das 21. Jahrhundert

07.11.2012

Till Kreutzer, Anwalt und Urheberrechtsexperte, unter anderem bekannt von irights.info, hat einen guten Artikel über das Urheberrecht für den Wirtschaftsdienst geschrieben: Auf dem Weg zu einem Urheberrecht für das 21. Jahrhundert.

Warum das Urheberrecht früher ein Orchideenfach war und heute Mainstreamthema ist:

Diese Beschreibung ist etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zutreffend. Bis dahin waren Privatpersonen schon rein faktisch nicht in der Lage, urheberrechtlich geschützte Werke im urheberrechtlichen Sinn zu nutzen, da es an Reproduktions- oder gar Verbreitungstechnologien in den Haushalten fehlte.

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Altersvorsorge?

02.11.2012

Der Leser Ulrich Nehls in einem Kommentar auf Zeit Online zu Kai Biermanns Artikel “Leistungsschutzrecht: Regierung will Musik 70 Jahre lang sperren“:

Das Argument, dass es bei dieser Verlängerung um die “Altersvorsorge” von Künstlern gehe, ist schon irgendwie lustig.

Die Beatles waren Anfang Zwanzig, als sie anfingen gut zu verdienen. Sie hatten ein halbes Jahrhundert Zeit Hits zu produzieren und wurden jeder für sich reiche Männer. So wie die Rolling Stones und all die anderen.

Nun kommt die Zeit, in der – tatsächlich – Stücke wie “Love you yeah yeah yeah” kostenlos im Kaufhaus abgedudelt werden dürfen.

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Der Kulturskandal der rückwirkenden Verlängerungen von Schutzfristen

31.10.2012

Spiegel Online/dapd:

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Verlängerung der Schutzdauer von Rechten ausübender Künstler und Tonträgerhersteller beschlossen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bewertete dies als wichtigen Beitrag zur finanziellen Absicherung der Künstler im Alter. Der Gesetzentwurf setzt eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2011 in deutsches Recht um.

Tja. Es handelt sich hier auch um eine rückwirkende Schutzfristverlängerung, was ein Skandal sondersgleichen ist.

Ich habe bereits mehrfach darüber geschrieben. Im August 2012 schrieb ich über die anstehende nationale Umsetzung der im letzten Jahr beschlossenen EU-Richtlinie:

Falls sich jemand fragt, was das bedeutet: Unter anderem wird auf diese Weise verhindert, dass zum Beispiel die ersten populären Klassikaufnahmen, also Tonaufnahmen bereits gemeinfreier Werke, ebenfalls gemeinfrei werden.

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Abmahngeschäfte mit Musik und Fotos im Netz

17.10.2012

Ronny Kraak auf Das Kraftfuttermischwerk über das Abmahngeschäft mit Filesharing und Musik:

Es kann also gut sein, dass wenn man sich den Torrent der German Top 100 runterzieht, nicht 2-3 Briefe mit Forderungen ankommen, sondern 10-17 davon. Nein, dass kann nicht nur sein, das ist tatsächlich so, wie ich belegen kann. Da kommen dann also 10 Briefe von unterschiedlichen Kanzleien mit einer Forderung von je 450-750 Euro.

Und bei Bildern im Netz:

Mit Bildern an viel Geld zu kommen viel einfacher, wie nun wohl die Agenturen und Kanzleien gerade feststellen dürften.

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