Urheberrecht

La Serrata

16.10.2012

The Self-Destruction of the 1 Percent – NYTimes.com:

Businessmen like to style themselves as the defenders of the free market economy, but as Luigi Zingales, an economist at the University of Chicago Booth School of Business, argued, “Most lobbying is pro-business, in the sense that it promotes the interests of existing businesses, not pro-market in the sense of fostering truly free and open competition.”

Ähnliches kann man bei deutschen Wirtschaftspolitikern, besonders aus den Reihen von CDU/CSU und FDP, beobachten. Mit ‘Markt’ ist nicht der Markt gemeint, welcher als Anreizsystem uns als Gesellschaft voranbringt, sondern bestehende Unternehmen, deren Geschäftigkeit geschützt werden muss.…

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1,5 Millionen Lehrer- und Schüler-Blogs offline dank DMCA

16.10.2012

Andreas Müller auf netzpolitik.org:

Dem US-Lehrbuchverlag Pearson war das offenbar zu einfach: Als er in einem Blog-Post von 2007 einen geschützen Fragenkatalog aus dem Jahre 1974 – bestehend aus 20 Fragen – entdeckte, zögerte er nicht, eine DMCA-Notice einzureichen. Das hatte katastrophale Konsequenzen: Der Hosting-Provider ServerBeach nahm ohne zu zögern die gesamte Seite edublogs.org vom Netz.

Copyright und Plattformproviderhaftung auf der einen Seite und eine vernetzte Öffentlichkeit auf der anderen Seite gehen nicht gut zusammen.

Man beachte auch die Verhältnisse:

20 Fragen aus dem Jahre 1974(!) -> 1,5 Millionen Blogs werden offline genommen.…

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Warum die Petition gegen das Presseleistungsschutzrecht scheiterte

11.10.2012

Wolfang Michal schaut auf die gescheiterte Petition gegen das Leistungsschutzrecht fragt auf Carta: Hat das Netz seine Kraft verloren? Er führt den Mythos von der Netzgemeinde fort und stellt Versagen fest:

Das ist eine Zäsur für das netzpolitische Engagement der alten Kämpen. Und eine herbe Niederlage für die ganze „Netzgemeinde“.

Das ist eine Verniedlichung einer Auseinandersetzung zwischen Systemen, die bestimmt, wie unsere öffentliche Meinungsbildung und damit unsere Demokratie künftig organisiert werden kann.

Selbst wenn wir den irreführend verniedlichenden Begriff der Netzgemeinde zulassen: Gegen das Presseleistungsschutzrecht sind nicht nur ein paar versprengte, an Laptops gekettete Freaks.…

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Viralität und deutsches Urheberrecht gehen nicht zusammen

10.10.2012

Nerdcore:

Viral-Effekte und deutsches Urheberrecht? Forget it.

Fakt ist: Deutsche Blogs, die vor allem auf fremden Content hinweisen und das auch in Bildform tun, sitzen auf einer Zeitbombe.

Wie viele deutsche PR-Agenturen schicken ‘virale’ Videos mit ‘all rights reserved’ in die Welt? Gibt es deutsche Viralkampagnen, bei denen das Urheberrecht entsprechend lizenzrechtlich geklärt ist?

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Japan: Zwei Jahre Gefängnis pro illegalem Download

09.10.2012

taz.de:

Japan hat weltweit eines der härtesten Gesetze zur Verfolgung illegaler Downloads. Das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Filme oder Musik aus dem Internet kann ab ab dem 1. Oktober 2012 mit zwei Jahren Haft und zwei Millionen Yen (rund 20.000 Euro) pro Download bestraft werden.

[..]

Das neue Gesetz schließt auch private, nicht-kommerzielle Nutzer ein. 

Ein richtig schön verhältnismäßiges Gesetz. Fehlen jetzt nur noch vergleichbare Strafen für illegale Streams. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder illegale Videos auf YouTube sehen kann?…

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Urheberrecht als Transparenzbremse

05.10.2012

Christian Humborg auf Carta:

Im Januar dieses Jahres stellte Stefan Wehrmeyer eine IFG-Anfrage über fragdenstaat.de zum Gutachten. Als er das Gutachten erhielt, aber nicht veröffentlichen durfte, schuf er eine One-Click-Option, mit der jeder Bürger das Gutachten für sich anfordern konnte. Hunderte nutzten die Funktion. Stets hieß es in den jeweiligen Schreiben der Bundestagsverwaltung, man dürfe das Gutachten nicht veröffentlichen, aus urheberrechtlichen Gründen.

Das Urheberrecht wird zu einem neu entdeckten Instrument, um unliebsame Veröffentlichungen zu erschweren. Erst vor kurzem erhielt das Handelsblatt eine einstweilige Verfügung des Versicherungskonzerns Ergo, als man den Revisionsbericht zum sogenannten Lustreisenskandal veröffentlicht hatte.

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Deutscher E-Commerce-Markt steht vor der nächsten Wachstumsphase

25.09.2012

Jochen Krisch auf Exciting Commerce über das Wachstum und die Aussichten im deutschen E-Commerce:

Da der Markt auch 2012 beinahe ungebremst weiter wächst und die Umsätze schon im ersten Halbjahr um +13% auf 18,1 Mrd. Euro gestiegen sind, gehen wir davon aus, dass der Gesamtmarkt 2012 in jedem Fall über den vom bvh prognostizierten 36,5 Mrd. Euro (+7,4%) liegen wird und mindestens 37,5 Mrd. Euro (+10%) erreichen wird.

Die Implikationen dieses Wachstums können gar nicht überschätzt werden:

Alles, was der Online-Handel hinzugewinnt, geht dem stationären Handel verloren.

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Studien zum Filesharing: Kreativität braucht kein Urheberrecht

20.09.2012

Hilmar Schmundt, Wissenschaftsredakteur beim Spiegel, sprach für Spiegel Online mit Christian Handke, einem renommierten Forscher zum Thema Urheberrecht, der an der Erasmus-Universität in Rotterdam arbeitet. Filesharing: Kreativität braucht kein Copyright:

Handke sichtete Hunderte von Studien, Aufsätzen und Büchern von Juristen, Ökonomen, Soziologen aus aller Welt. Dabei erlebte er eine Überraschung: “Intuitiv denken viele Menschen, dass es ohne das heutige Urheberrecht keine Kreativität geben würde”, sagt er, “aber für diesen Zusammenhang gibt es keine Belege.”

Keine neue Erkenntnis, aber immer wieder erwähnenswert: Das Musikangebot etwa ist seit Napster weiter gestiegen.…

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Urheberrechtebündelwirrwarr

20.09.2012

Wolfgang Michal gibt eine Unterrichtsstunde zum Urheberrecht auf Carta:

Mit der Einführung des Persönlichkeitsrechts in das rein vermögensrechtlich ausgerichtete Verlagsrecht entstand allerdings auch das eingangs bereits erwähnte rechtsdogmatische Kuddelmuddel: Der Schutz der persönlichen, d.h. nicht-wirtschaftlichen Interessen der Urheber am Werk mischte sich nun a) mit den wirtschaftlichen Interessen der Urheber und b) mit den wirtschaftlichen Interessen der Verwerter. Diese Verquickung stürzte die Juristen – mit wenigen Ausnahmen – in begriffliche Konfusion. Das geistige Eigentum war einerseits im Sinne von a) und b) vollständig veräußerbar und deshalb zwischen den beteiligten Interessengruppen als Wirtschaftsgut frei regel- und verhandelbar, andererseits war es auch untrennbar mit der Gruppe der Urheber verwachsen.

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Erste Copyreibereien im 3D-Printing

19.09.2012

Es wird erwartet, dass mit dem Aufstieg von 3D-Printing die Copyrightwars, wie wir sie aktuell bei Film und Musik sehen, noch einmal in einem größeren Umfang erleben werden. (Siehe die Beiträge in der Kategorie “3D-Printing“)

The Economist berichtet über die ersten Fälle:

Earlier this year, for instance, one hobbyist worked out how to print the popular “Penrose Triangle”, an optical illusion that cannot exist in normal three-dimensional Euclidean space, and released a video challenging others to say how it was done.

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Keine empörten offenen Briefe von Kreativen gegen die Einschränkung von Bürgerrechten

16.08.2012

Johnny Haeusler in der Spex über das Versagen der Kreativen in der Urheberrechtsdebatte:

Keinerlei empörte offene Briefe findet man von diesen Autoren oder ihren Agenten übrigens als Reaktion auf die Tatsache, dass ihre Vertreter und Verwerter seit vielen Jahren versuchen, Bürgerrechte brutal einzuschränken, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Der Künstler als politischer Mensch, der Gedanken und den Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen nicht nur zulässt, sondern sogar fordert, und der sich dabei mit seinem Publikum verbündet oder es wenigstens herausfordert: Er ist schwer zu finden in diesen Tagen.

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Verlängerung der Schutzfristen für Leistungsschutz von Tonaufnahmen kommt

15.08.2012

Ilja Braun auf dem Blog der Linken:

Am 27. September 2011 ist die Richtlinie 2011/77/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft getreten, mit der die Schutzfristen für Tonträger verlängert wurden. Jetzt liegt ein Referentenentwurf für ein Gesetz vor, mit dem die Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden soll. Zugegeben, der Spielraum ist nicht besonders groß. Es geht im Wesentlichen darum, dass die Schutzfrist für Musikaufnahmen von 50 auf 70 Jahre seit Entstehen verlängert werden soll. Zu Sinn und Unsinn dieser Verlängerung ist alles Wesentliche hier schon gesagt.

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‘Wer anderer Meinung ist als ich, wurde doch von Google gekauft!’

09.08.2012

Apropos grüne Kulturpolitiker: Der grüne Netzpolitiker Tobias Schwarz:

In Vorbereitung für eine Urheberrechtsveranstaltung wurde fast jeder von mir gemachte Vorschlag für Panelgäste, von Jan Engelmann (Wikimedia) über Markus Beckedahl (Digitale Gesellschaft) bis hin zu Matthias Spielkamp(iRights.info), als von Google gekaufte Lobbyisten von einzelnen Menschen abgelehnt. Bekennende AnhängerInnen von Agnes Krumwiede. Was sich in einer kleinen Runde von ehrenamtlich tätigen Hobby-PolitikerInnen noch krampfhaft weg lächeln lässt, erreicht ein neues Kaliber, wenn jemand wie Agnes Krumwiede das in einer Zeitung behauptet.

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Im Gegensatz zur Tonträgerindustire arbeitet Google nicht mit Meinungskauf und falschen Aussagen

09.08.2012

Agnes Krumwiede, kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, in der FAZ über die Geldspenden von Google:

Die Liste der Spendenempfänger ist lang und reicht vom Center for Internet and Society der Stanford Law School (zwei Millionen Dollar) bis zum gleichnamigen Berkman Center in Harvard (700000 Dollar). Google finanziert Thinktanks wie das Google Collaboratory und vermeintliche Graswurzelbewegungen, darunter auch die Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (Igel).

Auffallend ist, dass gerade seitens dieser Spendenempfänger das Urheberrecht in Frage gestellt und massiv an dessen Liberalisierung gearbeitet wird.

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Wie Copyright die Wikipedia zurückhält

24.07.2012

Abhishek Nagaraj, ein Ökonom am MIT, hat anhand 2008 auf Google Books hochgeladener Ausgaben eines Baseball-Magazins die Auswirkungen des Copyrights auf die Public Domain und unsere Nutzung von Informationen untersucht. Denn der Teil der Magazine, der vor 1964 erschienen ist, ist bereits gemeinfrei. Nagaraj konnte nun untersuchen, wie sich die Wikipediaseiten von früheren Baseballspielern, deren Informationen gemeinfrei sind, im Vergleich zu denen entwickeln, deren Informationen aus dem Magazin noch dem Copyright unterliegen.

The Atlantic:

By comparing the two groups, Nagaraj could see the direct effects of copyright on the articles in terms of length, number of images, and traffic.

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Wie die Majorlabels Startups bedroht und Innovation getötet haben

20.07.2012

Vor einigen Wochen schrieb ich darüber, welche negativen Effekte exklusive Rechte wie das Urheberrecht haben können:

Tatsächlich verlangsamt das bestehende Urheberrecht, weil es rein ökonomisch betrachtet ein Monopolrecht auf Verwertung ist, die Veränderungen in den Geschäftsmodellen. Es hält sie aber nicht auf.

Die Kreativbranchen sind einer Disruption ausgesetzt, der sie sich widersetzen können, weil ihre Prozesse gesetzlich abgesichert sind. Das macht Veränderungen schwerer als in Branchen, in denen keine Gesetze Prozesse schützen. Aufhalten lassen sich diese aber nicht. Warum? Weil die veränderten Rahmenbedingungen die Auslöser sind.

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Leben Buchautoren überhaupt vom Urheberrecht?

12.07.2012

Die Buchautorin Kathrin Schmidt in der FAZ:

Dabei reichte aber der Erlös des in Warenform gebrachten Buches nicht zum Leben! Es sind die verlagsseitigen Vorschusszahlungen, die vielfältige Förderlandschaft und die hierzulande glücklicherweise übliche Form der öffentlichen Lesungen, die ein Überleben ermöglichen und die buchhalterisch zu verwalten sind. Und buchhalterisch zu verwalten ist auch die in Deutschland über die Künstlersozialkasse den Bedingungen für abhängig Angestellte angepasste Kranken- und Rentenversicherung. Ich arbeite privilegiert, weil ich selbstbestimmt und frei meine Ideen verfolgen und (meist gerade so) davon leben kann.

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Beim Urheberrecht müssen Monopole nicht gerechtfertigt werden. Warum?

09.07.2012

Carsten Knop in der FAZ nach dem Ende von ACTA:

Und wer die Freigabe von Tauschbörsen fordert, muss plausibel begründen, wie er das Urheberrecht danach überhaupt noch schützen will. Denn Urheberrechte sind ein Tragpfeiler unseres Wirtschaftssystems, für physische wie für digitale Wirtschaftsgüter.

Warum muss das freie Zirkulieren von Informationen gerechtfertigt werden? Müssen nicht eigentlich die Monopole gerechtfertigt werden? Durch jedes Monopol entstehen der Gesellschaft Kosten. Automatisch vergebene Monopole auf Wissen und Kultur, die, je nach Lebensdauer, auf über 100 Jahre vergeben werden, sind pauschal nicht hinterfragbar?…

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Ein deutsches Archive.org ist praktisch unmöglich

13.06.2012

Eric Steinhauer von der Deutschen Nationalbibliothek spricht im Interview mit irights.info über den unsäglichen Umstand, dass eine Archivierung des deutschen Webs durch das hiesige Urheberrecht verhindert wird. Aus dem Interview auf Golem.de:

iRights.info: Das US-Portal Archive.org macht in bestimmten Abständen eine Art “Sicherungskopie” des Internets. Warum ist das in Deutschland nicht möglich?

Eric Steinhauer: Archive.org macht tatsächlich eine Kopie, eine Vervielfältigung. Sofern es sich um urheberrechtlich geschütztes Material handelt, bedeutet diese Kopie in Deutschland stets einen Eingriff in das Verwertungsrecht des Urhebers.

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Unionsfraktionsvize Günter Krings will Strafrecht für geistiges Eigentum

06.06.2012

Golem.de:

Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) hat sich für ein neues Strafrecht für geistiges Eigentum ausgesprochen. In einem der Tageszeitung Die Welt vorliegenden Brief an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte er die Einführung eines neuen Straftatbestands zum Schutz des geistigen Eigentums.

Danach soll in Paragraf 248d des Strafgesetzbuchs ein neuer Tatbestand eingefügt werden, der “die grundsätzliche Wertentscheidung für das Schutzgut Geistiges Eigentum deutlich sichtbar” machen soll, wie es in dem Schreiben heißt.

Realitätsferne, die durch nichts mehr zu entschuldigen ist.

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hält glücklicherweise nichts von diesem Vorschlag.…

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