Amazon Instant Video ist in den USA sehr erfolgreich

Amazons Videostreamingangebot, das in Amazon Prime integrierte Instant Video, das mittlerweile auch in Deutschland als das umgewandelte Lovefilm verfügbar ist, ist in den USA extrem erfolgreich. (Der Dienst hat nur den Namen und die Integrierung in das Prime-Angebot länderübergreifend gemein.)

Qwilt hat Nutzungszahlen:

We”ve been tracking the growth in online video for some time and have carefully recorded the remarkable trajectory of Amazon Instant Video on our charts. In just the last year, Amazon moved from 5th place to 3rd place, passing both Hulu and Apple in terms of the volume of video streaming traffic consumed from their site to US broadband subscribers. Today, only Netflix and YouTube produce more total online video traffic in the US. Amazon”s traffic volumes, as measured by Qwilt in March of 2014, increased by 94% over the previous 12 months. In some US operator networks, between March 2013 and March 2014, Amazon”s streaming video traffic increase was nearly 300%.

Der Trend ist eindeutig.

Die von Qwilt gesammelten Daten liegen zeitlich komplett vor der Vorstellung von Amazon Fire TV.

Amazon Fire TV will die optimale Spielkonsolen-/TV-Box für Familien sein

Amazons Fire TV ist der dritte Hardwarevorstoß des Handelskonzerns nach dem Kindle und dem Kindle Fire.

Fire TV, aller guten Dinge ist schließlich drei, ist der erste Vorstoß, der auf Anhieb gute Karten hat. Amazon ist bekannt dafür, bei den ersten Manifestierungen seiner Geräte eher peinliche Produkte auf den Markt zu bringen. Der erste Kindle war Jeff Bezos’ Blackberry nachempfunden und brachte tatsächlich eine Tastatur mit. Das erste Kindle Fire war allen Berichten zu folge ein mehr oder weniger unbrauchbares Tablet. Die erste Inkarnation ist deshalb etwas, auf dem man nicht zu viele Analysen basieren sollte. Amazon bringt ein Gerät heraus und verbessert es dann Jahr um Jahr, immer mit dem Blick auf den langfristigen Horizont.

Auch deshalb ist es interessant, dass Fire TV von der kompletten Produktaufstellung bereits vom ersten Tag an strategisch Sinn ergibt. Man muss nicht weiter darüber diskutieren, warum Amazon einen direkten Kanal zum größten Monitor in den Haushalten besitzen sollte. Die Gründe sind offensichtlich.

Aber wie positioniert man sich als Amazon auf dem Markt gegenüber Apple, Roku, Google und, ja, auch Xbox und Playstation?

Die Antwort liegt bereits in der Frage. Amazon hat nicht einfach eine Set-Top-Box für TV herausgebracht. Sondern dem Gerät gleichzeitig Spielkonsolenfunktionen mitgegeben.

Damit wird das Gerät besonders für Familien interessant. Das Fire TV ist eine im Vergleich sehr günstige Spielkonsole. Die Android-basierten Spiele sind günstiger als die Hardcore-Konsolenspiele bei der Konkurrenz.

Als wäre das nicht genug, bringt Amazon mit „Freetime“ ein kindgerechtes Streamingangebot mit, das von den Eltern entsprechend gesteuert, sprich also beschränkt, werden kann.

Attraktiver für Jungfamilien wird es fast nicht.

So oder so ähnlich dürfte die strategische Ausrichtung des Fire TV amazonintern aussehen.

HJanko Roettgers auf GigaOm über die Kinderfreundlichkeit des Fire TV:

Amazon stands alone in this area because it is the only company that owns both a device and a video subscription service. And the company has gone even further and launched its very own subscription tier for kids’ content, dubbed FreeTime Unlimited. On Fire TV, Amazon can integrate FreeTime in a way that wouldn’t be possible for the company on any other platform: Parents can set time limits for kids, and kids can be prevented from switching to any other app, effectively keeping them in an approved environment.

So that’s why parents will like the device, but what about kids? That’s where the gaming component comes in. Amazon has seriously beefed up the Fire TV to make it a fast, responsive device that allows users to play games on the big screen. The company even developed a dedicated game controller that will give it more of a game console-like feel. Sure, even with its quad-core CPU, the Fire TV won’t be a match for an Xbox One or a PS4. But it’s easy to imagine how this could become a better-supported version of what Ouya wanted to do with its Android game console — a device for casual gamers and indie game developers who are looking for ways to bring their wares to the big screen.

Der Spielkonsolenmarkt kollabiert langsam aber sicher. Er wird aufgefressen von den mobilen Spielen, den im eigenen Markt zu hohen Preis- und Kostenstrukturen, und nun erst recht von Angeboten wie Amazons Fire TV, das zuerst macht, was viele von Apple erwartet haben:

Den Boom mobiler Spiele von den Smartphones und Tablets auf den Fernseher holen.

Amazon könnte mit dem Fire TV ein großer Wurf gelungen sein.

Amazon marschiert mit Fire TV in die Wohnzimmer

Mit dem Fire TV hat Amazon die TV-Set-Top-Box auf den Markt gebracht, um die sich in letzter Zeit vermehrt Gerüchte rankten.

Die Pressemitteilung findet man hier. Eine gute Zusammenfassung der Funktionen liefert Janko Röttgers auf GigaOm:

Amazon officially announced a TV streaming box called Amazon Fire TV at its press event in New York Wednesday morning. The device is a set-top box with a dedicated remote control that is powered by a quad-core CPU and a dedicated GPU, which results in it being three times as powerful as competitors like Apple TV and Roku. Fire TV goes on sale immediately for $99.

The device comes with a dedicated remote control that enables voice input through a microphone button. The box itself is connected through 802.11 a/b/g/n dual-band Wi-Fi. There is also an Ethernet port, optical audio out, obviously HDMI and a single USB 2.0 port. Fire TV comes with 8 GB storage for apps as well as 2 GB memory.

Eine Besonderheit gegenüber den anderen Anbietern auf dem Markt (AppleTV, Roku, Chromecast) ist die Möglichkeit der Sprachsteuerung der Suche, die über ein Mikrofon in der Fernbedienung genutzt wird, und natürlich die Integration von Amazon-Diensten wie Cloud Drive und Freetime. Mit einem separaten Controller wird das Fire TV zur Spielekonsole.

Dem ersten Testbericht von The Verge zu folge scheint Amazon hier mit der ersten Hardwareinkarnation bessere Qualität abzuliefern als seinerzeit bei den ersten Generationen von Kindle und Kindle Fire, die jeweils nicht zu empfehlen waren.

Amazon scheint also in der Hardwareentwicklung und -produktion langsam aber sicher besser zu werden.

Da Fire TV ein Hybrid aus klassischer TV-Settop-Box und (Low-Budget-)Spielekonsole ist, ergibt es Sinn, dass Amazon dem Trend der HDMI-Sticks nicht gefolgt ist. Das erlaubt dem Fire TV mehr Rechenpower.

Anfang des Jahres hatte ich mich anhand des Gerüchts einer Spielkonsole von Amazon mit den Wohnzimmerplänen des Handelskonzerns beschäftigt:

Aber warum geht Amazon in den Spielekonsolensektor, der dank iOS und Android implodiert und bereits in der nächsten Gerätegeneration kurz vor dem Ende zu stehen scheint, zumindest aber im Vergleich zu etwa dem Smartphonemarkt ein Nischenmarkt ist?

Die Antwort liegt, wie so oft, in den Plattformdynamiken.

Amazon baut nicht nur eine Spielkonsole sondern auch sein eigenes AppleTV. Amazon will in die Wohnzimmer und baut seine eigene, an den Fernseher angeschlossene Settop-Box.

Nun wird es spannend, wie erfolgreich Amazon Fire TV sein wird.

Amazon Fire TV kann man ab sofort in den USA kaufen. Über einen Deutschlandstart ist noch nichts bekannt.

Roku, Chromecast, Amazon: HDMI-Sticks machen Fernseher ‘intelligent’

Die Umwälzung der TV-Branche wird mit kleinsten Geräten stattfinden. Mit HDMI-Sticks, im Formfaktor USB-Sticks nicht unähnlich, die einfach auf der Hinterseite der größten unserer dummen Monitore in die freiliegenden Slots gesteckt werden.

Nach Roku und Googles Chromecast1 könnte der nächste Stick von Amazon kommen. TechCrunch:

Amazon is readying a game console/set top box of its own, and we’ve learned from multiple sources familiar with the device that the Lab126-produced gadget will have a form factor similar to the Chromecast, or in other words it’ll be a stick or dongle as opposed to something like the Apple TV. In addition, one source claims it should have support for streaming full PC game titles, and as such might be able to compete with consoles including the Xbox and PlayStation, instead of just Android-powered living room game devices.

The stick form factor is not a surprise, given that Roku has just launched its own device using the same design, and the Chromecast has done so well in terms of attracting buyers. But the interesting component could be the way the gadget approaches gaming. Streamed PC titles is in keeping with some of what we’ve heard before in whispers around Amazon’s efforts, and makes sense given that the company sells digital download titles for PC and Mac direct from its ecommerce website.

Googles Chromecast kommt diese Woche für 40€ auf den deutschen Markt.

Die Frage bleibt natürlich, was Apple mit dem Apple TV, dessen nächste Inkarnation praktisch vor der Tür steht, machen wird. Es wäre nicht verwunderlich, wenn auch der Apple TV miniaturisiert als Stick künftig hinter dem Fernseher verschwindet.

Die Implikationen der Stickisierung für den Markt gehen über kosmetische Details hinaus. Wenn die Hardware, günstig wie der Chromecast, hinter dem TV im Wohnzimmer verschwindet, wird Multihoming für die Endnutzer einfacher, bezahlbarer, attraktiver.2 Das wiederum erhöht den Wettbewerb auf Anbieterseite.

Und mit ihm steigt die Geschwindigkeit der Veränderung.


  1. Mit dem Chromecast, dem ersten der HDMI-Streaming-Sticks, ist Google erstmals erfolgreich eine kleinere Hardwareinnovation im Endkundensegment gelungen. 

  2. Die Mehrheit der in den letzten Jahren verkauften TV-Geräte hat mehr als einen HDMI-Eingang. 

Prime Instant Video: Amazons Prime-Bündelung kommt nach Deutschland

Amazons große Prime-Bündelung mit Schnellversand, Leih-Ebooks für den Kindle und On-Demand-Videostreaming in einer Flatrate startet mit den aus den USA bekannten Erweiterungen am 26. Februar in Deutschland:

Ab dem 26. Februar können Sie Prime Instant Video auf Spielekonsolen, Smart TVs, mobilen Endgeräten und dem Kindle Fire HD genießen.

Bis zur Einführung von Prime Instant Video am 26.2. kostet Prime noch 29€ im Jahr, danach 49€. Ein Kampfpreis.

Über Amazon Prime, das als Bündelungsflatrate vieler Amazon-Angebote in den USA bereits ein wichtiger Erfolgsfaktor für Amazon geworden ist, schrieb ich letztes Jahr:

Das ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der es konkurrierenden Onlinehändlern zumindest immer schwerer machen wird. Aber das trifft nicht nur auf diese zu: Auch konkurrierende E-Book-Plattformen und Streaminganbieter geraten in einem immer härter werdenden Konkurrenzkampf mit einem Koloss namens ‘Amazon Prime’.

Nun stellt sich mit dem Start von Prime Instant Video in Deutschland natürlich die Frage, was aus dem von Amazon übernommenen Lovefilm wird.

Zwischen dem kommenden Deutschland-Start von Netflix und Prime Instant Video zu bestehen wird für Videokonkurrenten wie Watchever und Sky Go sehr schwer werden.

Apple TV ist kein “Hobby” mehr

Apple TV ist kein "Hobby" mehr sondern eine vollwertige Produktlinie:

Not only does the Apple TV now have its own section, but it now has promoted and dedicated accessory, AppleCare, refurbished, and community question/answer sections.

Of course, the timing of the Apple TV’s “graduation” is interesting. Last week, we reported that Apple is working on a new version of the Apple TV set-top-box that will integrate new content (such as apps).

If Apple were to launch such a product in the near-future, it would make sense for it to have a dedicated, unhidden spot on Apple’s online store. And, based on what we’re hearing, the new Apple TV will certainly deserve to be called more than a “hobby.”

Apple TV, Roku und vielleicht bald die neue Amazon-Settop-Box sind die technische Grundlage für Netflix, Watchever und co.

Tatsächlich klingt das, was das künftige Apple TV ausmachen könnte, nicht unähnlich dem, was Amazon ebenfalls machen wird:

We’re also told that the new Apple TV will likely feature a focus on gaming, and this lines up with a recent iLounge report. We’re led to believe that the game integration will utilize existing iPads, iPhones, and iPod touches as controllers. It’s likely that there, too, will be some integration with Apple’s physical controller MFi program.

Netflix kauft Lizenzrechte von Filmen und Serien für Deutschland und Frankreich

 

Netflix kommt nach Deutschland. Die Frage ist nur noch, wann.

Das war zumindest am 15. Januar diesen Jahres noch die Frage. Mittlerweile verdichten sich die Indizien, dass der On-Demand-Videostreaming-Anbieter Netflix noch dieses Jahr nach Deutschland kommt.

Die neuesten Gerüchte kommen vom Wall Street Journal, das von mehreren Quellen erfahren hat, dass Netflix begonnen hat, mit US-amerikanischen Entertainmentunternehmen über Lizenzrechte für Frankreich, Deutschland und andere europäische Länder zu verhandeln.Vielleicht beginnt Netflix hier bereits länderübergreifende Pakete für Europa zu erwerben. Ein Vorgehen, das einen enormen Vorteil gegenüber lokalen Konkurrenten bedeuten kann.

The U.S.-based online video service has started discussions with American entertainment companies about licensing the rights to popular Hollywood content in France and Germany, among other European countries, according to people familiar with the matter. Netflix also has started talks with the French government about a possible launch before the end of the year, a person close to those talks said.

Angesichts der Tatsache, dass Netflix bereits offen von Expansionsplänen für Europa spricht, fällt es schwer, hier von einem zufälligen Leak auszugehen.

Die deutsche Vivendi-Tochter Watchever, die 2013 agressiv auf den deutschen Markt gegangen ist, kann laut eigenen Aussagen gegenüber dem Wall Street Journal 100.000 neue Abonnenten pro Monat verzeichnen. Eine bemerkenswert hohe Zahl.

2014 wird das Jahr, in dem das Fernsehen in Deutschland im großen Stil online geht. Die guten Watchever-Zahlen zeigen eine enorme Nachfrage in diesem Sektor.

Spannend wird die Entwicklung auch deshalb, weil US-Premiumkabelsender wie HBO und Showtime ihre Inhalte nicht an Netflix lizenzieren, das als direkter Konkurrent gesehen wird, sondern an dessen Mitbewerber. Sky Deutschlands Streamingangebot Snap etwa bekommt exklusive Rechte, die erste Staffel der populären HBO-Serie “Game of Thrones” in Deutschland als Stream anzubieten.

Netflix hat am 22. Januar sehr gute Quartalszahlen bekannt gegeben.

Vor ein paar Tagen habe ich ein paar Sätze zu Netflix, Watchever und den Veränderungen im TV-Markt im ORF-Sender Ö1 gesagt.

(Disclosure: Ich besitze Netflix-Aktien.)

Netflix kommt nach Deutschland. Die Frage ist nur noch, wann.

Netflix logo

Netflix kommt nach Deutschland. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. 

Laut einem Bericht von Reuters haben Manager des Videostreamingdienstes Netflix auf ihrer Reise nach Frankreich, bei der es um Regulierungsfragen für einen Frankreichstart ging, auch Deutschland besucht.

In Stellenausschreibungen nennt Netflix außerdem explizit Deutsch als eine der Sprachen, die vorausgesetzt oder mindestens als Plus gesehen werden:

Language Specialist in Los Gatos, Kalifornien: „We are looking for highly motivated individuals with the right mix of technical, organizational and communication skills to provide localization for the Netflix experience in the following languages: Arabic, Vietnamese, French, Japanese, Brazilian Portuguese, Korean, German, Swedish, Polish, and Hungarian.”

Manager für Europe Media Relations und New Markets, Amsterdam: „Ability to speak/write English. Dutch, the Nordic languages, German and French are a plus.”

Senior Manager, Europe Media Relations, ebenfalls in Amsterdam: „Ability to speak/write English. Dutch, the Nordic languages, German and French is a plus.”

Netflix plant offenbar eine europäische Expansion für die nächste Zeit und setzt auf Amsterdam als Ort für die Europazentrale.

Netflix ist in Europa bereits in Großbritannien, Irland, Norwegen, Finnland, Schweden und den Niederlanden verfügbar. Die zwei großen Märkte Frankreich und Deutschland stehen noch aus. Belgien scheint als nächstes auf dem Plan zu stehen.

Netflix, das mit mehr als 40 Millionen Abonnenten weltweit Marktführer im Videostreamingsektor üfr professionelle Inhalte ist, macht aus seinen Expansionsplänen kein Geheimnis. Janko Röttgers auf GigaOm:

And on Monday’s earings call, Hastings got even more specific, saying that he’d expect Netflix to generate between 70 and 80 percent of its revenue in international markets in the future. That’s significant because Netflix has said in the past that it expects to have between 60 and 90 million customers in the U.S.. Based on those numbers, Netflix seems to hope that it will grow its international markets up to a total of 450 million subscribers. 

[..]

In their letter to investors, Hastings and Wells said Monday that the company plans to launch in “new markets” in 2014, and during their Q3 earnings call, Hastings said: “When we look forward next year, we definitely will be looking at some larger expansions.”

Fraglich bleibt, wie Netflix mit den speziellen Gegebenheiten in Deutschland und Frankreich umgehen wird. In beiden Ländern werden ausländische Serien und Filme vorwiegend synchronisiert konsumiert, was zu entsprechenden Branchenstrukturen führt. Es wird spannend werden, wie Netflix sich im Lizenzkampf gegenüber hiesigen TV-Sendern, die oft Online-Lizenzen im Gesamtpaket gleich mitkaufen, und anderen Konkurrenten wie Lovefilm, Maxdome und Watchever behaupten wird.

Der Vorteil eines internationalen Players wie Netflix: Es kann den Rechteinhabern länderübergreifende Lizenzabkäufe anbieten. Etwas, was der traditionell landspezifische traditionelle Fernsehmarkt nicht tun kann.

Eine signifikante Kriegskasse hat Netflix zumindest. Eigenproduktionen von Netflix wie “House of Cards” und “Orange is the new Black” werden dabei ebenfalls helfen, stehen aber noch am Anfang und sind deshalb ohne großen Backkatalog noch eher Tropfen auf den heißen Stein als Wunderwaffe.

Wichtiger ist die Tatsache, dass Netflix auf allen wichtigen Plattformen mit guten Apps, also mit einfacher Bedienbarkeit und einer guten Empfehlungsmaschine, vertreten ist und reichlich Erfahrungen beim Streaming auch in Primetime-Zeiten gesammelt hat. Watchever, das neben anderen wie etwa Lovefilm die letzten Folgen der Hitserie Breaking Bad drei Tage nach der US-Erstausstrahlung in Deutschland zum Streaming anbot, war dem Ansturm der Fans der Serie nicht gewachsen, und fiel regelmäßig aus, wenn neue Folgen bereitgestellt wurden. Das dürfte den Marketingeffekt stark reduziert haben.

Für das schwache deutsche Breitbandnetz wird Netflix gemeinsam mit seinen Konkurrenten von Amazons Lovefilm bis Vivendis Watchever die Belastungsprobe werden, die es nicht bestehen wird.

Der Einzug von On-Demand-Videostreaming im großen Stil in Deutschland könnte der deutschen Bevölkerung endgültig zeigen, wie jämmerlich die hiesige digitale Infrastruktur aufgestellt ist und was ihr dadurch entgeht.

Über Netflix und den deutschen Online-TV-Markt allgemein habe ich auch ausführlich mit dem Webvideoexperten Bertram Gugel im Podcast gesprochen:

Mehr zum Thema:

 

Disclosure: Ich besitze Netflix-Aktien.

Der Filmwirtschaftswandel 2013: Watchever, YouTube, Netflix und co. auf dem Vormarsch

Jürgen Keiper fasst lesenswert auf irights.info einige Aspekte des Webvideojahrs 2013 und die allgemeinen Entwicklungen der letzten Jahre in dem Sektor zusammen:

Der Aufbau zentralisierter, von den Rechte­inhabern getragener Portale scheint Geschichte zu sein. Allein das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland plante noch die Onlinevideothek Germany‘s Gold, doch diese Idee wurde 2013 wie die geplante Fusion von Maxdome (ProsiebenSat.1) und RTLnow (RTL) vom Kartellamt verhindert.[..]

Das ehrgeizige und konzeptionell anspruchsvolle AllesKino.de, das von Joachim von Vietinghoff, Hans W. Geißendörfer und Andreas Vogel betrieben wird, versammelt ausschließlich deutsche Filme. Inhaltlich kreist der Fokus um den anspruchsvollen Autorenfilm. [..]

Das interessanteste Projekt ist allerdings Realeyz.Tv von Andreas Wildfang. Der ehemalige Filmemacher und Programmmacher des Eiszeit-Kinos in Berlin gründete Realeyz, das 2009 online ging. Er hat sich heute dem internationalen Arthouse-Film verschrieben.

Netflix, iTunes, YouTube und Amazons Streamingangebote (das mit Amazon Prime gebündelte Instant Video in den USA, Lovefilm hierzulande) dominieren die Inhaltsangebote.

Android, Roku und AppleTV sind, eine Stufe niedriger, die künftigen technischen Grundlagen der TV-Branche.

Wer in ihr mitspielen will, muss sich überlegen, wie man sich gegenüber und/oder auf den genannten Plattformen positioniert. Bereits heute sind iOS und Android extrem wichtig: Tablets sind längst hartnäckige Konkurrenten zum großen Bildschirm im Wohnzimmer geworden.

Was Keiper in seiner Zusammenfassung nicht erwähnt, aber hierzulande zu den wichtigeren Vorgängen im Videosektor zählt: Wie 2013 die Vivendi-Tochter Watchever in den deutschen Markt gedrängt ist.

Siehe zum Thema auch:

Vimeo: 100 Millionen Nutzer, 400.000 zahlende Abonnenten & 40 Mio. $ Umsatz

Vimeo logoDie Videoplattform Vimeo hat erstmals Umsatzzahlen veröffentlicht. Business Insider:

AC revealed that Vimeo has an audience of more than 100 million unique users, 400,000 paying subscribers and about $40 million in revenue over the past 12 months ending October.

Das sind gute Zahlen. Interessanter wäre aber natürlich, wie viel davon von Filmern, also hochladenden Pro-Nutzern kommt, und wie viel davon über Filmverkäufe auf der Plattform generiert wird.

Meine Schätzung: Letzteres steckt noch in den Kinderschuhen und dürfte der sehr viel kleinere Teil sein.

Im Juni hatte ich über die neuen Angebote von Vimeo geschrieben:

Die Videoplattform Vimeo hat immer im Schatten von YouTube gestanden. Während YouTube explodierte, blieb Vimeo in der Nische der Filmstudenten, Hobbyfilmer und ästhetisch nicht Abgetöteten.

Im März diesen Jahres ging Vimeo, das sich aufgrund seiner Ausrichtung und seines Designs bei eben genannten Filminteressierten ein starkes Standing erarbeitet hat, den nächsten Schritt und bietet nun Filmemachern an, ihre Filme über die Plattform zu verkaufen.

(via Jochen Krisch)

Amazon Studios: Die TV-Abteilung von Amazon Prime

CNET hat ein lesenswertes Porträt über die TV-Ambitionen von Amazon veröffentlicht:

How does Amazon Studios fit into that long-term strategy? It comes down to Prime, which is becoming ever more powerful for the company. Analysts estimate that Prime subscribers spend between two and four times as much on Amazon as nonmembers do. Additional features, like original shows from Amazon Studios, could reel in new types of customers. Amazon’s decision to release most episodes of its original series week to week, in contrast with the Netflix approach of unleashing them all in one bingeable bunch, supports that idea – tease your viewers, keep them coming back to the store.
Amazon is also giving everyone a free taste of its originals, having found that a good proportion of the people who sign up for free trial memberships end up as paying subscribers. The first three episodes of its series will be available for anyone to watch, but the rest are reserved for Prime.

Ich beschäftige mich seit längerem mit Amazon Prime, das zunehmend (nachvollziehbarerweise) das Herzstück von Amazon wird. Zuletzt schrieb ich hier im September über Amazon Prime: "Amazon Prime: Das größte Bündelungsexperiment der Wirtschaftsgeschichte"

Auch Wandel der TV-Branche wird von Smartphones und Tablets bestimmt werden

Richard Gutjahr hat eine lesenswerte Übersicht über den Wandel der TV-Branche geschrieben. An manchen Stellen bleibt er verständlicherweise vage, etwa was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder die Zeithorizonte angeht, die für Deutschland alles andere als klar sind.

Aber er macht auch ein paar sehr gute Beobachtungen. Wie etwa Folgendes:

  1. Dumme Bildschirme statt SmartTVs

Statt von SmartTVs werden wir künftig umzingelt sein von “dummen” Bildschirmen. Ob in der Küche, im Badezimmer oder unterwegs im Taxi, überall werden Informationstafeln und Werbebotschaften flimmern, vergleichbar mit einem Bildschirmschoner. An ausgewählten Orten lassen sich diese Screens auch als Projektionsfläche für individuellen Content ansteuern, beispielsweise für Präsentationen, Filme oder Computerspiele. Die Inhalte selbst liegen auf den Zentralservern eines Anbieters und können mit dem eigenen Mobilgerät (Smartphone, Tablet oder Armbanduhr) freigeschaltet und auf den jew. Bildschirm gebeamt werden.

  1. Der Second Screen wird zum First Screen

Fernsehen ist ein Lean-Backward-Medium und wird es auch in Zukunft bleiben. Alle Handlungen, die eine Lean-Forward-Aktivität erfordern (Programmauswahl, Zusatzinformationen, Social-TV-Kommunikation etc.), erfolgen individuell über den Second Screen. Dadurch verschiebt sich die Aufmerksamkeit zusehends weg vom Fernsehgerät hin zu dem Begleitbildschirm auf dem Schoss. Der Second Screen wird zum First Screen, der die kognitive Aufmerksamkeit an sich bindet. Das eigentliche Fernsehprogramm dient somit zunehmend zur Berieselung im Hintergrund.

Ebenso wie in anderen Bereichen wird auch die Zukunft der TV-Branche von den echten ‘Personal Computern’, den Smartphones und Tablets, bestimmt werden. Sie werden als Schaltzentrale fungieren, die Fernsehgeräte bleiben Empfänger und Erfüllungsgehilfen.

Ende von “Germany’s Gold” ist eine gute Nachricht für Netflix, Lovefilm, Watchever und co.

heise berichtet über das Ende von "Germany’s Gold":

"Germany’s Gold", die geplante kommerzielle Online-Videothek von ARD, ZDF und weiteren Partnern wird es nicht geben. Das im April 2011 angekündigte Projekt werde nicht fortgeführt, teilte die WDR Mediagroup am heutigen Montag mit. Grund seien die Vorgaben des Bundeskartellamtes, bei deren Einhaltung kein wirtschaftlicher Betrieb prognostiziert werden könne.

Die Bedenken des Bundeskartellamtes sind nachvollziehbar. Die Konsequenzen sind aber vielfältig. Janko Röttgers fasst es recht passend auf paidContent.org zusammen:

Why does this matter to anyone beyond Germany’s borders? Because the failure to launch sites owned by German broadcasters will make it easier for third parties to simply license German content.

Already, startups like Magine are looking to offer internet-based TV services to German audiences, and Hulu was reportedly in talks to enter the German market as well. However, it’s still unclear how Hulu’s international strategy is going to look like after the most recent failed sale of the company.

This could mean that Netflix could eventually capture the market with nearly no local competition. The streaming service is now in over 40 countries after expanding to the Netherlands last week, but hasn’t given any details on further international expansion plans.

Röttgers’ Prognose trifft zum Teil bereits zu. Amazon-Tochter Lovefilm ist bereits auf dem deutschen Markt aktiv. Vivendi-Tochter Watchever versucht mit erheblichem Werbeaufwand ebenfalls Marktanteile aufzubauen.

Bleibt die Frage, warum die deutschen Sender trotz der ersten Ablehnung eines solchen Projektes stur am gleichen Modell festhielten. Es gibt durchaus auch andere Ansätze senderübergreifender Kooperation im Netz, die vom Bundeskartellamt nicht verhindert würden.

Netflix nutzt wenig überraschend Filesharingnetzwerke für Marktanalysen

Wenig überraschend nutzt der Videostreaminggigant Netflix Filesharingnetzwerke als kostenlose Grundlage für Marktanalysen. Es ist vor allem verwunderlich, dass das 2013 noch etwas besonderes ist.

Mike Masnick auf Techdirt:

We’ve been amazed at how few players in the traditional entertainment business recognize two basic facts: (1) file sharing is a form of free market research to get a very accurate picture of what people are demanding and (2) the best way to beat it is to offer a better overall experience. Of course, it shouldn’t be any surprise at all that a company that does get both of those things is Netflix.

Torrentfreak:

This week Netflix rolled out its service in the Netherlands and the company’s Vice President of Content Acquisition, Kelly Merryman, says that their offering is partly based on what shows do well on BitTorrent networks and other pirate sites.

“With the purchase of series, we look at what does well on piracy sites,” Merryman told Tweakers.

One of the shows that Netflix acquired the rights to in the Netherlands is Prison Break, since it is heavily pirated locally. “Prison Break is exceptionally popular on piracy sites,” Merryman says.

Dieses Vorgehen zeigt, wie gut Netflix sich auf die Besonderheiten und Möglichkeiten des Internets eingestellt hat (und warum ich – Disclosure – Netflix-Aktien besitze).

Interessant ist am Rande auch, dass Netflix nach Großbritannien als nächstes europäisches Land in den Niederlanden und nicht in Deutschland, einem viel größeren Markt, gestartet ist. Was wohl hier die Gründe sind?

‘Breaking Bad’ läuft 3 Tage nach US-Ausstrahlung in Deutschland bei Watchever

Es ist eine kleine Sensation. Nachdem wir hier darüber debattiert hatten, was es bedeutet, dass Streaminganbieter wie Netflix erfolgreiche US-Serien wie Breaking Bad kurz nach der Erstausstrahlung in den USA in Ländern wie Großbritannien senden dürfen, passiert nun ähnliches in Deutschland.

Erstmals wird ein in Deutschland verfügbarer Streaminganbieter bereits drei Tage nach der US-Ausstrahlung eine erfolgreiche US-Serie in Deutschland verfügbar machen.

Das ist der Anfang eines Trends, den die deutsche TV-Branche in wenigen Jahren schmerzlich spüren wird. Und es ist ein Coup für den noch jungen Videostreaminganbieter Watchever, über den ich hier berichtet hatte.

Aus der Pressemitteilung von WATCHEVER:

„Breaking Bad”, die Geschichte um Familienvater Walter White und seinen Weg vom Chemielehrer zum berüchtigten Drogenkoch, ist einer der größten US-Serienerfolge der letzten Jahre. Ab dem 14.08. bietet die Online-Video-Flatrate WATCHEVER Serienfans ein absolutes Highlight: wöchentlich werden die vorhandenen Staffeln 1-5 von “Breaking Bad” durch die 8 neuen Folgen der lange erwarteten letzten Staffel 5.2 komplettiert. Der Clou dabei: die Folgen sind jeden Mittwoch, bereits drei Tage nach ihrer Erstausstrahlung im US-Fernsehen bei WATCHEVER in der Originalversion abrufbar und ab Herbst auch in der deutschen Synchronfassung.

(via)

Aktivitäten der deutschen TV-Sender auf YouTube

Bertram Gugel hat eine aufschlussreiche Übersicht über deutsche TV-Sender auf YouTube erstellt:

Betrachtet man die Reichweite von YouTube im Vergleich zur Reichweite der Sender und Formate sieht man, dass bis jetzt noch kein Sender seine existierenden Zuschauer auf YouTube umfassend erreicht, geschweige denn Neue hinzu gewinnt. Insgesamt kommen die 64 YouTube Kanäle, die ich den verschiedenen TV-Sendern zuordnen konnte, auf um die 330 Millionen Videoabrufe und 963.000 Abonnenten oder anders ausgedrückt sie performen schlechter als ein(!) Kanal der Aussenseiter (392 Mio Abrufe und 1,27 Mio Abonnenten).

[..]

Interessant ist wie unterschiedlich die Strategien der Sender bezüglich YouTube sind. Vom Archiv (ARD) über Promotion (Sky) bis hin zum Netzwerk als Make (ProSiebenSat.1) or Buy (RTL) ist alles vertreten. Welche Strategie am Ende aufgeht ist zur Zeit noch nicht abzusehen, wird sich aber im nächsten Jahr zeigen. In dieser Zeit werden die Weichen für das deutsche YouTube-Ökosystem gestellt und die Sender sind entweder Teil dessen oder werden weiter zusehen und Eigenwerbung machen.

In den letzten sechs Monaten haben Medienkonzerne weltweit, und YouTube-Mutter Google selbst, insgesamt 100 Millionen US-Dollar in das Ökosystem von Youtube investiert.

Die deutschen Sender sind noch recht vorsichtig, was die Nutzung von YouTube angeht. Das ist wenig überraschend. Warum sollte ausgerechnet die extrem risikoaverse deutsche TV-Branche offensiver auf den Umbruch reagieren als ihre deutschen Pendants der Musik- und Pressebranche?

Was wenn Netflix und co. statt Sat.1 und RTL US-Serien für Deutschland lizenzieren?

Der On-Demand-Streaming-Anbieter Netflix wird neue Folgen der US-amerikanischen TV-Serie “Breaking Bad” einen Tag nach der Ausstrahlung in den USA in Großbritannien streamen. Das ist de facto eine sofortige Lizenzierung.

Netflix ist bekanntlich massgeblich für den Erfolg und damit das Weiterbestehen der TV-Serie “Breaking Bad” verantwortlich, die wahrscheinlich nicht allein in dieser Situation ist. Es ist somit nicht verwunderlich, dass der verhältnismäßig kleine US-Kabelsender AMC, bei dem Breaking Bad läuft, gut mit Netflix zusammen arbeitet. Dass sie statt zu einem UK-Sender zu Netflix gehen, spricht ebenfalls Bände über die Summen, die Netflix mittlerweile zahlen kann. Sie scheinen mit denen regulärer TV-Sender konkurrieren zu können.

Die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen auch etwa für den deutschen TV-Markt, der zu großen Teilen auf Lizenzen von US-Formaten angewiesen ist, werden enorm sein.

Was wenn Netflix, Amazon Instant Video, Watchever und co. zu den bevorzugten internationalen Lizenzpartnern für das US-TV werden?

Die Streamingdienste sind nicht nur in der Regel ebenso US-Unternehmen, was die Verhandlungen erleichtert. Noch wichtiger sind die strukturellen Unterschiede zwischen On-Demand-Streaming und linearem Fernsehen.

Je größer die Streamingangebote werden, desto eher werden sie die Anlaufstelle für die US-Lizenzgeber werden. Ein Amazon oder ein Netflix, dass eine Serie, sagen wir, in den 40 wichtigsten internationalen Märkten (in der Originalsprache sofort und etwas später lokalisiert) verfügbar machen kann, wird zunehmend attraktiver werden als TV-Sender, die immer nur für einzelne Märkte Lizenzen erwerben. Skaleneffekte, Transaktionskosten und die höhere Benutzerfreundlichkeit gegenüber dem linearen TV tun dann ihr Übriges.

Die Frage lautet: Wer wird in ein paar Jahren weltweit liefern können und wer wird auf den lokalen Markt beschränkt bleiben?

(Disclosure: Ich besitze Aktien von Netflix.)

Samsung übernimmt TV-Settopbox-Anbieter Boxee

Wie The Jewish Press berichtet, hat Samsung Boxee übernommen:

Samsung acquired the Israeli streaming media startup Boxee for $30 million.

The Israeli business site The Marker reported the acquisition by the Korean electronics giant on Wednesday and added that Samsung will continue to employ Boxee’s 40 employees.

Das ist enorm. Samsung ist einer der größten Hersteller weltweit von TV-Geräten. Boxee ist einer der wenigen Anbieter, der ein benutzbares Interface für SmartTVs entwickelt hat, neben Roku und AppleTV. Boxee hatte allerdings immer Probleme damit, Inhalte auf die eigene Plattform zu bekommen.

Die Übernahme von Boxee dürfte ein weiteres Puzzleteil in Samsungs Gesamtgegenangebot zu Apples wachsender Plattform werden. Apple dürfte mit einer engeren Verknüpfung von AppleTV und mobilen iOS-Geräten und einem SDK für AppleTV das Wohnzimmer bald übernehmen wollen. (Mit AirPlay sind sie bereits auf der Hälfte des Weges.)

Mit Boxee hat Samsung als einziger vielleicht so etwas wie eine Antwort auf Apple.

‘Vimeo On Demand’: Unabhängige Filmemacher können ihre Filme auf Vimeo verkaufen

Die Videoplattform Vimeo hat immer im Schatten von YouTube gestanden. Während YouTube explodierte, blieb Vimeo in der Nische der Filmstudenten, Hobbyfilmer und ästhetisch nicht Abgetöteten. 

Im März diesen Jahres ging Vimeo, das sich aufgrund seiner Ausrichtung und seines Designs bei eben genannten Filminteressierten ein starkes Standing erarbeitet hat, den nächsten Schritt und bietet nun Filmemachern an, ihre Filme über die Plattform zu verkaufen.

Damit wird Vimeo von einer reinen Hostingplattform und Community zu einem Angebot, das sich auch für die kommerzielle Verbreitung nutzen lässt.

TechCrunch berichtete über den Schritt:

Vimeo On Demand, will be available to anyone — anyone, that is, with a Vimeo Pro account. The product allows creators on the site to set their own prices and provides geo-fencing and other tools to control which areas their content is available in. They can also create custom landing pages for their projects, and the ability to provide clips or trailers as a way to entice viewers to purchase their longer-form version of their content.

Attraktiv ist das für Filmemacher auch, weil Vimeo bereits in alle gängigen Abspielgeräte integriert ist und eine über Jahre gewachsene, funktionierende Communityplattform mitbringt. 

But the most important part is that Vimeo will provide a pretty unprecedented revenue split, keeping just 10 percent of sales made on the platform. Vimeo CEO Kerry Trainor told me that Vimeo is trying to be as creator-friendly as possible in helping the people who use the site to sell their content. That also means distribution across a number of devices, including PCs, mobile phones and tablets, and a wide range of connected TV devices, platforms and game consoles.

Vimeo bewirbt diesen nicht zu unterschätzenden Bequemlichkeitsvorteil für Endnutzer auch direkt auf der On-Demand-Unterseite:

When you buy an On Demand video, it’s automatically added to your Watch Later queue so you can view it on any compatible device — including your TV in full HD via Apple TV, Samsung smart TVs, Roku, Xbox, and more.

Wie viele Verkaufsplattformen für Filme können das schon von sich behaupten?

Die Preise für die Filme, die die Kreativschaffenden selbst festlegen, reichen von einem Dollar bis zu übertrieben optimistischen 12,99 Dollar.

Clever ist auch die Bindung an den Pro-Account für Filmeanbieter: Das ist nicht nur eine Hürde zur Teilnahme am On-Demand-Angebot, die bereits für eine Vorauswahl bei den Anbietern sorgt, um die sich Vimeo nicht kümmern muss (nur wenige werden zum Spaß Katzenvideos zum Verkauf anbieten), es sorgt auch für eine feste Einnahmequelle, die wiederum erst die ‘sensationell’ niedrigen 10 Prozent ermöglichen, die Vimeo pro Verkauf einbehält. 199$/Jahr für den Pro-Account ist ein genügend hoher Posten, um in die Kostenrechnung für zum Beispiel wenig bekannte  Dokumentarfilmer mit einzufließen, wenn es um die Evaluierung geht ob die Distribution via Vimeo wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht.

Trotzdem: Vimeo ist mit “Vimeo On Demand” eine vielversprechende kommerzielle Option für Filmemacher geworden, nicht zuletzt weil sie kostenlosen user generated content und Inhalteverkauf unter einem (Community-)Dach zu vereinen versucht, was Reichweitengenerierung und Erlöse im Bestfall gegenseitig leichter befruchtbar macht.

Als nächsten Schritt, wenn genügend Filmemacher auf die Plattform mit ihren Filmen kommen, sollte Vimeo eine Flatrate a la Netflix für Endnutzer anbieten und Filmemachern die Teilnahme via Opt-In nahelegen.

YouTube: Mobile Zugriffe bei 40% in den USA, 25% weltweit; mobile Werbeinnahmen verdreifacht

YouTube wird in den USA mittlerweile zu 40% mobil genutzt. Weltweit liegt die Zahl immerhin bei 25%. Die mobilen Werbeeinnahmen konnte YouTube in den letzten sechs Monaten verdreifachen, sicher aber von einem niedrigen Wert startend.

Janko Röttger auf paidContent:

Still, even without a firm mobile revenue number, tripling mobile ad revenue in a six-month time frame is impressive, and it seems to be the direct result of YouTube launching its iPhone and iPad apps late last year, as well as rolling out a full-featured mobile web experience across all platforms. Previously, iOS users were accessing YouTube through an app built by Apple, and YouTube wasn’t able to monetize any of those views.

‘Mobil’ dürfte aufgrund der Landschaft der Internetanbindungen wohl vor allem hier “mobile Geräte im WLAN-Netz daheim” und konkret vor allem das iPad bedeuten, das exorbitantes Wachstum bei der YouTube-Nutzung sehen dürfte.