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New York Times über die Verteilung der Anteile von Facebook:

Mr. Zuckerberg, 27, has 533.8 million shares, worth $28.4 billion based on a company valuation of $100 billion, or $53 a share. He also has undisputed control of the company, a remarkable achievement since the company has received financing from some of the world’s top business minds. He owns 28.4 percent of the company outright and he controls 57 percent of the voting rights.

[..]

Bill Gates controlled only 49.2 percent of Microsoft as it went public in 1986. Google’s co-founders, Larry Page and Sergey Brin, each owned about 15 percent of their company when it went public in 2004.

Das ist eine wirklich bemerkenswerte Leistung von Mark Zuckerberg. Wer das Buch “The Facebook Effect” (Affiliate-Link) gelesen hat, weiß  auch, wer daran einen bedeutenden Anteil trägt: Sean Parker. Sean Parker war mit Napster (an der Musikindustrie) gescheitert und hatte anschließend Plaxo gegründet. Dort wurde er über Finanzierungsrunden, in denen er durch schlechte Konditionen immer mehr Kontrolle über sein gegründetes Unternehmen verlor, irgendwann herausgedrängt. Mit dieser Erfahrung kam Parker als Berater und Mentor zu Zuckerberg und dem jungen Facebook.

Er hatte einen großen Einfluss auf Zuckerberg und half diesem, keinen Finanzierungen zuzustimmen, die dazu führen würden, dass Zuckerberg irgendwann die Kontrolle über das Unternehmen verlieren würde. Zuckerberg bestimmt zum Beispiel bis heute über die Mehrheit der Sitze im Board von Facebook.

Das ist ein enorm wichtiges Detail, um Facebook zu verstehen. Facebook war, ist und bleibt Zuckerberg.

Was wäre etwa passiert, wenn Zuckerberg nicht die Kontrolle behalten hätte? Die Investoren hätten vielleicht einen Verkauf von Facebook an Yahoo!, das 2006 an einer Übernahme interessiert war, durchgesetzt. Facebook hätte sich so blendend entwickelt wie Flickr und Delicious.

Stattdessen hat Zuckerberg unverdrossen an seiner Idee von Facebook festgehalten und stetig weiterentwickelt. Er hätte vor langer Zeit sehr reich mit dem Verkauf von Facebook werden können. Daran hatte er anscheinend nie Interesse. (Er kommt auch nicht aus armen Verhältnissen.)

So sehr sich Brin und Page in jüngster Zeit bemühen, aus dem phänomenalen Erfolg von Apple für ihre Google-Produkte zu lernen, so sehr scheitern sie. Steve Jobs’ Bruder im Geiste ist Mark Zuckerberg: Kontrolle, Vision, Produkt(e) mit Impact.

Facebooks Chancen, was Geschäft und Einfluss auf die Gesellschaft angeht, sind weitaus größer als die Chancen von Google zum heutigen Zeitpunkt. Und damit auch Zuckerbergs Chancen, eine Kerbe in’s Universum zu machen.

Die enormen Möglichkeiten Facebooks sind auch eine größere Gefahr für das Unternehmen: Facebook wird höchstwahrscheinlich in den nächsten Jahren nach dem Börsengang so groß und erfolgreich werden, dass starke Regulierungsmassnahmen unausweichlich werden.

Sean Parker arbeitet heute unter anderem mit Spotify zusammen.

(via Daring Fireball)

Siehe zu Facebook auch:

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ACTA und die Eisenbahner

by Marcel Weiß on 6. Februar 2012

in Netzpolitisches, Urheberrecht

Mario Sixtus vergleicht im Tagesspiegel die lobbyistengetriebenen Gesetzesvorhaben und Abkommen zur Durchsetzung und “Stärkung” des Urheberrechts mit lobbyistengetriebenen Gesetzesvorhaben Ende des 19 Jahrhunderts, das neuartige Autofahren einzuschränken. ACTA und die Eisenbahner:

Es war kein Vergnügen, das Autofahren im Großbritannien des späten 19. Jahrhunderts. Ein Gesetzesbündel, die sogenannten Locomotive Acts, piesakte die frühen Insel-Automobilisten. Sie wurden zu Kriechfahrten von höchstens sechs km/h auf Landstraßen und drei km/h in Städten gezwungen, Autos mussten mit einer „Crew” von mindestens drei Personen bemannt sein, und als ob das noch nicht der Schikane genug gewesen wäre, musste einer dieser drei Kraftfahrzeugfreunde im Abstand von 55 Metern vor dem Gefährt herlaufen – und dabei eine rote Fahne schwenken.

Um die britischen Autopioniere endgültig lächerlich zu machen, fehlte eigentlich nur noch der Zwang zur Verkleidung der Fahrer mit Hasenkostümen.

Clay Shirky fasste es in diesem sehr sehenswerten TED-Talk so zusammen: ACTA, SOPA und co. sollen das Kopieren möglichst teuer machen, indem die Unschuldsvermutung bei Urheberrechtsverletzungen umgedreht wird.

Nächster Schritt: Wer online ist, muss ein Hasenkostüm tragen.

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Rechtsanwalt Thomas Schwenke über die urheberrechtlichen Fallstricke für User von Pinterest:

Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie sich beim Teilen von Inhalten oft jenseits des Erlaubten bewegen. Wenn Sie den Inhalt von jemandem teilen, kann dieser, wenn es ihm nicht passt dagegen vorgehen und Ihnen eine kostenpflichtige Abmahnung schicken.

Der Rechtslage steht im Gegensatz zu dem Verständnis der meisten Internetnutzer, die im Teilen keinen Rechtsverstoß sehen. Doch das Urheberrecht ist nicht für die Nutzer gemacht, sondern für die Verwertungsindustrie. Und diese findet es verständlicherweise nicht gut, wenn sie die Verfügungsmacht über Ihre Inhalte verliert. Die größere Gefahr sehe ich jedoch bei Rechteinhabern, die die Kuratierungsplattformen dazu nutzen könnten, um einfach Geld zu “erwirtschaften”. Die Gefahr war innerhalb Sozialer Netzwerke bisher nicht so hoch, da diese sich nur schwer bis kaum durchsuchen lassen. Bei Pinterest ist die Suche dagegen einfacher.

An den ausführlichen Erklärungen und Lösungsvorschlägen im verlinkten Text kann man gut sehen, wie unnötig komplex und realitätsfern das Urheberrecht im Kontext des Internets ist.

Aber das einzige Problem beim Urheberrecht ist, dass es im Internet nicht hart genug durchgesetzt wird. Richtig? Richtig??

Siehe auch:

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Aktuelles 6. Februar 2012

by Marcel Weiß on 6. Februar 2012

in Kurz

Lesenswerte Analysen, Hintergrundberichte und interessante News:

  • The Next Transitions in the Technium "Eventually we will sequence the full genomes of everyone living, and as many of the recent dead as we have access to. Together with genealogical records, this huge trove of data will give us our first universal family tree. Everyone living will have a place on it in relation to everyone else. We will clearly see exactly how I am related to you."
  • User Manual First "What baffles me are the clueless manufacturers who still don't put their installation and operating manuals online in 2012. (I'm thinking of you, LG.) The main result of this process is simply fewer surprises. Less returns, better integration."
  • Size Matters "Apple’s iPhone business alone is larger than all of Microsoft’s businesses combined.
    And — just as remarkably — if you took away Apple’s iPhone business from the chart, the remaining Apple businesses would still be larger than Microsoft’s total business."
  • The Teen Art Gallery Finanziert über Kickstarter. "you will see that the teenagers have built an entire organization, filled with themselves, to run this business."
  • Journalismus-Lehrbücher meiden! "Ich glaube, alle übersehen das Wesentliche: Lehrbücher sind im Journalismus generell zu meiden."
  • First: Apple’s rank in mobile phone profitability and revenues | asymco "Apple reached 75% of profit share, nearly 40% of revenue share and 9% of units share."
  • Against the wall – Marco.org "It’s easy not to “be evil” when you’re ahead. But when you’re backed into a corner and your usual strategies aren’t working, it’s easy to get frustrated, scared, and angry, and throw previously held morals and standards out the window."
  • The Future of the Book Is the Stream – The Atlantic
  • Best Of: Januar 2012 auf neumusik.com
  • Study: Pinterest drives more referral traffic than Google+, nearly on par with Twitter — Tech News and Analysis "Pinterest is now driving more referral traffic on the web than Google+, YouTube, Reddit, and LinkedIn — combined. That’s according to Shareaholic’s January 2012 referral traffic report, which is based on aggregated data from more than 200,000 publishers that reach more than 260 million unique monthly visitors each month."

Weitere Linktipps zu lesenswerten Artikeln.

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Haydn, Brecht und Disney

by Marcel Weiß on 5. Februar 2012

in Urheberrecht

Michel Reimon schreibt auf Carta, warum er seinen Roman #Incommunicado kostenlos veröffentlicht und verfasst nebenbei noch ein paar Zeilen über die Geschichte des Urheberrechts und der kreativen Branche:

Es war Joseph Haydn, der seinen gut bezahlten Job bei seinen Eisenstädter Mäzenen, den Esterházys, aufgab, um in London Konzerte gegen Eintritt zu geben – vom livrierten Diener zum Unternehmer. Was für eine tolle Geschichte, die den ganzen Untergang des Feudalismus beinhaltet. Dann die Geschichte des Radios, von dem Bert Brecht träumte, es würde alle Menschen zu Sendern machen und ein akustisches soziales Netzwerk bilden… bekommen haben die Deutschen dann den Volksempfänger und die Reden des Führers. Was für eine Mahnung! Oder die Geschichte von Walt Disney, der sein ganzes Imperium mit kopierten Ideen aufbaute…

[..]

Information ist nicht das Öl des 21. Jahrhunderts. Öl ist knapp, im ökonomischen Sinne. Wer eine Tonne fördert, kann nur eine Tonne verkaufen. Information ist nicht knapp: Wenn ein Satz einmal geschrieben ist, kann er Millionen mal gelesen werden. Dann ist er im Überfluss vorhanden. Knapp sind Datenträger, also Schallplatten, Bücher, Fotopapier. Was passiert, wenn Information und knapper Datenträger nicht mehr zwingend eine Einheit sind, hat die Musikbranche erlebt.

Links zu PDF- und ePub-Versionen des Romans findet man auf Reimons Blog.

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Fehlinformationen über ACTA

by Marcel Weiß on 3. Februar 2012

in Netzpolitisches

Rechtsanwalt Thomas Stadler räumt in seinem Blog mit kursierenden falschen Informationen zu ACTA auf. Ist die ACTA-Hysterie berechtigt?:

Wer sich gegen ACTA ausspricht, der muss sich also in einem ersten Schritt bewusst machen, dass ACTA im Vergleich zur geltenden deutschen Rechtslage keine Verschärfung mehr mit sich bringt, weil entsprechende Regelungen in Deutschland – anders als in manchen anderen Ländern – längst vorhanden sind.

Weshalb es aus meiner Sicht dennoch gute Gründe gibt, gegen ACTA zu sein, habe ich in einem anderen Beitrag erläutert. ACTA zememtiert eine urheberrechtliche Richtungsentscheidung, die einseitig die Rechteinhaber begünstig und wenig Rücksicht auf das Gemeinwohl nimmt.

Sowohl in den USA als auch in Deutschland kursieren bei manchen Kritikern teilweise falsche Informationen über ACTA. Das liegt unter anderem wahrscheinlich auch daran, dass der zunächst im Geheimen verhandelte Text vor geraumer Zeit an die Öffentlichkeit geleakt und daran anschließend entschärft wurde.

Siehe auch zur ähnlichen Debatte in den USA Ars Technica: As Anonymous protests, Internet drowns in inaccurate anti-ACTA arguments

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Der Social-Games-Anbieter Zynga war 2011 für 12 Prozent der Umsätze von Facebook verantwortlich. AllThingsD:

Facebook said today in its filing with the Securities & Exchange Commission that Zynga accounted for approximately 12 percent of the company’s revenue last year when Facebook’s revenues totaled $3.7 billion. The revenue came from both its 30 percent payments processing fee related to the sale of virtual goods from games, such as FarmVille and Words With Friends, but also from advertising purchased by Zynga. Additionally, Facebook said Zynga’s apps generate a large number of pages on which it displays ads from other advertisers.

Das ist aus mehrerlei Sicht interessant. Oft wird bei (Web-)Plattformen darauf verwiesen, wie abhängig die App-Anbieter von den Plattformen werden. Selten wird darauf eingegangen, dass auch die Plattformen in eine mehr oder weniger große Abhängigkeit zu den ihre Plattform nutzenden Anbietern gelangen.

Zyngas Einnahmen kommen ungefähr zu 93 Prozent von Facebook. Dass aber auf der anderen Seite Facebook auch von Zynga abhängt, was maximal in der Höhe überraschend ist, hat der öffentlichen Wahrnehmung von Zynga gut getan. Der Aktienkurs von Zynga ist gestiegen.

Zynga ist längst ein Anbieter, auf den Facebook nicht mehr verzichten kann. Jetzt gibt es auch die zugehörigen Zahlen. Die Beziehung der zwei Unternehmen bleibt interessant, denn sie bestimmt zu einem gewissen Grad, wie Facebooks Plattform von Entwicklern wahrgenommen wird.

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Airbnb, das eBay der Reisebranche

by Marcel Weiß on 3. Februar 2012

in Plattformen

Airbnb, bei dem just der Medienkonzern Axel Springer eingestiegen ist, habe ich auf Exciting Travel als das eBay der Reisebranche beschrieben:

Auf Airbnb und den deutschen Konkurrenten werden zwar keine Wohnungen versteigert (Das kommt vielleicht noch?), aber wie auch eBay leben diese Angebote davon, dass Privatpersonen, Amateur oder Nebenherunternehmer, als Anbieter auf Kunden treffen, auf die sie ohne die Plattform nie gestossen wären.

Wie eBay haben Airbnb und co. einen vorher nicht existenten Markt aufgemacht. Der Markt für Unterkünfte abseits des Hotelgeschäfts.

Wie eBay leben Airbnb und co. davon, dass das für die Transaktionen notwendige Vertrauen über die Bewertungen von Nutzern durch andere Nutzer aufgebaut wird. Zusätzlich helfen Anbindungen an Netzwerke wie Facebook, um etwa wenn möglich nur Unterkünfte bei Freunden von Freunden zu buchen.

Wie eBay sind Airbnb, Wimdu und 9flats Teil eines größeren Trends, der P2Pisierung der Wirtschaft, wie ich auf neunetz.com vor einigen Tagen geschrieben habe[..]

 

 

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Best Of: Januar 2012 auf neunetz.com

by Marcel Weiß on 3. Februar 2012

in Allgemein

Populäre Artikel auf neunetz.com im Januar 2012:

Analysen

Interessantes, Neues, Nützliches

Und sonst

Auf neumusik.com

 

Mehr ‘Best of’:

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Quote.fm jetzt mit RSS-Feeds

by Marcel Weiß on 3. Februar 2012

in Allgemein

Das deutsche Startup für Empfehlungen von Texten und Zitaten Quote.fm hat jetzt RSS-Feeds. netzwertig.com:

Das Schöne an dem gewählten Weg ist, dass der Feed nicht nur die Überschrift des jeweiligen Textes darstellt, sondern das gesamte, vom Anwender bei Quote.fm publizierte Zitat. Zudem enthält jedes Feed-Objekt einen Link zum entsprechenden Quote.fm-Eintrag, einen Verweis zur Originalquelle (der sich dann aus leistungsfähigen RSS-Apps auch direkt zu Instapaper oder Read It Later senden lässt) sowie einen Link zum Quote.fm-Profil der jeweiligen Quelle, das sämtliche von dort stammenden, von Quote.fm-Anwendern empfohlenen Zitate auflistet.

Das macht Quote.fm mit einem Schlag sehr viel nützlicher. Ich habe soeben ein paar RSS-Feeds von Nutzern abonniert.

Ein anderer Dienst, der mit nützlichen Volltextfeeds glänzt, ist übrigens die Q&A-Site Quora. Auch da empfiehlt es sich, ausgewählte Nutzeraktivitäten und Themen über RSS zu konsumieren.

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